Murmeltier – Tag 6

Ich wurde durch ein Geräusch wach, öffnete meine Augen und sah etwas Blitzen. Das ist sicher wieder diese Spiegelung gewesen! Aber auch dieses Mal musste ich erst einige Male blinzeln, bevor ich wieder etwas sah.

„Jo gib Gas!“, rief ich und sah seinen ängstlichen Blick.

„Mach ich doch schon“, schrie er fast schon panisch.

Ich war wieder im selben Film, nur wusste ich diesmal, was ich erreichen wollte. Ich sah es diesmal als eine Chance, etwas zu geben um etwas zu bekommen. Jo hielt den Wagen an und wir sprangen nach draußen, um uns das Chaos anzusehen, welches die Lawine angerichtet hatte.

Ich sah Jo an, dem die Tränen in den Augen standen und legte meinen Arm um ihn.

„He, Kopf hoch. Wir haben es ja nochmal geschafft.“

Wir schauten noch einen Moment, machten uns dann aber auf den Weg zur Feuerwache. Wieder da, dachte ich bei mir, aber da musste ich nun mal durch. Wir betraten die Wache und mir bot sich das gleiche Bild, wie die Tage, meine Tage zuvor.

Ich ging auf Hanns zu.

„Guten Tag, Ich heiße  Ben Krause und das ist mein Kollege Joachim Schneider“, und hielt ihm die Hand hin, die er zögerlich ergriff.

„Wir sind eben die Straße zum Ort gefahren und hinter uns ist eine Lawine abgegangen“, setzte ich weiter nach. Sein Gesicht erhellte sich.

„Was fahrt ihr für ein Auto?“

„Wir sind mit einem schwarzen VW Polo unterwegs, wieso“, fragte ich scheinheilig, kannte die Antwort auf meine Frage schon.

„Wir wollten euch gerade suchen“, und er nannte uns den Grund.

Wieder kamen Jubelrufe von den Anwesenden der Wache und auch das Schulterklopfen blieb nicht aus. Ich schaute in die Ecke, in der Karl saß und überlegte, ob ich auch noch etwas für ihn tun könnte.

Aber mir fiel erst mal nichts ein. Vielleicht morgen, wenn nicht wieder alles von vorn beginnen würde. Nachdem alles geklärt war, brachte uns Hanns zum Auto und verabschiedete sich, sichtlich erleichtert und bekräftigte nochmal, dass wir uns noch mal sehen werden.

„Treffen wir uns einfach zum Abendessen in der Pension Aller“, schlug ich vor.

„Gut, abgemacht, sagen wir um achtzehn Uhr“, und Hanns reichte uns nochmal die Hand zum Abschied.

„Ben, du wirkst heute so fröhlich, trotz der  ganzen Sache eben“, stellte Jo fest, als wir es uns im Auto bequem gemacht hatten.

„Jo, ich glaub, heute wird ein richtig guter Tag“, sagte ich mit einem hintergründigen Lächeln.

Ich konnte es nicht erwarten, Karl zu sehen, also drängte ich Jo zur Eile.

*-*-*

Vor der Pension stellten wir das Auto ab und nahmen unser Gepäck. In der  Rezeption erwartete uns Rosi Aller.

„Guten Tag“, sagte ich höflich, „ich bin Ben Krause und neben mir ist mein Kollege Joachim Schneider. Eigentlich wollten wir schon gestern kommen, aber ein Unfall zwang uns zu einer Pause. Aber nun sind wir da.“

Ich war regelrecht aufgekratzt.

„Oh, mit ihnen hatte ich gar nicht mehr gerechnet. Grade habe ich erfahren, dass uns eine Lawine von der Außenwelt abgeschnitten hat. Sie haben es wohl noch geschafft?“

„Ja, sie ging direkt hinter uns runter. Hatten wirklich Glück gehabt.“

Jo verlor schon wieder seine Farbe. Ich hatte es nun schon so oft erlebt, dass es mir nichts mehr ausmachte. Den Schreck hatte ich schon vor einigen Tagen überwunden. Die Tür hinter der Rezeption wurde geöffnet und Karl betrat den Raum.

Er erfasste mich mit seinem Blick und ein Lächeln machte sich in seinem Gesicht breit.

„Das ist mein Sohn Karl“, sagte Rosi, „er wird sich gleich um ihr Gepäck kümmern.“

Sie drehte sich zum Bort und entnahm ihm zwei Schlüssel, die sie Karl reichte. Er schaute nur kurz auf die Nummern und kam um den Tresen herum, um das Gepäck aufzunehmen. Ich konnte nicht anders und lächelte ihn an.

Er erwiderte es und ging langsam zu den Zimmern, mit uns im Schlepptau.

„Hier ist das erste“, und gab Jo den Schlüssel und stellte den Koffer ab.

Er machte noch einige Schritte und stand vor meiner Tür.

„Bitte ihr Zimmer, die Nummer dreizehn. Ich hoffe sie bringt ihnen Glück“, und strahlte mich regelrecht an.

„Karl, darf ich doch zu dir sagen, sie bringt mir bestimmt Glück. Ich bin Ben“, und hielt ihm die Hand hin.

Er wurde etwas rot, ergriff sie und schaute mir tief in die Augen. Wieder war ein knistern zu hören und nicht nur ich nahm es wahr. Jo stand auch noch auf dem Flur und beobachtete uns. Als ich seinen Blick erhaschte, sah man ein breites, zufriedenes Grinsen, wie ich es von ihm noch nie sah.

Ich errötete nun auch.

„Natürlich darfst du Karl zu mir sagen“, ein leichtes Vibrieren in seiner Stimme war zu vernehmen.

„Danke Karl, sehen wir uns noch?“

Er musste schlucken, brachte keinen Ton raus und nickte nur.

„Okay, dann bis gleich“, und mit einem Lächeln auf den Lippen drehte ich mich um und betrat mein Zimmer.

Diesmal wollte ich alles richtig machen, aber was war schon richtig? Dieser Tag sollte etwas Besonderes werden, also räumte ich den Inhalt meines Koffers in den Schrank, suchte mir frische Sachen raus und ging duschen.

Ich war grade fertig und ging in mein Zimmer, als es an der Tür klopfte. Wer war das denn? Ich hatte nur mein Handtuch um die Hüften gebunden, also öffnete ich nur einen Spalt. Karl stand vor der Tür, ein unsicheres Lächeln auf den Lippen und eine leichte Rotfärbung im Gesicht.

„Ich wollte noch schnell Handtücher bringen, ich hab sie vergessen, fiel mir grade ein“, seine Worte kamen langsam.

Ich durchschaute ihn, es war nur ein Vorwand, aber mir war es egal, ergab sich doch eine Möglichkeit mit Karl zu reden.

„Komm rein“, sagte ich und öffnete die Tür ganz.

Da sah er mich erst richtig und musste schlucken. Seine Gesichtsfarbe wurde auch einige Nuancen dunkler.

„Oh ich kann auch später noch mal kommen“, stammelte er.

„Nein, schon gut, komm endlich rein, mir wird kalt“, und zog ihm am Arm in mein Zimmer.

„Handtücher hab ich gefunden, aber danke, dass du noch welche bringst“, ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.

Er stand wie ein Tropfen in meinem Zimmer.

„Ich, ich war mir sicher, dass, das ich die vergessen…“, weiter kam er nicht.

Der Anblick der sich ihm bot, ließ das Blut in seinen Adern gefrieren. Ich hatte mein Handtuch abgenommen und griff mir die Shorts, um sie mir anzuziehen. Es dauerte nicht sehr lange, dass ich nackt vor ihm stand, aber doch lange genug, um ihn voll aus der Bahn zu werfen.

Ich muss zugeben, dass ich ihn ein wenig provozieren wollte, aber bin ich nun zu weit gegangen? Ich schaute in seine, immer noch weit aufgerissenen Augen.

„Oh, entschuldige, aber ich dachte du kennst so etwas“, nuschelte ich nun unsicher und zog mich weiter an.

Karl hatte sich keinen Millimeter gerührt. Er schaute mich immer noch an, aber sein Blick wurde wieder klarer. Auch konnte ich sehen, wie sich seine Mundwinkel leicht nach oben zogen.

„Du, du siehst gut aus“, kaum hatte er es ausgesprochen, schlug er sich auch schon die Hand vor dem Mund.

Ich drehte mich zu ihm und sah ihn tief in die Augen.

„Danke, das hat noch keiner zu mir gesagt“, und das meinte ich ehrlich!

„Ich werde dann mal wieder, wollte eh nur die Handtücher bringen“, seine Hände hielten aber die Tücher fest vor seinem Körper gepresst.

Auch machte er keine Anstalten sich zu bewegen. Wir schauten uns einfach nur an.

„Ich find dich auch süß“, dieser Satz hatte mich so viel Überwindung gekostet, aber als es endlich raus war, wurde mir mit einem Mal leicht ums Herz.

Ich hatte das Gefühl, als ob ich schwebte. Unsere Gesichter konnten jeder Tomate Konkurrenz machen, aber es störte uns nicht. Ich machte einen Schritt auf Karl zu und streckte meine Arme vor. Unsicherheit machte sich in ihm breit.

„Darf ich sie dir abnehmen“, fragte ich mit einem Zittern in der Stimme.

Wie in Trance gab er mir die Handtücher, ließ mich aber nicht aus den Augen. Mit einer Hand nahm ich die Tücher mit der anderen strich ich vorsichtig über seine Wange, die noch immer glühte.

„Danke, du bist echt nett“, sprach ich mit einem Kloß im Hals.

Wie sanft sich seine Wange anfühlte! Tausend kleine Stromstöße gingen von meiner Hand auf meinem ganzen Körper über. Diese eine Geste veränderte mit einem Schlag alles! Bei mir machte es klick, wusste, dass ich Karl begehrte, von ganzem Herzen.

Bei Karl machte es ebenfalls Klick, wusste er, dass ich ihn mochte und sein Grinsen wurde noch breiter. Hätte er keine Ohren gehabt, ging es mir durch den Kopf, hätte er im Kreis lachen können.

Ich ließ meine Hand sinken, „bis gleich, wir sehen uns“, sagte ich, immer noch mit meinem Klos im Hals.

Er nickte nur, drehte sich um und wär fast gegen die geschlossene Tür gerannt. Er brauchte einige Zeit um sie zu öffnen, drehte seinen Kopf nochmal zu mir und verschwand. Ich fühlte mich glücklich.

Sollten meine Wünsche nach einem Partner, nach Liebe und Geborgenheit in Erfüllung gehen? Ich schnappte mir die restlichen Sachen und zog mich weiter an. Ein Lied vor mir hin pfeifend, überprüfte ich mein Aussehen nochmal im Spiegel, bevor ich mich auf den Weg zum Gastraum machte.

Ich betrat ihn und er war leer. Was auch nicht anders zu erwarten war. Ich setzte mich an den Tresen und wartete. Am ersten Tag zeigte sich Katrin, ging es mir gerade durch den Kopf, als sie auch schon erschien.

„Kann ich dir helfen“, fragte sie freundlich.

„Ja, ich hätte gern ein Bier“, sagte ich ebenso freundlich, ließ den Klaren weg um nicht wieder nach dem Ausweis gefragt zu werden.

Zuerst zog sie die Augenbrauen hoch, sagte aber nichts und zapfte das edle Getränk.

„Seid ihr es gewesen, die es gerade noch vor der Lawine geschafft hatten?“, und stellte das Bier auf einen Pappuntersetzer vor mir.

„Ja, das waren wir, meinen Kollegen hat es ganz schön mitgenommen. Ich denke, er wird auch gleich kommen.“

Beim Wort Kollege hob sie abermals die Augenbrauen.

„Dein Kollege?“, fragte sie überrascht, „darf ich Fragen wie alt du bist?“

Ich musste lächeln, „Vierundzwanzig, und wie alt bist du?“

Sie errötete leicht,

„äh, ich bin zweiundzwanzig, darf ich sonst noch etwas für sie tun?“

Am liebsten hätte ich losgelacht, diese röte in ihrem Gesicht und der plötzliche Wechsel auf  >sie<! Aber dazu kam ich nicht mehr. Die Tür hinter ihr öffnete sich und Karl kam rein. Er erfasste mich sofort mit seinem Blick und lächelte wieder so süß!

„Du sollst mal zu Mutter kommen, sie hat ein Problem“, sagte er zu seiner Schwester.

Diese nickte nur und war sichtlich froh, die Szene verlassen zu können.

„Was habt ihr denn geredet? Ich mein nicht, das mich das interessiert, aber so sprachlos hab ich sie schon lange nicht mehr gesehen.“

„Ich hab ihr nur gesagt, wie alt ich bin. Das hat sie wahrscheinlich durcheinandergebracht.“

Karl lachte, „darf ich auch wissen, wie alt du bist?“

Er sah mich so niedlich an.

„Ich bin vierundzwanzig, und du?“

„Oh, ich hätte dich für jünger gehalten, aber das passt ja, ich bin auch so alt wie du.“

Sollte ich nachfragen, was er meinte, mit dem, das es schon passt? Nein, werde ich nicht machen, er hatte seinen Versprecher schon selbst bemerkt, wie mir seine Gesichtsfarbe verriet.

„Karl, darf ich dich etwas fragen?“

Er schaute mich groß an,

„Nur zu, was willst du wissen?“

„Also, ich bin Reporter bei einer Zeitung und soll einen Reisebericht über den Ort schreiben. Könntest du mir etwas über den Ort erzählen?“

Er fixierte mich mit den Augen, nahm mich regelrecht gefangen, dass es mir schon wieder einen Schauer über den Rücken jagte.

„Das würde ich gern machen“, löste den Blick von mir und sah zur Tür, die Jo grade aufmachte.

Er kam zum Tresen und setzte sich neben mir.

„Ben, was denn, keinen Klaren heute?“

Mir war die Frage sichtlich peinlich. Ich wollte doch vor Karl nicht wie ein Säufer aussehen, nicht heute!

„Nein Jo, ich glaub das brauch ich nicht mehr.“

Er hob die Augenbrauen und bestellte sich ein Bier bei Karl. Wir prosteten uns zu und nahmen erst mal einen kräftigen Schluck. Nach all den Schrecken sollte er uns gegönnt sein.

Jo legte den Arm um mich, „ich geh mal schnell zu Hause anrufen und sag denen, dass es noch länger dauert. Soll ich etwas bestellen in der Redaktion?“

Er sah mich mit einem hintergründigen Lächeln an. Wenn ich nicht wüsste, dass sich der Tag immer nur für mich wiederholt, dann würde ich meinen, er wüsste etwas.

„Sag, dass sie die zusätzlichen Tage nicht als Urlaub rechnen sollen. Ach, und noch etwas: das Spesenkonto soll erhöht werden, schließlich wird es noch dauern“, grinste ich ihm breit an.

Jo lachte laut, stand auf und ging nach draußen. Karl hatte unsere Unterhaltung verfolgt und strahlte mich an.

„Es ist zwar nicht schön, dass ihr vorerst nicht nach Hause könnt, aber wartet da keiner auf dich?“

Oh, er wollte mehr von mir wissen!

„Nein, es wartet keiner auf mich“, grinste ich ihn an.

Es war so niedlich, wie sich seine Wangen langsam rot wurden.

„Ich wollte nicht aufdringlich sein“, sagte er verlegen.

„Keine Angst, du bist nicht aufdringlich. Wie sieht es bei dir aus? Hast du jemand, der auf dich wartet?“

„Nein“, sagte er traurig und schaute zu Boden.

„Erzähl etwas von deinem Ort“, forderte ich ihn auf.

Er begann zu erzählen, erst stockend, dann immer flüssiger und schließlich begeistert. Jo kam wieder rein, setzte sich und lauschte ebenfalls den Worten von Karl. Hier und da stellte er eine Frage, ich ließ mich nur von seinen Worten berieseln.

Schließlich kannte ich das schon alles, aber ich genoss es, noch einmal alles aus seinem Mund zu hören. Ein Schauer ging mir wieder den Rücken runter und ich fühlte mich wohl. Ich freute mich, dass ich hier in seiner Nähe war.

Die Tür hinter ihm ging auf und Katrin kam rein.

„Karl, ich muss dich mal kurz sprechen“, sagte sie und zog ihm am Arm zur Küche.

„Ben, sag mal, du wirkst so fröhlich. Ist etwas mit dir?“ Jo sah mich mit einem durchdringenden Blick an.

„Ja, Jo, es ist etwas. Aber ich werde dir nicht verraten was“, lächelnd nahm ich das Bierglas und prostete ihm zu.

„Ben, du brauchst nichts zu sagen, ich kann es sehen. Es ist Karl, nicht wahr“, und meine Gesichtszüge entgleisten.

„Ist das so offensichtlich?“, fragte ich unsicher.

„Also ich will es mal so sagen: Hätten eure Augen Arme und Hände, säßet ihr jetzt nackt da“, wie konnte er nur so grinsen.

„Jo, ich weiß nicht was mit mir los ist, aber ich muss dir Recht geben. Ich mag den Kerl, er fasziniert mich und ich glaub…“, weiter kam ich nicht.

Kathrin stand plötzlich hinter dem Tresen. Wo kam die auf einmal hier her? Was hatte sie mitbekommen? Zuerst schaute sie mich mit weit aufgerissenen Augen an, dann musterte sie mich einen Augenblick und dann lächelte sie.

Sie lächelte mich einfach, offen und liebevoll an!

„Darf ich ihnen noch etwas zu trinken geben?“

Ich sah irritiert zu Jo, der die Bestellung übernahm. Ich war mir nicht sicher, aber die beiden sahen mich so komisch, wissend an? Katrin stellte die Getränke vor uns und verschwand durch die Tür zur Küche.

„Ben, nicht nur ich sehe es, auch die Kleine hat es begriffen“, sagte er nach einer Weile.

Meine Ohren glühten, ich bemerkte die aufsteigende Wärme in meinem Gesicht. Jo lachte, er lachte einfach und ich saß da wie ein Depp. Aus der Küche hörten wir plötzlich ein lautes Scheppern und kurz darauf lautes Lachen.

Das konnte nur Katrin sein. Was war da los, fragend schauten wir uns an. Die Tür wurde aufgerissen und Frau Aller betrat den Raum. Sie strahlte über beide Wangen als sie auf mich zukam.

Sie hatte schon einen flotten Schritt drauf, als sie um den Tresen herum stürmte und sich vor mir aufbaute.

„Ben, ich darf doch Ben sagen“, ohne eine Antwort abzuwarten spulte sie weiter, „ also, das ich das noch erleben durfte. Danke…“, und sie schloss die Arme um mich.

Ich saß noch immer auf meinem Barhocker und wusste nicht, wie mir geschah!

„Ich bin die Rosi für dich und freue mich, dich als Gast zu haben“, sie entließ mich aus der Umarmung und ging wieder hinter den Tresen.

Im Laufen zog sie ein Taschentuch heraus und tupfte sich die Augen. So schnell wie sie hereingestürmt kam, so schnell war sie auch wieder verschwunden.

Ungläubig sah ich zu Jo, der mich ebenso ratlos ansah. Was ist geschehen? Obwohl ich schon viel mitbekommen hatte, wusste ich nicht, was ich nun angestellt hatte. Aber es konnte nur mit Karl zusammenhängen.

Wie war das doch gleich? Er hatte sich seit dem Vorfall vor zwei Jahren zurückgezogen, war in sich gekehrt? Ich wollte es nicht glauben, da ich ihn immer fröhlich, oder zumindest besorgt gesehen habe.

Also war ich definitiv der Auslöser, schon von der ersten Sekunde an! Deshalb sah ich ihn auch nie anders! Ich konnte ihn mir auch nicht anders vorstellen! Ich mochte ihn, so wie er war.

„Also wenn mich nicht alles täuscht, dann hast du hier einen ganz großen Stein im Brett“, Jo hatte als erster die Sprache wiedergefunden.

Ich schüttelte den Kopf vor Unglauben.

„Jo, wie siehst du das?“

„Ich sehe zwei verliebte Jungs, die sich noch einiges sagen müssen“, lächelte mich an und griff zum Bier.

Plötzlich ging die Tür auf und Katrin kam mit einem Grinsen herein.

„Also, da hast du ja was angerichtet“, sagte sie nur. Wieder schaute ich ungläubig zu Jo.

„Was ist denn?“, fragte dieser.

Katrin holte Luft, wollte grade zum Reden ansetzen, als Karl den Raum betrat. Sofort schauten wir uns in die Augen und lächelten. Jo und Katrin sahen uns an, brachten aber kein Wort heraus. Eine unheimliche Stille trat ein.

„Ich denke, ich mach erst mal einen Spaziergang durch den Ort, kannst du mir sagen, wo ich einige schöne Bilder machen kann?“, fragte Jo Katrin.

Diese begriff sofort was Jo wollte.

„Ja, kommen sie, ich zeig ihnen einige Sehenswürdigkeiten“, und sie ließen uns, nicht ohne nochmal zu lächeln, allein.

Endlich war ich mit Karl allein. Nur wir beide, mehr zählte nicht. Keiner von uns fand Worte, aber die waren auch nicht nötig. Karl kam, ohne mich aus den Augen zu lassen, um den Tresen herum, ich rutschte von meinem Barhocker und wir standen uns gegenüber.

„Karl“, begann ich zögerlich, „ich muss dir etwas sagen.“

Karl legte mir einen Finger auf meine Lippen und ich verstummte.

„Ich muss dir auch etwas sagen, bitte Ben, lass mich zuerst.“

Ich nickte und er holte tief Luft. Es fiel ihm nicht leicht, ich spürte es, wie er kämpfte.

„Ben, sei mir nicht böse, aber ich muss dir sagen, dass, das ich mich… mich, dass ich dich gern näher kennen lernen möchte. Entschuldige, jetzt kannst du etwas sagen, wenn du überhaupt noch willst.“

Er sah mich fragend an. Die Pause, die ich machte, verunsicherte ihn. Ein Trauerschleier trat in seine wunderschönen blauen Augen. Aber ich suchte nach Worte, die mir nicht einfielen. Und das, als Reporter!

Aber was hatte Wirtschaft und Politik mit Liebe zu tun? In Karls Augen konnte ich nun Enttäuschung sehen. Wieso fielen mir keine Worte ein? Mein Kopf war leer. Bevor er sich wegdrehen konnte fasste ich ihm an die Schultern.

Er hielt inne in seiner Bewegung und sein Gesicht zeigte einen Hoffnungsschimmer.

„Karl, ich möchte dich auch kennenlernen“, mehr brachte ich nicht heraus. Wir fielen uns in die Arme und hielten uns einfach nur fest.

Wieder schwebte ich, der Boden unter meinen Füßen schien Wellen zu bekommen. Karl drückte sich ganz fest an mich. Ich verstärkte meine Umarmung ebenfalls. Ich wollte ihn nicht mehr loslassen, nie mehr!

Durch das Klappen der Küchentür wurden wir aufgeschreckt und fuhren auseinander. Aber es war keiner zu sehen. Also musste uns jemand beobachtet haben, aber wer? Wir schauten uns fragend an.

Schließlich mussten wir beide Lachen. So frei und glücklich hatte ich mich noch nie gefühlt. Spontan griff ich Karls Kopf, zog ihn zu mir und küsste ihn im Übermut auf den Mund. Erschrocken über mich selbst wartete ich auf eine Reaktion von ihm.

Hoffentlich hatte er das nicht falsch verstanden! Seine Augen leuchteten mich an. Er griff nun meinen Kopf und zog ihn zu sich.

„Ich glaub, ich hab mich in dich verliebt“, sagte er bevor sich unsere Münder trafen.

Nach einen viel zu kurzen Moment, oder hatte ich einfach kein Zeitgefühl mehr, lösten sich unsere Lippen voneinander und wir mussten erst einmal unsere Sauerstoffvorräte auffüllen.

„Karl, ich hab mich auch in dich verliebt“, sagte ich, immer noch keuchend.

Wieder wurde die Küchentür geöffnet, diesmal kam aber ein älterer Herr hinein. Karl drehte sich zu ihm, sein Gesicht wurde feuerrot.

„Paul, was gibt es?“, fragte er mit belegter Stimme.

Dieser Paul hatte uns zwar nicht küssen gesehen, aber wir hatten uns immer noch umarmt, das hatte er mitbekommen.

„Karl, wenn du Zeit hast, dann sollst du mal ins Büro kommen“, mit einem breiten Grinsen drehte er sich um und ging wieder durch die Tür.

„Oh, oh, das war peinlich“, sagte Karl wieder zu mir gewandt.

„Wieso peinlich, versteh ich nicht Karl“, und lächelte ihm aufmunternd zu.

„Weist du, Paul ist die gute Seele der Pension. Er kennt mich schon, seit ich auf der Welt bin. Aber er hat mich noch nie gesehen, wie ich jemand umarmt habe, der nicht zur Familie gehört.“

„Was stört dich daran?“, fragte ich naiv.

„Ben, meine Familie weiß, dass ich schwul bin, aber Paul nicht. Ich glaub zumindest, dass er es nicht weiß.“

„Karl, so wie er eben geschaut hat, und so lange wie er dich kennt, glaubst du wirklich, dass er nichts weiß, oder zumindest ahnt?“

Man konnte in Karls Gesicht sehen, wie es in ihm arbeitete. Plötzlich fing er an zu lachen, drückte mir noch einen Kuss auf die Lippen und drehte sich um.

„Ben, ich bin gleich wieder da, muss nur schnell etwas erledigen.“

„Vergiss nicht ins Büro zu gehen“, rief ich ihm noch hinterher.

Ich kletterte wieder auf meinen Barhocker und schaute verträumt vor mich hin. Das war das beste Gefühl, was ich in meinem ganzen Leben hatte. Dieser Kuss von Karl war einfach unbeschreiblich.

Und er mochte mich. Endlich hatte ich, wonach ich gesucht hatte. Ich habe es endlich gefunden! Ich hing noch meinen Träumen nach und bekam gar nicht mit, wie Paul den Gastraum betrat.

Er zapfte ein Bier, stellte es auf dem Platz, wo Jo vorhin noch gesessen hatte und ging um den Tresen. Er setzte sich neben mir und schaute mich einfach nur an. Mir war die Situation peinlich.

Er hatte uns gesehen, wie wir uns umarmten, jetzt kam er einfach so, setzte sich und sagte kein Wort. Was wollte er von mir? Ich fühlte mich in diesem Moment nicht wohl in meiner Haut.

„Darf ich Fragen wie du heißt?“, eröffnete er das Gespräch.

„Ich heiße Ben Krause.“

Ich war sehr kurz angebunden.

„Ich darf doch Ben zu dir sagen“, das war keine Frage, sondern schon eher eine Feststellung.

„Ja, dürfen sie“, erwiderte ich.

„Lass das sie, ich bin der Paul“, und reichte mir die Hand, die er kräftig zu drücken wusste.

„Ben, ich kenne Karl nun schon seit vierundzwanzig Jahren. Er ist mir ans Herz gewachsen, als ob es mein Enkel wäre. Ich hab nur gute Erinnerungen an ihn.“

Gedankenversunken, nach Worte suchend schaute er mich an. Ich sagte keinen Ton.

„Der Karl ist ein lieber Kerl. Aber du musst wissen, dass es vor zwei Jahren ein Vorfall gab, der ihn aus der Bahn geworfen hat. Er ist so sensibel, war immer für alle da, machte alles mit so einer Freude…“, die Stimme versagte ihm.

Er holte ein Taschentuch aus seiner Hosentasche und fuhr sich damit über die Augen. Dann griff er zum Bier und prostete mir zu, was ich schweigend erwiderte.

„Seit dieser Zeit gab es den fröhlichen Karl nicht mehr. Jeden Tag, den ich ihn sah, hat es mir das Herz gebrochen. Nicht nur er litt darunter, auch seine Familie“, wieder musste er über seine Augen wischen.

Es muss ihn tief getroffen haben, ich spürte seine Anspannung.

„Aber heute, heute war er zum ersten Mal nach all den Monaten wieder fröhlich…“, er rieb sich wieder mit dem Tuch die Augen.

Ich saß da und musste heftig schlucken.

„Und ich glaube, das haben wir dir zu verdanken“, dabei sah er mich an.

Seine Augen brannten sich in die meinen. Paul hatte einen stechenden Blick, den ich nicht standhalten konnte. Ich senkte meinen Blick und schaute auf das Glas vor mir.

„Ben“, ich zuckte zusammen und sah Paul wieder an, „magst du Karl?“

Ich musste lächeln, das erste Mal seit unserer Unterhaltung.

„Ja, ich mag ihn. Sehr sogar“, und spürte seine Lippen in Gedanken auf den meinen.

Ich fühlte seine Umarmung, das Vertrauen, das er mir entgegenbrachte.

„Junge, tu ihn nicht weh, sonst bekommst du es mit mir zu tun“, und das war wieder eine Feststellung! Ich sah Paul fest in die Augen.

„Ich werde ihm niemals wehtun, versprochen Paul“, und reichte ihm meine Hand, um dieses Versprechen zu besiegeln.

Endlich lächelte er auch, als er meine Hand ergriff und sie mir fast zerquetschte.

„Danke, das du mir mein Karl zurückgegeben hast!“, sagte er noch, leerte sein Bier und ging in die Küche zurück.

Wieder war ich allein und dachte daran, was er für eine tolle Familie hat. Alle machten sich Sorgen um ihn. Mir wurden die Augen feucht, als ich an meine Familie dachte. Ich hatte keinen, der mir Mut machte, der sich um mich sorgte.

Im Gegenteil, als ich das Studium abbrach, war das erste, was mein Vater tat, die Monatlichen Überweisungen zu stornieren. Aber das störte mich weniger, viel mehr traf es mich, dass der Kontakt mit meinen Eltern auch zum Erliegen kam.

Das ist nun schon so viele Jahre her, aber erst nun wurde mir bewusst, dass ich sie vermisse.

Dass ich die ganzen Jahre nur an meine Arbeit dachte, um nicht an sie denken zu müssen. Das ich all die Zeit keine Bindung eingehen wollte, weil ich gar nicht fähig war, eine Beziehung zu führen.

Aber das hatte sich heut geändert! Ich war mit ganzem Herzen dabei, mich zu verlieben, nein, ich war es schon! Ein Türklappern hinter mir erregte meine Aufmerksamkeit. Ich drehte mich um und sah Kai in der Tür stehen.

Auch das noch, aber vielleicht würde sich ja eine Möglichkeit ergeben, ihn mit Katrin zusammenzubringen. War das aber meine Aufgabe? Schließlich kannten sie sich doch, lebten im gleichen Ort.

Wohl waren mir die Blicke aufgefallen, die sie sich zuwarfen, aber würden die beiden wirklich zusammenpassen? Würde er sie, nach der ersten Nacht, genauso behandeln wie mich? Gut, ich war ein Experiment für ihn.

Danach schien er sich sicher zu sein, das er auf Mädels stand, weshalb er mich wortlos verließ. Aber wer war er? Ich hatte zu viele Vorurteile, konnte ihn einfach nicht einordnen.

Kaum hatte er sich auf den Barhocker neben mir gesetzt, kam Karl auch schon aus der Küche.

„Hallo Kai, was zu trinken?“, fragte er den neuen Gast kurz angebunden, schaute mich aber gleich darauf mit einem Lächeln an, dass mich dahinschmelzen ließ.

„Ich nehme ein Bier“, sagte er etwas unterkühlt zu Karl, wie mir schien.

Da stimmte doch etwas nicht, ging es mir durch den Kopf.

„Du bist also der Lawine davongefahren“, stellte er mit einem Blick zu mir fest.

„Ja, war knapp, aber wir haben es geschafft“, sagte ich, auch etwas unterkühlt.

Wenn er ein Problem mit Karl hat, dann hat er auch eins mit mir, reimte ich in meinem Kopf zusammen. Karl stelle das Bier vor ihn hin und hatte wieder nur Augen für mich. Kai schaute irritiert zwischen uns beiden hin und her.

Trieben wir es nun schon so weit, dass es alle merkten? Ach, was soll´s, ich griff über die Theke nach Karls Hand. Das war nun doch zu viel für Kai. Er schnappte sich sein Bier und ging an einem Tisch im hinteren Teil des Gastraums.

Kai indes strahlte mich an. Wie ich diesen Glanz in seinen Augen mochte, am liebsten hätte ich ihn zu mir gezogen und geküsst. Aber ein wenig Anstand hatten wir noch, wollten wir doch Kai nicht ganz verärgern, oder gar in Schwierigkeiten bringen, dachte ich bei mir.

„Ben, ich hab mit Paul geredet. Du hattest Recht. Er wusste, dass ich schwul bin. Er hat auch gesagt, dass er es schon vor mein Outing in der Familie wusste.“

Ich grinste ihn an, „Paul ist in Ordnung, und ganz nebenbei, er kennt dich besser, als du dir vorstellen kannst.“

Karl sah mich groß an.

„Woher weißt du das?“

„Ich hatte vorhin ein Gespräch mit ihm, da hat er mir einiges offenbart“, Karls Gesicht wurde plötzlich blass.

„Ist dir nicht gut?“, fragte ich und machte mir wirkliche Sorgen um ihn.

„Nein, schon gut, hat er, hat er auch gesagt, das, das…“, stotterte er.

Ich zog ihn an seiner Hand zu mir, die ich ja immer noch hielt und beugte mich selbst über den Tresen. Ganz dicht waren unsere Köpfe zusammen.

„Karl, ich kenne deine Geschichte. Aber bitte, bitte denk nicht mehr daran! Sei der Karl, den ich kennengelernt habe, der Karl, in den ich mich verliebt habe“, mehr konnte ich nicht sagen.

Unsere Lippen trafen sich zu einem Kuss und die Welt drehte sich unter mir hinweg.

„Ben, ich liebe dich“, sagte Karl, als er wieder zu Luft kam.

Wir sahen uns in die Augen und wussten, dass wir einander gesucht und gefunden hatten! Es bedurfte keiner weiteren Worte!

„Darf ich mal kurz stören?“

Kai stand plötzlich neben uns und Karl funkelte ihn böse an. Aber zur Beruhigung drückte ich seine Hand etwas kräftiger und er schaute auch schon etwas versöhnlicher.

„Hab ich das richtig mitbekommen und ihr seid zusammen?“

Kai Gesichtsausdruck war fragend, aber nicht ablehnend.

„Ja, stört es dich?“, meine Frage war zwar etwas unterkühlt, aber auch nicht abweisend.

„Nein, ganz im Gegenteil, ich find das cool“, Karl zog die Mundwinkel nach oben und setzte ein Lächeln auf.

„Kai, bist du auch schw…?“, weiter kam Karl nicht.

„Ich glaub nicht, was heißt ich glaub nicht, ich bin mir sicher, dass er es nicht ist, “ sagte ich aus einem Reflex heraus die Wahrheit, die ich schon kannte und biss mir auf die Zunge. Und nun schauten mich beide groß an.

Aber meine Rettung nahte, und die hieß Katrin. Plötzlich stand sie mit Jo neben uns. Kai wurde rot, als er Katrin anstarrte, aber ihr ging es nicht anders. Man konnte das knistern zwischen ihnen hören.

Ich drückte Karl die Hand noch mal kräftig und er schaute mich wissend an.

„Ben“, unterbrach Jo das schweigen, „ich hab schon einige schöne Bilder gemacht“, und grinste mich an, als er meine Hand in Karls sah.

Ich erfasste seinen Blick, der auf unsere Hände ruhte und ließ Karl los. Etwas zu schnell, zu überstürzt. Wieder wollte ich meine Gefühle verleugnen! Karl sah mich irritiert an. Ich griff seine Hand wieder und setzte meinen treusten Dackelblick auf.

„Entschuldige“, und drückte seine Hand noch einmal kräftiger, was er auch erwiderte.

„Schon gut“, sagte er und lächelte, nein er himmelte mich an.

Kai und Katrin hatten sich inzwischen an einem Tisch gesetzt und redeten miteinander. Man konnte aus ihren hochroten Köpfen schließen, dass es sehr privat, sehr intim war. Karl atmete hörbar auf, als er sie sah.

„Wurde auch langsam Zeit“, murmelte er nur und sein Blick hielt mich wieder gefangen.

Am liebsten hätte ich ihn vor allen Leuten einen Kuss gegeben, fühlte mich aber noch nicht so weit. Ihm schien es ähnlich zu gehen, was mir ein Zittern seiner Hand verriet.

„Ben, wie sieht es aus, Mittagessen?“, unterbrach mich Jo in meinen Gedanken.

„Ja, ich glaub ich könnte etwas vertragen“, murmelte ich nur leise.

Ich wollte Karl nicht loslassen, aber musste es. Wir schauten uns noch einmal in die Augen und ließen los.

„Komm, setzen wir uns auch an einen Tisch“, und Jo machte sich auf den Weg.

Ich folgte ihm nur widerwillig. Ich wollte nicht von Karl lassen, aber es musste sein. Karl kam zu unserem Tisch und reichte uns die Speisekarten. Ein Blick zu Karl und Katrin zeigte mir, dass sie in der Phase des Händchenhaltens angekommen waren.

Sie sahen zu niedlich aus. Ein Grinsen huschte über mein Gesicht. Auch Jo bemerkte es und musste schmunzeln.

„Hast du schon gewählt?“, fragte er.

„Ich nehme Karl“, sagte ich gedankenversunken.

Jo lachte auf und nun merkte ich erst, was ich da von mir gegeben hatte. Ich musste auch lachen.

„Jo, entschuldige, aber ich bin mit meinen Gedanken wohl etwas weit weggewesen. Ja, ich hab schon etwas gewählt“, sagte ich immer noch grinsend zu ihm.

„Ben, Ben, Ben. Also wenn es dich nicht erwischt hat, dann kann ich mir auch nicht helfen“, stellte er lachend fest.

Er winkte Karl an den Tisch und wir bestellten unser Essen. Während des Wartens erzählte mir Jo noch einiges über den Ort, was er schon alles fotografiert hatte, aber ich konnte ihm nicht folgen. Ich sah immer nur zu Karl, er ebenso zu mir.

Karl servierte das Essen und ich hätte ihm am liebsten zu mir gezogen, konnte mich aber grade noch beherrschen. Wir aßen schweigend, immer wieder huschte uns ein lächeln durchs Gesicht, aber keiner sagte ein Ton.

„Und nun, was machen wir jetzt?“, fragte Jo, als Karl unser Geschirr abräumte.

„Ich werde mich noch etwas hinlegen“, erwiderte ich und Karl zog die Augenbrauen hoch, grinste und verließ den Tisch.

„Gut, da mach ich mit. Wir haben ja noch einige Tage Zeit“, sprach Jo und wir erhoben uns von den Plätzen.

Auf dem Weg nach draußen sah ich noch einmal zu Katrin und Kai, die mittlerweile eng umschlungen dasaßen. Sie warfen mir auch einen Blick zu und wurden gemeinsam rot. Ich nickte ihnen nur wissend zu und hoffte, dass es mit den beiden gut gehen würde.

Im Zimmer legte ich meine Sachen ab und kroch nur mit Unterhose in mein Bett. Kurz bevor ich eingeschlafen bin, hörte ich leises Klopfen an der Tür. So stand ich widerwillig auf und öffnete die Tür einen Spalt.

Karl stand davor und mein Herz setzte für einen Moment aus. Er schaute mich schüchtern an, was mir wieder einmal einen Schauer über den Rücken jagte. Ich griff nach seinem Arm und zog ihm ins Zimmer.

Die Tür hatte sich kaum hinter uns geschlossen, da fielen wir uns in die Arme. Ich spürte seine Hände meinen Rücken streicheln und suchte bei ihm einen Weg unter sein T Shirt. Wie sanft sich seine Haut anfühlte!

Langsam bewegte ich mich mit ihm auf das Bett zu und wir fielen im Zeitlupentempo hinein. Vorsichtig entledigte ich Karls T Shirt und strich über seine Brust. Meine Hände suchten den Knopf seiner Jeans und wurden fündig. Bereitwillig half er mir, sie abzustreifen.

Nun lagen wir, nur noch mit Unterhosen bekleidet, eng umschlungen in meinem Bett. Ich war überglücklich! Wir schauten uns verträumt in die Augen und zeitgleich fuhren die Hände in die jeweils andere Hose.

Es jagte mir ein Schauer nach dem anderen über den Rücken, als ich seine Hand an meiner Erregung spürte. Auch tat es gut, seinen in der Hand zu spüren. Wir stöhnten beide vor Lust auf und es dauerte gar nicht lange und die letzte Hülle war gefallen.

Wir musterten uns gegenseitig und es war einfach nur schön. Ich ergriff seinen Schwanz wieder und schon bald spürte ich seine Hand auch wieder an meinen. Unsere Bewegungen wurden schneller, das Atmen hatten wir fast eingestellt, wir hechelten nur noch und schon kam es uns gleichzeitig.

So einen Abgang hatte ich bis dahin noch nie erlebt. Es wollte gar nicht mehr aufhören, aus mir rauszuspritzen. Wir ließen uns fallen, genossen die letzten Zuckungen und gaben uns einen tiefen, langen Kuss.

„Ben, ich liebe dich. So etwas Schönes hab ich noch nie erlebt“, flüsterte Karl in mein Ohr.

„Ich hab so etwas auch noch nie erlebt“, hauchte ich zurück.

Wieder versanken wir in einem Kuss. „Karl, ich liebe dich“, stammelte ich, nachdem ich tief Luft geholt hatte.

Wir sahen an uns hinab und bemerkten erst jetzt, wie verklebt unsere Bäuche waren.

„Schön, dass du noch Handtücher gebracht hast, ich glaub die können wir jetzt brauchen“, grinste ich ihn an. Er lächelte zurück und zog mich wieder zu sich.

„Lass uns duschen gehen, ich muss dann wieder nach unten“, und zog mich mit nach oben.

Wir seiften uns gegenseitig ein, hatten uns viel Zeit dabei gelassen und jeden Zentimeter des anderen erforscht. Man konnte es uns deutlich ansehen, dass wir schon wieder bereit wären, ließen aber die empfindlichsten Teile aus, als ob wir uns abgesprochen hätten.

Wir wollten es uns aufsparen, darin waren wir uns stillschweigend übereingekommen. Nachdem wir uns trockengerubbelt hatten zog ich nun meine Unterhose wieder an, wobei es mir schwer fiel, alles darin zu verstauen. Karl zog sich seine Sachen wieder an, umarmte mich, gab mir noch einen langen, intensiven Kuss und ging zur Tür raus, die ich hinter ihm verschloss.

Ich war so glücklich! Endlich hatte ich meinen Traum gefunden, war bis über beide Ohren verliebt! Ich legte mich ins Bett und dachte an das eben geschehene. Ein tiefer Schlaf überfiel mich, aber rechtzeitig zum Abendbrot wurde ich wach.

Ich schlüpfte in meine Sachen und verließ das Zimmer. Nachdem ich mehrmals an Jos Tür geklopft hatte und keine Reaktion wahrnahm, ging ich in die Gaststube. Dort sah ich ihn schon an einem Tisch mit Hanns sitzen, in einer hoch her gehenden Unterhaltung.

Ich begrüßte die beiden und sah zur Theke, hinter der Katrin stand und mich anlächelte. Ich hielt nur meinen Daumen hoch und sie nickte mir wissend zu. Nach kurzer Zeit, brachte sie mir ein Bier und stelle es auf den Platz vor mir.

Sie stand einfach da und schaute mich intensiv an. Das Gespräch der beiden verstummte und sie beobachteten uns.

Dann beugte sich Katrin zu mir, umarmte mich und ein „danke“ hörte ich in meinem Ohr.

Ich war etwas verwirrt, was auch die beiden anderen sahen. Katrin stellte sich wieder vor mir auf und lächelte.

„Danke, dass du meinen Bruder wieder glücklich gemacht hast“, erklärte sie und ging wieder hinter den Tresen.

Hanns zog seine Augenbrauen hoch und schaute fragend zu Jo und mir. Jo wendete sich zu ihm und begann zu erzählen. Ich bekam von dem gesagten nichts mit, sah aber an Hanns Gesicht, wie er sich freute.

Die ganze Zeit saß ich neben mir. Trank nur hin und wieder einen Schluck von meinem Bier, wurde unsanft angestoßen, als mir die Karte gereicht wurde und wartete einfach nur, das Karl erschien.

Dem war aber nicht so. Wo steckte er, dachte ich noch bei mir, als sich die Tür zur Küche öffnete und ein gestresst wirkender Karl eintrat. Aber kaum hatte er mich erblickt, erhellte sich seine Mine und setzte ein Lächeln auf, das mich wieder dahinschmelzen ließ.

Er beugte sich zu seiner Schwester, flüsterte ihr etwas ins Ohr, worauf hin ihr alle Gesichtszüge entglitten und schon war sie durch die Küchentür verschwunden. Karls Gesicht wirkte wieder ernst.

Was ist denn da los, dachte ich und machte mir ernsthaft Sorgen, dass etwas Schlimmes passiert sei. Karl kam langsam auf unseren Tisch zu und seine Miene verhieß nichts Gutes. Er kam aber nicht zu mir, sondern stellte sich vor Hanns.

„Kai hatte einen Unfall“, sagte er tonlos und Hanns wich alle Farbe aus dem Gesicht.

„Was ist passiert?“, seine Stimme zitterte.

„Er wurde von einem Auto angefahren, mehr weiß ich auch nicht.“

Mir wurde auf einmal übel. Ich sprang von meinem Stuhl und rannte zur Toilette. Gerade ließ ich mir das Bier noch einmal durch den Kopf gehen, als ich zwei Hände auf meinen Schultern spürte.

Karl gab mir die Kraft, um nicht vollkommen zusammenzubrechen. Ich wischte mir den Mund ab und wusch mein Gesicht mit eiskaltem Wasser. Wie konnte mich das nur so treffen? Vorher war mir das alles egal, was um mich herum passierte, aber meine Wahrnehmung, meine Gefühle hatten sich geändert. Karl zog mich zu sich und umarmte mich. Ich schüttelte mich, auch konnte ich nicht verhindern, dass eine Träne sich löste.

„Geht es wieder?“, fragte er ganz leise.

Ich nickte und er zog mich wieder in den Gastraum an den Tisch, an dem nur noch Jo saß.

„Hanns ist los, um sich zu erkundigen“, begrüßte er uns wieder. Schwer ließ ich mich auf meinen Platz fallen.

„Ich mach Ben schnell mal einen Tee“, sagte Karl und bedeutete Jo, sich in der Zwischenzeit um mich zu kümmern.

Kurze Zeit später stand eine Tasse dampfender Tee vor mir und Karl saß neben mir und legte den Arm um mich. Ich fühlte mich auf einmal ganz ruhig, geborgen und glücklich. Ich ahnte, dass es Kai gut ging, war mir dessen sicher.

Da platzte auch schon Katrin in den Gastraum.

Sie kam mit schnellen Schritten zu uns an den Tisch, setzte sich und machte ein gequält, glückliches Gesicht.

„Kai geht es gut. Ich hab grad mit seiner Mutter geredet. Er wurde von einem Auto angefahren, aber es ist nichts Schlimmes passiert. Er hat wohl nur eine Gehirnerschütterung. Karl, du musst übernehmen. Ich ziehe mich rasch um und gehe zu ihm“, sie sprang wieder auf und schaute fragend zu ihrem Bruder.

Karl nickte nur und stand ebenfalls auf und ging mit Katrin zur Theke zurück. Jo betrachtete mich von der Seite.

„Ben, ich wunder mich über dich“, fing er langsam an zu reden, „so kenne ich dich gar nicht.

Zuerst Karl, den du ja wirklich zu mögen scheinst, und dann klappst du fast zusammen, wenn ein Fremder einen Unfall hat.“

Meine Gedanken überschlugen sich. Für mich war Kai kein Fremder, aber das konnte ich Jo ja nicht sagen. Auch nicht, was ich schon alles mit ihm erlebt hatte. Sicher, er war für mich nach dieser Aktion ein Arsch.

Aber war ich daran nicht auch selbst Schuld. Er wollte es für sich herausfinden, ob er schwul war, ich provozierte die Situation, und das ging voll daneben. Ich musste meine Vorurteile abgelegt haben, dass es mich so aus den Latschen gehauen hatte.

Ich fühlte plötzlich etwas in mir, das mich glücklich machte. Ich konnte mit anderen Menschen fühlen, ihnen Gefühle entgegenbringen. Und mir ging es gut dabei. Ich nippte an dem noch immer heißen Tee und schaute ihn an.

„Jo, ich liebe Karl“, sagte ich mit fester Stimme, „ und Kai ist der Freund von Katrin, wenn ich das heute richtig mitbekommen habe. Wieso sollte es mich nicht berühren?“

Jo schaute mich groß an, dann machte sich ein Lächeln in seinem Gesicht breit.

„Ben, ich glaub ich hab dich immer falsch eingeschätzt. Ich dachte, du interessierst dich nur für dich selbst und nur die Arbeit ist dir wichtig. Aber heute habe ich einen ganz anderen Ben kennengelernt. Und das freut mich. Bleib so wie du bist, so mag ich dich!“

Ich nickte ihm gequält zu. Hoffentlich würde er mich morgen auch noch so in Erinnerung haben, nicht das der Tag wieder mit einer Lawine beginnt…

Der Tee und die Nachricht von Karl, hatten mich wieder aufgebaut und ich verspürte einen leichten Hunger.

„Wollen wir was zu essen bestellen?“, fragte ich Jo.

Der nickte und gab mir die Karte, die schon eine Weile auf dem Tisch lag. Noch war mein Appetit nicht riesig, also bestellte ich nur eine Kleinigkeit, was Karl lächelnd zu Kenntnis nahm.

Während des Essens musste ich Karl beobachten, auch sein Blick traf mich immer wieder, während er sich um die anderen Gäste kümmerte. Irgendwann ging die Tür zur Küche auf und Katrin erschien mit einem zufriedenen Gesicht.

Sie tauschte einige Worte mit ihrem Bruder und sein Gesicht drückte Freude aus. Mehr noch, er strahlte wie ein Honigkuchenpferd! Er zapfte drei Bier und goss drei Klare ein, die er auf ein Tablett stellte und damit zu uns an den Tisch kam.

„Die gehen auf Kosten des Hauses“, sagte er lächelnd, „nach der ganzen Aufregung haben wir uns das heute verdient!“

Wir prosteten uns zu und ich hätte in seinen Augen ertrinken können. Der Abend wurde lustiger, als es erst den Anschein hatte. An unserem Tisch war ein ständiges Kommen und Gehen.

Hannes ließ sich auch noch mal sehen und Rosi saß, nachdem es in der Küche nichts mehr zu tun gab, auch an unseren Tisch. Von ihr erfuhren wir auch, dass Herr Aller am frühen Morgen zum Einkaufen war, aber nun nicht mehr in den Ort zurückkonnte.

Deshalb mussten Katrin und Karl mehr Arbeiten übernehmen, als eigentlich geplant war. Er würde am nächsten Tag mit dem Hubschrauber und Verpflegung eingeflogen werden, vorausgesetzt dass das Wetter mitspielte.

Der Abend neigte sich langsam dem Ende entgegen. Jo hatte sich schon auf sein Zimmer zurückgezogen und an der Bar saßen auch nur noch zwei Gäste, die sich aber daranmachten, ihre Rechnung zu bezahlen.

Nachdem sie den Gastraum verlassen hatten kam Karl auf mich zu. Ich stand ebenfalls auf und konnte es gar nicht mehr erwarten, ihn in den Arm zu nehmen. Wir Trafen uns in der Mitte des Raumes und fielen wie ausgehungert übereinander her.

Als wir endlich wieder voneinander lassen konnten, sahen wir Rosi hinter uns stehen. Sie wischte sich grade eine Träne aus dem Auge, aber schaute uns überglücklich an.

„Nun macht schon dass ihr fortkommt, Morgen geht es wieder früh raus“, sagte sie mit einem Ton, der mir so viel Wärme einflößte, wie ich sie schon lange nicht mehr wahrgenommen habe.

Ich ging zu ihr und drückte sie.

„Bis morgen und schlaf gut“, mehr konnte ich nicht sagen.

Sie drückte mir noch einen Kuss auf die Wange und mit einem „Gute Nacht“, schob sie mich zu Karl.

Wir gingen auf mein Zimmer. Die Sachen flogen im hohen Bogen weg und als wir im Bett landeten waren wir nackt. Wild küssten wir uns, unsere Glieder rieben aneinander. Wir stöhnten vor Lust und ich begann, Karl von Hals an abwärts mit kleinen Küssen zu bedecken.

Mein Kopf wanderte immer tiefer, bis ich seine Erregung vor mir stehen hatte. Ich öffnete den Mund und nahm vorsichtig seine Eichel auf. Er ließ seine Hände zur Seite fallen und gab sich mir ganz hin.

Ich nahm seinen Schwanz soweit es ging auf und hörte seinerseits nur ein Stöhnen und Wimmern. An seiner Reaktion konnte ich feststellen, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis er kommen musste.

„Ben… ich… ich komme gleich“, japste er.

Ich genoss dieses Gefühl, es war so ehrlich, so rein. Das Tempo etwas erhöhend steuerte ich ihn auf seinen Abgang hin. Er zuckte unter mir wie wild und entlud sich in einem Aufbäumen in meinen Rachen.

Ich hatte Mühe, alles zu schlucken, solche Mengen pumpte er mir hinein, aber ich hatte ja schon etwas Übung darin – mit Karl. Aber diesen Gedanken verbannte ich ganz schnell wieder.

Das hier war mein Schatz, mit dem ich alles teilen würde, für den ich alles geben würde. Karl kam zur Ruhe und ich löste mich von seinem Schwanz, um wieder nach oben zu kriechen. Er sah mich mit verschwommenen Augen an.

„Das war das schönste, was ich bisher erlebt habe“, flüsterte er und seine Stimme zitterte immer noch.

Ich gab ihn einen kleinen Kuss, aber er zog mich zu sich und wir versanken in einem nicht enden wollenden Taumel der Gefühle. Er drehte meine Schultern nach unten und begann nun ebenfalls mich mit kleinen Küssen am Hals einzudecken.

Sein Kopf wanderte tiefer und ich fühlte seiner feuchten Spur hinterher. Kurz vor meinem Schwanz hielt er an und sah auf, direkt in meine Augen.

„Ben, ich hab das noch nie gemacht“, seine Stimme hatte etwas Flehendes an sich.

„Karl, mach nur das, was du selber möchtest, ich zwing dich zu nichts, dass du nicht auch möchtest.“

Ein dankbarer Ausdruck schlich in sein Gesicht. Er legte seinen Kopf auf meinen Bauch und begann mit der einen Hand vorsichtig meine Vorhaut nach unten zu ziehen, während die andere meine Brust streichelte.

Es machte mir gar nichts aus, dass er ihn nicht in den Mund nehmen wollte, hatte ich doch beim ersten Mal mit Karl auch zuerst Schwierigkeiten es zu tun. Ich genoss seine Behandlung und steuerte auf meinem Höhepunkt zu. Plötzlich hielt er mit der Bewegung inne, ich hatte am liebsten geschrien, dass er weiter machen sollte, aber dazu kam ich nicht.

Der Druck auf meinem Bauch ließ nach und ich spürte ein eigenartiges Gefühl an meiner Eichel. Ich öffnete meine Augen einen kleinen Spalt und sah auf den Hinterkopf von Karl, der sich langsam nach unten bewegte.

Synchron nahm das Gefühl an meinem Schwanz zu, in etwas einzutauchen, das ich bisher nicht kannte. Er hatte sich also doch überwunden und ihn in den Mund genommen. Ich war so überrascht, dass ich ihn noch nicht mal vorwarnen konnte, als ich kam, aber dieses Gefühl, meinen Schwanz in seinem Mund zu haben, hatte mich plötzlich aller Sinne beraubt.

Ich entlud mich so heftig, wie selten zuvor aber Karl ließ mich nicht los. Ich hörte einige gurgelnde Geräusche, er hatte es nicht leicht alles zu schlucken. Zudem war es sein erstes Mal und dann noch ohne Vorwarnung!

Mir wurde für einen Moment schwarz vor Augen, die Erde drehte sich vor Glück scheinbar auch schneller. Nach einer Weile war ich wieder in der Lage, meine Augen zu öffnen und ich sah in zwei leuchtend blaue Augen, aus denen das Glück wie Funken raussprühte.

„Das war so geil, Ben“, stammelte er und gab mir einen kleinen Kuss.

„Karl, das war das größte, bitte entschuldige, dass ich dir…“, er erstickte meine Worte mit einem Kuss.

„Pssst“, sagte er als wir nach einer Ewigkeit wieder voneinander abgelassen hatten, „du brauchst dir für nichts zu entschuldigen, ich wollte es und finde, das war unglaublich“, und rang mit seiner Fassung.

Ich konnte ihm ansehen, wie er das genossen hatte, wie er das vermisst hatte, all die Jahre! Wir strahlten uns an, küssten uns noch einmal und waren glücklich und zufrieden. Wir nahmen uns in die Arme und fielen in einen festen Schlaf.

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