Traumschiff – Teil 138

Caravan, Bedrohungen, Ermittlungen, Ferienpläne, Party und Zelten, Philipps Überraschung, Verein und Studio.

Ole, Samstag 18.06., kurz nach 12:00 Uhr mittags bei Jeremys Opa auf dem Hof, mit Jeremy und Finn, Micha und Tom, Martin, Lex und Wolfi, beim Herrichten des Wohnwagens. Ralf und Kevin sind auf der Frühschicht. Frank fehlt natürlich auch nicht.

Er war schon etwas verstaubt außen, der ältere Caravan, ein Modell von Fendt, etwa sechs Meter lang und etwa sieben Jahre alt. Innen haben wir eine echte Grundreinigung gemacht, Micha hat die Beleuchtung und auch die Bremsen kontrolliert und ein paar Birnchen gewechselt, Luft in die Reifen aufgefüllt und Martin hat innen das Elektrische und auch den Gasherd überprüft. Jetzt, um 12:10 Uhr ist alles soweit wieder OK und das Teil ist wieder bewohnbar und sieht relativ gut aus.

Jeremys Oma hat gekocht, Eintopf für alle und nach Waschen der Hände sitzen wir in der großen Küche bei Erbsensuppe mit Einlage und selbst gebackenem Bauernbrot. Es schmeckt echt gut und es wird alles auf gefuttert.

Jeremys Opa schleppt uns den Caravan später auf das Gelände bei Remmers Haus und von dort wird der dann, wenn das mit dem Stellplatz geklärt und erledigt ist, an den Spaadener See gebracht. Wer das macht und wann das genau passiert, ist noch offen.

Martin meint, das der Wohnwagen vorher noch zum TÜV muss, weil viele Betreiber nur Wagen aufs Gelände lassen, die eine gültige Plakette haben. Martin will sich darum kümmern und beim Autohaus nachfragen, wann dort wieder die DEKRA prüft.

Da das in der Regel einmal in der Woche stattfindet, Micha sagt, bei ihnen immer mittwochs, will Martin am Montag einen Termin machen. Dann kann man zum Wochenende hin den Wagen dort am See aufstellen. Das dazu gehörende Vorzelt ist noch original verpackt in einer der drei Garagen verstaut und wird nach Überprüfung von uns angebaut, so dass es später nur aufgeklappt und fest gemacht werden muss.

Als wir mit allem fertig sind, ist es bis zum Trainingsbeginn noch etwas hin und auf Jeremys Vorschlag fahren wir mit Traktor und Hänger zum Waldsee, um uns den Platz für ein eventuelles Zeltlager in den Ferien an zu schauen.

Der Platz dort am Wald gefällt uns allen, weit ab vom Schuss, geschützt und ideal zum Baden, bestimmt auch nackig, das wird bestimmt Spaß machen, wenn es klappt. Jetzt geht es erst mal zur Halle, Training ist angesagt.

Carl August, Montag, 20.06. 09:00 Uhr im Büro in Bremen

Nach unserem Meeting am Samstagabend in der Wohngemeinschaft, bei dem es lediglich um den Ermittlungs- und Sachstand ging, gab es folgendes zu berichten. Der Wohnwagen ist bis auf den TÜV fertig und steht zur Zeit hinter dem Wohngemeinschaftsgebäude auf dem Hof, Schlüssel und Zulassung hat Martin, der wird das Teilheute am Montag anmelden und Mittwoch tüven lassen.

Mit Opa Körner und Christian Berg wird dann festgelegt, wann sie das Teil auf Christians Namen dort im Dauercamperbereich aufstellen. Der dazu erforderliche Stellplatz ist bereits telefonisch beim Verwalter des Platzes angemeldet und auch zugesagt worden. Kameras und Zubehör besorgt Martin und bringt das dann auch mit Herr Körner im Bereich des Körnerschen Wohnwagens an, so unauffällig, wie eben möglich.

330 Stellplätze gibt es dort und es war schon etwas Glück dabei, jetzt im Juni noch einen freien Dauercamperplatz zu bekommen. Martin hat das geregelt, persönlich und auch erwähnt, dass der Herr Berg als neuer Nutzer gut mit uns, mit Remmers also, bekannt ist.

Vielleicht war das ja auch mit entscheidend für die Zusage. Der Platz an sich, er heißt „Camping und Ferienpark Spaadener See“ ist in den Sommermonaten sehr beliebt und bietet auch einiges an Unterhaltung und Freizeitbeschäftigung.

Herbert hat gesagt, das wir unser Augenmerk und die Ermittlungen zunächst mal auf die Dauercamper richten, die das ganze Jahr ihren Wagen dort haben, die auch die Körners kennen und vermutlich in der letzten Zeit die Jungs dort wohl mehr als einmal beobachtet haben müssen, als sie sich dort am Wohnwagen geküsst haben oder durch ihr Verhalten den Schluss zugelassen haben, das sie was miteinander haben.

Das trifft sowohl auf Robin und Roland, aber auch auf Kevin und Wolfi zu und auf die Jungs, die schon mal dort zu Besuch waren. Dabei sind sie dann wohl ins Blickfeld eines oder einiger homophober Zeitgenossen gerückt und der Erpresserbrief ist darauf hin verfasst und zu Roland geschickt worden.

Dass er der Empfänger ist und nicht sein Vater, lässt Herbert von eher jüngeren Tatverdächtigen ausgehen, in Rolands Alter oder nur unwesentlich älter. Das leuchtet mir ein. Herbert will heute den Betreiber kontaktieren unter dem Vorwand, nach einem gestohlenen Caravan zu suchen, ganz offiziell und mit Dienstausweis und so, den Zugang für die Kripo erklären.
Er geht davon aus, das der Betreiber auch ohne richterlichen Beschluss Herbert einen Blick in die Camperliste machen lässt, das er also, um größeres Aufsehen bei den Gästen zu vermeiden, mit der Polizei kooperiert. Mal sehen, ob das klappt.

Zurzeit wissen wir nicht, wer hinter der Aktion stecken könnte, Scheißspiel.

Roland, Montag, 20.06. 10:00 Uhr, mit den anderen in der Pause auf dem Schulhof
Unsere Abiturienten sind alle durch und haben schon frei, bestanden haben sie wohl alle. Noah hat wohl die besten Noten von unseren Freunden, dicht gefolgt von Lex und Denise, aber schlecht war keiner. Alwin, Dirk, Armin und Denise, Noah natürlich auch und Lex haben das Abi in der Tasche und es geht bald ans Studium.

Dirk, Lex und Noah studieren in Bremen, Alwin will in Bremerhaven studieren, oder vielleicht eher auch ein Fernstudium machen neben der Arbeit mit dem Studio. Unsere Gespräche drehen sich zurzeit um den Brief und die daraus resultierende Bedrohung.

Papa hat Verbindung aufgenommen mit dem schwulen Arbeitskollegen, der auch fast sechs Jahre mit seinem Partner auf dem Campingplatz am See gewohnt hat. Was da im Einzelnen zu Tage gekommen ist, werden wir spätestens heute Abend erfahren.

Ansonsten stehen die Ermittlungen ja erst am Anfang und es gibt auf Grund der vielen Camper dort auch viele Verdächtige. Im Vordergrund stehen die Überprüfungen der Dauercamper, die eher zu den Verdächtigen gehören und deren Namen die Polizei mittlerweile aus den Unterlagen des Betreibers heraus geschrieben hat und die jetzt nach und nach überprüft werden sollen.

Da wird ermittelt, wer sie sind, wo sie wohnen und ob es irgendwelche Verdachtsmomente gibt. Das wird schon ein paar Tage dauern, bis alle durch sind. Martin wollte heute den Caravan anmelden und Papa erledigt das mit der nötigen Versicherung, er hat Martin eine Doppelkarte gegeben.

Mittwoch wird der Wohnwagen dann getüvt und danach ist er klar zum aufstellen und Opa und sein Freund werden vorübergehend da wohnen. Auch Oma will des Öfteren mit dahin, damit: „Die Leute nicht gleich falsche Schlüsse ziehen“, sagt sie. Wo sie recht hat.

Wir sind wohl alle sehr gespannt, ob es bald erste Erkenntnisse über den oder die Schreiber gibt. Mama ist durch diese Geschichte verängstigt, macht sich Sorgen um uns. Robin und ich sehen alles nicht gerade so extrem, wie Mama und auch Papa ist ziemlich cool in der Sache unterwegs.

Er hat den ehemaligen Arbeitskollegen ausfindig gemacht, der mit seinem Partner in Nordenham wohnt und zu einer anderen Versicherungsgesellschaft gewechselt ist. Ihr Wohnwagen, der am See gestanden hat, der steht nun in Nordenham, auf dem Campingplatz Norden direkt an der Weser.

Papa trifft sich mit den beiden Männern in der Mittagspause zum Essen und zum reden. Ob wir danach wissen, ob sie damals und von wem sie weg gemobbt worden sind.
Warum muss ich eigentlich seit zwei Tagen immer wieder an Karin denken und ihren Freund Andreas. Karin ist das Mädel mit dem ich mal vor zwei Jahren Sex haben sollte, bzw. sie wollte mit mir am See rum machen, allerdings lief nix bei mir.

Keine Erektion, trotz intensivem Fummeln durch sie, total tote Hose war da bei mir.
„Du bist wohl noch zu jung“, hat sie grinsend gesagt und dann hat sie es sich selber gemacht, während ich mit roten Backen zuschauen musste.

Ob sie wohl gedacht hat, ich könnte schwul sein? Ich weiß es bis heute nicht und da wir uns fast nie sehen, werde ich es wohl auch nicht erfahren. Andreas, den brauchte sie nicht lange zu bitten, der hat sie dann befriedigt und ihr ein Kind gemacht.

Er war oder ist vielleicht noch ein Macho, voll der Proll aber sein Schwanz muss schon sehr überzeugend gewesen sein, denn Karin hatte den binnen zwei Tagen drin und sie schienen auch so Spaß aneinander zu haben, also über den Sex hinaus.

Dass er einen strammen Prügel hatte, war Gespräch unter uns jungen Leuten hier damals und wenn er seine Speedo anhatte, konnte man das auch deutlich sehen. Der war mit fünfzehn schon so dick, wie es gutbestückte zwanzigjährige sind. Dafür waren beide nicht die Hellsten.
Oft heute habe ich schon gedacht, das der Andreas vielleicht hinter der Sache steckt oder auch Karins Vater. Der war schon ein unangenehmer Zeitgenosse, der uns immer beschimpft hat, wenn ihm danach war. Er ist ruhiger geworden, hat immer noch seinen Wagen hier stehen und an Wochenenden sind da immer Leute, die viel trinken, Sky Fußball gucken und nicht leise sind.

Da war schon öfter mal Palaver und Streit und andere Camper wollten nicht in ihrer Nähe wohnen. Polizei war auch schon mal da bei denen, bei einer Fußball WM haben sie sich verkloppt und beschimpft.

Ich muss dem Herrn Rohleder sagen, was mir im Kopf rum geht. Diese Leute müssen überprüft und auch überwacht werden. Das werde ich auch Opa sagen, der kann sich das mal aus der Nähe anschauen und was rausfinden.

Die Pause ist rum und wir müssen wieder in die Klasse. Mathe ist jetzt dran, zwei Stunden bei Hausschulte, ein guter und wie Ole vermutet, auch ein schwuler Lehrer. Das macht Robin und mir keine Probleme, aber konzentrieren muss man sich schon bei den Aufgaben.

Wir beide erleben gerade eine tolle Zeit, trotz Drohung und versuchter Erpressung. Wir haben jetzt den „Dan drei“, können uns wehren, wenn es sein muss, sind körperlich fit und sehr ineinander verliebt.

Wir haben verständnisvolle Eltern, tolle Freunde, geile Roller und sehr viel liebevolle Zweisamkeit, es ist einfach alles gut zwischen uns und das soll auch so bleiben. Langeweile kennen wir kaum und wir sind zufrieden mit unserem Leben.

Dirk, Montag, 20.06. 12:30 Uhr in der WOHNGEMEINSCHAFT

Der Abischeiss ist endlich Geschichte, geschafft und bestanden mit einem guten zweier Durchschnitt. Mein Hase und ich sind zurzeit fast allein hier und nach einem Nachabi-Wohlfühlfick heute Morgen habe ich uns jetzt ein zweites Frühstück gemacht und auch für Lex, der auch hier ist heute Morgen habe ich mit gedeckt.

Ralf ist zur Arbeit, die Studies sind in der Uni, Schüler in der Schule und so genießen wir unsere Zeit heute Morgen und das letzte Rohr ist noch nicht verlegt, da geht noch was später.
Es ist schon toll, wie alles gelaufen ist in dem vergangenen Jahr, das alles so verändert hat für Mike und mich.

Unsere Eltern sind so froh, dass alles so gekommen ist und dass unsere Zukunft sie mit einschließt. Wir studieren nicht auswärts, helfen in der Firma von Mikes Vater und haben tolle und zum Teil auch mächtige Freunde, die aber nicht auf uns runter schauen, sondern uns mögen, wie wir sind und wir sie auch.

Jeromes Vater hat für alle Abiturienten ein gemeinsames Essen mit den Anderen in der Luneschleuse angekündigt und das wird bestimmt noch mal toll. Die Remmers, das sind einfach tolle Menschen, wir sind gern mit ihnen zusammen.

Ob Jeromes Mama, sie hält alles zusammen, oder Jeromes Papa, er ist der absolute Macher oder die zwei älteren Damen, die gerne dabei sind und auch alles großzügig und sehr tatkräftig unterstützen.

Anfangs hatte ich schon so meine Probleme als Arbeiterkind aus ziemlich einfachen Verhältnissen. Die sozialen Unterschieden, aber sind ja schon beträchtlich und trotzdem. Hier zählt echt nur der Mensch, Ehrlichkeit, Loyalität und das „sich mit einbringen“, das sind die Werte, die man in unserem Kreis gern sieht.

Das wir in dieser großen Blase der Freundschaft als schwule Jungs so leben können, ist einfach unbezahlbar und es gibt allen immer ein tolles Gefühl. Es war wohl ein großes Glück und Armins Kennenlern-Party, das unser Leben so nach haltig verändert hat.

Dieser Abend war eine Sternstunde für fast alle, die heute dazu gehören und alle, die danach kamen, haben sich gut integriert und sind zu tollen Freunden geworden. Dann entstanden diese geile Wohngemeinschaft und nun auch noch der Verein und die renovierte sau coole Sporthalle.
Regelmäßiges, meist gemeinsames Training mit deinem Schatz, auch das ist geil und jetzt ziehe ich bald ganz rüber zu Mike und bin dann immer nah bei ihm und doch nicht weit weg von Mama und Papa.

Freunde sind auch immer dort und die coolen Möglichkeiten dort in der WOHNGEMEINSCHAFT sind ja schon luxuriös, finde ich. Am Mittwoch wollen Mike und ich eine Fuhre meiner Sachen von zu Hause hier her bringen.

Der Rest folgt dann am Wochenende. Mama ist wohl ein bisschen traurig, weil ihr (Originalton) Sonnenscheinchen dann in Bremen wohnt und lebt. Papa kommt besser damit klar, wohl unterschwellig auch, weil die schwulen Aktivitäten jetzt wohl nach Bremen verlagert werden.

Da ich aber das Zimmer dort behalte, kann es doch ab und zu Aktivitäten in Sachen Liebe kommen aber damit, denke ich, kann er leben. Väter sind da meist etwas anders, als es Mütter sind.

Aber auch da gibt es Unterschiede bei den Eltern, nur beschweren will ich nicht. Anfangs, in der alten Wohnung, haben wir so gut wie nie Sex gehabt, immer bei Mike und dann ja auch bei Remmers.

Dort, im Gästezimmer oben bei Jerome, da ist meine Scheu vor lautem, geilen Sex schnell verschwunden und hier in der WOHNGEMEINSCHAFT kannst halt immer, zu jeder Tages und Nachtzeit ein oder mehrere Rohre verlegen, ohne das es jemanden stört, geil.

Wir sind hier und jetzt nach dem Abi sehr glücklich, mein toller Hase und ich und ich wünsche mir, dass es für immer ist. Er ist meine große Liebe und wenn es nach mir geht, ist er es in fünfzig Jahren immer noch.

Jeremy, Mittwoch, 22.06. 14:30 Uhr, beim Psychologen Otto, mit seiner Mutter, in der Hohenlohe Straße 21.

Mama ist auf meinen ausdrücklichen Wunsch mit zu Otto in die Praxis gegangen, bei dem ich heute einen zweistündigen Termin habe. In der letzten Woche ist meine Sitzung ausgefallen, also heute Doppelstunde.

Es gibt ja auch einiges zu berichten und ich habe schon lange überlegt, was ich denn nun über Finn und mich preisgeben möchte. Ich habe mich entschieden, über alles zu reden, weil Otto cool ist und so wie so Schweigepflicht hat und auch, damit Mama weiß, das ihr Sohn dabei ist, das lang gehasste Schneckenhaus aufzubrechen.

Ich stelle mich, lauf nicht mehr vor dem Dämon weg, kämpfe um meine Zukunft und um mein Glück, das ich mit Finn gefunden habe. Mama hat sehr gelitten nach allem, was war und soll nun auch mit hoffen und sich freuen dürfen, das es gravierende Veränderungen im Leben ihres Sohnes gibt.

Das Psychokind oder besser Psychowrack ist in das Dock mit Namen Finn eingelaufen und die Reparaturen am Schiff haben begonnen und werden nach und nach sichtbar werden. Wir sind auf einem guten Weg und alle, die mich mögen und kennen, sollen es sehen und erleben, das Jeremy aus der Asche seiner Jugend aufsteht und zu einem normalen, sehr verliebten jungen Mann wird.

Finn, er ist es, der mich einfach so mag oder schon lieb hat, der verständnisvoll und zurück haltend, dabei aber immer zärtlich und einfühlsam zugleich für mich da ist, mir gute Gefühle vermittelt und viel Sicherheit. Bei ihm fühle ich kaum oder gar keine Angst und wenn auch noch lang nicht alles so normal läuft wie bei den meisten anderen Paaren, so ist doch schon um vieles besser, als es vorher ohne Finn gewesen ist.

Von der Schule aus waren wir zunächst mal einen Döner essen, bevor wir dann zu Otto sind, wo wir auch nicht mehr lange warten mussten. Ich gab Otto gleich eine „Five“, wie immer eigentlich. Er wäre aber nicht Otto, hätte er nicht bemerkt, dass ich so gut drauf war wie nie zuvor, seit wir uns kannten.

Er kennt mich durch und durch, zumindest meint er das und liegt da auch fast richtig. Einige Details sind aber immer noch ein Geheimnis, die Schicksalsnacht betreffend und auch Mama kennt nicht alle Details.

„Du strahlst so viel Positive Energie aus, Kleiner“, fängt er unsere Sitzung an.

„Heute ist der Tag der Wahrheit“, sage ich und grinse ihn dabei an.

„Da muss ja einiges passiert sein in den letzten Tagen und Wochen, willst du es uns erzählen?“

Ich nicke und sage dann: „Ich hätte gern ein Glas Wasser oder alternativ ein Bier, Otto, geht das?“

„Wow“, sagt er, „das hört sich schon fast zu gut an. Ich schau mal, ob noch ein Holsten im Kühlschrank ist.“

Er geht nachschauen. Mama guckt mich erstaunt an: „Es ist gerade mal 15:00 Uhr und du willst ein Bier? Das ist ja total abgefahren. Jetzt bin ich aber auch gespannt“, sagt sie und guckt, na ja, komisch halt.

„Es ist alles gut, Mama“, sag ich, „es geht mir gut, gut wie schon lange nicht mehr.“

Otto kommt mit einer Flasche Flensburger, das ist das Bier, das er immer trinkt, er ist kein Holstenfan.

„Danke“, sage ich, lass den Bügelverschluss aufschnappen und trinke einen guten Schluck. „Hmm, lecker ist das“, sag ich.

„Dann leg mal los“, meint Otto und sieht mich erwartungsvoll an.

Die Flasche schließe ich und stell sie auf dem Tisch ab.

„Also“, sag ich, „bevor ich auf das positiv Neue zu sprechen komme, muss ich jetzt noch mal zu meinem fünfzehnten Geburtstag zurück springen. Es gibt da noch ein Detail, das außer mir nur mein Erzeuger und sein Arschlochfreund wissen.“

Ich hole tief Luft und sage dann leise: „Er wollte mich damals in dieser Nacht erwürgen und nur der andere, der Samuel, hat ihn davon abgehalten, hat gemeint, ich wäre bestraft genug.“

Tränen kommen, Mamas Arme umschlingen mich wie Tentakel, Otto schnauft und dann ist erst mal Stille im Raum. Ich greife zu der Flasche und „PLOPP“ macht es. Ich trinke alles aus, hohle tief Luft.

„Ich wollte das wohl nie wahr haben, habe versucht, es zu verdrängen. Es war für mich um vieles schlimmer, als die Zigarren oder das Andere. Was habe ich denn getan, das mein eigener Vater mich umbringen will? Es hat mich jahrelang verfolgt, mir das Gefühl gegeben, minderwertig zu sein, nur Abschaum, menschlicher Müll.“

„Nun“, sagt Otto, „es wäre gut gewesen, diese Details zu wissen, aber das tun wir ja jetzt. Müll, Abschaum, das sind bei deiner Geschichte nur dein Erzeuger und sein Freund. Du bist Opfer, ein junges, unschuldiges Opfer, das sich in der Hoffnung auf Verständnis und Akzeptanz an ihn gewendet und sich geoutet hat. Selbst, wenn kein Verständnis zu erwarten gewesen wäre, mit dieser Reaktion konntest du, konnte eigentlich keiner rechnen.“

„Wenn der Richter das gewusst hätte“, sagt Mama in die Stille, „hätte er bestimmt mehr oder sogar lebenslang bekommen.“

„Das ist für mich nicht mehr so wichtig“, sag ich jetzt, „es gibt viel gute Neuigkeiten und das ist jetzt wichtig. Er hat keinen Raum mehr in meinem Leben, denn es gibt da jetzt Finn.“

„Dann erzähl mal was von Finn“, sagt Otto und lehnt sich bequem zurück.

Auch Mama schaut jetzt gespannt zu mir und das, obwohl sie Finn ja schon kennt. Ich erzähle jetzt detailliert, von der Web-Seite des Vereins, der Eröffnung der Halle und unserem erstem Aufeinandertreffen.

Das ich da bereits gespürt habe, das er mich mehr interessiert als es vorher jemand anderes je geschafft hat. Ich wollte einfach mehr von ihm, wollte alles wissen, wer er und was er ist, was er in diesem Verein macht und ja, einfach alles. Daran, dass er auch schwul ist, habe ich keine Sekunde gezweifelt.

Allein die Tatsache, dass er dort dazu gehörte, zu dem Verein, machte mich, der ich ja die coole Web Seite der Flamingos sehr aufmerksam studiert hatte, sicher, dass er hier ist, weil er auch schwul ist und ich hatte recht damit.

Also war die wichtigste Voraussetzung zu mehr als nur Freundschaft vorhanden und ich merkte auch schnell, dass er viel Interesse an mir hatte so wie ich halt an ihm. So kam dann eins zum anderen und richtig begann es bei der Übernachtung im Stall.

Kurz erzählte ich, was in dieser Nacht geschah, meine Erzählung zu Ferdinand, die ja eigentlich eher für Finn gedacht war und als er danach immer noch Interesse zeigte, nicht fort lief, war das der Moment, in dem er mich tief berührte in meinem Herz und die Angst vor dem Dämon Vater begann zu bröckeln.

Die Nacht bei ihm in der Wohngemeinschaft gab mir erneut das Gefühl, bei ihm sicher zu sein. Ich hatte keinerlei Befürchtung, dass er mir weh tun wollte, Dinge erwartete, die zu geben ich zu dem Zeitpunkt nicht bereit war.

Im Schlafsack dann, am Waldsee draußen, wurde es halt mehr, bei ihm und bei mir und küssen war dann auch mehr als OK mit ihm. Nach ein bisschen Verlegenheit beim Aufstehen morgens, der männlichen Natur geschuldet, umarmte er mich im Wasser und es gefiel mir. Panik, kurz aufkeimend, konnte ich verdrängen, es fühlte sich einfach zu gut und so richtig an. Der Gedanke, eine Schwuchtel und Abschaum zu sein, war in diesem Moment weg und ich fühlte mich so gut.“

Otto: „Habt ihr“…… „Ein bisschen nur und…, OK, das bleibt jetzt mal mein kleines Geheimnis“, sag ich errötend, mit einem Seitenblick auf Mama.

„Sollen wir unter vier Augen weiter reden?“, fragt er.

„Nein, es gibt da momentan nicht mehr zu reden“, sag ich bestimmt, „es wächst und es macht ein so gutes, neues Feeling, neu, toll… Finn halt und wir werden es schaffen, aus mir einen Normalo zu machen, glaubt es mir.“

„Schön“, sagt Otto, „das freut mich. Lass alles langsam auf dich zukommen und bring den Finn bei unserer nächsten Sitzung am neunundzwanzigsten mit hier her, wenn er mitkommen kann.“
„Er macht eine Ausbildung und kann immer erst ab 16:00 Uhr“, sag ich, „heute trifft er sich mit seiner Mutter und seinem Bruder, zum ersten Mal, seit er von zu Hause raus ist. Sein Vater ist wohl auch ein Arschloch, wollte ihn raus schmeißen, weil er nicht mehr in die Kirche gehen wollte. Dass er schwul ist, wusste der Vater da noch nicht. Vielleicht lässt seine Mutter sich ja nun doch scheiden, denn der Alte neigt zu Gewalttätigkeiten. Also spät, denn während der Arbeitszeit wird es schlecht gehen.“

„OK, das machen wir dann mal gerade passend. Mittwoch, um 16:30 Uhr“, sagt Otto, „wir drei dann, Du, Finn und ich. Die Mama schicken wir dann ins nächste Cafe. So, Schluss für heute, Feierabend. Wann seht ihr euch wieder?“

„Spätestens Samstag beim Training“, sag ich, „und dann hängt unser Plan ein bisschen auch von den anderen ab. Entweder fahren wir zu uns oder wir bleiben in der Wohngemeinschaft bei den Anderen.“

„Hast du das Gefühl, das es Finn ernst ist und er mit dir zusammen sein will?“, fragt Otto ernst.

„Ja, Mann, natürlich will er das. Er sagt, das er in mich verliebt ist und ich bin das auch in ihn“, sag ich bestimmt, „er verarscht mich mit Sicherheit nicht.“

„Ich hoffe das sehr, das wäre für dich schlimm. Ich wünsche mir und vor allem dir, nee, noch besser, euch, das es so klappt, wie ihr es euch wünscht“, sagt er im Aufstehen.

Das Bier ist leer. Mama will mit mir in einem Cafe in der Nähe, wo sie wohl öfter auf mich wartet, wenn ich mit Otto allein rede, einen Kaffee trinken gehen. Ein gutes Stück Sahnekuchen ist bestimmt auch noch drin für mich.

Danach gehen wir noch zu Aldi oder Kaufland, einkaufen. Von dem Schock über das Erwürgen ist sie auf Grund der positiven Entwicklung ihres Sorgenkindes erst mal hinweg, hoffe ich.

Finn, Mittwoch, 22.06.2011, 17:20 Uhr in Bremen, vorm Cafe Visavis in der Parkallee 301
Mit Marvins Smart bin ich hergekommen und wohl 10 Minuten zu früh. Mama und Torben werden gleich herkommen, Papa ist heute unterwegs in Sachen Gemeinderat und so haben wir kurzfristig vereinbart, uns hier zu treffen.

Es ist ein nettes Cafe hier und man könnte auch essen, ich mein jetzt nicht nur Kuchen und sowas. Das Beste ist eigentlich das Frühstück, aber wir wollen in erster Linie reden, der Kaffee ist erst mal zweitrangig.

Man kann hier auch draußen sitzen, aber da ist bei dem schönen Sommerwetter alles besetzt und ich denke, bei unserem Besprechungsthema ist es drinnen eh besser. Ich gehe rein und suche weiter hinten einen freien vierer Tisch und hier drinnen ist viel Platz, wohl, weil alles draußen sitzen will. Fast pünktlich um halb kommen die beiden rein, ich hatte Torben beim Warten geschrieben, das ich drinnen sitze und so kommen sie gleich rein.

Mama sieht mich traurig an und Torben hat links ein Veilchen ums Auge. Mein Blutdruck steigt rapide an und nach einer Umarmung schaue ich mir Torbens Auge aus der Nähe an. „Warst du beim Arzt?“, frage ich und dann mache ich einige gute Nahaufnahmen von seinem Gesicht.

„Ja, war ich, gestern gleich vor der Schule“, sagt er, „wir wohnen seit vor Gestern nicht mehr zu Hause, sind zu Tante Annegret nach Nordenham gezogen oder besser, geflüchtet, schon am Montagtag Abend, gleich, nach dem er mich mal wieder geschlagen hat.

Als er dann Mama auch noch schlagen wollte, habe ich Rot gesehen und als er kurzer Hand jammernd und keifend am Boden lag, haben wir den Wagen genommen und sind, nachdem wir einige Sachen gepackt haben, los gefahren.

Ich habe ihm gedroht, dass ich, wenn er versucht, uns Probleme beim Packen zu machen, ihn ins nächste Krankenhaus prügele. Er war dann zahm, hatte wohl die Büx voll, ist im Wohnzimmer liegen geblieben, bis wir raus sind. „Das wird euch noch verdammt leidtun“, hat er gebrüllt und ich bin noch mal hin und habe geschrien, er soll endlich die dumme Fresse halten.“
„Das hast du sehr gut gemacht“, sag ich mit erhobenem Daumen, „wie soll es weiter gehen bei euch?“

„Wir bleiben jetzt erst mal in Nordenham“, sagt Mama, „Torben fährt vorerst mit dem Bus zur Schule, wird aber das neue Schuljahr wohl nach Nordenham oder Bremerhaven wechseln. Ich habe bereits mit einem Anwalt geredet gestern am Telefon, da habe ich am Freitag einen ersten Termin. Danach weiß ich mehr und du kriegst dann Bescheid. Wie geht es denn bei dir, erzähl mal, Finn, bist du gut untergekommen und klappt alles.“

„Mama, Torben, ich habe mich verliebt“, sag ich und bekomme warme Backen, „er heißt Jeremy, ist neunzehn und ganz toll.“

„Echt jetzt“, sagt Torben, „das ging aber schnell.“

Nun berichte ich von der WOHNGEMEINSCHAFT, den vielen neuen Freunden und dann von Jeremy, wie wir uns kennen gelernt haben und wie es zurzeit ist. Beide, Mama und Torben lauschen staunend meinem Bericht über die letzte Zeit nach meinem Auszug, der ja eigentlich mehr eine Flucht war.
Bei einem zufälligen Blick aus dem Fenster auf die andere Straßenseite sehe ich eine dunkelblauen BMW, aus dem gerade Finn und auf der anderen Seite seine Mutter aussteigt. Was geht denn hier ab, denke ich und steh auf.

„Moment, ich muss mal kurz daraus“, sag ich und gehe schnell zur Tür. Mutter und Sohn überlegen wohl noch, ob sie rein gehen wollen und als sie Anstalten machen, wieder ins Auto einzusteigen.

„Jeremy!“,, rufe ich.

Er dreht sich um und sieht mich, strahlt und sagt was zu seiner Mama. Dann kommen beide über die Straße zu mir rüber und nach der Begrüßung, Jeremy und ich umarmen uns und ein kleiner Kuss ist auch dabei.

Auf die Frage, was ich hier mache, erkläre ich mein Hier sein und sie folgen mir nach drinnen. Nach der Vorstellung durch mich, Mama fixiert dabei Jeremy sehr aufmerksam, nehmen beide Platz, nachdem ich noch einen freien Stuhl vom Nachbartisch geholt habe.

Nach dem beide bei der herbei eilenden Bedienung bestellt haben, erklärt Jeremy, wieso sie hier in dieses Cafe gekommen sind. Jeremys Mama geht wohl öfter mal, während Jeremy bei Otto ist, hierher, um die Zeit bis zum Ende der jeweiligen Sitzung zu überbrücken, bevor sie dann wieder hinaus auf Opas Hof fahren.

Er erzählt dann auch, das sie gleich noch zum Einkaufen fahren. Es beginnt eine Unterhaltung, in deren Verlauf auch die akuten Probleme bei meinen Eltern zur Sprache kommen.
Ich habe längst Jeremys Hand genommen und streiche mit meinem Daumen zart über seinen Handrücken. Er zieht die Hand auch nicht weg, als die Bedienung die bestellten Sachen bringt.

Torben beobachtet uns und als ich zu ihm hinschaue, grinst er und hebt den Daumen. Offensichtlich ist ihm Jeremy nicht unsympathische und auch unsere Mütter scheinen sich zu verstehen, unterhalten sich angeregt.

Um 18;30 Uhr sagt Mama, das sie gleich fahren müssen, da Tante Annegret immer um 19:00 Uhr das Abendbrot fertig hat und heute wollten sie zusammen mit Onkel Klaus und ihrer Tochter Gudrun den Grill anschmeißen, weil so tolles Wetter ist.

Jeremys Mama drängt auch zum Aufbruch, will man doch noch kaufen gehen. Nach dem wir bezahlt haben, brechen wir auf. Mama gibt mir noch die Festnetznummer von Nordenham, bevor sie zum Auto gehen.

Ich gehe noch mit rüber zum BMW, verabschiede mich von seiner Mutter und durch das heruntergelassene Fenster der Beifahrerseite küssen wir uns zärtlich, bevor sie endgültig los fahren. Ich fahre nun mit dem Smart zur Wohngemeinschaft und bringe Schlüssel und Zulassung zu Marvin in den Laden.

Bevor ich hoch gehe, bedanke ich mich und setze ihn über die Entwicklung bei uns zu Hause und auch über mich und Jeremy in Kenntnis. Oben suche ich Ole, den ich in der Küche finde.

„Kann ich nach dem Essen mal etwas länger mit dir reden?“, frag ich.

„Gibt es Probleme? Hoffentlich nicht mit Jeremy?“, fragt er zurück.

„Nee, mit dem läuft alles gut, vorhin habe ich ihn noch geküsst“, sag ich, „es geht um meine Familie.“

„Wie, geküsst, wo denn“, fragt er erstaunt.

Ich erzähle kurz, was war und helfe dann beim Tisch decken.

„Schlag mal den Gong“, sagt Ole, „wir sind soweit fertig zum Essen.“

Jerome, Donnerstag, 23.06. 12:15 Uhr in der Mensa, mit Sergej, Ole und Frank, Wolfi und Paul beim Essen.

Ole hat uns zum Essen in die Mensa gelockt, per SMS, mit Hinweis auf Neuigkeiten und somit sitzen wir jetzt hier, obwohl das Essen, ein undefinierbarer Eintopf, ein Herkommen eher überflüssig macht. Einzig der Nachtisch, ein Apfel, geht in Ordnung.

Ole erzählt von Finn, den Problemen mit dem Alten und dann auch das Gute, das sich zwischen Finn und Jeremy entwickelt. Zur Campingplatzgeschichte gibt es noch nichts konkretes, allerdings sind die zwei pensionierten Kripomänner jetzt vor Ort.
Papa tauscht sich täglich mit Herbert Rohleder aus und auch Ole wird immer über alles Neue informiert.

Auch Familie Körner ist immer auf dem neusten Stand. Rolands Vater hat sich gleich am Montagmittag mit den ehemaligen Campern, denen man nachgesagt hat, das sie auch schwul und zusammen sind, in Nordenham getroffen.

Ob da jetzt etwas Konkretes heraus gekommen ist, ist mir noch nicht bekannt, vielleicht weiß Ole ja schon was. Ich werde später mal Robin anschreiben, ob Roland was erzählt hat von dem Gespräch.

Heute, am späten Nachmittag, wollen wir uns, die meisten, zusammensetzen und über eventuelle Ferienaktionen reden und vielleicht auch schon was fest machen. Auf Grund von Verein, Training und Studio sind größere Fahrten nicht geplant.

Ein Zeltlager mit Big Party mit Geburtstagen, Abis und anderen Anlässen soll bei Mama und Papa in Bremerhaven stattfinden, das steht für alle fest und dann sind da noch zwei Optionen, einmal Zelten bei Alwins Opa oder Zelten am See bei Jeremys Opa.

Letzteres ist auf Grund der räumlichen Nähe und auch der Schönheit des Ortes schon interessanter als die Aktion in der Nähe von Hamburg, die auf Grund der Nähe zu Hamburgs schwulem Leben auch ihren Reiz hat.

Da vom 24.10. an noch eine Woche studienfrei ist, wäre das ja eine Option für eine Woche bei Alwins Opa. Da in dieser Woche auch gleichzeitig Schulferien sind und somit fast alle mit dorthin fahren könnten, könnten wir ja jetzt in den Ferien bei Jeremys Opa aufschlagen.

Alwin will das mit dem Opa besprechen. Alles muss mit Studio, Verein und anderen Vorhaben in Einklang gebracht werden. Bei dieser großen Anzahl an Freunden mit nicht immer kompatiblen Freizeiten nicht immer alle teilnehmen können, ist uns schon klar.

Das aber hier vor Ort die Jungs, die arbeiten müssen, nach Feierabend ins Zeltlager kommen können, werden wir wohl auf das Angebot von Jeremys Familie eingehen und dort am Waldsee campen. Von dort aus ist auch Training, der Betrieb des Studios und auch die Nähe zu Eltern mit dem ein oder anderen Kurzbesuch, falls nötig, problemlos möglich.

Bis zum Herbst ist dann der Trainings und Studiobetrieb fest eingefahren und auch Vertretungen sind dann besser organisierbar. Um das Anwerben eines weiteren Trainers bemüht sich Alwin auf jeden Fall, so dass die zeitliche Belastung auf mehr Schultern verteilt werden kann.

Sergej und ich genießen unsere sehr intime Zweisamkeit im Kreis unserer Freunde und sind zurzeit einfach glücklich und sehr zufrieden. Die Idee der Wohngemeinschaft war einfach super und da allen dort genügend Freiraum für private Interessen bleibt und in der Wohngemeinschaft immer Freunde sind, betrachten wir alles hier als Ideallösung und ich habe den Eindruck, dass es allen sehr gut geht, egal, welchen Mist einige erleben mussten, ist derzeit alles easy.

Auch die nicht immer guten Ereignisse lassen keinen im Regen stehen und das wir gemeinsam, mit den coolen Altvoderen im Rücken, allen, aber echt allen, egal welchen, Herausforderungen trotzen und diese in unserem Sinne auch meistern können.

Das dürfte all meinen, unseren Freunden klar geworden sein und das Papa da auf Grund seiner Position viele fast unmöglicher Dinge möglich machen kann, das ist einfach geil und schützt uns schwule Jungs nicht selten vor Ignoranz, Hass und Hetze und wenn der, egal, welcher kleine Pisser den Körners diesen Brief geschickt hat, wird noch merken, dass er Carl August Remmers und seine Familie sehr, sehr böse gemacht hat… falscher Fehler.

Wenn wir, wenn Papa mit ihm oder ihnen fertig ist, sind sie jedenfalls schlauer, denk ich. Die Kohle im Rücken ist bei so einer kruden Scheiße nicht zu verachten und das versöhnt mich mit dem Gedanken, steinreich zu sein, ohne je etwas dafür getan zu haben.

Philipp, Freitag, 24.06., ca.16:30 Uhr, in der Klinik nach der Schule, im Krankenbett, etwas verwirrt, nach Karbol riechend, sich erinnernd, mit Kopfweh und am Tropf hängend.
Seit der großen Pause heute, wir hatten vorher Sport, zwei Stunden Volleyball, etwas, das ich gern spiele, auch wenn das Duschen hinterher nicht immer problemlos ist für mich, so als schwuler Teen, weil, ja, da sind schon verdammt hübsche Jungs dabei.

Erik, blond, schlank und echt zum hingucken, Micha, rothaarig mit vielen, sau hübschen Sommersprossen, Wolfram, schwarze Haare, ein Emotyp und Ronny erst. Sein Body ist… einfach traumhaft und er wirkt sehr auf mich.

Da muss ich immer zu Findus schauen, der ist klein, ein bisschen rundlicher und mit vielen nicht kleinen Pickeln auf Brust, Rücken und Po und Stirn, absolut unerotisch und obwohl er ein cooler und umgänglicher Typ ist, verhindere ich durch hinschauen, das mein Ding mich verrät, Sorry Findus.

Ich bin jetzt verwirrt, ja, und auch etwas beduselt, beziehungsweise auch leicht aufgeregt, als ich über alles nachdenke. Alles begann schon bei der Auswahl der Mannschaften. Ronny war einer, Joachim der zweite Spielführer, die abwechselnd Spieler für ihre Mannschaft auswählen durften.

Da wir achtundzwanzig Leute sind in der Klasse, waren noch zwei weitere Mannschaftsführer eingeteilt, nämlich Jutta und Holger, so dass es am Ende vier Mannschaften a sieben Schüler/innen waren.

Seit ich denken kann, war ich immer einer der letzten, der gewählt wurde, auch in Harsum schon und niemals auch nur der erste. Ronny hatte die Wahl und er nahm mich als den ersten Spieler in seine Mannschaft.

Das verwunderte mich schon sehr, da ja einige Schülerinnen und Schüler in Vereinen spielten, ja und die viel besser waren und alle Regeln beherrschten und auch größer waren, als ich. Warum also mich?

Die Muschi und Tittengespräche, das war mir in den letzten Tagen auf gefallen, waren deutlich weniger geworden bei ihm und mittlerweile verstanden wir uns recht gut, der Ronny und ich.

Er war in der Klasse sehr beliebt und behandelte mich mit viel Aufmerksamkeit, was mich natürlich auch verwunderte und auch meinen Rang in der Hackordnung deutlich steigerte. Man nahm mich wahr und man redete auch mit mir und behandelte mich entsprechend.
In Volleyball bin ich eigentlich ganz gut und werfen, auf und vor allem, in den Korb, das ging schon echt ganz gut und auch oft, so dass ich in der Mannschaft immer gut da stand. Nur am Netz war ich auf Grund meiner Größe etwas im Nachteil.

Heute hat mich dann ein vollfester Ball, wuchtig von oben runter geschlagen, voll seitlich am Kopf erwischt und es wurde schlagartig dunkel. Das Aufkommen mit dem Kopf auf dem harten Hallenboden bekam ich nicht mehr mit.

Die erste Wahrnehmung danach war Ronny. Mein Kopf lag in seinem Schoß und dass das so war, wurde mir nur zeitverzögert klar. „ Philipp, Philipp?“, hörte ich Ronny, der mir vorsichtig den Kopf kraulte, „kannst du mich verstehen?“ Dann begann ich, zunächst zu würgen und dann, zu brechen. Auf Ronnys weiße Turnshorts, voll in den Schritt brach ich, Müsli mit Kakao und Apfel, Nutellabrot und es stank… bor, eklig, sauer, gar nicht gut und oberpeinlich. Alle Gaffer fuhren zurück, Ronny beugte sich über mich, sah meine Augen fragend an.

„Was geht ab, Kleiner? Bleib ruhig liegen, es kommt gleich Hilfe.“

Nun kam der Lehrer, Herr Niemeyer, in mein Blickfeld, besorgt sah er aus und er hatte ein Handy in der Hand.

„Alles wird gut, Philipp, bleib ruhig liegen, der Krankenwagen kommt gleich.“

Ein kurz darauf zu hörendes Tatütata unterstrich seine Aussage und dann schaute mir ein etwa dreißig Jahre alter, hübscher Mann vom roten Kreuz, mit Vollbart und Glatze, ins Gesicht. Die Frage „Was ist genau passiert?“ richtete sich eher an die um mich rum und Ronny sagte kurz, was wie geschehen ist und auch, dass ich kurz bewusstlos war. Man legte mich kurzer Hand auf eine Trage, nicht, ohne vorher das Erbrochene entfernt zu haben und legte einen Zugang auf dem rechten Handrücken.

Kurz drauf, ich krieg nicht alles so mit, sind wir in der Klinik, Ambulanz, in der Liegendaufnahme und man fährt mich hinein. Jetzt schiebt jemand den Arzt bei Seite und das Gesicht von Matzes Vater, dem Professor, kommt in mein Blickfeld.

„Hallo, Philipp, was ist passiert?“ Ich versuche, zu erklären, was genau passiert ist und es gelingt auch ganz gut. „Wir haben Volleyball gespielt und der Holger hat voll abgezogen, mich an der Schläfe getroffen. Da war es dann gleich dunkel und als ich dann Ronny sah, er hat meinen Kopf gehalten, da begann das Brechen“, sage ich zu ihm.

„Wir machen jetzt ein CT vom Kopf und dann, nach dem einspritzen eines Kontrastmittels noch eine zweite Aufnahme. Danach sehen wir dann weiter. Ich habe Ulf Schroer schon informiert, er ist auf dem Weg hier her.“

Man schiebt mich in den Raum mit dem CT und dann geht es los mit dem Röntgen.

„Ich habe Kopfweh und mir ist übel“, sag ich leise.

„Darum kümmern wir uns direkt nach dem CT“, sagt der Chefarzt.

Jetzt fährt das Ding mich mit dem Kopf in die Röhre und als das erledigt ist, bekomme ich in den Zugang auf meinem Handrücken was gegen die Schmerzen.

„Du hast dir wohl beim Aufschlagen auf den Boden eine ordentliche Gehirnerschütterung zu gezogen. Die dicke Beule an deinem Hinterkopf unterstreicht den Befund,“ sagt der Professor zu mir nach Auswertung des CTs, „der Schädelknochen ist aber intakt, eine Hirnblutung ist nicht zu sehen, so das nach ein paar Tagen strenger Bettruhe alles wieder OK sein dürfte.“

Dann ist auf einmal Ulf da, mit Noah und Ulf redet jetzt mit dem Professor. Noah kommt zu mir und fragt mich, was gelaufen ist. Ich erzähle schleppend, was ich weiß, selber wahrgenommen habe.

Alles weiß ich nicht mehr so genau, es reicht ihm aber wohl. Nach dem Schmerzmittel bin ich jetzt sehr müde und werde nun auch auf eine Station gebracht, komme dort in ein helles Zweibettzimmer und Noah hat, wie ich jetzt erst bemerke, meine kleine Reisetasche dabei und räumt schnell die für ich mitgebrachten Sachen in einen der beiden Schränke.

Ein paar Garnituren Unterwäsche, zwei Shortys mit kurzer Hose und kurzen Armen, Strümpfe und was ich halt so brauche hier. Er hilft mir dabei, das weiße, komische Krankenhaustextil, das am Rücken und Po offen ist, gegen eines meiner neuen Shortys zu tauschen und das Noah mich dabei nackt sieht, macht mir nichts aus und seinen Blicken nach zu urteilen, ihm auch nicht.

„Du bist ein hübscher junger Mann, ein Traum“, sagt er grinsend und das erst macht mich rot. So, fertig, ich bin so müde. Verdammt und zugenäht, schon wieder in einer Klinik, hört denn das gar nicht auf, denke ich.

urz drauf bin ich wohl weg getreten und schlafe fest ein. Nach gut zwei Stunden werde ich wach, weiß zunächst nicht so recht, was los ist, aber der Kopfschmerz bringt auch die Erinnerung zurück. Als ich die Augen öffne, sehe ich links vom Bett Oma sitzen.

Rechts vom Bett sitzt…..Herr Niemeyer, mein Lehrer, he, was macht denn der hier? Oma strickt und redet mit meinem Lehrer, als sie bemerken, dass ich wach bin.

„ Hallo, Philipp“, sagt Herr Niemeyer, „was macht dein Kopf? Tut es noch weh?“

Auch Oma guckt mich erwartungsvoll an.

„Im Moment ist es gut auszuhalten“, sag ich, „es brummt etwas hinter der Stirn.“

„Nun das wird wohl in ein-zwei Tagen weg sein“, sagt er und grinst ein bisschen, und bis zum Ferienbeginn am 06.Juli dürfte, wenn du vorsichtig bist, alles wieder OK sein, denk ich. Stoff und Aufgaben lass ich dir zukommen und die Englischarbeit, wo noch ansteht, die kannst du hier schreiben. Ich komm dann am Dienstag hier vorbei, dann machen wir das.“

Schön, wenn man so Lehrer hat, oder?

„Scheinbar liegst du immer noch gern im Krankenhaus“, uzt Oma jetzt, „war das im letzten und diesem Jahr noch nicht genug?“

Es klopft und auf Omas „Herein“, kommt, mit einer Flasche Saft und einem schönen, bunten Blumenstrauß………Ronny. Was geht denn hier ab, denk ich, obwohl mich sein Anblick irgendwie richtig froh macht.

Wie soll ich das denn jetzt einordnen? Muss ich das jetzt verstehen? Oder sind das Hallus nach dem Sturz. Herr Niemeyer guckt auch erstaunt, verabschiedet sich dann aber, nicht ohne Oma zu fragen, ob er sie mitnehmen und nach Hause bringen soll.

Der kommt das Angebot sehr gelegen, muss doch dann keiner mehr extra kommen und sie abholen. Kurz drauf bin ich, mit vielen guten Wünschen und mit Ronny allein.

Zunächst schweigen wir beide, wohl etwas verlegen, dann holt er tief Luft und sagt: “Hallo, Philipp, ich wollte einfach wissen, wie es dir geht.“

Noah, Freitag, 24.06. 19:30 mit der Familie beim Abendbrot

Wir essen heute etwas später, Oma ist nach ihrem Besuch bei unserem Kleinen in der Klinik noch zu uns gekommen und hat von ihrem Besuch erzählt.

„Noah?“, fragt sie mich jetzt, „ist dir bekannt, ob der Philipp einen, na, wie soll ich sagen, Verehrer hat?“

Ich gucke jetzt wohl etwas dumm aus der Wäsche.

„Wie meinst du das denn jetzt, Oma?“

Alle, auch Rico, gucken jetzt die Oma an. Mama hat Farbe bekommen.
„Mit mir war da noch ein Herr Niemeier zu Besuch, wohl der Lehrer, in dessen Sportstunde der Unfall passiert ist.“

Ich fang an, zu gackern. „Der Niemeyer, der will was von Philipp?“

„Der doch nicht, du Clown, lass mich mal ausreden“, sagt Oma, muss aber auch grinsen.

Mama guckt…..na, wie wohl, entsetzt, würde ich das nennen.

„Da kam kurz, bevor wir, der Niemeyer und ich weg sind, ein größerer Junge, wohl einer von den Mitschülern, hat Herr Niemeyer gesagt. Der kam also rein mit einem schönen Blumenstrauß und einer Flasche Saft.

Darauf hin wollte dann der Lehrer aufbrechen, wollte mich mitnehmen und nach Hause bringen. Das wirkte auf mich so, als ob er den beiden Jungs Zeit für sich verschaffen wollte. Läuft da was, haben wir was versäumt? Philipp hat mir jedenfalls noch nichts in der Richtung erzählt.“

„Oma“, sag ich, „Rico und ich wüssten bestimmt etwas, wenn denn da was wäre. Wir reden jeden Tag mit Philipp und dieser Ronny, das kann nur der Junge sein, der neben ihm sitzt in der Schule und mit dem er wohl locker befreundet ist. Ob da mehr dahinter steckt, hat er bis jetzt noch nicht erwähnt.

Rico jetzt: „Ronny ist nach Philipps Einschätzung, jemand, der schon öfter mal Freundinnen hatte und der Philipp auch erzählt hat, bei welchen Girls er landen kann, wenn er denn mal da was lernen will.“

Papa lacht, Mama kriegt noch mehr Farbe und ich sage: „Ich bin mir sicher, das Philipp sich bei niemand geoutet hat, das hätte er Rico und mir sicher verraten. Ob dieser Ronny was von Philipp möchte, wird sich noch raus stellen, ist in meinen Augen zwar nicht unmöglich, aber doch eher unwahrscheinlich. Sollte es aber so sein, muss Philipp entscheiden, wie er damit umgeht.“
Mama schnauft laut.

„Noah, der Junge ist nicht mal fünfzehn Jahre jung und wir haben da ja wohl die Verantwortung übernommen.“

„Irene, bleib bitte locker“, sagt Papa, „bis jetzt ist wohl noch nichts passiert und wegen einem Blumenstrauß werden wir doch keinen Aufstand machen wollen. Noah und Rico fahren ihn Morgen früh besuchen und fühlen ihm mal auf den Zahn. Alles ist bestimmt harmlos und wir werden sehen, ob und was daraus wird.“

„Mama“, sage ich jetzt, „Rico und auch ich, wir wussten in Philipps Alter schon, dass wir nicht so auf Mädels stehen und das der Philipp das auch nicht tut, auch das wissen wir sicher. Der Maxi, der Junge, der mit ihm in der Klinik und in der Reha war, der war schon deutlich mehr als nur ein Freund oder Mitpatient.

Wenn der hier wohnen würde, der Maxi, dann würde der wohl an Philipps Bett sitzen und vielleicht auch schon hier bei ihm im Bett geschlafen haben und davon wäre die Welt nicht unter gegangen.“

Mama hat darüber bestimmt absichtlich, noch nie richtig nach gedacht, auch nicht über mein persönliches Outing. Die Tatsache, dass fünfzehnjährige Sex haben könnten, das übersteigt ihre Vorstellungskraft, bzw. sie verdrängt solche Gedanken.

Sie müsste es eigentlich besser wissen, denn diverse Spermaflecken in meiner und bestimmt auch in Philipps und Ricos Unter- und Bettwäsche sind ihr sicherlich das ein oder andere Mal nicht verborgen geblieben und auch Papas Saft wird ab und an in der Bettwäsche landen.

Mütter und Kinder haben da gewisse Gemeinsamkeiten, können sich nicht gut vorstellen, dass es da Sex bei den jeweils Anderen gibt. Ich glaube, wenn Mama uns, Rico und mich beim poppen überraschen würde, bekäme sie wohl einen Schock, so wie ich, als ich mit dreizehn mal in ihr unverschlossenes Schlafzimmer geplatzt bin.

Bei der Vorstellung dieses Bildes mit den beiden im Clinch und den ineinander steckenden Haarbüschen, überläuft es mich immer noch und das nach über fünf Jahren. Gut, das die Haare die anderen Details sauber versteckt haben, denk ich grinsend.

Der Gedanke, das der Philipp vielleicht bald einen Freund hat, der törnt mich irgendwie an und der Blick zu Rico signalisiert, dass es gleich oben bei und nach dem Duschen zu gegenseitigen Besuchen der jeweiligen Südpole kommen wird und da er morgen und Sonntag frei hat, darf es auch etwas länger gehen, schließlich ist ja Samstag und wir können ausschlafen.

Auf Philipp müssen wir momentan ja auch keine Rücksicht nehmen, obwohl wir eigentlich schon länger nicht mehr tun. Er soll ruhig wissen, was ungefähr so bei uns abgeht und das wird er auch zum Anlass nehmen, ein bisschen mit sich zu spielen.

Wenn wir dann Philipp besuchen Morgen früh, werden wir mal genauer nach diesem Ronny fragen. Wenn da was ist oder was wächst, werden wir das schon wissen, wenn wir zurück kommen.

Ob und was wir dann der Mama erzählen, werden wir vorher besser mit Papa besprechen. Jetzt geht es erst mal hoch und dort ins Bad. Das wird bestimmt noch ein schöner und spritziger Abend für uns zwei werden, denk ich.

Philipp, Samstag, 25.06. 11:00 Uhr, in der Klinik, nach der Visite.

Seit 6:30 Uhr bin ich wach und ich habe immer noch leichtes Kopfweh. Ein Zivi hat mir beim Frühstück geholfen, da ich nicht aufrecht sitzen soll. Bei einer Gehirnerschütterung, Schädel-Hirn Trauma heißt das auch, soll man ziemlich flach liegen bleiben, vor allem die ersten Tage, hat der Professor gesagt.

Macht man das nicht, hat man als Folge wohl öfter Kopfweh und das will ich echt nicht haben. Der Zivi, Lothar heißt er, ist zwanzig Jahre alt, stammt wohl aus Beverst, das nicht weit weg von hier in Richtung Bremerhaven liegt.

Er ist sehr nett zu mir und der hat mich nach dem Frühstück auch gewaschen, überall, aber es kam, Gott sei Dank, zu keiner peinsamen, erotischen Schwellungen dabei. Scheinbar ist meine Fähigkeit, einen Steifen zu bekommen, zur Zeit doch etwas eingeschränkt, anders kann ich es kaum erklären bei so einem hübschen Kerl, der gerade meinen Pimmel gewaschen hat.

Ronnys Besuch hat mich noch lange beschäftigt gestern, vor allem, weil ich mit so etwas nicht gerechnet habe. Und dann die Blumen, mein Blick geht zur Vase auf der Fensterbank, bunt und schön stehen sie dort. Blumen von einem Jungen, das gibt doch Anlass, zu überlegen. Wem schenkt man denn normalerweise Blumen?

Gernot hat Mama ab und zu Blumen mit gebracht, Ulf hatte auch schon welche für Tante Irene gekauft, öfter mal. In dem Zusammenhang hat der Noah einen sehr zweideutigen Witz gemacht, an den ich gerade denken muss.

„Ein älteres Ehepaar steht am Fenster und sieht, das der Nachbar Blumen mitbringt für seine Frau. Sagt der Mann: „Da muss die Müllersch aber wieder die Beine breit machen“, sagt die Frau, „wieso datt denn, haben die keine Vase?“

Bei mir war der Groschen nicht gleich gefallen und erst, als Rico und Noah sich kringelten, begriff ich und wurde……..richtig, rot, aber sowas von. Bei Ronny ist die Motivation hoffentlich eine andere, ich werde ihn aber danach fragen müssen, will wissen, warum.
Roland, Sonntag, 26.06., 10:00 Uhr bei Wegmanns, mit Robin, auf dem Sprung, mit dem Roller in die Wohngemeinschaft zu fahren.

Vor etwa zehn Minuten sind wir, von uns zu Hause kommend, bei Robin zu Hause eingetroffen. Dort ist zurzeit nur Frau Wegmann, der Kapitän düst nämlich gerade im Mittelmeer rum und Robins Mutter fliegt Morgen von Hamburg aus nach Kreta und geht dort auch an Bord.

Das Schiff ist an eine französische Mode-Firma vermietet, die dort Modeaufnahmen für einen Sommerkatalog machen will, der dann im nächsten Jahr veröffentlicht werden soll. Hübsche Models, Männlein und Weiblein, laufen mit dem Schiff verschiedene, bekannte Reiseziele an und machen dort Aufnahmen und alles ist voll professionell.

Wir haben bei uns gefrühstückt, mit der ganzen Familie und Papa hat seine ersten Erkenntnisse zum Erpresserbrief mitgeteilt. Er hat sich gestern nochmal mit seinem ehemaligen Arbeitskollegen und dessen Freund getroffen.

Herbert Rohleder war auch dabei und die Erkenntnisse aus diesem Treffen sollen jetzt professionell ausgewertet werden und durch intensive Ermittlungen zu weiteren Ergebnissen führen. Herr Rohleder hat Papa erlaubt, Details aus der Besprechung an alle Wissenden, vor allem aber an Opa und dessen ehemaligen Kollegen auf dem Campingplatz weiter zu geben.

Ich hatte ja schon zu Anfang so ein Gefühl, das der Andreas oder besser, der Vater von Karin, Geiger heißen die, das hat Mama gewusst, ihre Finger dabei im Spiel haben.

Papas ehemaliger Kollege hat nun erzählt, das eben dieser Herr Geiger ihnen damals nahe gelegt hat, sich einen anderen Ort für ihr „Geschwuchtel“ aus zu suchen, anderenfalls könnte es sehr viel Ärger geben.

Da die Ermittlungen ergeben haben, das die ausgeschnittenen Zeitungsteile zur Bildzeitung gehören, passt dieses Steinchen auch ins Puzzle, da der Geiger, wenn er hier auf dem Platz ist, täglich dieses Mist- und Hetzblatt kauft und auch die dort verbreiteten Meldungen und Lügen kritiklos übernimmt und lauthals verkündet, ein echter Proll also.

Nach dem wir uns von Robins Mama verabschiedet haben, ab morgen ist hier ja Sturmfrei, fahren wir los. Ab heute Abend ist Robin dann bis zur Rückkehr seiner Mama bei uns und wir schauen bei Wegmanns halt nach dem Rechten, gießen die Blumen und mähen, wenn nötig auch den Rasen.

Ja, und etwas Spaß werden wir dann auch dort haben, ungehört und ungestört, wir freuen uns drauf. Da fehlt uns der Wohnwagen am See im Moment gar nicht. Opa und sein alter Freund Christian haben nun auch begonnen, unauffällig zu ermitteln, wie sie es aus alten Zeiten kennen und auch Oma ist mit dem Hund öfter auf dem Platz am See.

Der Hund bleibt über Nacht, das ist bei Dauercampern erlaubt, kostet zwar etwas, aber gibt den Beiden auch mehr Sicherheit vor eventuellen Übergriffen. Opa und Christian wollen versuchen, hat Papa gesagt, das Vertrauen des Prolls zu erlangen und so an gezielte Infos zu kommen.
Das wir jetzt gar nicht dorthin fahren sollen, ist zwar Mist, aber Feuer und ein brennender Wohnwagen, das wäre wohl deutlich schlimmer für uns alle, von der gesundheitlichen Gefährdung mal ganz abgesehen.

Da es draußen sehr, sehr warm ist, werden wir wohl in der Wohngemeinschaft ins Schwimmbecken hüpfen. Gestern beim Training waren all unsere Freunde da und Finn hat nun offiziell bestätigt, das er mit dem Jeremy zusammen ist.

Ein weiteres, tolles Paar in unserer Gemeinschaft, in der sich alle ganz offensichtlich sehr, sehr wohl fühlen. Der Jeremy, der wohnt auf einem großen Bauernhof bei seinen Großeltern und da gehört sogar auch Wald und ein See dazu.

Jeremy hat das Angebot gemacht, dort in den Ferien eine Woche zu zelten und Finn hat von dem Waldsee regelrecht geschwärmt. Vielleicht kann man sich das ja auch vorher mal vor Ort anschauen.
Wir schnappen Helm und Nierengurt und Rucksack, die Lederkombi bleibt aus, weil es so warm ist, dann machen wir los, nachdem wir uns von Frau Wegmann verabschiedet haben. Da sie Morgen früh fort fliegt, werden wir heute Nacht noch hier bei Robin schlafen und erst Morgen, nach der Schule, fahren wir dann zu uns an den Torfplatz und da bleibt Robin dann, bis seine Mama wieder da ist.

Meine Mama ist froh, dass wir beide längere Zeit bei uns bleiben, sie macht sich halt schon Sorgen wegen der Erpressersache und ist beruhigt, wenn wir abends gesund zu Hause sind bei uns.

Da wenig Verkehr ist an einem Samstag bei den herrschenden Temperaturen, sind wir um 11:00 Uhr vor Ort und wir sind fast die Letzten. Noah und Rico fehlen noch, die werden den Philipp noch besuchen, sagt Ole und einige, so Ralf und Kevin müssen heute arbeiten und sind erst gegen 14:20 hier.

Alwin ist schon mit Lars und Sabine im Studio, Gerry arbeitet im Salon und Rolf und Paul sind, wie immer am Samstag, beim Opa in der Firma. Die großen Schiebeelemente an dem Pool sind bereits weit geöffnet und so geht es schnell hinein ins Vergnügen.

Die Sauna ist an und die ersten Leute gehen dann auch rein. Wir reden zuerst mal mit Ole und Jerome über die Ergebnisse der gestrigen Sitzung, so will ich es mal nennen und Jerome ruft dann auch seinen Vater an. Der wurde aber schon von Herbert Rohleder unterrichtet und hat wohl auch dann mit meinem Vater geredet.

Jeremy, Sonntag, 26.06., 12:30 Uhr mit den anderen im Pool in der Wohngemeinschaft, beim Spielen mit einem Wasserball

Seit Freitag nach der Schule, Dirk hat mich da mit Mikes Auto abgeholt, bin ich bei Finn und den Jungs in der Wohngemeinschaft. Hier ist, auf Grund der bestandenen Abiprüfungen eine gute Stimmung und im Kühlschrank waren Sandwiches für den Hunger über die Mittagszeit.

im Öffnen fielen uns diverse Cremantflaschen ins Auge und auf meine Frage, wofür die denn da liegen, war „zum Kühlen“ (Dirk) nicht die befriedigende Antwort.

Mike, der auf seinen „Hasen“, wie er Dirk immer nennt, gewartet hatte und mit uns was essen wollte, sagte, das Sonntag am Nachmittag, also heute, Jeromes Eltern, die Oma und ja eigentlich alle aus dem Haus in Bremerhaven herkommen wollen.

Mit den frisch gebackenen Abiturienten ein bisschen zu feiern, das war wohl schon im letzten Jahr so und stolz hat er mir seine damals von Jeromes Vater geschenkte Uhr gezeigt.
Ein cooles Teil und alle, die Abi gemacht haben in 2010, haben so ein Teil geschenkt bekommen. Für heute Abend ist ein Essen ist bestellt, für 18:00 Uhr und dann wird auch die edle Brause kredenzt werden, sagt er.

Martin und Kai bringen die Leute her und wir sind ja dann auch alle hier. Nach der kurzen Stärkung mit den Sandwiches haben wir dann alle den Hof ein bisschen gekehrt und aufgeräumt und die Zeit, bis Finn von der Arbeit nach Hause kam, verging sehr schnell.
Da er verschwitzt war und auch ich nach dem Tag und dem Aufräumen nicht mehr so gut roch, sind wir dann beide, auf meinen ausdrücklichen Wunsch zusammen, in seinem Zimmer, unter die Dusche gehüpft. Ich wollte das noch mal haben, dieses geile Gefühl, wenn wir uns reibend gegenseitig auf den Bauch spritzen.

Das ist einfach soo irre geil und macht mir Lust statt Angst und Finn gefällt das auch sehr gut.
Danach haben wir dann fast alle einen Film geschaut.

„Spiel mir das Lied vom Tod“, ein schon älterer Western mit einem Charles Bronson, dessen Namen ich vorher noch nie bewusst gehört hatte. Es war Franks Idee, es war nicht schlecht, aber ich habe doch schon besseres gesehen.

Die vielen Pferde haben mir am besten gefallen, die vielen Toten weniger. Finn und ich sind dann ins Zimmer und dann auch später ins Bett, wo wir verliebt geschmust und geknutscht haben, bis das die Lippen fast wund waren.

Der Gong zum Frühstück ab 09:00 Uhr weckte uns und nach einer weiteren „Gute Laune Duschung“ haben wir mit den Anderen gefrühstückt und dabei wie immer viel Neues erfahren.

Die Campingplatz Geschichte war eins, der Ferienplan ein anderes Thema und Jerome wollte wohl auch die Besuche im Stadion wieder aufleben lassen, die wohl in den letzten Monaten nicht mehr statt gefunden haben.

Bis zum Training am Nachmittag wurde aufgeräumt, zum Teil geputzt und auch die Autos wurden überprüft und gewaschen. Das Training, wir hatten mit Alwin, war anstrengend aber gut und ausgepowert liefen Finn und ich danach zur Wohngemeinschaft.

Wir wollten halt dort, in seinem Zimmer duschen, in der Halle hätte ich mich und er wohl auch nicht, nackt aneinander gerieben. In der Wohngemeinschaft hatten wir dann zweimal Spaß und beim zweiten Mal hat es mehr als doppelt so lang gedauert, bis das große Kribbeln kam und es war galaktisch. Finn hat dieses Mal mit einer Hand meine Nippel massiert und ein wenig hinein gekniffen.

Das hat mir gefallen und es fühlte sich gut an. Ich habe das gleiche dann auch bei ihm gemacht und er fuhr, dem Stöhnen nach zu urteilen, da voll drauf ab. Finn bringt mich am Montag Morgen von hier aus in die Schule und fährt dann zur Arbeit.

Sein Juniorchef hat bis jetzt keinen neuen Versuch unternommen, Finn zum Sex zu überreden.
Der soll seine Opfer gefälligst woanders suchen, finde ich und Finn will sich bei einer erneuten Aktion bei dem Vater des Kerls beschweren.

Leute, die nur Schwanz gesteuert sind, sind mir nicht sympathisch und Finn ist jetzt halt mein Freund und der sollte auch nur mit mir Sex haben auch wenn ich mich damit doch noch ziemlich schwer tue. Wir arbeiten daran und so ein Dämon, der muss erst mal vertrieben sein.
Jedenfalls habe ich das Gefühl, das es meinem Finn nicht nur um Sex geht und das macht alles erst richtig gut für mich. Mama und auch die Familie auf dem Hof mögen ihn bereits sehr und ich, ich bin total verknallt in ihn.

Jetzt kommen bald Jeromes Leute aus Bremerhaven hier her, wollen den Abiturienten gratulieren und ein wenig mit allen feiern.

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1 Kommentar

  1. Hallo Niffnase,

    das wir wieder ein paar tolle Kapitel und ich freue mich sehr das du nach der langen Pause wieder die Möglichkeit und die Muse hast uns mit deiner tollen Geschichte zu erfreuen. Bin schon sehr gespannt wie es weiter geht.

    Liebe Grüße aus Hessen
    Wulf

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