Pannenkäfer – Teil 3 – Eis, Schnee, Spaß und Leid – Urlaubszeit!

Ähnlichkeiten mit Personen und Einrichtungen sind rein zufällig und nicht gewollt. Ein großes Dankeschön an Vloeck: „Danke, für das Korrigieren meiner Stories! Ohne deine Hilfe hätte der Fehlerteufel so manchen Brüller erzeugt!!! Ich werde auch in Zukunft gerne auf deine Hilfe bauen und dir meine Stories zur Korrektur schicken.“ In einigen Feedbacks gab es die Meinung, dass es in den ersten beiden Teilen etwas zu harmonisch abgelaufen ist. Ich nehme eure Kritik sehr ernst, muss aber folgendes dazu sagen, es ist halt als Liebesgeschichte geschrieben, aber es wird im Laufe der Geschichte mit Sicherheit noch turbulenter und auch ein wenig dramatisch werden. Im richtigen Leben ist zunächst in der Phase des Verliebtseins alles Friede, Freude, Eierkuchen und erst im Laufe der Zeit kommen die berüchtigten Alltagsreibereien und ihre Auswirkungen zum Tragen. Dann muss sich die Liebe beweisen, ob sie alltagstauglich ist. Also, lasst euch einfach überraschen, ob die zwei Hauptpersonen die vielen kleinen und größeren Probleme des Alltags meistern werden. Für alle, die mit der Geschichte nicht klarkommen, empfehle ich das Drücken des Zurückpfeils und das Suchen einer anderen Geschichte (es gibt ja hier so viele sehr gute Geschichten), die ihren Vorstellungen entspricht. All denen, die ein Feedback geschickt haben (es sind leider immer nur wenige, die sich trauen), sei „Danke“ gesagt. Eure Meinung ist mir wichtig und eurer Anregungen und Kommentare und vor allem auch kritische Anmerkungen waren hilfreich und produktiv für mich. Feedback ist das Honorar des Schreibers, also sagt ihm, ob und wie es euch gefallen hat und auch was euch nicht gefallen hat. Nun geht’s endlich los!!!

BrrrrrrrrrhBrrrrrrrrhBrrrrrrrrh!!!!

Ein lauter Brummer tönt um genau 5:45 Uhr neben dem Bett von Stefan. Durch das nervende Brummen aus dem Schlaf gerissen, tastet er mit der Hand suchend nach dem brummenden Störenfried und als er ihn dann gefunden hat, beendet ein Fingerdruck an der richtigen Stelle das unangenehme Geräusch. Schiet, die Nacht war aber kurz, denkt er und tastet nach dem Schalter, um das Licht anzumachen.

Dann dreht er sich um. Da liegt er, der Junge, dem seit ein paar Tagen sein Herz gehört. Langsam, Daniel mit Liebe betrachtend, beugt er sich über dessen Gesicht und fängt an, das Gesicht mit kleinen Küssen zu bedecken. Seine Zunge kitzelt Daniel an der Nasenspitze, so lange, bis der die Augen aufschlägt und verschlafen ins Licht blinzelt. Seine Hände legen sich auf Stefans Hinterkopf und drücken seine Lippen fest auf seine. „Guten Morgen, mein Schatz“, flüstert er, „müssen wir wirklich schon aufstehen?“

„Leider“, sagt Stefan, „du weißt ja, wir fahren um 7:00 Uhr zum kleinen Markt, und laden dort die ganze Gesellschaft ein. Wir haben fast 600 km vor uns und wer weiß, was für ein Wetter und Verkehr unterwegs ist. Also auf, und ab unter die Dusche, ich mache Frühstück in der Zeit.“

Er wirft die Decke zurück und steht auf, nicht ohne auch Daniel die Decke wegzuziehen.

Der steht auch auf und macht sich auf den Weg ins Bad, während Stefan schon in der Küche die Kaffeemaschine in Gang setzt.

In der Zeit, in der unsere Beiden beschäftigt sind, werfen wir einen Blick in die Zeughausstraße 14. Dort ist ebenfalls vor 30 Minuten Peter Schreiber aufgestanden und nach einer Dusche und einem kleinen Frühstück, das seine Frau bereitet hat, ist er dabei, die Tasche mit Sachen für die nächsten 10 Tage zu packen.

Peter Schreiber ist 56 Jahre alt und seit 13 Jahren Busfahrer in der Firma von Stefans Eltern.

Er soll heute den Bus mit 46 überwiegend jungen Leuten nach Berchtesgaden fahren, in dem auch Stefan und Daniel mitfahren werden. Peter hat rund 30 Jahre Erfahrung als Busfahrer und ist die Strecke nach Berchtesgaden schon öfter gefahren.

In der Rechten eine Zigarette, greift die Linke nach der nicht leichten Tasche und mit einem Kuss verabschiedet er sich von seiner Frau. Auf der Treppe nach unten spürt er ein Ziehen im linken Arm. Er stellt die Tasche ab, wechselt die Zigarette in die Linke und schnappt sich die Tasche mit der Rechten. So geht das schon besser, denkt er, verlässt das Haus und geht zu dem blauen Ford Focus, der auf einem der Stellplätze beim Haus steht.

Zunächst ist mal Scheibenkratzen angesagt und auch hier hat er wieder ein leichtes Ziehen im linken Arm. Ich habe mich bestimmt an der Tasche verhoben, denkt er bei sich und kratzt nun mit der rechten Hand das Eis von den Scheiben. Nachdem nun die Scheiben frei sind, macht er sich auf den Weg in die Firma, wo der Bus schon in der Halle wartet. Durch einen Anruf gestern von Stefans Mutter weiß er, dass Stefan und dessen Freund Daniel mit nach Berchtesgaden fahren und er ist froh, dass Stefan mit von der Partie ist. Er kennt den Jungen ja nun schon einige Jahre und hält eine Menge von ihm. Es ist ihm seit einigen Monaten bekannt, dass Stefan schwul ist. Er kann sich noch gut an das Outing bei den Fahrern erinnern.

Damals waren es zwei Fahrer gewesen, die mit dieser Tatsache nicht klar gekommen sind.

Die haben dann innerhalb einiger Wochen die Firma gewechselt, nicht ohne vorher des Öfteren durch dumme und abwertende Bemerkungen aus der Rolle gefallen zu sein.

Seit der Zeit war das Schwulsein des Jungen kein Thema mehr und dass er jetzt wohl endlich einen Freund gefunden hatte, freute Peter Schreiber sehr. Er war neugierig, wie der Freund seines zukünftigen Chefs wohl aussehen würde. Sicher hätte er während der Fahrt auch genug Gelegenheit, den Freund ein bisschen kennen zu lernen.

Unsere beiden Verliebten sitzen zusammen beim Frühstück und überlegen gemeinsam, ob sie auch nichts Wichtiges vergessen haben. Da sie am Vortag ihre Reisetaschen schon im Bus verstaut hatten, waren nur noch die Toilettensachen und Geld, Papiere und der Fotoapparat, digital natürlich, und ein paar Speicherkarten einzupacken. „Nehmen wir dein Notebook mit?“ fragt Daniel und Stefan sagt: „Klar, Junge, den nehmen wir auf jeden Fall mit. Dann können wir die Fotos speichern, unsere E-Mails lesen und auch ein bisschen Internet kann ja im Urlaub ganz nützlich sein. “

Nachdem sie alles zusammen haben, dreht Stefan die Heizkörper in der Wohnung auf eins und dann gehen beide zur Halle, in der der Bus steht.

Gerade als sie die Halle er reichen, kommt Peter Schreiber mit seinem Wagen gefahren. Er parkt neben der Halle, steigt aus und nimmt seine Tasche. Er schließt den Wagen ab und kommt auf Stefan und Daniel zu.

„Guten Morgen, Peter“, sagt Stefan, „darf ich dir meinen Freund Daniel vorstellen? Daniel, das ist Peter Schreiber, der den Bus fährt. Peter, das ist Daniel, mein Freund. Er wird mit mir nach Berchtesgaden fahren.“

„Freut mich dich kennen zu lernen, Daniel“, sagt Peter und gibt Daniel die Hand. „Ich freue mich, Stefan, dass du einen so netten Freund gefunden hast und ich hoffe, dass ich mich genau so gut mit ihm verstehe, wie mit dir.“

„An mir soll es nicht liegen“, antwortet Daniel, „auch ich freue mich, Sie kennen zu lernen und hoffe, dass wir Gelegenheit haben, uns etwas näher zu beschnuppern.“

„OK, Jungs, dann wollen wir mal unsere Sachen verstauen und uns auf den Weg zum kleinen Markt machen. Dort warten noch 44 schneehungrige Leute auf uns, die meisten davon in eurem Alter. Das Sie, das lassen wir mal gleich weg, ich bin der Peter“, sagt Peter und sie betreten die Halle. Schnell sind die Sachen verstaut und der Bus wird von Peter in Betrieb genommen. Der vorne im Bus befindliche Kühlschrank ist mit Getränken wohl gefüllt, also kann die Reise eigentlich losgehen.

Als der zum Bremsen notwendige Luftdruck aufgebaut ist, fährt Peter den Bus aus der Halle, deren Tor Stefan zuvor geöffnet hat. Es handelt sich bei dem Gefährt um einen fast neuen Bus der Marke „Mercedes“ und der ist mit allen erdenklichen Extras ausgestattet, die das Busreisen komfortabel machen. Nach dem Schließen des Tores steigt Stefan in den Bus, in dem Daniel schon vorher Platz genommen hat. Beide sitzen nun vorne auf der separaten Sitzbank neben dem Fahrer, die für den Reiseleiter vorgesehen ist. Hier hat man den besten Überblick und so fahren sie bis vorne zum Büro.

Dort warten Stefans Eltern, zum einen, um Peter die notwendigen Reiseunterlagen zu geben und einen Geldvorrat für anfallende Kosten, zum anderen, um sich von Stefan und Daniel zu verabschieden.

Nach dem das geschehen ist, fahren sie mit dem Bus zum kleinen Markt. Dort warten die Mitreisenden und nun werden die Koffer und Gepäckstücke von Stefan und Peter in den dafür vorgesehenen Fächern verstaut. An der Heckseite des Busses ist noch ein großer Kasten angebracht, in dem die von einigen Leuten mitgebrachten Skier untergebracht werden. Nachdem alle Leute im Bus einen Platz gefunden haben, steigen Peter und Stefan, nachdem Stefan noch eine Zigarette geraucht hat, ein, die Türen werden geschlossen und Peter setzt den Bus in Bewegung.

Stefan und Daniel haben sich abgesprochen, zunächst mal auf offene Zärtlichkeiten zu verzichten, um irgendwelche Konflikte im Bus zu vermeiden. Die Leute würden bestimmt früh genug mitbekommen, dass sie beide ein Paar waren. Außerdem ist Daniel eh nicht auf einen Kuss erpicht, wenn Stefan gerade geraucht hat und er lässt jedes Mal durchblicken, dass er es sehr begrüßen würde, wenn Stefan aufs Rauchen ganz verzichten würde. Der hat versprochen, es ernsthaft zu versuchen und hatte den Nikotinverbrauch schon stark eingeschränkt. Jedenfalls war sein Kaugummiverbrauch drastisch angestiegen und er hat echt den Vorsatz, den Urlaub zu nutzen, um den Einstieg in den Ausstieg zu schaffen.

Der Bus erreicht die Autobahnauffahrt Saarwellingen und fährt nun auf der A 8 Richtung Karlsruhe. Es ist relativ ruhig im Bus, weil die meisten wohl noch ein wenig schlafen wollen. Lediglich drei Herren im mittleren Alter, so etwa zwischen 35 und 40, trinken schon Bier und unterhalten sich nicht gerade leise.

Die Fahrt verläuft zunächst ohne Probleme, die Straße ist trocken und es ist wenig Verkehr. An Pirmasens und Landau vorbei erreicht der Bus gegen 9:30 das Autobahndreieck Karlsruhe. Weiter geht es auf der A8 in Richtung München/Stuttgart/Pforzheim. Peter will eine erste Pause auf dem Rasthof Pforzheim machen und gibt das über Bordlautsprecher an die Fahrgäste weiter.

Schon nach kurzer Zeit ist die Ausfahrt zur Raststätte erreicht und der Bus fährt dort ab und auf den für Busse vorgesehenen Parkplatz. Hier soll jetzt eine Rast von 20 Minuten gemacht werden. Die meisten Mitfahrer nutzen die Gelegenheit, auf die Toiletten zu gehen und sich im Shop des Rasthofes einige Sachen zu kaufen. Bis auf die drei Biertrinker sind auch alle wieder pünktlich im Bus.

Stefan sucht das Restaurant auf und findet die drei dort, wiederum Bier trinkend vor.

„Wir warten alle bereits im Bus und wollen jetzt weiterfahren“, sagte er freundlich zu den dreien, „würden Sie jetzt bitte kommen?“

„Hast du hier was zu sagen?“, sagt einer der drei. „Ich denke schon“, sagt Stefan, „meinem Vater gehört der Bus und ich bin der zweite Fahrer. Kommen Sie jetzt bitte in den Bus, damit wir weiterfahren können.“

Offensichtlich haben sie nicht erwartet, dass Stefan mit zur Besatzung des Busses gehört und so trinken sie dann ihr Bier aus und machen sich auf den Weg zum Bus, nicht jedoch, ohne vorher noch jeder einen Sechserpack Bier einzukaufen.

„Das kann noch heiter werden mit den Dreien“, sagt Stefan zu Peter und Daniel, als der Bus mit fast 25 Minuten Verspätung wieder auf die Autobahn auffährt. Weiter geht es in Richtung München und nach knapp 3 Stunden erreichen sie das Autobahnkreuz München-West, wo Peter auf die A99 in Richtung Lochhausen Sendling abbiegt.

Daniel, der Peter in den letzten 20 Minuten des Öfteren beobachtet hat, stößt Stefan an und flüstert: „Schau mal, der Peter ist ganz blass und hat Schweißperlen auf der Stirn. Ich denke, da stimmt was nicht.“ Stefan steht auf und tritt neben Peter. „Ist alles OK mit dir?“, fragt er und beugt sich neben ihn. „Ich weiß auch nicht, ich schwitze plötzlich so und mein linker Arm tut mir weh. Vielleicht kannst du mich mal ablösen, es wird bestimmt gleich noch mal besser“, antwortet Peter

„Kein Problem, Peter, fahr den nächsten Parkplatz an, da muss gleich einer kommen“, sagt Stefan und setzt sich so lange noch mal hin. Daniel beobachtet besorgt den Peter und meint leise zu Stefan: „Das gefällt mir nicht, was ich da sehe und mit den Schmerzen im linken Arm zusammen könnte das auf einen drohenden Herzinfarkt hinweisen.“ Stefan erschrickt und denkt, hoffentlich irrt sich Daniel mit seiner Prognose, das hätte uns gerade noch gefehlt.

Jetzt erreichen sie den Parkplatz und Peter bringt den Bus zum Stehen. „Ich muss mal an die frische Luft“, sagt er und Daniel hilft ihm beim Aussteigen. Peter lehnt sich an den Bus und beginnt, tief und gleichmäßig ein- und auszuatmen. Er nimmt ein Taschentuch und wischte sich den Schweiß von der Stirn ab. Offensichtlich scheint es ihm wieder besser zu gehen.

„Komm, Peter, wir fahren weiter, erst mal bis zur nächsten Raststätte. Dort können wir überlegen, was wir jetzt tun sollen. Ich bin dafür, dass wir einen Arzt rufen, der abklärt, was los ist mit dir“, sagt Stefan und Daniel hilft Peter zurück in den Bus.

Stefan übernimmt nun das Fahren und teilt über den Bordlautsprecher mit: „Hallo, Leute, mein Name ist Stefan Groß und ich bin der zweite Fahrer auf diesem Bus hier. Peter, unser erster Fahrer hat offensichtlich einige Kreislaufprobleme und wir werden die nächste Raststätte anfahren und uns um einen Arzt bemühen. Dadurch wird sich vorrausichtlich unsere Ankunft am Urlaubsort etwas verzögern, aber ich denke, dass Sie Verständnis für diese Maßnahme haben.“

Der Bus hat jetzt wieder volle Fahrt aufgenommen und fährt mit 100 km/h über die ziemlich freie Autobahn. Nach ca. 15 Kilometern kommt die Raststätte Vaterstetten und wir fahren dort raus und auf den Parkplatz. Hier war kein besonderer Busparkplatz und so parken wir auf dem ersten freien LKW-Parkplatz. Peter geht es echt nicht so gut, er schwitzt wieder und ist ganz blass im Gesicht. Stefan nimmt das Handy und wählt den Notruf 112, gibt unseren Standort und den Zustand von Peter durch, worauf ihm gesagt wird, dass der Notarzt schnellstens kommen wird.

Stefan erklärt die Situation über den Bordlautsprecher und sagt, dass jeder, der wolle, für 40 Minuten die Raststätte aufsuchen könne. Wann die genaue Weiterfahrt sein würde, könne er im Moment nicht sagen, aber in 40 Minuten wüssten sie wohl mehr. So verlassen dann durch die Mitteltüre etwa zwei Drittel der Mitfahrer den Bus und gehen Richtung Raststätte. Es ist kurz vor 14:00 Uhr und einige werden wohl einen Imbiss einnehmen.

Peter hat sich vorne auf den ersten Sitz hinterm Fahrer gelegt, die Beine angewinkelt und Daniel ist bei ihm. Peter sieht nicht gut aus im Gesicht und das Atmen fällt im schwerer als vorher. Er klagt jetzt auch über Schmerzen in der Brust. Auch das Ziehen im linken Arm ist stärker geworden. Nach etwa 10 Minuten hören wir dann endlich das Martinshorn und fast gleichzeitig treffen ein Krankenwagen und der Notarztwagen bei uns ein. Stefan ist draußen und schildert mit wenigen Worten die Situation und dann ist der Notarzt bei Peter. Da Peter noch ansprechbar ist, wird er zunächst auf eine Trage gelegt und in den Krankenwagen verbracht.

Dort beginnt der Arzt sofort mit einer Reihe von Untersuchungen. Kurze Zeit später, Stefan und Daniel stehen wartend am Bus, kommt einer der Sanitäter und sagt zu Stefan: „Der Mann hat höchst wahrscheinlich einen Infarkt und muss sofort ins Krankenhaus. Wir bringen ihn ins Krankenhaus „Rechts der Isar“, dort kommt er auf die Intensivstation. Alles andere wird sich zeigen.“

„Ich gebe Ihnen seine Reisetasche mit, da ist Wäsche und alles drin. Ich werde über meinen Vater seine Frau verständigen lassen und sagen, in welches Krankenhaus er gebracht worden ist. Seine Jacke und seine Brieftasche mit Papieren und Geld nehmen Sie bitte auch mit. Ich denke mal, dass da auch seine Versicherungskarte drin ist. Wir fahren von hier aus nach Berchtesgaden und hier gebe ich Ihnen mal meine Handynummer. Rufen Sie bitte an, wenn es ihm besser geht“, sagte Stefan, der Peters Sachen zusammengesucht hatte. Er gibt die Sachen an den Rettungssanitäter weiter. Der nimmt die Sachen mit in den Krankenwagen, aus dem jetzt der Notarzt aussteigt. Der Krankenwagen setzt sich mit eingeschaltetem Blaulicht in Bewegung und bald hören wir nur noch das Martinshorn.

Der Notarzt kommt noch kurz zu uns und sagt, dass Peters Zustand ziemlich stabil ist und er jetzt sofort auf die Intensivstation kommt. „Es hätte schlimmer sein können, aber es war doch höchste Zeit für ihren Kollegen. Sie haben sehr umsichtig reagiert, “ sagt er zu Stefan.

Der sagt: „Mein Freund Daniel hat gemerkt, dass etwas nicht stimmt, mir wäre das wohl so gar nicht aufgefallen. Aber sein Vater ist Arzt und Daniel studiert ab September Medizin. Er kennt sich halt jetzt schon ein bisschen aus, denke ich und hat die Sache wohl rechtzeitig vermutet.“

„Wie auch immer“, sagte der Notarzt, „Hauptsache, früh genug. Bei einem Infarkt, aber auch bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. So Ihr Männer, ich muss wieder los. Ich wünsche Ihnen eine gute Fahrt. Tschüss.“ Er gibt uns beiden die Hand und dann fährt er hinter dem Krankenwagen her.

Stefan nimmt das Handy und geht etwas zur Seite. Er will seinen Vater anrufen und ihm die Situation schildern. Auch muss Peters Frau verständigt werden. „Hallo, Papa, hier ist Stefan. Wir haben ein Problem…“ „Was ist denn los?“, fragt sein Vater besorgt. Schnell berichtet Stefan von den Vorfällen um Peter, gibt das Krankenhaus durch und auch alles, was der Arzt gesagt hat.

„Und noch eins, Papa, ich brauche einen Ersatzfahrer, sonst hat das ja wohl hier mit Urlaub nichts mehr zu tun. Ich habe Peters Unterlagen durchgeschaut und da ist ja wohl jeden Tag was zu fahren. Wenn ich hier das ganze Programm durchziehen soll, dann wird Daniel wohl, und das mit Recht, stinksauer sein und dann haben wir die erste große Krise bereits nach einer Woche. Da hab ich echt keinen Bock drauf. Also sieh zu, dass jemand schnellstens hierher kommt und den Job übernimmt. Bitte!“ „OK, Junge ich tue was ich kann und so schnell es geht. Sobald ich was weiß, ruf ich dich an. Bis dahin sag am besten mal nichts zu Daniel, vielleicht ist er ja zunächst gar nicht sauer und wenn, dann kannst du immer noch warten, bis ich dir Bescheid gebe. So, Junge jetzt sieh zu, dass du weiter kommst. Ihr werdet im Hotel erwartet.“

Daniel hat von diesem Gespräch nichts mitbekommen, er war in den Bus zurück, weil es draußen kalt war.

Alles in allem sind gut 40 Minuten vergangen, seit wir hier angehalten haben und unsere Mitfahrer trudelten langsam wieder ein. Stefan hat Daniel kurz von hinten umarmt und seinen Nacken geküsst, nun lässt er ihn wieder los. Sie wollen nicht unbedingt auffallen.

Stefan geht noch kurz in die Raststätte und sagt den restlichen Mitfahrern, dass wir weiterfahren können und nach ein paar Minuten sind alle im Bus. Stefan startet und fährt los. Zügig fahren wir auf die Autobahn zurück und weiter Richtung Berge.

Unsere drei Biertrinker sind wesentlich angeschlagen und viel ruhiger geworden. Die werden bestimmt gleich schlafen, während die anderen bestimmt die jetzt wohl bald schöner werdende Landschaft bestaunen können, die unter einer Schneedecke weiß und friedlich vorbeizieht. Am Autobahnkreuz München Süd fahren wir wieder auf die A8 Richtung Salzburg. Später werden wir im Verlauf der Autobahn die Grenze zu Österreich überfahren.

Nach eineinhalb Stunden, am Autobahndreieck Salzburg, wechseln wir auf die Tauernautobahn und an der Ausfahrt Salzburg Süd auf die B160, Alpenstraße in Richtung Grenze zurück zur Bundesrepublik Deutschland. Nun dauert es nicht mehr lange, bis wir unser Reiseziel, die Ramsau bei Berchtesgaden erreicht haben.

Während der letzten 50 Kilometer hat sich die Landschaft um uns herum zu einem herrlichen Alpenpanorama entwickelt und die meisten unserer Reisegäste kleben an den Fenstern, um diesen herrlichen Ausblick zu genießen. Den schönsten Anblick werden sie wohl vom Hotel aus haben, kann man doch von dort aus den Watzmann in seiner ganzen Pracht direkt vor sich sehen.

Von Berchtesgaden kommend, an der Ramsauer Ache entlang und an der berühmten Ramsauer Kapelle, eine der am meisten fotografierten Kirche der Welt, vorbei fahrend, erreichen wir mit gut 2 Stunden Verspätung das Hotel „Hochkeltner“, ein Haus der etwas besseren Kategorie mit 4 Sternen und einem luxuriösen Bade- und Wellnessbereich.

Daniel ist in Gedanken versunken. Das hätte ja ein schöner Urlaub werden können, aber jetzt hat Stefan durch Peters Ausfall den Bus und die eingeplanten Fahrten mit den Gästen am Hals. Für sie beide bedeutet das natürlich, dass sie weniger Zeit für sich haben werden, weil Stefan sich ja um alle Reisebelange und um die Mitreisenden kümmern muss. Das stimmt ihn traurig, hat er sich doch auf 10 unbeschwerte Tage nur mit seinem Schatz wahnsinnig gefreut.

„Hallo, kleiner Träumer, wir sind da“, sagt jetzt Stefan und stupst ihn leicht in die Seite.

Daniel schreckte hoch und sieht ihn mit traurigen Augen an. Nur mühsam kann er sich ein paar Tränen verkneifen und Stefan ist erschrocken, als er den traurigen Blick sieht. „He“, versucht er direkt, Daniel aufzumuntern, „kleiner, wir haben Urlaub, da passt so ein Trauerblick aber jetzt gar nicht dazu, was ist denn los? Hast du etwa Heimweh?“

„Urlaub? Das glaubst du doch jetzt selber nicht, oder. So wie ich das sehe, hast du jetzt den Bus und das ganze Programm am Hintern und für uns beide wird wohl nicht viel Zeit übrig bleiben. Unter diesen Voraussetzungen hätten wir zu Hause mehr Zeit für uns gehabt“, erwidert Daniel leise und schickt sich an, den Bus zu verlassen. Stefan zieht die Jacke über und folgt ihm und sie gehen hinter den anderen Mitfahrern her in den Empfangsraum.

Stefan geht zunächst mal an die Rezeption, stellt sich vor und verlangt dann, den Chef zu sprechen. Kurz darauf erscheint Herr Brendel, der Geschäftsführer und begrüßt alle.

Dann verliest er die Namen und verteilt die entsprechenden Zimmerschlüssel, eigentlich sehen die aus wie Scheckkarten, sodass jetzt alle wissen, wo sie im Einzelnen untergebracht sind.

Dann wird das Gepäck aus dem Bus ins Haus geholt und als alles versorgt ist, fährt Stefan den Bus an die Seite auf den Parkplatz und versperrt alles sorgfältig. Dann nimmt auch er sein Gepäck und begibt sich in das Zimmer 16, in das Daniel schon voraus gegangen ist.

Als er die Tür öffnet, sieht er Daniel auf dem Bett sitzen und es sieht aus, als hätte er geweint.

Er geht zu ihm und kniet sich vor ihn auf den Boden. Dann nimmt er ihn in den Arm und zieht seinen Kopf auf seine Schulter. Zärtlich drückt er ihn an sich und streichelt mit einer Hand über seinen Rücken.

„Schau mal mein Schatz, wir beide können jetzt nichts dafür, dass es so gekommen ist und Peter hat auch bestimmt nicht freiwillig einen Infarkt bekommen, um uns den Urlaub zu verderben. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird und bevor du jetzt total ins Leid fällst, lass mich erst mal machen. Wir werden schon eine Lösung finden. Ich verspreche dir, alles zu tun, damit diese Tage hier im positiven Sinne für dich, für uns, zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.“ Stefan küsst Daniel zärtlich und lange und als sie sich voneinander lösen, liegt schon wieder ein kleines Lächeln auf Daniels Gesicht.

„Da hast du dir eine richtige Heulsuse angelacht, Stefan Groß“, sagt er mit verschmitztem Blick, „aber ich werde daran arbeiten und ich wette mit dir, dass ich das schneller in den Griff kriege, als du das Rauchen aufhören kannst.“ Seine eben noch traurige Stimmung hat sich schnell gebessert und die Streicheleinheiten und verständnisvollen Worte haben ihn wieder aufgerichtet. Innerlich schilt er sich eine Heulsuse und denkt, dass, wenn überhaupt, Stefan traurig sein muss, weil er ja nun den ganzen Büttel am Hals hat.

Stefan erhebt sich, zieht Daniel hoch und sagt: „Hopp jetzt, Klamotten einräumen, duschen, umziehen, um 19:30 Uhr gibt’s einen kleinen Empfang und anschließend Abendessen. Das heißt, wir haben noch gerade mal eine Stunde Zeit und ich könnte mir vorstellen, dass die Duschaktion mit Gute-Laune-Faktor bestimmt eine halbe Stunde in Anspruch nimmt, oder hast du dir das anders gedacht.“ Ein freches Grinsen umspielt seine Lippen und er beginnt, seine Sachen im Eiltempo in den Schrank zu räumen.

„Kann es sein, dass ich mit einem Lüstling zusammen bin, der nichts anderes im Kopf hat als den Gedanken »Wie vernasche ich meinen Schatz???«“, kommt es von Daniel zurück, was diesen aber nicht daran hindert eben so schnell seine Sachen einzuräumen.

„Aus deinem Tempo schließe ich, dass dir der Gedanke gar nicht so zuwider sein kann“, uzt Stefan mit leichtem Grinsen und legt noch einen Zahn zu.

Fast zu gleicher Zeit fertig fallen nun die Hüllen und nur noch mit Shorts bekleidet und mit frischer Wäsche bewaffnet, stürmen die zwei übermütig ins Bad. Es ist ein tolles Bad, das über eine große Duschkabine und eine tolle Eckbadewanne verfügt, in denen jeweils mindestens zwei Leute Platz haben.

Mit einem gezielten Griff zieht Daniel Stefan die Shorts bis zum den Knien herunter und kneift leicht in seinen Po. „Ich habe dich schon mindestens 24 Stunden nicht mehr richtig nackig gesehen, das muss jetzt direkt abgestellt werden“, spricht er, schiebt Stefans und seine Shorts ganz nach unten und schiebt dann seinen Schatz in die Dusche hinein. Seine trübe Stimmung von vorhin ist ganz verflogen und er sieht jetzt nur noch seinen Schatz, den er verwöhnen will. Stefan dreht das Wasser auf und zieht Daniel zu sich unter die Wasserstrahlen, die angenehm warm und prickelnd auf sie hernieder prasseln. Er zieht ihn an sich und beginnt, seinen Körper zu streicheln, überall und zärtlich. Daniel tut es ebenso bei ihm und ihre Erregung steigert sich langsam, aber stetig immer höher.

Stefan stellt das Wasser ab und nun beginnen beide, sich gegenseitig mit Duschgel von oben bis unten einzuseifen, ohne auch nur einen Punkt der Haut des anderen auszulassen. Diese geile Prozedur bringt beide an den Rand eines Höhepunktes und als hätten sie sich abgesprochen, wäscht ein jeder jetzt den Schwanz des anderen bis sie fast gleichzeitig explodieren. Das Ganze hat nicht mal 10 Minuten gedauert und nun halten sie sich in den Armen. Stefan dreht das Wasser wieder auf und genüsslich spülen sie den duftenden Schaum von ihren Körpern. Schaum und Sperma verschwinden mit leisem Gurgeln im Abfluss der Dusche und lediglich die gesunde Gesichtsfarbe deutet darauf hin, was eben zwischen den Beiden abgelaufen ist. Sich gegenseitig umarmend genießen sie das warme Wasser, das an ihren Körpern herunter perlt. „Ich liebe dich ganz doll, mein Schatz“, flüstert Daniel und Stefan sagt, ihn noch fester an sich pressend: „Ich dich auch.“

Daniel dreht das Wasser ab. „Ich glaube, es wird langsam Zeit, Klamotten anzuziehen und nach unten zu gehen“, sagt er und beide verlassen die Duschkabine.

Nachdem sie sich wechsel- und gegenseitig abgerubbelt und trocken gemacht haben, schlüpfen sie in die Wäsche. Dann gehen sie zurück ins Zimmer, suchen sich entsprechende Kleider raus und ziehen sich an.

Nachdem auch die Haare gestylt sind, werden die Türkarte und der Geldbeutel eingesteckt, und dann geht es ab ins Erdgeschoss.

In der Eingangshalle haben sich schon etliche der Reisegesellschaft eingefunden und eine Bedienung geht mit einem Tablett mit gefüllten Sektgläsern durch die Reihen. Kurz darauf, pünktlich um 19:30 Uhr kommt der Chef des Hauses mit Frau, Sohn und Schwiegertochter und begrüßt die Reisegesellschaft. Herr Brendel erzählt ein wenig über Haus, Familie und Ort, weist auf die besonders schönen Punkte im Umland hin und auf die vielfältigen Wintersportmöglichkeiten, vom Rodeln angefangen bis zum Snowboarden ist hier alles möglich und Skipässe sind an der Rezeption für alle Gäste erhältlich. Er weist auch ausdrücklich darauf hin, dass man sich an die ausgewiesenen Pisten und Loipen halten soll, um Gefährdungen durch Lawinen für sich und andere auszuschließen. Zum Service des Hauses gehört auch die Bereitstellung von kleinen handyähnlichen Geräten, die das Auffinden von im Schnee verschütteten Personen möglich macht. Er bittet darum, diese Geräte bei allen Aktivitäten dabei zu haben, damit im Falle eines Falles ein Auffinden im Schnee schnellstmöglich erfolgen könne.

Nun übernimmt Frau Brendel das Wort, begrüßt ebenfalls alle Gäste und lädt sie in den Speiseraum ein. Dort ist alles fein gedeckt und ein kalt-warmes Büffet mit vielen Köstlichkeiten wartet darauf, verzehrt zu werden.

Das gemeinsame Essen zieht sich über 2 Stunden hin, die Stimmung ist trotz des langen Tages und trotz der Widrigkeiten während der Fahrt gut und locker und man ist froher Laune. Stefan ruft dann zwischendurch mal im Krankenhaus an und erkundigt sich nach Peter. Die Kunde, dass dieser nicht mehr in Lebensgefahr schwebt, ist der guten Stimmung sehr zuträglich und das bayerische Bier scheint allen gut zu schmecken.

Kurz nach 22:00 Uhr geht dann Stefans Handy und er begibt sich kurz in die Halle, weil es im Raum zu laut ist. Sein Vater ist am Telefon und hat gute Nachrichten: „Hallo, Junge, morgen früh fährt hier Frank Mälzer weg, er nimmt Peters Frau mit nach München und kommt dann in die Ramsau. Er kommt mit einem Leihwagen, den kann er in Berchtesgaden abgeben und dann übernimmt er den Bus und das Programm. Ihr zwei könnt euch dann ins Urlaubsvergnügen stürzen. Pass aber bitte auf, dass du dir kein Bein brichst, denn wir haben dich nach dem Urlaub wieder voll eingeplant.“

„Keine Sorge, Papa, ich pass schon auf. Ich hab keinen Bock, hier mit einem Gipsbein im Krankenhaus zu liegen. Das Haus hier ist echt gut, die Zimmer sind Klasse und das Essen hervorragend. Wenn jetzt noch das Wetter mitspielt, ist alles OK. Sag allen einen schönen Gruß. Bis morgen, Tschüss.“

Das klappt ja wunderbar, denkt er und er beschließt, Daniel das erst zu sagen, wenn sie heute Abend ins Bett gehen. Er geht zurück in den Speisesaal, wo er noch ein paar organisatorische Dinge mit Herrn Brendel bespricht. Daniel unterhält sich derweil angeregt mit seinem Tischnachbarn und dessen Freundin. Die beiden sind etwa gleich alt, kommen auch aus Saarlouis und sind schon das zweite Mal hier in dem Hotel. Daher kannten sie auch die Gegend und die schönsten Gelegenheiten, sich hier zu vergnügen.

Gegenüber sitzen zwei junge Männer, die ebenfalls angeregt am Gespräch teilnehmen. Sie schlagen vor, am nächsten Tag was zusammen zu unternehmen. Daniel sagt, dass müsse er erst mit seinem Freund Stefan besprechen, aber er könne sich schon vorstellen, dass der auch gerne etwas mit mehreren Leuten unternehmen wolle. Sie müssten sich dann nur Gedanken machen, was sie denn so anstellen wollen. Möglichkeiten gibt es ja hier genug.

Als Stefan dann zurück an den Tisch kommt, stellen sich die anderen vor.

„Ich heiße Christian Wertmüller und das ist meine Freundin Tanja Weißgerber“, sagt der junge Mann neben Daniel. „Ich bin Florian Jung und das ist mein Freund Ditmar Stein“, sagt der eine der beiden gegenüber, „wir studieren beide in Saarbrücken und Homburg im ersten Semester und wollen hier ein bisschen den Winter genießen.“

„Ich heiße Daniel Schneider, gehe noch aufs Gymnasium, und das ist Stefan Groß, mein Freund. Er ist Kraftfahrer und seinem Vater gehört ‘ne Spedition und das Reiseunternehmen, mit dem wir alle hier sind. Ihr habt ja unterwegs gemerkt, dass er den Bus übernehmen musste und uns hierher gefahren hat.“

Nachdem wir nun miteinander bekannt gemacht sind, entwickelt sich eine angenehme Unterhaltung und Christian und Tanja berichten von ihrem vorjährigen Aufenthalt. Sie schlagen vor, wenn kein Schnee fällt, auf die Piste zu gehen und wenn es schneien würde, dann könnte man das Salzbergwerk besuchen. Wenn man allerdings zum Watzmannhaus oder auf den Kehlstein fahren wolle, dann müsste das Wetter schon klar sein, sodass man auch einen weiten Ausblick auf das tolle Alpenpanorama hätte.

Gegen 22:30 Uhr beginnt die allgemeine Aufbruchsstimmung, ist es doch ein langer Tag gewesen und morgen will man ja auf die Piste, wenn das Wetter mitspielt. Auch Stefan und Daniel machen sich auf den Weg ins Zimmer und ihre Tischgenossen suchen ebenfalls ihre Zimmer auf. Auf dem Zimmer angekommen, ziehen sie schnell ihre Klamotten aus und schlüpfen nach einem kurzen Badbesuch mit Zahnpflege und so in das große Doppelbett.

Sie kuscheln sich aneinander und geben sich einen langen, zärtlichen Gutenachtkuss und schlafen bald ein.

Um 07:30 Uhr werden sie durch das anhaltende Klingeln des Telefons geweckt und als Stefan den Hörer abnimmt, ist die Rezeption am Telefon. „Guten Morgen, Herr Groß, sie wollten um 7:30 Uhr geweckt werden“, sagt eine freundliche Stimme, „guten Morgen.“ Und schon hat sie aufgelegt. Stefan streckt sich, räkelt sich im Bett, dreht sich zu Daniel um und drückt diesem seine Morgenlatte fest auf den Po. „Oh, was ist den das?“ grummelt der verschlafen und fühlt mit der Hand, was ihn da so am frühen morgen versucht, wach zu machen.

„Das ist aber ein komisches Ding“, fängt er an zu giggeln und beginnt, an dem Ding zu reiben und zu kneten. Er dreht sich um und fährt mit der Hand in das Innere der Shorts und widmet sich intensiv den Dingen, die er dort vorfindet. Stefan beginnt zu stöhnen und dreht sich auf den Rücken, er schlägt die Decke zurück und hebt seinen Hintern an. Geschickt zieht Daniel die Shorts nach unten und sieht nun die ganze steife Pracht. Langsam nähern sich seine Lippen dem steil aufragenden Glied und ein kristallklarer Tropfen Vorfreude drängt sich an der Spitze ins Freie. Mit der Zungenspitze macht er Jagd auf den Tropfen und nachdem er ihn eingefangen hat, verschwindet ein großer Teil der steifen Pracht tief in seinem Mund. Stefan stöhnt und windet sich wie ein Fisch auf dem Trockenen. „Mir kommt es gleich“, presst er hervor und dann hebt sich auch schon sein Becken und stöhnend sackt er auf dem Gipfel der Lust zurück auf die Matratze.

„Oh, war das schön, einfach geil“, sagt er, nachdem er wieder zu Atem gekommen ist. Nun wendet er sich seinem Schatz zu und beginnt gleichfalls, seinen hammerharten Schwanz zu reiben. Er zieht die Shorts aus und widmete sich nun sehr intensiv Daniels Freudenspender und umkreist mit der Zunge die Eichel. Daniel beginnt nun ebenfalls laut zu stöhnen, während Stefan seinen Schwanz mit dem Mund verwöhnt und dabei zärtlich seinen Sack krault. Es dauert nicht lange, da geht das Stöhnen in ein lustbetontes Wimmern über und Daniel ergießt sich zuckend in Stefans Mund.

Nachdem die Lust etwas abgeklungen ist, nehmen sie sich in den Arm, küssen sich lang und zärtlich und halten sich gegenseitig fest.

„So kann von mir aus jeder Tag beginnen“, flüstert Daniel Stefan ins Ohr, um dann zärtlich an demselben zu knabbern. Der schnurrt wie eine Katze und sagt leise: „An mir soll es nicht liegen, dafür stell ich den Wecker gerne eine halbe Stunde früher, aber jetzt wird es Zeit, aufzustehen. Das Frühstück wartet und ich muss ja heute Morgen auch noch den Bus fertig machen, damit wir nachher auf die Piste fahren können.“

„Oh je“, sagt Daniel, „ich hatte ja schon wieder vergessen, dass ich einen Busfahrer mit in den Urlaub genommen habe, der wenig Zeit für mich hat.“

„Mein lieber kleiner und schon wieder leicht angepisster Schatz, dein Gejammer vom armen, vernachlässigten Geliebten ist nicht mehr zeitgemäß, ist doch bereits seit drei Stunden der Ersatz unterwegs und der wird wohl bis Mittag hier eingetroffen sein. Zieh also deine fast auf den Boden herunterhängende Unterlippe wieder hoch und widme dich mit Freuden deinem großen Schatz, der keinen alten Miesepriem an seiner Seite haben möchte“, entgegnet Stefan mit einem süffisanten Grinsen auf den Lippen und beginnt überfallartig mit einer großen Kitzelattacke seinen Daniel zum Quieken zu bringen.

„Aufhören, aufhören, ich will auch nicht mehr meckern“, keucht dieser und windet sich unter Stefan wie ein Aal, jedoch ohne Erfolg. Erst als er immer lauter anfängt, zu schreien, lässt Stefan endlich von ihm ab und läuft immer noch lachend ins Bad, nicht ohne vorher lange Winterunterwäsche aus dem Schrank mitgenommen zu haben.

Daniel, nach der Aktion noch völlig außer Atem, bleibt noch einen Moment auf dem Bett liegen. Er denkt voller Liebe über ihre Beziehung nach und ein großes Glücksgefühl durchströmte ihn. „Du hast überhaupt keinen Grund zu meckern oder traurig zu sein“, denkt er, „du hast den besten Schatz der Welt erwischt und wirst geliebt. Was willst du noch mehr? Was kann es schöneres auf dieser Welt geben?“ Er seufzt tief und dann freut er sich auf den Tag und die Stunden, die er mit seinem Schatz verbringen darf. Er springt auf, holt seine Wäsche aus dem Schrank und geht ebenfalls ins Bad mit der Überzeugung, den liebsten und besten Schatz auf dieser Welt zu haben.

Gut 30 Minuten später sitzen sie am Frühstückstisch, es gibt ein reichhaltiges Büffet und ihre Tischgenossen von gestern Abend leisten ihnen ebenfalls gut gelaunt Gesellschaft. Das Wetter ist schön, zwar kalt, aber mit einer herrlichen Wintersonne.

Stefan gibt dann bekannt, dass sie mit dem Bus zu dem ca. 25 Minuten entfernten Skigebiet am Rossfeld fahren. Dort sind verschiedene Pisten und Lifte, so das für jeden was dabei sein müsste. Die Anfahrt erfolgt über die Rossfeldringstraße, die im Sommer auch als Strecke für Bergrennen genutzt wird. Der Bus würde dann oben am Eingang zum Skigebiet parken und gegen 16:30 wollte man dann wieder ins Hotel fahren.

Er weißt dann noch darauf hin, dass ein neuer Fahrer unterwegs sei und wohl am Nachmittag eintreffen würde. Dann würde für ihn und Daniel auch der Urlaub beginnen. Er schließt seine kurze Ansprache mit den Worten: „Also Leute, Abfahrt des Busses um 9:15 Uhr. Wer nicht mit möchte, kann den Wellnessbereich nutzen oder Wandern, Wanderkarten liegen auf den Zimmern und an der Rezeption gibt es weitere Unterlagen über die Möglichkeiten, den Tag sinnvoll zu verbringen. Ich wünsche allen einen schönen Tag.“

Sie gehen zusammen nach oben, um die Skianzüge zu holen und die Dinge, die sie sonst noch brauchen. Dann gehen sie zum Bus und Stefan macht diesen startklar. Die Leute, die mitfahren wollen, trudeln ein und besetzen den Bus. Daniel zählt die Leute, damit sie bei der Heimfahrt wissen, dass alle wieder da sind.

Unsere Tischgefährten sitzen vorne direkt bei Stefan und Daniel und so starteten sie in einen wunderschönen Tag. An der Ramsauer Ache entlang, an Ilsank vorbei kommen wir nach Berchtesgaden und fahren dann hoch auf die Rossfeldringstraße bis hinauf ans Skigebiet. Dort auf dem Busparkplatz stehen schon einige Busse und die Lifte sind in Betrieb.

Von hier oben aus kann man abfahren auf verschieden schwierigen Strecken und dann mit dem Lift wieder hinauf fahren. Eine Abfahrt geht bis hinab nach Oberau und von dort kann man mit einem Linienbus wieder hoch zum Rossfeld fahren. Auch eine bewirtschaftete Skihütte gibt es hier oben, sodass man nicht hungern und dürsten muss. Stefan und Daniel wollen zunächst mal auf der Anfängerpiste ein wenig üben, da sie beide schon lange nicht mehr auf den Brettern gestanden haben.

Die anderen, Florian und Ditmar wollen mit dem Snowboard bis runter nach Oberau fahren und mit dem Bus wieder hoch kommen, während Tanja und Christian hier auf der Piste für Fortgeschrittene fahren wollen. Man verabredet sich für 12:30 Uhr an der Skihütte und auf geht es. Auch die anderen Mitfahrer widmen sich jetzt ganz den gewählten Wintersportaktionen und Wetter und Pisten sind hervorragend.

Nachdem unsere beiden etwa eine Stunde auf der Anfängerpiste geübt haben, fahren sie auch in den Fortgeschrittenenbereich, wo sie dann mit Tanja und Christian mehrere Male abfahren, um sich dann vom Lift wieder hochziehen zu lassen. Die Zeit vergeht wie im Fluge und bald ist es Zeit, die Skihütte aufzusuchen, um sich dort mit Florian und Ditmar zum Essen zu treffen.

Sie nehmen draußen auf der Sonnenterasse Platz, da es in der Sonne nicht zu kalt ist und sie ja alle winterfest angezogen sind. Von hier aus bietet sich ein fantastischer Ausblick. Der Watzmann, der Hohe Göll und der Untersberg und auf österreichischer Seite der Dachstein und das Tennengebirge bieten eine Alpenkulisse, die ihresgleichen sucht. 1000 Meter tiefer liegt das Tal der Salzach und auch die Mozartstadt Salzburg kann man von hier aus sehen.

„Einfach wunderbar, dieses Bild. Ich habe selten eine schönere Landschaft gesehen als diese hier“, kommt Tanja ins Schwärmen und die anderen sind ebenfalls beeindruckt von der Schönheit dieser Gegend hier.

Eine Bedienung bringt die Speisenkarte und fragt nach Getränkewünschen. Nach der Bestellung dauert es auch nicht allzu lange, bis Getränke und Brotzeit kommen und so stärken sich die Sechs mit bayerischen „Schmankerln“ und einem bayerischen Bier.

Nachdem alle satt und zufrieden sind, beschließen sie, zunächst noch eine halbe Stunde sitzen zu bleiben, noch einen Kaffee zu trinken und etwas auszuruhen. Anschließend wollen sie dann zusammen die Fortgeschrittenenpiste noch etwas unsicher machen.

Der Nachmittag vergeht wie im Flug und kurz nach 16:00 Uhr gehen Stefan und Daniel schon mal zum Bus, um diesen startklar zu machen und den Mitreisenden Gelegenheit zu geben, ihre Ausrüstung wieder im Bus zu verstauen.

Als die Beiden ihre Sachen verstaut haben, öffnet Stefan den Bus vorne und sie gehen hinein. „Ich habe seit heute Morgen keinen Kuss mehr bekommen von meinem Schatz“, sagt Daniel und zieht zum Spaß einen Schmollmund. „Das haben wir gleich“, sagt Stefan, nimmt ihn in den Arm und küsst ihn, zuerst zärtlich und dann fester während Daniel seinen Rücken streichelt. „Komm, wir ziehen mal die Anzüge aus, da spürt man ja nichts, so dick sind die“, sagt Stefan und sie beginnen, sich aus den Schneeanzügen zu pellen. Als sie sich der Anzüge und der Skistiefel entledigt haben, nehmen sie sich erneut in den Arm, um sich zu küssen.

Ein Räuspern an der offenen Tür lässt sie jedoch auseinander fahren und beide werden etwas rot im Gesicht. „Ich will ja nicht stören, aber ich glaube nicht, dass alle Mitfahrer genügend Verständnis haben, zu tolerieren, dass ihr mehr als nur Freunde seid“, kam es von Florian, „Ditmar und ich jedenfalls verkneifen unseren Drang, uns zu küssen immer, bis wir allein sind. Das solltet ihr auch besser tun, vor allem hier in Bayern wird das nur selten toleriert.“

Er steigt von Ditmar gefolgt in den Bus, knufft die Beiden und grinst. „Ich habe das gestern schon vermutet, dass ihr zusammen seid und habe mit Ditmar gewettet“, sagt er weiter. „Der Ditmar und ich, wir sind jetzt ein Jahr zusammen und haben am Anfang auch einigen Stress gehabt, weil wir uns nicht zurück gehalten haben. Deshalb sind wir heute vorsichtiger, vor allem in so ländlich katholischen Gegenden wie hier“, fügt er hinzu.

„Wir hatten auch schon mal bösen Stress“, sagt Daniel, „aber daran haben wir eben nicht gedacht. Wir müssen uns auch mehr zurück halten, aber ich habe eben dringend einen Kuss gebraucht. Gott sei Dank, dass nicht andere gekommen sind, dann wären wir jetzt wohl bei der ganzen Gesellschaft out.“

„Wir können uns ja heute Abend mal gegenseitig erzählen, welchen Stress wir schon hatten“, meint Dittmar, „aber es gibt auch das ein oder andere lustige Erlebnis zu erzählen. Ich weiß aber nicht, ob wir diese Geschichten mit Tanja und Christian teilen sollen, aber da können wir ja später noch mal drüber nachdenken.“

Nach und nach kommen nun die anderen Mitfahrer und Stefan lädt draußen die Sportgeräte wieder in den Bus, während die Leute sich ihre Plätze suchen und für die Rückfahrt fertig machen. Daniel zählt unterdessen die Leute und stellt fest, dass noch einige fehlen. Aber nach weiteren 10 Minuten sind dann alle beisammen und Stefan lässt, nach dem alles verstaut ist, den Bus an. Zufrieden und auch ein wenig ausgepowert treten sie dann den Rückweg in die Ramsau an. Die Uhr zeigt 17:30 und ab 18:30 gibt es im Hotel Abendessen. Nach diesem Tag an frischer Bergluft und mit viel Sport freuen sich alle auf eine gute Mahlzeit und ein schönes Bier oder auch ein gutes Glas Wein.

25 Minuten später fährt der Bus auf den Hotelparkplatz und sofort strömen alle heraus und ab ins Hotel. Stefan stellt den Bus ab und verschließt alles sorgfältig. „Ich hoffe, dass der Frank Mälzer schon eingetroffen ist, dann kann ich dem später die Schlüssel, das Programm und das Geld übergeben und dann ist endlich richtiger Urlaub“, sagt er zu Daniel. „Das hoffe ich auch“, kann der sich nicht verkneifen.

Beide sind mittlerweile auf ihrem Zimmer angekommen und entledigen sich sofort aller Kleider und suchen zusammen die Dusche auf.

Da die Zeit schon ziemlich fortgeschritten ist, entfallen die diversen Duschrituale und es gibt nur ein schnelles Reinigungsprogramm ohne Massageeinlagen. Nach 10 Minuten sind beide bereits dabei, frische Wäsche und Kleider anzuziehen und sich fürs Abendessen fertig zu machen.

Frisch gestylt und ein bisschen geschafft vom Tagesprogramm machen sich beide auf den Weg in den Speiseraum, wo bereits ein großer Teil der Reisegesellschaft Platz genommen hat.

„Ob die alle geduscht haben?“ fragt Daniel und grinst, „wir waren doch echt schnell, und doch sitzen schon fast alle hier und mampfen.“

Die Speisen sind in Büffetform aufgebaut und jeder mit einem Teller bewaffnet machen sich die Zwei über das Büffet her. Wieder mal bleiben keine Wünsche offen und das von der Bedienung gebrachte Weißbier rundet das Ganze richtig ab. Die anderen Vier sind mittlerweile auch eingetroffen und haben ebenfalls eine gute Portion auf ihre Teller gepackt. Der Appetit nach diesem anstrengenden Tag an der frischen Luft ist groß und so wundert es keinen, dass die meisten zweimal ans Büffet gehen. Nur Tanja hat mit einer Portion genug.

Nach dem Essen will Stefan erst mal schauen, ob der Ersatzmann eingetroffen ist. Zu diesem Zweck geht er an die Rezeption und fragt nach, ob Frank Mälzer da ist. „Zimmer 26“, sagt die Dame, „er müsste noch auf dem Zimmer sein, er wollte sich ein wenig ausruhen von der langen Anreise.“ Stefan bedankt sich und sucht das Zimmer 26 auf.

Währenddessen sind die anderen fünf aus dem Speiseraum in die Gaststube des Hotels gewechselt, und haben an einem gemütlichen Ecktisch Platz genommen. Nachdem die bestellten Getränke gekommen sind, entwickelt sich eine angeregte Unterhaltung, die sich zunächst auf die Erlebnisse des heutigen Tages beschränken. Ditmar schwärmt von der Abfahrt bis hinunter nach Oberau und auch Tanja und Christian sind von dem Skigebiet am Rossfeld sehr angetan.

Unterdessen hat Stefan das Zimmer 26 gefunden, hat angeklopft und als drinnen herein gerufen wird, die Türe geöffnet. Auf dem Bett sitzt, zur Türe blickend, Frank Mälzer, ein mit 28 Jahren noch relativ junger Busfahrer, der sich nun erhebt und auf Stefan zugeht. „Hallo, Stefan, schön dich zu sehen“, sagt er und gibt Stefan die Hand.

„Das Vergnügen ist ganz auf meiner Seite“, sagt Stefan, „hatte ich doch schon befürchtet, nach Peters Ausfall hier den Entertainer spielen zu müssen, anstatt mit meinem Freund den Urlaub zu genießen. Schön, dass du da bist. Komm, zieh Schuhe an, wir gehen in die Gaststube. Dort sitzen auch mein Freund und noch vier andere Gäste. Wir trinken einen und ich gebe dir die Schlüssel, das Geld und die Unterlagen. Wir können dann noch alles durch sprechen, auch das Programm für morgen.“ „Ich komme sofort, geh schon rüber, ich zieh mir noch schnell was anderes an“, sagt Frank und Stefan macht sich auf den Weg zur Gaststube.

Dort ist die Stimmung gut und es wird viel gelacht am Tisch, an dem Daniel mit den anderen sitzt. Stefan setzt sich dazu, nicht ohne jedoch an der Theke noch schnell ein Weißbier zu bestellen. „Da bist du ja endlich wieder“, sagt Daniel lachend, während Stefan auf dem Stuhl neben im Platz nimmt. „Frank kommt gleich rüber und dann regeln wir schnell alles, was den Rest der Reise betrifft und dann haben wir nur noch Zeit für uns beide.“ Dieser Satz ist Tanja nicht entgangen und sie sieht die beiden mit schief gestelltem Kopf und einem leichten Grinsen an.

„Was gibt’s denn so schelmisch zu grinsen“, will Daniel wissen und schaut Tanja erwartungsvoll an. Auch die anderen hören plötzlich alle aufmerksam zu. „Wenn ich alle Zeichen und Worte richtig deute, habe ich euer kleines Geheimnis durchschaut und auch bei Ditmar und Florian bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich genau so verhält, wie ich das vermute“, sagt sie und lächelt wissend in die Runde, was dazu führt, dass bei vier der anwesenden fünf Herren das Gesicht einen deutlich dunkleren Ton annimmt als vorher.

„Und das wäre?“ kommt es jetzt leise von Stefan, der fühlt, dass Tanja weiß, was mit ihnen los ist. Tanja beugt sich vor und wie an der Schnur gezogen, gehen die Köpfe der anderen ebenfalls zur Tischmitte und leise sagt Tanja: „Ich glaube fest, dass Ihr vier eigentlich zwei Paare seid, die aber zur Bevölkerungsexplosion auf diesem Planeten keinen aktiven Beitrag leisten werden. Sollte ich verkehrt liegen, so gebe ich gerne eine Flasche Champagner aus. Wenn ich richtig liege mit meiner Erkenntnis, wäre ich schon mit einer Runde Weißbier eurerseits zufrieden, damit wir wenigstens auf das junge Glück anstoßen können.“ Bei diesen Worten war ihr Grinsen immer breiter geworden und nun blickte sie erwartungsvoll in die Runde.

„Nachdem nun offensichtlich alle hier am Tisch Bescheid wissen, bitte ich euch, das für euch zu behalten, da wir nicht unbedingt auf Stress aus sind. Auf unser Glück mit euch anzustoßen ist uns eine Ehre und Freude zugleich, und ich hoffe, dass sich hier eine Freundschaft entwickelt, die auch über diesen Urlaub hinaus Bestand hat, da wir ja wohl alle nicht allzu weit auseinander wohnen“, sagt Stefan mit leiser, aber fester Stimme und drückt dabei unter dem Tisch Daniels Hand zärtlich. Langsam kehrt die normale Gesichtsfarbe zurück und die Unterhaltung wird in normaler Lautstärke fortgesetzt. Stefan bestellt für alle eine Runde Weißbier und gleich noch eins für den eben durch die Tür kommenden Frank mit.

„Hallo, da bin ich“, sagte Frank und stellt sich bei den anderen am Tisch vor. Vom Nachbartisch holt er einen Stuhl und setzt sich in die Runde neben Stefan. Nun bringt die Bedienung sieben Halbe Weißbier und alle stoßen miteinander an und prosten sich zu.

Danach schiebt Stefan Frank die Mappe mit den Unterlagen, dem Geld und dem Busschlüsseln hin und sagt: „Da, schau mal rein, du kennst dich ja aus mit den Sachen. Die Tankbelege sind in der Mappe. Der Tourenplaner ist auch dabei. Morgen steht bei gutem Wetter noch einmal das Rossfeld auf dem Programm. Sollte es aber schneien und wir können nicht auf die Piste, dann steht das Salzbergwerk auf dem Programm. Dort sind wir angemeldet für den Fall, dass es schneit. Übermorgen steht dann für alle, die wollen, Salzburg auf dem Programm.“

Er gibt Frank alles in die Hand und den Busschlüssel dazu und damit ist er die Verantwortung zunächst einmal los.

Als sie das Bier fast zu Ende getrunken haben, bestellt Florian auch eine Runde Weißbier.

„Jetzt trinken wir auch noch auf unser Glück, nachdem wir schon auf das der beiden angestoßen haben. Wir sind jetzt zwar schon fast ein Jahr zusammen, aber Glück kann ja nun mal jeder gebrauchen, wir auch“, sagt er mit einem schelmischen Grinsen. Frank guckt jetzt etwas erstaunt, aber als er auch Stefans Grinsen sieht, fällt wohl auch bei ihm der Groschen. „Na, das hab ich ja noch gar nicht gewusst, dass du jetzt einen Freund hast“, sagt er zu Stefan gewandt, „offensichtlich habe ich da was verpasst, oder?“ „Nein, das kannst du noch nicht wissen, wir sind ja erst seit dem 22.12. zusammen, sodass du das gar nicht mitkriegen konntest“, sagt Stefan. „Was, erst ein paar Tage und dann fahrt ihr schon gemeinsam in Urlaub? Wie und wo habt ihr euch denn kennengelernt?“, will Tanja wissen. „Sollen wir es erzählen?“, fragt Stefan seinen Schatz. „Ja, von mir aus können wir es erzählen, aber so, dass nicht die ganze Gesellschaft mit hören kann“, antwortet Daniel und so beginnen sie abwechselnd die Geschichte ihrer gemeinsamen Erlebnisse zu erzählen. Gebannt hören die anderen zu und Tanja kann sich nicht verkneifen, ab und zu ein „oh, wie süß“, oder „wie romantisch“ dazwischen zu seufzen. An der Stelle, an der die Messerattacke erfolgt, rutschte ihr sogar ein entsetztes „oh Gott“, über die Lippen und vor Aufregung klammert sie sich an ihrem Christian fest.

Als die beiden ihre Erzählung beendet haben, sprechen sie alle noch ein wenig über Toleranz und auch darüber, dass immer noch viele Menschen ein gestörtes Verhältnis zu der Liebe zwischen zwei Männern oder zwei Frauen haben, wobei halt bei letzteren die Ablehnung weniger deutlich wird, als das oft bei Männern der Fall ist.

Daniel will nun wissen, wie Ditmar und Florian zusammen gekommen sind. „Das vertagen wir besser auf morgen“, sagt Ditmar, „es ist schon halb elf und morgen wollen wir ja wieder fit sein. Ich für meinen Teil würde jetzt schon lieber ins Bett gehen. Was ist mit dir, Florian, kommst du mit oder willst du noch bleiben?“ „Nee, ich bin auch reif fürs Bett“, meint der und trinkt den Rest des Bieres aus, „morgen ist auch noch ein Tag.“

„Wir gehen auch aufs Zimmer, Schatz, oder?“ fragt Tanja ihren Christian und der nickt: „Ja, ich bin auch geschafft und froh, wenn ich gleich die Beine hoch legen kann.“

Frank erhebt sich als erster und wünscht eine gute Nacht, die anderen folgen seinem Bespiel und alle machen sich auf den Weg in ihre Zimmer. Die meisten der anderen Reisegäste sind wohl schon gegangen, nur die drei, die schon im Bus durch ihre Trinkerei aufgefallen sind, sitzen noch an einem Tisch in der Ecke und stemmen die Maßkrüge. Offensichtlich schon stark angeheitert, unterhalten sie sich lautstark und haben wohl noch nicht vor, sich auf ihre Zimmer zu begeben.

Als Daniel und Stefan in ihrem Zimmer ankommen, gibt es erst mal einen langen Kuss. „Das wurde höchste Zeit“, grinst Daniel anschließend, „ich hatte schon Entzugserscheinungen.“ Sie gehen noch ins Bad und dann aber gleich ins Bett. Sie kuscheln sich aneinander und kurz darauf sind beide eingeschlafen.

Eine Stunde später wird Stefan durch Lärm auf dem Flur geweckt. Offensichtlich sind die drei Zecher auf dem Weg in ihre Zimmer und sie machen dabei jede Menge Krach. Stefan nimmt sich vor, die drei morgen mal darauf anzusprechen. Bestimmt sind auch andere Gäste von diesem Lärm wach geworden und werden sich wohl morgen auch beschweren. Es dauert eine Weile, bis er endlich wieder eingeschlafen ist.

Wiederum eine gute Stunde später werden sie durch lang anhaltende, hohe Pfeiftöne geweckt. Stefan läuft zur Tür, um zu schauen, woher der Pfeifton stammt und was das zu bedeuten hat.

Als er die Türe öffnet, zieht leichter Rauch durch den Flur und alles deutet darauf hin, dass es in einem Teil des Hotels brennt. Er schließt die Tür wieder und ruft Daniel zu: „Schnell, zieh dich warm an und such deine Papiere und alles Wichtige zusammen, wir müssen erst mal hier raus. Es brennt irgendwo und am besten schauen wir mal, ob wir die Treppe erreichen können oder ob wir besser durch das Fenster flüchten können.“ Beide ziehen sich in Windeseile an und suchen alle wichtigen Dinge zusammen. Daniel hat seinen Rucksack geschnappt und stopft alles hinein, die Papiere, das Geld, die Schlüssel von zuhause und Stefan reicht ihm den Laptop, dann noch ein bisschen Unterwäsche, fertig ist der Rucksack.

Stefan öffnet erneut die Zimmertür und schaut in den Flur. Der Rauch ist nicht stärker geworden und der Weg zur Treppe ist frei. Draußen hört man ein Martinshorn, das wird die Feuerwehr sein. „Los“, ruft er Daniel zu, „wir gehen über die Treppe nach unten. Mach die Tür hinter dir fest zu, vielleicht bleibt das Zimmer dann vom Rauch verschont.“ Daniel zieht die Türe zu und schließt sogar noch ab, dann folgt er Stefan, der vorne am Treppenabsatz auf ihn wartet.

Unten hört man gerade die Kommandos der Feuerwehr und als sie unten ankommen, kommt ihnen bereits ein Trupp Feuerwehrmänner entgegen, die mit mehreren großen Feuerlöschern und anderen Geräten ausgerüstet, den Weg nach oben nehmen. An weiteren Feuerwehrleuten vorbei gehen sie schnellen Schrittes durch die Eingangshalle nach draußen.

Die zuckenden Blaulichter und die Außenbeleuchtung tauchen den Schnee in ein blauweißes Licht und geben der Szene etwas Gespenstisches. Jetzt kommt bereits das dritte Löschfahrzeug und als sie etwas weiter vom Haus weg und nach links gehen, können sie hinter zwei Fenstern des 2. Stockwerkes Feuerschein erkennen. Nun kommen auch weitere Reisegäste, zum Teil nur mit Schlafzeug und Bademantel bekleidet aus dem Haus ins Freie gelaufen.

Ein Krankenwagen trifft ein, ebenso Polizei und der Notarzt. Dort, wo das Feuer hinter den Fenstern leuchtet, bringen die Feuerwehrleute eine Leiter in Stellung und versuchen, den Brand von außen zu bekämpfen.

Es herrscht ein geregeltes Chaos, denn trotz der Hektik und des augenscheinlichen Durcheinanders nimmt jeder der Helfer seine ihm übertragenen Aufgaben wahr und die Arbeit der Rettungskräfte zeigt schnell Wirkung. Jetzt werden auch die ersten Verletzten, meist mit leichteren Rauchvergiftungen heraus gebracht.

In der Zwischenzeit hat die Hotelleitung in einem Nebengebäude Platz für die Gäste geschaffen, sodass diese nicht mehr in der Kälte ausharren müssen. Hierher werden auch die gebracht, die nur eine leichte Beeinträchtigung durch den Rauch davon getragen haben. Dazu gehören auch die Freunde von Stefan und Daniel, sowie Frank, der wohl mit dem Schrecken davon gekommen ist. Tanja und Christian sind unversehrt, Ditmar und Florian haben doch ein bisschen mehr an Rauch einatmen müssen und sind ein wenig angeschlagen. Immer mehr Leute kommen in den Raum, einige werden aber auch gleich mit Krankenwagen ins Krankenhaus nach Berchtesgaden gebracht. Stefan und Daniel, die sich ja noch schnell warm angezogen hatten, nach dem sie das Feuer bemerkt haben, sind die ganze Zeit draußen und beobachten die Aktionen der Rettungskräfte.

Mittlerweile sind die Flammen erloschen, man sieht jedenfalls keinen Feuerschein mehr.

Die Feuerwehrleute, die von außen gelöscht haben, bringen ihre Ausrüstung zu den Fahrzeugen zurück, die Pumpe ist verstummt.

Plötzlich krallt Daniel sich fest an Stefans Arm und schaut entsetzt zur Zufahrt. Als Stefan ebenfalls dorthin schaut, sieht er einen Leichenwagen den Weg zum Hotel hinauffahren. Entsetzt schauen sich die beiden an, denn ihnen wird schlagartig klar, dass der Brand nicht nur Sachen, sondern offensichtlich auch Leben zerstört hat.

„Wenn ich richtig mitgezählt habe, dann sind sieben Leute ins Krankenhaus gefahren worden“, sagt Stefan, „komm wir gehen mal rüber zum Nebengebäude und schauen, wer alles dort drüben ist.“ Er zieht Daniel am Arm mit sich. Der ist offensichtlich geschockt, auf Grund der Tatsache, dass der Brand Menschenleben gekostet hat.

Die Männer beim Leichenwagen warten immer noch darauf, dass die Polizei sie ins Gebäude ruft, um die Opfer zu bergen. Als Daniel sich noch mal umschaut, sieht er mit Entsetzen noch einen weiteren Leichenwagen die Zufahrt herauf kommen. Auch Stefan steht der Schreck deutlich ins Gesicht geschrieben und bedrückt wenden sie sich dem Eingang des Nebengebäudes zu.

Drinnen angekommen, suchen ihre Augen die Freunde und sie schauen sich um, wer alles hier im Raum ist und den Brand einigermaßen heil überstanden hat. Frank kommt zu ihnen, die Mappe mit Unterlagen und Geld unter dem Arm und fragt die beiden, ob sie OK sind.

„Ja, wir sind beide in Ordnung, aber draußen stehen mittlerweile zwei Leichenwagen und es hat bestimmt Tote gegeben. Da wir mit unserer Reisegruppe allein hier sind, können es nur Leute von uns sein, die ums Leben gekommen sind. Wir müssen mit der Polizei sprechen und dann bei meinen Eltern anrufen und dort berichten, was passiert ist, und vor allem, wer die Opfer sind. Das hier kommt bestimmt heute früh in den Nachrichten und dann steht bei uns zu Hause das Telefon nicht mehr still.“

„Da hast du sicher Recht“, sagt Frank, „wir müssen auch rauskriegen, ob wir weiter alle hier wohnen können oder ob einige Zimmer nicht mehr zu brauchen sind. Die Skitour zum Rossfeld können wir vergessen und ich wäre froh, wenn ihr beiden mir bei der Bewältigung der Probleme hier ein wenig helfen könntet.“

Daniel, der seinen Schock jetzt offensichtlich überwunden hat, meint: „Wir werden dich schon unterstützen und versuchen, die Dinge mit dir zusammen zu regeln.“

Stefan nimmt Daniel in den Arm und drückt ihn fest an sich. „Ich hoffe, dass unsere Beziehung nicht so turbulent weitergeht, wie sie angefangen hat“, flüstert er Daniel ins Ohr und streicht ihm dabei sanft über den Rücken.

Nun kommt der Geschäftsführer mit einem Polizeibeamten im Schlepp und seine Augen suchen Stefan, von dem er ja weiß, dass er auch mit für die Reisegesellschaft zuständig ist.

„Herr Groß, das ist Polizeioberkommissar Huber, er leitet die Aufklärung und er hat ein paar Fragen zu der Reisegesellschaft.“ „Grüß Gott“, grüßt der Beamte landestypisch und reicht Stefan die Hand, „wir haben in dem Zimmer, in dem das Feuer ausgebrochen ist, drei Leichen gefunden. Nach derzeitigen Erkenntnissen ist das Feuer in einem der Betten ausgebrochen, wahrscheinlich durch eine Zigarette. Bei den Toten handelt es sich um drei Männer im mittleren Alter.“

„Ungefähr eine gute Stunde vorher sind die drei Männer stak angetrunken lärmend über den Flur zu ihrem Zimmer gegangen. Ich bin von dem Lärm wach geworden. Es waren wohl die gleichen, die schon auf der Herfahrt und gestern Abend durch hohen Alkoholgenuss aufgefallen sind“, sagt Stefan zu dem Beamten und der Geschäftsführer bestätigt, dass diese drei in dem Zimmer untergebracht waren, in dem das Feuer ausgebrochen ist. An Hand der Liste und dem Zimmerbelegungsplan sind die drei dann schnell eindeutig identifiziert und der Beamte begibt sich wieder zurück an die Brandstelle. Dort sind die Ermittlungen dahingehend abgeschlossen, dass wohl als Brandursache eindeutig eine im Bett gerauchte Zigarette in Frage kommt, die der Verursacher auf Grund seiner starken Trunkenheit wohl nicht mehr ausgedrückt hat, sondern einfach mit der brennenden Zigarette eingeschlafen ist. Eine genaue Promillezahl wird wohl die Obduktion ergeben. Nachdem die Untersuchung soweit abgeschlossen ist, erlaubt die Polizei, dass die anderen Zimmer auf ihre Bewohnbarkeit geprüft und dann auch wieder bezogen werden können

In den Zimmern in unmittelbarer Nähe des Brandherdes riecht es natürlich nach Rauch und auch im Stockwerk darüber riecht man in den Fluren den Rauch. Die Leute, die zum Hotel gehören, wuseln durch die Gänge, lüften und prüfen die Zimmer. Gott sei Dank, die meisten sind in Ordnung und können später wieder bezogen werden.

Stefans und Daniels Zimmer ist ebenfalls in Ordnung und die beiden wollen ihre Sachen später wieder dorthin bringen wenn alle Dinge geregelt sind. Auch bei den Freunden der beiden sind die Zimmer nach dem Lüften wieder in einem normal bewohnbaren Zustand.

Stefan will nun aber erst mal seine Eltern informieren und auch die Namen der Toten und auch der Verletzten durchgeben. Er sucht deshalb draußen einen der Rettungssanitäter, in der Hoffnung, von diesem zu erfahren, wer die Verletzten waren. Dort wird er aber an die Polizei verwiesen und nach kurzem Suchen findet er den Beamten wieder, der schon vorher mit ihnen gesprochen hatte.

„Was kann ich denn für Sie tun“, fragt der Beamte, „kommen Sie, wir gehen in die Gaststube, da haben wir Ruhe und können uns unterhalten.“ Stefan folgt dem Beamten in die Gaststube und sie setzen sich an einen Tisch. „Nun, ich müsste dringend meine Eltern informieren, denen das Reiseunternehmen gehört. Wenn die ersten Meldungen über das Unglück in den Nachrichten kommt, werden die Angehörigen unserer Reisegäste bei uns zu Hause anrufen und wissen wollen, wer verletzt oder tot, beziehungsweise wer unversehrt ist. Wenn die dann keine Auskunft geben können, dann ist das mehr als schlecht“, erklärt er dem Beamten sein Anliegen.

Der nickt verständnisvoll und sagt: „Das verstehe ich, und ich werde versuchen, ihnen eine umfassende Auskunft zu geben. Die drei Toten, das wissen Sie ja schon an Hand der Liste, wer die sind. Das ist zweifelsfrei und deshalb auch so weiter zu geben.

Verletzt im Krankenhaus sind definitiv sieben Personen, vier junge Frauen und drei junge Männer, deren Namen wir an Hand der Zimmerbelegungsliste und nach Rücksprache mit dem Krankenhaus ebenfalls ermittelt haben. Hier ist ein Zettel, auf dem alle Namen aufgeführt sind. Laut Auskunft des leitenden Arztes schwebt keiner in Lebensgefahr. Alle haben eine Rauchvergiftung und können wahrscheinlich schon morgen, spätestens aber übermorgen das Krankenhaus wieder verlassen.“

„Das ist ja bei allem Unglück eine gute Nachricht“, sagt Stefan und nimmt das Blatt mit den Namen der Verletzten dankend an sich. „Jetzt kann ich ja meinen Eltern anrufen und die Daten weiterleiten“, erklärt er und nimmt sein Handy raus. „Sie können gerne unser Büro und das Faxgerät benutzen, um Ihre Eltern zu informieren“, sagt jetzt hinter ihm der eben dazu gekommene Geschäftsführer, „kommen Sie, ich bring Sie hin.“

Stefan geht mit dem Hotelinhaber in dessen Büro. Dort überträgt er die Namen der Toten auf das Blatt, auf dem bereits die Verletzten aufgeschrieben sind. Dann wählt er die Nummer seiner Eltern. Nachdem es einige Male geklingelt hat, meldet sich seine Mutter mit verschlafener Stimme. „Wer stört so spät in der Nacht“, fragt sie nicht besonders freundlich.

„Mama, ich bin es, Stefan. Wir haben hier ein Problem und ich denke, dass das auch in kürzester Zeit bei Euch bemerkbar sein wird und dass wohl mehr, als euch lieb ist. Es hat einen Brand gegeben hier im Hotel, verursacht durch eine von einem Betrunkenen im Bett gerauchten Zigarette.“ „Um Gottes Willen“, ruft sie, „was ist dabei passiert?“

„Nun, Mutter, der Verursacher und die beiden Zimmergenossen sind leider ums Leben gekommen. Sie waren alle ziemlich betrunken und haben wohl von dem Brand nichts mehr gemerkt. Weitere sieben Gäste sind mit Rauchvergiftungen im Krankenhaus, aber es ist keiner in Lebensgefahr. Alle anderen sind mehr oder weniger mit dem Schrecken davon gekommen. Ich schicke jetzt ein Fax mit den Namen der Toten und der Verletzten, denn ich denke, spätestens nach den Morgennachrichten wird bei euch das Telefon nicht eher stillstehen, bis alle Angehörigen wissen, wie es ihren Leuten geht.“

„Das sind ja furchtbare Nachrichten mitten in der Nacht. Ich gehe mal deinen Vater wecken und berede alles mit ihm. Schick das Fax, dann sehen wir weiter. Wenn es weitere wichtige Erkenntnisse gibt, melde dich. Grüß Daniel von mir und sag auch Frank, dass wir euch unterstützen, wo wir können. Bis später, mein Junge und Kopf hoch, das wird schon wieder. Du und Daniel und Frank habt euch nichts vor zu werfen. Für dieses Unglück kann man uns Gott sei Dank nicht verantwortlich machen. Passt auf euch auf, so langsam mache ich mir doch Sorgen. In der Tour ist wohl offensichtlich der Wurm drin. Bis später “, sagt sie und dann hat sie auch schon aufgelegt.

Stefan setzt das Fax ab und geht dann wieder ins Nebengebäude, um Daniel und Frank zu suchen und ihnen kurz über den Sachstand der Dinge zu berichten. Als er auf seine Uhr schaut, stellt er fest, dass es bereits vier Uhr durch ist und er merkt, dass er stark müde ist. Nachdem Frank und Daniel gefunden und über den Stand der Dinge informiert sind, werden sie von der Geschäftsleitung informiert, dass alle Gäste ihre Zimmer wieder aufsuchen können.

Die beiden Zimmer links und rechts vom Brandzimmer waren mit den Leuten belegt, die sich zurzeit im Krankenhaus befinden, sodass im Moment jeder Gast gut untergebracht ist.

Nun machen sich alle auf den Weg und suchen nach diesen aufregenden Stunden die Betten auf. „Das Frühstück geht heute in der Frühe von 9 Uhr bis 11 Uhr“, ruft der Geschäftsführer noch in die Runde. „Dann kriegen wir ja doch noch ein paar Stunden Schlaf“, freut sich Daniel und legt einen Zahn zu, um endlich ins Bett zu kommen. Auf dem Zimmer angekommen, geht es dann ruck zuck ins Bett und es dauert nur wenige Minuten, bis beide aneinander gekuschelt einschlafen.

09:30 zeigt die Uhr, als das Telefon zu klingeln anfängt – der Weckanruf.

Verschlafen rappelt sich Stefan auf und drückt ihn aus. Augen reibend und sich streckend beginnt die unangenehme Prozedur des Aufstehens und als er endlich aufrecht sitzt, zieht er Daniel auch gleich die Decke weg und wirft diese auf dem Weg zum Bad im Vorbeigehen auf die Couch. Daniel, seiner warmen Zudecke beraubt, bleibt nichts anderes über, als sich frierend ebenfalls zu erheben um sich schnellstmöglich unter die heiße Dusche zu flüchten.

Dort steht bereits sein Schatz unter dem heißen Wasserstrahl und spült sich die Müdigkeit aus dem Körper. „Guten Morgen, du Tyrann“, begrüßt er Stefan und knufft ihn in die Seite, „warum kannst du mich nicht einfach noch ein bisschen liegenlassen?“ „Weil ich dann allein duschen muss und das macht mir echt keinen Spaß mehr, seit ich dich kenne“, kriegt er zur Antwort und anschließend bekommt er einen dicken Kuss von Stefan. Heute Morgen bleibt es nur beim Duschen, sind doch beide in Gedanken immer noch bei den Ereignissen der Nacht und bei den Opfern des Zimmerbrandes.

Nach dem gegenseitigen Abtrocknen sind dann auch schnell die Kleider angezogen und ab geht’s in den Frühstücksraum, wo schon reges Treiben herrscht. Hauptgesprächsthema ist der Brand am gestrigen Abend und die allgemeine Stimmung ist schon gedrückt, was auf Grund der dramatischen Ereignisse durchaus verständlich ist.

Frank Mälzer hatte schon auf Stefan und Daniel gewartet, um zu besprechen, was sie denn heute unternehmen könnten, um den Leuten eine der Situation angemessen Alternative zum Skifahren anzubieten.

Nach einer kurzen Beratung, bei der auch Daniel nach seiner Meinung gefragt wird, kommen sie zu dem Entschluss, den Leuten einen Ausflug nach Salzburg mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten anzubieten. Stefan, der schon ein Mal in Salzburg war, weiß, dass diese Stadt sehr viel zu bieten hat und für alle etwas interessantes bereit hält. Es dürfte auch keine Schwierigkeiten bereiten, telefonisch einen ortskundigen Fremdenführer zu engagieren, der eine Rundfahrt zu den Attraktionen leiten kann.

Frank begibt sich in die Mitte des Speiseraums und nachdem Stefan durch Klopfen an seine Tasse für Aufmerksamkeit gesorgt hat, sagt Frank in die eingetretene Stille:

„Liebe Reisegäste! Auf Grund des gestrigen Vorfalls haben wir, Ihr Einverständnis vorausgesetzt, das Programm für heute geändert. Statt wie geplant zum Rossfeld-Skigebiet, wollen wir heute in die Mozartstadt Salzburg fahren und dort eine geführte Rundfahrt mit der einen oder anderen Besichtigung vornehmen.

Alle Gäste, die daran teilnehmen möchten, bitte ich, in 20 Minuten am Bus zu sein. Den anderen, die nicht mitfahren wollen, bietet der Wellnessbereich Möglichkeiten der Entspannung und wer Berchtesgaden näher kennen lernen möchte, der kann nachher mit uns in den Ort hinein fahren und dort aussteigen. Von dort aus kann man stündlich mit dem Bus in die Ramsau zurück fahren.

Morgen früh werden wir dann die Fahrt zum Rossfeld nachholen, wenn das Wetter gut wird. Bei schlechtem Wetter werden wir das Salzbergwerk besuchen und eine unterirdische Exkursion durch die Salzstöcke mitmachen.“

Tanja, Christian und auch Florian und Ditmar haben sich für die Teilnahme an der Salzburgfahrt entschieden und so finden sie sich mit Stefan und Daniel zeitig beim Bus ein, um zusammen liegende Plätze zu bekommen. Als der Bus sich in Bewegung setzt sind 27 Personen dabei, von denen noch 8 Leute in Berchtesgaden aussteigen wollen. Die restlichen Leute sind zurück geblieben, wobei ja auch noch 7 Personen im Krankenhaus sind.

Die Leute, die sich Berchtesgaden anschauen wollen werden am Brauhaus von Frank abgesetzt und dann geht die Fahrt in Richtung Salzburg.

Das Wetter ist leicht bedeckt und die Spitzen der umliegenden Berge sind nicht zu sehen. Die Straßen sind frei und der Wetterbericht im Radio kündigt für die nächsten Tage Schneefall an.

In Salzburg angekommen wird der telefonisch engagierte Fremdenführer aufgenommen und es beginnt mit einer Stadtrundfahrt. Die bekannten und berühmten Sehenswürdigkeiten werden angeschaut und teilweise besichtigt und nachdem man in der „Speis“ am Gwandhaus zu Mittag gegessen hat, fahren alle hinauf auf die Festung Hohensalzburg, um auch diese zu besichtigen. Gegen 17:00 Uhr fahren dann alle mit dem Bus zurück nach Deutschland und in die Ramsau ins Hotel. Ein ereignisreicher Tag war das in Salzburg und alle Teilnehmer sind mehr als zufrieden.

Daniel, Stefan, Tanja und Christian und auch Florian und Ditmar verabreden sich beim Abendessen für den morgigen Tag, wenn es denn schneien sollte, mit ins Salzbergwerk in Berchtesgaden einzufahren und dann nach der Rückkehr den Wellnessbereich des Hotels mit Sauna und Schwimmbad für ein paar entspannende Stunden zu nutzen.

Im Anschluss an das Abendessen wollen sie sich noch zusammen in die Gaststube setzen und ein oder zwei Weizen zum Tagesausklang zu trinken, schließlich ist man ja im Urlaub und da kann man es sich ruhig gut gehen lassen.

Sie nehmen an einem Tisch in der Ecke der Gaststube Platz und die Bedienung bringt schnell die gewünschten Getränke. Nach circa 10 Minuten kommt dann noch Frank Mälzer und setzt sich zu den Freunden an den Tisch. Das Gespräch dreht sich zunächst noch um den abgelaufenen Tag in Salzburg, wo es so viel Schönes und Interessantes zu sehen gab.

Daniel schwärmt ganz besonders von dem guten Mittagessen. Er hat in dem Restaurant „Die Speis“ ein Kalbsrahmgulasch mit Semmelknödeln verdrückt, nachdem er vorher schon eine Griesnockerlsuppn gegessen hat. Stefan hat nach einer Leberknödelsuppe einen Tafelspitz mit Rahmspinat verspeist und auch er ist von der Salzburger Küche sehr angetan.

Für Tanja und Christian ist die Sachertorte zum Nachtisch das Beste am Essen gewesen.

Florian und Ditmar hatten Saibling bestellt und waren ebenfalls mit der Salzburger Küche sehr zufrieden.

Der Höhepunkt überhaupt bei der Salzburgtour, da sind sich alle einig, war die Festung Hohensalzburg. Die Besichtigung der alten Festungsanlagen, der Räume und den ausgestellten Waffen und Gerätschaften und die vielen, vielen historischen Dinge hat alle gleichermaßen in ihren Bann gezogen. Alles in allem haben sie einen tollen Tag verbracht und freuen sich auf den morgigen Tag.

Florian will von Frank wissen, ob der schon mal im Salzbergwerk gewesen ist. „Nein“, antwortet dieser und sagt weiter: „Das war bis jetzt immer die Tour von Peter und der kennt hier auch wirklich alles ganz genau.“ „Wir waren schon dort“, sagt Christian und Tanja meint: „Es ist schon toll, aber wir erzählen jetzt nichts, sonst ist die Spannung für Euch dahin. Auf jeden Fall müsst ihr eine Kamera mitnehmen und Bilder machen, das lohnt sich echt.“

Frank hat sich schon ein bisschen mit dem Tourprogramm für morgen beschäftigt und sagt: „Ihr braucht morgen nicht so früh aufzustehen, das Salzbergwerk öffnet im Winter erst um 11:30 Uhr und wir haben eine Gruppenführung ab 12:30 Uhr. Das dauert mit allem Drum und dran etwa 2 Stunden und dann könnt ihr im Ort noch ungefähr 2 Stunden bummeln bis wir wieder in die Ramsau fahren.“

Stefan erhebt sich, sagt zu Frank: „Komm mit, wir gehen mal noch zum Geschäftsführer und horchen nach, was es neues aus dem Krankenhaus und von der Polizei gibt. Außerdem will ich dann vom Büro aus noch mal mit meinen Eltern sprechen.“ Er drückt Daniel einen flüchtigen Kuss auf die Wange und meint: „Bis gleich, du könntest ja vielleicht auch mal kurz übers Handy bei euch zu Hause anrufen und horchen, ob alles klar ist.“ „Gute Idee“, antwortet Daniel und strahlt seinen Schatz an, „ich sag auch schöne Grüße von dir.“

Dass das eine gute Idee ist, meinen auch die anderen und wollen sich auch mal kurz mit der Heimat in Verbindung setzen. Im Handyzeitalter ist das ja kein allzu großes Problem und so beginnt eine muntere Telefoniererei.

Währenddessen erfahren Frank und Stefan vom Geschäftsführer, dass alle Verletzten morgen um 10:00 Uhr aus der Klinik entlassen werden und ins Hotel zurück gebracht werden. Die Ersatzzimmer sind vorbereitet und die Sachen sind bereits umgeräumt. So wie es auf den ersten Blick aussieht, ist den Leuten und ihren Sachen kein bleibender Schaden entstanden. Die Polizei hat einen Abschlussbericht gemacht, aus dem hervorgeht, dass das Feuer in dem Zimmer durch eine Zigarette entstanden ist. Die Leichen der drei Männer sind freigegeben und können nach Saarlouis transportiert werden. Die Angehörigen haben schon Bescheid bekommen und wollen hiesige Bestatter mit dem Transport beauftragen. Für morgen hat sich ein Mitarbeiter der Feuerversicherung angekündigt, um vor Ort den Schaden zu begutachten.

Nachdem sie vom Geschäftsführer über alles informiert sind, telefoniert Stefan mit seiner Mutter. Die erzählt ihm, dass den ganzen Vormittag Angehörige der Urlaubsgäste angerufen haben und dass jetzt alle informiert sind, was und wem etwas passiert war. Auch hätten sie zur Vorsicht mal ihre Versicherung über das Geschehen in Kenntnis gesetzt und haben auch mit den Angehörigen der Verstorbenen Kontakt aufgenommen und ihre Hilfe angeboten.

Selbstverständlich haben sie auch heute Morgen gleich Daniels Familie umfassend über alles informiert und haben sich für morgen Abend mit ihnen verabredet. Wenn sie alle zusammen sind, dann wollen sie mal anrufen und mit Stefan und Daniel sprechen. Vor allem die Zwillinge wollen genau wissen, was abgelaufen ist und sind überhaupt von dieser „aufregenden“ Tour ganz angetan. Beide hatten gemeint, dass da ja echt was los ist, wo ihr beide zusammen seid. „Äkschen ohne Ende, voll krass“, haben sie gesagt, erzählt Stefans Mutter und wenn es nicht so ein trauriger Anlass wäre, hätte sie laut lachen müssen.

Stefan berichtet noch kurz über die morgigen Vorhaben und wünscht dann eine gute Nacht. Zu Frank sagt er, nachdem er aufgelegt hat: „Ich denke, Daniel und ich, wir werden jetzt aufs Zimmer gehen und mal richtig ausschlafen. Die letzten Tage waren doch ganz schön aufregend und wir wollten uns ja eigentlich erholen und etwas ausspannen hier im Urlaub. Da kommt das gerade gut, dass wir morgen nicht so früh raus müssen. Komm, lass uns zu den anderen gehen, mir reicht es für heute.“

Sie gehen zurück in die Gaststube, wo die anderen ihre Telefongespräche beendet haben. Die Gläser sind fast leer und Stefan fragt Daniel, ob er mit aufs Zimmer geht oder ob er noch bleiben will. Daniel meint: „Ich bin auch dafür, dass wir jetzt rauf gehen und uns mal gut ausschlafen. Vorher werden wir aber die tolle Badewanne mal ausprobieren, in so einem Teil wollte ich immer schon mal baden.“

„Dann mal eine gute Nacht euch allen und morgen früh können wir uns ja um 9:30 Uhr zum Frühstück treffen“, sagt Stefan zu den anderen und geht mit Daniel, nachdem sie bei der Bedienung bezahlt haben, aufs Zimmer. Nachdem die Zimmertür verschlossen ist, wird zuerst mal das Kussdefizit des Tages gründlich aufgearbeitet. Das geht soweit, dass beide letztendlich eng umschlungen auf dem großen Bett liegen und lange, intensive Küsse austauschen.

„Auf, Schatz, die tolle Wanne wartet auf uns und ich bin jetzt schon gespannt, wie das ist, wenn die Unterwasserdüsen eingeschaltet sind“, sagt Daniel, nachdem sie sich voneinander gelöst haben um Luft zu holen. „Das ist bestimmt affengeil“, sagt Stefan und erhebt sich vom Bett und beginnt damit, seine Kleider auszuziehen. Daniel geht derweil ins Bad, um Wasser einzulassen und er sucht aus den vorhandenen Schaumbädern ein Rosmarinbad heraus, auf dem steht, dass es belebend wirkt. Dann schaltet er das Badradio ein und sucht einen Sender mit ansprechender Musik. Dabei ist ihm die Vorfreude auf das gemeinsame Bad deutlich im Gesicht abzulesen, nicht zuletzt bezogen auf die belebende Wirkung des Bades, hat er doch vor, seinen Schatz heute mal nach Strich und Faden zu verführen und all die Dinge zu tun, zu denen sie bis jetzt keine Gelegenheit oder auch keinen Mut hatten. Heute will er endlich wissen, was man so alles gemeinsam miteinander anstellen kann.

Das Wasser läuft noch, als Stefan nackt ins Bad kommt und auch ihm ist deutlich anzusehen, dass er nicht unbedingt nur zum Zweck der Reinigung hergekommen ist. Klein Stefan zeigt deutliche Tendenzen, sich zu verselbstständigen und Daniel kann sich bei diesem Anblick ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Ohne jedoch ein Wort zu dem anschwellenden Teil seines Schatzes zu verlieren, beginnt er schnell, sich ebenfalls seiner Kleider zu entledigen, natürlich nicht, ohne sie ordentlich zusammen zu legen.

Bevor er sich jedoch seiner Shorts entledigen kann, wird er von zwei kräftigen Armen umfasst und Stefan zieht in an sich und drückt seinen Freudenspender fest an Daniels Körper. Seine Hände wandern über dessen Brust und streicheln seinen Bauch um dann gezielt den textilen Rest nach unten zu schieben, um seinen Schatz und dessen nun schon steifen Schwanz zu streicheln. Es ist ein irres Gefühl, vorne gestreichelt zu werden und gleichzeitig hinten den steifen Schwanz seines Partners zu fühlen, der sich fest an seinen Körper presst. Daniel legt seinen Kopf weit in den Nacken und dreht sein Gesicht zu Stefan, der sich vorbeugt und ihn zärtlich mit der Zunge an Wange und Ohr verwöhnt.

„Ich liebe Dich, mehr als alles, was ich je geliebt habe“, flüstert er und Stefan flüstert zurück: „Auch ich habe dich wahnsinnig lieb und möchte dich immer bei mir haben. Ich habe nie geglaubt, dass ich einen Menschen einmal so lieben könnte, wie ich dich liebe.“ „Komm lass uns ins Wasser steigen, lehn dich an mich und lass uns die Zeit genießen. Heute haben wir die ganze Nacht für uns und ich will endlich wissen, wie es sich anfühlt, mit dir zu verschmelzen, eins zu sein mit dir.“

„Ja mein Schatz, heute Nacht werden wir all das tun, was wir uns bis heute aufgespart haben und ich will dir alles geben.“

Sie steigen beide in die Wanne, in das duftende Schaumbad und Stefan, mit dem Rücken zu Daniel sitzend, lehnt sich zurück und fühlt seinen Schatz und dessen Erregtheit in seinem Rücken. Daniel streichelt seinen Schatz über Brust und Bauch, stets darauf bedacht, seinen Steifen nicht zu berühren.

Er schaltet die Unterwasserdüsen ein und die entstehenden Luftsprudel erzeugen ein schönes Gefühl auf der Haut unserer beiden Genießer.

Wohlig zurückgelehnt genießen sie die Verwöhnbadewanne und fangen an sich immer wohler zu fühlen. „Das ist einfach toll. So was werden wir zu Hause auch einbauen lassen“, sagt Stefan und Daniel ist genau so begeistert von diesem Verwöhnpaket. „Das ist die geilste Badewanne, in der ich jemals gelegen habe, und es wäre natürlich irre gut, wenn wir so ein Teil zu Hause hätten“, sagt er und streckt sich wohlig aus.

Die nächsten Minuten bestehen nur aus Streicheln und Genießen und beide fühlen sich wunderbar entspannt und geborgen, Jeder für sich malt sich in Gedanken aus, was er mit dem anderen so alles gerne tun will und ihre Erregung ist deutlich sicht- und spürbar.

Zärtlich streichelt einer den anderen an allen erreichbaren Stellen, nur die Schwänze lassen beide absichtlich aus, um die Erregung noch mehr zu steigern. Die Luft im Bad ist feucht und mit Erotik aufgeladen und es herrscht ein erwartungsvolles Schweigen, während leise Musik aus dem Radio erklingt. Das Rosmarinbad zeigt Wirkung, ist doch die Haut der beiden am ganzen Körper leicht gerötet. Alle Müdigkeit und Angespanntheit sind verflogen und freudige Erwartung und eine nicht unerhebliche Geilheit machen sich immer mehr breit.

Nach etwa zwanzig Minuten kneift Daniel seinen Schatz zärtlich in den Po und flüstert heiser: „Raus jetzt aus dem Wasser, bevor wir verschrumpelt sind. Ich will meine Unschuld nicht an einen faltigen Wassernöck verlieren.“ Stefan zieht sich aus der Wanne hoch und steigt heraus, sein Schwanz ragt steil nach oben und der Schaum tropft an ihm herunter. „Komm, ich helfe dir raus“, sagt er und reicht Daniel die Hand und zieht in hoch. Auch er kann seine Erregung nicht verbergen und klettert mit steifem Schwanz aus der Wanne.

Sie beginnen, sich gegenseitig abzurubbeln und trocken zu reiben, sich immer wieder dabei küssend. Kaum sind sie fertig begeben sie sich zurück ins Zimmer und dort gleich auf das große, einladende Bett. Eng aneinandergeschmiegt küssen die beiden einander so, als wollten sie sich nie wieder los lassen.

„Ich will dich schmecken, jetzt gleich“, stöhnt Stefan und dreht sich mit dem Kopf zu Daniels Schwanz. Er greift danach, spielt mit den Eiern und nimmt die Eichel zärtlich in den Mund. Daniel stöhnt auf und seine Hände wandern nun auch zum Schwanz von Stefan und sein Mund umschließt den pochenden Schaft. Beide schmecken die Lusttropfen des anderen und sie beginnen zu saugen. Ihr Stöhnen wird immer lauter und es dauert nicht allzu lange, bis beide einen wahnsinnigen Höhepunkt erleben. Nun liegen beide ruhig, immer noch den anderen im Mund spürend und langsam klingt die Erregung etwas ab.

Stefan löst sich nach ein paar Minuten von Daniel, dreht sich wieder um und holt aus dem Schränkchen am Bett ein Päckchen Kondome und eine Tube Gleitmittel. Er dreht sich mit dem Gesicht zu Daniel und fragt leise: „Bist du bereit, mein Schatz, mit mir zu schlafen?“ „Ja, ich möchte dich in mir spüren, mein Lieber, ich habe lang genug darauf gewartet, aber jetzt bin ich bereit dazu und will dich.“ Ein langer und sehr intensiver Kuss folgt und dann nimmt Daniel das Kondom und rollt es zärtlich und erwartungsvoll über den vor Erregung prallen Schwanz von Stefan. Der wiederum nimmt nun die Tube und beginnt, den Po von Daniel vorzubereiten. Zuerst mit einem, dann mit zwei Fingern weitet er vorsichtig den Eingang, um dann schließlich mit drei Fingern und viel Gleitgel Platz zu schaffen für seinen nicht gerade kleinen Freudenspender. Langsam und mit viel Gefühl drückt er seine Eichel mit sanftem Druck in Daniel hinein, stets darauf bedacht, ihm Freude und keine Schmerzen zu bereiten. Daniel hat sich längst ganz gehen lassen und drückt sich seinem Schatz entgegen und ohne Schmerz gleitet Stefan in ihn hinein. Für einen Moment verhält Stefan, schaut auf Daniel und beginnt dann, sich langsam zu bewegen. Als Daniel anfängt zu stöhnen, beginnt Stefan, das Tempo seiner Stöße zu erhöhen.

„Oh, ist das geil, oh, mach weiter, nicht aufhören bitte“, stöhnt Daniel und vergräbt seinen Kopf ins Kissen. Sein Stöhnen wird immer lauter und auch Stefan nähert sich mit jedem Stoß schneller einem gewaltigen, nie vorher erlebten Höhepunkt und als es passiert, bei beiden, kann er nicht verhindern, dass er vor Lust laut aufstöhnt und er stammelt in totaler Erregung immer wieder Daniels Namen, bevor er sich erschöpft und total glücklich auf dessen Rücken fallen lässt.

Beide liegen sie nun auf der Seite und der langsam erschlaffende Schwanz von Stefan steckt immer noch in Daniel. „Das war das größte, was ich je erlebt habe und ich bin so glücklich, dass es dich gibt“, flüstert Stefan seinem Schatz ins Ohr und fängt an, seinen Nacken zu küssen. „Nie in meinem Leben habe ich so gefühlt wie jetzt und ich konnte mir nie vorstellen, wie es sich anfühlt, von einem Mann so geliebt zu werden. Lass mich bitte nie mehr allein und liebe mich, ich glaube, dass ich ohne dich nicht mehr leben kann“, sagt Daniel leise, „ich habe nie gedacht, dass man sich so ineinander verlieren kann.“

So liegen sie etwa eine viertel Stunde, sich im Arm haltend und zärtlich streichelnd, als die beiden nach dem Höhepunkt erschlafften Körperteile beginnen, wieder ein Eigenleben zu entwickeln und erneut zur Hochform auflaufen. Mit leichtem Grinsen schaut Daniel auf die wachsende Pracht und meint: „Es wird langsam Zeit, die letzte Jungfrau in diesem Raum in die wahre Liebe einzuführen.“ Dabei greift er jetzt zu Kondom und Tube und beginnt seinerseits, den Schauplatz der Entjungferung vorzubereiten. Wie zuvor Stefan benutzt auch er zunächst vorsichtig die mit Gel beschmierten Finger, um den Freund vorzubereiten. Stefan hat sich auf den Rücken gelegt und ein Kissen unter geschoben, damit Daniel besser in ihn eindringen kann. Daniel geht, wie Stefan vorher, behutsam und mit viel Gefühl daran, Stefan zu weiten. „Mach endlich, ich will dich in mir spüren“, stöhnt der und drängt sich Daniel entgegen. Daniel lässt sich jetzt nach vorn fallen, langsam, versteht sich und ohne Schwierigkeiten nimmt Stefan ihn ganz in sich auf. Das Gefühl genießend, verharrt Daniel einen Moment aber Stefan stöhnt: „Fick mich endlich, ich will, dass du es mir besorgst.“ Langsam stoßend beginnt er seinen Schatz zu ficken und er steigert Tempo und Intensität. Immer schneller und auch fester stößt er und Stefan drückt sich ihm im gleichen Tempo entgegen. Dieses Mal dauert es schon etwas länger und der Schweiß rinnt beiden herunter. Stefan hat längst seinen Schwanz in die Hand genommen und wichst ihn, während Daniel seinen Schwanz immer wieder tief in ihn hinein stößt. Ein gewaltiger Orgasmus schüttelt die Beiden fast zeitgleich und Daniel lässt sich auf Stefans Bauch fallen. Total erschöpft, aber wahnsinnig glücklich finden sich ihre Lippen zu einem nicht enden wollenden Kuss.

Als sie sich endlich voneinander lösen, sind beide verschwitzt und auf der Haut am Bauch zieht der Glibber seine Fäden. Also ist noch einmal ein kurzes Duschen angesagt. Frisch gewaschen und erschöpft kuscheln sich die beiden aneinander und schmusen sich in den Schlaf. Auf beiden Gesichtern spielt ein zufriedenes Lächeln, das den vorher erschöpften Gesichtsausdruck erfolgreich verdrängt hat. Ab und an kommt noch ein leichter Seufzer über Daniels Lippen. Selbst im Schlaf sieht man beiden an, dass sie rundum zufrieden und glücklich sind.

Stunden später, die Uhr zeigt 8:30 Uhr, geht wieder mal das Wecktelefon und schlaftrunken nimmt Stefan den Hörer ab. Nachdem er sich fürs Wecken bedankt und den Hörer wieder aufgelegt hat, wendet er sich seinem Schatz zu, der mit dem Rücken zu ihm immer noch fest schläft. Mit der Zunge eine feuchte Spur auf seinem Rücken hinterlassend, fängt er an, an Daniels Ohr zu knabbern und zu lecken. Ein Grummeln und Schnaufen ist die Antwort und nach dem er nicht aufhört, öffnet Daniel die Augen und dreht sich zu Stefan um. „Guten Morgen, mein Schnuckel“, sagt Stefan und drückt einen dicken Kuss auf seine Lippen. „Dir auch einen guten Morgen, mein Liebster. Hast du gut geschlafen?“ antwortet Daniel und schlingt seine Arme um Stefan. Er zieht ihn auf sich und knuddelt ihn heftig durch.

„Ja, ich habe fantastisch geschlafen und es geht mir richtig gut. Raus aus den Federn, mich gelüstet nach einer Dusche plus und nach einem guten Frühstück“, sagt Stefan und löst sich aus Daniels Armen. „Dusche plus? Was ist denn das? Da bin ich aber neugierig oder sollte ich das schon kennen?“ fragt Daniel mit süffisantem Grinsen. „Nun, wenn ich mich recht erinnere, haben wir so etwas schon mal gehabt und du bist immer sehr davon angetan. Wenn du dich also aufraffst und mich suchen solltest, ich bin unter der Dusche“, spricht Stefan und verschwindet im Bad. Daniel lässt sich natürlich nicht lange bitten und folgt Stefan auf dem Fuß. Dieser hat bereits das Wasser aufgedreht und steht nackig vor der Dusche, als Daniel herein kommt. Grinsend guckt der auf Stefans Unterleib und sagt: „Da wird es wohl höchste Zeit für das ‚Plus‘, wenn ich das richtig sehe.“

„Nun, bei dir ist aber auch nicht gerade ‚Minus‘ angesagt“, sagt Stefan und zeigt auf Daniels voll ausgefahrene Morgenlatte. Beide stellen sich unter die Wasserstrahlen und beginnen, sich gegenseitig zu streicheln und zu küssen. Stefan dreht das Wasser ab und nun beginnt das gegenseitige Einschäumen und wie zu erwarten war, konzentrieren sich bald alle Waschbemühungen auf den, nennen wir es mal, den Pluseffekt und es dauert nicht allzu lange, bis sich Schaum und Sperma miteinander vermischen. Nun lässt Stefan wieder das heiße Wasser über beide Körper prasseln und alsbald sind alle Spuren der Pluswäsche im Abfluss verschwunden.

Abtrocknen, anziehen und stylen folgen und bald sind beide, warm angezogen und munter, auf dem Weg zum Frühstück, wo sie schon von den anderen erwartet werden. Das Büffet ist wie immer gut und reichlich und unsere Beiden haben nach den Anstrengungen des gestrigen Abends einen guten Appetit. Dem entsprechend sind dann auch die Teller gefüllt, als sie sich auf ihre Plätze setzten.

„Oha“, kann sich Ditmar nicht verkneifen, „da haben aber zwei ganz entsetzlichen Hunger in der Frühe, das muss ja eine anstrengende Nacht gewesen sein.“ Daniel wird leicht rot und Stefan kann sich mit leichtem Grinsen ein „Arsch“ nicht verkneifen. Allgemeine Heiterkeit ist die Folge und auch Daniel kann sich das Grinsen nicht verkneifen. „Der Kavalier genießt und schweigt“, ist sein Kommentar und er beginnt, mit scharfem Messer seine Verlegenheit an einer bayerischen Semmel auszulassen.

Tanja bringt geschickt den heutigen Ausflug ins Salzbergwerk aufs Tapet, um von dem Thema Nachtaktivitäten abzulenken. So ergibt sich im Verlauf des Frühstücks dann auch der Plan, nach dem Salzbergwerksbesuch und einem Stadtbummel gegen Abend den Wellnessbereich mit Sauna und Schwimmbad und einem großen Whirlpool zu nutzen.

Während alle mit Frühstücken beschäftigt sind, erscheint Herr Brendel, der Geschäftsführer und bittet für einen Moment um Gehör. „Liebe Gäste! Morgen am Silvesterabend war eigentlich eine große Almparty geplant. Auf Grund der Todesfälle bei dem Brand vor ein paar Tagen habe ich in Absprache mit dem Fremdenverkehrsverein beschlossen, die große Party nicht durch zuführen. Ich bitte dafür um Ihr Verständnis. Als Alternative schlagen wir ihnen folgendes vor. Ab 18:30 gibt es bei uns das große Silvesterbuffet, das bis zwei Stunden nach Mitternacht geöffnet ist. Wer Tanzen und Gesellschaft sucht, kann ins Gasthaus und Hotel Unterwirt gehen, da ist für unsere Gäste, die feiern wollen, heute freier Eintritt, wenn sie sich vorher hier an der Rezeption einen Stempel auf die Hand machen lassen. Das ist so mit dem Unterwirt abgesprochen und sie können selbstverständlich zwischen beiden Häusern hin und her pendeln und zum Essen hier her kommen. Wir bitten um ihr Verständnis, dass hier um Mitternacht auch kein Feuerwerk stattfindet, wer das will, kann es beim Unterwirt erleben. Einen Umtrunk zum Jahreswechsel wird es aber auch bei uns geben und die, die es nicht laut und bunt wollen, lade ich ein, den Abend hier bei uns und mit uns zu verbringen. Wenn sie an weiteren Einzelheiten interessiert sind, wenden sie sich jederzeit an die Rezeption. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche ihnen einen schönen Tag. Die Lifte in den umliegenden Skigebieten sind morgen bis 15:00 Uhr geöffnet.“ Nach diesem Statement geht er zurück in sein Büro und alle wenden sich wieder ihrem Frühstück zu.

Nachdem alle ausgiebig gefrühstückt haben, ist noch Zeit bis zur Abfahrt des Busses. Stefan und Daniel gehen mit den anderen hinaus in die verschneite Anlage, um ein bisschen frische Luft zu atmen. „Hast du eigentlich bemerkt, dass ich schon seit gestern nicht eine einzige Zigarette geraucht habe?“, fragt Stefan seinen Schatz. „Deswegen waren deine Küsse so frisch und gut, ich hab schon gerätselt, wieso das so ist“, kommt grinsend die Antwort und ein Knuff in die Rippen folgt hinterher. „Natürlich habe ich das gemerkt und ich bin richtig stolz auf dich, dass du den Willen hast, aufzuhören“, sagt Daniel und freut sich sichtlich darüber, dass Stefan ihm zu Liebe aufhören will, zu rauchen.

Die anderen vier loben natürlich auch den Vorsatz von Stefan. Von ihnen raucht keiner und so sind sie froh, dass auch Stefan dem Rauchen abschwören will. Tanja schaut auf die Uhr. „Auf geht’s, Buben, der Bus wartet zur Abfahrt in die Berchtesgadener Unterwelt“, ruft sie und zieht Christian in Richtung Bus. Die anderen Vier setzen sich ebenfalls Richtung Bus in Bewegung.

Der Bus steht mit laufendem Motor vor dem Hoteleingang und die Reisegäste trudeln nacheinander ein, auch die sind dabei, die mit Rauchvergiftung im Krankenhaus waren. Allen geht es wieder gut, aber die Gedanken wandern doch ab und zu in die Brandnacht zurück und es wird wohl noch dauern, bis alle das Erlebte verarbeitet haben. Nachdem alle Mitfahrer eingetroffen sind, lenkt Frank den Bus Richtung Hauptstraße und dann weiter, entlang der Ache über Ilsank nach Berchtesgaden. Dort bei der Bergwerksstraße angekommen, fährt Frank auf einen Busparkplatz und nach dem Aussteigen wälzt sich die Gruppe auf den Eingang des Bergwerkes zu. Frank geht zur Kasse, meldet die Gruppe an und bezahlt den Eintritt für alle. Nun geht es in einen Raum und alle bekommen Kleider zum Überziehen und ein Arschleder, dessen Gebrauch im Weiteren noch erklärt werden soll. Nun warten alle auf den Mann, der mit ihnen durch das Bergwerk durchqueren und alles erklären wird. Es dauert noch knapp 10 Minuten, bis ein groß gewachsener Mann in Bergmannskleider zu Ihnen kommt.

„Grüß Gott, i bin der Toni Hintersteiger und habe die Ehre, euch Preißen durch das Bergwerk zu führn. Zuerst fahrn mer mit den Zug eini, bis zum Bahnhof im Berg drinnen. Alle hockn sich hintereinand und streckts koa Händ und Füaß zur Seiten aussi. Am Bahnhof sag i dann scho, wies weitergeht. Aufi geht’s!“

Sie verlassen, mehr oder weniger schmunzelnd, hinter dem Toni den Raum und gehen zum Bahnsteig draußen, wo eine kleine E-Lok mit mehreren Wagen steht auf den sich die Leute nun einer hinter dem anderen hinsetzen. Unsere sechs Freunde haben einen Wagen für sich ergattert und nehmen hintereinander Platz. Vorne sitzt Tanja, dahinter Christian und dann kommen Ditmar und Florian. Hinter Florian sitzt Daniel und am Ende des kleinen Wagens hat Stefan seinen Platz gefunden.

Auch die anderen Wagen sind nun besetzt und nach einem Signalton setzt sich der Zug langsam in Bewegung und verschwindet durch eine Tunnelöffnung im Berg. Im Stollen, durch den es leicht abwärts in den Berg hinein geht, herrscht ein schummriges Licht, das durch alle 25 Meter an der Decke hängende Glühlampen erzeugt wird. Der Stollen ist nicht sehr hoch und man könnte mit dem ausgestreckten Arm die Decke erreichen, wenn man aufstehen würde.

Nach einer Fahrt von knapp 5 Minuten öffnet sich der Stollen und sie kommen in einen hallenförmigen Raum, in dem sich der Untertagebahnhof befindet. Hier hält der Zug und der Toni erklärt den weiteren Ablauf.

Ab hier geht es dann zu Fuß bis zu einer 70 Meter langen Rutschbahn und hier kommt erstmalig das berühmte Arschleder zum Einsatz. Immer mehrere Leute hintereinander nehmen auf dem oberen Teil der Rutschbahn Platz, das Leder kommt dabei unter den Hintern und dann geht es Gruppenweise im Rutsch nach unten. Bei der rasanten Fahrt sind Jauchzer und Quietschlaute der Rutschenden, vor allem der weiblichen, an der Tagesordnung. Unten angekommen wartet man dann auf die Anderen und auf den zum Schluss kommenden Toni. Für Ängstliche und andere Nichtrutscher ist auch eine Treppe vorhanden, mit der man den Höhenunterschied überwinden kann.

Toni erklärt nun an Hand der Räume im Fels, dass das Salz mit Hilfe von Wasser aus dem Felsgestein gespült und dann als Sole nach Bad Reichenhall gepumpt wird, wo es durch Sieden zu Salz verarbeitet wird. Überall im Gestein kann man noch Reste der Salzablagerungen sehen auf dem Weg zum nächsten Punkt. Nach einer Weile kommen sie zu einem unterirdischen See, an dessen Rand vor ihnen ein großes Floß liegt, das mit Seilen und Rollen mit dem gegenüber liegenden Ufer verbunden ist. Der See besteht auch aus Sole und wenn man einen eingetauchten Finger ableckt, kann man den hohen Salzgehalt schmecken.

„Das Meer ist das reinste Trinkwasser dagegen“, sagt Ditmar, nachdem er seinen in die Sole getauchten Fingervorsichtig ableckt. Auch die anderen sind erstaunt über den hohen Salzgehalt.

„Der Salzgehalt ist halt der Grund, dass ihr koa Schwimmwestn anziehn müsst, obwohl die Sole hier scho sehr tief ist. Aber durch den hohen Salzgehalt kann hier koaner absaufn, des is halt derselbe Effekt, als tätst ins tote Meer eini springn“, erklärt Toni weiter.

Nach dem sie das Floß bestiegen haben, geht es auf die andere Seite, dort geht es dann weiter über eine Treppe ein gutes Stück nach oben. In einem weiteren hallenähnlichen Raum sind Salzfunde von besonderer Schönheit zusehen, die zum Teil von der Rückseite angestrahlt, in unterschiedlichen Farben leuchten. Nachdem sie hier alles gesehen haben und keine Fragen mehr sind, geht es zur nächsten Rutschbahn, die noch um einiges länger ist als es die erste war.

Nachdem sie auch diese runtergerutscht sind, geht es in den nächsten Raum, in dem es wiederum, diesmal mehr Technisches, zu sehen gibt. Nach etwa einer Stunde erreichen sie dann den Bahnhof, von dem aus man wieder ans Tageslicht fährt. Alles in Allem haben sie jetzt fast zwei Stunden seit ihrer Ankunft gebraucht und das Echo auf die Tour ist überwiegend positiv.

Draußen hat es zu schneien begonnen und der Himmel ist tief grau und verhangen. Bei diesem Wetter macht ein Stadtbummel keinen Sinn und so beschließt man, wieder ins Hotel zurück zu fahren und die dortigen Angebote zu nutzen. Unsere sechs Freunde verabreden sich aber erst für später, weil jetzt gleich wahrscheinlich der Wellnessbereich etwas zu überlaufen sein wird.

Als sie im Hotel ankommen, ist es 13:30 und nun verabreden sie sich für 15:00 für das Schwimmbad. Danach verschwinden alle irgendwo im Hotelbereich. Daniel und Stefan gehen auf ihr Zimmer, um die warmen Winterkleider gegen was Leichteres zu tauschen. Als sie dann beide in Shorts da stehen, dauert es nicht lange und sie finden sich küssend auf dem Bett wieder.

„Wir haben noch über eine Stunde Zeit“, flüstert Stefan und spielt an Daniels Brustwarzen, „da könnte ich dich doch grad noch mal vernaschen, wie ich es heute Nacht getan habe.“

„Feigling, traust du dich ja doch nicht“, giggelt Daniel und schiebt bereits seine Shorts nach unten. Es dauert nur wenige Minuten, dann sind unsere Beiden sehr intensiv miteinander beschäftigt und dem Stöhnen nach zu urteilen, sind beide mit viel Liebe und Ehrgeiz bei der Sache. Nach etwa einer Stunde und total erschöpft liegen beide neben einander auf dem Rücken.

„Es war noch schöner als heute Nacht und ich liebe dich einfach wahnsinnig“, sagt Daniel und streichelt Stefans Bauch, „das das so schön sein kann, habe ich mir nicht vorstellen können.“ „Auch ich habe nie so intensive Gefühle gespürt und auch ich liebe dich mehr als alles andere“, erwidert Stefan.

Nach einer kurzen Erholungspause stehen beide auf, um im Bad die Spuren ihrer Liebe zu beseitigen und sich für die Sauna fertig zu machen.

Mit je zwei Handtüchern und Duschgel beladen und nur mit einem Bademantel und einem Schwimmshorts bekleidet, machen sich die Zwei auf den Weg in den Schwimmbad- und Wellnessbereich. Dort gibt es ein großes Schwimmbecken, eine Sauna sowie einen Whirlpool und auch ein Fitnessbereich ist dort vorhanden. Als sie dort ankommen, ist immer noch Betrieb und die anderen vier sind auch schon da. Alle sind natürlich gespannt, was der Wellnessbereich so alles zu bieten hat. Zuerst gehen sie alle in das recht große Schwimmbad und schauen sich dort um.

Das Schwimmbecken ist 15 x 6 Meter groß und etwa noch 15 Leute befinden sich darin. Von der Halle aus kann man einen Fitnessbereich, einen Saunabereich sowie einen Bereich mit Whirlpool und einen Ruhebereich besuchen. Diese Bereiche sind um das zentral liegende Schwimmbecken angeordnet. Ebenso befindet sich dort ein kleiner, bewirtschafteter Bereich, wo man sitzen und trinken und auch Kleinigkeiten zum Essen bekommen kann.

Nach dem unsere zwei ihre Sachen an einem im Eingangsbereich befindlichen, extra dafür eingerichteten Platz abgelegt haben, gehen sie nach einer kurzen Dusche direkt zu den Anderen ins Schwimmbecken. Das Wasser ist angenehm temperiert und unsere Freunde schwimmen und albern ein wenig herum. Tanja und Christian erklären den Jungs, was man hier alles machen kann, schließlich kennen sie sich ja hier schon aus.

Daniel und Stefan wollen zunächst mal einen Gang in der finnischen Sauna machen, und holen dazu jeder ein großes Handtuch. Die beiden anderen, Ditmar und Tobias, entscheiden sich für einen Whirlpoolbesuch und Tanja und Christian wollen ein bisschen den Fitnessbereich aufsuchen, So gehen sie dann alle ihren Aktivitäten nach, nicht, ohne sich für später wieder in dem kleinen bewirtschafteten Bereich treffen zu wollen. So vergeht die Zeit und als sie sich später treffen, beschließen sie, alle noch einmal in die Dampfsauna zu gehen und dann, nach einem letzten Besuch des Schwimmbeckens, die Zimmer aufzusuchen und sich zum Abendessen fertig zu machen.

Ein wenig müde und erschöpft von Sauna, Schwimmen und so weiter, erreichen Stefan und Daniel, aber auch die anderen Vier gegen 18:00 Uhr die Zimmer und alle bereiten sich auf das Abendessen vor.

Daniel und Stefan beschließen, nach dem Abendessen mit den anderen noch ein Bier in der Gaststätte zu trinken, um dann aber früh ins Bett zu gehen. Für Morgen steht bei entsprechendem Wetter wieder Ski- und Snowboard fahren auf dem Programm und da wollen sie doch ausgeschlafen und fit sein. Außerdem gibt es ja auch noch andere Gründe als Schlafen für zwei Verliebte, das Bett etwas früher auf zu suchen. Auch die anderen Vier hatten schon verlauten lassen, heute nicht spät ins Bett zu gehen.

Das Abendessen ist wieder gut und vielfältig und so zieht sich das ganze doch fast eine Stunde lang hin, bis sich die Freunde auf ein Weizenbier in der Gaststube wieder finden. Hier gesellt sich auch Frank Mälzer wieder dazu und sie reden über den morgigen Tag.

Alle sind damit einverstanden, am Silvestertag noch einmal das schöne Skigebiet am Rossfeld auf zu suchen und dort den Tag zu verbringen. Allerdings ist für den Nachmittag schon wieder Schneefall angekündigt, was die Aussichten auf ein ausgedehntes Skivergnügen etwas trübt. Wegen Silvester sind die Lifte nur bis 15:00 Uhr in Betrieb.

Somit ist für den nächsten Tag alles vorbereitet und nachdem die Gläser geleert sind, verabschieden sich die Freunde voneinander und suchen ihre Zimmer auf.

Auf dem Zimmer angekommen, schaltet Daniel zunächst einmal den Fernseher ein. „Ich will mal Nachrichten schauen, ich habe jetzt schon 3 Tage keine Neuigkeiten aus der Welt außerhalb Bayerns gesehen und das muss jetzt ein Ende haben. Stefan sagt: „In der Zeit, wo du Nachrichten guckst, rufe ich mal zu Hause an und horche, was es dort neues gibt. Anschließend will ich mal kurz das Notebook anwerfen, um meine E-Mails zu lesen und wenn du willst, kannst du ja deine auch lesen.“

So schaut jetzt Daniel interessiert in die Glotze, während Stefan, auf dem Bett liegend, mit seiner Mutter telefoniert. „Hallo, Mama, wie geht es euch zu Hause und was gibt’s denn so neues“, fragt er, als er seine Mutter am Apparat hat. „Nun, Junge, es geht uns soweit ganz gut und der Stress mit dem Brand im Hotel und den dazugehörigen Formalitäten ebbt so langsam ab. Morgen müssen wir dann ja auch noch mit auf den Friedhof gehen und an der Beerdigung der drei Männer teilnehmen. Der Fall hat hier schon für Aufsehen gesorgt und der Name unserer Firma war selbstverständlich auch in der Zeitung zu lesen.“

„Was macht die restliche Familie, Olli und Kerstin und Papa, ist bei denen alles OK?“, will Stefan wissen.

„Ja, da gibt es auch Neuigkeiten, und ich weiß noch nicht, ob ich mich darüber freuen soll. Deine Schwester hat mir gestern mitgeteilt, dass sie schon zwei Wochen auf ihre Periode wartet und gestern hat sie so einen Schnelltest aus der Apotheke gemacht. So wie es aussieht, wirst du in nicht ganz acht Monaten Onkel werden und Olli hat schon gesagt, dass dann auf jeden Fall vorher noch geheiratet werden soll“, berichtet die Mutter.

„Wow, das sind ja Neuigkeiten, da bin ich ja echt platt. Die beiden machen mich zum Onkel, das ist echt geil, das gefällt mir. Ich habe sowieso geahnt, dass die zwei zusammen bleiben. Mein bester Freund und meine Schwester kriegen ein Baby, da muss ich gleich nachher Olli anrufen“, ruft Stefan ganz aufgeregt in den Hörer.

„Ich denke, du kannst dich schon darauf einstellen, der Patenonkel zu werden, aber das werden die beiden dir wohl selber sagen. Wir machen dann mal Schluss jetzt und du kannst ja dann Olli mal anrufen, Kerstin ist bei ihm und sie wollten auch seinen Eltern heute die Neuigkeit kundtun. Euch wünschen wir einen guten Start ins neue Jahr“, antwortet seine Mutter um sich dann auch gleich von ihm zu verabschieden.

Daniel, der natürlich die letzten Sätze trotz Fernsehen mitbekommen hat, ist ebenfalls erfreut und meint: „Das ist jetzt aber mal eine erfreuliche Überraschung und ich hoffe, dass sich die Beiden genau so freuen.“

Stefan ruft sofort an der Rezeption an und bestellt eine Flasche Champagner mit zwei Gläsern und es dauert nicht lange, bis die Nobelbrause gebracht wird.

Unterdessen hat er Ollis Nummer gewählt und wartet darauf, dass dieser ans Telefon geht.

Zunächst meldet sich jedoch Ollis Mutter und die ist erfreut, Stefan zu hören. Nach der Begrüßung sagt sie: „Du willst bestimmt Olli oder Kerstin sprechen?“ „Zuerst mal Olli“, antwortet Stefan und dann ist der auch schon am Telefon. „Hallo, Stefan, das ist aber schön, dass du dich meldest. Wie ist denn euer Urlaub, von dem Brand mal abgesehen?“

„Unser Urlaub ist zwar bisher etwas turbulent verlaufen, aber es ist schon echt schön hier und mit meinem Schatz versteh ich mich jeden Tag besser. Aber, mein Freund, du scheinst dich mit meiner Schwester ja auch sehr gut zu verstehen, wie anders soll ich sonst verstehen, dass ihr mich zum Onkel machen wollt?“ erwidert Stefan und kann sich das Grinsen nicht verkneifen. „Na ja“, sagt Olli, „es kommt wies kommt und jetzt sind wir halt etwas schwanger, aber wir freuen uns ganz doll und du kannst dich schon darauf einstellen, Pate zu werden.“ „Nun, ich kann dir sagen, dass Daniel und ich uns auch freuen und wir werden jetzt ein Fläschchen Nobelbrause auf euch und den Nachwuchs trinken. Die Rechnung kriegst du dann, wenn wir uns demnächst wieder sehen, und jetzt gib mir mal die werdende Mutter.“

„Hallo, Bruderherz“, meldet sich Kerstin, „habt ihr eine schöne Zeit?“ „Ja, wir haben viel Spaß miteinander, wenn uns auch der Brand noch ein bisschen auf der Seele liegt, aber im Großen und Ganzen ist alles super. Das Gebiet hier ist einfach super, das Hotel ist allererste Sahne und mein Schatz ist ein Traum, was will man mehr und wenn ich jetzt noch Onkel werde, dann fehlt fast nix mehr am vollkommenen Glück, oder?“, antwortet Stefan und Daniel ruft von der Seite in den Hörer: „Herzlichen Glückwunsch und alles Gute, Schwägerin.“

Kerstin lacht und sagt: „Da hat du dir wohl einen richtigen Schatz geangelt, Bruderherz und ja, wenn alles gut geht, bist du in 8 Monaten Onkel. Ich glaube, wenn es gehen würde, würde ich bestimmt auch bald Tante, aber das wird ja wohl nix bei euch beiden. Es sei denn, es geschieht ein Wunder.“

„Genug, du kleines Lästermaul, passt auf euch auf und schon dich, damit nix passiert und kein Alkohol, sonst, na du weißt schon. Wir sehen uns ja in 5 Tagen und dann reden wir weiter. Grüß alle schön, bis demnächst. Jetzt stoßen wir erst mal auf euch an“, beendet Stefan das Gespräch und wendet sich seinem Schatz zu, der die mit Champagner gefüllten Gläser schon in der Hand hält.

„Prost, mein Schatz, wir trinken auf den zu künftigen Erdenbürger und den zukünftigen Onkel und ganz besonders auf den Schatz vom zukünftigen Onkel“, giggelt Daniel und reicht Stefan das Glas, um dann mit ihm anzustoßen, „und dann könnten wir ja auch noch mal probieren, ob wir nicht doch schwanger werden können. Zu mindestens sind ja die Versuche etwas, was man öfters wiederholen sollte. Die gehören schon nach gerade mal zwei Tagen zu den schönsten Dingen, die ich je kennen gelernt habe.“

Nun trinken sie beide und Stefan gibt Daniel einen dicken Kuss. „Dann gehen wir mal nach dem Fläschchen ein wenig duschen und dann schauen wir mal, ob wir noch einen Versuch auf die Reihe bringen“, sagt er und kneift Daniel zart in den Po. Genüsslich trinken sie das edle Getränk, und die Gedanken sind dabei schon eher im Saarland als in Bayern. Daniel meint:

„Ich muss auch mal zu Hause anrufen und hören, was dort abgeht. Das werde ich tun, während wir die Flasche zu Gemüte führen.“

Nachdem das erste Glas geleert ist, greift nun auch Daniel zum Telefon und ruft bei sich zu Hause an. Mike meldet sich schon beim zweiten Klingeln und klingt im ersten Moment etwas enttäuscht. „Du hast wohl jemand anderes am Telefon erwartet“, flachst Daniel seinen Bruder, „Nun musst du erst mal mit mir vorlieb nehmen. Wer ist denn die Holde, auf deren Anruf du gewartet hast?“ „Das werde ich dir jetzt nicht gerade auf die Nase binden, das ist ja noch gar nichts festes, leider“, antwortet Mike um gleich darauf zu fragen: „Wie geht es denn den beiden Turteltauben so weit weg von der Heimat?“

„Saugut, Kleiner, wir trinken gerade Champagner auf den zu erwartenden Nachwuchs von Olli und Kerstin. Wir wissen seit einer halben Stunde, dass Kerstin schwanger ist und Stefan wird der Patenonkel.“ „Das sind ja tolle Neuigkeiten, das kannst du gleich mal Mama stecken, die will unbedingt mit dir reden, ciao, Großer“, sagt Mike und reicht Edith den Hörer.

„Hallo mein Junge, wie geht es euch?“, will seine Mutter wissen. „Uns geht’s gut und hier ist alles bestens, wir trinken gerade Champagner und auch sonst ist alles in Butter. Was machen Papa und Chris?“, fragt Daniel.

„Papa ist in der Klinik, er hat Dienst und Chris sitzt bestimmt am Computer, Mike hat noch auf einen Anruf gewartet und war auch deshalb so schnell am Telefon. Scheinbar ist er ein bisschen verliebt in eine Mitschülerin. Aber was solltest du mir denn erzählen?“ antwortet und fragt die Mutter. „Stefans Schwester Kerstin ist schwanger und der werdende Vater ist Olli. Jetzt freuen sich alle auf den Nachwuchs, wir natürlich auch und deshalb trinken wir gerade einen auf die Drei“, antwortet Daniel und genehmigt sich einen Schluck der edlen Brause.

„Das sind ja Neuigkeiten, da muss ich Petra nachher gleich mal anrufen und Glück wünschen. Da wird der Stefan ja dann bestimmt Patenonkel. Der freut sich bestimmt riesig. Grüß ihn mal schön von uns, ich mache jetzt Schluss, das wird sonst zu teuer für euch. Tschüss, ihr beiden und passt gut auf euch auf und einen guten Rutsch ins neue Jahr“, sagt Edith und schon hat sie aufgelegt.

„Na, die hatte es aber eilig, Schluss zu machen“, sagt Daniel zu Stefan, der gerade damit anfängt, sich auszuziehen. Er legt das Telefon weg, stellt das Glas ab und meint: „Wenn du dich nackig machst, dann tu ich das auch.“ Und auch er entledigt sich seiner Kleider. Bevor sie nun zum Duschen gehen, stoßen sie noch einmal an und dieses Mal folgt dem Schluck dann noch ein langer Kuss. „Ab ins Bad, ich denke, wir sollten in die Wanne gehen, wir haben doch Zeit genug, den Abend und alles zu genießen“, meint Stefan und so machen sich beide auf ins Bad.

Nach einem ausgiebigen Bad mit allen Schikanen landen unsere beiden schließlich in dem großen Bett, wo sie sich bald in einem intensiven Liebesspiel miteinander verlieren, und erst nach fast zwei Stunden sind beide erschöpft, aber glücklich und zufrieden, eingeschlafen. So geht der vierte Urlaubstag zu Ende.

Das Klingeln des Telefons ist es, das sie am Morgen unsanft aus dem Schlaf reißt und wieder ist es die nette junge Dame vom Empfang, die mit freundlicher Stimme die Uhrzeit ansagt und einen Guten Morgen wünscht. Grummelnd erhebt sich Stefan und macht sich auf den Weg ins Bad, natürlich nicht, ohne Daniel die Decke weg zu ziehen. „Wer einen Kuss haben will, muss ins Bad kommen“, und schon ist er hinter der Türe verschwunden. Daniel reckt und streckt sich und steht dann langsam und gemütlich auf. Ein leichter Schauer überläuft ihn, als er an den gestrigen Abend denkt und sofort regt sich Klein-Daniel und beginnt sich aufzurichten. Hier hilft nur noch eine Plusdusche und sofort macht er sich auf den Weg ins Bad. Dort ist sein Schatz bereits dabei, sich einzuschäumen und als er Daniel kommen sieht mit hoch erhobenem Zepter, kann er sich ein Lachen nicht verkneifen.

„Komm her, du Bruder Nimmersatt, ich sehe schon, dass eine Plusdusche angesagt ist“, und auch bei ihm wächst jetzt nicht nur das Verlangen, sondern auch Klein-Stefan hat sich selbstständig gemacht und möchte zärtlich gewaschen werden.

So widmen sich dann die beiden intensiv der Reinigung ihrer edlen Körperteile und nach einem entspannenden Finale gehen beide gut gelaunt zum Anziehen zurück ins Zimmer.

Ein Blick aus dem Fenster zeigt einen grauen Himmel und wie es aussieht, wird es heute wohl noch Schnee geben, aber damit war ja schon zu rechnen. Sie beschließen, zunächst einmal zu frühstücken. Sie hatten schon gestern einmal darüber gesprochen, auch mal etwas alleine zu unternehmen, konnten sich aber noch nicht entscheiden, was und wann das sein sollte.

Am Frühstückstisch wurden sie schon erwartet und von den anderen fröhlich begrüßt. Auch die hatten sich noch nicht entschieden, ob sie zum Skifahren, oder etwas anderes machen wollten. So wurde nun zunächst mal ausgiebig gefrühstückt und ein großes Loch in das bayerische Frühstücksbüffet gerissen. Später kam auch Frank zum Frühstück und man überlegte gemeinsam, wie der Tag denn nun ablaufen sollte.

Die Mehrheit sprach sich dann aber doch dafür aus, ins Skigebiet zu fahren und dort bis 15:00 Uhr noch einmal den Schnee richtig zu genießen.

Wie beschlossen, so getan und wenn auch die Aussicht bei dem trüben Wetter nicht so gut wie beim letzten Mal war, toben sie sich alle noch einmal richtig im Schnee aus.

Über Mittag suchen sie wieder das Gasthaus an der Piste auf und nehmen eine Brotzeit ein. Dort reden sie dann auch über den Silvesterabend. Zunächst wollen sie zusammen Essen im Hotel und Tanja und Christian wollten dann zum Tanzen ins Hotel „Unterwirt“ gehen. Die vier Jungs beschließen, sich den Abend mit Fernsehen oder Spielen zu vertreiben, da für sie Tanzen auf dem Almabend in der RAMSAU wohl nicht besonders klug wäre. Tanja und Christian wollen dann aber vor Mitternacht zurückkommen, damit sie gemeinsam ins neue Jahr rutschen können.

Nach der Brotzeit fahren sie noch ein bisschen über die Piste um sich dann um 15:00 Uhr am Bus einzufinden. Auch die anderen Gäste sind pünktlich da und so geht es bald zurück in die Ramsau.

Nach der Rückkehr ins Hotel erwirbt Daniel an der Rezeption einige Ansichtskarten und geht dann aufs Zimmer, wohin Stefan schon vorausgegangen ist. Der hat inzwischen das Notebook angeschlossen und begonnen, seine E-Mails abzurufen.

„Hallo, mein Schatz“, sagt Daniel, „ich habe dir auch ein paar Karten mitgebracht. Du kannst ja deinen Eltern und Großeltern und auch Olli und Kerstin eine schicken.“

„Ich bin eigentlich nicht der große Kartenschreiber, aber wenn du sie schon mal gekauft hast, dann schicke ich sie auch weg. Schreib bitte auf alle ‚Viele Grüße aus Bayern senden Stefan und Daniel.‘ Die Adressen schreibe ich dann hin“, antwortet Stefan mit leichtem Grinsen und wendet sich wieder dem Notebook zu.

„He, ich soll das für dich schreiben? Bin ich dein Privatsekretär? Na warte, du Faultier“, ruft Daniel mit gespielter Empörung und fängt an, Stefan von hinten durch zu kitzeln. Der quiekt los und versucht sich der Kitzelattacke zu entziehen, nachdem das nicht gelingt, dreht er sich und greift nun seinerseits Daniel kitzelnd in die Seiten. Schon liegen sie beide am Boden und jeder versucht, die Überhand über den anderen zu gewinnen.

Letztendlich liegt Stefan auf Daniel und hält dessen Arme ausgebreitet fest. Beide keuchen vor Anstrengung und vor Lachen aber Stefan verspürt auch Erregung bei Daniel. Erregung, die nun auch auf ihn übergreift und so beginnt er, Daniel, der wehrlos unter ihm liegt, zu küssen. Der versucht zunächst noch durch Bewegungen des Kopfes den Küssen zu entgehen, gibt aber bald und gern jeden Widerstand auf und lässt Stefans Zärtlichkeiten gerne zu.

Es dauert nicht lange, bis sie sich heftig küssend festhalten und ihre Hände auf Wanderschaft gehen, den Körper des anderen zu erkunden und zu verwöhnen. Knöpfe werden gefunden und geöffnet, Reißverschlüsse zirpen und Stück für Stück fliegen Kleidungsstücke zur Seite, bis sie beide nackt und hochgradig erregt übereinander auf dem Boden liegen.

„Komm aufs Bett“, stöhnt Daniel und Stefan erhebt sich, zieht Daniel hoch und beide werfen sich aufs Bett, um sich erneut einander zu streicheln und zu küssen. Beide vergessen Zeit und Raum und geben sich nur noch einem wahren Sinnestaumel hin. Stöhnen und Keuchen erfüllt den Raum und beide geben sich ganz ihrer Lust hin bis sie, matt und zufrieden, letztendlich nebeneinander liegen, die Gesichter einander zugewandt und einer den anderen zärtlich streichelnd. „Das war unglaublich schön“, flüstert Daniel und Stefan küsst seine Lippen und murmelt: „Es ist unbeschreiblich mit dir und es ist jedes Mal schöner. Ich liebe dich!“ „Ich liebe dich auch und wünsche mir, dass wir immer zusammen bleiben“, erwidert Daniel. Beide schließen die Augen und genießen die wohlige Erschöpfung nach diesem stürmischen Liebesspiel und es dauert nicht lange, da zeigen die tiefen und regelmäßigen Atemzüge an, dass unsere Beiden eingeschlafen sind.

Gegen 18:00 geht das Telefon und, Stefan, durch das Bimmeln wach geworden, greift zum Hörer. „Ja bitte, wer ist denn da?“ fragt er. „Hier ist Frank, ich wollte fragen, was ihr heute Abend macht“, meldet sich Frank Mälzer.

„Daniel, Ditmar, Florian und ich wollen nach dem ersten Büffetgang hier im Haus bleiben, etwas Fernsehen oder Spielen und die Zeit bis zum Jahreswechsel gemeinsam verbringen. Tanja und Christian wollen nach dem Essen hinüber zum Unterwirt, wollen aber dann zum Jahreswechsel wieder hier bei uns sein und mit uns ins neue Jahr feiern“, gibt Stefan Auskunft.

„Dann werde ich erst mal nach dem Essen mit den beiden zum Unterwirt gehen und dann auch später wieder zurückkommen“, sagt Frank, „wir sehen uns dann beim Essen um 19:30 Uhr. Bis dann“, und legt auf.

Unsere Beiden stehen auf und machen sich für den heutigen Abend fertig. Um 19:20 machen sie sich auf den Weg zum Speiseraum, wo heute festlich gedeckt und ein fantastisches Büffet aufgebaut ist. Stefan hat seine Kamera mitgenommen und macht Bilder von dem noch unversehrten Büffet.

Langsam füllt sich der Raum und pünktlich erscheint die Familie Brendel, die heute Abend mit den Gästen zusammen essen wird. Nach eine kurzen Ansprache durch die Chefin ist das Büffet eröffnet und nach und nach gehen alle und suchen sich aus, was ihnen besonders gut schmeckt. Es herrscht eine gute Stimmung und die meisten werden wohl später auch zum Tanz gehen. So nimmt der letzte Abend des Jahres seinen Lauf.

Im Verlauf des weiteren Abends schauen unsere vier, nachdem Tanja, Christian und Frank mit der Masse der anderen Gäste zum Unterwirt gegangen sind, zuerst mal den Sketch „Dinner for one“, was zu den Pflichtsendungen an Silvester zählt. Ab 21:00 läuft dann eine Partysendung mit einigen sehr bekannten Musik und Comedystars, die unsere vier zunächst anschauen. Irgendwann schlägt Ditmar vor, ein bisschen Karten zu spielen und so beginnen sie, zum Zeitvertreib zunächst, ein wenig zu pokern. Da Stefan und Daniel das Spiel nicht richtig kennen, bringt Ditmar ihnen die Regeln bei und so langsam kommt das Spiel ins Laufen. Nach einer Stunde fangen sie dann an und spielen ein wenig um kleine Centbeträge, um den Reiz zu erhöhen und das Spiel ist jetzt richtig interessant. So geht die Zeit schnell vorbei und zwanzig Minuten vor Mitternacht tauchen die anderen drei auf.

„Habt ihr schon den Sekt bereit stehen“, will Tanja wissen, „es ist gleich Mitternacht und am besten gehen wir mit dem Sekt raus, um das Feuerwerk anzuschauen. Habt ihr was zum anziehen dabei, es ist sehr kalt draußen?“

„Immer mit der Ruhe, es sind noch 15 Minuten bis 24:00 Uhr, wir gehen mal schnell eine Jacke holen und in der Zeit kannst du dich um den Sekt kümmern“, erwidert Stefan und die Jungs machen sich auch gleich auf, etwas Warmes zum Anziehen zu holen.

Als sie zurückkommen, hat Christian schon 2 Flaschen Sekt und 7 Gläser besorgt und die Uhr zeigt 23:55 an. „Jetzt aber raus an die frische Luft“, ruft Tanja und sie gehen hinaus vor das Hotel, von wo aus man einen Teil der RAMSAU einsehen kann. Florian und Ditmar öffnen jeder eine der Sektflaschen und die Gläser werden gefüllt.

Daniel hat jetzt die Uhr im Blick und sagt: „Noch 45 Sekunden“, während jeder nun ein volles Glas bereit hält, „30 Sekunden“, hört man Daniel.

„10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 ,1 Prost Neujahr, ruft er und alle stoßen miteinander an und trinken einen Schluck auf das neu angefangene Jahr.

Nun beginnt ein großes Umarmen und Küssen und gegenseitiges Prost Neujahr Wünschen während gleichzeitig fast überall im Tal die Raketen in die Luft schwirren und bunte Lichter in den Nachthimmel schießen. Nach dem sich alle ein gutes neues Jahr gewünscht haben, stehen sie nun dicht beieinander und schauen dem Feuerwerk zu. Aus dem Hotel sind noch einige Gäste dazu gekommen, denen natürlich auch ein gutes neues Jahr gewünscht wird.

Nach etwa 15 Minuten, Daniel wird langsam kalt, entschließen sich unsere Freunde, wieder hinein zu gehen und dort noch ein Gläschen miteinander zu trinken. Da der morgige, beziehungsweise heutige Tag, keine besonderen Programm vorsieht, kann man ja lange ausschlafen.

Es kommt im Verlaufe der Nacht noch zu einer angeregten Unterhaltung und es wird noch so manches Gläschen Sekt geleert, bis gegen 3:00 Uhr die ersten anfangen zu gähnen. Ditmar und Florian, aber auch Frank, sind die ersten, die den Weg auf die Zimmer antreten und auch Daniel und Stefan sind müde und wollen schlafen gehen. „Alleine bleiben wir auch nicht hier“, sagt Christian und er und Tanja machen sich ebenfalls auf den Weg ins Bett.

So langsam kehrt Ruhe ein und unsere Beiden kuscheln sich nach einem kurzen Badbesuch eng aneinander ins Bett. „Ich liebe dich, gute Nacht mein Schatz“, sagt Daniel und gibt Stefan einen Kuss. „Ich hab dich auch ganz doll lieb, schlaf gut“, erwidert der und bald sind beide fest eingeschlafen.

Es ist schon fast 15:00 Uhr, als Daniel wach wird und sein Hals ist ganz trocken. Auch hat er einen leichten Kopfschmerz und er muss jetzt unbedingt was trinken. Er macht sich auf den Weg ins Bad, um dort zuerst einmal eine größere Menge Wasser zu trinken. Offensichtlich war es doch etwas zu viel Sekt gestern Abend, aber nachdem er nun getrunken hat, geht es ihm gleich schon viel besser. Pinkeln muss er und nach dem auch das erledigt ist, krabbelt er wieder unter die warme Bettdecke, um noch ein bisschen vor sich hin zu dösen. Dabei betrachtet er seinen Schatz, der noch immer fest schlafend auf der Seit liegt.

Auch Daniel schließt wieder die Augen und denkt über die letzten Tage nach. Heute vor zehn Tagen haben sie sich auf der Autobahn kennen gelernt und jetzt kommt es ihm vor, als würden sie sich schon sehr lange kennen. Eine Panne an seinem Käfer hat sie zusammen geführt und nun liegen sie beide hier zusammen, glücklich und zufrieden darüber, dass sie sich gefunden haben. Er grübelt darüber, ob es jetzt Zufall oder Schicksal oder was sonst auch immer ist, das sie beide zusammen geführt hat.

„Egal, was es war“, denkt er, „Hauptsache wir sind zusammen und ich wünsche mir, dass das auch immer so bleibt.“ Nun ist auch er wohl wieder eingeschlafen und ein zufriedenes Lächeln liegt auf seinem Gesicht.

Gegen 18:00 endlich wird auch Stefan wach und nach einem erstaunten Blick auf die Uhr macht er sich auf den Weg ins Bad, um sich mit einer heißen Dusche wach und fit zu machen. Daniel schläft noch fest und Stefan will ihn auch erst wecken, wenn er mit seiner Duschaktion fertig ist.

Als er nach 20 Minuten aus dem Bad kommt, setzt er sich zu Daniel auf das Bett und strubbelt ihm solange durch die Haare, bis er wach wird. Noch schlaftrunken schaut der ihn aus kleinen Augen an und grummelt: „Schon wieder Aufstehen?“ „Komm, es ist 18:30 und gleich gibt’s was zu essen unten. Heute haben wir noch nicht viel gegessen und ich habe einen Mordshunger.“

„Jetzt wo du es sagst, merk ich es auch. Mein Magen knurrt und ich werde mich beeilen“, sagt Daniel, erhebt sich aus den Federn und macht sich auf den Weg ins Bad.

Als sie dann beide fertig angezogen sind, gehen sie nach unten, um die knurrenden Mägen zum Schweigen zu bringen. Die meisten der anderen Gäste, auch die fünf Freunde, sitzen schon am Tisch und essen. Also gleich ans Büffet und kräftig zugelangt. Nachdem sie ihre Teller gefüllt und sie an den Tisch gekommen sind, werden sie herzlich begrüßt und auch sie begrüßen die Freunde.

Nun wird erstmal ausgiebig gegessen und die Unterhaltung ruht fast gänzlich. Als alle satt sind, kommt wieder ein Gespräch in Gang. Frank will morgen Mittag nach Bad Reichenhall fahren und dort die Saline besichtigen. Die ist von 14:00 bis 16:00 geöffnet und man kann dort alles über die Salzgewinnung hier in der Region erfahren. Unsere Freunde beschließen, mitzufahren.

Der weitere Abend verläuft ruhig, sie spielen ein wenig Poker und trinken noch ein, zwei Weizen bevor sie dann doch gegen 23:00 Uhr alle auf ihre Zimmer gehen. Die lange Neujahrsnacht wirkt doch noch ein wenig nach.

Stefan und Daniel sind dann auch bald im Bett gelandet und kuscheln sich zum Schlafen aneinander. Es dauert nicht allzu lange, bis sie eingeschlafen sind.

Das schon obligatorische Wecktelefon klingelt um 8:30 und ausgeschlafen und wieder fit dauert es heute Morgen gar nicht lange, bis Daniel und Stefan zusammen unter der Dusche landen. Nach einer ausgiebigen Dusche, wieder mit Pluseffekt, sind beide bald angezogen und auf dem Weg zum Frühstück. Heute sind sie mal vor den anderen da und holen sich am Büffet etwas zu essen. Der Speisesaal ist noch nicht sonderlich gefüllt und viele Gäste fehlen noch.

Als nächster kommt Frank, der auch gleich sein Frühstück holt, 10 Minuten später kommen dann auch die anderen vier und setzen sich mit ihrem Frühstück an den Tisch. Die Begrüßung ist herzlich und man lässt sich heute Morgen viel Zeit, das reichhaltige Frühstück zu genießen. Nach dem Frühstück beraten die Freunde, was man denn bis zur Abfahrt um 13:15 Uhr noch unternehmen könnte. Daniel und Stefan wollen einmal ein Stück durch die verschneite Ramsau in Richtung Hintersee spazieren gehen. Da die anderen keine Lust dazu haben, beschließen die Zwei, alleine einen Spaziergang zu machen.

Nach dem sie sich entsprechend angezogen haben, machen sie sich gegen halb elf auf dem Weg an der Straße entlang Richtung Hintersee. Es liegt hoher Schnee am Straßenrand und so gehen die beiden auf der Straße und nur, wenn ein Auto kommt, verlassen sie die Fahrbahn und warten am Rand, bis die Straße wieder frei ist.

Stellenweise ist die Straße sehr glatt und unter der fest gefahrenen Schneedecke ist eine Eisschicht. Die Autos, die vereinzelt fahren, haben fast alle Schneeketten aufgezogen. Etwa 600 Meter hinter dem Ortsausgang gehen unsere zwei auf der Straße entlang als aus Richtung Hintersee ein Geländewagen mit einem Anhänger, offensichtlich ein Viehanhänger, entgegen kommt. Für die Straßenverhältnisse fährt der sehr flott und Daniel geht ganz rechts an den Rand in den Tiefschnee, während Stefan am Rand der Straße weiter geht.

Der Fahrer des Wagens, offenbar durch die Fußgänger irritiert, bremst sein zu hohes Tempo ab. Da der Hänger keine Ketten hat, gerät er durch die Bremsung in eine Seitwärtsbewegung, rutscht aus der Spur nach links direkt auf Stefan zu. Innerhalb weniger Sekunden hat der Hänger Stefan erreicht, der vergebens versucht, von der Straße weg zu kommen, aber der außer Kontrolle geratene Hänger erwischt ihn mit der Hinterkante und schleudert ihn mit voller Wucht durch die Luft. Daniel schreit vor Entsetzen und sieht, wie sein Schatz nach ein paar Metern Flug hart auf der vereisten Fahrbahn aufschlägt. Dabei glaubt er, Stefans Knochen brechen zu hören. Mittlerweile ist der Hänger zurück auf die andere Seite geschleudert und stabilisiert sich nach ein paar heftigen Schlingerbewegungen und der Fahrer, der bestimmt den Unfall mit bekommen hat, fährt einfach weiter.

Daniel rennt schreiend und voll entsetzlicher Angst zu Stefan hin, kniet neben ihm auf dem Boden und ruft ununterbrochen seinen Namen. Stefan liegt etwas verdreht und offensichtlich bewusstlos auf der Straße. Am Kopf ist auf den ersten Blick nicht viel passiert, eine Platzwunde, die leicht blutet und Schrammen im Gesicht. Daniel zwingt sich nun, etwas ruhiger zu werden und fängt an, blitzschnell zu überlegen, was jetzt dringend getan werden muss. Er versucht, Stefan in eine stabile Seitenlage zu bringen. Als dieser bei dem Versuch laut anfängt zu stöhnen, lässt er jedoch sofort davon ab. Er sucht sein Handy und wählt 112. Die Notrufzentrale meldet sich und er gibt schnell und präzise durch, was und wo es passiert ist. Darüber hinaus äußert er den Verdacht, dass Stefan einen Becken oder sogar einen Wirbelbruch erlitten hat, als er seitwärts auf die Straße aufgeschlagen ist.

„Meines Erachtens nach besteht auch kältebedingt Lebensgefahr, kommen sie so schnell wie möglich, bevor mein Freund stirbt“, sagt er. „Wir schicken den Hubschrauber der Bergwacht mit einem Notarzt, schalten sie Ihr Handy nicht aus, ich habe Ihre Nummer aufgenommen und melde mich, sobald die Rettung unterwegs ist“, kommt die Antwort.

Nachdem das Gespräch zu Ende ist, wendet er sich wieder Stefan zu. Daniel zieht seine dicke Winterjacke aus und deckt Stefan damit zu, damit der so wenig Wärme wie möglich verliert. Nach ein paar Minuten kommt ein Auto aus Richtung RAMSAU. Als die Fahrerin die beiden auf der Straße sieht, hält sie an und schaltet die Warnblinkanlage ein. Es ist eine Frau, Mitte 30 etwa und sie geht schnell zu den beiden hin. „Was ist passiert, kann ich helfen“, fragt sie aufgeregt.

„Er ist angefahren worden und der Fahrer ist abgehauen. Haben sie etwas zum zudecken dabei, er darf nicht soviel Wärme verlieren? Die Rettung ist alarmiert, wir müssen jetzt warten, und in nach Möglichkeit warm halten“, gibt Daniel Auskunft. Die Frau läuft zurück zum Wagen und kommt mit einer Decke, einem Parka und dem Warndreieck zurück. „Hier, decken sie ihn zu, ich stelle in der anderen Richtung das Warndreieck auf.“ sagt sie und gibt Daniel Decke und Parka. Der deckt Stefan sorgfältig zu, so gut das möglich ist und streichelt ihm übers Gesicht. „Du darfst nicht sterben, halt durch, ich brauche dich“, sagt er leise. Stefan stöhnt, so als ob er ihn verstanden hätte aber seine Augen sind geschlossen und nichts deutet darauf hin, dass er bei Bewusstsein ist. Die Frau kommt zurück und fragt: „Kann ich was helfen?“ „Wir können nichts tun, außer warten“, sagt Daniel, „aber trotzdem Danke, dass sie uns helfen.“ Er erzählt ihr den genauen Unfallhergang und beschreibt auch das Fahrzeug und den Hänger. Die Zeit vergeht schnell.

Seit dem Unfall sind jetzt fast 12 Minuten vergangen, als das Handy geht. Schnell nimmt Daniel das Gespräch an. „Hallo, hier Daniel Schneider“, meldet er sich. „Hier ist die Bergwacht, der Helikopter ist in wenigen Minuten bei Ihnen. Ein Notarzt ist an Bord. Von Berchtesgaden ist die Polizei unterwegs zur Unfallstelle, die muss bald eintreffen, Ende“, sagt die Stimme am anderen Ende. „Danke, Ende“, sagt Daniel automatisch und drückt das Handy ab.

„Ich höre was“, sagt die Frau und schaut angestrengt in die Richtung, aus der sie Geräusche hört. Tatsächlich nähert sich ein Hubschrauber vom Typ Bell UH 1 D, der das Tal der Ache entlang kommt. Beide, Daniel und die Frau springen auf und stellen sich gut sichtbar auf die Straße und winken mit beiden Armen. Der Heli fliegt ein Stück über die Unfallstelle hinaus und setzt zur Landung auf der Straße an, da rechts und links der Straße eine Landung hier nicht möglich ist. Bei der Landung wird eine Menge loser Schnee aufgewirbelt und ein Teil davon fällt auf die Unfallgruppe herunter. Daniel hat sich über Stefan gebeugt und versucht ihn so gut wie möglich vor den Schnee zu schützen. Der Motor erstirbt und aus der geöffneten Seitentür kommen zwei vermummte Männer mit Koffer und Trage auf die Unfallstelle zu.

„Grüß Gott, ich bin der Doktor Leitner. Was ist passiert?“ fragt der Erste und stellt den Koffer neben Stefan in den Schnee. Daniel berichtet kurz den Unfallhergang und auch, was er gemacht hat. Der Arzt entfernt die Decken und Jacken und sagt: „Ziehen Sie Ihre Jacke jetzt schnell wieder an.“ Er beginnt, Stefan zu untersuchen und verschiedene Tätigkeiten dabei werden von Stefan mit einem Stöhnen beantwortet. Der andere, offenbar ein Rettungssanitäter hat mehrere Aludecken ausgepackt und deckt Stefan soweit wie möglich zu. Der Arzt, ca. 45 Jahre alt und sehr routiniert wirkend, sagt: „Wir bringen ihn jetzt zunächst mal ins Krankenhaus Berchtesgaden, und von dort, wenn es erforderlich ist, nach einer Erstversorgung je nach Schwere der Verletzungen nach Salzburg oder München.“ „Kann ich mit?“ fragt Stefan, „wir sind zusammen hier in Urlaub, und außer mir ist jetzt keiner für ihn da, Bitte!“ „Nun, bis nach Berchtesgaden nehmen wir sie mal mit, was dann weiter ist, muss sich dort entscheiden“, antwortet der Arzt und dann beginnen sie, Stefan mit der Spezialtrage ohne größere Bewegungen vorsichtig aufzuheben und in den Heli zu verbringen. Dort wird die Trage befestigt und der Pilot startet die Turbine. Stefan, der sich nochmals bei der Frau bedankt, hat den Arztkoffer genommen und läuft ebenfalls zum Heli. Die Polizei ist noch nicht vor Ort und nachdem die Türen verriegelt sind, erhebt sich die Bell in die Luft und dreht Richtung Berchtesgaden. Nach ca. 500 Metern sieht man von oben das Blaulicht der Polizei, die gerade den Ortsausgang der Ramsau passiert.

Im Heli beginnt der Notarzt direkt mit der weiteren Untersuchung. Da sich an Bord auch ein Sonographiegerät befindet, untersucht er Stefans Bauch und Beckenbereich. Dabei stellt er Daniel weitere Fragen nach dem genauen Ablauf des Unfalls und wo genau Stefan von dem Fahrzeug getroffen wurde. „Freie Flüssigkeit im Bauchraum, ich vermute einen Abriss des linken Harnleiters oder eine Blasenverletzung. Wenn ich richtig sehe, sind die Blutgefäße intakt. Es kommt jetzt auf jede Minute an, wen wir Schlimmeres verhindern wollen. Nieren und Milz ohne Befund.“ Er schaltet sein Bordsprechgerät um und ruft die Klinik: „Basis, hier Enzian II, landen in ca. 11:50 Uhr, Patient männlich, 22 Jahre, Verdacht auf Beckenringbruch linksseitig mit Harnleiter oder Blasenverletzung, Oberschenkelfraktur links, Schulterverletzung links und Schädelhirntrauma. Vorbereitung Not-OP, große Besetzung, Urologen und Neurologen zuziehen, CT vorbereiten – welche Blutgruppe hat er?“, geht seine Zwischenfrage an Stefan. Der antwortet: „Null negativ, wir haben dieselbe.“ Und wieder ans Krankenhaus: „Patient hat Null negativ, genug Konserven bereitstellen.“

Stefan wird nun vom Arzt und seinem Assistenten eine Beckenzwinge angelegt. Mit dieser wird das Becken stabilisiert, damit nicht noch mehr Komplikationen eintreten können.

„Klinik in Sicht, wir landen jetzt“, kommt es vom Piloten und der Heli dreht von oben in den Hof der Klinik ein, wo ein vom Schnee geräumter Landeplatz zu sehen ist. Nach dem Aufsetzen schaltet der Pilot die Turbine ab. Nun kommen von vorne zwei Leute mit einem Fahrgestell für die Trage und als der Rotor zum Stillstand gekommen ist, schiebt der Arzt die Türe des Helis auf.

Schnell, und doch sehr vorsichtig, wird die Trage mit Stefan auf das Gestell gepackt und eingerastet und schon geht’s in Richtung Eingang und dort weiter in den OP. Der Arzt zieht sich bereits auf dem Gang die Jacke aus und gibt die Daniel. „Bleib vor dem OP-Bereich sitzen, ich werde bei der OP dabei sein und wenn alles vorbei ist, dann komm ich zu dir, und Kopf hoch, wir tun alles, was wir hier leisten können.“

Die Trage mit Stefan verschwindet durch eine Große Doppeltür, ebenso der Arzt. Daniel zittert vor Aufregung und setzt sich auf einen der dort zum Warten aufgestellten Stühle. Immer wieder läuft der Unfall vor seinen Augen ab. Er zwingt sich, ruhig durch zu atmen und langsam wird er etwas gefasster. Er kommt sich auf einmal verlassen und einsam vor und Tränen verschleiern seine Augen.

Während der Heli mit Stefan und Daniel Richtung Klinik fliegt, hat jetzt die Polizei die Unfallstelle erreicht, an der die Frau gerade dabei ist, ihr Warndreieck und die Decke einzupacken. Die Beamten steigen aus und gehen zu Ihr hin. „Grüß Gott, wir konnten nicht schneller kommen, wissen Sie, was passiert ist?“, fragen sie die Frau. Die berichtet kurz, was ihr Daniel erzählt hat und was mit Stefan geschieht und weist auch darauf hin, dass der Verursacher mit einem Anhänger unterwegs ist und Unfallflucht begangen hat. Sie gibt alles so weiter, wie Daniel es ihr erzählt hat und einer der Beamten macht sich Notizen zu der Aussage. Nach dem sie noch die Personalien der Frau aufgenommen haben, machen sich die Beamten auf den Rückweg nach Berchtesgaden, während die Frau ihren Weg nach Hintersee fortsetzt.

Während Daniel vor sich hin schluchzt, kommt der Rettungssanitäter, der mit im Hubschrauber war und setzt sich neben ihn. Er legt ihm den Arm auf die Schulter und versucht ihn, zu trösten. „He Junge“, sagt er, „es wird schon alles gut. Der Doktor Leitner ist hier Oberarzt und der beste Chirurg, der hier arbeitet. Es ist gut, dass er heute Notfallbereitschaft hatte und dass er deinen Freund von Anfang an betreut hat. Wenn ihm hier einer helfen kann, dann der Doktor Leitner. Komm, wir beide gehen mal zur Aufnahme und regeln die Aufnahme soweit das geht. Bis hier jetzt einer rauskommt und dir was sagen kann, das dauert noch. Vielleicht willst du ja auch noch wo anrufen und Bescheid geben, was passiert ist. Ich bin übrigens der Boni Prex, Boni ist die Abkürzung von dem schönen Namen Bonifatius, den sich meine Erzeuger für mich ausgesucht haben.“ Das hatte aber nicht gerade freundlich geklungen, dachte Daniel für sich.

Sie machen sich auf den Weg und noch immer hat der Sani den Arm um Stefans Schulter gelegt, um ihm ein bisschen Trost und Halt zu geben. Bei der Anmeldung angekommen, macht der Sani zunächst Angaben zu dem Unfalleinsatz, dann wird Daniel nach Stefans Personalien gefragt. Bevor er antworten kann, sagt der Sanitäter, dass Daniel der Cousin des Unfallopfers ist und als einziger Verwandter hier in Berchtesgaden weilt. Die Frau nimmt nun die Personalien auf und erkundigt sich auch nach der Krankenkasse des Unfallopfers. Da Daniel weiß, dass Stefan privat versichert ist, er aber nicht weiß, bei welcher, sagt er: „Er ist auf jeden Fall privat versichert und bei seinen Papieren in seinem Geldbeutel ist auch eine Karte der Versicherung.“ Damit ist die Dame zunächst einmal zufrieden, und Daniel wird hier zunächst nicht mehr gebraucht

Er geht zurück in den Bereich in der Nähe des OP, wo er den Eingang sehen kann. Hier will er warten, bis der Notarzt oder ein anderer Arzt heraus kommt, damit er genau erfährt, wie schwer die Verletzungen sind, die der Stefan davon getragen hat und was weiter geschieht. Jetzt, nachdem Stefan im OP liegt und er wieder ganz allein hier sitzt, bricht die ganze Last der letzten Stunde über ihn herein und wieder laufen ihm Tränen die Wangen herunter. Warum musste das passieren, warum?, fragt er sich immer wieder. Er denkt an Stefans und an seine Eltern und an die Freunde, die jetzt gleich in den Bus steigen werden und keine Ahnung davon haben, dass Stefan hier wahrscheinlich mit dem Tod ringt.

Irgendwann, die Tränen sind versiegt, hört er Schritte auf dem Gang und er sieht den Rettungssanitäter kommen. Der hat zwei Becher Kaffee in der Hand. Davon hält er Stefan einen Becher hin, den dieser dankend annimmt und dann vorsichtig den heißen Kaffee schlürft.

„Da bin ich noch mal, ich habe mir gedacht, dass du jetzt einen Kaffee vertragen könntest“, sagt der Boni und setzt sich wieder neben Daniel, „ich denke, wenn die Operationen vorbei sind, kommt dein Freund auf die Intensivstation und morgen früh um 9:00 Uhr werden sie nach einer erneuten Untersuchung und Besprechung entscheiden, wie es weitergeht. Besuchen kannst du ihn aber heute noch, ich denke, dass es in 4 bis 5 Stunden möglich ist, wenn keine Komplikationen auftreten. Und keine Angst, dass er dein Schatz ist, hat wohl außer mir keiner gemerkt und ich werde es auch niemand auf die Nase binden. Deswegen habe ich gesagt, du bist der Cousin.“

„Mein Vater ist Arzt und ich kenn mich ein bisschen aus, ich fange dieses Jahr an, Medizin zu studieren und deshalb habe ich auch gewusst, dass Nichtverwandte keine Auskünfte bekommen und auch nicht auf Intensiv dürfen“, sagt Daniel, „aber warum hast du das getan?“

„Ich habe mir gedacht, dass ihr schwul seid und dass ihr zusammen gehört. Wenn du noch einmal gefragt wirst, dann bist du der Cousin und der einzig verfügbare Angehörige hier, alles klar?“ sagte der Sanitäter, „und ihr habt Stress genug, als das noch einer dieser bayerischen Superchristen sich über eure Liebe auslässt und hier Frechheiten macht. Jetzt muss ich dich hier erst mal allein lassen, weil ich noch meinen Dienst übergeben muss. Wir sehen uns später noch mal dann sehen wir weiter. Setz mal deine Leute zu Hause in Kenntnis und rede vor allem mit deinem Vater und sag ihm das, was du weißt. Seid ihr zu Hause geoutet?“

„Ja unsere Eltern wissen über uns Bescheid und sie haben uns diesen Urlaub zu Weihnachten geschenkt, weil sie froh waren, dass wir jetzt zusammen sind“, gibt Daniel zur Antwort, „und jetzt passiert so ein Unglück, ich kann es immer noch nicht fassen.“

Der Sanitäter verabschiedet sich und geht den Gang hinunter. Daniel überlegt, was er denn jetzt als nächstes tun will und er entschließt sich schweren Herzens, das Krankenhaus zu verlassen und erst mal zu Hause anzurufen. Mittlerweile ist es schon nach 16:00 Uhr und er begibt sich in die nächste Gaststätte, bestellt sich einen Kaffee und nimmt sein Handy raus. Während er wählt denkt er darüber nach, ob der Sanitäter vielleicht auch schwul ist.

Er ruft zunächst bei sich zu Hause an und als Mike sich meldet, sagt er: „Hallo, Bruderherz, gib mir bitte mal Papa ans Telefon.“ „Hi, Daniel, schön das du dich meldest. Warte einen Moment, Papa ist in der Küche, ich rufe ihn“, antwortet Mike und legt den Hörer ab und ruft seinen Vater.

„Hallo, mein Großer, was gibt’s denn so wichtiges?“, meldet sich Klaus am Telefon. „Papa, es ist was Schreckliches passiert. Stefan ist von einem Auto angefahren worden und ist schwer verletzt. Ich habe große Angst, dass er stirbt. Er liegt zurzeit hier im Krankenhaus. Ob er nach Salzburg oder München verlegt werden muss, entscheidet sich morgen früh.“

„O Gott, das ist ja furchtbar, was hat er denn genau, erklär mir alles, was du weißt“, antwortet Klaus.

„Er hat einen komplizierten Beckenbruch mit Absplitterungen und eine Oberschenkelfraktur. Die Schulter ist geprellt und er hat ein Schädel-Hirn-Trauma. Am schlimmsten ist wohl der Beckenbruch, da ist Flüssigkeit im Bauchraum aufgetreten, vielleicht ist ein Harnleiter gerissen, hat der Arzt zu mir gesagt. Später lassen sie mich vielleicht noch zu ihm. Ich habe angegeben, ich wäre sein Cousin, damit sie mich rein lassen.“

„Hast du seine Eltern schon verständigt“, will Klaus wissen. „Nein, Papa, ich wollte zuerst mit dir reden. Vielleicht kannst du ja dort anrufen und alles erklären. Ich werde dann morgen früh noch mal anrufen und mich bei Stefans Eltern melden. Jetzt will ich wieder rüber ins Krankenhaus uns sehen, ob sie mich zu ihm lassen.“

„Gut“, sagt Klaus, „Ich werde allen Bescheid geben. Stefans Vater kann dann gleich mal abklären, ob der ADAC vielleicht einen Rücktransport ins Saarland übernimmt, dann hätten wir den Jungen hier und wir könnten uns alle viel besser um ihn kümmern, als wenn er in München liegt.“

„Das ist eine gute Idee, Papa, darauf wäre ich jetzt nicht gekommen. Versucht mal, das gemeinsam hinzukriegen, du mit dem Krankenhaus und Gerd mit dem ADAC. Das wäre echt toll und ich frage morgen früh den Arzt, ob ein Transport ins Saarland möglich ist. Der Arzt, der an der Unfallstelle war, operiert jetzt auch und der heißt Leitner und der ist so alt, wie Du denke ich.“

„Leitner? Ja, da war ein Leitner mit mir in Heidelberg an der Uni, Xaver hieß der und war aus Bayern. Du kannst ihn ja bei Gelegenheit mal fragen, ob er auch in Heidelberg studiert hat um 1983 rum. Der war immer sehr nett mir gegenüber aber manchmal auch ein wenig seltsam. Irgendwer hat dann auch mal gesagt, er wäre vielleicht schwul, aber das glaube ich nicht so recht. Du, sagst du ihm bitte nicht, dass ich das gesagt habe. So, Junge, wir machen jetzt alles so, wie wir es besprochen haben“, sagt Klaus, „und Kopf hoch mein Junge, wir schaffen das schon. Stefan braucht jetzt einen starken Freund und keinen Jammerlappen. Gib ihm Halt und Kraft und zeig ihm, dass du ihn liebst und dann wird schon alles wieder gut. Tschüss, mein Großer.“ „Tschüss, Papa und Danke, ich melde mich wieder“, sagt Daniel und legt auf. Daniel macht sich wieder auf den Weg zurück zum OP-Eingang.

Etwa viereinhalb Stunden nach Stefans Eintreffen im Krankenhaus öffnet sich die Tür vom OP-Bereich und Dr. Leitner kommt heraus. Er sieht erschöpft aus, aber aus seinem Gesicht strahlt doch eine gewisse Zuversicht. Er setzt sich neben Daniel und legt einen Arm um seine Schulter.

„So, junger Mann, wir haben deinen Freund operiert und es ist alles sehr gut verlaufen. Der Beckenbruch wurde mit Platten und Schrauben fixiert, der Harnleiter wiederhergestellt und die Flüssigkeit im Bauchraum wurde beseitigt. Wenn keine Komplikationen eintreten, wird alles so werden, wie es vorher war. Die Fraktur des Oberschenkels konnte auch problemlos gerichtet und vernagelt werden. Die Schulter ist schwer geprellt und ein großes Hämatom wird die Schulter wohl noch etwas länger bunt färben. Eine schwere Gehirnerschütterung wird wohl auch noch in den nächsten Wochen für Kopfweh sorgen und viel Bettruhe ist angesagt. Alles in allem muss ich sagen, dass dein Freund…“

„Er ist mein Cousin“, wirft Daniel dazwischen.

„Dann eben Cousin“, fährt der Arzt fort, „viel Glück im Unglück hatte. Instabile Beckenbrüche haben sehr oft Auswirkungen auf die Blase und auf den Darm und ein Dauerkatheder oder ein künstlicher Darmausgang sind bei solchen Unfällen keine Seltenheit. Ich denke, das wäre für eure natürlich rein ‚verwandtschaftliche‘ Beziehung eine Katastrophe.“ Dabei ist ein leichtes Grinsen auf seinem Gesicht.

„Ich habe meinen Vater informiert und er möchte Stefan mit dem ADAC in die Klinik nach Saarlouis verlegen lassen. Dabei habe ich auch ihren Namen erwähnt und er bat mich, sie zu fragen, ob sie in Heidelberg studiert haben so um 1983 rum?“, fragte Daniel.

Dr. Leitner bekam große Augen, das Grinsen verschwand und er musterte Daniels Gesicht noch einmal besonders aufmerksam. „Heißt du vielleicht Schneider?“ fragt er Daniel, worauf der antwortet: „Ja, Daniel Schneider.“

„Und dein Vater, heißt der vielleicht Klaus?“, fragt Leitner weiter und schaut Daniel weiter ins Gesicht.

„Ja, mein Vater heißt Klaus Schneider und hat auch in Heidelberg studiert“, antwortet Daniel wiederum.

„Deswegen kam mir dein Gesicht so bekannt vor, nur hatte ich noch keine Zeit, weiter darüber nachzudenken. O mein Gott, das ist schon so lange her“, kommt es nun von Dr. Leitner. „Ja, ich kannte deinen Vater, wir waren im gleichen Semester.“

Er erhebt sich schnell und will gehen. „Haben Sie schlechte Erinnerungen an meinen Vater oder warum müssen Sie so plötzlich weg?“, will Daniel wissen und steht ebenfalls auf. „Schlechte? Nein im Gegenteil, aber ich möchte nicht darüber reden“, antwortet Dr. Leitner. Daniels Gehirn arbeitet und im dämmert da etwas, und er sagt: „Wer, wenn nicht ich wäre denn die Person, mit der sie darüber reden könnten. Reden ist manchmal besser, als immer alles zu verdrängen.“

„Was weißt du schon vom Leben, junger Mann, darüber reden würde auch nichts mehr ändern und bestimmt auch nichts helfen“, antwortet Leitner jetzt fast schon schroff.

„Wir reden hier über meinen Vater, den ich sehr liebe und der mich, obwohl ich schwul bin, genau so liebt und den Sie, Dr. Leitner oder Xaver, wenn ich alles richtig deute, vielleicht auch mal sehr geliebt haben“, sagt Daniel und fügt hinzu, „der aber Ihre Liebe nie hätte erwidern können, weil er nicht schwul ist. Ist es das, worüber Sie nicht reden möchten?“

Dr. Leitner stöhnt auf, lässt sich auf den Stuhl zurück sinken und bedeckt sein Gesicht mit den Händen. Jetzt ist es Daniel, der den Arm um seine Schulter legt und ihn ein wenig an sich zieht.

Nach ein paar Minuten sagt Xaver Leitner: „Du gehst jetzt hoch zur Intensivstation, dort klingelst du und wenn du umgezogen bist, lassen sie sich zu deinem Freund. Der braucht dich jetzt dringend. Später komme ich auch dorthin und dann schick ich den Pfleger eine Pause machen. Vielleicht bin ich dann bereit, mit dir zu reden. Das weiß ich jetzt noch nicht.“

Sie erheben sich beide und gehen den Flur entlang in den Eingangsbereich. Von dort aus geht Daniel in den ersten Stock und dort zur Intensivstation. Dort muss er jedoch noch warten, bis er zu Stefan darf. Also wieder sitzen und warten und wieder grübeln und grübeln. Wieder stützt er sein Gesicht in seine Hände und seine Augen werden wieder feucht.

Xaver Leitner verlässt die Klinik und geht in die Stadt. Er ist aufgewühlt und er will seine Schwester aufsuchen, die am Doktorberg wohnt. Das sind nur ein paar Minuten zu Fuß. Mit ihr will er über die Ereignisse reden, da sie die einzige ist, der er sich je offenbart hat und die immer zu ihm gehalten hat.

Währenddessen treffen im Speisesaal des Hotels die anderen Fünf zum Abendessen zusammen. Sie setzen sich an den Tisch und warten noch ein wenig auf Daniel und Stefan, bevor sie anfangen, zu essen. Als sie fertig sind mit Essen, sind Daniel und Stefan immer noch nicht erschienen.

Nachdem die beiden schon bei der Abfahrt gefehlt haben, machen sich die anderen doch Gedanken, als die zwei auch nicht zum Abendessen erscheinen. Als Frank an der Rezeption nachfragt, erfährt er, dass die beiden seit heute Morgen im Hotel nicht mehr gesehen worden sind.

Derart beunruhigt informiert er die anderen und sie gehen dann zusammen in die Gaststube, um sich zu besprechen und den Tag mit einem oder zwei Weizen zu beenden.

„Ich bin mal gespannt“, sagt Ditmar, „was für eine Erklärung wir morgen hören.“

Darauf hin kann sich Tanja nicht verkneifen, zu sagen, dass es am Anfang einer intensiven Beziehung einfach auch mal wichtigeres gibt, als eine Saline zu besichtigen. „Ich denke, als eure Beziehung so jung war, ist auch mal das ein oder andere nicht gemacht worden, weil es einfach wichtigeres und schöneres zu tun gab“, sagt sie den beiden, und mit leichtem Rotschimmer im Gesicht sagt Florian: „Du hast ja recht und eigentlich sind sie ja zu beglückwünschen, weil für beide noch alles so frisch und rosarot ist. Wenn ich daran denke, wie das bei uns am Anfang war, dann bin ich ein bisschen neidisch auf die beiden. Aber dass keiner weiß, wo sie zurzeit stecken, ist schon mehr als sonderbar.“

„Die wollten doch heute Morgen einen Spaziergang machen“, sagt nun Frank, „da wird doch nichts passiert sein? Ich habe eben auf dem Parkplatz draußen gehört, dass am Vormittag ein Rettungshubschrauber Richtung Hintersee geflogen ist. Es ist nicht Stefans Art, ohne Nachricht einfach weg zu bleiben. Ich frag mal beim Geschäftsführer nach, ob der etwas gehört hat.“ Er macht sich auf den Weg zur Rezeption und sagt dort, dass er gerne mal mit Herrn Brendel sprechen möchte. Als dieser kommt, erklärt er die Situation und fragt: „Kennen Sie keinen bei der Polizei oder Feuerwehr, der was wissen könnte, ob da ein Unfall war oder weshalb der Hubschrauber im Tal war?“

„Mein Schwager ist bei der Rettung, den werde ich gleich mal anrufen“, sagt der Geschäftsführer und greift zum Telefon. „Hallo, Franzl, Grüß Gott, wie schaut’s denn bei euch“, fragt er in den Hörer. „Du, hör mal“, sagt er, nachdem er seinem Schwager zugehört hat, „wir vermissen zwei Hotelgäste, zwei junge Männer, die heute Morgen von hier aus Richtung Hintersee gelaufen sind. Ist dir nix bekannt, ob irgendwas passiert ist?“

Am Gesicht von Herrn Brendel kann Frank schon die Antwort ahnen, denn der ist blass geworden und schaut sehr erschrocken aus. „Ich danke dir, Franzl, bis nachher“, sagt dieser und legt auf.

„Es ist heute Morgen gegen 11:00 Uhr ein Mann von einem Auto mit Anhänger niedergefahren worden. Er wurde schwer verletzt mit dem Hubschrauber ins hiesige Krankenhaus geflogen. Mein Schwager erkundigt sich gleich jetzt nach dem Namen und will auch was über den Zustand des jungen Mannes in Erfahrung bringen. Er ruft wieder an, sobald er etwas weiß“, sagt Herr Brendel jetzt zu Frank gewandt, „gehen sie zurück in die Gaststube, ich werde sie umgehend informieren, sobald ich was Genaues erfahre.“

Als Frank zurück zu den Anderen kommt, ahnt jeder der Vier, dass es unangenehme Neuigkeiten gibt. Frank schildert kurz das Gespräch und das Telefonat von Herrn Brendel und fügt hinzu: „Wenn das wirklich einen unserer beiden Freunde erwischt hat, müssen wir sofort ins Krankenhaus fahren. Auch wenn wir dort nicht helfen können, braucht der andere unseren Trost und unsere Unterstützung.“

Sie beschließen, wenn sich die Ahnung bewahrheitet, dass Daniel oder Stefan Opfer eines Unfalls geworden ist, dass sie ein Taxi ordern und ins hiesige Krankenhaus fahren wollen. Sie sitzen nervös am Tisch und warten auf eine Nachricht von Herrn Brendel.

Es sind keine 10 Minuten vergangen, als Herr Brendel an ihren Tisch kommt. Er lässt sich auf einen Stuhl fallen und sagt: „Unsere Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Das Unfallopfer heißt Stefan Groß und ist erheblich verletzt worden. Er liegt in der Klinik und wird eventuell morgen in eine andere, größere Klinik verlegt. Sein Cousin ist bei ihm im Krankenhaus. Das ist erst mal alles, was der Franzl auf die Schnelle erfahren hat. Mehr wird der Arzt wohl auch nicht dazu sagen, da wir ja keine Verwandten sind. Wenn ich noch was erfahre, gebe ich Ihnen Bescheid.“

„Wir haben beschlossen, mit einem Taxi ins Krankenhaus zu fahren, und uns um die Beiden zu kümmern, soweit das möglich ist“, sagt jetzt Tanja, „würden Sie bitte ein Taxi kommen lassen, wir gehen noch unsere Jacken holen und treffen uns wieder hier.“

Herr Brendel erwidert: „Ein Taxi ist da wohl zu wenig, aber mein Sohn kann sie mit unserem VW-Bus, der hat Allradantrieb und Winterausrüstung, ins Krankenhaus fahren. Ich sag dem Bescheid, Sie können ja dann Ihre Jacken holen. Kommen Sie bitte wieder hier her. Der Junge wird hier auf Sie warten.“ Und schon machen sich alle auf den Weg.

Kurz darauf, unsere Fünf warten schon warm angezogen, kommt der junge Markus Brendel.

„So, die Herrschaften, der VW-Bus steht vor der Türe. Wegen mir kann es losgehen.“ Alle gehen nach draußen, wo der Bus mit laufendem Motor steht. Sie besteigen das Auto und los geht’s, zur Hauptstraße hinunter und dann die ACHE entlang Richtung Berchtesgaden

Nach 25 Minuten Fahrt auf schneebedeckten und teilweise glatten Straßen kommen unsere fünf Freunde am Krankenhaus an. Sie bedanken sich bei Markus Brendel fürs Hinbringen und gehen dann zum Eingang. An der Anmeldung übernimmt Tanja das Reden und fragt gezielt nach Stefan Groß und nach dem Verbleib des Cousins Daniel Schneider.

Sie werden zu einem Flur im Erdgeschoss geschickt, an dessen Ende sich der Zugang zur Intensivstation befindet, die sie aber wohlweißlich nicht betreten dürfen. Dort müsste sich der gesuchte Daniel befinden, wenn er nicht zwischenzeitlich die Erlaubnis zum Betreten der Intensivstation und zum Besuch bei Stefan erhalten hat.

Als sie um die Ecke biegen und in den Flur hineinsehen können, sehen sie Daniel, der am Ende des Flurs wie ein Häufchen Elend auf einem der dort zum Warten aufgestellten Stühle sitzt. Er hat den Kopf gesenkt und Tränen stehen in seinen Augen.

Erst als sie ihn fast erreicht haben, bemerkt er sie und tief aufschluchzend lässt er sich von Tanja umarmen, die ihn an sich drückt und über seine Haare streichelt. „Es wird schon alles wieder gut, Kleiner“, sagt Tanja leise zu ihm und lässt sich, ihn immer noch umarmend, auf den Stuhl neben Daniel sinken. Auch die anderen setzen sich und schauen betreten auf Daniel.

Frank bricht das Schweigen und fragt, ob die Eltern von Stefan schon Bescheid wüssten und er will natürlich, wie die anderen auch, endlich wissen, was denn nun wirklich passiert ist.

Nachdem sich Daniel ein wenig gefangen hat, erzählt er, wie sich der Unfall zugetragen hat und was danach noch alles geschehen ist. Auch den Plan, Stefan, sobald es zu verantworten ist, ins Saarland zu verlegen, teilt er den Freunden mit.

„Ich warte jetzt darauf, dass ich endlich zu ihm darf und ihn sehen und anfassen und mit ihm reden kann. Ich bin halbverrückt vor Angst und hätte das hier nicht mehr lange alleine ausgehalten. Danke, dass ihr gekommen seid“, sagt er zu den Anderen.

„Wozu hat man denn Freunde, wenn nicht in der Not“, sagt Tanja und drückt ihn noch ein bisschen fester.

Wir verlassen jetzt mal die sechs Freunde und schauen nach Saarlouis. Dort tagt der Familienrat unter Vorsitz von Stefans Vater. Er und seine Frau wurden von Klaus und Edith persönlich informiert und auch die Zwillinge wollten unbedingt dabei sein, nachdem sie erfahren haben, was passiert ist. Nun sitzen sie alle im großen Wohnzimmer von Stefans Eltern und nachdem Klaus die Informationen von Daniel weitergegeben hat, beginnt Gerd einen Plan für das weitere Vorgehen zu machen.

„Petra, du rufst jetzt sofort den ADAC an, die Mitgliedsnummer ist auf der Karte und sage, dass ich den Jungen hier nach Saarlouis ins Krankenhaus haben will. Schilder die Situation, dass er sowieso verlegt werden soll und sage, dass wir eine schnelle Antwort brauchen, weil morgen früh darüber entschieden werden soll, wohin die Verlegung gehen soll. Klaus, du kannst mal versuchen, das Krankenhaus zu erreichen und mit einem Arzt zu sprechen, um Einzelheiten zu erfahren. So bald wir Bescheid vom ADAC haben, dass die Verlegung klappt, müssen wir dem Krankenhaus in Berchtesgaden mitteilen, was wir geplant haben und ob das medizinisch vertretbar ist, und der ADAC muss uns mitteilen, wie der Ablauf geplant ist.“

Klaus sagt noch: „Wenn Stefan transportfähig ist, muss er mit dem Hubschrauber zum nächsten Flugplatz, in dem Fall wohl Salzburg gebracht werden. Dort muss das Flugzeug des ADAC den Jungen übernehmen und nach Saarbrücken bringen. Der Transport von Saarbrücken nach Saarlouis kann dann wieder mit dem Hubschrauber, vielleicht auch mit dem Krankenwagen erfolgen.“

Die Haustür geht und man hört Leute kommen. „Das können nur Olli und Kerstin sein“, sagt Gerd und schon kommen die beiden zur Wohnzimmertüre herein. Auch sie setzen sich in die Runde und Gerd informiert die Beiden über den Stand der Dinge. Olli will wissen, ob sich der Zustand von Stefan gebessert hat. „Wir wissen“, sagt Klaus, „welche Verletzungen er hat und dass er im Moment wohl einigermaßen stabil ist. Aber bei einem komplizierten Beckenbruch kann es immer üble Komplikationen geben und ich wäre froh, wenn er hier in der Klinik wäre. Aber das ist das nächste, was wir versuchen wollen, ihn mit dem ADAC-Rückholservice morgen eventuell hier her zu schaffen.

Nun kommt Petra und bringt das Telefon mit: „Hier Klaus, der Mann vom ADAC will soviel Einzelheiten wie möglich, um alles zu organisieren. Rede du mit ihm, du weißt am besten über alles Bescheid, weil du mit Daniel gesprochen hast.“

Klaus übernimmt das Telefon und geht nach nebenan, um ungestört mit dem ADAC reden zu können. Von dort ruft er auch gleich im Anschluss das Krankenhaus in Berchtesgaden an, dessen Telefonnummer hatte Mike schon bei ihnen zu Hause im Internet gesucht.

In der Klinik in Berchtesgaden hat sich die Tür zur Intensivstation geöffnet und ein Pfleger winkt Daniel zu sich. „Sie dürfen jetzt mal für zwei Stunden zu ihrem Verwandten hinein. Der Zustand hat sich verbessert, die Operationen sind gut verlaufen und er schläft tief. Den anderen empfehle ich die Cafeteria, dort ist der Aufenthalt angenehmer und der junge Mann kann ja später dort hin gehen.“

„Frank, ruf bei Stefans Eltern an und sag, dass er schläft und dass sein Zustand leicht verbessert ist. Sie machen sich wahnsinnig Sorgen und wollen versuchen, ihn nach Hause ins Saarland zu verlegen. Vielleicht gibt es ja schon was Neues zu erfahren“, sagt Daniel noch, bevor er mit dem Pfleger durch die Türe verschwindet.

Der Pfleger gibt Daniel grüne, sterile Kleider und auch was für über die Schuhe zu ziehen. Nach dem er die Sachen angezogen hat und sich die Hände desinfiziert hat, geht er mit dem Pfleger in den Raum, in dem Stefan liegt. Mehrere Infusionen und Überwachungskabel sind an seinen Freund angeschlossen worden. Das Gesicht ist sehr blass und der Brustkorb hebt und senkt sich leicht beim Atmen.

Der Pfleger schiebt Daniel einen Hocker hin, sodass er sich an das Bett setzen kann. Daniel überkommt ein beklemmendes Gefühl, als er seinen Schatz so da liegen sieht und er setzt sich zu ihm und beginnt, seine Hand zu streicheln.

„Ich gehe jetzt nach nebenan, sie können mich dort durch die Scheibe sehen und ich kann auch von dort alles überwachen. Nebenan liegt ein Infarktpatient und da muss ich jetzt mal nachschauen. Der Doktor kommt auch in einer Stunde und schaut, ob alles in Ordnung ist“, sagt der Pfleger und wechselt rüber in den Nachbarraum.

Das leise, sich ständig wiederholende Piepen zeigt Daniel, dass das Herz ruhig und gleichmäßig schlägt. Das beruhigt ihn ein wenig und er konzentriert sich darauf, den Arm und die Hand zu streicheln.

„Mein armer Schatz, was musst du nur ertragen“, beginnt er leise auf Stefan einzureden und er redet und redet über alles Mögliche, erzählt, dass die Eltern informiert sind und in großer Sorge um ihn, dass sie ihn nach Saarlouis bringen wollen und dass er dann zu Klaus ins Krankenhaus soll. Offensichtlich merkt Stefan im Unterbewusstsein, dass jemand bei ihm ist und ihn streichelt. Der Pulszähler, der vorhin noch 93 anzeigte, zeigt nun nur noch 78 Schläge pro Minute an und Daniel streichelt und redet weiter und macht sich selber Mut.

Nach einer Stunde erscheint der Doktor Leitner, und er ist nicht mehr so bedrückt wie noch vor zwei Stunden.

„Hallo“, sagt er zu Daniel, „dann lass uns mal schauen, wie es deinem Freund geht.“

Er horcht den Brustkorb ab und liest die Aufzeichnungen der Geräte ab. „Ich bin ganz zufrieden mit dem Stand der Dinge“, sagt er zu Daniel, „wenn die 2 Stunden vorbei sind, fährst du ins Hotel und versuchst, zu schlafen. Morgen um 7:00 kannst du dann wieder kommen und bis kurz vor der Visite, bei der wir über eine Verlegung entscheiden wollen, bei ihm bleiben.“

„Seine Eltern wollen ihn mit dem ADAC nach Saarlouis fliegen lassen. Dort in der Klinik arbeitet auch mein Vater als Arzt und dort könnten wir uns auch ständig um ihn kümmern“, sagt Daniel.

„Gut, das hast du mir ja schon gesagt, ich denke, dass schon die Möglichkeit besteht, aber das entscheiden wir nach der Untersuchung morgen früh. Ich denke, dass im Laufe der Nacht oder morgen früh der ADAC sich bei uns meldet, um Einzelheiten abzusprechen. Die schicken dann auch immer einen Arzt mit, wenn es, wie in diesem Fall, medizinisch notwendig ist. Aber das sehen wir dann morgen. Ich gehe jetzt noch nach nebenan und wenn ich dort fertig bin, dann reden wir noch ein wenig und dann bring ich dich nach draußen und wir sehen uns dann morgen früh.“

Nach weiteren 25 Minuten wird der Pfleger in eine halbstündige Pause geschickt und Xaver Leitner kommt wieder in den Raum in dem Stefan liegt und Daniel nun auf das kommende Gespräch wartet. Doktor Leitner hat sich nun ebenfalls einen Hocker genommen und setzt sich Daniel gegenüber. Nachdem er ihn noch einmal intensiv angeschaut hat, beginnt er zu erzählen.

„Ich stamme aus einer hier ansässigen streng gläubigen Familie und als ich damals merkte, dass ich mir aus Frauen nichts mache, ich war 16 Jahre alt, da war das für mich ein großer Schock. Man würde das nie akzeptieren und mich lieber davon jagen. Ich wollte es zu diesem Zeitpunkt auch nicht akzeptieren und kapselte mich total ab. Ich stürzte mich wie verrückt auf meine schulische Arbeit und verließ das Haus fast nur noch, um in die Schule zu gehen.

Meine Eltern redeten viel auf mich ein, aber ich ließ keinen mehr an mich heran. Es gab Spannungen, und meine Eltern schickten mich die letzten zwei Schuljahre auf ein Internat hier in Bayern. Während der letzten Monate in dem Internat begann dann mein persönliches Outing, ich begann mein Schwulsein zu akzeptieren, aber richtig glücklich darüber war ich nicht. Nach dem Abitur, ich hatte das Beste der ganzen Anstalt, ging ich dann nach Heidelberg zum Medizinstudium.

Dort sah ich dann auch deinen Vater und ich verliebte mich so in ihn, dass es mich jedes Mal fast zerriss, wenn ich ihn sah. Ich traute mich aber nie, ihn anzusprechen, auch, weil ich bald wusste, dass er eine Freundin hatte, die Studentin war, wie wir. Sie studierte allerdings etwas Sozialwissenschaftliches. Ich hielt das Ganze 4 Semester durch, dann wechselte ich die Uni und ging nach München. Trotzdem ging mir dein Vater nicht aus dem Kopf und wie damals, als ich merkte, dass ich schwul bin, so stürzte ich mich auch jetzt wie ein Verrückter in die Arbeit. Ich studierte, an den Wochenenden half ich einem Professor in der Pathologie und, wenn dann noch Zeit war, ging ich in Krankenhäusern arbeiten. Kontakt hier nach Hause hatte ich eher selten, außer zu meiner Schwester.

Die hatte sich, gegen den Willen meiner Eltern von ihrem Mann scheiden lassen und war damit in der Familie in Acht und Bann gefallen. Dass der sie schlug und betrog, das war den Pharisäern nicht wichtig genug. Scheiden konnte in ihren Augen nur der Tod.

Mit ihr verband mich viel und sie war auch die erste überhaupt, die aus meinem Mund erfuhr, dass ich schwul war. Sie hatte das wohl schon länger vermutet, aber nie etwas verlauten lassen. Sie brachte mir Verständnis entgegen und richtete mein Ego immer wieder auf und sie riet mir, mir einen Partner zu suchen und endlich mein Leben zu leben. Das hätte natürlich bedeutet, dass ich in München bleiben müsste, wenn ich mit dem Studium fertig wäre.

In dieser Zeit hatte ich mich immer noch nicht innerlich von deinem Vater gelöst und jeden Mann, der mir irgendwie auffiel, verglich ich mit ihm und dann war das in der Regel schon vorbei, bevor es angefangen hatte.

Als ich 30 wurde, hatte ich einen guten Facharztabschluss in Allgemeinmedizin, Chirurgie und Unfallchirurgie und einen in Sportmedizin. Dann wurde ich als Stabsarzt bei den Gebirgsjägern hier im benachbarten Strub eingezogen und machte dort 15 Monate Dienst.

Zum Ende dieser Zeit wurde mir dann die Stelle eines Oberarztes hier angeboten. Die nahm ich an und bin seit dieser Zeit hier und heute Chefarzt der Chirurgie.

Nun bin ich seit einigen Monaten zum zweiten Mal in meinem Leben verliebt, aber ich habe mich wieder nicht getraut, die Person anzusprechen, obwohl ich des Öfteren die Gelegenheit hätte.

So, Daniel, jetzt weißt du so ziemlich alles über mich und mein verkorkstes Leben und jetzt weißt du auch, welche Rolle dein Vater in diesem Leben gespielt hat, ohne je davon zu wissen. Ob du ihm das erzählen willst, das überlasse ich dir.“

Daniel hat sehr aufmerksam zugehört und versucht, alle Informationen und Eindrücke unter einen Hut zu bekommen.

„Darf ich Xaver zu dir sagen“, fragt er und schaut Dr. Leitner an. „Ja, Daniel, du darfst Xaver zu mir sagen“, antwortet Xaver.

„Du hast mit dem, in den du dich verliebt hast, nie geredet, warum? Hast du vielleicht Angst vor den Veränderungen, die durch ein Outing auf dich oder euch zukommen?“ fragt Daniel weiter.

„Schau, Daniel, ich bin 45 Jahre, bin hier Chefarzt und hier ist meine Heimat. Wenn ich mich offenbare und der Betroffene ist nicht schwul, dann ist meine Existenz, alles was mein jetziges Leben bedeutet, ernsthaft gefährdet. Ich habe Angst, richtig Angst, allein irgendwo noch mal neu anfangen zu müssen. Wenn ich wüsste, dass er so empfindet wie ich, dann wäre mir das alles egal, denn mit ihm zusammen würde ich überall hingehen und neu anfangen. Aber ich habe mich halt bis heute nicht getraut, ihn zu fragen oder ihn merken lassen, wie viel er mir bedeutet. Die Situation ist ähnlich wie damals mit deinem Vater, den ich jeden Tag gesehen habe und dem ich mich auch nie getraut habe zu sagen, was ich für ihn empfinde. Die bittere Wahrheit, Daniel ist, dass ich ein Feigling bin, dass ich leide, nur weil ich ein erbärmlicher Feigling bin.“

Daniel war aufgestanden und hatte Xaver in den Arm genommen. „Du musst allen Mut zusammen nehmen und ihn mal einladen, vielleicht mag er dich und du hast es nur noch nie gemerkt“, sagte er. „Ist er auch allein, und wie alt ist er“, fragte er dann weiter. „Ich weiß fast alles über Ihn, er ist 35, er arbeitet schließlich hier und ich habe Einsicht in die Personalunterlagen, aber da steht halt nicht drin, ob einer schwul ist oder nicht“, antwortet Xaver leise.

Daniel setzt jetzt alles auf eine Karte und fragt: „Willst du mir nicht sagen, wer es ist?“

„Nein, es hat eh keinen Zweck und ich will dich nicht auch noch mit meinen Problemen belasten, du hast selber Probleme genug mit deinem Freund und die sind im Moment wichtiger als meine. Genug davon jetzt, der Pfleger kommt gleich zurück und ich will bei deinem Stefan jetzt noch mal alles kontrollieren“, antwortet Xaver jetzt fest und bestimmt, erhebt sich und bringt den Hocker wieder in den Nebenraum. Dann kontrolliert er die Werte des Patienten der dort liegt.

Als er drüben fertig ist, kommt er zurück und beginnt, Stefans Werte zu kontrollieren. Als er fertig ist, sagt er zu Daniel: „Es sieht alles recht gut aus und ich denke, dass er das Schlimmste überstanden hat. Du musst jetzt ins Hotel fahren und ein bisschen schlafen. Stefan lassen wir auf jeden Fall noch tief schlafen bis morgen früh. Ich werde persönlich auf deinen Schatz achten und morgen früh ab 7:00 Uhr kannst du wieder kommen. Vielleicht haben wir auch bis dahin was vom ADAC bekommen und ich weiß näheres, wie die Verlegung und wann die Verlegung stattfinden soll.“

„OK, ich würde zwar lieber hier bleiben, aber wenn er sowieso schläft und du auf ihn aufpasst, kann ich ja vielleicht auch etwas schlafen. Zu dir habe ich volles Vertrauen und ich bin echt froh, dass ich dich kennen gelernt habe, auch wenn die Umstände so beschissen waren und mein Schatz so leiden muss. Aber sei versichert, morgen um 7:00 Uhr bin ich wieder da und ich werde mich bemühen, das was du für uns getan hast, irgendwie wieder gut zu machen.“

Xaver lacht ein bisschen und sagt: „Als Erzbayer sag ich jetzt zu dir, schleich di, das heißt raus mit dir“, und er fasst Daniel an der Schulter und schiebt ihn zur Tür. Im ersten Moment ist Daniel versucht, Xaver noch einmal in den Arm zu nehmen, aber da sieht er den Pfleger zurückkommen und unterdrückt sofort sein Verlangen.

So wird er von dem Arzt hinaus begleitet und er geht mit viel mehr Hoffnung, aber auch mit leicht gemischten Gefühlen in die Cafeteria, wo die Freunde auf ihn warten. Nachdem er einen Bericht zur Lage abgegeben hat, beschließen sie, mit zwei Taxen ins Hotel zurück zu fahren.

Vom Hotel aus ruft Daniel erneut seinen Vater an, den er zuerst zu Hause nicht erreichen kann. Als er dann bei Stefans Eltern anruft, kann er gleich mit seinem Vater sprechen. Er berichtet über den Zustand von Stefan. Die Auskünfte sorgen auch in Saarlouis dafür, dass sich die Lage ein bisschen entspannt.

Klaus teilt mit, dass der ADAC den Transport übernimmt, genaueres aber mit dem Krankenhaus in Berchtesgaden abklären will.

Die kriegen auch dann Bescheid, wann der Flug stattfinden kann. „Sie gehen davon aus, wenn das Krankenhaus einverstanden ist, dass Stefan morgen im Laufe des Nachmittags, spätestens übermorgen in der Frühe von Salzburg aus, geflogen werden kann. Den Transport nach Salzburg regelt das Krankenhaus, der ADAC übernimmt die Kosten“, sagt er abschließend zu Daniel.

Obwohl es schon ziemlich spät ist, trinken die Freunde noch ein Bier zusammen und Daniel bedankt sich bei allen für die Unterstützung. Später gehen dann alle auf ihre Zimmer zum Schlafen. Nur Daniel findet so schnell keinen Schlaf, und fängt an, zunächst seine und dann Stefans Sachen zu verpacken, weil er vermutlich morgen keine echte Zeit dafür hat und so ist es fast 1:00 Uhr, als er, nun doch müde, aufs Bett sinkt, nachdem er noch kurz Duschen war.

Auf dem Bett liegend, läuft alles noch einmal wie ein Film vor seinen Augen ab und er kann sich erneut nicht gegen seine Tränen wehren. Irgendwann hat er sich dann in den Schlaf geweint und die Ereignisse des Tages versinken langsam in der Dunkelheit.

Das Telefon klingelt wie bestellt um 6:00 Uhr und nach unruhigem Schlaf schreckt Daniel hoch. Es dauert einige Sekunden, bis er die Situation erfasst hat und er nimmt den Hörer ab.

„Ja, bitte“, meldet er sich. „Sie wollten um 6:00 Uhr geweckt werden“, sagt die freundliche Stimme am Telefon, „guten Morgen.“

„Guten Morgen“, erwidert Daniel, „können sie mir für 6:30 Uhr ein Taxi nach Berchtesgaden bestellen, bitte“, sagt er zu der freundlichen Dame. „Gerne, wird bestellt“, ist die Antwort und schon hat sie aufgelegt.

Duschen und schnelles Anziehen ist angesagt, Frank wollte auch früh aufstehen und sich von Daniel alles zeigen lassen, was im Bus mit zurück genommen werden soll von seinen und Stefans Sachen. Bis der erscheint, will Daniel fertig sein. Als er fertig ist, packt er ein paar Sachen für sich in einen Rucksack, als Frank anklopft und auf sein „Herein“ das Zimmer betritt.

„Hallo, guten Morgen, konntest du ein bisschen schlafen?“, fragt Frank und geht zu Daniel.

„Ja, ich habe ein paar Stunden geschlafen und fühl mich einigermaßen“, sagt er zu Frank. „Schau mal, alles was hier steht, könnt ihr in den Bus laden, das Notebook nimmst du besser zu deinen Sachen, das verträgt die Kälte im Bus bestimmt nicht so gut, und ist da bestimmt auch sicherer aufgehoben. Eine Garnitur Wäsche und persönliche Dinge von Stefan und mir habe ich bei mir im Rucksack, die nehme ich selber mit. Alles andere könnt ihr einladen.“

„Es sind zwei verschließbare Alu-Kisten im Buskofferraum, dahin werden wir, Ditmar, Florian und die anderen zwei die Sachen rein tun und dann werde ich die Kisten zusperren. Ich gehe dann mit den anderen nach dem Anruf von dir hierher und erledige das“, sagt Frank.

„So, ich muss los, mein Taxi kommt gleich. Ich hoffe, dass alles gut wird. Wenn wir erst morgen fliegen, rufe ich an, dann könnt ihr die Sachen noch bis morgen im Zimmer lassen und wir sehen uns heute Abend. Falls wir heute fliegen, sehen wir uns in Saarlouis. Macht es gut und grüß die anderen, es ist ja für euch hier auch bald alles gelaufen und die Heimfahrt steht an. Tschüss und gute Fahrt.“

„Tschüss, Daniel und alles Gute für euch beide“, ruft Frank dem nach unten eilenden Daniel nach. Als dieser in die Halle kommt, staunt er nicht schlecht. Auch die anderen Freunde sind extra früh aufgestanden und wollen sich von ihm verabschieden. Gerührt darüber umarmt er jeden einzelnen und verabschiedet sich mit den Worten: „Ich bin stolz auf solche Freunde. Wir sehen uns, wenn nicht mehr hier, dann in Saarlouis. Macht es gut.“

Draußen ist klares Wetter und es ist kalt, aber das spürt Daniel kaum. Er steigt ins Taxi und gibt das Fahrziel an und los geht’s. Nach 25 Minuten kommen sie am Krankenhaus an und Daniel bezahlt den Fahrpreis. Dann macht er sich auf den Weg zum Eingang der Intensivstation. Dort angekommen, drückt er den Klingelknopf und es dauert nicht lange, da öffnet sich die Tür und der Pfleger, der gestern spät hier Dienst hatte, bittet Daniel rein. Nachdem er seine Sachen abgestellt hat und die sterile grüne OP-Kleidung angezogen hat, darf er zu Stefan in den Raum. Der liegt da so, wie Daniel ihn gestern verlassen hat, nur der Blick auf die Instrumente zeigt eine Veränderung zum Besseren hin. Der Blutdruck ist im normalen Bereich und der Puls ist mit 72 auch gut.

Jetzt erscheint auch Xaver und er sieht ein bisschen müde, aber sonst ganz zufrieden aus.

„Guten Morgen Daniel“, sagt er und gibt ihm die Hand, „Stefan ist stabil, die Werte sind gut und ich denke, dass wir die Verlegung heute durchführen können. Ich habe mit dem ADAC abgemacht, dass der Flieger um 13:00 in Salzburg bereitsteht und wir zu diesem Zeitpunkt Stefan mit dem Hubschrauber dort anlanden werden.

Bis dahin haben wir noch einige Vorbereitungen zu treffen. Du kannst jetzt mal hier bleiben bis wir mit den Vorbereitungen der Verlegung anfangen und dann sehen wir weiter. Die Medikamente zum Schlafen geben wir noch so lange, dass er den Flug schlafend hinter sich bringt. Du kommst dann im Hubschrauber mit uns nach Salzburg und fliegst dann mit deinem Schatz nach Hause.

Aufwachen lassen werden sie ihn dann in Saarlouis und dann muss man sehen, wie stark das Schädelhirntrauma ist. Ich hoffe, dass alles wieder wie vorher wird und dass in ein paar Monaten alles nur noch Geschichte sein wird. Wenn du noch etwas außerhalb der Intensivstation zu erledigen hast, anrufen und so, dann kannst du das ja machen in der Zeit, in der wir Stefan vorbereiten. Ich lass dich jetzt ein Weilchen mit ihm allein, bis nachher.“

Nachdem Xaver durch den Nebenraum fortgeht, setzt sich Daniel zu Stefan, nimmt seine Hand und beginnt sie zu streicheln. Nach kurzer Zeit fängt er an, Stefan alles zu erzählen, was sich in den letzten 12 Stunden alles zu getragen hat und dann auch, wie es weitergeht. Er weiß zwar, dass Stefan ihn nicht versteht, aber das hindert ihn nicht daran und so erzählt er alles, was ihm so gerade einfällt.

Während er von Xaver erzählt, mit leiser Stimme, dass niemand mit hören kann, geht ihm die ganze unglückliche Liebe des Chefarztes immer und immer wieder durch den Kopf. Irgendwann, nach geraumer Zeit, festigt sich eine Vorstellung in seinem Kopf, wer der Mann wohl sein könnte, in den Xaver so unglücklich verliebt ist. Je länger er darüber nachdenkt, umso mehr erhärtet sich sein Verdacht und er überlegt krampfhaft, ob und wie er Xaver vielleicht zu seinem Glück verhelfen könne. Das wird bestimmt nicht einfach sein und er hofft inständig, dass er mit seiner Vermutung Recht hat. Wenn nicht, o Gott, das wäre nicht aus zu denken, wenn Xaver durch ihn geoutet würde und vielleicht erhebliche Probleme bekommen würde. Vorläufig kommt er zu keinem Entschluss und er denkt, dass es vielleicht noch eine Gelegenheit geben würde, etwas zu tun.

Gegen halb Elf kommt Xaver zurück und sagt, dass sie jetzt damit anfangen, Stefan transportbereit zu machen. Er, Daniel könnte ja seinen Rucksack schon an den Hubschrauber bringen, der am Landeplatz steht. Daniel steht auf, räumt den Hocker zur Seite und verlässt den Raum, nachdem er Stefan noch einmal sanft über die Wange gestreichelt hat. Nachdem er sich umgezogen hat, nimmt er seinen Rucksack und verlässt die Intensivstation.

Das Erste, was er tut, als er das Gebäude verlassen hat, ist Frank anzurufen, und durch zugeben, dass der Transport heute stattfindet. Der wünscht alles Gute und sagt: „Wir sehen uns auf jeden Fall übermorgen, wenn wir zeitig zurückkommen, ansonsten einen Tag später.“

Dann ruft er seinen Vater an und als dort niemand abhebt, ruft er bei Stefans Vater an.

„Hallo, guten Morgen Gerd. Hier ist Daniel.“ „Hallo, morgen Junge, schön das du anrufst, wie geht’s Stefan und kommt er heute noch hierher?“

„Also Stefan hatte eine gute Nacht und die Werte heute morgen waren gut. Dr. Leitner bereitet ihn jetzt auf den Transport vor. Wenn alles klappt, fliegen wir gegen 13:30 Uhr in Salzburg ab, dann sind wir gegen 15:00 Uhr etwa in Saarbrücken. Von da aus geht es per Hubschrauber in die Klinik nach Saarlouis. Sag das bitte so Papa, damit alles vorbereitet ist, denn ich habe zu Hause niemand erreicht.“

„OK, ich werde deinem Vater Bescheid geben. Bring mir meinen Jungen gut nach Hause“, antwortet Gerd und verabschiedet sich.

Mittlerweile ist er beim Hubschrauber angekommen. Dort trifft er auf Boni Prex, der dabei ist, den Heli für den Transport vorzubereiten. Der Pilot ist noch nicht anwesend und so übergibt Daniel seinen Rucksack an Boni, damit der ihn richtig verstauen kann. Daniel schaut Boni an und der fragt nach einer gewissen Zeit: „Warum siehst du mich so an?“ „Ich überlege, denke über dich nach, versuche aus dir schlau zu werden“, sagt Daniel und schaut ihn weiter an. „Und, gibt’s schon ein Ergebnis?“ fragt Boni. Daniel fragt: „Fliegst du mit nach Salzburg?“ „Ja, ich fliege mit“, sagt Boni und schaut zu Daniel. „Gut, dann sag ich dir in Salzburg, zu welchem Ergebnis ich gekommen bin. Solange musst du dich jetzt noch gedulden“, sagt Daniel und grinst ein wenig dabei. „Da bin ich aber sehr gespannt, wie deine Einschätzung ausfällt. Hoffentlich schneide ich nicht allzu schlecht dabei ab“, antwortet Boni und auch seine Mundwinkel zeigen dabei grinsend nach oben. Daniel denkt für sich, hoffentlich grinst er hinterher auch noch, sagt aber nichts mehr dazu. „Hab ich noch Zeit, einen Kaffee zu trinken und was zu Frühstücken“, fragt Daniel nun Boni, „oder fliegen wir gleich los?“ „Take off ist 12:15 Uhr, da hast du noch über eine Stunde Zeit bis zum Abflug, also geh nur in die Cafeteria und stärke dich“, lautet Bonis Antwort, „ich komme auch gleich noch hin, denn ich bin bald fertig.“ „Soll ich dir schon was mit bestellen“, will Daniel wissen. „Nein, danke, ich muss erst sehen, was sie heute für Semmeln haben“, sagt der Sanitäter und so geht Daniel schon mal vor in die Cafeteria.

In der Cafeteria ist es noch ruhig und Daniel holt sich einen großen Kaffee und zwei Semmel mit Leberkäs. Er setzt sich an einen Tisch und beginnt zu essen. Da er aus Zeitgründen heute Morgen kein Frühstück hatte, dauert es auch nicht lange, bis die Semmeln verschwunden sind. Da er noch Hunger verspürt, geht er zur Theke, um sich noch etwas aus zu suchen.

In dem Moment kommt auch Boni, stellt sich neben Daniel und sucht ebenfalls mit den Augen die Auslage ab. Die Bedienung fragt nach Daniels Wünschen und der nimmt jetzt eine Schinkensemmel. Boni entscheidet sich für zwei Käsesemmeln und nimmt noch einen Becher Kaffee dazu. Er folgt Daniel zu dem Tisch, an dem dieser bereits wieder Platz genommen hat.

„So, dann wollen wir uns mal ein bisschen stärken für den Flug nach Salzburg“, meint Boni und setzt sich Daniel gegenüber. Der kaut bereits fleißig an seiner Wurstsemmel und nickt nur.

Nachdem die beiden ihre Semmeln verzehrt haben, fragt Daniel: „Wie lange brauchen wir denn bis nach Salzburg mit dem Heli?“

„35 Minuten braucht man bei normalem Wetter und heute ist es ja klar und die Sicht ist super. Das heißt, wir sind kurz vor 13:00 Uhr in Salzburg. Dort laden wir dann dein Schätzchen und dich in den gelben ADAC-Vogel. In der Zeit fliegt dann der Hubschrauber zum Tanken. Bis Stefan in der Maschine versorgt ist, dauert es etwa eine halbe Stunde, dann wird die Maschine zum Start rollen. Wir haben also noch mindestens 20 Minuten Zeit, uns zu verabschieden, bevor wir euch endgültig ins Saarland zurück schicken“, gibt Boni umfassende Auskunft über den Ablauf der nächsten Stunden.

Die Tassen sind leer und beide nehmen das Geschirr und tragen es in den dafür bereitgestellten Container. Dann gehen sie zusammen zurück zum Hubschrauber, wo mittlerweile auch der Pilot anwesend ist. Nach einer kurzen Begrüßung beginnt der Pilot damit, den Heli startklar zu machen und Boni geht auf den Eingang zu, um zu schauen, ob sie den Stefan jetzt bringen. Im Heli ist es jetzt schon warm und Daniel hat sich auf einen Seitenplatz hinten links gesetzt und wartet nun darauf, dass Stefan gebracht wird.

Nun kommen Xaver, Boni und noch zwei Leute mit der Spezialtrage, auf der Stefan liegt und festgeschnallt ist. Die Infusionsflaschen liegen auf seinem Bauch und sind dort fixiert, damit sie beim fahren nicht runterfallen. Nun wird die Trage mit Stefan in den Heli verbracht, festgemacht und die Infusionen werden an den dafür vorhandenen Deckenhaken angehängt.

Xaver hat sofort die Türe zugeschoben, nachdem die Trage eingeladen war und die zwei Leute sind mit dem Fahrgestell zurück ins Haus.

Der Pilot lässt nun die Turbine anlaufen und es wird etwas lauter um sie herum. Xaver und Boni haben ihre Helme aufgesetzt, den Bordfunk eingeschaltet und ihre Plätze eingenommen. Stefan ist an alle erforderlichen Geräte angeschlossen, Blutdruck und Herzfrequenz werden laufend gemessen und sind auf einem kleinen Monitor ablesbar.

„Enzian II an Basis, Ready for Take off Salzburg, kommen“ meldet der Pilot. „Hier Basis, OK, guten Flug, Ende“ kommt die Antwort. Der Pilot dreht den Kopf zu Xaver und hebt fragend den rechten Daumen. Als auch der seinen rechten Daumen hebt, lässt der Pilot den Heli steigen. Wie in einem Fahrstuhl steigt der Heli über 50 m steil nach oben, dreht sich um 180 Grad, neigt sich leicht nach vorn und ab geht es in Richtung Salzburg.

Daniel ist es beim Start so steil nach oben schon etwas komisch geworden, aber nachdem nun der Heli seine normale Fluglage eingenommen hat, ist alles wieder in Ordnung. Er schaut zu Stefan, aber der schläft nach wie vor fest und scheint von allem nichts mit zu bekommen. Nun ist er schon über 24 Stunden ohne Bewusstsein und hoffentlich auch ohne Schmerzen, denkt Daniel und seufzt tief. Als er den Blick hebt, schaut er in die Augen von Boni, der ihn wohl beobachtet hat und der jetzt ermunternd den rechten Daumen hebt.

Daniel ist froh, dass bei all dem Unglück es wenigstens bei der medizinischen Versorgung so reibungslos und so gut geklappt hat und dass er mit Xaver und Boni zwei gute Fachleute und auch zwei tolle Menschen kennen gelernt hat. Er schaut nach draußen, auf das herrliche Panorama. Sie fliegen das Tal der Salzach entlang und der Ausblick auf und in die verschneite Berglandschaft ist einfach umwerfend. Wer weiß, wann wir das noch mal zusehen kriegen, denkt er vor sich hin.

„Salzburg Airport, hier Enzian II, bitte um Landeerlaubnis für Krankentransport für ADAC, kommen“, meldet sich der Pilot beim Flugplatz Salzburg an. „Hier Airport Salzburg, fliegen sie an in 240 Grad, 150 fuß, landen sie vor Hangar 4, die ADAC-Maschine steht dort, kommen“, antwortet der Tower. „Hier Enzian II, Anflug 240 Grad, 150 fuß, Landung bei Hangar 4, verstanden, kommen“, kommt es vom Piloten. „Hier Tower, richtig, Ende“, beendet der Fluglotse den Dialog.

Vorn kommt jetzt der Flughafen in Sicht und der Heli fliegt mit der vorgegebenen Gradzahl und in entsprechender Höhe ins Flughafengelände ein um dann in der Nähe der gelben ADAC-Maschine vor dem Hangar vier sanft aufzusetzen. Das Summen der Turbine wird leiser und erstirbt schließlich ganz, der Rotor kommt zum Stillstand.

Draußen, etwa 40 Meter entfernt steht eine gelbe Fairchild 328-300, ein zur fliegenden Intensivstation umgebautes Passagierflugzeug mit allen medizinischen und technischen Errungenschaften ausgestattet. (www.adac.de Ambulanceservice) Sie wartet darauf, Stefan und Daniel nach Hause zu fliegen.

Am Flugzeug geht nun die Seitentüre auf und zwei Leute, offensichtlich medizinisches Personal, kommt die Treppe herunter und kommt auf den Heli zu. Xaver hat jetzt die Tür aufgeschoben und er und Boni richten alles vor, damit Stefan mit der Trage in den Flieger verbracht werden kann. Die Leute aus dem Flieger sind nun angekommen und es folgt eine kurze Vorstellung und Begrüßung. Dann wird die Trage ausgeladen und die 4 Männer bringen Stefan mit allem drum und dran in die gelbe Maschine.

Einer der beiden, der Arzt, sagt, dass sie jetzt 10 Minuten brauchen, bis Stefan versorgt und für den Flug präpariert ist. Vorher will er noch kurz mit Xaver sprechen. Der Heli ist bereits zum Tanken geflogen und wird Xaver und Boni danach hier wieder abholen.

Nachdem Xaver den Arzt über Stefans Verletzungen und seinen Zustand in Kenntnis gesetzt hat und im alle medizinischen Unterlagen gegeben hat, verlassen Boni, Xaver und Daniel das Flugzeug, um sich voneinander zu verabschieden. Die beiden ADAC-Leute kümmern sich jetzt um Stefan und den drein draußen bleiben noch ein paar Minuten, um sich zu verabschieden.

„So, Daniel“, sagt Xaver, „wir haben alles getan, was wir für dich und deinen Schatz tun konnten. Jetzt schau zu, dass er wieder ganz gesund wird und werdet glücklich miteinander.“

„Das gleiche wünsche ich euch auch und ich hoffe, dass wir uns mal wieder sehen“, schließt sich Boni an.

„Nun, ihr beiden“, beginnt Daniel zu antworten, „zuerst muss ich mich bei euch beiden, und ganz, ganz besonders bei dir, Xaver bedanken. Ohne euch wären wir, Stefan und ich, wohl nicht so gut aus dieser Situation herausgekommen und könnten wohl nicht so hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Ihr habt uns sehr viel geholfen und sehr viel dafür getan, dass unser Leben in absehbarer Zeit wieder normal weiter gehen kann und dass wir beide eine Zukunft haben.“

Jetzt nahm er Xavers rechte und Bonis linke Hand in seinen Hände und fährt fort: „Ich weiß, dass ich mit Stefan sehr glücklich bin und hoffentlich auch für immer sein werde. Deswegen habe ich beschlossen, etwas zu tun, was ihr beide wohl nicht tun würdet. Wenn ich alle offenen und versteckten Zeichen richtig gedeutet habe, dann lauft ihr beiden seit fast 2 Jahren neben einander durchs Leben, einer liebt den anderen, aber keiner traut sich, aus welchem Grund auch immer, dem anderen etwas von seinen Gefühlen zu offenbaren. Wollt ihr den Rest des Lebens weiter unglücklich und feige aneinander vorbei laufen, oder macht jetzt hier mal Einer den Anfang und sagt dem Anderen, dass er ihn mag und dass er in lieb hat.“

Schweigen, Totenstille, zwei rote Köpfe, gesenkte Blicke.

Daniel legt die beiden Hände seiner beiden Gegenüber zusammen. „Was ist denn, ich flieg nicht eher hier ab, bis ich weiß, ob ich Recht hatte.“

Boni hebt den Kopf, trotziger Blick, schaut Daniel an: „Ja, ja verdammt noch mal, du hast recht, ich liebe ihn.“ Dann schaut er Xaver an. Xaver schaut Boni an, Tränen in den Augen, greift nach seiner anderen Hand: „Ich liebe dich, seit ich dich das erste Mal gesehen habe und ich habe nie den Mut gehabt, es dir zu sagen. Ich weiß auch jetzt noch nicht so recht, was ich dir sagen soll, gib mir ein bisschen Zeit.“

Boni zieht Xaver zu sich heran und nimmt ihn in die Arme. „Wir haben Zeit genug, ich bin so froh, dass das jetzt raus ist. Es wird alles gut und du wirst sehen, dass es nie zu spät ist, ein neues Leben anzufangen.“

„Herr Schneider, wir sind jetzt soweit und können starten“, ruft einer der beiden ADAC- Leute. „Moment noch, ich komme gleich“, ruft Daniel zurück

Er nimmt Xaver und Boni in den Arm und drückt sie und sagt: „Ich bin froh, dass ich nicht zu feige war, euch gegenseitig zu Outen. Ich hatte auch Angst, dass es schief gehen könnte, aber ich war auch überzeugt davon, dass alle meine Wahrnehmungen über und mit euch nur einen Schluss zulassen, dass Einer in den Anderen verliebt ist und sich keiner traut. Ich wünsch euch eine schöne Zeit, hier habe ich noch meine Telefonnummer und die E-Mailadresse aufgeschrieben, schließlich will ich wissen, ob das was wird mit euch beiden. Auf Wiedersehen und vielen Dank noch mal für alles“: Er gibt beiden einen Kuss auf die Wange und wendet sich der Maschine zu, deren Triebwerke jetzt vom Piloten in Gang gesetzt werden.

Auf der Treppe dreht er sich noch mal um und winkt Xaver und Boni zu, die ihrerseits zurückwinken. Dann schließt sich die Kabinentür und Daniel sucht schnell einen Platz am Fenster auf, um noch weiter winken zu können. Jetzt, in diesem Moment, hat er ein gutes Gefühl im Bauch, dass alles wieder in Ordnung kommt und dass auch Xaver und Boni eine glückliche Zukunft haben könnten.

Die Maschine rollt in Startposition und wartet auf die Erlaubnis. Dann wird das Heulen der Triebwerke lauter und der Vogel setzt sich in Bewegung. Nach ca. 1000 Metern hebt die Fairchild 328 vom Boden ab und steigt in die Luft. Der bayerische Boden, auf dem sie viel Spaß und auch viel Leid erlebt haben, bleibt hinter Stefan und Daniel zurück und in etwa 90 Minuten werden sie aller Voraussicht nach in Saarbrücken landen. Der Urlaub war recht turbulent und hatte ein vorzeitiges spektakuläres Ende, aber Daniel ist überzeugt davon, dass alles wieder gut wird.

Die Anstrengungen der letzten Stunden fordern ihren Tribut. Durch das gleichmäßige Singen der Turbinen unterstützt, versinkt Daniel in den Schlaf. So fliegen sie einem neuen Abschnitt ihrer bis dahin recht turbulent verlaufenen Beziehung entgegen.

Wie es dann weitergeht mit unseren beiden Helden, was aus Xaver und Bonifaz wird und wie sich alle Freunde wieder sehen, das erfahren wir im nächsten Teil.

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