Die zweite Chance – Teil 11

Florian hörte Malte wie durch Watte. In der ganzen Turnhalle herrschte schweigen. Florian merkte wie ihm das Blut in den Kopf schoss. Irgendwie hatte er die Erwartung, dass ihn jeder anstarren müsste. Doch dies erfüllt sich nicht. Stattdessen wanderten die Blicke der Meisten zu Steffen.
Steffen war für Florian immer jemand gewesen der sich in der Klasse ständig am Rand hielt. Er war schüchtern, still und fast schon schmächtig. Gerüchte gab es über ihn wohl schon lange, auch wenn es nie offenen Anfeindungen gab. Selbst Florian hatte das Gerede über ihn in der kurzen Zeit mitbekommen, auch wenn sich nur wenige aus der Klasse daran beteiligten..
Und nun stand Steffen im Zentrum der Aufmerksamkeit und schien sich sichtlich unwohl zu fühlen wie er besonders von Malte angestarrt wurde.

Langsam sah Florian Sabine auf sich zukommen. Sie beugte sich zu ihm und flüsterte ihm dann leise ins Ohr.

„Wenn du willst lass sie liegen, dann nehme ich sie mit.“

„Nein, das kann ich ihm nicht antun“, erwiderte Florian ebenso leise, ohne den Blick von Steffen abzuwenden.

Sabine lächelte ihm aufmunternd zu, als sie seinen Blick auf Steffen bemerkte und wusste dass er mit dem Satz gemeint war.
Florian drehte sich schließlich entschlossen zu Malte. Auch wenn sich seine Beine anfühlten als würden sie jeden Augenblick nachgeben.

„Könntest du deine Finger von meinen Sachen lassen!“ rief er ihm mit erstaunlich fester Stimme zu.

Konnte man Stille eigentlich steigern?
Florians Einwurf sorgte für absolute Ruhe. Selbst seine Freunde, die nicht mitbekommen hatten was er mit Sabine geflüstert hatte, guckten überrascht. Natürlich nicht, weil dies Florians Kette war, sondern weil er es auch laut sagte.
Vom Rest der Schüler gar nicht zu reden, niemanden gelang es die eigene Neugierde zu verbergen. Mit einem Mal stand nicht mehr Steffen im Zentrum des Interesses, sondern Florian.
Florian sah weiter in Richtung Malte, der selbst immer unsicherer wurde. Mit so einem offenen Bekenntnis zu der Kette und dann auch noch von jemand anderen als Steffen hatte er scheinbar nicht gerechnet. Seine Hand mit der Kette sank ständig tiefer. Bis er sie schließlich fallen lies als hätte er sich verbrannt. Kurz danach verließ er auch schon die Halle.

Florian glaubte sein erleichtertes Ausatmen müsste überall zu hören sein.
Noch immer herrschte in der Sporthalle eine gespannte Ruhe.
Doch der erwartete Sturm blieb aus.
Wie gebannte standen alle regungslos in der Halle.

„Was macht ihr denn noch hier? Zieht euch um und macht dass ihr nach Hause kommt!“, durchbrach die Stimme ihres Sportlehrers die Stille als er die Halle wieder betrat.

Mit keiner Mine zeigte er, ob er von dem Vorfall etwas mitbekommen hatte. Bei den Schülern brach es jedoch den Bann, fast alle liefen gleichzeitig auf die Ausgänge zu.
Nach der Reaktion, oder eher der fehlenden Reaktion der Klasse zu urteilen schien dies es für die meisten keine große Sache gewesen zu sein.
Aber da konnte Florian sich auch täuschen.
Nach ein paar Minuten waren nur noch seine Freunde anwesend.

„Bisher erstaunlich Ruhig“, brachte es Lars schließlich auf den Punkt.

Florian sah zu Sven, der etwas abseits stand. Er gehörte ja zu denen, die noch nicht wussten, dass er schwul war. Sven schien zu wissen, was grade in Florian vorging.

„Ist in Ordnung“, sagte er dann auch nur.

„Wirklich, ich hab kein Problem damit“, ergänzte er nachdem Florian ihn noch immer ein wenig skeptisch ansah, „ich muss aber so langsam los, oder wollt ihr noch bleiben?“

Sven ging so wie auch die Anderen vor ihm wieder zu den Umkleiden.
Nicht so ganz wissend, was er von Svens Reaktion halten sollte folgten ihm Florian und seine Freunde nach kurzem zögern.

Ein wenig apathisch zog sich Florian wieder seine Straßensachen an. Da er eh keinen Unterricht mehr hatte und noch mit dem Fahrrad nach Hause musste verzichtete er auf die Dusche in der Umkleide. Dies schien auch für die meisten anderen zu gelten. Als er sich umgezogen hatte waren schon fast alle gegangen.
Auch Sven war schon nicht mehr zu sehen.
Und so machte er sich nur mit Marcus auf den Heimweg. Ohne dass Florian es bemerkte sah dieser immer wieder besorgt zu Florian. Allerdings schwieg er während der gesamten Fahrt, ebenso wie Florian.

Am Nachmittag machte sich Florian auf den Weg in die Innenstadt. Nach einer halben Stunde stand er wieder vor dem Altbau, der ihm in den letzten Wochen so vertraut geworden war. Nur war er diesmal wieder so nervös wie beim ersten Mal. Dies war eigentlich die erste Woche, in der er keinen Termin mehr bei Sarah hatte.
In der Praxis traf er als erstes auf Olaf, der zu Florians Überraschung hinter dem Empfangstresen saß.

„Hallo, Florian. Was machst du denn hier? Du hast doch eigentlich heute keinen Termin mehr.“

„Ich weiß… Ich… Ähm… ich wollte trotzdem mal fragen ob Sarah kurz Zeit hat.“

„Alles in Ordnung?“

„Weiß nicht genau.“

Olaf ging kurz in den hinteren Teil der Praxis. Wenig später kam er zurück.

„Okay, du kannst einfach durchgehen. Du weißt ja wo.“

Im üblichen Zimmer fand Florian seine Ärztin. Nach einem kurzen Gruß setzte er sich auf eines der Sofas und wartete darauf, dass Sarah sich zu ihm setzte.

„Ich hätte heute wirklich nicht mit dir gerechnet. Und du weißt hoffentlich, dass ich nicht viel Zeit habe. Was führt sich denn her?“

„Ich habe heute in der Schule Mist gebaut.“

Und so erzählte Florian ihr von seiner abgelegten Kette, dem Spruch von Malte und seinem nicht ganz unfreiwilligen Outing vor der ganzen Klasse.

„Und was erwartest du nun von mir?“

„Ich weiß nicht genau. Ich hab irgendwie Angst Morgen zur Schule zu gehen und davor, dass es wieder so wird wie an der Alten.“

„Das ist verständlich.
Ich will nicht sagen, dass du keine homophoben Kommentare hören wirst. Es kann immer jemanden geben, der dich beleidigen wird.
Aber die Situation jetzt ist anders als an deiner alten Schule.
Es ist nicht hinter deinem Rücken verbreitet worden.
Auch wenn du es zu diesem Zeitpunkt nicht wolltest, es war trotzdem letztendlich deine Entscheidung. Und die hast du getroffen, um jemand anderen zu helfen.
Was das angeht bin ich wirklich Stolz auf dich. Und du was den Rest angeht, das wirst du auch schaffen.
Ich hab da genügend Vertrauen in dich.“

„War es das? Mehr nicht?“

„Mehr nicht.“

Florian saß schweigen auf dem Sofa.

„Was hast du denn erwartet? Ich kann dir keine Garantien geben. Aber das Wichtigste hast du doch schon gelernt.“

Sarah wurde von Florian neugierig gemustert.

„Du sucht Hilfe wenn du denkst, dass du nicht weiter weißt. Und du weißt auch, wo du sie findest.“

Erleichtert verließ Florian kurz darauf die Praxis. Zwar hing er noch immer seinen Gedanken nach und spielte alle möglichen Szenarien des nächsten Schultages in Gedanken durch, aber zu hören, dass Sarah ihm zutraute damit fertig zu werden gab ihm neues Selbstvertrauen.

*-*-*

Am nächsten Morgen verschlief Florian und musste sich hetzen um noch pünktlich zum Unterricht zu kommen. Viel Schlaf hatte er in der Nacht mal wieder nicht bekommen. Zu viele Gedanken kreisten noch immer in seinem Kopf.
Der Schulhof war schon fast leer als er außer Atem, mit seinem Rad, die Schule erreichte.
Er sprintete die Treppe rauf und kam wie erwartet in eine voll besetzte Klasse.
Sofort merkte er, dass er etwas länger beobachtet wurde wie gewöhnlich. Das war eindeutig nicht nur das übliche Überprüfen wer grade den Raum betrat.

Unter den Blicken seiner Mitschüler ging er zu seinem Platz. Wie am Vortag waren die meisten Blicke neugierig. Nur in der letzten Reihe saßen wie immer Jessika, Moritz und Ingo, die ihn jetzt ziemlich finster anstarrten. Normalerweise hing immer Malte mit den dreien herum, doch der saß heute einige Plätze weiter alleine an einem Tisch.
Der einzige, der ihn jedoch nicht zu beobachten schien war Steffen. Florian hatte sogar den Eindruck, dass er seinem Blick absichtlich auswich.

Lars, der zum Glück auch hier neben ihm saß, lächelte ihm aufmunternd zu. Florian packte seine Schulsachen auf den Tisch und hatte den Eindruck auch jetzt noch die Augen seiner Mitschüler auf sich spüren zu können.
Und irgendwie schien es in der Klasse immer ruhiger zu werden.
Als würden die Anderen großes Theater erwarten.

„Florian?“

Malte war langsam zu seinem Platz gekommen und stand nun vor ihm. Florian suchte in seinem Rucksack weiter nach einem Buch.

“Ich wollte mich wegen gestern entschuldigen. Ich wollte dich nicht so vorführen.“

Florian sah ihn eine Weile an bevor er antwortete.

„Okay.“

Malte zögerte kurz, als wüsste er nicht was er mit dieser knappen Reaktion anfangen sollte. Schließlich entschloss er sich doch dafür, die ganze Sache damit für erledigt zu halten. Er wollte sich grade umdrehen, als Florian ihn wieder aufhielt.

„Entschuldigst du dich, weil das meine Kette war, oder weil du es ernst meinst? Hättest du dich auch entschuldigt wenn sie wirklich von Steffen gewesen wäre, wie du gedacht hast?“

Maltes einzige Antwort darauf war rot zu werden. Bevor er sich wortlos umdrehte und zu seinem Platz ging.
Florian wurde von Lars mit einer hochgezogenen Augenbraue bedacht. Scheinbar dachten sie Beide das Gleiche. Hätte Malte gewusst, dass die Kette nicht von Steffen ist, hätte er sich die Aktion am Vortag nie getraut.

„Er will sich Entschuldigen und du führst ihn noch mal vor.“

Lars schüttelte seinen Kopf, bis er mit dem für ihn typischen Lächeln fortfuhr, „hat er aber wirklich mal gebraucht.“

Nach der Stunde beeilte sich Florian um in der Cafeteria noch etwas zu essen um im der Pause schnell zu ihrem Baum zu kommen. Als er wieder auf den Hof kam war dieser schon fast mit allen Schülern gefüllt. Florian ging langsam zu ihrem Baum. Er fühlte sich mit jedem Schritt beobachtet und hatte das Gefühl als würde jedes Gespräch verstummen wenn er vorbeikam.
Beim Baum angekommen fand er nur Lars vor. Der Rest war auf dem Hof nicht zu sehen.

„Die Anderen wollen sich wegen gestern etwas umhören“, war Lars Erklärung auf Florians suchenden Blick.

„Habt ihr heute Morgen nichts mitbekommen?“

„Es war eigentlich ruhig.“

„Ich hab trotzdem den Eindruck, dass mich jeder anstarrt.“

„Fällt mir nicht auf.
Na ja, vielleicht ein paar, aber die meisten scheint es nicht zu interessieren.“

„Oder sie haben es einfach noch nicht mitbekommen…“

„Das glaubst du doch selbst nicht. Es gibt wahrscheinlich keinen anderen Ort an dem sich Neuigkeiten schneller verbreiten als auf einem Schulhof. Mach dir einfach keine Gedanken. Ein paar Idioten gibt es immer und der Mehrheit wird es einfach egal sein.“

Erst in der zweiten Pause sah Florian seine restlichen Freunde dann wieder. Wie üblich waren sie dann alle wieder unter ihrem Baum versammelt als Florian dazu kam.
Sven stand mit ein paar Anderen in einer anderen Ecke des Schulhofs und sah immer wieder kurz zu ihnen herüber.

„Und? Was ist nun?“

„Was soll denn sein?“

„Du weißt was ich meine!“, Florian unterstützte dies mit einem Stoß in Marcus Rippen.

„Alles so weit Ruhig.“

„Es scheint schon fast jeder zu wissen was gestern war“, fuhr Kathrin fort. „Aber den Meisten ist es wohl wirklich egal, abgesehen vom Neuigkeitsfaktor.“

„Und was ist mit denen, denen es nicht egal ist?“

„Bei denen hast du zumindest einen großen Eindruck hinterlassen. Von denen traut sich kaum einer etwas zu sagen.“

„Ich hab doch gesagt, dass du dir keine Sorgen machen musst.“

„Und Sven?“

„Er hat doch gesagt, dass er keine Probleme damit hat.“

„Das schon, aber er hat trotzdem komisch regiert. Und fast den ganzen Tag guckt er zu mir rüber, nur um dann schnell den Kopf wegzudrehen wenn ich es sehe.“

„Weiß nicht, ich hab ihn nicht gefragt. Glaubst du nicht, dass er einfach nur überrascht war?“

„Ich hab das Gefühl er geht mir aus dem Weg.“

Natürlich waren war eigentlich die ganze Schule an Neuigkeiten interessiert, und besonders an Skandalen. Florian bekam dies auch selbst mit und fühlte sich ständig beobachtet. Bis auf offene Neugierde war aber kaum etwas anderes zu sehen. Nur wenige wandten sich ab als Florian auf dem Weg zur Mathestunde an ihnen vorbeiging.
Scheinbar hatten seine Freunde Recht. Florian bot mit seinem, wenn auch erzwungenen, aber offensiven Outing für die meisten Schüler keinen wirklichen Angriffspunkt mehr.

Auf dem Weg ins Schulgebäude sah Florian noch einmal kurz nach Sven. Der war jedoch nicht auf dem Weg zu ihrem Matheunterricht sondern schlug die entgegensetzte Richtung zum Schultor ein.

Nach zwei langweiligen Stunden mit diverseren Funktionen und deren Ableitungen konnte Florian wieder nach Hause fahren. Wie immer begleitete Marcus ihn die Hälfte wenn sie gemeinsam Schulschluss hatten.
Zu Hause angekommen setzte sich Florian gleich an seinem Schreibtisch um seine Hausaufgaben zu machen. Mit seiner Konzentration war es im Augenblick jedoch nicht weit her.
Der letzte Tag kam Florian wie ein Traum vor. Noch immer konnte er nicht wirklich glauben, dass die Reaktion an seiner Neuen Schule so viel anders sein sollte als an seiner Alten.
Hatte er vorher so viel Pech gehabt, oder jetzt so viel Glück?
Beides kam ihm eigentlich nicht wirklich normal vor.
Erst als sein Vater ihn zum Abendbrot rief legte er seinen Stift zur Seite. Viel hatte er nicht zu Papier gebracht. Die Unterbrechung kam ihm da ganz gelegen.

Florian fand die Küche jedoch leer vor. Seine Familie fand er im benachbarten Esszimmer versammelt. Sie waren zu sechst, und dafür war ihre Küche doch etwas zu klein. Neben Tom war auch Marion anwesend. Das schien zwischen den beiden doch etwas Ernsteres zu werden.

Sobald Florian sich setzte bekam er sofort eine der Standartfragen seiner Eltern zu hören.

„Wie war es denn heute in der Schule?“

„Wie immer“, kam Florians Standartantwort.

„Bei mir es toll heute. Herr Peters wollte uns heute was beibringen, was ich schon wusste. Er hat uns gesagt was schwul bedeutet und dass das gar kein Schimpfwort ist.“

Florian glaubte sich verhört zu haben als Laura dies sagte.

„Warum hat er euch denn das erzählt.“

„Weil heute alle in der Schule gesagt haben, dass Flori schwul ist.“

Florian konnte nicht verhindern rot zu werden als die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf ihm lag. Seine Eltern und sein Bruder waren ziemlich erstaunt. Marion konnte mit Lauras Erklärung jedoch nicht wirklich etwas anfangen.

„Warum sollte dass denn jemand sagen?“

„Weil es stimmt.“ Florian wurde noch etwas roter.

„Oh…“

„Und woher weiß das die ganze Schule?“, fragte sein Vater besorgt.

„Mir ist da gestern was Blödes passiert“, begann Florian seine Erzählung des letzten Tages. Das Ablegen der Kette, das Outing um Steffen zu Schützen und die fast nicht vorhandenen Reaktionen der Schule.
„Ich war übrigens deshalb Gestern noch mal bei Sarah“, beendete er schließlich den Bericht.

Zu Florians Verwunderung fing Tom an zu lachen. Auch seine Eltern konnten sich jetzt ein Grinsen nicht verkneifen.

„Du bekommst das echt nie ohne Chaos hin.“

„Gar nicht wahr!“

„Und was war auf deinem Geburtstag?“

„Das war nicht meine Schuld…“

*-*-*

Am frühen Abend lag Florian müde auf seinem Bett. Den Film im Fernsehen bekam er schon eine ganze Weile nicht mehr mit. Nicht einmal die lauten und hellen Explosionen bemerkte er noch.
Erst der grelle Klingelton seines Handys riss ihn aus seinem Halbschlaf.

„Ja?“

„Hi, hier ist Sven. Hast du kurz Zeit?“

„Hi“, Florian war wieder hellwach als er Svens Stimme hörte.

„Ich wollte fragen ob du mir die Hausaufgaben für Mathe vorbeibringen kannst. Und vielleicht auch, was ihr gemacht habt.“

„Wo warst du denn überhaupt?“

„Ich hatte noch was zu tun, was ich nicht aufschieben wollte. Kannst du mir die Sachen bringen?“

„Äh.. ja klar. Ich muss nur kurz die Sachen suchen.“

„Okay, bis gleich.“

Bevor Florian noch etwas sagen konnte hatte Sven schon aufgelegt. Irritiert starrte er auf sein Handy.
Erst jetzt viel ihm auf, dass sich Sven eigentlich selbst um die Hausaufgaben kümmern und sie selbst abholen sollte.
Stattdessen fing Florian nun selbst an seine Mathesachen zusammenzusuchen.

Fünf Minuten später trat er aus der Tür in den Vorgarten.
Ein leichter Nieselregen hatte eingesetzt. Und mittlerweile war Florian sauer. Was bildete sich Sven eigentlich ein. Erst schwänzte Sven den Unterricht und dann ruft er ihn an damit er die Hausaufgaben vorbeibringt.
Aber noch mehr ärgerte er sich über sich selbst.
Er hatte einfach nicht nein sagen können.
Zu sehr hatte er sich über den Anruf gefreut.

Florian lief über die Straße auf das Haus der Richters zu. Erst nach der Hälfte des Weges fiel ihm auf, dass es komplett dunkel war.
Neben der Haustüre bemerkte er beim näherkommen einen noch dunkleren Schatten.
Die Tür war nur angelehnt.
Nach kurzem zögern drückte er dagegen.

„Hallo?…Sven?“

Florian erhielt keine Antwort. Langsam ging er in das dunkle Haus.
Seine Schuhe verursachten leise Geräusche auf dem Steinboden.

„Hallo Florian.“

Svens Stimme ließ ihn erschrocken herumfahren. Durch die Tür viel noch ein wenig Licht in den Flur. Langsam wurde es weniger bis die Tür ins Schloss viel und fast kein Licht mehr vorhanden war.

„Sven! Du hast mich erschreckt.“

Florian hörte Svens Schritte langsam auf sich zukommen. Sehen konnte er fast nichts.

„Glaubst du ich hätte nicht bemerkt, wie du mich immer angestarrt hast!“

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