Traumschiff – Teil 34

Wochend und Sonnenschein und andere Vorstellungen
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Jerome
Der Donnerstagmorgen läuft Routine mäßig ab, Sergej, Kevin und Wolfi sind früh auf dem Weg zum Bahnhof und dann nach Bremen. Natascha und ich haben nach einem Frühstück mit Mama um sieben Uhr eigentlich ab neun Uhr Unterricht.

Ich bin mit Martin um halb acht schon zu Dr. Schmelzer gefahren, wegen der Druckstelle am linken Bein. Max wurde dann dort nachgearbeitet, während ich mit Martin in der Cafeteria noch einen Cappuccino trinken war, böse beäugt von Sergejs ehemaliger Chefin, die offensichtlich eine neue, weibliche Bedienung gefunden hat.
Papa ist auch schon zeitig fort, Kai fährt ihn heute zu einigen Terminen in Bremen und auch in Bremerhaven. Ole hat Schule und fährt danach mit Martin zur Baustelle, nach dem Rechten sehen und Trinkgeld verteilen. Frank hat ja Mittagsschicht, den werde ich heute wohl nicht sehen aber Ole schon, weil der mit Martin zu uns kommt und dann mit seiner Mama von hier aus nach Hause fahren will. Heute Nachmittag, wenn Sergej und Kevin wieder da sind und Wolfi natürlich auch, fahren wir Möbel kaufen für das Zimmer von dem Kleine, sein erstes eigenes wohlgemerkt.
Ich denke mal, dass Sergej und ich auch mitfahren werden und dort dann mal auch Möbel, die wir für die WG brauchen, anschauen wollen. Wenn Ole auch mit will, nehmen wir den Achter, da gehen dann alle rein und Martin ist ja eh dabei, der hat ja die Kohle für Kevins Möbel. Ole hat ja die Kreditkarte vom Baukonto dabei, für den Fall, das wir was finden. Der kann ja dann eine Anzahlung machen. Morgen Nachmittag um drei wollen wir dann zu Torsten fahren. Ich denke, dass es doch vier Uhr wird, bis wir los kommen. Frank hat Morgen Frühschicht, er hat getauscht und Sergej und Kevin und auch Wolfi können nicht vor halb drei hier sein.
Sachen packen müssen die heute dann auch noch, damit das morgen nicht so spät wird. Das Geburtstagsessen ist für zwanzig Uhr bestellt, kalt und warm, mit viel Fisch, wir können ja dann samstags ausschlafen.
Jetzt ist erst mal Unterricht angesagt und für die Zeit bis zum Mittagessen gibt es Mathe und Englisch und noch eine Lektion in Physik, also volles Programm und dann wohl auch noch Aufgaben für die nächsten Stunden morgen.
Dr. Morbach
Nach der ersten OP heute Morgen, einer Magenresektion bei einem fünfzigjährigen Mann, habe ich eine Nachricht auf dem Handy. In der Cafeteria lese ich dann, dass ich bei der Reederei zu einem Vorstellungsgespräch am Freitag um dreizehn Uhr in dem Büro des Personalchefs erscheinen soll. Ich hatte in der Bewerbung um diese Art der Benachrichtigung gebeten, weil ich ja oft ein paar Tage nicht zu Hause bin, Bereitschaft und so.
Mein Puls beschleunigt sich, ich frage mich natürlich sofort, warum so spät. Sind da noch andere vor mir dran oder bin ich der einzige Bewerber für den Job.
Soll ich Johannes anrufen und ihm sagen, dass ich dort hin muss am Freitag oder soll ich warten, bis ich näheres weiß. Was ist, wenn es nicht klappt, wenn sie jemanden anderes nehmen.
Ich darf gar nicht daran denken. Ob Frank was weiß, der kommt ja heute Mittag, aber ich kann mir nicht vorstellen dass er irgendwas wissen könnte von der Sache.
Ich muss mich beruhigen, nach her steht eine weitere OP an, die Entfernung einer Fistel, das ist immer sehr speziell, denn wenn man nicht das gesamte befallene Gewebe erwischt, kommt die Fistel bald wieder und das wäre nicht gut, den Patienten in ein paar Monaten wieder zu operieren.
Ich bestelle noch einen Kaffee, den ich jetzt, schon wieder innerlich ruhiger, genieße. Da ich der Operateur bin, können sie ohne mich schlecht anfangen. Als der Piepser geht, trinke ich den Rest, bezahlt habe ich vorher und gehe in Richtung OP.
Der Patient ist vorbereitet und so können wir gleich los legen. Fünfundzwanzig Minuten später ist alles erledigt und der Patient auf dem Weg zur Station. Ich werde mal nach dem Magen von heute Morgen sehen, der liegt jetzt auf der Intensiv, mindestens bis übermorgen früh, dann sehen wir weiter. Ich mach mich auf den Weg zur Intensivstation. Wenn ich am Freitag eine Zusage bekomme, muss ich am Montag sofort kündigen. Bisher weiß noch niemand was von meiner Absicht und ich hoffe, dass sie mich so zeitig gehen lassen, dass ich mit Jo zusammen auf das Schiff zurückkehren kann, das ja immer noch in Singapur in der Werft liegt.
Kai
Heute Morgen um halb acht sind wir schon los, der Chef und ich. Zuerst waren wir in seinem Büro, dann in der Reederei und jetzt sind wir auf dem Weg nach Bremen. Auf der Autobahn entgehen wir nur knapp einem schweren Unfall, als ein bulgarischer LKW plötzlich auf die linke Spur wechselt und dann an der Leitplanke vorbei langsam wieder auf die Fahrbahn zurück findet. Die Fahrt im Mittelstreifen hat eine Staubwolke aufgewirbelt und einer der linken Hinterreifen hat ein paar faustgroße Gummistücke weg geschleudert. Ich muss voll in die Eisen und habe viel Glück. Carl August ist der geöffnete Aktenkoffer vom Schoß gefallen und sein Kommentar ist nicht gerade Gentlemenlike.
Ich atme tief durch und habe den Truck in Blick. Der ist bestimmt eingeschlafen, der Fahrer. Ich sollte wohl besser die Polizei verständigen. Der ist doch bestimmt erst vor kurzem in Bremerhaven los gefahren und wenn der jetzt schon einschläft, was wird das erst unterwegs. Das ist eine wandelnde Zeitbombe und ich will das nicht riskieren, dass er noch mehr Menschen gefährdet.
Ich rufe über das Autotelefon die Polizei an und melde, was geschehen ist. Ich gebe auch Personalien und Telefonnummer an. .
Gut reagiert, Kai“, sagt der Chef zu mir, „echt gut, das war verdammt knapp.“ Seine Stimme klingt ein bisschen heiser.
Carl August sagt, dass ich ihn zum Hilton bringen soll, bevor ich dann zur Polizei fahre zum Aussagen. Im Hilton, sagt er, das wird eh länger dauern, es geht um Einzelheiten für den Geburtstagsempfang der Chefin.
Gut, das er sich immer anschnallt und hinten sitzt, mein Chef.
Ich habe den Laster überholt, die Polizei wird ihn wohl bald erstmals aus dem Verkehr ziehen und überprüfen. Im Rückspiegel sehe ich das bleiche Gesicht eines noch relativ jung wirkenden Fahrers, neben dem noch ein anderer Mann, ebenfalls noch nicht älter als dreißig, auf dem Beifahrersitz hockt. Meine Theorie über das Einschlafen gerät ins Wanken, vielleicht haben sie……ich will das jetzt nicht zu Ende denken. Das übersteigt gerade meine Vorstellungen von einem sicheren Straßenverkehr. Geben soll es da ja schon so einiges, was Leute so beim Fahren treiben, aber vielleicht war das hier ja gar nicht so.
Wir haben Bremen erreicht und ich fahre kurz drauf am Hilton vor. „Ich rufe dich an, Kai, wenn ich hier fertig bin. Je nachdem, wie spät es ist, können wir hier Essen und dabei alles für den Freitag besprechen“, sagt er zu mir. Ich sag: „OK, Chef“, und fahre dann zur Autobahnpolizei, nach dem er ausgestiegen ist.
Dort mache ich dann meine Aussage zu dem Vorfall, ohne allerdings meine Vermutungen hinsichtlich der Ursache zu erwähnen.
Wie ich hier höre, weist der LKW etliche technische Mängel auf und wird erst mal nicht weiterfahren dürfen. Die beiden Männer bekomme ich nicht zu Gesicht und als alles erledigt ist, fahr ich zurück zum Hilton und parke das Auto.
Ich geh rein ins Restaurant und setze mich an einen Zweiertisch in die Nähe des Eingangs. Sergej kommt, grinst mich an und fragt nach meinen Wünschen, nach dem er mich per Handschlag begrüßt hat. Ich bestelle ein Kännchen Kaffee und ein Käsebrötchen als zweites Frühstück. Jetzt heißt es warten, bis der Chef fertig ist. Sergej bringt zusätzlich zum Bestellten noch ein paar Zeitschriften des Lesezirkels mit. „Damit dir die Zeit nicht so lang wird“, sagt er mit einem Lächeln und ich bedanke mich bei ihm. Der Kaffee ist gut und das Brötchen schmeckt auch und als ich fertig bin, ist es immer noch lang bis Mittag. Ich könnte ja auch mal kurz in die Stadt gehen und einen Juwelier suchen.
Schließlich brauchen wir ja Ringe, wenn wir aufs Standesamt gehen, Martin und ich und Freitagabend, an seinem Geburtstagwäre doch so eine Art Verlobung mit allen Freunden und der Familie bestimmt die Überraschung für Martin, mit sowas wird er nicht rechnen.
Ich bin seit Jahren sehr glücklich mit meinem Bär und als er mich gefragt hat, ob ich in auch ganz offiziell zum Mann will, war ich total Happy.
Ich winke Sergej, bezahle und sage ihm, was ich vorhabe. „Toll, Kai“, sagt Sergej, „ mach das, wenn der Chef kommt und du noch nicht zurück bist, kann ich ja sagen, was du gerade machst.“ „Meist ruft der aufs Handy an“, sag ich und steh auf. Sergej räumt das Geschirr ab und ich mach mich zu Fuß auf und suche einen Goldschmied. Eine Stunde später bin ich etwas ärmer, aber mit zwei tollen Weißgoldringen, wieder zurück. Der Verkäufer hat gesagt, das die Ringgröße für eine Frau etwas ungewöhnlich ist und ich habe dann grinsend gesagt, das die Frau Martin heißt, was ihm ein verschämtes „Sorry“ entlockte. Ich fand sein Gesicht amüsant, vor allem den satten Rotton*grins*.
Ole
Heute Morgen ist noch mal Schule angesagt, ich denk mal bis elf Uhr und dann wird bestimmt noch ein Film geguckt. Ich sag dem Lehrer, dass ich wegen des Studiums um elf nach Bremen muss und dann abgeholt werde. Bei meinen Noten und meinem Image als guter Schüler gibt es keine Rückfragen, nur ein Ok. „Jensen, hasse en Freier in Bremen oder warum hauste immer ab“, will Paul, der Proll von mir wissen. Ich ignoriere sein dummes Geschwalle und erzähl Mike von Natalie, das sie angekommen ist und das es morgen Nachmittag nach Bad Schwartau geht.
Mike Kopfkino beschert ihm danach einiges in Bezug auf Natalie und wir müssen beide herzhaft lachen.
„Ich hab dich was gefragt, Schwuchtel“, tönt es jetzt direkt vor mir. Dirk und ich stehen beide auf, ich schau dem Idioten ins Gesicht und sage: „Selber Schwuchtel, nur zu feige, es zu zugeben. Verpiss dich, du gehst mir auf den Sack.“
Er läuft rot an, ballt die Fäuste und atmet heftig. „Jensen, sag nie wieder, ich wäre eine Schwuchtel, ich warne dich. Ihr seid hier die Schwulis, ihr beide:“ „Und du, du willst es nur nicht wahrhaben“, sag ich. Er schnauft und holt aus, Mike und ich springen einen Schritt zurück, sein Schlag geht ins Leere und durch den Schwung fällt er fast auf unsere Bank. „Paul, raus auf den Flur, sofort“, ruft eine energische Stimme. Der Direx ist, von uns unbemerkt, herein gekommen und hat wohl einiges vom Geschehen mit bekommen.
Vor Wut zitternd und nur widerwillig folgt Paul der Anordnung. „Du bleibst draußen vor der Türe stehen, und geh nur nicht weg“, sagt der Direx zu ihm, „noch ein Verweis, und du fliegst von der Schule, das Maß ist jetzt voll. Wenn die Stunde zu Ende ist, sehen wir uns in meinem Büro, die Herren Schulz und Jensen ebenfalls und jetzt raus.“ Paul schleicht raus und es kehrt wieder Ruhe ein.
Der Direx verteilt jetzt die Themenblöcke für die, die noch mündlich geprüft werden oder die, die sich noch verbessern wollen.
Ich spreche Mike auf ihre Firma an und erzähle, dass wir beim Umbau auch eine Menge Malerarbeiten zu vergeben haben. Er soll seinen Vater mal fragen, ob sie in den nächsten zwei bis drei Monaten noch Kapazitäten frei haben, wenn ja, soll er mich mal anrufen.
Ich schau auf die Blätter, die ich bekommen habe und bin ganz zufrieden, das dürfte kein großes Problem sein mit der mündlichen Prüfung. Mike wollte keine mündliche Prüfung zur Verbesserung, war mit seinen Noten zufrieden.
Einige meiner Mitschüler scheinen noch viele Fragen zu den Blättern zu haben und so ist es recht lebhaft in der Klasse. Victor, ein Freund von Paul, kommt zu uns an die Bank. „Ihr müsst Paul nicht immer so provozieren“, sagt er, „In letzter Zeit ist er ganz komisch, wenn es um das Thema schwul geht. Ich weiß nicht, was mit ihm los ist. Seine Freundin hat auch Schluss gemacht mit ihm, weil er immer so scheiße drauf ist.“
„Wir provozieren ihn überhaupt nicht!“, sagt Mike aggressiv, „er stänkert immer und lästert über Schwule. Nennt uns Schwuchtel und so weiter.“ „Er benimmt sich immer auffälliger“, sag ich“, „ich glaube ernsthaft, das er Schwul ist und einfach nicht damit klar kommt.“ „Ist das dein Ernst, glaubst du das wirklich?“, fragt Victor mich ungläubig, „ich glaub das nicht.“
„Wie ist denn das bei ihm zu Hause“, frag ich, „ sind da alle so drauf, wenn es um das Thema Schwul geht oder wird das gar nicht erwähnt, das Thema?“ „Er ist der jüngste und der hat noch drei Brüder und er ist der erste von allen, der aufs Gymnasium geht“, erzählt Victor jetzt, „die schaffen alle auf dem Bau und sind schon voll gegen Schwule und auch voll die Machos. Wenn Paul also schwul wäre, was ich immer noch nicht glaube, dann würde er vermutlich raus fliegen zu Hause, wenn das raus käme, verprügeln würden sie ihn wohl auch noch obendrein“
„Mal sehen, was es beim Direx wird“, sag ich, aber bis dahin sind es noch zwanzig Minuten.
Sergej
Kai ist gegangen, Ringe kaufen, kitschig schön ist das und etwas, das ich mir mit Jerome auch mal wünsche, später. Ich räume ab und bring die Sachen in den Küchenbereich, in dem gespült wird. Jeromes Vater ist bei unserem Serviceleiter, sie sprechen den Geburtstag von Lis durch, der am Samstag den zwölften Juni hier im Hilton, ab achtzehn Uhr, gefeiert wird. Also, ich meine, den offiziellen Teil für die Schickimicki von Bremen und Bremerhaven. Jerome redet in diesem Zusammenhang immer vom Almauftrieb, bei dem die „alten Kühe“ herausgeputzt und Schmuck behangen herum stolzieren. Der eigentliche Geburtstag ist schon am siebten Juni, ein Montag, da wird wohl im Haus ein bisschen gefeiert.
Am Freitag, den elften Juni um sechzehn Uhr beginnt in Südafrika die Fußball Weltmeisterschaft mit dem Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko. Da werden wir wohl die Spiele von Deutschland auf jeden Fall anschauen. Deutschland spielt erstmals am Sonntag, den dreizehnten, um Zwanzig Uhr dreißig gegen Australien.
Heute ist mein vorletzter Tag im Servicebereich und ab Montag kommt dann die letzte Abteilung vor der Prüfung, das ist das Büro, an die Reihe. Carl August will auch heute Kevins Arbeitszeiten an meine anpassen lassen, wegen der Fahrerei hauptsächlich. Zur Zeit bespricht er mit dem Serviceleiter und mit Herrn Meinle, unserem Küchenchef die Einzelheiten zum Geburtstagsempfang, Speisen und Getränke, Sektempfang, Deko und so weiter für den dreizehnten Juni, zu dem etwa einhundert geladene Gäste erscheinen werden, die Familie nicht mit gerechnet.
Das wird auch dann wohl der erste gemeinsame Auftritt als Paar vor diesen Leuten werden und der Gedanke daran erzeugt ein flaues Gefühl in meinem Magen. Wir müssen noch darüber reden, wie wir auf den Fest miteinander umgehen, also uns verhalten, mein ich. Ich bin dafür, dass wir uns etwas diskret verhalten, also nicht unbedingt vor allen da rum knutschen, allerdings will ich zu vorgerückter Stunde schon gern mit Jerome tanzen, wenn er das mag. Langsam, versteht sich, wegen Max und Moritz. Am besten wird es sein, wenn wir mit Lis darüber reden, es ist ihre Feier und soll nicht durch irgendeine Missstimmung getrübt werden. Die Wünsche von Lis, bezüglich unseres Verhaltens, werden wir auf jeden Fall akzeptieren, mein Schatz und ich und Kevin und Wolfi, die auch da sind, werden das auch tun. Die anderen Freunde hat Lis für den Montag ins Haus eingeladen. Da fällt mir ein, das ich Wolfi noch fragen muss, ob er einen Anzug besitzt, wenn nicht, muss Jerome noch einen kaufen mit ihm. Die Kosten wird Lis schon übernehmen. Den Anzug für Kevin hat sie schon gleich bei der Shoppingtour mit dem Kleinen gekauft, ein hellgraues Teil von Boss, ich bin mal gespannt, wie unser Kevin darin aus sieht, bestimmt super.
Es ist nur sehr wenig zu tun und so geh ich schauen, ob noch irgendwas fehlt im Barbereich. Da auch hier alles OK ist, geh ich zurück ins Restaurant, wo derzeit nur zwei Gäste beim verspäteten Frühstück sitzen.
Ich werde mal meine Mama anrufen, wir haben noch gar nicht ausführlich über den Besuch der Remmersfamilie in Dresden gesprochen. Sie erzählt mir, wie es war, von der Shoppingtour und McDonalds, vom Besuch bei Oma und Opa und das alle sich von Anfang an gemocht haben. Auch über den geplanten Urlaub mit dem Schiff erzählt sie und sagt, dass sie Lis eine Mail geschrieben hat mit einem Termin, an dem alle können, Papa und Boris vor allem, bei den Anderen sind ja dann die Schulferien, da ist es egal. Papa und Boris haben je drei Wochen Urlaub vom neunten bis neunundzwanzigsten August. In dieser Zeit kann dann die Schiffsfahrt stattfinden, wann genau, müssen jetzt die Remmers nach ihren Terminen festlegen, hat Mama gemeint.
Die Leute im Restaurant sind mit dem Frühstück fertig und ich geh, nach dem sie gegangen sind, den Tisch abräumen. Danach werde ich für die vorbestellten Mittagessen eindecken. Dann ist das auch erledigt.
Kevin
Heute ist nicht so viel los auf der Arbeit und so musste ich dem Portier mein Berichtsheft zeigen. Da ich für die Wochen, die ich jetzt in Bremen bin, noch nichts eingetragen habe, soll ich das im Anschluss gleich machen. Ich blättere ein bisschen zurück, in die Dresdener Zeit und starre auf Bergers Unterschrift, die da noch auf fast allen Seiten zu sehen ist. Ich klappe das Heft zu, mein Herz klopft bei dem Gedanken an das Schwein und die Dinge, die er mit mir gemacht hat. Ich gehe zum Portier zurück, lege das Heft dort ab und frage: „Kann ich bitte ein neues Heft bekommen, ich möchte dieses nicht mehr anfassen.“ „Das ist aber eine sehr ungewöhnliche Bitte“, sagt er, „und du wirst verstehen, dass du mir schon einen Grund nennen musst für diesen Wunsch.“ „Es ist wegen Berger, Berger aus Dresden, wegen seiner Unterschriften, sie machen alles wieder so deutlich, was geschehen ist in Dresden“, sag ich aufgeregt, „ich kann das nicht ertragen.“ „Wer ist Berger?“, will er wissen. „Berger war der Portier in Dresden, mein Vorgesetzter“, sag ich und werde rot vor Stress und Scham, „ er……hat…. mich…..sexuell,.. na ja..missbraucht.“
Stille…………“Oh Gott, Junge, das wusste ich nicht. Das tut mir leid. Unter diesen Umständen bekommst du selbstverständlich ein neues Heft“, sagt er, sichtlich geschockt. „Kann ich sonst was für dich tun?“, fragt er. „Danke, es geht schon wieder“, sag ich, mich langsam beruhigend, „allerdings wäre es gut, wenn das hier nicht bekannt würde. Das wäre schlimm für mich, “ „Warte hier, ich geh dir ein neues Heft holen, das alte nehme ich mit, das müssen wir ja später auch mit zur Prüfung vorlegen“, sagt er, „von mir wird das niemand erfahren, mein Junge.“ Dann geht mit dem alten Heft ins Büro und kommt kurz drauf mit einem neuen Berichtsheft zurück, das er mir hinhält.
„Danke“, sag ich, nehme das Heft und gehe in den Aufenthaltsraum, um die Berichte zu schreiben. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass elf schon vorbei ist und das Schichtende langsam näher rückt.
Jetzt fährt Martin, mein zukünftiger Vater, mit Ole zur Baustelle. Ich nehme mein Handy und schick Martin eine SMS, nicht viel, nur: „Hallo Martin, ich freu mich aufs Möbel kaufen. Ich hab dich lieb“ und drück auf senden. Die Antwort kommt bald: „Freu mich auch drauf und hab dich auch lieb“, Mir wird warm im Bauch, das ist Balsam für meine Seele nach der Unterschriftengeschichte vorhin. Der letzte Rest Berger wird von Martin aus meinem Bewusstsein verdrängt und befreit und regelrecht fröhlich schreibe ich die Wochenberichte in das neue Heft.
Als ich fertig bin, lege ich das Geschriebene beim Portier vor und der unterschreibt das dann mit dem Kommentar, dass es gut und ordentlich ist. So, jetzt nach dem das erledigt ist, schickt er mich für einen Gast eine spezielle Zeitschrift kaufen, die wir nicht im Sortiment haben. Nach fünfzehn Minuten bin ich zurück und ich bringe die Zeitschrift auf seine Anweisung zu Zimmer einhundert siebenundzwanzig und übergebe sie an den Gast. Zwei Euro Trinkgeld bekomme ich und nachdem ich mich bedankt habe, laufe ich wieder runter zur Rezeption.
Meine Gedanken wandern in den Nachmittag, zum Möbelkauf mit Martin und Kai. Möbel für mein erstes bewusst erlebtes eigenes Zimmer, in meiner bewusst erlebten eigenen Familie, es ist so ein riesig gutes Gefühl, immer, wenn ich drüber nachdenke, kommen ein paar Tränchen vor Freude.
Es ist alles wie in einem tollen Traum, der Umzug nach Bremen in die Familie Remmers, Sergej und Jerome, die wie große Brüder sind zu mir, Wolfi, mein Schatz, in den ich mich so wahnsinnig verliebt habe und die anderen Freunde und die neue Verwandtschaft. Ganz toll, das ich jetzt weiß, wer meine Mama war und wie sie ausgesehen hat, und als Sahnehäubchen auf den prächtigen Schicksalskuchen dann noch zwei tolle Väter als eigene Familie mit gemeinsamer Wohnung, Es ist so viel, das ich es manchmal nicht begreifen kann, aus der Hölle in Dresden direkt ins Paradies, ohne Umwege, das muss man erlebt haben um es zu glauben. Wenn mich einer fragen würde, wo das Paradies ist, würde ich antworten: „Mein Paradies ist in Bremerhaven“, und das meine ich auch genauso.
Ole
Es ist zwanzig vor elf, als ich mit Mike dem Direx in sein Büro folge. Paul, der draußen auf dem Flur steht, schließt sich finster blickend an. Dort angekommen, wird jedem ein Platz zu gewiesen und wir setzen uns hin. „Meine Herren“, fängt der Direx an, „es ist schon geraume Zeit her, das es an meiner Schule in einer Abiturklasse zu Handgreiflichkeiten gekommen ist und ich bin nicht gewillt, solche Auseinandersetzungen zu dulden. Ich lasse sie jetzt hier allein und sie klären ihre Differenzen friedlich. Wer gewalttätig wird, fliegt vier Wochen vorm Ende des Schuljahres von der Schule und Paul, glaub mir, das zieh ich durch. Ich bin im Lehrerzimmer, wenn sie sich geeinigt haben, kommen sie alle dort hin. „Er dreht sich um und verlässt den Raum.
„Paul“, sage ich, „ich weiß nicht, was Mike und ich dir getan haben, deine verbalen Angriffe auf uns kann ich nicht verstehen und das es jetzt wohl immer schlimmer wird, schon gar nicht.“
„Ihr Schwuchteln kotzt mich an, ich kann es nicht ertragen, diese Art zu leben und das auch noch öffentlich, keinen Hehl macht ihr aus eurem perversen Tun“, stößt er hervor. „Das ist doch etwas, was nur uns angeht, Paul“, sagt Mike, „wir haben nie etwas zu dir gesagt, was dich provozieren könnte, warum hast du so einen Hass auf uns.“ Böse Blicke treffen uns. „Kann es sein, das du so homophob bist, weil du selbst auf Jungs stehst? “frag ich, wohl bewusst, das in das provoziert, „kannst du es für dich nicht akzeptieren, weil sie bei dir zu Hause das niemals dulden würden. Hast du Angst, schwul zu sein und dann raus zu fliegen oder wovor hast du solche Panik. Warum müssen wir das ausbaden, Paul. Was haben wir gemacht, das du uns hasst? Wir sind beide schwul und haben eine feste Beziehung, sind glücklich, was hast du denn dagegen, es betrifft dich doch gar nicht.“
Er schaut mich an, ich kann seine Mimik nicht deuten, guckt er traurig oder eher trotzig? „Was weißt du schon, Jensen oder du Schulz, von mir und meiner Familie. Ihr habt null Ahnung, wie es ist bei uns.“ Seine Schultern sind nach unten gesunken und seine Stimme wird leiser. „Ich kann nicht schwul sein, das geht nicht, nie im Leben. Sie schlagen mich zusammen und schmeißen mich raus. Es stinkt ihnen schon, das ich aufs Gymnasium gegangen bin anstatt auf den Bau. Seit meine Mutter nicht mehr lebt, habe ich nichts mehr zu lachen. Sie wollen auch nicht, dass ich studiere. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Wenn es raus kommt zu Hause, bring ich mich um“ Er fängt an, zu schluchzen und Mike und ich bewegen uns synchron auf ihn zu und nehmen ihn in die Mitte. Wir legen ihm beide eine Hand auf die Schulter und er lehnt weinend seinen Kopf an meine Hüfte.
Wir lassen ihn ein bisschen weinen, das wird ihm helfen. Ich überlege gerade, was wir für ihn tun können, als mein Handy geht. Das kann nur Martin sein, der draußen am Tor auf mich wartet. Ich nehme das Gespräch an, ohne Paul los zu lassen.
„Hallo, Martin, ich bin beim Direx, es dauert noch einen Moment, bis ich raus komme“, sage ich und Martin antwortet: „OK, ich warte.“ ich drück das Handy ab und stecke es weg.
„Hör zu, Paul“, sag ich, „du hast es jetzt so lange geschafft, das es keiner gemerkt hat, das du schwul bist, das bist du doch, oder?“ „Ich glaube schon“, sagt er, „ich habe zwar schon mal öfter was mit Mädchen gehabt, aber das klappt nicht so richtig und ich denke immer öfter an Jungs.“
„Also musst du jetzt noch solange durch halten, bis wir eine Lösung gefunden haben“, sag ich. „Ihr wollt mir echt helfen?“, fragt er erstaunt, „obwohl ich so fies zu Euch war.“
„Natürlich helfen wir dir, schwule Jungs müssen zusammenhalten“, sagt Mike, „wir müssen überlegen, wie wir vor gehen und was machbar ist.“ „Ich muss jetzt nach Bremen“, sag ich zu den beiden. „Bei uns ist jetzt keiner daheim“, sagt Paul, „die kommen erst gegen fünf Uhr, wenn sie nicht noch in die Kneipe gehen.“ „Dann komm erst mal mit nach Bremen, im Auto können wir reden. Um fünf sind wir längst zurück und dann setzen wir dich bei euch zu Hause ab“, sag ich, „und jetzt gehen wir zum Direx, damit wir endlich weg kommen hier.“
Wir gehen zum Lehrerzimmer und melden die Beilegung der Streitigkeiten und der Direx entlässt uns mit den Worten: „Wenn ihr bei der Lösung von Problemen meine Hilfe braucht, dann lasst es mich wissen. Das gilt besonders für dich, Paul, also mach Gebrauch davon.“
Wir verlassen das Gebäude, Mike verabschiedet sich mit dem Hinweis, nach einem Gespräch mit Dirk, anzurufen.
Ich geh mit Paul zum Tor, wo Martin wartet. „Paul, das ist Martin“,sag ich, „ Martin, das ist Paul und wir nehmen in erst mal mit nach Bremen zur Baustelle. Es gibt Probleme, bei deren Lösung wir wohl alle ein wenig mit helfen müssen.“ „Hallo Paul, hi Ole“, sagt Martin und lässt den Achter an. Leide flüstert die große Maschine, lässt nur vage ahnen, wie viele Pferde unter der Haube schlummern.
„Wow, voll die Karre, Ole“, meint Paul. Ich öffne die hintere Tür und steige ein, Paul folgt, fast schon ehrfürchtig, hinein in den Nobelschlitten. Martin gibt Gas und ab geht’s Richtung Autobahn.
„Erzähl ein bisschen von zu Hause, Paul“, sag ich zu ihm. Er wirft einen Blick zu Martin und ich sage: „Martin kann ruhig zuhören, er hat nicht nur Verständnis für dich, er wird auch helfen, wenn er kann. Er gehört zu uns, ist ein Freund und auf ihn ist immer Verlass.“
Paul erzählt, dass sich alles zu Hause verändert hat, als seine Mutter Krebs bekam und einige Monate später verstarb. Er war damals fünfzehn und hatte gemerkt, dass er wohl eher auf Jungs steht, konnte das aber für sich nicht akzeptieren
. In der Familie wurde von je her, wenn das Thema schwul aufkam, negativ und abwertend reagiert. Schwulenwitze und das Niedermachen prominenter Schwuler beim Fernsehen oder sonst auch ließen ihn erahnen, was passieren würde, wenn er sich als schwul outen würde. Also machte er vom Tage der Erkenntnis an auf Homophob, um erst gar nicht in Verdacht zu geraten. Zu sehen, das andere, Mike und auch ich, es nicht leugneten, schwul zu sein, der ständige Zwang, sich zu verstellen und die dummen Sprüche über Schwule zu Hause, das alles belastete ihn täglich mehr und mehr und führte zum Ausraster heute und auch zu seinem Outing Mike und mir gegenüber. Fest steht, er braucht dringend Hilfe und wir, meine Freunde und ich, müssen überlegen, wie wir Paul in seiner Lage bei stehen können. Das offene Reden über alles ist ein erster Schritt für Ihn, eine Änderung seiner Lage herbei zu führen, endlich so zu sein, wie er wirklich ist.
Das familiäre Umfeld zu verändern, dürfte wohl kaum gelingen, also kommt nur ein Schnitt, eine Trennung in Frage.
„Hast du schon mal darüber nachgedacht, dort aus zu ziehen?“ frag ich ihn. „Schon öfter“, sagt er, aber wo soll ich denn hin, ich habe doch keine Verwandten hier, bei denen ich unterkommen kann.“
„Und wenn wir mal zum Jugendamt gehen?“, frag ich. „Dann werden sie erst mal meinen Vater fragen, warum ich raus will und da der nichts weiß, wird das in die Hose gehen und ich muss wieder hin und dann geht es rund“, antwortet er. „Bist du schon achtzehn?“, will ich wissen. „Ja, seit zweiten April schon“, sagt er, „aber das nützt mir nicht viel, ich hab doch kein Geld für allein zu wohnen.“
Wir sind an der Baustelle angekommen und Martin hält im Bereich des Ladens von Herrn Weiden, mit Abstand zum Gebäude, denn auf dem Dach wird fleißig gearbeitet. Die Baumscheiben sind alle gebaggert und Torstens Vater baggert jetzt wohl am Pool, denn gerade fährt ein LKW mit Erde vom Hof.
Teile der Vorderfront sind schon mit Gerüst versehen und es sind einige Bauarbeiter vor Ort. Martin will noch kurz zu Herrn Weiden und noch Windows Office für Kevin kaufen. Ich steige mit Paul aus und gehe mit ihm zur Außentreppe und nach oben. Offensichtlich ist der Estrich jetzt hart genug, denn die Maurer haben mit dem Hochmauern der Wände begonnen. Da es sich um ziemlich große Gasbetonsteine handelt, die mit einem dünnen Mörtel verklebt werden, geht das wohl sehr schnell und man kann, wenn man länger zuguckt, die Wände wachsen sehen.
Paul will natürlich wissen, was hier denn gebaut wird und ich erkläre ihm alles. „Man, Ole, was hast denn du für coole Freunde, das wusste ich gar nicht. Hast du auch einen festen schwulen Freund?“, fragt er. „Ja, hab ich, den Zivi, Frank heißt der, aus dem Krankenhaus, das habe ich dir doch neulich in der Schule schon gesagt, du wolltest es wohl nur nicht glauben“, sage ich und muss grinsen.
Wir gehen wieder runter und auch Martin kommt zu uns. Wir gehen hinter das Gebäude und sehen, dass die Rückwand schon mit Isolierung verkleidet ist. Auch das Loch für den Pool ist schon weit fort geschritten. Ich winke Torstens Vater in seinem Bagger und er drückt kurz auf die Hupe und winkt zurück.
„ Muss du noch was erledigen hier, Ole“, will Martin wissen, „du weißt, das ich später noch zum Möbel kaufen will und ich will vorher noch einen Transporter mieten, damit wir die Teile mitnehmen und zu Hause zusammen bauen oder die fertig gekauften aufstellen können.“
„Ich habe nichts mehr zu tun hier, Martin“, sag ich, „wir können fahren. Wir müssen Paul in der Nähe seiner Wohnung rauslassen, “
Zu Paul sag ich, als wir im Auto sitzen. „Du musst jetzt noch ein paar Tage aushalten, bis wir eine Lösung gefunden haben. Ich werde mit meinen Freunden sprechen und nach Möglichkeiten suchen. Wir sehen uns morgen in der Schule.“ Wir tauschen die Handynummern, damit wir uns erreichen können. „Danke, Ole, das du mir helfen willst. Manchmal weiß ich mir keinen Rat mehr, weiß nicht mehr, was ich machen soll“, sagt er. Ich lege meine Hand auf seine Schulter und drücke sie. „Wir werden eine Lösung finden, Paul“, sag ich, „lass dir nichts anmerken, es wird alles gut.
In der Nähe seiner Wohnung lassen wir ihn raus und fahren zu Remmers. Ich werde dann später wohl mit Mutsch nach Hause fahren. Jetzt gehe ich hoch zu Jerome, der noch bei den Aufgaben sitzt, die sein Lehrer ihm aufgegeben hat.
Martin kommt und fragt, ob Jerome mit ihm den Transporter holen fährt und wenige Minuten später sind wir drei mit dem neuen Kombi auf dem Weg zur Autovermietung. Unterwegs berichte ich vom Bau, auf dem Rückweg, Martin fährt nun mit dem Lieferwagen, erzähle ich Jerome von Paul uns dessen Problemen. Spontan sagt, er: „Wir müssen ihm helfen, ich rede mit Papa, der soll Ulf anrufen, Ulf ist der Rechtsanwalt und Papas Freund, du weißt schon, von dem er erzählt hat. Ulf Wiegand heißt der und sitzt in Bremen in der Firma und regelt alles Rechtliche für Papa. Der kommt auch mit zu Mamas Feier mit seiner Familie, genau so der Personalchef, der über Morbachs Einstellung entscheidet.“
Wieder zu Hause angekommen, will Jerome was essen in der Küche. Natürlich stellt Frau Gut auch mir einen Teller hin, gefüllt mit deftigem Eintopf und wir lassen es uns gut schmecken. Martin ist mit dem Transporter eingetrudelt und kriegt auch einen Schlag Suppe. „Martin“, fragt Jerome, „hast du das Zimmer schon ausgemessen?“ „Ja“, sagt der, „ich habe eine Skizze gemacht und die Maße eingetragen, wenn Sergej, Wolfi und Kevin kommen, können wir los fahren.“
Jerome sagt : „Ole, Sergej und ich, wir fahren mit. Wir können uns ja mal umsehen nach Möbeln für die WG. Wenn wir nichts finden, was schön, zweckmäßig und auch stabil ist für uns, dann muss ich die Zimmermöbel halt anfertigen lassen. Auf jeden Fall können wir nach der gesamten Wohnzimmerausstattung und der Küche gucken, ich nehme mal den Bauplan mit, die können ja auch die Küche planen und dann bestellen.“ Wolfi wird auch mit kommen, wette ich“, sage ich, „wie ich den kenne mittlerweile bringt er seine Tasche für Morgen gleich mit.“
Wolfi
Die letzte Vorlesung lass ich ausfallen, mein Sitznachbar wird mir seine Aufzeichnungen gerne überlassen. Sergej kommt gleich mit Kevin und holt mich ab. Wir müssen noch bei mir zu Hause vorbei, meine Tasche holen. Wir nehmen dann auch die Taschen von Armin und Denise gleich mit, das haben wir gestern noch per Handy so abgesprochen. Ich rufe mein Schätzchen an und erfahre, dass sie gerade los gefahren sind, also geh ich vor zur Straße, damit Sergej nicht noch auf das Unigelände fahren muss. Es dauert nicht lang, bis die Beiden vorfahren. Kevin hat sich gleich nach hinten gesetzt und ich setze mich zu ihm auf den Rücksitz. Seine Arme schlingen sich um mich und ein zärtlicher Kuss folgt. „Hallo, mein Wölfchen“, flüstert er schmusend in mein Ohr, „ich hab dich vermisst, schön, dass du da bist.“
Ich grüße Sergej, der mich schon gleich beim Einsteigen begrüßt hat und schnalle mich dann an. Sergej ist gleich los gefahren und biegt nun auf die Autobahn ein.
Kevin bedeckt mein Gesicht mit kleinen Küsschen und krault mich im Nacken. Gerne halte ich still und genieße seine Zärtlichkeiten, die leichte Schauer in mir auslösen und auch am Südpol beginnt sein Kraulen, Reaktionen hervor zu rufen. Es wird etwas enger in der Hose, aber das ist ja nicht unangenehm. Ein schelmisches Grinsen in Kevins Gesicht zeigt mir, das er sehr wohl bemerkt, was er da gerade verursacht und seine Hand legt sich mit sanftem Druck auf meine Beule.
„Der Reißverschluss bleibt aber zu“, kommt es von Sergej, dem Kevins Spielchen wohl nicht entgangen ist. „ Du sollst dich auf das Fahren konzentrieren, Sergej“, sagt der Kleine und ist mal wieder ein bisschen rot im Gesicht. Als er seine Hand wegnehmen will, halte ich sie fest und nun liegen unsere Hände gemeinsam auf meinem ausgebeultem Schoss, ganz ruhig, versteht sich, denn reiben wäre jetzt doch zu viel für mich. Kevins Kopf liegt jetzt an meinem Hals und ich flüstere ihm zu: „Das sparen wir uns auf, bis wir allein sind. Dann kannst du ruhig noch viel mehr mit mir anstellen, wenn du möchtest.“ Er richtet sich auf, schaut mich an und flüstert dann in mein Ohr: „Darf ich dich….. dann nochmal……….Ficken,…. du weißt schon, so richtig….?“ „Aber gerne doch, das war sehr schön“, flüstere ich zurück, „wenn du möchtest. Ich freue mich drauf.“ Er küsst mich fest und lang und unsere Zungen spielen miteinander.
„Wolfi, hast du eigentlich einen Anzug, an Lis Geburtstag ist Anzug Pflicht, also beim Empfang im Hilton am zwölften Juni“, fragt mich Sergej. „Ich hatte einen zur Konfirmation, aber der dürfte nicht mehr passen“, sag ich. „Dann muß Jerome noch einen mit dir kaufen gehen, den bezahlt Lis, also keine Kosten für dich. Kevin hat auch ein heißes Teil bekommen, von Boss“, sagt Sergej, „und meinen habe ich mit Jerome in Dresden gekauft, auch ein nobles Teil, sag ich dir.“
„Na wenn es nicht anders geht, dann zieh ich auch einen Anzug an, wenn ich nur bei meinem Schätzchen sein darf“, sag ich und küss meinen Schnuckel nochmal.
„Wer und wieviel Leute kommen denn da hin zu dem Empfang?“, frag ich Sergej. „Oh, mindestens hundert Personen, ohne uns und die Familie“, sagt Sergej, „Prominenz aus Bremen, Bremerhaven und auch von auswärts, ich glaub sogar, aus den USA. Politiker, Geldleute und auch Leute aus Lis adliger Verwandtschaft. Auch von Werder werden Vertreter kommen.
Wir müssen noch mit Lis reden wegen uns, ich meine, wie wir uns verhalten sollen an dem Abend. Ich nehme ja an, dass Ole auch eingeladen wird mit Frank, ich weiß es aber nicht genau und werde Jerome mal fragen. Dann sind wir ja zusammen und können ja an der Bar sitzen und beim Essen an einem Tisch. Ich weiß nicht, ob es eine Sitzordnung gibt, aber ich denke doch und Lis wird uns wohl zusammensetzen, denk ich.“
„Also ich komm mir bestimmt falsch vor unter all den Bonzen und ihren Frauen“, sag ich, „kommen auch junge Leute oder nur die älteren Semester.“ „Keine Ahnung“, sagt Sergej, „aber ich kann Lis ja mal fragen.“ „Kommen deine Leute aus Dresden auch?“, will ich von ihm wissen.
„Nein, die kommen nicht, mit denen feiern wir im Urlaub, das hat Lis mit Mama so besprochen“, sagt Sergej, „das wäre auch schlecht möglich, mit allen hierher zu kommen. Mama hätte das auch nicht gewollt, dazu kennt man sich ja auch zu kurz und zu wenig, denk ich und sie würden sich da auch nicht wohl fühlen.“
„Ich werde mich da wohl auch nicht so wohl fühlen“, sag ich, „ und ich wäre lieber mit Kevin bei mir zu Hause. Aber das können wir nicht bringen, dafür haben sie zu viel für Kevin getan und Martin wäre bestimmt auch nicht begeistert, wenn wir nicht hingehen würden. Vor allem ist sie eine tolle Frau und Mutter und hat unsere Achtung mehr als verdient.“
Wir sind bei uns zu Hause angekommen und Sergej und Kevin gehen noch kurz mit rein. Mama ist in der Küche und begrüßt uns .Sergej und mein Schatz nehmen Platz am Küchentisch, während ich, nach dem ich Mama einen Kuss auf die Backe gegeben habe, nach oben gehe, um meine Sachen fürs Wochenende zu holen. Heute Abend bleibe ich bei Kevin und morgen geht es ja dann zu Torsten, so dass ich bis zum Sonntag nicht mehr nach Hause komme.
Meine Fototasche und eine Reisetasche in den Händen, betrete ich kurz darauf die Küche, wo alle Anwesenden bei einem Kaffee sitzen und plaudern. Ich mache mir auch einen Kaffee und setze mich dazu, ein paar Minuten haben wir ja bestimmt noch.
Mama hat Kevin gefragt, wie er sich jetzt so fühlt, nach dem alles so für ihn gelaufen ist und der mein Schatz strahlt, als er erzählt, das er jetzt glücklich ist und alles so langsam erst richtig bewusst wird, jetzt, wo er mal drüber geschlafen hat.
Mama gibt mir noch hundert Euro für das Wochenende und wünscht uns allen viel Spaß. Der Kaffee ist alle und wir brechen auf. Zehn Minuten später fahren wir bei Remmers vor. Martin und Jerome und auch Ole warten bereits auf uns, bereit zum Sturm auf den Möbelpark, den wir jetzt aufsuchen werden, um Kevin Möbel für sein Zimmer zu holen, aber auch, um nach was passendem für die WG Möblierung zu gucken. Kevin und ich fahren mit Martin im Transporter mit, die anderen nehmen den Kombi und los geht’s.
Kevin
Martin, mein neuer Vater, besser gesagt, einer von beiden, fährt den Transporter Richtung Industriegebiet, wo ein großes Möbelhaus angesiedelt ist. Kai, mein zweiter Vater, ist immer noch mit Jeromes Papa unterwegs. Ich hätte ihn auch gern dabei gehabt und Martin sicher auch, aber der Job geht halt immer vor bei den Beiden. Leute genug sind wir ja auch ohne Kai, daran soll es nicht scheitern. Hoffentlich kann ich mich entscheiden, ich war noch nie Möbel kaufen für mich und habe auch nie was aussuchen dürfen. Mal sehen, da ist ja dann auch noch die Preisfrage, Martin und Kai werden nicht gerade so im Geld schwimmen wie Remmers und ich habe auch keine Vorstellung, was vernünftige Möbel kosten. Ich denke mal, Martin wird schon helfen und die anderen auch.
Wir sind da und ich steige hinter Wolfi aus und geh mit ihm um den Wagen herum zu Martin. Gemeinsam warten wir auf die anderen, die auch gerade aussteigen.
„Da vorne steht ja Kai“, sagt Wolfi und zeigt mit dem Finger in Richtung Eingang, „und Herr Remmers ist auch dabei. „Jerome, Sergej und Ole sind jetzt bei uns angekommen und alle zusammen gehen wir zu Kai und Jeromes Papa. Jerome ist auch erstaunt, seinen Vater hier zu treffen.
„Papa, was machst du denn hier?“, fragt er dann auch sofort, nachdem wir die zwei erreicht haben.
„Nun, ich dachte, das Kai auch gerne dabei ist beim Möbelkauf“, sagt Carl August und grinst ein bisschen, „und ich will mich dann mal gerade noch nach einem Fernsehsessel für Lis umgucken. Das wird eine kleine Beigabe zum Geburtstag und den gibt es dann am Montag zu Hause. Als Kai gesagt hat, das Martin einen Transporter gemietet hat, habe ich mich kurzfristig für den Kauf jetzt und hier entschlossen.“
Alle zusammen ziehen wir nun los, durch den Eingang in eine Vorhalle, wo eine große Hinweistafel zu den einzelnen Abteilungen steht. Ole, Sergej und Jerome wollen zuerst mal mit uns zusammen nach Möbeln für mich schauen und dann erst nach Sachen für die WG. Auch Herr Remmers schließt sich uns an, als wir zur Abteilung mit Jugendzimmern gehen. Die Auswahl ist groß und die Preisunterschiede auch. Martin hat die Skizze mit den Zimmermaßen herausgeholt und nun gucken wir uns Sachen an. Ich möchte eine Couch mit Schlaffunktion, zum chillen, TV Gucken und um nachts drauf zu schlafen. Die muss groß genug sein für uns zwei, Wolfi und mich und auch stabil genug, um amoröse Zweikämpfe aus zu halten. Als ich an der ersten, die mir sehr gut gefällt, das Preisschild lese, werde ich etwas blass um die Nase. Eintausend Siebenhundert Euro soll das Teil kosten und so lass ich meinen Blick zur nächsten Couch wandern.
„Kevin“, hör ich Martins Stimme, „ich habe den Eindruck, die hier gefällt dir gut, oder?“ „Ja, schon“, sag ich, „ aber die ist doch voll schweineteuer.“ „Sagt wer?“, kommt es von Kai. Ich gucke die beiden an, weiß nicht, was ich darauf sagen soll. Carl August schmunzelt, die andern schauen interessiert auf mich und ich merke, dass ich mal wieder rot werde.
„Kevin“, sagt jetzt Martin, „wir kaufen heute, was dir gefällt und was gut ist. Der Preis ist zweitrangig. Kai und ich haben über viele Jahre gut verdient und wenig ausgegeben, wir sind also durchaus in der Lage, ein Teeniezimmer einzurichten für unseren Familienzuwachs. Also, möchtest du diese Couch haben?“ Ich nicke heftig und mir wird gerade klar, dass es wirklich kaum eine Rolle spielt für die Zwei, was ich mir aussuche, wenn ich nur zufrieden bin.
Ich geh die drei Schritte, die mich von den beiden trennen und nehme erst Martin und dann Kai in den Arm und drücke jedem, auf den Zehenspitzen stehend, einen dicken Kuss auf den Mund. „Danke, ihr beiden, ihr seid so gut zu mir, Danke“, sag ich zu ihnen.
Martin winkt einem in der Nähe wartenden Verkäufer und der kommt schnellen Schrittes zu uns. Auf Martins Geheiß hin schreibt er die Couch in die erste Zeile eines Auftragsformulars. Der Reigen ist eröffnet.
Ich bin happy über das coole Teil und der Anflug eines schlechten Gewissens wegen dem Preis ist nach Martins Erklärung schnell verflogen. Weiter geht es zu Schränken und Wohnwänden.
Die Größe des Zimmers beachtend suche ich mir eine helle, zur Couch passende und aus mehreren Teilen bestehende Wohnwand und einen Couchtisch aus. Die Teile sind schon fertig zusammen bei der Auslieferung im Lager. Da haben wir das zeitraubende Zusammenbauen gespart. Ein paar Kissen und drei Bilderrahmen, die Bilder für rein macht mein Schatz, einen Computerschreibtisch und noch ein paar Dekosachen später habe ich alles, denk ich. Martin sagt dann: „Ein hübscher Teppich wäre auch ganz gut, oder meinst du nicht, Kevin, und eine Stehlampe neben der Couch wäre doch auch nicht schlecht.“
Also wird das auch noch ausgesucht und geordert.
Martin geht jetzt noch mit uns in die Elektroabteilung. „Ein bisschen Unterhaltungselektronik braucht unser Junge ja bestimmt auch noch“, sagt er und kauft einen Flachbildfernseher und einen DVD Player. Auch diese Sachen bekommen wir später im Lager.
Die anderen, außer Wolfi natürlich, stöbern in der Couchabteilung nach Wohnlandschaften für die WG. Auch nach einer Küche wollen sie gucken. Herr Remmers hat, nach dem er den Verkäufer gefragt hat, eine andere Abteilung aufgesucht, um einen Fernsehsessel zu kaufen. Wir sind jetzt eigentlich fertig und gehen zunächst mal mit dem Mann in den Kassenbereich. Martin bezahlt mit Karte und wir kriegen einen Schein, mit dem wir zum Auslieferungslager müssen.
Carl August kommt ebenfalls mit einem Verkäufer, offensichtlich hat er was gefunden, was ihm gefällt. Auch er bekommt einen Schein, nach dem er bezahlt hat und dann gehen wir nach draußen zum Lager. Martin holt den Transporter und fährt an die Rampe des Lagers.
Dort steht ein Tor offen und ein Mitarbeiter erwartet uns schon. Er nimmt die Scheine entgegen und verschwindet in der großen Halle. Man hört einen Motor laufen und dann kommt der Mann mit einem Gabelstapler und bringt die ersten Teile. Martin sagt: „Lasst ihn erst mal alles daherbringen, dann können wir besser laden.“
Als alles da steht, vergleicht Martin den Schein mit den Teilen und dann können wir anfangen, ein zu laden. Auch Carl August hat seinen Schein abgegeben und der Mann bringt kurz darauf den verpackten Sessel. Jerome, Sergej und Ole sind auch gekommen und nach Martins Plan wird alles im Transporter verstaut.
Jerome sagt, dass sie jetzt in etwa wüssten, was sie für die WG kaufen werden, aber er will noch warten, bis die Wände komplett stehen, dann kann man sich den fertigen Raum besser vorstellen.
Also geht es jetzt nach Hause, abladen und vielleicht noch aufstellen. Ich muss noch oben im Zimmer meine Tasche fürs Wochenende packen, weil wir, Sergej und ich und auch mein Wölfchen morgen erst gegen halb drei zu Hause sein werden.
Jerome kann unsere Taschen dann morgen schon einladen, während wir unterwegs sind. Ole kommt erst um Drei, weil Frank ja auch arbeiten muss. Die Beiden kommen mit Armin und Denise, die von Armins Vater gebracht werden, hat Ole gesagt. Sergej hat Ole auf dem Rückweg vom Möbel kaufen zu Hause bei Jensen abgesetzt.
Wir sind da und nachdem Kai aufgesperrt hat, beginnen wir, abzuladen. Es ist kurz nach achtzehn Uhr und Lis kommt und sagt: „Frau Gut hat belegte Brote gemacht und ich habe Getränke kalt gestellt, wenn ihr abgeladen habt, könnt ihr ja eine Pause machen und hoch kommen zum Essen.“ Carl August nimmt sie bei der Hand und geht mit ihr ins Haus. Er will wohl verhindern, dass sie den Fernsehsessel schon jetzt zu Gesicht bekommt. Martin und Kai stellen den dann auch mal gleich in die Garage.
Martin bringt zwei Arbeitsböcke mit und er sagt: „Wir packen die Teile hier draußen aus, dann ist das ganze Verpackungszeug gar nicht erst in der Wohnung.“ Gute Idee, find ich und so wird jetzt Stück für Stück ausgepackt und rein getragen.
Martin
Nach dem nun alles im Zimmer ist, fordere ich die Jungs auf, erstmal mit hoch zu gehen und was zu essen. Das wird natürlich gerne befolgt und so sitzen wir um den großen Esstisch herum und essen Brote.Lis hat sich dazu gesetzt und es dauert nicht lang, bis auch die Oma mit ihrer Schwester im Schlepptau erscheint. In der Hand hält jede die schon fast obligatorische Cremantflasche, was bei den Jungs schon ein bisschen für Heiterkeit sorgt. „Oma, lass mich raten“, sagt Jerome lachend, „ihr wollt die Einweihung des Zimmers feiern. Das ist aber eindeutig zu früh, da es noch nicht fertig ist.“
„Dann legen wir die Brause eben kalt, bis alles gemacht ist“, sagt Frieda, nimmt Oma die Flasche aus der Hand und bringt beide in den Kühlschrank in der Küche. „es liegen noch zwei Flaschen von am Dienstag im Kühlschrank“, sagt sie, als sie zurückkommt, „da sitzen wir ja so schnell nicht auf dem Trocknen.“ Allgemeines Gelächter folgt dieser Ansage und ich muss mich immer über die Beiden wundern, wie sie alles mitkriegen und an allem Anteil nehmen.
Als niemand mehr isst, mahne ich zum Weitermachen, sonst werden wir heute nicht mehr fertig mit dem Zimmer. Die Jungs und Kai folgen mir wieder nach unten und während Kai mit Jerome und Sergej die Couchteile zusammen baut und auf den Platz stellt, hole ich eine Bohrmaschine, eine Wasserwaage und anderes Werkzeug und beginne mit Wolfi und Kevin, die Schrankteile zu montieren. Nach dem wir die erforderlichen Löcher angezeichnet und gebohrt haben, steckt Kevin Dübel in die Löcher. Danach hängen wir Teil für Teil auf und es ist Acht, als alles hängt und steht. Jetzt kommen der Fernseher, der Reciver und der DVD Player auf ihren Platz und Wolfi schließt das alles an. Auch der PC, den Martin bei meinem Onkel für mich gekauft hat, findet seinen Platz in dem kleinen, aber sehr zweckmäßigen PC Schreibtisch. Kai und die anderen haben den Teppich ausgelegt und den Tisch darauf gestellt, alles sieht einfach toll aus und der Kleine strahlt.
Da wir noch keine passende Bettwäsche und keine Decken und Kissen haben, schlafen die zwei heute Nacht noch oben im Zimmer. Diese Sachen müssen wir dann am Montag kaufen oder Dienstag, weil Montag hat die Chefin ja Geburtstag, da wird wohl im Haus mit der Familie gefeiert.
Aber als nächste Aktion kommt die Tour morgen nach Bad Schwartau mit all den jungen Hüpfern, bin mal gespannt, was da abgeht. Da muss ich meinen Geburtstag mit Kai wohl am Sonntagabend feiern, wenn wir zurück sind. Meine Sachen pack ich morgen früh, da wird auch der Wagen kontrolliert und fit gemacht. Wir fahren ja mit drei Autos, den beiden Skodas und dem Suv, da haben alle Platz genug. Das meiste Stück ist Autobahn, viel länger, wie zwei Stunden werden wir nicht brauchen, wenn kein Stau ist.
Ich schicke jetzt mal die Jungs ins Bett, die müssen ja früh raus morgen. Hier ist jetzt eh nichts mehr zu tun und Kai und ich sind auch ein wenig müde. Möbel schleppen ist ungewohnte Arbeit und strengt schon an. Da ich morgen Abend nicht da bin, würde ich gern noch ein bisschen rum machen mit ihm und dann um Mitternacht einen kleinen Geburtstagsfick starten. Bisher haben wir das immer so gehalten, wenn einer von uns länger wegfährt, das wir vorher noch ein bisschen Poppen. Diese Tradition wollen wir auch heute nicht vernachlässigen. An Kais Augen habe ich schon beim Essen gesehen, das er sich genauso drauf freut, wie ich.
Kevin
Martin hat uns hoch geschickt und wir gehen auch direkt ins Zimmer. Es ist zehn Uhr vorbei und wir müssen auf jeden Fall Duschen, denn geschwitzt haben wir schon bei der Aktion. Wolfi ist gleich durch ins Bad und als ich, nachdem ich Portemonnaie und Handy weg gelegt habe, ins Bad komme, sitzt der schon auf der Toilette. „Dein Wunsch ist doch noch aktuell, oder?“, fragt er. Rot werdend nicke ich und das Blut läuft bereits nach Süden. Er hat es nicht vergessen, will es auch und als er vom Klo aufsteht, ist er bereits hart. Schnell sind meine Kleider unten und ich folge ihm in die Dusche. Zunächst waschen wir uns gegenseitig gründlich, vor allem Schwanz und Po werden gut gewaschen. Sein eineschäumter Finger streicht dabei intensiv durch meinen Spalt und reibt auch immer wieder über meine Rosette. Je öfter und intensiver das er das macht, umso besser fühlt es sich an. Ich revangiere mich ebenso und erstes, verhaltenes Stöhnen ist zu hören.
Er lässt mich los, holt Gummi und Gel und stellt das Wasser ab. Er streift mir geschickt den Pariser über und macht Gel auf meinen Schwanz, bevor er auch seinen Po mit Gel einschmiert. Er dreht mir seinen Po zu, bückt sich ein Stück und führt meine Spitze an seinen Po. Langsam drückt er gegen mich und ich gegen ihn. Fasziniert schau ich zu, wie mein Schwanz seinen Po weitet und dann langsam in seinem Inneren verschwindet. Der Anblick ist so geil, dass ich fast komme und erst mal ruhig halte, nach dem meine Haut gegen seine Pobacken stößt. Mein Mund schmust über seinen Rücken und als er den Kopf dreht, küssen wir uns gierig. „Fick mich, Schatz“, sagt er heiser und stößt seinen Po leicht nach hinten. Langsam beginne ich mich zu bewegen, nehme dann ein bisschen Tempo auf und Stoße rhythmisch immer wieder in seinen Po. Jeder Stoß erzeugt einen Seufzer, die nach ein paar Minuten in leises, aber ständiges Stöhnen übergehen. Ich greife nach seinem Schwanz, der jetzt wieder knüppelhart ist, und reibe ihn im Takt meiner Stöße. Meine Zunge ihn seinem Nacken schmeckt seinen Schweiß und das Stöhnen ist lauter geworden. Ich werde nicht mehr lange durchhalten und mein Stoßen wird schneller. Jetzt explodiert sein Glied in meiner Hand und er spritzt unter Stöhnen seinen Samen an die Wand, an der dieser langsam nach unten läuft. Der Anblick und seine Geräusche geben mit den letzten Kick und ebenfalls unter Stöhnen schieß ich meine Ladung in den Gummi.
Meine Knie zittern und ihn umschlingend sinken wir runter auf den Wannenboden und unsere Lippen finden sich. „Ich liebe dich, Kevin“, nuschelt er an meine Lippen und ich antworte: „Ich liebe dich auch und bin glücklich, das wir uns gefunden haben. Ich will dich nie mehr hergeben.“ Wir stehen auf, seifen uns gegenseitig ab und spülen den Schaum davon. Auch das Sperma von meinem Schatz verschwindet im Abfluss, während meins im zugeknoteten Kondom vor der Dusche auf der Badematte liegt. Das werde ich nach dem Abtrocknen entsorgen.
Zehn Minuten später liegen wir, mit einer Shorts und einem Shirt bekleidet, aneinander geschmiegt im Bett, mein Wölfchen und ich. Ich liebe ihn so und bin glücklich, wenn er bei mir ist.
Jerome
Sergej war noch kurz drüben bei Kevin und Wolfi und kommt grinsend zurück. „Wolfis Therapie trägt Früchte, wenn ich die Geräusche aus dem Bad richtig deute, dann sind sie jetzt beim Poppen. Das ging schneller als erwartet und es wird ihrer Liebe gut tun und Kevin die letzte Angst nehmen“, sagt er, kommt zu mir und seine Hand legt sich auf meine Hose, dahin, wo Klein Jerome schlummert. „Das hat mich jetzt richtig spitz gemacht, das Kopfkino, der Kleine, wie er sein Wölfchen pudert“, sagt er und knuddelt dabei zärtlich meine Glocken. Ich zieh ihm das Shirt aus, öffne seine Hose und schieb sie mit samt seinem geilen Slip nach unten zu den Knien runter.
Voll steif und voll schön steht sein Schwanz und ich ergreife ihn, schiebe die Haut von der Eichel nach hinten und reibe mit dem Daumen sanft über seien Spitze. Er schnauft, greift mit beiden Händen mein Shirt und streift es über meinen Kopf, er steigt aus seinen Hosen und streift die Schuhe ab.
Mich nach hinten aufs Bett drückend, löst er Max und Moritz und befreit meinen Schwanz und meinen Körper von den restlichen Textilien. Nackt, steif und ohne Füße lieg ich vor ihm auf dem Rücken und er krault meine Eier und wichst mich langsam und verhalten.
„Erst waschen, wir sind verschwitzt“, sag ich, ein Stöhnen unterdrückend, „Badewanne, ficken, du mich“, stößt er hervor und greift mich, nimmt mich auf den Arm und trägt mich rüber ins Bad und setzt mich auf die Toilette. Dann öffnet er den Wanneneinlauf und lässt Wasser in die Wanne laufen. Als es so fünf Zentimeter hoch steht in der Wanne, setzt er mich hinein und setzt sich selbst aufs Klo.
Als er fertig ist, holt er Gummi und Gel aus dem Schrank, legt es bereit und klettert dann zu mir in die Wanne, die jetzt schon voller ist. Als mir das Wasser bis an den Bauchnabel reicht, dreht er zu und schöpft mit beiden Händen Wasser über mich. Das Ergebnis ist ihn nicht gut genug, er nimmt die Handbrause und macht mir Kopf und Oberkörper nass. Mit Duschgel reibt er mich ein und duftender Schaum umgibt mich. „Auf die Knie, Schatz“, sagt er und hilft mir hoch und wäscht dann meinen Bauch, den Po und natürlich meinen Harten, sauber. Jetzt wäscht er sich selber seinen Schweiß runter und geht dann, nach dem er den Schaum von uns geduscht hat, am Wannenende auf die Knie, streckt mir seinen heißen Hintern entgegen und sagt mit geiler Stimme: „Komm, komm zu mir und gib mir deinen Schwanz. Ich will jetzt gut gefickt werden von dir, mach, ich bin so geil.“ Ich rücke auf den Knien vor, bis sich mein Schwanz mit der ganzen Länge in seine Ritze drückt. Ich rolle das Kondom, das er schon ausgepackt hinhält, über meinen Dicken, verteile Gel auf meinem Glied und seinen Po. Mit einem, dann mit zwei Fingern drücke ich durch den Muskel und weite ihn. Er stöhnt auf, ich setze dann rattenscharf die Spitze an seine Eingang und drücke langsam nach vorn. Er stöhnt wieder tief auf, hält dagegen, nimmt mich auf, immer mehr, bis ich ganz in ihm stecke. „ Jaaaah, gib Gas Schatz“, kommt es mehr gestöhnt wie gesprochen, „mach, fick mich.“Ich bewege mich heftiger, Stoße lang und tief in einem schnellen Rhythmus und er geht ab, wie ein Zäpfchen.
Es ist eine Stunde vor Mitternacht und Sergej ist nicht leise. Ich reduziere das Tempo und er dreht sich um und schaut mich fragend an. Ich greife nach einem der bereitliegenden Handtücher und ohne mein Ficken zu unterbrechen halte ich es zuerst vor meinen Mund und geb es dann nach vorn zu ihm. Natürlich versteht er mich sofort und er presst das zusammen geknüllte Handtuch vors Gesicht, als Schalldämpfer und dann werde ich wieder schneller und feste. Bei jedem Stoß klatscht mein Becken auf seinen Po und mein Schwanz reizt seine Prostata. Sein Stöhnen, nun gedämpft, aber nicht weniger heftig wird stärker, er reibt sich selber immer schneller und auch ich werde immer geiler.
Mit einem Grunzlaut spritzt er seinen Saft gegen die Kopfseite der Badewanne und legt dann, schwer atmend seinen Kopf auf das Handtuch. Ich habe mein Ding rausgezogen und den Gummi entfernt und gebe mir den Rest mit der Hand. Auch ich stöhne laut, als es kommt und mein Saft auf seinen Rücken und in seine Spalte spritzt. Zufrieden verreibe ich alles über seinen Po. Er zittert immer noch leicht, als er sagt: „Oh Mann, das habe ich jetzt gebraucht und das hast du echt gut gemacht. Das war der beste Fick, den du mir bis jetzt besorgt hast.“
Er richtet sich auf und dreht sich zu mir, umschlingt mich und drückt mich an sich. „Ich liebe dich Jerome“, sagt er und küsst mich dann lange und innig. Seine Hände streicheln über meinen Rücken und meinen Po. „Komm“, sag ich, „waschen und ins Bett, du musst früh raus und morgen ist ein langer Tag.“ Wir waschen uns die Spuren ab und er setzt mich dann wieder auf der Toilette ab, hilft mir beim Abtrocknen und nach dem auch er trocken ist, trägt er mich auf unser Bett. Shorts und Shirt sind schnell angezogen und nach einem langen Gute Nacht Kuss lösche ich das Licht und schieb meinen Po an seinen. So schlafen wir ein.
Ole
Nach der Möbelaktion hat mich Sergej zu Hause abgesetzt. Ich bin dann noch auf einen Sprung zu Mutsch in die Küche, bevor ich hoch bin, meine Tasche für Morgen zu packen. Mit Armin telefoniere ich und spreche alles ab für Morgen. Sein Vater fährt uns zu Jerome, sie kommen hier vorbei und holen Frank und mich ab.
Ich freue mich darauf, Torsten wieder zu sehen, die Zeit im Krankenhaus hat uns zu Freunden werden lassen und seit dem Partywochenende haben wir ja nur Kontakt per Telefon und Mail gehabt . Seine Sprüche, auf die freu ich mich auch und die Sache mit Natalie bringt mich immer zum Schmunzeln, wenn ich daran denke. Ich bin echt gespannt, ob er wirklich mit der Puppe vögelt, obwohl, besser wie immer nur schütteln wird es bestimmt sein.
Da es noch dauert, bis Frank kommt, nehme ich das MacBook und überweise die Rechnungen, die ich heute von Remmers mitgenommen habe. Lis hat den Architekten angerufen und gesagt, dass sie die Rechnungen jetzt immer sofort an meine Adresse schicken sollen. Ich schreibe eine Mail an den Herrn Knauber, das er die Firma von Mikes Papa in den Anbieterkreis für die Malerarbeiten aufnimmt und auch sie bei der Vergabe der Aufträge zu berücksichtigen ist, vornehmlich bei Aussenputz und Antricharbeiten.
Nach dem alles gemacht ist, rufe ich meine Mails ab und Torsten hat gemailt, das er die Nächte von Freitag bis Sonnteag im Hotel verbringen darf, wenn sein „Onkel“, in dem Fall Martin, in der Klinik abholt, Das werden wir hinkriegen und Jerome werde ich mit Martin um neunzehn Uhr dahin schicken. Wenn die dann weg sind zur Klinik, werde ich Sergej einweihen und wir werden schauen, ob die Remmers mit Kai pünktlich zur Party eintreffen, so wie Carl August es versprochen hat. Ich bin gespannt, den Korb mit verschiedenen Delikatessen, den wir Martin schenken wollen, wird von Sergej besorgt und ist Morgen bereits im Auto, wenn er von Bremen kommt mit Kevin und Wolfi. Kevins Leben hat sich ja jetzt echt um gefühlte Tausend Prozent verbessert und er lebt förmlich auf, strahlt und ist total verliebt in sein Wölfchen, der für uns eine echte Bereicherung des Freundeskreises ist.
Ich geh noch mal runter zu Mutsch, vielleicht ist Marie ja auch schon da, die fährt morgen nach der Schule mit Heiner nach Hause und Heiners Mutter bringt sie dann zu Remmers um halb drei. Maries Tasche nehmen Frank und ich mit, wenn Armins Papa uns rüber fährt. Ich freu mich schon auf zwei Nächte mit Frank im Hotel, gehe wieder hoch und packe mal gleich noch ein Dutzend Gummis und eine Geltube ein. Auch zwei Handtücher zum Unterlegen ergänzen die Liebesutensilien, so dass nichts mehr passieren kann. Da auch keiner von uns beiden eine Periode oder Migräne kriegen wird, freue ich mich auf ein spritziges Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes. Die Vorfreude rutscht gerade nach unten zum Südpol und lässt meine Hose eng werden. Noch zwei Stunden, bis Frank kommt und ich überlege, ob ich mir einen runter holen soll. Aber der Gedanke, richtig mit Frank schlafen zu können, lässt mich das Wichsen wieder vergessen und ich lenke mich ein bisschen ab, indem ich die Webseiten von Bad Schwartau durch stöbere. Auch das Hotel, in dem wir unter kommen, hat eine tolle Seite, allerdings sind die Bilder der Schlafzimmer wieder geeignet, das Kopfkino an zu schmeißen und so klick ich lieber auf die Homepage der Stadt Lübeck und schaue, was es wissen und sehenswertes dort alles gibt.
So, das war es für heute, ich hoffe, es hat euch gefallen.

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1 Kommentar

  1. Hi Niff, es ist eine Freude, zu sehn, dass du wieder mit viel Elan am schreiben bist. Das ist schön. Obs gefallen hat? Na aber sowas von 😉

    VlG Andy

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