Verbotene Zone

Entsetzt starrten alle zur oberen Kante des Steinbruchs. Sand rieselte, kleine Steine lösten sich und rollten den Steilhang hinunter.
Die Hände vor dem Mund zu einer Sprechmuschel geformt, schrie ich hinauf: »Zurück, Tobias, geh um Gottes Willen nicht weiter vor!«
Aber Tobias schien mich nicht zu hören, stand da oben am Abgrund und winkte mit den Armen. »Seht her, ich stehe oben, ganz oben!«
Dann brach der Boden unter Tobias weg, löste sich ab wie eine Eisscholle und riss ihn mit sich. Ohne einen Laut stürzte der Junge 30 Meter in die Tiefe.
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In der Dunkelheit dauerte es eine Weile bis ich begriff, dass ich schweißgebadet auf meinem Bett saß. Ich fuhr mit den Händen über das Gesicht. Der zweite Albtraum in dieser Nacht, noch schrecklicher als der erste. Es war gerade 3 Uhr geworden.
Ich stand auf und ging ins Bad, an Schlaf brauchte ich in dieser Nacht nicht mehr zu denken.
Ich schüttete mir eiskaltes Wasser ins Gesicht und betrachtete mich im Spiegel. Zweifellos, mein Aussehen hatte gelitten. Vierundzwanzig Jahre alt, schon Sorgenfalten und Ringe unter den Augen, die Blässe unter der gebräunten Haut, das waren die Auswirkungen der letzten Nacht.
Ich setzte mich an den kleinen Küchentisch und zündete mir eine Zigarette an, hielt das Feuerzeug an den Docht einer Kerze auf dem Tisch.
Im Haus war es praktisch Totenstill und hätte ich es nicht besser gewusst wäre mir nicht in den Sinn gekommen, dass das Landheim mit 25 Schülern bewohnt war. Aber diese Stille trügte. Tobias, einer dieser Schüler, war während unserer Nachtwanderung verschwunden, schien sich in Luft aufgelöst zu haben. Meine Schuldgefühle drohten überhand zu nehmen. Sollte Tobias etwas zugestoßen sein und man mich damit in Verbindung bringen – ich wagte das Szenario nicht auszudenken.
Ich war Hausmeister und guter Engel in dem Landheim und ein 12 – Stundentag war nicht selten, aber ich liebte diesen Job. Eine Chefin nebst Sekretärin, ein Koch, zwei Küchenhilfen, zwei Putzfrauen und ein Gärtner waren hier anwesend. Um die Technik und alles was das Haus selbst betraf kümmerte ich mich. Das Heim lag mitten im Wald, bis zum nächsten Ort war es ein guter Kilometer.
»Du wirst eines Tages Schwierigkeiten bekommen,« hatte mich meine Freundin Britta damals gewarnt als man mir diese Stelle anbot, »bei deinem Aussehen. Die werden dir am Ende auflauern. Du solltest dich besser bei einer Fotoagentur bewerben..« fügte sie ironisch hinzu.
Ja, ein bisschen achte ich schon auf mein Aussehen. Morgendliches Jogging um die Anlage und eine gewisse Vorsicht beim Essen waren mir heilig.
Ein Jahr nach Brittas Verheißung wurde mir klar, was sie damit andeutete. Nur konnte niemand ahnen, wie sich diese „Schwierigkeiten“ entwickeln würden.
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Es kam jener Montagnachmittag im August, als der Bus mit der neuen „Besetzung“ für die nächsten acht Tage eintraf. Es regnete und war kühl, so wie dann auch die Gesichter der Schüler. 10 Mädchen und 15 Jungs, alle zwischen 14 und 17.
Ich begrüßte die vier Lehrkräfte und half dem Busfahrer beim abladen der Gepäckstücke. Gerade als ich mich nach einem der Koffer bückte, sprach mich jemand an.
»Lassen Sie, ich kann das selber tragen« hörte ich eine Stimme neben mir.
Ich sah hoch zu dem Jungen der sich vor mir aufgebaut hatte.
Ich kann mich nicht mehr erinnern wie viele Schüler ich bis dahin betreut hatte, aber dieser Blick, die braunen Augen, dieses verhaltene Lächeln, die schlanke, große Gestalt im Ganzen – so etwas war mir noch nie bewusst aufgefallen.
»Oh. Tschuldigung. Ich wollte ihn nicht tragen, nur abladen« antwortete ich leicht verdutzt.
Später, als die Zimmer belegt waren und sich die Schüler im Speisesaal versammelt hatten, stellte ich mich vor und gab die Hausordnung bekannt. Wie es schien war diese Gruppe ziemlich diszipliniert und störte nicht ständig wie ich das bis dahin gewohnt war.
Im Grunde hatte ich ja keine großen Probleme mit den Kids. Es dauerte eine Zeitlang bis ich daran gewöhnt war, dass man mich bei allen Aktionen dabeihaben wollte. Die Mädchen rissen sich darum wer mir die Einladungen für etwaige Festlichkeiten überbringen durfte.
Britta hatte nicht unrecht. Kraft meines Amtes war es allerdings auch Rechtens überall dabei zu sein. Aufsichtspflicht heißt das wohl und die Lehrer waren dankbare Nutznießer. Die kleine Disco, Wanderungen, Sportveranstaltungen, Grillpartys – bei allem wollte man mich dabei haben. Aber bereits bei Anflügen von Flirts steuerte ich mein Boot aus der Rinne.
Es war eine wirklich vorbildliche Gruppe. Keine Partys auf den Zimmern bis zum Morgengrauen, keine Beschädigungen, keine Raufereien. So vergingen die ersten Tage ohne Aufregung, zumal die Gruppe tagsüber auf Besichtigungsfahrten ins Umland war.
So konnte ich mit Ruhe das dank eines Sponsors neu gebaute kleine Schwimmbad im Keller betriebsfertig machen und einen Tag später dürften es die Kids einweihen; wegen Regens fiel nämlich das eigentlich geplante Sportfest buchstäblich ins Wasser.
Ich hielt mich ständig in der Schwimmhalle auf, prüfte mit Argusaugen die technische Anlage. Nur gelegentlich sah ich dem Treiben im Becken zu.
Der Junge, der mir bei der Ankunft aufgefallen war, lehnte teilnahmslos am Beckenrand, mischte sich nicht unter seine Kameraden.
Ich setzte mich zu den Lehrkräften, die auf den billigen Liegestühlen saßen. »Dieser Junge da drüben, hat der ein Problem?«
»Nun, es scheint so. Wir wissen nicht was mit Tobias los ist, seit einiger Zeit hat er sich sehr verändert. Aber er ist andererseits Musterschüler. Das grenzt manchmal auch ab« antwortete eine der Lehrerinnen.
Ich nickte. Das war ja im Prinzip schon Grund genug. Aber wieso interessierte der mich überhaupt?
Abends war Disco angesagt. Normalerweise haben Lehrer oder ich keinen Zutritt, bis 23 Uhr konnten die Kids dort unter sich sein. Aber wie immer wurde ich von den Schülern fast schon gezwungen wenigstens einen Drink mit ihnen zu nehmen. Darunter sollte oder musste man alles trinkbare ohne eine Spur Alkohol verstehen, doch schon der erste Schluck aus einem angebotenen Glas verriet mir die außerordentliche Verdünnung. Ich tat, als würde ich es nicht merken.
Tobias stand Abseits am Rand des Tresens und starrte auf die wuselnden Schüler auf der kleinen Tanzfläche.
Ich ging zu ihm hinüber, ahnte dass ich mich weit vorlehnte, aber der Junge begann mich zu beschäftigen.
»Hallo Tobias.«
Er sah mich musternd an. »Hallo.«
»Ist alles Ok mit dir?«
»Wieso fragen Sie mich das?« Seine großen Augen schienen traurig.
»Mir fällt auf, dass du dich nie am Treiben deiner Kameraden betei¬ligst.«
»Ich wüsste nicht, was Sie das angeht« sagte er forsch, ohne mich dabei anzusehen.
»Oh, schon vorbei. Schönen Abend noch.«
Da ich Ähnliches geahnt hatte war ich nicht sonderlich berührt von dieser Antwort. Mich beunruhigte nur, dass er eigentlich ein hübscher Bursche war und diese Sorte im Grunde eher im Mittelpunkt stand, vor allem bei den Mädchen.
Am anderen Tag stand die Besichtigung des alten Steinbruchs auf dem Programm. Da ich das Gelände bestens kannte, spielte ich dabei regelmäßig den Führer über das unter Naturschutz stehende Gebiet. Es war wichtig, dass die Gruppe zusammen blieb und keiner den Weg verließ.
Am Ende des Rundgangs, als die übliche Zählung stattfand, fehlte tatsächlich einer der Schüler. Ich brauchte nur kurze Zeit um zu festzustellen, dass es Tobias war. Mein Herz begann zu rasen. In Sekunden spielte sich ein Horrorszenario in meinem Kopf ab.
»Hat jemand den Tobias gesehen?« rief ich aufgeregt in die Gruppe. Die Schüler sahen in die Runde, schüttelten mit dem Kopf.
»Da oben, da ist er« rief plötzlich einer der Schüler und zeigte zur oberen Kante des Steinbruchs.
Dort oben, in über 30 Metern Höhe, stand er wie eine Statue. Hinter ihm wiegte der hohe Kiefernwald im Wind, Sand rieselte, kleine Steine lösten sich und rollten den Steilhang hinunter.
Tobias winkte mit den Armen und rief: »Seht her, ich stehe oben, ganz oben!«
Die Hände vor dem Mund zu einer Sprechmuschel geformt, schrie ich hinauf: »Zurück, Tobias, geh um Gottes Willen nicht weiter vor!«
Er reagierte nicht. Ich wusste dass es keine Sekunde zu verlieren gab. Der Abhang war durch einen Stacheldraht gesichert, und es war eine verbotene Zone. In der Vergangenheit hatten sich immer wieder Lawinen aus Sandstein gelöst. Tobias hatte den Draht überklettert.
Ich rannte an den Rand des Steinbruchs, verletzte mir die Hand beim Übersteigen des Stacheldrahts und stieg den Berg nach oben. Immer wieder sah ich zu Tobias hinauf während ich mir einen Weg durch Gebüsch und hüfthohem Gras bahnte.
Schnell blieb mir die Luft weg, ich kam immer langsamer voran. Jede Bewegung wurde zum Kraftakt, aber ich durfte keine Zeit verlieren.
Mein Gesicht glühte und der Schweiß klebte die Klamotten an mir fest als ich am höchsten Punkt ankam. Tobias konnte mich nicht sehen, ich war hinter ihm oben angekommen.
Er stand nur einen knappen Meter vor dem Abhang, starrte in die Tiefe und bewegte sich nicht. Der kräftige Wind verhinderte, dass Tobias das knacken der Äste unter meinen Füßen hören konnte, so kam ich bis auf Armlänge an ihn heran.
Wir fielen nach hinten als ich ihn entschlossen an seiner Jacke zurückzog.
Überrascht sah er mich an. »Haben Sie mich jetzt erschrocken.«
Ich stand auf, ging an den Abhang und winkte den anderen unten im Steinbruch mit dem Daumen nach oben.
Ich wandte mich ihm zu. »Du uns etwa nicht? Sag mal, bist du Lebensmüde?« brachte ich fast atemlos hervor.
Er sah mich an, wie das noch kein Mensch je getan hatte und zog die Schultern hoch. »Wer weiß.«
Ich kochte plötzlich vor Wut. »Das wird Folgen haben. Niemand macht hier grade das was er gerne möchte, und verarschen lasse ich mich von solchen wie dir erst recht nicht. Falls du einen Drang zum Geltungsbedürfnis hast – nicht hier im Landheim. Haben wir uns verstanden?«
Er stand auf, klopfte sich den Sand aus den Klamotten und kam auf mich zu. Sehr langsam tat er das.
Ich fragte noch immer ziemlich ungehalten: »Nun, was sollte das grade?«
Er starrte auf den Boden vor mir. »Und wenn ich es sage,« antwortete er, »was wird das ändern?«
»Das könnte ich dir vielleicht sagen, wenn ich es weiß.«
Er schien nachzudenken. »Gut.«
Dann zog er zwei Fotos aus seiner Jackentasche, betrachtete eins davon lange bevor er mir es gab. Es zeigte ihn mit einem anderen Jungen zusammen an einem Tisch, sie hatten ihre Arme über die Schultern gelegt und lachten in die Kamera.
»Und?« fragte ich.
Dann gab er mir zögernd das zweite Foto. »Deshalb« sagte er leise dazu.
Auf diesem Bild küssten sich die beiden. Man sah dass es ein tiefer, leidenschaftlicher Kuss gewesen sein musste, fest pressten sie ihre Lippen aufeinander. Mir fiel dabei auf, dass der andere Junge auch recht hübsch war. Die beiden, so dachte ich in dem Moment, passten gut zusammen.
Ich gab ihm die Fotos zurück und begann mich zu beruhigen.
»Ok, ich denke, ich weiß Bescheid. Aber glaubst du damit alleine zu sein? Deshalb bringt sich doch keiner um. Wenn das jeder tun würde..«
»Warum sagen Sie nicht, wenn das jeder Schwule tun würde?. Oliver war der einzige, der mich verstanden hat – und wir haben uns geliebt.« sagte er leise.
»Wieso war?« fragte ich neugierig.
»Vor 4 Wochen ist er mit seinen Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen.« Seine Stimme begann brüchig zu werden. Flehend sah er mich an und ich fürchtete der Situation in einigen Augenblicken nicht mehr gewachsen zu sein.
Plötzlich nahm er meine Hand. »Sie sind ja verletzt.«
Erst jetzt fiel mir auf dass meine Hand blutete. »Nicht weiter schlimm« antwortete ich.
»Schöne Hände haben Sie.«
Zum ersten Mal in meinem Leben hielt ein Mann meine Hand umschlossen. Nunja, kein Mann in dem Sinne. Aber in einer Art, die mir unbekannt war. Ich schwankte zwischen zurückziehen oder gewähren lassen. Er nahm sein Taschentuch und wickelte es um die blutende Wunde. Es war ein merkwürdiges, neues Gefühl. Ich zog meine Hand zurück.
Ich weiß nicht wie lange wir so dastanden, bis er mir plötzlich um den Hals fiel. Hemmungslos ging sein Schluchzen in Weinen über, fest krallte er sich auf meinem Rücken in die Jacke. Ich legte meine Arme um seine Hüfte und ließ ihn. Es kam mir vor, als hätte er seinen Gefühlen das erste Mal freien Lauf lassen können. Sein Körper wurde von Weinkrämpfen geschüttelt und ich hielt ihn sehr, sehr fest.
Der Wind hatte nachgelassen und die untergehende Sonne schien auf uns, als ich ihn nach einiger Zeit von mir schob. Der Ausdruck tiefster Trauer stand in seinem Gesicht, seine feuchten Augen glitzerten und ich wischte ihm mit einer Hand die Tränen von den Wangen.
Er tat mir plötzlich unendlich Leid, alles was in der letzten Stunde geschehen war versank in einem einzigen Verzeihen. Das war nicht gespielt oder gekünstelt, Tobias’ Trauer war echt.
»Es tut mir sehr leid um deinen Freund, aber trotzdem: tu so etwas nie wieder.«
»Ich weiß auch nicht was in mich gefahren ist.«
Mir war klar dass Tobias nach Anerkennung suchte. Zuwendung, Aufmerksamkeit – das Fehlen all dieser Dinge dürften ihn zu der Handlung getrieben haben. Ich fragte mich, wen er ins Vertrauen hätte ziehen können. Seine Eltern, seine Freunde?
Ich nahm ihm am Arm. »Komm, lass uns runtergehen, die warten auf uns.«
»Werden Sie mich verraten?«
»Blödsinn. Das geht niemanden etwas an. Ich verspreche es dir.«
Ich log später den Lehrern das Blaue vom Himmel, um Tobias vor Strafe zu schützen.
Am Abend konnte ich nicht einschlafen. Ich machte mir Sorgen um Tobias. Wie konnte man ihn überzeugen dass das Leben weiterging? Dass ich trotz meiner Einrede, es würde schon nichts passieren, keinen Schlaf fand hatte aber noch eine andere, mir unbekannte Ursache: Tobias’ Gesicht ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich war ihm da oben durch die dichten, braunen Haare gefahren, spürte die Nähe zu seinem Körper. Auch die Art wie er meine Hand hielt begann jetzt meine Sinne zu verwirren. Er schien so verletzlich, zerbrechlich, zart. Er war mit seinen Händen ein paar Mal meinen Rücken auf und abgefahren und ich hatte mich gegen diese Berührungen nicht gewehrt.
Erst an diesem Abend fiel mir all das auf. Tobias sagte mir beim Abstieg, dass er bald 17 würde. Ich glaubte eine Art Verantwortung für ihn übernehmen zu müssen, zumindest so lange er hier war.
Aber es kam alles so anders.
Nachdem sich das Wetter wieder gebessert hatte, beschlossen die Schüler ihr Sportfest an dem kommenden Samstag zu feiern. Die Vorbereitungen fingen schon Donnerstags an und man wollte unbedingt einen Schwimmwettbewerb mit einbeziehen. An sich war das Becken viel zu klein, aber ich ließ sie.
Es war schwierig überall gleichzeitig zu sein. Das kleine Sportfeld in dem schmalen Tal sah nach dem Regen verwüstet aus und die Büsche um die Zuschauerränge waren üppig gewachsen. Aber ich fand eine Menge Helfer unter den Schülern, ich staunte über ihr Engagement.
Mein Versuch, auch Tobias verstärkt einzubeziehen, scheiterte kläglich. Da ich nun um seinen Seelenzustand wusste, verlangte er anscheinend grade von mir größtes Verständnis. Ich musste passen, nichts was ich ihm anbot war ihm, sich und seiner Trauer scheinbar würdig. Ich zweifelte manchmal, ob seine Trauer nicht doch allmählich zur Ausrede wurde.
Da ich keinen Rat mehr wusste rief ich eines Abends Britta an. Sie bereitete sich auf ihr Examen vor und hatte schon eine Weile keine Zeit mehr für mich, aber immerhin stand in 2 Monaten unsere Hochzeit auf dem Plan. Sobald sie ihre Prüfungen bestanden hatte, wollten wir uns hier in der Ortschaft eine schöne große Wohnung mieten.
»Alexander, ich steh voll im Stress. Ich glaube auch nicht dass ich dem Jungen helfen könnte. Jedenfalls jetzt noch nicht.. Es fehlt an der Zeit, weißt du«
»Ist schon Ok, ich dachte ja nur, vielleicht hast du so ne Notlösung parat.«
»Vielleicht solltet ihr beiden mal ein paar Stunden ganz für euch alleine haben. Reden ist die beste Medizin. Mach ihm mal den Vorschlag, wenn er nicht will wird er es dir sagen.«
Ich grübelte den nächsten Tag darüber nach, ob ich ihm diesen Vorschlag wirklich machen sollte. Reden, ja, aber wo, wie lange und worüber? Und ohne Wissen der Lehrer ging nichts und die würden dem sowieso nicht zustimmen. Wer, letztendlich, war ich denn auch? Und hinter ihrem Rücken? Unmöglich.
Ich war am anderen Tag gerade mit einem Wassertest des Schwimmbeckens beschäftigt als Tobias sich neben mich kniete.
»Hi. Ist das Wasser in Ordnung?«
»Hallo Tobias. Weiß ich noch nicht.« Ich freute mich dass er anscheinend wieder am Leben teilnahm. Und ich freute mich dass er jetzt hier bei mir war.
»Machen Sie den Job hier schon lange?«
»Zwei Jahre werden es jetzt.«
»Und keine Familie?« Ein merkwürdiger Tonfall lag in Tobias’ Stimme.
Ich sah ihn an. Er trug ein blaues Trägerhemd und enge Khakihosen. Er sah wirklich gut aus. »In zwei Monaten werde ich heiraten.«
»Oh.« Er nickte, enttäuscht wie mir schien.
»Hör zu, Tobias. Ich würde mich gern mit dir unterhalten. Einfach so, ohne Zwang, ohne Fragen, ohne Thema. Mich macht einfach traurig dass ich dich zu nichts ermuntern kann.«
»Und Sie meinen, danach wäre das anders?«
»Ich meine gar nichts. Aber vielleicht möchtest du dich mal aussprechen. Du brauchst nur ja oder nein zu sagen.«
Er zögerte, spielte mit seinen Fingern. »Ich überleg es mir.«
»Übrigens, bei welcher Disziplin wirst du bei eurem Sportfest mitmachen?«
Er lächelte gequält. »Zuschauer.«
Ich sah ihm nach. Ich hatte eine derartige Antwort erwartet.
Der Tag vor dem Sportfest war heiß, zu arbeiten gab es für mich nichts Wichtiges und so entschloss ich mich einem Sonnenbad zu frönen – was selten genug vorkam. Ich baute die Hängematte hinter dem Geräteschuppen auf, wo sich eine kleine, versteckte Wiese befand. Unter normalen Umständen entdeckte sie niemand, da sie durch einen hohen Bretterzaun umgeben war. Betreten konnte man sie nur wenn man den Schuppen durchquerte. Es war meine kleine Insel der Glückseligkeit inmitten des gelegentlichen Chaos’ . Leider hatte ich dafür nur an den Wochenenden Zeit – wenn überhaupt.
„Lauter lose Vögel“, ein Buch das mir ein Freund letzte Weihnachten schenkte, sollte jetzt endlich gelesen werden.
Ich schwang mich in die Matte und holte tief Luft. Endlich ein paar Stunden Ruhe. Die Balgen waren am Sportfeld und trainierten fleißig. Einer der Pädagogen war Turnlehrer und von daher musste ich mich diesmal um nichts kümmern.
Als die Matte so sanft hin und herschwang und ich in die Sonne blinzelte, kam die Erinnerung an den Steinbruch wieder zurück. Und mit ihr diese Gefühle. Tobias tauchte auf, verschwamm wieder, einmal lachte er, dann hörte ich sein Schluchzen. Es war angenehm an ihn zu denken und gerade das machte mich nervös.
Durst machte sich nach einer Weile bemerkbar. Ich schwang mich aus der Matte, lief durch den Schuppen hinaus in den großen Hof. Bis hierher konnte man die Kids hören, sie hatten offenbar ihren Spaß an der Sache.
Mehr aus Eingebung sah ich an der Fensterfront des Haupthauses hoch. Tobias lehnte aus seinem Fenster und sah zu mir herunter, er hatte trotz des schönen Wetters nicht einmal sein Zimmer verlassen. Kurz darauf war er verschwunden
Ich überlegte ob es überhaupt einen Sinn machte mit ihm zu reden; das konnten andere besser als ich. Er war diese ganze Aktion nicht wert, sollte er machen was er wollte oder für richtig hielt.
Ich holte mir eine Flasche Wasser aus dem Büro, ging zurück, legte mich wieder in die Hängematte und begann das Buch weiterzulesen.
Ein „Hallo“ erschrak mich. Tobias stand plötzlich neben mir. Ich ließ das Buch sinken und starrte ihn an.
Nein, keine Fragen, kein Aushorchen. Nichts mehr. Tobias musste selbst mit sich klarkommen.
»Bitte, wolltest du etwas von mir?« Ich ließ meine Frage absichtlich nicht sonderlich freundlich klingen.
Er musterte mich. Mein Gesicht, die Brust, den Bauch, die Beine, ich konnte an seinem Blick erkennen wo er grade angekommen war. Ich hatte meine Badehose an und nicht wie üblich die Shorts, was mir jetzt irgendwie peinlich vorkam.
»Eigentlich wollte ich nur sagen dass wir ja mal reden können.«
Ich schluckte. Alles hatte ich erwartet, nur das nicht. »Na schön, immerhin. Und wann dachtest du..?«
»Jetzt. Und hier.«
Ich überlegte. Es waren noch fast zwei Stunden bis zum Abendessen. »Schön, warum nicht. Warte, ich zieh mir noch schnell etwas an.«
Er folgte mir durch den Schuppen, überholte mich dann aber und stellte sich mir in den Weg.
»Nein« sagte er entschlossen.
»Was nein?«
»Zieh nichts anderes an, bitte« sagte Tobias leise.
Mir wurde heiß. Er duzte mich plötzlich und ich ahnte die Gefahr in der ich mich – wir uns – befanden.
Er hielt mich an den Armen fest. »Du bist so schön, Klamotten verderben den Anblick.«
Ich war zu verdutzt um sofort reinen Tisch zu machen. Aber da war plötzlich auch etwas anderes: Ein unbestimmter Reiz verhinderte eine entsprechende Reaktion auf diesen merkwürdigen Wunsch. Ich erkannte das Flehen in seinen Augen, der Schuppen war fast dunkel und nur ab und zu fiel Sonnenlicht durch einige lose Bretter. Es war angenehm warm hier, roch nach Heu, nach moderndem Holz. Es war ein gefährlich geeigneter Ort für… Ich zwang mich, aufkommende Gedanken in dieser Richtung nicht weiter zu spinnen.
»Tobias, was soll das?«
»Sag jetzt nichts« flüsterte er und kam mir immer näher.
Wir waren fast gleich groß und er kam bis auf einige Zentimeter an mein Gesicht heran. Ich roch seinen Atem, schien trotz der Hitze seine Körperwärme zu spüren. Dann stemmte ich mich mit beiden Händen gegen ihn. »Ok, das reicht. Lass das jetzt, ich bin nicht..«
»nicht schwul, ich weiß. Aber ich weiß dass du es trotzdem willst, ich spüre es seit der ersten Minute. Und du bist schön, sehr schön.«
Wie konnte er so etwas behaupten? Keine Sekunde dachte ich daran etwas mit ihm… Mir fielen die Erinnerungen ein die ich ständig an ihn hatte. Es war nicht das Erlebnis am Steinbruch, es war Tobias selbst. Trotzdem, unmöglich.
»Du spinnst. Ich habe nie vorgehabt mit dir..« wehrte ich weiter ab.
Er legte seinen Zeigefinger auf meinen Mund. »Du redest zuviel. Komm, lass dich nicht so hängen. Niemand wird etwas erfahren..«
»Nein, kommt nicht in Frage« sagte ich energisch.
Plötzlich legte er seine Hand um meinen Hals und zog mich kräftig zu sich. Ich spürte seine Lippen auf meinen, versuchte ihn abzudrängen. Dann drückte er seine Zunge an meine Zähne und seine Hände fuhren wieder zärtlich über meinen Rücken.
Ich wehrte mich plötzlich nicht mehr, meine Anspannung ließ nach, ich ließ seine Zunge die meine suchen und miteinander spielen. Ich dachte nicht über den Geschmack nach, nicht über die Folgen die das haben könnte, nicht über Britta, nicht über meine Gefühle als Mann.
Als wir uns nach ewigen Zeiten langsam trennten und ich in diese Augen sehen konnte, kamen Zweifel in mir hoch. Mein Penis drückte gegen die Badehosen und obwohl Tobias das merken musste hatte er mich dort nicht berührt. Ich starrte ihn an.
»Du bist wahnsinnig. Ich kann meinen Job verlieren.«
»Pst. Du redest schon wieder. Was willst du denn? Niemand hat das gesehen. Komm, lass uns auf dein Zimmer gehen..« flüsterte er erregt.
Nun hatte ich mich in der Gewalt. »Niemals. Vergiss es. Vergiss diesen… diesen Kuss und vergiss mich. Ich bin nicht der Richtige für dich, du musst dir einen anderen suchen.«
»Nein, die anderen sind kein Maßstab für mich. Du, du allein bist es.«
»Wie stellst du dir das vor? Es geht nicht. Und denk dran, in zwei Monaten heirate ich, falls du das vergessen haben solltest.«
Zwei Augen sahen mich an, fragend, ungläubig, enttäuscht. Langsam ließ er mich los, sah an sich herunter. Ich fürchtete einen erneuten Weinkrampf, aber er sah wieder zu mir auf.
»Gut, wenn du denkst… Entschuldige, aber du bist meinem Freund so ähnlich. In fast allem. Sein Tod tut immer noch verdammt weh.. Warum jetzt ein zweites Mal?«
Gebeugt drehte er sich um und verließ den Schuppen.
Ich sah ihm nach, konnte seine Gefühle erahnen. Ich setzte mich auf den alten, verwurmten Holzbock und schlug meine Hände vor das Gesicht. Er hatte sich entschuldigt. Seine Gefühle waren mit ihm durchgegangen, wer konnte ihm das übel nehmen? Er tat mir mehr Leid als je zuvor.
Ich rannte aus dem Schuppen. »Tobias?!«
Er war noch nicht weit gekommen, blieb stehen ohne sich umzudrehen.
Ich stellte mich vor ihn, nahm in an den Armen. »Tobias, nicht du – ich muss mich entschuldigen. Es tut mir leid, ich.. ich war so grob zu dir.«
Er lächelte. »Wirklich?«
»Wenn ich es sage. Komm, lass uns auf mein Zimmer gehen. Aber nur reden, hörst du?«
Sein Gesicht hellte sich auf. »Ja, nur reden, klar.«
Bis zum Abendessen erfuhr ich dass er bei Zieheltern lebte weil seine Eltern früh gestorben waren und dass er es zu Hause nicht aushielt weil man ihn dort zu sehr einengte. Sein Freund war schon mit ihm im Kindergarten gegangen und irgendwann hatten sie bemerkt dass es mehr als Freundschaft war, das sie verband..
Zu mehr hatten wir keine Zeit, aber er war bereit sich noch einmal mit mir zu treffen. Denn ich bezweifelte, dass das alles war was er mir zu sagen hatte.
Ich lag schon im Bett an diesem Abend als es an der Tür klopfte. Ich wusste dass es Tobias war und ich fürchtete mich vor dem was jetzt passieren könnte. Ich ließ ihn trotzdem herein, meine schier unendliche Neugier ließ mir keine andere Wahl. Und dann war da auch dieses Gefühl, immer wenn ich an ihn dachte.
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Der Tag begann zu erwachen, die Vögel sangen, die Sonne stieg über dem Wald auf. Ich nahm das Kopfkissen neben mir und drückte es fest an mich.
Dann stand ich auf, trat an das weit geöffnete Fenster und sah hinaus in den Wald, sog die Morgenluft in mich auf. Ein Sommertag wie im Bilderbuch. Und die Nacht davor passierte Revue.
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Nachdem ich Tobias hereingelassen hatte, setzte er sich neben mich auf das Bett, irgendwie hatte er eine Flasche Rotwein organisiert. Meine Spannung begann sich allmählich zu lösen, wir redeten, wir lachten, wir tranken und ich amüsierte mich über sein Husten auf den ersten Zigarettenzug.
Eine Zeitlang lagen wir so nebeneinander und ich ließ mich von ihm treiben. Von ihm, seiner Jugendlichkeit, seinem ansteckenden Lachen. Nichts schien von seiner Traurigkeit übrig geblieben zu sein. Ich freute mich darüber.
Er erzählte aus seinem Leben und ich betrachtete ihn dabei. Sein Hemd stand offen und ich ließ meinen Blick über seinen Körper streifen. Und zum ersten Mal musste ich eingestehen dass Tobias sehr anziehend war.
Was war das bloß, das mich zu dieser Erkenntnis trieb? Oder geschah nun etwas völlig anderes, etwas, das ich bis dahin einfach ignoriert hatte? Wie konnte es sein, dass ich eine Art Erotik im Zimmer zu spüren glaubte? Ich lernte ein angenehmes, neues Gefühl kennen. Aber in mir regte sich auch der Wiederstand gegen dieses Gefühl. Es konnte, es durfte nicht sein.
Irgendwann nestelte er an der Hüftkordel meiner Shorts.
Ich packte seine Hand. »Bis hierher, junger Mann, und nicht weiter. Du bist 16. Was ich tue ist strafbar. Ende der Diskussion.«
»Aber es wird doch keiner erfahren. Außerdem werde ich in einer Woche 17.«
»Das mag sein, aber ich kann damit nicht leben, verstehst du? Ich darf es einfach nicht. Verführung Minderjähriger ist das eine, Verführung Schutzbefohlener das andere. Ich geh für beides in den Knast und komm nicht mehr raus. Und zum Schluss: Ich bin nicht schwul.«
Zum Teufel mit dem Gesetz ging es plötzlich durch den Kopf. Ich war erregt wie selten zuvor, an einem Punkt angelangt wo dürfen und wollen zu verschmelzen drohten in Gleichgültigkeit. Es reizte mich ihn wieder zu küssen, in den Arm zu nehmen, durch seine Haare zu fahren. Die Gefahr, dass jemand meine Verfehlung aufdecken würde war minimal, wenn nicht sogar Null, aber ich riss mich zusammen. Bin ich wirklich nicht schwul?
»Ja, aber doch nur wenn es jemand weiß. Außer mir und dir ist da aber keiner, oder?« versuchte er es erneut.
»Tobias, du kapierst es nicht. Ich kann es nicht, ich will es nicht und ich darf es nicht.«
Langsam schien er zu begreifen. »Ich finde das jetzt nicht fair von dir. Du hast mir Hoffnungen gemacht..«
Ich schüttelte den Kopf. »Da irrst du dich. Wir sagten wir reden miteinander, nichts anderes.«
Er stand auf und sah mich vorwurfsvoll an. »Wie du willst. Vergiss es, wir haben uns nichts mehr zu sagen.« Erstaunlich leise schloss er die Tür als er mein Zimmer verließ.
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Und nun starrte ich nach dieser Nacht hinaus in diesen Traumtag und grübelte. Ich hatte das einzig richtige getan. Dass er nun schmollte war logisch. Ich sehnte mich nach Britta und einem langen Gespräch mit ihr.
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Das Sportfest wurde ein voller Erfolg, es gab keine Verletzten und keine Tränen, sie waren stolz auf ihr Werk. Tobias ging mir aus dem Weg sobald wir uns begegneten, strafte mich mit abweisenden Blicken. Ich nahm es hin, so war es für uns beide am besten.
Das Wetter blieb schön und es war fast Vollmond, gerade richtig für die geplante Nachtwanderung.
Auf dem Weg in den Speicher, wo ich so wichtige Dinge für alle Fälle wie Taschenlampe, Decke, Kerzen, Erste-Hilfekasten und andere Utensilien holen wollte, kam ich an Tobias’ Zimmer vorbei. Wie durch Zufall stand er plötzlich unter der Tür.
»Ah, schön Sie grade zu sehen. Nehmen Sie mich so mit?« Er drehte sich elegant um seine Achse. Und ich studierte jede seiner Bewegungen, beobachtete seinen schlanken Körper. Was, so fragte ich mich, faszinierte mich so an diesem Jungen?
Überrascht, dass er noch mit mir redete und dabei das mir unangenehme Du wegließ, entschied ich mich zu einer Antwort.
»Nein, ich hätte gern dass du etwas Helles anziehst.«
»Etwas Helles?« Er lachte. »Damit Sie mich wiederfinden im Dunkeln?«
»Schon möglich.« Ich weiß heute, dass es weiter nichts als Vorahnungen waren.
»Aber ich hab nichts Helles zum anziehen.«
»Und deine Kameraden, die können dir doch was leihen?«
»Die? Niemals. Ich nehm von denen nichts.«
Ich überlegte. »Schön, dann schauen wir mal bei mir nach. Vielleicht hab ich ja was passendes.«
Wenig später standen wir in meinem Zimmer vor dem Kleiderschrank. Während ich in meinen Klamotten stöberte, spielte Tobias mit meinem Handy, ich beobachtete ihn durch den großen Spiegel an der Schranktür.. Er war wirklich ein sehr hübscher Kerl.
Aber er schien diesmal keine Anwandlung zu haben, mich herumzukriegen. Dabei standen die Chancen in meinem Zimmer nicht schlecht – aus seiner Sicht gesehen.
Mir fiel der weiße Blazer in die Hände, den mir Brittas Bruder einmal schenkte weil er ihn nicht mochte. Ich hatte das Stück noch nie getragen. »Hier, versuchs mal mit dem.«
Tobias zog den Blazer an und passte ihm wie angegossen. »Geil, wie in Miami Vice. Schönes Handy übrigens, gefällt mir.«
»Um zehn Uhr unten im Hof. Sei pünktlich« erwiderte ich, es war höchste Zeit geworden.
Es war noch nicht ganz dunkel als wir losmarschierten. Ich beschloss, Tobias nicht eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Was zur Folge hatte, dass ich mit ihm ganz am Schluss der Gruppe lief. In das Kichern und Lachen der anderen mischte sich Tobias wie erwartet nicht ein.
»Kann ich dir was tragen helfen?« fragte er irgendwann. Wir waren zu weit hinter der Gruppe als dass uns jemand hätte hören konnte.
»Danke, es geht.«
Er stellte sich vor mich. »Schade dass es dunkel ist.« Da war wieder dieser Ton in seiner Stimme.
»Wieso?«
»Ich kann so dein hübsches Gesicht nicht richtig sehen.«
Es ging zu schnell, ich konnte es nicht verhindern: Ohne Zögern küsste er mich auf den Mund.
Der Strudel drehte sich wieder. Meine Bedenken, das Gesetz, die Moral, alles was mich bisher an solchen Dingen hinderte, drohte zusammenzustürzen wie ein Kartenhaus. Ich musste einsehen, viel mehr für diesen Jungen zu empfinden als ich mir eingestehen wollte.
Ich setzte den Rucksack ab, nahm Tobias fest in meine Arme und ich ließ mich gehen, erneut von meinen neuen Gefühlen fortziehen. Wir küssten uns heftiger als im Schuppen, unsere Hände waren überall. Und ich spürte meinen Schwanz gegen den Slip drücken. Einerseits war mir das peinlich, andererseits versuchte ich mich auch nicht dagegen zu wehren.
Erst als er meinen Gürtel öffnen wollte, kam die Angst zurück.
»Du hast einen Steifen, du willst es« sagte er erregt.
»Lass es. Ich… es darf nicht sein.« Energisch schob ich ihn von mir. Zum zweiten Mal hatte ich es zu weit kommen lassen. Aber diesmal war es allein meine Schuld. Was war bloß los mit mir?
Ich nahm meinen Rucksack wieder auf, wir waren schon weit von der Gruppe abgefallen, aber offenbar hatten sie unser Fehlen noch nicht bemerkt. »Komm, es hat keinen Sinn mit uns.«
Stramm marschierte ich los, versuchte die Stimmen der Gruppe zu orten. Unauffällig schloss ich mich den anderen an.
Bei einer kleinen Rast an einer Waldhütte stellte ich fest, dass mir Tobias nicht gefolgt war.
Die Lehrer machten sich daraufhin mit mir auf die Suche, wir leuchteten den halben Wald ab, aber der Junge blieb verschwunden. Wir hofften er wäre alleine zum Landheim zurückgekehrt oder würde sonst schon irgendwann auftauchen.
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Nun saß ich also da bei Kerzenlicht, starrte in die ruhige Flamme. Einen ganzen Tag schon warteten wir vergebens auf Tobias’ Rückkehr, hatten noch einmal eine Suche gestartet, riefen schließlich die Polizei um Hilfe. Die wollte zunächst kein großes Aufhebens machen, für ein Verbrechen gab es keine Anzeichen. Erst wenn Tobias am Morgen nicht aufgetaucht wäre wollten sie mit einer großangelegten Suchaktion beginnen.
Immer wieder stand ich auf, ging zum Fenster und sah in die Dunkelheit.
Es war kurz vor Mitternacht, als eine Nachricht auf meinem Handy eintraf.
„ Hallo Alex. Du kannst mich an einer bekannten Stelle finden. Ich warte auf dich. Tobi. „
Er hatte offenbar meine Handynummer herausgefunden, das Ganze sah nach Planung aus.
Diese bekannte Stelle konnte nur der Steinbruch sein. Schweiß brach mir aus. Sollte ich ihm antworten, sofort dorthin fahren, abwarten? Was hatte er überhaupt vor? War er einfach nur wild entschlossen mich herumzukriegen? Wollte er sich vielleicht doch etwas antun? Reizte er mich nur? Zu viele Fragen.
Ich zog mich an, suchte einige wichtige Dinge für eine Nacht da draußen zusammen und fuhr mit dem Jeep an den Steinbruch. Ich malte mir aus was mich erwartete. Möglicherweise drohte er, sich etwas anzutun wenn ich nicht nachgab. Was dann? Unmögliche Szenarien sausten durch meinen Kopf. Wenn ich nachgab saß ich in der Falle, ließ ich mich nicht auf seine Forderung ein, könnte das zum Äußersten führen.
Als ich in den Steinbruch einbog bot sich mir ein gespenstisches Bild.
Tobias stand wieder da oben, hatte eine starke Taschenlampe vor sich auf den Boden gelegt und ließ sich anstrahlen. Ironie des Schicksals, dass es ausgerechnet mein Blazer war, der das Licht so stark reflektierte. Ruhig stand Tobias da und hob beschwörend die Arme.
Er sah mich und rief: »Na, wie seh’ ich aus von da unten? Was ist, Alex, hast du es dir überlegt? Ich liebe dich, und du mich auch. Wir sollten das jetzt hier zu Ende bringen!«
Das Echo hallte unwirklich in den umgebenden Steilwänden, so, als würde er seine Forderung etliche Male wiederholen. Mich fror plötzlich. Er würde sich herabstürzen, davon war ich überzeugt. Schlimmer aber war, dass der Boden unter ihm wegbrechen konnte; dass es ein Unfall würde, den ich mit zu verschulden hatte. Es blieb mir keine Wahl. Wenn ich ein Unglück verhindern wollte, musste ich nachgeben, Strafe hin oder her. Mit dieser Erkenntnis musste ich leben, irgendwie.
»Ok, Tobias. Bleib da stehen, ich komme zu dir rauf.«
Ich nahm den Rucksack und die Taschenlampe, machte mich auf den Weg nach oben. Ich ließ mir diesmal Zeit, denn er würde warten bis ich bei ihm war.
Oben angekommen setzte mich in einigen Metern Abstand hinter Tobias auf den Boden, versuchte ruhig zu bleiben. Jetzt wurde der Junge von der Seite angestrahlt und er sah noch gespenstischer aus als von unten. Aber auch faszinierend.
»Nun, wie hast du dir das vorgestellt?« fragte ich nach eine Weile.
Langsam drehte er sich zu mir um. »Du fragst noch? Ich habe mich in dich verliebt und möchte dass du bei mir bleibst. Ich werde das Schicksal nicht ein zweites Mal herausfordern. Wir sind auserwählt und das weißt du.«
Ich suchte nach Worten. Was immer ich jetzt gegen seinen Willen aussprach könnte es eskalieren lassen. Trotz der heiklen Situation nahm mich sein Anblick gefangen. Nicht vergessen waren die Minuten, in denen wir uns sehr nah waren. Nicht vergessen auch meine Gefühle für ihn.
Ich hätte zum Schein nachgeben können, aber damit würde ich es nicht ändern. Bei ihm bleiben konnte ich wohl kaum, und Liebe? Dass er etwas für mich empfand stand wohl fest, aber wie sah es in mir aus? Was fühlte ich? Bisexuell? Nicht das große Unglück, aber es war eine ewige Wanderung zwischen den Gefühlen.
Britta tauchte vor meinen Augen auf. Die Nächte mit ihr, die Hochzeit – alles lief in Sekunden vor meinen Augen ab.
War es das was ich wollte, wirklich ersehnte? Frau, Heim, Kinder? Und was würde aus meinem Sohn, wenn er Tobias ähnlich werden würde? Ulf fiel mir ein. Der einzige mit dem ich mit 14 Doktorspiele veranstaltete. Aber gefühlt hatte ich dabei nichts, nicht wirklich. Hatte ich es nur verdrängt, „weil ein Mann sowas nicht macht“ ? fegte es durch meinen Kopf.
Ich wurde immer ruhiger. »Schön, ich denke wir bleiben erst Mal hier oben. Ich schlage jetzt das Zelt auf und dann sehen wir weiter.«
Tobias sagte nichts. Er blieb dort stehen während ich das kleine Zweimannzelt aufschlug. Ich hatte Zeit bis zum Morgengrauen, dann musste ich sein Auffinden bekannt geben.
»Was ist? Kommst du? Allerdings müssen wir uns einen Schlafsack teilen. Aber ich denke das wird kein Problem, der ist groß genug.« Ich wusste nicht was ich damit sagen wollte. Kein Problem für ihn oder mich?
Ich sah ein Lächeln in seinem Gesicht. Er nahm die Taschenlampe und krabbelte zu mir ins Zelt.. Dann zog er sich bis auf seinen Slip aus und kroch hinein in meinen Schlafsack. Sofort rückte er dicht an mich. Und meine Gedanken verschwammen in einem seltsamen Nebel.
Wir sagten kein Wort, aber die Spannung war beinahe unerträglich. Ich befreite meinen eingeengten Arm und Tobias legte seinen Kopf darauf. Er lag nur da und atmete ruhig.
Was war so tragisch an dieser Situation? Ich fühlte keine Abneigung, mein innerer Widerstand bröckelte zusehends ab. Seine Nähe war mir auf einmal angenehm, und obwohl ich mich gegen diesen Gedanken sträubte, fühlte ich so etwas wie Geborgenheit.
Ich streichte mit der Hand durch seine Haare, fuhr über seine Stirn, seine Augen. Ganz dicht kuschelte er sich jetzt an meinen Körper heran. Wie ein keines Kind, das sich geborgen fühlt.
Irgendwann legte er seine Hand auf meine Brust und ließ sie dort liegen. Er küsste meine Wange, legte sich wieder zurück. Nie wäre mir in den Sinn gekommen, wie liebevoll und zärtlich ein 16-jähriger sein kann. Und nie auch, dass es mir angenehm sein könnte.
»So möchte ich bei dir bleiben, ein Leben lang« sagte er.
»Ich wüsste nicht wie wir das anstellen sollen« erwiderte ich.
»Du hast jetzt nicht nein gesagt. Du würdest es also tun?« sagte er mit leiser Stimme.
»Ich weiß es nicht. Aber ich glaube es wäre sehr kompliziert.« Gänzlich unmöglich schien es mir jedoch nicht mehr.
Fest presste er plötzlich seine Lippen auf meine, heftig und intensiv spielten unsere Zungen, ungestüm fast waren seine Hände überall an meinem Körper. Es war ein seltsames Gefühl von ihm berührt zu werden. Doch auch für mich war es irgendwie berauschend, bewusst seine Haut zu fühlen, über seine Brust zu streicheln, seinen Bauch, ihn zu riechen und zu schmecken..
Er griff meinen Slip und zog ihn nach unten. »Sag nicht, das würde dir nicht gefallen.«
Ich schwieg. Mich beschäftigte vielmehr: Was sollte ich jetzt tun? Reizte es mich wirklich ihn auch da anzufassen? Oder ergab sich das alles nur aus der Situation? Meine Gedanken verloren eine bestimmte Richtung, ich verfiel plötzlich einem völlig unerkannten Rausch. Erneut ließ ich mich von ihm fortziehen. In eine Welt die ich nicht kannte, die aber weder kalt noch bösartig war. Nicht einmal dunkel. Und von der ich immer mehr glaubte, dass es auch meine Welt war.
Fest packte er meinen Steifen, begann ihn zu massieren und entgegen meiner Erwartung geriet ich sehr schnell an den Rand des Orgasmus. Es gelang mir nicht es hinauszuzögern, aber Tobias spürte das. Als sich seine Lippen um meine Eichel schlossen, sprühten plötzlich tausend bunte Sterne vor meinen Augen.
Ich jappte nach Luft, so schnell und heftig kam es mir.
»Du kannst mich ruhig anfassen, ich zerbreche nicht« flüsterte er etwas später, als könne er Gedanken lesen.
Dann fiel der letzte Vorhang meiner moralischen Gesinnung und ich ließ meinen neuen, erotischen Wünschen freien Lauf. Ich stürzte hinab in diese unbekannte, reizvolle Welt. Ich leckte über seine Brust und den Bauch.
»Nimm ihn« hauchte Tobias, »er mag’ s auch am liebsten mit dem Mund.«
Zart massierte ich seine Eier und nahm seinen Penis in den Mund, so tief ich es konnte. Kurz darauf bäumte sich Tobias’ Körper auf und ich schluckte seinen Samen fast gierig hinunter.
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Leicht schimmerte das fahle Morgenlicht durch das kleine Zeltfenster. Vögel sangen um uns herum und Tobias schlief eng umschlungen in meinem Arm. Meine Hand zitterte leicht als ich mit einem Finger sachte über sein Gesicht fuhr.
Er ist kein kleiner Junge mehr, beruhigte ich mich, du hast dich nicht versündigt. Es gibt keinen Grund für Schuldgefühle. Ich hatte diese Nacht meine Konventionen gebrochen und es war nichts erzwungen, es geschah nichts was wir nicht beide wollten. Hier war kein Ort der Sünde, es war einfach passiert und ich würde lernen müssen mit diesem Gedanken zu leben, rückgängig machen konnte ich es nicht.
Und ich zweifelte nicht mehr daran, dass ein neues Leben für mich begonnen hatte. Keine Nacht war bis dahin so berauschend wie diese, auch mit Britta nicht. Schwul zu sein ist schön, dachte ich plötzlich.
Tobias schlug die Augen auf und streckte sich.
»Guten Morgen Alex, hast du gut geschlafen?« fragte er müde.
Ich fuhr ihm über die Wangen. »Falls du auf den moralischen Kater anspielst: Den hab ich nicht. Ich habe sehr gut geschlafen.«
Wieder drückte er mich fest wie ein Schraubstock. »Was ist, hast du Lust? Ich würde es jetzt gern noch mal machen. Du warst so toll…«
Mir war nicht ganz klar was er mit „toll“ meinte, aber ich nahm an, dass er auf eines anspielte: bei einem Mal war es letzte Nacht nicht geblieben.
So sah ich es als Kompliment. Da seine Hände nun wieder überall waren, schlug ich meinen schwachen, aber wieder vorhandenen Widerstand endgültig nieder. Es gab keinen Grund mehr, nein zu sagen. Wahrscheinlich würde es den nie mehr geben..
»Wenn du mich so fragst..«
Wir beendeten das Liebesspiel, das denen der vergangenen Nacht in nichts nachstand, mit einem langen Kuss. Darüber, wie es weitergehen sollte, redeten wir nicht.
Wir zogen uns an, was in dem kleinen Zelt mühevoll aber auch spaßig war.
»Überall klebt dein Sperma an mir und keine Dusche weit und breit« witzelte Tobias. Unbefangen ging er mit der Situation um, was mir sehr viel schwerer fiel.
»Und der Schlafsack – der hat jetzt dringend ne Reinigung nötig…« fügte ich dann trotzdem hinzu.
Über das Handy informierte ich dann die Lehrer und die Polizei. Tobias hätte sich hoffnungslos verirrt, erzählte ich ihnen, und niemand schöpfte Verdacht, als ich nach unserer Ankunft im Landheim die Story vom Zufall erzählte. Nun würde man mich anstelle einer Bestrafung auch noch hoch leben lassen. Das Schicksal geht manchmal seltsame Wege.
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In den folgenden Tagen hatten wir zwei nicht viel Zeit über die Zukunft zu reden oder nachzudenken. Ich riet Tobias, sich das Ganze noch einmal genau zu überlegen, es würde sich schon eine Lösung finden.
Für mich begann keine leichte Zeit. Die Nächte waren geprägt von dem Erlebnis auf dem Steinbruch und Tobias war ständig in meiner Nähe, aber es ergab sich keine Möglichkeit mehr mit ihm zu schlafen. Ständig waren seine Kameraden um ihn, denn er begann sich ihnen anzuschließen. Ich freute mich über diese Veränderung und nahm mir die Freiheit, mir das zuzuschreiben.
Heimliche Küsse gelangen uns bei wenigen Gelegenheiten, aber sie entschädigten wenigstens für alle Entbehrungen. Mein Wunsch, ihn dauernd um mich zu haben wurde in mancher Stunde unerträglich. Aber auch das Wissen, dass es so nicht weitergehen konnte.
Ich grübelte Stundenlang über meine Zukunft, fürchtete, Tobias könnte keine Ausnahme gewesen sein und das bedeutete irgendwann das Ende meiner Arbeit hier.
Britta zog ich in einer besonders einsamen Nacht ins Vertrauen, am Telefon beichtete ich ihr alles.
»Beruhige dich,« sagte sie, »ich habe so was ähnliches eh befürchtet.«
»Du meinst, du wusstest dass ich schwul bin?«
»Nunja, nicht direkt. Aber Frauen spüren solche Dinge schon eher mal. Lass gut sein, es ist so sicher besser.«
»Und warum wolltest du mich dann heiraten?«
»Auch Frauen täuschen sich gelegentlich..«
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Dann kam der Tag der Abreise. Der Abschied von Tobias war sehr viel schlimmer als ich es befürchtet hatte, aber es blieb uns keine andere Wahl.
Hinter dem Bus, von neugierigen Blicken verborgen, umarmten wir uns und dabei knabberte er mir am Ohrläppchen.
»Du siehst gut aus, du schmeckst gut, du riechst gut, – du bist gut. Ich liebe dich – und ich werde dich nie vergessen.« hauchte er mir ins Ohr.
Eine Gänsehaut lief mir den Rücken hinunter. »Tobi, pass auf dich auf, versprich es mir. Und keine Dummheiten, Ok?«
»Versprochen.«
Aus dem CD-Player des Reisebusses klang „Fool, if you think it’s over “ von Chris Rea herüber.
Ich geriet in einen freien Fall. Waren es Tränen die meinen Blick verwischten? Tränen von einem der glaubte, ein gestandener Mann zu sein? Sollte ich Tobias loslassen? Oder einfach sagen, er solle seinen Koffer wieder ausladen und hier bleiben?
Ich schob ihn von mir und wir sahen uns an, doch der Blick in seine Augen war fast unerträglich. In wenigen Sekunden lief unsere Zeit wie ein Film vor meinen Augen ab und seine Blicke sagten alles, was es noch zu sagen gab.
Ein Kuss, ein einziger Kuss noch zum Abschied – aber ich riss mich mit aller Gewalt zusammen und mir nun richtig bewusst, dass ich mich tatsächlich in einen Jungen verliebt hatte.
Noch einmal drückten wir uns, dann wandte sich Tobias ab und ließ mich stehen.
Verschwommen sah ich, wie er sich auf seinen Platz setzte und mich aus dem Fenster ansah. Verstohlen wischte er sich eine Träne aus dem Gesicht und hob zaghaft die Hand. Ein vages, letztes Winken und der Bus setzte sich in Bewegung.
Als er die schmale Straße den Wald hinunterfuhr, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich wusste dass es ein Abschied für immer war und zurück blieb eine unsägliche Leere.
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Britta wurde zu meiner besten Freundin und ich lernte einen anderen Mann kennen. Michael überredete mich, den Job im Landheim aufzugeben und in seiner Firma als Hausmeister anzufangen. Michael ist schon dreißig, aber er hat soviel von Tobi – ich weiß heute, dass das Alter nicht jene Rolle spielt die man ihm zuschreibt. Jung sein ist das eine, eine feiner Mensch zu sein das andere. Beides muss sich aber nicht ausschließen.
Nach fast zwei Jahren bekam ich einen Brief von Tobias, in dem er seine Hochzeit mit seinem Dennis ankündigte und mich um Verzeihung bat. In dem Brief waren die beiden Fotos die er mir damals oben auf dem Steinbruch gezeigt hatte und er schrieb von einem Neuanfang. Ich habe diese Fotos heute noch.
An manch freien Tagen im Sommer fahre ich mit Michael zu dem Steinbruch, dann zelten wir da oben heimlich in der verbotenen Zone. Im nächsten Sommer möchte Tobi mit Dennis dort hinaufkommen und wir vier werden uns viel zu erzählen haben.
Wahrscheinlich hat Tobias verhindert, dass aus mir eines Tages ein sehr unglücklicher Ehemann geworden wäre.

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