Traumschiff – Teil 64

Jerome

Der Dienstag beginnt mit ausschlafen und gegen halb Zehn gehen wir dann zum duschen. Jetzt sind wir in der Badewanne gelandet und Schatzi schiebt mit viel Gefühl gerade seinen voll steifen

Schwanz in meine gut vorbereitete und schön gespülte und zärtlich geleckte Einbahnstraße, die für den Gegenverkehr gerade sehr empfänglich ist.
Es ist immer wieder so geil, wenn das zuerst drückt, ziept und dann aber mit jeder Bewegung vor und zurück immer geiler wird da unten in meinem Bauch. Sergej gibt sich wie immer beim Sex sehr viel Mühe, mich froh zu machen, ist zärtlich, liebevoll und wenn ich es will auch hart und fordernd, wenn er mich fickt.
Er macht das genau wie ich mit viel Liebe und der jeweilige Bottom gibt bei uns immer den Ton an, das haben wir uns so angewöhnt und es ist immer wieder einfach nur toll. Kein blindwütiges Gerammel, um schnellst möglich ab zu spritzen, nein, Lust schenken, genießen und dann, zum Schluss galaktisch kommen, an der Ohnmacht vorbei streifend, genial einfach.
Da ich jetzt vor ihm komme, entzieht er mir seinen Bus und die Einbahnstraße ist plötzlich so leer.

„Abtrocknen“, sagt er, „und dann aufs Bett, ich will den Drachen reiten.“

Er hebt mich aus der Wanne und setzt mich auf den Duschhocker, reicht mir ein Handtuch und geht dann auf die Knie, um meinen nach dem Kommen geschrumpften Pimmel wieder etwas Power einzuhauchen.
Dabei trocknet er sich selber provisorisch ab, mehr lässt seine aufgestaute Geilheit jetzt wohl auch nicht zu. Sobald wir einigermaßen trocken sind, mein Schwanz steht auch wieder, trägt er mich aus Bett, legt mich auf den Rücken und holt ein Gummi.
Schnell bläst er die Endhärte in meinen Schwanz und rollt den Gummi drüber.
Die Gelflasche schnappt auf und mein Penis wird glatt und flutschig gemacht, genau wie seine mittelbraune, süße Pussi, die Knospe, die enge Einfahrt, die er jetzt gegen meine rot geschwollene Eichel drückt.
Den Schwanz jetzt stöhnend in sich versenkt, immer so Hammer geil, wenn er ganz in ihm verschwindet. Da könnte man schon vom zugucken kommen. Er ist auf gesessen und der Drachenritt geht los.
Gegen ihn stoßend, verstärke ich seine Auf- und Ab Bewegungen und treffe offensichtlich punktgenau seine Prostata, was den Anstieg seiner Erregungskurve rasant beschleunigt. Ich hingegen habe ja vor ein paar Minuten erst gespritzt, kann jetzt länger.
Das werde ich wohl auch brauchen, da er keine Anstalten macht, seinen nun wieder voll steifen Schwanz an zu fassen. Ab und an schaffe ich es auch so, in zum abspritzen zu bringen, ohne das er oder ich sein Glied anfassen, aber das ist höchstens einmal bei fünfzehn mal poppen so.
Heute kriege ich das hin und er ist sehr laut, als er kommt und spritzt weit raus, in meine Haare und in mein Gesicht und über die Brust, bevor er sich nach vorn auf mich ablegt und mich mit Küssen überhäuft.
Der große Batzen Sahne, der an meinem Kinn gelandet ist, wird breit geküsst und um meinen Mund verteilt, wir schmecken ihn, beide.

„Boah….., das war….., ich weiß nicht, …….wie ich es beschreiben soll“, stottert er unter schnellem Atem holen, „unwahrscheinlich gut, verboten gut, wenn das Frau Merkel wüsste, wie gut schwule Liebe und schwuler Sex ist, dann würde das bestimmt direkt besteuert.“

Ich muss lachen, mein Schatz denkt echt jetzt gerade darüber nach, ob schwuler Sex steuerpflichtig sein sollte, dann muss es ja wirklich verdammt gut gewesen sein.

„Ich liebe dich, Sergej“, sag ich, „und weil wir uns so lieb haben, ist das so gut, wenn wir miteinander poppen. Ich kann mir nicht vorstellen, mit einem anderen Menschen so zu verschmelzen, eins zu sein, in Liebe zu poppen, so wie mit Dir. Du bist meine Sonne, mein ein und alles und ohne dich möchte ich nicht mehr sein. Das wir uns gefunden haben in dieser großen weiten Welt, du und ich, das ist etwas ganz großes und ich kann mir nicht mehr vorstellen, auch nur einen Tag ohne deine Küsse, deine Berührungen, deine Stimme zu sein, dich nicht zu fühlen, zu berühren, zu riechen und zu knuddeln. Ich bin ein nichts ohne Dich, ich liebe dich so, dass es Worte nicht beschreiben können und ich bin glücklich, wenn du bei mir bist.“

Sergej

Wir hatten nach dem Aufwachen einen galaktisch guten Sex, erst in der Wanne, dann im Bett und es war ein sehr emotionales, liebevolles und so gutes Liebeserlebnis mit einander und seine Erklärung jetzt danach treibt mir Tränen in die Augen.
Dieser Junge hat mein Leben verändert, wie nie ein Mensch zuvor, hat Gefühle in mir geweckt, von deren Existenz ich nie etwas geahnt habe. Er hat mich zum Lieben gebracht, hat es geschafft, dass es nur noch ihn gibt in meinem Herzen.
Ihm würde ich folgen, blind, überall hin, gegen jeden Verstand, denn er ist mein Herz, er ist mein Leben. Ich küsse ihn, schmuse durch dieses liebe Gesicht, das mich morgens an lächelt und mir abends in meine Träume folgt.
Junge, Jerome, was hast du mit mir gemacht, dass ich dich so liebe, dich brauche, dich immer um mich haben will. Mit meinen Küssen sage ich ihm, dass es mir nicht anders ergeht, als ihm. Das auch ich ein Nichts wäre ohne ihn und seine Liebe.
Das er meine Droge ist, ohne die ich nicht leben will und leben kann. Wir sind Drachen und Reiter, für immer und ewig und auf Leben und Tod mit einander verbunden. Schmusend liege ich auf ihm, mein Sperma trocknet in seinen Haaren.
Seins läuft aus dem Gummi in meinem Po an seinem erschlafften Glied vorbei auf das Bettlaken, was soll es, mach ich nach her ein frisches drauf. Ich denke an die anderen Pärchen, speziell die Schwulen.
An Frank und Ole, die bestimmt genau so glücklich und so verliebt in einander sind, wie wir. Oder Kevin und Wolfi, die zwei sind auch unzertrennlich und total auf einander fixiert. Auch Dirk und Mike sind ein fest verbandeltes, tolles Paar.
Mit bestimmten Zukunftsvorstellungen und alle verbindet die Liebe, nicht nur der Sex, obwohl der einen bestimmten Platz hat im Leben der Liebenden. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch Noah und Enrico und auch Paul und Rolf nicht ewig brauchen werden, um so zu einander zu stehen, wie wir es tun.
Ich bin froh, dass wir so tolle Freunde haben, nicht zu vergessen auch die hetero sexuellen Paare, die in unserem Kreis zu Hause sind. Manchmal denke ich darüber nach, wie sich das so entwickelt hat mit mir, von einem stillen, ja sogar schüchternen Azubi in einer fremden Stadt, fern vom heimischen Dresden, hin zu einem total und mit Haut und Haaren verliebten, schwulen Hotelkaufmann mit Fachabi.
In einem Haushalt lebend mit dem Mann seines Lebens, bar jeder materiellen Sorgen, angenommen wie ein Sohn und auch zu Hause immer noch geliebt trotz Schwul sein, einfach Wahnsinn und fast nicht zu glauben.
Sein Herz schlägt für mich spürbar unter seiner Haut, die an meiner klebt. Jetzt knurrt sein Magen.

„Da hat einer Hunger“, sag ich an sein Ohr und er brummt etwas Unverständliches als Antwort.

„Wir müssen wohl noch mal unter die Dusche“, sagt er, „bitte trag mich mal hin.“

Ich richte mich auf, schnappe meinen fußlahmen Drachen von hinten um die Hüften und trage ihn ins Bad. Dort angekommen, setze ihn auf den Sitz unter der Dusche. Ich dreh das Wasser an und setze mich dann erst mal zum Pinkeln auf die Schüssel, während mein Schatz einfach ins Duschwasser pinkelt.
Das sieht irgendwie leicht erregend aus, es soll ja auch Leute geben, die sich gern von ihrem Partner mal anpinkeln lassen.So unter der Dusche, das könnte ich ja noch verstehen, aber im Zimmer oder gar im Bett, nee, das wollte ich aber nicht.
Ich geh zu ihm unter das Wasser und wir waschen unsere Liebesspuren endgültig ab, jeder für sich. Das Verlangen nach Lust ist vor erst gestillt, die Glieder schlaff und wieder sauber gewaschen, die letzten Lusttropfen sind versiegt.
Nach dem Abtrocknen ziehen wir was Leichtes an, Jerome mit langen Hosenbeinen. Nun werden Max und Moritz angelegt und wir machen uns auf den Weg nach unten und dort auf Futtersuche.
Im Esszimmer ist der Tisch gedeckt und die Spuren zeigen, dass wir die Letzten sind heute früh.

Jeromes Mama schaut durch die Küchentüre und fragt: „Guten Morgen, wollt ihr beide Kaffee oder was anderes?“

„Kaffee“, kommt es synchron von uns und dann hört man das Mahlwerk des Automaten laufen.

Bald darauf steht vor jedem ein Pott mit duftendem Kaffee und auch die aufgebackenen Brötchen duften lecker. Nach der morgendlichen, sehr befriedigenden Anstrengung schmeckt es uns gut und wir essen jeder drei Brötchen.
Lis schaut zuerst etwas verwundert, als wir zum dritten Brötchen greifen, aber dann taucht ein leichtes und irgendwie wissendes Grinsen auf ihrem Gesicht auf und mir wird klar, dass man vor der Mutter seines Drachens keine Geheimnisse haben kann.
Etwas dunkler im Gesicht esse ich mein drittes Brötchen zu Ende und überlege, was ihr denn das Kopfkino gerade genau zeigt. Sie ist einfach toll, diese Frau und alle um sie rum wissen das und mögen sie sehr.
Sie setzt sich zu uns und erzählt, dass Paolo heute gegen halb fünf kommt, mit Enrico und dass sie dann zur Klinik fahren. Natascha fährt auch mit und geht dann mit Paolo bummeln. Sie wollen dann auch noch Sigrid und Torsten in Beverst ab holen und mitnehmen.
Auch Marie und der Marvin wollen sich in Bremen anschließen. Paolo bringt Natascha dann auch heute Abend zurück, wenn er Paul noch mal her bringt. Von Ole weiß ich, dass er heute Nachmittag, wenn er vom Bau zurück ist, mit Frank, Armin und Denise bei Franks Eltern ist.
Jetzt überlege ich, was wir denn heute unternehmen könnten. Vielleicht können wir ja mal zum Tretbootfahren gehen in den Bürgerpark, während die anderen heute die Schulbank drücken oder studieren beziehungsweise arbeiten.
Mal sehen, was mein Schatz denn so nach dem Frühstück geplant hat.

Wolfi

Nach dem aufregenden und für mich so erfolgreichen Tag gestern bin ich mit Kevin, nach dem uns Martin zum Bahnhof gebracht hat, mit dem Zug nach Bremen, Kevin ins Hilton und ich zur Uni.
Volker erzähle ich dann noch vor Beginn der ersten Vorlesung ,was gestern gelaufen ist und sein Erstaunen wird noch größer, als ich ihm sage, das ich, wenn ich ein neues Auto habe, ihm das Alte überlassen werde, umsonst, versteht sich.
Er freut sich für mich, dass es so wahnsinnig gut gelaufen ist und dass mein Hobby wohl auch in der nahen Zukunft für weitere Einnahmen sorgen wird. Er und seine Freundin haben im Moment Ruhe, die neue Wohnung ist den Zeugen bisher nicht bekannt.
Da Volker beim Verlassen der Uni immer sehr aufpasst, haben sie das mit dem Auto wohl auch noch nicht geschnallt. Jedenfalls fühlen sie sich jetzt in Bremerhaven erst mal besser. Wenn sie wirklich weiterhin verfolgt werden sollten, wollen sie eventuell nach Berlin wechseln zum übernächsten Semester.
Eine Anfrage haben sie schon mal dorthin geschickt, für alle Fälle. Es würde mir leid tun, wenn die beiden echt vor diesen Religionspacken nach Berlin flüchten müssten. Ich erzähle Volker, dass er morgen noch mal für mich mitschreiben muss, weil ich nicht kommen kann.

„Man, du fehlst oft in letzter Zeit, was ist denn morgen los?“, will er wissen.

Ich erzähle ihm in groben Zügen von Kevin und davon, dass seine Mutter nach Bremerhaven überführt und dann morgen um elf hier beigesetzt wird.

„Ok“, sagt er, „das ist auf jeden Fall wichtiger und ich werde dir meine Notizen kopieren. Das Semester ist eh bald rum, viel Neues wird nicht mehr dazu kommen. Das musst du eben bis zu den Klausuren nach arbeiten, aber das fällt dir ja leicht. Ich hätte da mehr Probleme, das alles nach zu arbeiten.“

Die Vorlesung beginnt und es heißt mal wieder auf passen, damit man alles versteht.

Noah

Der Ausflug gestern war voll geil und hat uns beiden gut getan. Wecken und waschen ist schon vorbei und das Frühstück muss gleich kommen. Ich bin mal gespannt, was Rolf jetzt bekommt, Pudding vielleicht oder so was in der Richtung.
Gestern auf der Ausstellung haben sie ihm auch alles eingeweicht oder gedrückt und es ging schon ganz gut. Seine Mama hatte auch extra Jogurt und Pudding dabei und trinken kann er ja eh alles, sogar Sekt Orange hat er getrunken, aber nur zwei Gläser.
Für uns beide war es ein toller Tag und wir haben uns auch bei Papa sehr bedankt, der ja diese tolle Idee hatte. Heute bei der Visite werden sie wohl wissen wollen, wie es war und ob alles OK ist mit uns. Rolf döst noch ein bisschen, ist aber sofort wach, als Chris das Frühstück bringt.
Hat der eigentlich immer Frühschicht oder was. Der wird doch nicht wegen der Wäscherei von meinem Pimmel immer Frühschicht machen. Nee, das glaube ich jetzt aber doch nicht wirklich, ich werde ihn später einfach mal fragen.
Rolf hat erwartungsgemäß diverse Weichspeisen bekommen und fängt auch gleich an zu mampfen. Ich mach mir ein Brötchen und schenke mir Kaffee ein. Großartig Schmerzen haben wir wohl beide nicht mehr, so dass wir auch keine Medikamente mehr kriegen.
Es wird täglich besser und nach her, nach der Visite, geht es runter in die Bäderabteilung zur Reha.
Rico, der wie jeden Morgen schon gesimst hat, kommt erst am Nachmittag nach der Schicht. Heute Morgen hat er ein Bild von seiner Morgenlatte geschickt mit dem Kommentar: „Deine Flöte lässt grüßen“, was mich sehr amüsiert, aber auch geil gemacht hat.

Ich habe dann ein Bild gemacht und dazu geschrieben: „Deine Klarinette grüßt zurück.“

Das hat uns beide sehr amüsiert und Rolf hat ebenfalls gelacht, als ich es ihm erzählt habe. Zum besseren Verständnis musste ich ihm ja dann auch von der gestrigen Blasaktion erzählen.

„Was ihr euch traut, ich glaube nicht, das ich mich das getraut hätte“, sagt er, „Paul, denk ich, hätte auch viel zu viel Schiss davor, entdeckt zu werden. Unser erstes Mal wird wohl in einem abschließbaren Zimmer sein, wo jede Überraschung von außen unmöglich ist.“

„Ja“, sag ich, „da kannst du recht haben aber das kann ich auch gut verstehen, nach dem, was er erlebt hat. In ihm steckt immer noch ein Rest Angst, entdeckt zu werden, obwohl ja jetzt alle in seinem Umfeld über ihn Bescheid wissen. Frag bei Gelegenheit mal Jerome, seine Oma und ihre Schwester fahren im Sommer immer sechs Wochen nach Borkum zum Kuren. Das dürfte auch bald soweit sein und dann habt ihr bei Paul sturmfrei, das wäre doch eine gute und ausreichende Zeitspanne, zu forschen und zu probieren.“

„Ja, ich denke, du hast recht“, sagt er, „hier wird das nichts außer etwas Handarbeit, aber ich möchte ihm auch mal was Gutes tun. Es ist alles so einseitig, das hat er nicht verdient und ich will endlich mal wissen, wie es ist, wenn man seinen Freund bläst und froh macht.“

„Hab Geduld“, sag ich, „wenn wir hier raus kommen, kannst du noch nicht wieder arbeiten und Paul ist mit der Schule fertig. Wenn deine Mama zur Arbeit ist, könnt ihr auch bei euch zu Hause ein bisschen forschen.“

„Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zu warten und Paul wohl leider auch. Mal sehen, bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit muss ich ihm mal einen runter holen“, sagt Rolf.

„Du schaffst es doch schon bis ins Bad hier“, sag ich, „du setzt dich auf die Schüssel und machst ihm die Hosen runter, dann kannst du wichsen, oder wenn du dich traust, auch blasen. Ich glaube nicht, dass Paul um Hilfe ruft. Wenn einer kommt, hat er dir halt geholfen, ins Bad zu kommen.“

„Die Idee gefällt mir“, sagt Rolf und dann, „das bleibt doch alles unter uns, oder? Die Anderen müssen das nicht unbedingt erfahren.“

„Von Rico und mir erfährt keiner, was hier im Zimmer passiert“, sag ich, „das bleibt unser Geheimnis, großes Ehrenwort.“

„Paul und ich werden auch nichts erzählen, das ist zu intim und nur für uns von Bedeutung“, sagt er und lehnt sich zurück.

Wir haben heute Morgen alles auf gegessen, Kaffee könnte ich jetzt noch trinken, aber der ist alle. Mal sehen, ob wir noch was nach bekommen, schließlich bringen wir ja genug Kohle als Privatpatient.
Ich klingle einfach mal und Chris kommt. Den wollte ich ja eh noch fragen, ob er immer Frühschicht hat.

Er kommt an mein Bett und fragt:“Du hast geklingelt, stimmt was nicht oder brauchst du was?“

„Kann ich bitte noch Kaffee bekommen?“, frag ich, „oder geht das nicht?“

„Doch, geht“, sagt er, „nochmal ein Kännchen?“

„Ja, das passt“, sag ich und er nimmt das leere Kännchen und geht hinaus.

Irgendwie kann ich ihn einfach gut leiden, nicht weil er auch schwul ist, nein, er ist schon ganz nett, nur irgendwas scheint ihn zu bedrücken. Vielleicht gelingt es mir ja, etwas mehr über ihn zu erfahren.

Carl August

Der Tag steht ganz im Zeichen des japanischen Besuches und wir sind in vier kleineren Gruppen innerhalb des Konzerns unterwegs, besichtigen Anlagen, Abläufe werden erklärt und Zusammenhänge dargestellt.
Es ist anstrengend, immer wieder auf die Übersetzungen zu warten, man muss aufpassen, dass man den Faden nicht verliert. Ich bin ja eigentlich nicht erforderlich dabei, aber die Höflichkeit lässt mich schon die ersten zwei Stunden mit gehen, bevor ich mich in mein Büro absetze.
Mit Kai, den habe ich für halb elf bestellt habe, fahre ich zu Rufus Weiden. Ich möchte für die Trauerrede morgen noch etwas mehr über Kevins Mutter erfahren, damit ich auch zu ihrer Person etwas sagen kann.
Kai kommt mit dem Achter, den SUV hat Martin, der mit Ole an den Bau ist, das ist ja gestern wegen der Ausstellung ausgefallen. Das Feedback der Japaner zur Ausstellung war sehr positiv und das hat mich schon gefreut.
Über fünfundzwanzig Bilder werden nach Fernost reisen und Wolfis Namen dort mehr oder weniger bekannt machen. Als wir am PC Laden ankommen, ist Martin mit Ole auch dort, allerdings sind die wohl oben auf der Baustelle.
Der Junge, Marvin heißt der, glaub ich noch zu wissen, begrüßt mich freundlich und bringt mich zu seinem Chef ins Büro. Lis hat mir beim Frühstück erzählt, dass sich zwischen dem Jungen und Frau Jensens Tochter Marie wohl auch was anbahnt, mir soll es recht sein.
In einem etwa ein stündigen Gespräch erfahre ich, wie Kevins Mutter war, als sie noch zu Hause wohnte und wohl auch die Gründe für ihren Weggang. Von da an bis zu ihrem Tod bei Kevins Geburt ist eine Lücke, über diesen Zeitraum haben wir bis heute keinerlei Informationen und das wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht ändern.
Ich gehe nun mit Kai nochmal kurz nach oben, schauen, wie es dort aussieht. Es ist alles weit fortgeschritten, der lange, von den Lichtkuppeln im Dach erhellte Flur mit den Räumen rechts und links, den mittlerweile fertigen Bädern, alles sieht toll aus, auch wenn die Türen und die Lampen noch fehlen.
Überall wird gemalert, Rauputz gemacht und endmontiert. Das Wohnzimmer, die Küche und die Haustechnik ist soweit fertig, es fehlen halt in dem großen Wohnraum noch die Möbel und in der Küche das Geschirr und so was man dort alles braucht.
Nach einem kurzen Gespräch mit Ole, der ja voll den Durchblick hat, gehe ich mit Kai, der bei Martin steht, wieder nach unten. Nun werde ich mich von Kai nach Hause fahren lassen, ich habe Lis gesimst, das ich zu Mittag, gegen eins, zu Hause sein werde.
Heute auch nicht mehr in die Firma fahre, sondern mich um die Vorbereitung für Morgen kümmere, obwohl das meiste schon geregelt ist. Für alle Schüler und Arbeiter haben wir frei geholt für den morgigen Tag.
Um elf Uhr findet dann die Beisetzung statt, wir gehen hinter dem Sarg bis an die Grabstätte und dort werden wir die sterblichen Überreste von Kevins Mutter beerdigen. Wenn das alles erledigt ist, fahren wir alle in die „alte Luneschleuse“, da habe ich uns angemeldet für den „Leichenschmaus“, so nennt man das wohl.
Der kleine, weiße Hund bleibt während der Zeremonie auf dem Friedhof im Auto, wenn es nicht heiß ist, sonst muss einer, ich denke da an Torsten, mit ihm spazieren gehen in der Zeit. Den Hund auf dem Friedhof mit zu nehmen, das ist nicht gestattet.
Heute, gegen Abend wollen wir uns hier im Haus noch kurz treffen, besprechen, wie wir morgen fahren und wer alles zum Leichenschmaus kommt. Das werden wir dann den Leuten auf dem Friedhof spätestens mit teilen.
Ich denke da in erster Linie an die Eltern der Mädchen und Jungs, die so wie so alle dabei sind. Für viele dieser jungen Leute ist es die erste Beerdigung, an der sie teilnehmen. Die Konfrontation mit Tod und Sterben ist für viele ein Tabuthema, warum auch immer, aber es ist genauso Bestandteil des Lebens wie es die Geburt ist.
Das müssen junge Leute lernen und wohl auch erleben, um es dann zu akzeptieren. Gerade dann, wenn man keiner Religion angehört, so wie wir, dann ist der Tod für uns das Ende, kein Himmel oder Hölle, das ist Quatsch in meinen Augen, nein, der Tod ist das Ende eines jeden menschlichen Daseins und deshalb soll man bewusst leben und glücklich sein, solange das geht.
Als mein Vater starb, Jerome war gerade mal drei Jahre alt, das war ein Schock für uns und stellte mich von heute auf morgen vor große Herausforderungen. Damals schienen die Probleme fast unlösbar und ich tat mich anfangs schwer.

Meine Mutter sagte dann eines Tages zu mir: „Junge, du kannst nicht alles auf einmal und auch nicht alles allein schaffen. Du hast Freunde, binde sie ein, setze dir jeden Morgen ein Ziel, das du bis zum Abend erreichen kannst und lass dir immer Zeit genug zum Leben, du hast nur das eine.“

Das habe ich beherzigt und mit der Zeit dann auch umgesetzt und es läuft alles gut, selbst, wenn es manches Mal unliebsame Dinge gibt. Aber auch damit muss man leben und zurechtkommen, so auch mit Tod und Ende.
Wir sind zu Hause angekommen und Lis erwartet mich an der Tür. Ich nehme sie kurz in den Arm und küsse sie auf den Mund. Jetzt gehen wir ins Esszimmer, wo der Tisch gedeckt ist für drei.

„Die Jungs sind in den Bürgerpark, sie wollten Tretboot fahren. Marie hat davon erzählt und nun wollten sie das wohl auch“, sagt Lis.

„Sind die zwei allein dorthin?“, frag ich.

„Ich denke schon“, sagt Lis, „alle anderen haben Schule oder sind auf der Arbeit. Ferien sind erst ab Donnerstag, das ist der vier und zwanzigste.“

„Das hätten wir bei der Planung der Beisetzung berücksichtigen können und das Ganze am Donnerstag machen sollen“, sag ich.

Lis lacht, sagt: „Die Jungs freut es, einen langweiligen Schultag weniger. Am letzten Tag läuft doch eh nichts mehr.“

Wo sie recht hat…

Jerome

Nach einem ausgedehnten Frühstück hat Sergej vorgeschlagen, doch auch mal im Bürgerpark zu fahren, um dort mit dem Tretboot auf dem Wasser rum zu schwimmen, das wäre doch bestimmt ganz lustig und auch ein bisschen Bewegung und Training für meine Beine.

„Bewegungen hatten wir ja schon diverse heute Morgen“, sag ich grinsend, „aber warum nicht. Wir zwei allein auf einem Boot, das ist ja schon fast richtig romantisch.“

Das Wetter ist bedeckt, aber nicht kühl und es sieht auch nicht nach Regen aus, also machen wir so gegen elf los und fahren zu dem Bootshaus am Bürgerpark. Dienstag, später Vormittag, wir sind allein dort, kein anderes Publikum, das Boot fahren will.
Wir können aber eins mieten und fahren dann auch los, anfangs erst mal Tritt suchend, bis wir ein gleiches Tempo beim Treten haben. Max und Moritz so rund drehen zu sehen, ist völlig neu und hat was.
Es geht gut mit den Prothesen und ich werde mich wohl auch mal auf ein Fahrrad trauen. Demnächst, vielleicht kaufe ich auch ein Tandem für Schatz und mich, wenn es allein nicht so gut gehen sollte.
Wir haben jetzt wohl die größte Stelle des kleinen Sees erreicht und sind weit und breit die einzigen auf dem Wasser. Weiter hinten an Land gehen zwei Leute mit Hunden spazieren. Ich beuge mich zu Sergej rüber und küsse ihn auf den Hals.
Er wendet mir sein Gesicht zu und wir küssen uns richtig, immer mit einem Auge in Fahrtrichtung schielend.

„Wir sind wohl der einzige Schwuppendampfer, der heute hier auf dem Bürgerparkmeer rum fährt“, scherzt Sergej und küsst mich erneut.

Ich muss lachen.

„Ja, sieht so aus“, sag ich.

Er hat meine Hand genommen, streichelt sanft darüber und sagt: „Ich liebe dich, Jerome.“

„Ich liebe dich auch“, sag ich und dann strampeln wir weiter.

Plötzlich sagt er: „Los, so schnell wir können.“

Wir geben jetzt richtig Gas und das Boot nimmt ganz schön Fahrt auf. Der See im Bürgerpark hat eine Länge von etwa sechs hundert Metern und an einer engen Stelle, ungefähr in der Mitte geht es unter einer Brücke hindurch in einen deutlich breiteren Teil, in dem sogar eine kleine Insel ist.
Wir fahren rechts am Ufer entlang, eine große Schleife und dann unter der Brücke durch zurück zum Bootshaus, in dessen Nähe wir auch den Skoda geparkt haben. Die Gaststätte hat Montag und Dienstag geschlossen, sonst hätten wir ja hier was zusammen zu Mittag essen können.
Wir entschließen uns für das amerikanische Nobelrestaurant in der Nansenstraße, es gibt drei davon in Bremerhaven, dieses liegt am günstigsten von hier aus und kurz darauf betreten wir das Mc Donalds, das ziemlich groß und wie immer auch gut besucht ist.
Ab und zu essen wir mal ganz gerne Mc Donalds Essen, aber eben nur ab und zu.
Eine Stunde später und einundzwanzig Euro ärmer steigen wir wieder ins Auto ein. Mir fällt ein, dass Martin ja von dem Restaurant Schiff, der „Seuten Deern“ gesprochen hat.
Das muss in der Nähe des Weserstrandbades sein, dort könnten wir ja mal zum gucken vorbei fahren, das ist nicht so weit und ich will es einfach mal sehen. Als wir nach etwa zehn Minuten Fahrzeit dort ankommen, sehen wir das Schiff, ein Windjammer mit drei Masten. Sehr groß, ich schätze mal achtzig Meter lang, der als ein Teil des deutschen Schifffahrtsmuseums, das sich in der Nähe befindet, der hier im Hafenbecken festgemacht ist. An Bord ist ein großes Restaurant mit mehreren Räumen und es soll schon ein Publikumsmagnet sein.
Auf einer Tafel sind die Eckdaten des in den USA gebauten Seglers festgehalten und er hat eine bewegte Vergangenheit, bis er hier im Schifffahrtsmuseum gelandet ist.
Das Schiff sieht toll aus und wir nehmen uns vor, einmal mit allen Freunden hier zum Essen zu gehen.

„Komm, wir fahren nach Hause, wir können Sauna machen und Schwimmen. Ich rufe kurz an und sage, dass sie den Ofen schon mal einschalten“, sag ich zu Sergej, während wir in Richtung Parkplatz gehen.

Mama geht ans Telefon und sie verspricht, die Sauna gleich an zu machen. Wir fahren los, kaufen unterwegs noch diverse Knabbersachen und Gummitiere für mich oben, denn die Vorräte sind fast auf gebraucht.
So was muss eigentlich immer bei uns vorrätig sein, wenn wir zusammen sitzen, Muke hören oder einen Film schauen zusammen. Als wir zu Hause ankommen, sagt Mama, dass Papa auch zu Hause ist.
Er sitzt im Arbeitszimmer und schreibt die Trauerrede für morgen, sagt sie und das er, wenn er fertig ist, auch runter in die Sauna kommt. Martin und Kai kommen mit Wolfi und Kevin, wenn die Jungs aus Bremen zurück sind, auch runter.
Wir erzählen ihr, was wir gemacht haben und dass wir das Schiff angucken waren, auf dem das Restaurant ist, dann bringen wir unseren Einkauf nach oben und räumen das Zeug in einen der Schränke, wo nur noch wenige Reste des letzten Einkaufs liegen.
Nur mit einem Bademantel bekleidet gehen wir dann runter ins Schwimmbad. Beim Ausziehen lege ich das Handy raus. Erst jetzt sehe ich, das Noah gegen Elf heute Morgen wohl eine SMS geschickt hat. Das Handy hatten wir im Auto gelassen, es war aus und ich habe später auch nicht drauf geschaut.
Selbst als ich Mama angerufen habe, habe ich die Nachricht nicht wahrgenommen, hoffentlich war es nichts Wichtiges. Ich nehme das Handy mit nach unten, werde ihn nach her gleich anrufen und fragen, was er möchte.

Noah

Als Chris das zweite Kännchen Kaffee bringt, frag ich, wann er Pause hat und ob er dann mal her kommen will, ich möchte mal mit ihm reden.

Erst schaut er ein bisschen erstaunt, aber als ich dann noch ein „Bitte“ nachschiebe, sagt er: „OK, ist ja eigentlich egal, wo ich mein Pausenbrot esse, warum nicht mal hier.“

Dann geht er wieder nach draußen.

„Was hast du vor?“, fragt Rolf und es ist schon toll, dass er jetzt wieder reden kann und nicht immer simsen muss.

„Ich habe den Eindruck, dass den Chrissi irgendwas bedrückt und dass er immer auf der Frühschicht ist, wundert mich auch“, sage ich, „ich denke ja nicht, dass das mit dem Waschen zusammen hängt, weil er ja wohl weiß, dass wir auch auf Jungs stehen. Ich will einfach mal reden mit ihm, vielleicht hilft es ihm ja, wenn er mal mit anderen reden kann.“

Wir gucken ein bisschen Fernsehen, das ist aber nicht sonderlich erbauend und als Chris um halb zehn kommt, mach ich es sofort aus. Er setzt sich an den Tisch und holt Brote und eine Thermosflasche raus und beginnt, zu frühstücken.

„Also, Noah“, sagt er zwischen zwei Bissen, „ was willst du denn nun genau von mir.“

„Ich wollte mal fragen, warum du immer auf der Frühschicht bist und auch, ob dich was bedrückt, weil du oft etwas unglücklich drein schaust“, sag ich, „du gefällst uns schon und wenn Enrico nicht mein Schatz wäre, hättest du echt eine Chance bei mir und deswegen kann ich das nicht gut sehen, wenn es dir schlecht geht. Wenn du also darüber reden willst, wir hören dir zu und wenn wir helfen können, dann werden wir es tun.“

„Ich glaube zwar kaum, dass du oder ihr mir groß helfen könnt“, sagt er, „und warum sollte ich überhaupt was über mich erzählen, wir kennen uns doch überhaupt nicht.“

„Du bist der einzige schwule Junge, der außer unseren Freunden schon mal unseren Pimmel in der Hand hatte“, sag ich, „das verbindet doch sehr, finde ich und macht dich zu unserem Vertrauten, auch wenn das nur der Reinigung diente.“

Er lacht ein bisschen, trinkt dann einen Schluck von seinem Kaffee und sagt: „Mein Leben verläuft nicht so, wie ich es mir wünsche, aber es gibt Dinge, die sich nicht oder nur schwer ändern lassen. Eins davon ist wohl auch mein Schwul sein, es hat sehr lange gedauert, bis ich es für mich selbst ertragen konnte, so zu sein und Glück mit anderen Jungs hatte ich bisher auch nicht. Die meisten wollen halt doch nur ficken und wenn das rum ist, sind sie weg oder du fliegst einfach aus der Wohnung, in der du in der Nacht gelandet bist.“

Er macht eine Pause, isst von seinem Brot und fährt dann fort: „Mein Vater starb, da war ich fünf, ich habe noch einen Bruder, der fünf Jahre jünger ist, als ich. Meine Mutter war mit ihm hoch schwanger, als Papa auf der Arbeit tot umgefallen ist, Gehirnschlag, haben die Ärzte gesagt. Er war gerade mal dreißig Jahre alt.“

„Oh man“, sag ich, „das ist heftig, das tut mir leid für dich.“

„Es war eine Katastrophe, Mama war im siebten Monat und die Schwangerschaft verlief eh schon nicht so gut“, erzählt er weiter, „wir hatten ein kleines Häuschen und Papa war so versichert, dass es nach seinem Tod bezahlt war. Dann kam mein Bruder zur Welt und er war von Geburt an krank, hat einen schweren Herzfehler, den man damals wohl noch gar nicht operieren konnte. Er brauchte ständig viel Hilfe, war oft Wochen in der Klinik und konnte sich auch nicht richtig entwickeln, ist immer noch zu klein, zart und schwach und seine derzeitige Lebenserwartung liegt bei maximal dreißig Jahren. Er wird nächsten Monat fünfzehn.“

„Oh man, da habt ihr es aber ganz schlimm erwischt“, sagt Rolf, während Chrisi eine Pause macht.

„Heute könnte man es wohl operieren, im Ausland, aber die Kasse zahlt das nicht und selbst, wenn Mama das Haus verkaufen würde, deckt das nicht einmal vierzig Prozent der Kosten, was alles bezahlt werden müsste, also geht es einfach nicht. Als Robin, so heißt mein Bruder, acht war, musste Mama wieder halbtags arbeiten gehen, und zwar immer nachmittags ab zwei Uhr. Ab da musste ich mich dann um Robin kümmern und habe das all die Jahre, in denen ich zur Schule ging auch getan. Er ist trotz seiner Behinderungen ein toller Bruder und ich hab ihn sehr lieb. Eigentlich wollte ich Medizin studieren, aber das geht hier in Bremen nicht und weg, das geht halt auch nicht wegen Robin. Ich habe mich dann um einen Studienplatz in Pflegewissenschaften hier in Bremen beworben und stehe auf einer Warteliste an zweiter Stelle, falls einer abspringt, ansonsten wird das nichts mehr dieses Jahr. Dann muss ich mir einen Job suchen, bei dem ich dann spätestens halb drei zu Hause bin, dann wird Robin nämlich gebracht. Er geht in eine Sonderschule für Behinderte, ist echt gut in der Schule und ein PC Genie.“

Er beginnt damit, seine Sachen einzupacken, ein Blick auf meine Uhr sagt mir, dass seine Pause gleich um ist.

„Robin ist der Grund, dass ich immer Frühschicht mache, was mir hier bei der Annahme als Zivi zugesichert wurde“, sagt er, „vielleicht erzähle ich euch morgen noch ein bisschen, es tut schon gut, mal mit anderen darüber zu sprechen. Jetzt muss ich wieder, Janus wird sonst schnell sauer, er mag mich nicht so doll, wohl auch, weil ich schwul bin.“

Er nimmt seinen Rucksack und geht wieder, wir bleiben nachdenklich zurück. Es ist schon heftig, wie manche Menschen vom Schicksal gebeutelt werden.

Mein Opa, also Mamas Vater, der Pfarrer, der würde jetzt sagen: „Der gütige Gott hat in seinem weisen Ratschluss diese Familie mit einer großen Glaubensprüfung belegt, so wie einst Abraham, dem er befahl, seinen eigenen Sohn zu töten.“

Wieder mal denke ich, dass das alles so ein totaler Schwachsinn ist, dieses religiöse Gefasel. Was ist denn da gütig an so einem Gott, der Menschen so drangsaliert. Ich jedenfalls werde diesem Religionsblödsinn nie mehr einen Platz in meinem Leben einräumen, da bin ich mir sicher.

„Ich habe es gespürt, dass er total unglücklich ist“, sag ich zu Rolf, der nachdenklich vor sich hinschaut.

„Ja, du hast recht gehabt“, sagt der, „er hat es bestimmt nicht einfach, der gute, aber was können wir schon tun, um ihm zu helfen? Ich wüsste nicht wie.“

„Nun, lass mich mal in Ruhe überlegen“, sag ich, „ob wir nicht doch Möglichkeiten finden. Ich rufe mal meinen Dad an, der soll heute mal vorbei kommen, vielleicht fällt dem was ein, zu mindestens, was den Studienplatz an geht.“

„Das wäre ja schon mal was“, meint Rolf.

Es klopft, die Visite kommt und wir werden ausgiebig über den gestrigen Tag ausgefragt. Das es alles so gut gelaufen ist, gefällt dem Professor und meine Frage, ob wir vielleicht von Samstag bis Sonntag nochmal so weg können, zu einer privaten Feier bei meinem Patenonkel, sagt er mal grundsätzlich nicht nein.

„Das können wir am Freitagmorgen bereden“, sagt er, „Donnerstag wird zur Kontrolle geröntgt und dann suchen wir eine Lösung mit deinem Vater zusammen. Einer muss ja die Verantwortung übernehmen, weil ihr noch nicht volljährig seid.“

Damit hat er auf jeden Fall mal nichts abgelehnt, Papa werde ich schon weich kochen. Ich muss Jerome einschalten, der muss auch herkommen und wir müssen über die geplante Party reden. Ich schicke eine SMS an ihn, die er aber zunächst nicht beantwortet.
Na ja, wer weiß, was er gerade macht, er wird sich schon melden. Jetzt kommt Paul, Martin und Ole haben ihn wie so oft in den letzten Tagen auf dem Weg zur Baustelle hier abgesetzt und Rolf ist jetzt erst mal beschäftigt.
Ich werde mit einem Rollstuhl nach unten zur Reha gefahren, Rolf wird wohl auch gleich nach kommen, mit Paul im Schlepptau, der dann immer in die Cafeteria zum Essen geht. Er hat erzählt, dass er von der Oma jeden Monat ein gutes Taschengeld bekommt uns sein Kindergeld erst mal sparen kann.
Auch er hat sich wie der Ole zur Fahrschule angemeldet und er ist schon einmal mit dem Fahrschulwagen zur Klinik gekommen. Die Übungen heute, zum Teil unter Wasser, fordern mich ganz schön und als es rum ist für heute, bin ich echt geschlaucht.
Die Dame, welche die Übungen unter Wasser mit mir macht, sie ist so Ende zwanzig, musste mir auch beim An- und Ausziehen und auch beim Trocken machen helfen. Natürlich blieben mit ihre heimlichen Blicke auf meine Klarinette nicht verborgen und der leichte Rotschimmer auf ihrem hübschen Antlitz auch nicht.
Es ist doch immer wieder schön, wenn man anderen ohne großen Aufwand eine Freude machen kann. Mit dem Rolli bin ich dann allein wieder hoch und habe mich ins Bett geschafft, auch allein und auf Rolf und das Mittagessen gewartet.
Ich schaue mal in der Schublade nach, hol mein Handy raus und schalte es wieder ein. Rico hat gesimst, Mama hat auch angerufen und mit Papa wollte ich ja auch noch sprechen.
Zuerst antworte ich Rico, schreibe, was ich gemacht habe und das die Klarinette eine neue Interessentin gefunden hat bei der Unterwassermassage.
Dann rufe ich Mama an, die später ja auch noch vorbei kommt. Ich sage ihr, dass sie mir was von meiner neuen Unterwäsche mit bringen soll und meinen MP 3 Player, beim ständigen Muke hören ist der Handyakku immer so schnell leer und auf dem Player sind meine Lieblingssongs drauf.
Als das Gespräch zu Ende ist, rufe ich Papa an und frage ihn, ob er mal heute noch kommen kann, vielleicht ja in seiner Mittagspause. Er sagt, dass er in etwa einer Stunde vorbei kommt. Zufrieden leg ich auf.
Ich wette, Mama wird die von ihr gekauften, in der Vergangenheit üblichen, langweiligen und unerotischen Webboxer mitbringen, in freundlichen Braun und Grautönen, gestreift und kariert, echte Liebestöter, ich bin mal gespannt.
Paul schiebt jetzt Rolf ins Zimmer und hilft ihm aufs Bett. Auch für Rolf war es anstrengend, wie man sehen kann und er ist auch fürs erste Mal geschafft.
Chris kommt mit dem Essen, Nudeln und Gulasch und Salat für mich, Rolf bekommt Püree und eine dick flüssige Hackfleischsoße und püriertes Gemüse dazu.
In Ruhe und gemächlich essen wir beide alles auf und Rolf hält Paul auch den ein oder anderen vollen Löffel hin, den dieser dann auch brav isst. Später, Chris hat wieder abgeräumt, döse ich, während Rolf und Paul tatsächlich einen Abstecher ins Bad wagen.
Es dauert schon ein bisschen länger, bis sie wieder heraus kommen und es scheint ihnen sehr gut zu gehen. Na bitte, geht doch, wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch. Rolf, denk ich, wird es mir schon erzählen.
Unser Verhältnis zu einander war ja schon immer ganz gut, aber hier durch unseren gemeinsamen Klinikaufenthalt mit all diesen intimen Aktionen und Gesprächen hat alles verändert, jetzt sind wir schon so was wie Brüder, würde ich das mal nennen.
Früher wollte ich immer einen Bruder, aber das hat ja wohl nicht geklappt, also nehme ich jetzt einfach Rolf als Bruder an.
Heute Abend, wenn wir allein sind, werde ich mit ihm darüber sprechen. Ich hoffe und glaube, dass er nichts dagegen hat, mein Bruder zu sein.
Ulf Schroer

Auch ich habe mich um Elf aus der Menge der Delegationsmitglieder und Begleiter abgeseilt, werde dort nicht mehr gebraucht. Ich bin zurück in mein Büro, habe meine reguläre Arbeit wieder aufgenommen.
Den Professor im Klinikum rufe ich an und sage ihm, dass wir die zwei Jungs gerne mit nehmen würden zur Beerdigung morgen und nach Abklären der Details ist das für ihn OK.
Kurz vor Zwölf ruft Noah an und bittet mich, in die Klinik zu kommen, er möchte was mit mir bereden.
Na dann, fahre ich um eins mal hin denk ich und sag meiner Sekretärin auch gleich, das ich dort hin fahre nach her. Rechtzeitig, um viertel vor Eins, fahre ich los und treffe pünktlich um Eins auf dem Zimmer der Jungs ein.
Paul sitzt bei Rolf, der etwas erschöpft aus sieht und auch Noah wirkt ein wenig geschlaucht.
Ich beuge mich zu ihm runter und küsse ihn kurz auf die Stirn, bevor ich mir einen Stuhl ans Bett ziehe und mich hinsetze.
Er erzählt von der anstrengenden Reha vor Mittag, von der Visite und auch davon, dass er den Professor wegen Urlaub für Samstag auf Sonntag gefragt hat. Am nächsten Wochenende sollte eigentlich die Party bei Carl August laufen wegen mehrerer Geburtstage und auch wegen der bestandenen Prüfungen.
Sie wollten dort im Freien feiern und wohl auch Zelte aufstellen, von dem alten Baumhaus war auch die Rede. Als ich Noah frage, wie er sich denn das mit ihm und Rolf im Rollstuhl da vorstellt im Park bei Lis und Carl August.

„Papa, wenn wir dort sind, können wir auf der Decke oder einer Luftmatratze sitzen, Musik hören, essen, trinken und labern. Zum Pinkeln und kacken können die Jungs uns ja rein fahren, in der Garage ist ja auch eine Toilette, sogar umgerüstet, seit Jeromes Unfall. Rico kann mir und Paul kann Rolf helfen und bei Jerome kann ich ja dann auch im Gästezimmer schlafen mit Rico und Rolf geht mit zu Paul, so dass wir nicht draußen bleiben müssen über Nacht. Wir passen schon auf und trinken auch keinen Alkohol, so dass eigentlich nix passieren kann und Sonntag gehen wir dann wieder hier her zurück, bitte Papa.“

„Darüber muss ich zuerst mit Mama, aber auch mit Lis und Carl August reden, die müssen damit einverstanden sein“, sag ich, „und Rolfs Mutter hat da ja auch noch ein Mitspracherecht, oder?“

Rolf, der zugehört hat nickt und sagt dann: „Ich denke, wenn Noah darf, dann darf ich auch und Paul ist ja auch da. Zu Paul hat Mama irgendwie Vertrauen, denkt immer, das der gut auf mich auf passt quasi.“

„Schön“, sag ich, „das können wir ja morgen nach der Beisetzung, zu der wir euch früh genug abholen werden, alles mit Remmers besprechen. Rolfs Mutter wird dann auch dabei sein, das passt ja dann alles.“

„Ihr holt uns morgen mit?“ fragt Noah, „das wissen wir ja noch gar nicht.“

„Das habe ich erst vorhin mit dem Professor klar gemacht. Mama hätte euch das nach her schon gesagt“, sag ich, „die Mütter sind bereits informiert und Mama bringt zwei schwarze, weite Hosen mit, die gut über die Schienen rutschen und auch zwei weiße Hemden. Mehr braucht ihr ja nicht im Rollstuhl, Strümpfe noch vielleicht aber da denkt sie bestimmt dran. Gibt es sonst noch was zu besprechen?“

Noah

Papa hat uns eben so ganz nebenbei erzählt, das wir morgen schon wieder einen längeren Ausflug machen werden und mich, bestimmt aber auch Rolf, freut das, obwohl der Anlass eigentlich nicht erfreulich ist.
Nach dem er nun gefragt hat, ob es noch etwas gibt, erzähle ich ihm von Chris und dessen Sorgen, von dem kranken Bruder, dem Studienplatz und was ich halt alles so weiß von Chris. Ich sage auch, dass er schwul ist und wir ihn sehr gut leiden können und ihn auch gern zum Freund hätten. Papa hört aufmerksam zu und fragt dann, wie Chris mit vollem Namen heißt.
Da wir das nicht wissen, will er sich da selbst drum kümmern und er meint, dass es mit dem Studium vielleicht Möglichkeiten gäbe.

„Das muss ich mit Carl August besprechen“, sagt er, „der hat andere Möglichkeiten als ich, das weißt du ja.“

Chris kommt jetzt noch einmal herein, grüßt kurz zu Papa und sagt dann: „Der Chef hat mich und noch einen Zivi für Morgen eingeteilt, Euch in eurem Rollstuhl zu begleiten. Sind wir dann um Zwei wieder hier, du weißt ja, das Robin um halb drei zu Hause ist und ich dann dort sein muss.“

Ich gucke Papa an und der sagt nun zu Chris: „Wir werden auf jeden Fall dafür sorgen, dass sie um halb drei zu Hause sind.“ „OK“, sagt Chris, „dann bis morgen, Tschüss.“

Er verlässt das Zimmer.

„Das war der Junge“, sag ich zu Papa. „Gut, mal sehen, was wir morgen erreichen, ob Carl August was machen kann“, sagt der.

Mama kommt und mit ihr unser Outfit für morgen. Zwei bessere schwarze Jogginghosen mit normalen Hosenbeinen unten, keine Bündchen oder Bändchen, schwarze Socken und für jeden ein weißes, kurzärmeliges Hemd und meine Unterwäsche.
Drei Webboxer, aber auch drei von den neuen Hosen sind dabei, was mich jetzt doch wundert. Sie scheint es zu akzeptieren, dass ihr Sohn kein Kind mehr ist und dazu auch noch schwul.
Ich bin schon froh, dass sie keine Spongebob oder Homer Simpson Unterhosen mit gebracht hat, die hat sie nämlich auch mal gekauft, vor zwei Jahren, zwei Nummern zu groß, zum reinwachsen. Die liegen in meinem Schrank und passen noch.
Schön mit Schlitz vorne, da könnte man den Dödel aus Homers Mund hängen lassen. Das würde bei mir bestimmt lustig aussehen, Homer mit dicker Zigarre… lol.. ich muss innerlich lachen.
Mama und Papa haben sich mit Kuss begrüßt und nach dem Mama die Kleider in unsere Schränke gehängt hat, packt sie für Rolf und für Paul je einen Tupperdose mit Schokoladenpudding aus und für mich rote Grütze, beides natürlich selbst gemacht und ganz, ganz lecker.
Das werden wir drei wohl später essen, Mittag ist ja noch nicht so lange vorbei.
Papa erzählt Mama jetzt von unserem geplanten Partyurlaub, den wir haben möchten und zu meinem und wohl auch zu Papas Erstaunen.

„Sie waren bei der Ausstellung und alles war gut, morgen gehen sie mit auf den Friedhof und wenn das auch alles gut läuft, warum soll das unter Lis Augen nicht auch auf der Party genauso gut gehen. Ich habe nur eine Bedingung, kein Alkohol, dann habt ihr meinen Segen.“

„WOW“, sag ich, „Mama, du bist Klasse.“

Jetzt strahlt sie richtig und ich freue mich, dass sie wohl einiges von ihrer Ängstlichkeit in Bezug auf mich abgelegt hat. Papa gibt ihr einen Kuss und drückt so aus, dass er ihre Reaktion toll findet.
Paul fängt an, zu strahlen, er realisiert gerade, dass Rolf dann wohl bei ihm im Zimmer schlafen wird, neben ihm, in dem großen Bett, nur sie beide, eine zweihundert Watt Birne ist dunkel gegen sein Strahlen und Rolf drückt Pauls Hände und strahlt auch wie doll.
Nicht zu vergessen, dass mein Schatz ja dann auch bei mir schläft in einem von Jeromes Gästezimmern oder bei Jerome auf der Couch, jetzt strahle ich wohl auch gerade. Mein Handy macht Musik, Jerome ist dran und nach der Begrüßung und der obligatorischen „Wie geht es euch?“, frage will er wissen, ob es einen bestimmten Grund für meine SMS gibt.
Ich erzähle kurz, dass wir morgen auch zur Beisetzung von Kevins Mama kommen und dann danach reden könnten, weil jetzt Papa und Mama da sind und das Gespräch wohl etwas länger dauert.
Er ist schon etwas überrascht, dass wir morgen kommen, in erster Linie aber erfreut und als ich das Wochenende und die Party erwähne, sagt er : „Man, das wäre ja Klasse, wenn das klappt, da brauchen wir nichts zu verschieben, toll, das freut mich echt wahnsinnig. Morgen klären wir die Einzelheiten, wenn alle dabei sind.“

Wir beenden das Gespräch, mit jeweils Grüßen an die Eltern und die anderen und dann wende ich mich wieder meinen Eltern zu. Rolfs Großeltern und seine Schwester kommen um halb Vier und Papa und Mama gehen jetzt.
Wir haben über die Schule gesprochen, es gibt ja auch noch ein Zeugnis und das letzte und entscheidende Jahr beginnt nach den Ferien. Nächstes Jahr um diese Zeit habe ich dann schon mein Abi in der Tasche, die Frage ist nur, wie.
Ich werde allen beweisen, dass mich die Liebe zu meinem süßen Italienermann beflügelt und werde alles geben. Was ich dann letztlich studieren will, weiß ich noch nicht so genau, auf jeden Fall was Technisches, nichts, was mich für den Rest meines Lebens in ein kleines Büro verbannt, mal schauen, was es da gibt in Bremen, denn weg von meinem Schatz will ich ja nun auch wieder nicht.
Der kommt ja jetzt auch bald und wird sich über die Neuigkeiten sehr freuen, denk ich.

Natascha

Paolo kommt um zehn vor Fünf, ohne Enrico. Nachdem wir uns durchs offene Autofenster lieb und zärtlich geküsst haben, laufe ich ums Auto und steige vorne neben ihm ein. Erst nach einem weiteren Kuss lässt er das Auto an und wir fahren los.

„Du siehst toll aus“, sage ich zu ihm, er hat etwas von den Kleidern an, die wir zusammen gekauft haben.

„Danke, mein Schatz“, sagt er, „du siehst aber auch fantastisch aus in diesem hübschen Kleid“, sagt er.

Ich habe ein luftiges, schulter freies Sommerkleidchen an, das auch von der Länge her der Jahreszeit angemessen ist und so im Auto sitzend, kann man schon beim genauen hinsehen ein wenig von dem weißen Tanga sehen, den ich drunter trage.
Ich hoffe doch, dass ihn das ein bisschen anmacht und wir vielleicht jetzt gar nicht in die Stadt, sondern erst mal zu ihm nach Hause fahren. Rico ist ja schon in der Klinik und so müssen wir ja jetzt eigentlich nicht nach Bremen, sondern erst später, um halb acht. An einer roten Ampel muss er halten.

„Hast du nichts zu Hause vergessen“, frag ich und schau ihn an.

„Eigentlich nicht, warum fragst du?“, will er wissen und schaut mich auch an.

„Nur so, mein Schatz“, sag ich, „wir könnten aber wenigstens mal nachschauen, ob du nicht doch was vergessen hast, oder…?“

An seinen Augen sehe ich, dass jetzt der Groschen gefallen ist und ein Touch an seinen Südpol zeigt mir, dass wir jetzt auf dem richtigen Weg sind. Es wird grün, er setzt den Blinker und biegt rechts ab, Richtung Wohnung.
Na bitte, hat doch geklappt, denk ich und werde vor lauter Vorfreude feucht. Ich greife nach seinem textil bedeckten Schwanz.

„Bitte, Schatz, nicht beim fahren. Ich verliere die Kontrolle, wenn du reibst“, stößt er hervor.

Fünf Minuten später halten wir vor dem Haus, in dem sie wohnen und schnell laufen wir über die Treppe nach oben. Hinter der Eingangstüre, die er, warum auch immer, von innen abgeschlossen hat, ziehen wir uns gegenseitig unter küssen und fummeln aus und schnell hab ich sein Zepter in der Hand.
Das Ding ist heiß und so steif und mein Schatz so geil, dass er wohl gleich kommt. Da muss ich wohl erst mal ein bisschen Druck abbauen, damit es später nicht so schnell geht. Alles ist noch so neu und wahnsinnig erregend und dann geht es ja bei den Herrn der Schöpfung immer flott mit dem Abschuss.
Mein Mund stülpt sich über die von mir frei gelegte rote und feucht glänzende Eichel und mit sanftem Druck bewege ich mich über dem ersten Drittel seiner Lanze rauf und runter, während ich mit einer Hand sanft seine Eier und den Sack kraule. Die andere Hand hält mit leichtem Zug die Vorhaut hinten.
Ob ich Jerome mal Frage, wie man bei Männern diese Prostata massiert, der sagt mir bestimmt, wie das geht. Jetzt konzentriere ich mich auf den Freudenspender in meinem Mund und der fängt nun auch an zu zucken.
Ich lass ihn aus, streiche noch zwei, dreimal rauf und runter und dann trifft sein Strahl meine Brust und meinen Hals. Stöhnend ergießt er sich in mehreren Schüben, bevor in meiner Hand der Schrumpfungsprozess einsetzt. „Boaah, Schatz, das ging aber ab, das war einfach so geil, oh man“, sagt er geschafft, dann zieht er mich hoch und küsst mich wild. „Jetzt ist er schlaff“, sagt er und schaut mich an.

„Wir gehen jetzt duschen und wenn ich dich gewaschen habe, dann steht er wieder“, sage ich und ziehe in Richtung Bad.

„Das wäre doch gelacht, wenn wir den nicht noch mindestens zwei Mal in Form bringen könnten.“ Die Kleider bleiben im Flur verstreut.

„Wir müssen Torsten und Marie simsen, dass wir nicht kommen können nach Bremen, nicht das die da auf uns warten“, sag ich zu Paolo, da wir ja eigentlich mit denen verabredet waren.

Wir gehen in den Flur und suchen aus unseren Sachen die Handys. Paolo simst Torsten an und ich Marie. Wir schreiben nur, dass wir nicht kommen können und das wir morgen mit einander reden können nach dem Friedhof.

Marie schickt kurz drauf ein: „OK, schade, bis morgen.“

Torsten schreibt Paolo: „Steck einen für mich mit rein, danke.“

Der Sack hat natürlich einen Riecher, das weiß ich von Jerome und wir beide müssen grinsen.

„Siehst du“, sag ich, „also doch noch zwei“ und jetzt lachen wir beide.

So wie es aussieht, wächst mein Kleiner da unten auch schon wieder, also auf ins Bad. „Hast du Kondome im Bad?“, frag ich und als er nickt gehen wir rein.

Unter der Dusche, beim gegenseitigen Waschen, lecken und lutschen kommt die Lust schnell zurück und das erste Kondom kommt zum Einsatz, als das Duschen und das damit verbundene ausgiebige Vorspiel uns wieder rattenscharf gemacht hat.
Ich drehe ihm meinen Po zu und dann schiebt er sich von hinten, mit Gummi, versteht sich, zuerst sanft und dann nach her immer fester in meine gut geschmierte Muschi. Dass das so gut sein kann, ist einfach wahnsinnig und dieses Mal komme ich, kurz vor ihm.
Kein Wunder, ich bin ja auch schon eine gute Weile voll geil und er hat es mir jetzt auch sehr gut besorgt. Mein Orgasmus ist noch nicht abgeklungen, als auch Paolo kommt und zusammen lassen wir uns auf den Boden der Dusche sinken.
Eng umschlungen, er küsst meinen Nacken und die Schultern, lassen wir die Erregung abflauen um uns dann gegenseitig ab zu trocknen. Das dritte Mal an diesem frühen Abend findet dann im Bett statt, meist in der Missionarsstellung und es dauert schon ein bisschen, bis wir noch einmal kommen.
Paolo ist ein bisschen Stolz, mit Recht finde ich, es war fantastischer Sex, so wie ich es mir mit ihm erträumt habe und das habe ich ihm auch gesagt und auch, dass ich ihn liebe. Er strahlt, ist ganz Mann nach meinen Worten und küsst mich lange und zärtlich.

„Ich liebe dich auch, mein Schatz und es wird jeden Tag mehr“, sagt er zwischen zwei Küssen und macht mich damit froh.

Nach etwa einer halben Stunde und einem kurzen Besuch unter der Dusche ziehen wir uns wieder an. Er riecht an meinem weißen Tanga, der ja einiges von meiner Vorfreude ab bekommen hat.

„Und?“, frag ich und schau ihn an.

„Geil, so gut“, sagt er, „schade, dass du den jetzt anziehen muss, aber bei dem kurzen Kleid kannst du nicht ohne gehen. Sonst hätte ich gefragt, ob du mir den überlässt, so als Schmusetierchen für in mein Bett.“

„Wenn du mich nach Hause gebracht hast, gehen wir hoch und ich ziehe einen anderen an. Dann bekommst du das Schmusetierchen“, sag ich und küsse ihn.

„Du bist so toll, Natascha, so lieb zu mir“, sagt er leise, „danke, das du mich liebst.“

Wir umarmen uns und gehen dann, nach dem wir fertig sind, zum Auto. In der Diele werfen wir noch beide einen Blick in den Spiegel und ich streiche noch kurz an meinen Haaren rum, bis das passt. Dann fahren wir Richtung Bremen zum Klinikum.

Mittwochmorgen

Martin

Um sechs bin ich aufgestanden, weil ich glaubte, den Fiffi gehört zu haben. Aber erst, als ich die Türe zu Kevins Zimmer vorsichtig öffne, hebt der Hund den Kopf und kommt dann schwanzwedelnd zu mir gelaufen.
Leise schließe ich die Tür und geh dann mit dem Hundchen zur Eingangstüre und lass ihn raus schlüpfen. Die Türe lass ich ein wenig offen, der kommt schon gleich von selber wieder und will Futter. Er hat sich schnell hier eingewöhnt und hat uns schon alle voll im Griff.

Am Freitag ist ja dann wohl das Hundchen wieder im Hotel, wenn ich das richtig mit bekommen habe. Kaum in der Küche angekommen, kommt auch der kleine Wusel und setzt sich, wie schon fast jeden Morgen vor den Kühlschrank und harrt der Dinge, die da kommen sollen.
Und was macht Martin, der dressierte Bär…, richtig, er holt die fast immer im Kühlschrank liegende Fleischwurst heraus und während der erste Kaffee in die Tasse läuft, mampft der Fiffi die erste abgeschnittene Scheibe, wohl wissend, dass noch zwei weitere folgen werden.
Kai und die Jungs schlafen noch fest, es ist ja auch noch sehr früh. Kai werde ich um sieben wecken, heute Morgen steht keine Fahrt an, erst nachher, wenn wir alle auf den Friedhof fahren, werden wir gebraucht.
Ich mache das Radio an, leise, versteht sich, mal hören, was es neues von der WM gibt, von der wir bisher nicht allzu viel gesehen haben. Gestern nach der Sauna haben wir drüben bei einem Bier noch mal alles besprochen, was heute läuft, wer mit wem fährt und wer wen abholt.
Paul, der dann später dazu kam, hat gesagt, dass die Verletzten auch kommen und das Ulf Schroer mit dem Professor auch über einen Urlaub für die zwei von Samstag auf Sonntag reden will, damit die Party nicht verschoben werden oder ohne die beiden stattfinden muss.
Jerome und auch die anderen Jungs waren davon sehr angetan und am Freitagabend kommen ja auch noch zwei von Sergejs Geschwistern, Marianne und Boris, da passt das schon mit der Party.
Ich höre gerade im Radio, dass heute Abend Deutschland gegen Ghana spielt, ich denke, dass wir das gucken werden. Draußen in der Diele rührt sich was und ein verstrubbelter Kevin kommt in die Küche, kommt zu mir und umarmt mich, legt seinen Kopf an meine Brust.
Ganz still ist es, selbst der Fiffi sitzt und guckt. Ich streiche meinem Jungen über den Rücken.

„Wir schaffen das, du bist nicht allein. Deine Familie und alle deine Freunde und vor allem dein Schatz sind bei dir, mein Junge.“

„Ich weiß, Papa, aber es ist doch schwer für mich, vielleicht gerade deswegen, weil ich sie nie kennen lernen durfte“, sagt er leise und schnieft.

„Das ist leider nicht mehr zu ändern, Kevin“, sag ich, „aber jetzt kannst du wenigstens ab und zu ihr Grab besuchen und dort zu ihr reden. Das wird dir über alles hinweg helfen und wir sind ja auch immer für dich da, mein Junge.“

„Danke, Papa“, sagt er und drückt mich, „ich weiß nicht, wo ich heute ohne dich wäre und ich bin so froh, dass ich bei Kai und dir sein darf.“

Er stellt ich auf die Zehenspitzen und küsst mich auf den Mund. Dann sagt er: „Machst du mir bitte auch einen Kaffee.“

Unser Junge, wir fühlen so viel für ihn, er hat unser Leben bereichert, ihm einen neuen Sinn gegeben. Wir möchten ihn nie mehr missen und seinen Wolfi auch nicht. Wir sind Familie, alle vier und das ist echt was ganz großes für uns.

Haustelefon geht, ich guck zur Uhr und greif dann zum Hörer, sag zu Kevin: „Geh, wecke mal den Kai auf, es ist sieben. Der Chef ist dran.

„Guten Morgen. Halb neun ist hier bei uns Frühstück für alle, wir erwarten euch. Bis nach her.“

Kurz und knapp… Carl August halt.

Carl August

Nach einem gemeinsamen Frühstück mit allen Hausbewohnern um halb neun Frau Gut und Frau Jensen kommen direkt auf den Friedhof, also machen Lis und ich das mal heute Morgen mit dem Frühstück.
Natascha kommt auch dazu und so geht es gut voran und um acht Uhr ist bis auf den Kaffee alles fertig. Den macht jetzt Lis mit dem Automaten und füllt Tasse für Tasse in zwei große Thermoskannen, damit nach her auch jeder gleich Kaffee bekommen kann.
Natascha geht Oma und den Jungs Bescheid sagen, dass wir um halb neun frühstücken werden. Alle treffen dann auch pünktlich ein und so fängt der Tag schon gemeinschaftlich an. Ich hoffe, dass es Kevin das gute Gefühl gibt, nicht allein zu sein heute.
Familie und Freunde zu haben und so den Tag gut zu überstehen. Sein Wolfi wird ihn schon halten, ein guter Junge und wohl das Beste für unseren Kevin, was ihm nach der Ankunft hier in seinem neuen Leben passiert ist.
Den jungen Mann werde ich unter meine Fittiche nehmen, sein Hobby fördern und ihm wenn nötig mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich mag ihn einfach sehr, so wie er ist. Um viertel nach Zehn sind alle fertig zur Abfahrt.
Mutter, Frieda, Lis und ich fahren im Achter mit Kai, Martin fährt mit dem SUV, mit Paul und Natascha, holt Dirk und Mike zu Hause bei Mike ab, dessen Eltern von der Firma aus zum Friedhof kommen.
Sergej und Jerome fahren jeweils ein Auto, die brauchen wir, wenn wir später zur Schleuse raus fahren. Kevin und Wolfi sind bei Jerome eingestiegen, Dirks Mutter kommt allein hin, ihr Mann hat kein frei bekommen.
Ulf und Irene werden mit den Jungs kommen und auch die anderen alle werden direkt zu der Leichenhalle kommen, wo jetzt der Sarg mit den sterblichen Überresten von Kevins Mutter steht.
Der Bestatter hat alles organisiert und um elf wird der Sarg zu der vorbereiteten Grabstätte gefahren. Auch ein Kondolenzbuch ist dort ausgelegt, wo sich jeder, der möchte, eintragen kann.
Der Tag ist sonnig, aber nicht zu heiß und es weht ein leichter Wind, als wir am Friedhof eintreffen. Der schlichte Sarg ist auf einem fahrbaren Untersatz in der Leichenhalle abgestellt, einige Kränze und Gestecke sind rund herum verteilt und das Kondolenzbuch liegt auf einem Ständer aus.
Um Elf, als alle Leute anwesend sind. Trete ich vor die Trauergemeinde hin und halte den ersten Teil meiner Rede, den zweiten werde ich dann am Grab verlesen.

„Verehrte Trauergemeinde“, fang ich an, „liebe Familie Weiden, lieber Kevin. Wir haben uns heute hier versammelt, um der Frau Melanie Weiden, die vor über siebzehn Jahren in Berlin verstorben ist, hier bei ihren Lieben, ihrem Bruder und seiner Familie und ihrem Sohn mit seiner Familie eine letzte Ruhestätte zu geben, die es den Hinterbliebenen möglich macht, sie hier auf diesem Friedhof auf zu suchen und ihrer zu gedenken. Das Schicksal ist oft seltsam und undurchschaubar und dass wir jetzt heute hier stehen, um sie zu ihrem endgültigen Grab zu tragen, ist vielen Zufällen geschuldet, ist eine Geschichte, wie sie nicht alltäglich ist und die viele von uns auf seltsame Weise zusammen geführt hat. Über die Verstorbene wissen wir nur, dass sie als Junges, fröhliches Mädchen im Kreise ihrer Familie aufgewachsen ist und erst nach einem Zerwürfnis mit ihren Eltern ihr zu Hause verlassen hat und nach Berlin gegangen ist. Dort hat sie, allein auf sich gestellt, aus welchem Grund auch immer, ihren Sohn geboren und ist dann leider an den Folgen einer Sepsis zwei Tage nach der Geburt verstorben. Der Junge wurde gefunden und auch als Kleinkind adoptiert, leider verunglückten die Adoptiveltern und so kam das Kind unter einem anderen Namen in ein Heim in Dresden.
Als wir dann Kevin von Dresden nach Bremerhaven holten, haben wir Nachforschungen angestellt und mit viel Glück dann auch den Bruder seiner Mutter mit seiner Familie in Bremen gefunden, was wohl auch eine seltene Fügung des Schicksals ist
Sie dann hier her zu überführen und sie hier beisetzen zu lassen, diesen Vorsatz haben wir heute in die Tat umgesetzt. Lasst uns nun gemeinsam Frau Melanie Weiden zu ihrer letzten Ruhestätte begleiten und den Sarg dort der Erde übergeben.“

Vier Leute in schwarz schieben nun den Wagen mit dem Sarg hinaus, Kränze und Gestecke werden aufgenommen und dann gehen wir hinter dem Wagen in Richtung Grab. Rufus Weiden mit seine Familie, dahinter Kevin und Wolfi, eingerahmt von Kai und Martin, dann folgen wir anderen nach.
Dort angekommen, wird der Sarg von den vier Männern abgelassen in das Grab. Nun kann jeder noch einmal Abschied nehmen, etwas Erde oder eine Blume auf den Sarg fallen lassen. Ich lasse den Familien der Toten den Vortritt und dann am Grab stehend, erhebe ich noch einmal meine Stimme.

„Wir haben nun die sterblichen Überreste der Melanie Weiden der Erde übergeben. In den Köpfen und Herzen ihren Lieben wird die Erinnerung an sie ständig weiter leben und uns auch daran erinnern, dass wir alle nur Gast auf dieser Erde sind. Der Tod wird irgendwann einen jeden von uns treffen und jeder, der gehen muss, wird eine Lücke hinterlassen bei denen, die ihn lieben. So ist aber der Lauf der Welt und die Natur hat das so eingerichtet. Lebt euer Leben, seit glücklich und wenn einst der Tod kommt, so nehmt ihn als das, was er ist, nämlich das Ende eines Lebenszeitraums, in dem ihr Gast sein durftet hier auf dieser Welt.“

Nun ist es Oma die den Anfang macht, mit Frieda, die nach dem sie eine Blume ins Grab geworfen hat, Kevin und Rufus und seiner Familie die Hand gibt und dann langsam in Richtung Leichenhalle zurück geht.
Die anderen Leute, die Mädels und Jungs folgen ihrem Beispiel und als alle durch sind, Lis und ich auch. Als Lis Kevin in den Arm nimmt, kommen die lange zurück gehaltenen Tränen und sie hält ihn einfach fest, bis er sich wieder beruhigt hat.
Dann gehen wir alle zu den anderen zurück. Als alle auf die Autos verteilt sind, fahren wir in die alte Luneschleuse zum Leichenschmaus, ein blöder Name, wie ich finde. Dort werden wir schon erwartet und nehmen an den vorbereiteten Tischen Platz.
Der Fiffi, von Torsten und Sigrid betreut, ist nun auch wieder mit dabei und die zwei Verletzten in Begleitung zweier junger Männer in Weiß haben den Friedhofsbesuch gut überstanden.
Ulf hat mich für nach dem Essen noch um ein Gespräch gebeten. Noah sitzt zwischen Jerome und Enrico und redet schon länger mit Jerome, die zwei in Weiß sitzen bei Martin und Kai und auch Wolfi und Kevin sitzen dort. Getränke werden gebracht und Bestellungen auf genommen.
Lis flüstert mir ins Ohr: „Du warst großartig da auf dem Friedhof, aber das bist du ja eigentlich immer. Ich liebe dich Carl August.“

Dann küsst sie mich aufs Ohr.

„Ich liebe dich auch, Lis“, sag ich und küss sie auf den Mund.

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1 Kommentar

  1. Hi Niff, wieder eine sehr gelungene Fortsetzung, teilweise recht prickelnd, teilweise recht traurig und ernst. Eine sehr gute Mischung, mach weiter so.

    VlG Andi

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