Der Neue – Teil 2

„Ich hab gefroren…“, meinte Michael und ich konnte nicht anders und begann zu grinsen.

„Ja und er wollte probieren, ob er bei mir besser schlafen kann“, meinte ich frech.

„Ja klar und deshalb liegt er auch halbnackt auf dir, nicht wahr?“

Frau Stein fing ebenfalls an zu grinsen.

„Seid froh, dass ich den Weckdienst innehabe. Wenn jetzt jemand anderes zur Tür rein gekommen wäre … lasst euch bloß nicht erwischen.“

Mit diesen Worten verließ sie das Zimmer und wir beide mussten lachen, bis wir nicht mehr konnten.

Kapitel 6

Michael

Natürlich merkten alle im Internat etwas. Manuel war umgänglicher geworden. Er fing nicht wie sonst Streit an. Doch gab es viele, die misstrauten ihm weiter, dachten, das gehöre alles zu einem Plan.

Auch bei den Lehrern machte sich dies bemerkbar. Unser gemeinsames Lernen war ein voller Erfolg. Stolz präsentierte mir Manuel seine erste drei in Mathe. Und auch in den restlichen drei Wochen vor den Ferien, kam er öfter mit besseren Noten an.

Die Weihnachtsfeier war gerade vorbei, viele schon beim Packen, als Manuel wieder mal am Fenster saß eine qualmte. Die machte er nur noch an, wenn ihn etwas bedrückte. Ich legte ohne zu grüßen meine Sachen ab und ging zu ihm ans Fenster.

Wie immer war er in seinen Gedanken versunken und starrte in die Winterlandschaft hinaus. Sanft nahm ich ihn von hinten in den Arm, stellte mich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen Kuss in den Nacken.

„Hallo mein Großer… was ist los, warum sitzt du wieder hier?“

Er schmiegte sich an mich, rieb seinen Kopf an meinem.

„Ich will nicht heimfahren… würde lieber hier bleiben…“

„Das geht doch… warum tust du es nicht?“, fragte ich und ließ ihn los.

Er stieg von der Fensterbank herunter und schloss das Fenster.

„Weil ich immer an Weihnachten nach Hause fahre… auch, wenn da niemand auf mich wartet.“

„Dann bleib hier… ich tu es doch auch.“

„Du bleibst hier?“

Stimmt, darüber hatten wir noch gar nicht geredet. Wir waren die ganze Zeit so mit lernen beschäftigt, um Manuels Noten zu heben, dass wir über die Ferien noch nicht gesprochen hatten.

„Ja.“

„Wartet auf dich zu Hause niemand?“, fragte Manu.

Wie ein Stich durchfuhr es mich und ich senkte den Kopf. Auch darüber hatten wir nicht gesprochen… mein Zuhause.

„Habe ich etwas Falsches gesagt?“, fragte Manu und legte seine Hand auf meine Wange.

„Nein… hast du nicht.“

„Aber warum schaust du plötzlich so traurig. Ich weiß, du hast noch nicht viel über dein Zuhause geredet, aber so schlimm kann es doch nicht sein, oder?“

„Schlimmer…“

Manuel fasste meine Hand und zog mich zu seinem Bett.

„Willst du es mir nicht einfach erzählen? Ich mein, du hast mir schon so viel geholfen… wäre es nicht an der Zeit, dass ich dir auch mal helfen kann?“

Ich lächelte Manu an. Das hatte er so lieb gesagt.

„Es ist nicht einfach“, meinte ich.

„Es gibt vieles, was nicht einfach ist, aber man kann drüber reden… dass es vielleicht leichter wird!“

Wieder sah ich ihn an. Er zog mich nach hinten an die Wand, wo wir uns beide gegen lehnten.

„Vor ungefähr einem viertel Jahr… es war ein normaler Tag, ich hatte gerade meine Hausaufgaben fertig und wollte ins Bett… es war spät, hörte ich oben im Wohnzimmer etwas rumpeln.“

Manuel drückte sich eng an mich und begann beruhigend meinen Nacken zu streicheln.

„Ich war an meine Tür gegangen und hörte laute Stimmen von oben. Fremde Stimmen… Ich bekam es mit der Angst zu tun. Ich wusste nicht, was los war, hörte nur Geschrei zu mir dringen. Verstehen konnte ich nichts, es war eine mir fremde Sprache.“

Ich spürte selbst, wie ich nun anfing zu zittern. Plötzlich war alles wieder, als wäre es gerade erst passiert.

„Psscht… du bist bei mir… hier kann dir nichts passieren“, hörte ich Manus beruhigende Stimme.

„Ich habe mich dann… vor lauter Angst… in einer Baunische versteckt, die man nicht so leicht findet… Etwas später kam jemand in mein Zimmer und durchwühlte alles. Manu, du musst mir glauben… ich bin bald vor Angst gestorben. Ich hab sogar die Luft angehalten, dass mich niemand hörte.“

„Was ist passiert?“

„Die Polizei sagte später… dass eingebrochen wurde…“

„Die haben eingebrochen, obwohl du zu Hause warst?“, fragte Manu verwundert.

„Wir waren alle zu Hause…“

„Wie – ihr ward alle zu Hause?“

„Meine Eltern… meine Schwester und ich.“

„Was ist mit ihnen passiert?“

„Ich weiß es nicht… meine Mutter habe ich später im Wohnzimmer gefunden… sie hatte eine Kopfwunde, war bewusstlos…“, ich wurde leiser, „meinen Dad und Andrea…“

Manuel schaute mich entsetzt an.

„Die Polizei hat keinerlei Spuren gefunden… sie sind einfach weg…“, beendete ich den Satz.

„Wie… einfach weg?“

Manuel verstand nicht.

„Wir wissen nicht, ob sie entführt wurden… es gab bis heute keinerlei Nachrichten von Entführern oder irgendwelchen Gruppierungen.“

„Krass! Ist dein Dad irgendein hohes Tier?“

„Ein Professor… forscht … forschte in der Quantenphysik.“

„Und ihr habt seither nicht von ihnen gehört… Deine Mutter… Geht es ihr gut?“

„Ja, es geht ihr gut. Die haben sie nur niedergeschlagen… gab eine Beule, aber sonst war sie nicht verletzt.“

„Und warum willst du dann nicht nach Hause… sie wird dir doch sicher fehlen…!“

„Weil die Polizei meinte, es wäre besser, wenn ich hier im Internat bleibe.“

„Meinst du, die wollen dich auch noch entführen?“

„Weiß ich nicht… glaub ich nicht…“

„Dass ist ja echt krass, Michael… und warum hast du mir das nicht früher erzählt? … Jetzt weiß ich auch, woher du diese scheiß Albträume hast.“

„Ich weiß es nicht… vielleicht hatte ich Angst… ich weiß es echt nicht, Manuel.“

Irgendwie ängstlich drückte ich mich an ihn.

„Dann bleib ich selbst verständlich hier. Ich lass dich hier auf keinen Fall alleine. Ich muss das nur mit Direx Meyer bereden.“

„Soll ich mitgehen?“, fragte ich.

„Meinst du, das hilft?“

*-*-*

Manuel

Wir saßen beide im Vorzimmer des Direx. Er hätte noch ein Telefonat und somit hieß es für uns warten. Es war niemand weiter im Zimmer. So hatte ich Michaels Hand genommen und streichelte sie sanft.

Dass die Tür des Direx aufging, bekamen wir überhaupt nicht mit, so sehr funkelten wir uns gerade wieder an.

„Wenn die Herren sich dann mal voneinander lösen könnten…“

Micha und ich fuhren gleichzeitig auseinander.

„… dann könntet ihr mir folgen.“

Wir standen auf und folgten ihm nun in die heiligen Räume des Direx.

„Was habt ihr auf dem Herzen?“, fragte Direktor Meyer.

„Ich würde gerne hier bleiben über die Ferien… wenn das geht…“, sagte ich frei heraus.

Der Direx sah mich und Micha scharf an. Dann blätterte er irgendetwas in den Unterlagen.

„Mir ist natürlich nicht entgangen, dass da zwischen euch beiden etwas läuft…“, begann er zu reden.

Nervös schauten Michael und ich uns an.

„… aber da ich sehe, dass sich das auf deinen Notenspiegel und vor allem auf den Umgang mit deinen Mitschülern positiv auswirkt, Manuel, würde ich es sogar begrüßen, wenn du hier bleiben würdest.“

Als hätte man mir eine schwere Last genommen, atmete ich tief aus.

„Unter einer Bedingung allerdings!“

Wieder hielt ich die Luft an.

„Ihr beide lernt in den Ferien weiter. Ich bin mir sicher, dass Manuel seinen Notenspiegel noch weiter anheben kann.“

Anscheinend hatte auch Direx Meyer keine Probleme damit, dass Micha und ich zusammen waren.

„Und noch eins. Es freut mich sehr, dass ihr zwei euch gefunden habt…, aber…“

Oje, jetzt kommt das berühmte Aber.

„… aber ihr zwei müsst aufpassen! Im Kollegium weiß ich, dass euch keine Steine in den Weg gelegt werden. Aber wie eure Mitschüler darauf reagieren… weiß ich nicht. Seid bitte vorsichtig. Ach ja und noch einen Gruß von Frau Stein, ihr solltet vielleicht eure Zimmer abschließen – von innen, wenn ihr drinnen seid.“

Sämtliches Blut, das vorher aus meinem Gesicht gewichen war, strömte jetzt mit doppelter Geschwindigkeit zurück. Direx Meyer lehnte sich grinsend in seinen Sessel.

„Jetzt muss ich das nur noch mit Zuhause regeln“, murmelte ich zu Michael.

„Das kannst du beruhigt auch mir überlassen“, funkte Direktor Meyer dazwischen, „ich weiß auch schon, wie.“

Verwundert schaute ich den Direx an. Ich wurde nicht aus ihm schlau. Seine weißen Zähne blitzten mir entgegen.

„Und nun ab mit euch. Über den Verlauf der Ferien bekommt ihr noch Nachricht. Ich werde gleich Frau Kluge Bescheid geben, dass wir einen Gast mehr haben über die Ferien.“

„Wie viele bleiben denn hier?“, fragte Michael.

„Insgesamt fünfzehn. Da fällt mir etwas ein, ich hätte da noch eine Bitte an euch. Außer euch Großen ist nur noch Elias Kupfer aus der 10a hier im Haus, sonst sind es nur Kinder aus der fünften und sechsten Klasse.“

Direx Meyer hatte eine gewichtige Miene aufgesetzt.

„Es könnte sein, dass einer der Kleinen Heimweh bekommt. Meine Bitte an euch, unterstützt den Ferienlehrer so gut ihr könnt. Wäre das machbar?“

„Kein Problem“, meinte Michael und ich nickte zustimmend.

„Und welcher Lehrer bleibt hier?“, fragte nun ich.

„Den kennt ihr noch nicht, fängt hier jetzt vor Weihnachten erst an. Ein Herr Leibold.“

„Aha.“

„So nun aber los mit euch, ich habe noch Einiges zu erledigen.“

Gemeinsam verließen wir das Büro von Direx Meyer und gingen den Flur hinunter in Richtung unseres Zimmers.

„Findest du nicht auch komisch, dass ausgerechnet vor den Ferien ein neuer Lehrer anfängt?“, fragte ich.

„Vielleicht hat er keine Familie und ist somit alleine…“, entgegnete Michael.

„Wir sind auf jedem Fall nicht alleine“, grinste ich.

Kapitel 7

Michael

Ich drehte mich einmal um meine eigene Achse.

„Was schaust du so komisch?“, fragte Manuel.

„Dürfen wir eigentlich die Zimmer umstellen?“

„Ich glaube ja…, solange es danach nicht aussieht wie ein Chaos. Auf dem Speicher stehen übrigens sogar zusätzliche Möbel, wie Sessel oder Tische. Aber wieso fragst du?“

„Findest du unser Zimmer schön?“, fragte ich weiter.

„Ist halt ein Zimmer…“

„Gefällt es dir?“

„Eigentlich nicht… aber ich habe mir da auch keine Gedanken darüber gemacht…, alleine hier im Zimmer…“

„Du bist nicht mehr alleine“, meinte ich.

„Und was hast du jetzt vor?“

„Das Zimmer gemütlicher machen… gibt es hier auch Pflanzen?“

„Die verwaltet Frau Stein…“

„Okay… komm mal her, mein großer starker Mann!“, meinte ich grinsend.

„Soso, du willst mich ja nur zum Möbelschleppen verdonnern.“

„Klar, für irgendetwas must du doch gut sein“, entgegnete ich.

Dieser Ausspruch schien ihm nicht zu gefallen. Er packte mich, schmiss mich regelrecht aufs Bett und setzte sich auf mich. Ich musste lachen und konnte mich dadurch nicht wehren.

„So, für etwas Anderes bin ich also nicht zu gebrauchen“, meinte Manuel und hielt meine Hände fest.

„Och komm Manu, du weißt, wie ich das gemeint habe.“

Ich konnte einfach nicht anders und lachte weiter. Das Lachen wurde aber abrupt gestoppt, als Manuel seinen Mund auf meinen drückte und mir einen Kuss gab. Seine Zunge bohrte sich durch meine Lippen und forderte Einlass, was ich auch gewährte.

Eine wilde Knutscherei begann und Manuels Hände… sie waren einfach überall. Plötzlich setzte er sich wieder auf und grinste hämisch.

„Für das bin ich auch noch gut!“, meinte er und übten einen kleinen Druck auf meine Hose aus.

Meine Hose hatte eine mächtige Beule – ergo, ich hatte einen Steifen. Manuel erhob sich und zog mich wieder von seinem Bett.

„Sag so etwas nie wieder“, grinste er weiter, „sonst bremse ich mich das nächste Mal nicht mehr.“

„Reizvolles Angebot… komme ich bestimmt drauf zurück.“

„So und nun sag mir, was du vorhast.“

Das war jetzt schon etwas fies. Mächtig aufgegeilt, sollte ich ihm jetzt erklären, was ich vorhatte. Ich ging zum Schreibtisch und zog ein leeres Blatt hervor. Schnell war der Grundriss des Zimmers aufgemalt.

Dann verteilte ich die Möbel neu im Zimmer. Kunstvoll sah es nicht gerade aus, aber man konnte erkennen, wo was stand.

„Und somit haben wir hier eine Menge Platz und könnten noch zwei Sessel und ein Tischchen aufstellen.“

„Sieht cool aus… aber bist du sicher, dass unsere Betten so dicht beieinander stehen sollten?“

„Wir können natürlich auch die Betten an die Wand stellen und die Nachttische dazwischen…, aber so gefällt es mir besser.“

„Und wenn das jemand sieht, ich meine, der Direx sagte, wir sollen vorsichtig sein.“

„Seit ich hier bei dir wohne, ist noch niemand herein gekommen, außer vielleicht ein paar Lehrer.“

Und genau in diesem Augenblick klopfte es an unsere Tür. Manuel drehte sich und zog unsere Zimmertür auf. Davor stand ein Junge, etwa ein Jahr jünger als wir.

„Hi… seid ihr Manuel und Michael?“

„Ähm… ja“, kam es von Manuel.

„Gut ich bin Elias. Ich habe gehört, ihr bleibt auch über Weihnachten hier.“

„Ja… bleiben wir“, gab ich von mir.

„Ähm… würde es euch etwas ausmachen… wenn wir etwas Zeit miteinander verbringen… von meinem Jahrgang bleibt keiner hier. Die meisten wurden schon abgeholt.“

Fragend schaute ich Manuel an.

„Also, wir wollen jetzt erst mal unser Zimmer umräumen. Falls du helfen willst, bleib da, ansonsten musst du noch längere Zeit auf uns verzichten“, meinte Manuel, der ansonsten nicht so gut auf die Anderen zu sprechen war.

„Ich helfe gerne, habe sowieso nichts zu tun“, meinte Elias.

*-*-*

Etwa eine Stunde und fünf leere Sprudelflaschen später, waren wir fertig.

„Wow, das Zimmer kommt ja richtig gut“, meinte Elias, „besonders das zusammen geschobene Bett gefällt mir gut.“

Ich grinste Manuel an.

„Und bei Frau Stein gibt es Pflanzen?“, fragte ich.

„Ja, ich habe mir bei ihr eine kleine Pflanze für meinen Nachttisch geholt“, erklärte Elias.

„Mir schwebt etwas Größeres vor“, meinte ich.

„Wenn du noch Pflanzen willst, solltest du dich aber beeilen. Ich denke, Frau Stein wird nicht mehr lange da sein“, kam es Manuel.

„Kommt ihr mit?“, fragte ich.

„Wenn du nichts dagegen hast, hole ich mir erst einen Tee“, sagte Elias.

„Gute Idee…, willst du auch einen, Scha…“, Manuel stockte mitten in der Frage.

Oje, jetzt hätte er fast Schatz gesagt. Elias schien aber nichts gemerkt zu haben.

„Ich bring euch beiden einen Tee mit“, meinte Elias und verschwand.

„So, so … Schatz“, grinste ich.

„Bist ja auch! Mein Schatz!“

Er zog mich wieder ins Zimmer und drückte mich innen gegen die Tür. Sein Körper rieb sich an meinem und seine Lippen bedeckten mein Gesicht.

*-*-*

Natürlich war Frau Stein nicht mehr da gewesen. So mussten wir das auf nach den Ferien verschieben. Die erste Nacht direkt neben Manuel zu schlafen war einfach traumhaft. Ich hatte mich bis dahin noch nie so wohl und geborgen gefüllt.

Der nächste Morgen war auch schön, es waren Ferien. Das hieß, dass es das Frühstück erst gut zwei Stunden später gab. Als ich erwachte, schien schon die Morgensonne ins Zimmer. Manu lag neben mir in seinem Bett. Seine Decke war hinunter gestrampelt und so hatte ich freie Aussicht auf seinen knackigen Hintern.

Sein linkes Bein war leicht angewinkelt, was die Wirkung des runden Apfelpopos noch verstärkte. Er schlief noch tief und fest, was ich an seinem gleichmäßigen Atem hören konnte.

Ich stützte mich auf meinen Ellenbogen ab und fuhr sanft mit der Hand über seinen nackten Rücken. Ein wohliges Brummen entfuhr Manus Lippen. Ich musste grinsen. Dann beugte ich mich hinüber und verteilte kleine Küsse auf seinem Rücken.

Plötzlich begann sich Manu zu räkeln. Ohne die Augen zu öffnen, wanderte er in meine Richtung, nahm mich in die Arme und zog mich auf sich. In mir fing alles an zu kribbeln.

„Morgen“, brummte Manu.

„Morgen Manu.“

„Gut geschlafen?“, fragte er gähnend.

„Neben dir immer“, lächelte ich.

Das rechte Auge öffnete sich und blinzelte mich an.

„Wie kann man schon so früh am Morgen so wach und gut gelaunt sein?“

Ich grinste nur und bleib ihm eine Antwort schuldig.

„Komm her!“, meinte er und zog mich zu einem Kuss hinunter.

Sanft knabberte er an meiner Unterlippe, bis sich seine Lippen dann völlig um meine schlossen. Seine Hand wanderte weich über meinen Rücken, was mir eine Gänsehaut bescherte.

Meine Zunge grub sich tief in seine Mundhöhle, wo sie von seiner Zunge herzlich begrüßt wurde. Wenige Minuten später setzten wir beide keuchend ab.

„Ich liebe dich, Kleiner“, hauchte Manu und gab mir einen weiteren Kuss auf den Mund.

„Ich dich auch!“

Seine Hand fuhr weiter hinunter und landete nun endgültig auf meinem Hintern. Seine Finger tasteten sich an meiner Pofalte entlang, was mir einen wolligen Schauer einbrachte. Plötzlich hielt Manu inne. Fragend schaute ich ihn an.

„Wenn du nicht willst – ich wäre dir nicht böse.“

„Quatsch!“, sagte ich, „wenn ich es nicht wollen würde, läge ich dann nackt auf dir?“

In Manus Augen entstand ein Leuchten, das ich bisher so noch nie gesehen hatte. Fordernd zog er mich wieder hinunter und gab mir einen weiteren Kuss. Dann drehte er mich sanft zur Seite, bis ich neben ihm zu liegen kam.

Seine Lippen wanderten nun an meinem Hals hinunter zur Brust. Ich konnte nicht anderes und musste leise stöhnen. Es war einfach nur ein geiles Gefühl. Plötzlich spürte ich etwas Warmes an meiner Brust. Ich öffnete die Augen und sah, wie Manu mit seiner Zunge sanft meine Brustwarze bearbeitete. Mein Körper fing leicht an zu zittern und wieder entfleuchte mir ein Stöhnen.

Küssend wanderte Manu nun weiter nach unten. Seine Hand fuhr an der Innenseite meiner Schenkel entlang. Fast gleichzeitig nahm er nun meinen Schwanz in den Mund und massierte meine Eier.

Ich konnte nicht anderes und schrie gedämpft auf. Zu geil war dieses Gefühl, wie Manus Zunge sich über meine Eichel bewegte. Stöhnend warf ich meinen Kopf hin und her, grub meine Finger in Manuels Haare.

Er hatte zwar erst damit angefangen, mir einen zu blasen, aber ich spürte schon jetzt, wie sich in mir alles zusammen zu ziehen begann.

„Oh Manu – ich komme gleich.“

Fast wahnsinnig vor Geilheit, versuchte ich, seinen Kopf wegzudrücken. Doch er leckte weiter unbeirrt über meine Eichel. Zischend stieß ich nun die Luft aus, ich konnte es nicht mehr halten.

Laut stöhnend, fast schreiend entlud ich mich in Manus Mund, zuckte wie wild am ganzen Körper. Ich dachte, gleich explodiert mein Kopf. Mehr und mehr pumpte ich in Manu, als würde es nicht mehr aufhören.

In meinem Kopf machte es nur noch >Pling< und ich schwebte davon. Ich zitterte am ganzen Körper und immer, wenn Manuel mit seiner Zunge über meine Eichel fuhr, zuckte ich vor Geilheit zusammen.

Plötzlich spürte ich seinen Mund wieder auf meinem. Noch immer hatte ich die Augen geschlossen. Zu geil war dieses Erlebnis… mein erstes Erlebnis mit einem Jungen.

Manuel

Michael zitterte noch immer am ganzen Körper. Sein Brustkorb hob und senkte sich recht schnell. Keuchend küsste er mich.

„Wow“, hörte ich ihn schwer atmend sagen.

Sanft streichelte ich über seinen Bauch, was ihn erneut zusammenzucken ließ. Ich schielte zu Michaels Schwanz, der immer noch nicht zusammengefallen war. Mit gespreizten Beinen lag er nun neben mir.

Mein Kopf wandte sich wieder zurück, genau in Michaels Blickfeld.

„Würdest du…?“, fragte er leise.

Verwirrt runzelte ich die Stirn.

„Würdest du mit mir schlafen…, also ich meine, so richtig – in mir drin?“

Wow, jetzt war ich baff. Klar hatte ich schon mit einigen Jungs herumgemacht, aber es lief immer nur aufs Blasen und einen Runterholen hinaus.

„Ich will dir nicht wehtun, habe selbst noch keine Erfahrung damit“, meinte ich leise.

„Ist mir egal, ich will dich jetzt nur noch in mir spüren.“

Ich musste grinsen, weil Micha so verführerisch unter mir lag. Ich stand auf und ging zu meinem Schreibtisch.

„Was machst du?“, fragte Michael.

„Muss etwas holen“, antwortete ich.

Ich zog meine private Schublade auf und nahm eine kleine Tube heraus. Dann begab ich mich wieder zu Michael zurück. Der sah mich grinsend an, nein nicht mich, sondern meinen Schwanz. Der wippte hochragend lustig nach links und rechts.

Ich ließ mich wieder neben Michael fallen und begann ihn wieder zu küssen und streicheln.

*-*-*

Michael

Ein Klopfen weckte mich. Manu lag immer noch auf mir.

„Ja?“, rief ich.

„Wollt ihr denn heut überhaupt nicht aufstehen?“

Das war die Stimme von Elias.

„Doch, wir kommen später in die Cafeteria.“

„Okay, bis später.“

Manu regte sich auf mir.

„Warum schreist du so?“, brummte er.

„Elias stand eben vor der Tür.“

Manu hob den Kopf und lächelte mich an.

„Hat es dir gefallen?“, fragte er leise.

„Traumhaft… Wahnsinn, ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Das war so geil, dass ich noch einmal gekommen bin.“

„Habe ich gemerkt, du hast mich ganz schön gemolken.“

„Das müssen wir unbedingt wiederholen“, grinste ich und zog ihn zu einem Kuss zu mir hinunter.

„Gleich?“, fragte Manu.

„Warum nicht…?“

„Mein Magen knurrt.“

„Das Frühstück haben wir verpasst.“

Ich spürte, wie mein Schwanz wieder zum Bersten wuchs.

„Dann muss ich mir mein Frühstück wohl bei dir holen“, grinste ich und verschwand unter der Bettdecke.

Kapitel 9

Michael

Es tat zwar nicht weh, aber irgendwie lief ich doch komisch. Manuel lief wie John Wayne neben mir. Stolz und eingebildet wie ein Gockel. Sein Hunger hatte uns in die Cafeteria getrieben.

Auch staunte ich nicht schlecht, als wir an den Essensschalter ankamen. Manuel ließ sich gleich die doppelte Portion auf den Teller laden. So lange ich jetzt hier war, hatte er selten mehr als ich gegessen.

Da ja Ferien waren, hatten wir nun reichlich Platz, die Cafeteria war fast leer. Elias konnte ich noch nicht entdecken. Nur einen einzelnen Herren, der sich einsam einen Fensterplatz gesucht hatte und dann ein paar Schüler der Unterstufe.

Schien wohl der neue Lehrer zu sein. Manuel und ich machten uns am runden Tisch breit. Der Tisch, der eigentlich nur den ältesten des Internats vorbehalten war. Während des Essens sah ich, wie Elias in den Speiseraum kam.

„Ha .. hallo…, Ent… tsch… tsch… schuldigung, kö… kö… könnte ich…“

„Nein kannst du nicht – zieh Leine! Siehst du nicht, dass ich beim Essen bin?“

Ich hatte nicht mitbekommen, dass jemand an unseren Tisch gekommen war.

„Was sollte das jetzt?“, fragte ich Manuel.

„Der Gnom soll nicht nerven!“

„Du bist vielleicht ein Arsch. Musstest du den Kleinen so anfahren? Du weißt ja nicht mal, was er wollte.“

Manuel sah mich entgeistert an.

„Findest du das cool, auf Kleineren rumzuhacken?“

Mit einem Mal hatte ich keinen Hunger mehr und sauer war ich auf Manu auch. Hier den Großkotz raushängen zu lassen. Ich trank meine Cola leer und stellte alles wieder auf das Tablett.

„Was ist denn jetzt los?“, fragte Manuel.

„Also, wenn du das nicht weißt, dann tut es mir leid“, antwortete ich sauer und stand auf.

„Micha… was ist denn?“

Diese Antwort blieb ich ihm schuldig. Ich lief zum Schalter, um dort mein Tablett abzugeben.

„Hat es nicht geschmeckt?“, fragte die Frau hinter dem Schalter.

„Sorry, ich habe keinen Hunger mehr“, antwortete ich.

Nur durch Zufall blickte ich Richtung Lehrertisch und sah, dass mich der neue Lehrer beobachtete. Als sich unsere Blicke trafen, schaute er schnell weg. Ich dachte mir dabei nichts weiter.

„Michael, warte doch“, hörte ich Manuel rufen, aber ich reagierte nicht.

Ich lief schnell hoch in unser Zimmer, um meine Jacke zu holen. Danach machte ich mich auf den Weg nach draußen. Ich war froh, dass ich Manuel jetzt nicht begegnete. Ich war derart sauer auf ihn, dass ich ihm am Liebsten eine gescheuert hätte.

Draußen hatte wieder leichter Schneefall eingesetzt. Es fiel mir erst gar nicht auf, dass bereits vorher jemand den Weg Richtung See eingeschlagen hatte. Ohne mir weiter darüber Gedanken zu machen, lief ich weiter.

Immer noch sauer auf Manu, tat mir die frische Luft richtig gut. Mein Zorn legte sich und ich fragte mich, was Manu geritten hatte, den Jungen so zu behandeln. An der ersten Parkbank angekommen, saß dort ein Junge der Unterstufe.

Der Junge, den Manu vorhin weggegiftet hatte.

„Hallo“, rief ich.

Der Junge sah auf.

„Iii ich… gg ggeh sch… schon.“

„Warum solltest du gehen?“, fragte ich den stotternden Jungen.

„Iii ich ww will nnn nicht ne ner nnerven.“

„Tut mir leid, dass Manu so grob zu dir war. Entschuldigung!“

Er lächelte.

„Wie heißt du eigentlich“, fragte ich weiter und setzte mich neben ihn auf die Lehne der Bank.

„T…tt…tors…ssten.“

„Stotterst du jetzt, weil du aufgeregt bist, oder ist das immer so?“

„Iii…immer!“, antwortete Torsten und senkte den Kopf.

„He, du brauchst dich deswegen nicht zu schämen.“

Wieder schenkte mir Torsten ein Lächeln.

„Was wolltest du eigentlich von uns, vorhin?“

„Nnn…nich ssso wwii…wwicht…tttig.“

„He, komm, wenn es nicht wichtig gewesen wäre, wärst du nicht zu uns gekommen.“

„Ddd…er nnneeuue Lll…lehrr…er.“

„Der neue Lehrer? Was ist mit ihm?“

Torsten erzählte, na ja er stotterte es mir vor; dass der Lehrer sich recht komisch verhalten hätte und er sich wunderte, dass sich so, ein Lehrer benehmen kann. Er beschrieb mir, wie der Neue nicht mal auf ein Anliegen, welches wichtig war, reagierte und ihn einfach wegschickte. Schon seltsam!

Mittlerweile war der Schneefall wieder stärker geworden. Mein Blick fiel auf einen dunklen Schatten, der sich auf uns zu bewegte. Als er näher kam, sah ich, dass es Manuel mit einer Kippe im Mund war.

„IIIch g…g…geh je…je…tzt woo…wo…woohl liee…lieber“, meinte Torsten neben mir.

„Nein, du bleibst!“, meinte ich energisch.

„Hallo“, sagte Manuel fast tonlos, als er bei uns ankam.

„Haa…aaallo.“

Ich dagegen blieb stumm. Obwohl er wieder diesen traurigen Blick drauf hatte, der mich fast zerriss, wollte ich es ihm nicht so leicht machen. So schaute ich ihn nur an.

„Tut mir Leid. Bin wohl etwas ausgetickt.“

„Etwas ist gut!“, meinte ich säuerlich.

„Micha…, es tut mir wirklich Leid. – Sorry, ich wollte dich nicht anschnauzen“, meinte er an Torsten gewandt.

„Er heißt Torsten“, sagte ich und starrte immer noch auf den See.

„Willst du jetzt deswegen die ganze Zeit auf mich sauer sein?“

„Weiß ich noch nicht“, antwortete ich, „ich fand das so Scheiße von dir. Ich dachte eigentlich, seit wir… na ja, du weißt schon, hätte sich das gelegt.“

Manuel wurde rot. Ja er wurde richtig rot und schämte sich. Er grub mit seinem Schuh den Schnee um.

„He, iich… bb…bin iihm nnn…nnicht bbö…böse.“

Ich lächelte Torsten an.

„Kommt nicht wieder vor“, meinte Manuel leise neben mir.

„Das will ich hoffen! Kommt, wir gehen rein, mir wird kalt.“

So liefen wir zu dritt zurück ins Internat, denn der Schneefall wurde noch dichter.

*-*-*

Manuel

Das war das erste Mal, dass Micha auf mich sauer war. Gut, er hatte ja Recht, aber irgendwie ertrug ich es nicht. Noch eine ganze Weile lang ließ er sich an diesem Mittag nicht von mir umarmen.

Er saß auf dem Bett und war in irgendein Buch vertieft. Ich seufzte und setzte mich an den Schreibtisch. Es geschahen noch Zeichen und Wunder. Ich steckte meine Nase in ein Mathebuch. Freiwillig.

Der Kleine hatte mich ganz schön in der Hand. Ich wusste nicht warum, aber bei ihm war ich völlig zahm. Aus dem mutierten Arschloch wurde ein Bengelchen. Irgendwann spürte ich eine Hand auf der Schulter.

„Das ist nicht richtig. Die Zahl muss hier rauf und dann das durch das dort teilen.“

Ohne eine Antwort zu geben, radierte ich meinen Fehler weg und hatte plötzlich ganz schnell das Ergebnis raus.

„Ja, super!“, meinte er.

Ich drehte den Kopf und schaute ihn an. Er lächelte mich an.

„Noch böse?“, fragte ich vorsichtig.

„Nein, aber erlaube dir so etwas nicht noch mal. Sonst mach ich dich einen Kopf kürzer!“

„Uuuhhh jetzt bekomme ich aber Angst.“

„Arsch!“

„Angenehm, Sanders!“

Er gab mir einen kleinen Kuss und verkrümelte sich wieder auf sein Bett. Ich seufzte erneut und wollte mich wieder der Matheaufgabe widmen. Mein Blick blieb an einem CD – Paket hängen, das auf der Fensterbank lag.

„Was ist das?“, fragte ich.

Er hob den Kopf.

„Was meinst du?“

„Die CDs, die auf der Fensterbank liegen.“

„Och, irgend so eine CD-Sammlung von Klassik. Hat mir mein Vater geschenkt. Habe noch nicht reingehört, ist nicht meine Musik.“

„Warum hat er dir das denn geschenkt?“

„Ich weiß nicht, was ihn da geritten hatte.“

So vertiefte ich mich wieder in mein Mathebuch.

*-*-*

Mir brannten die Augen und ich sah nur noch Zahlenreihen vor meinen Augen.

„He komm, es reicht für heute, lass uns essen gehen“, hörte ich Micha hinter mir.

Er legte seine Arme um mich und knabberte an meinem Ohrläppchen.

„Buh, stimmt! Mir brummt schon der Schädel. Ist es denn schon so spät?“

„Ja, guck selber.“

Er hielt mir seine Armbanduhr unter die Nase.

„Okay, lass uns gehen.“

„Und keine kleinen Kinder verjagen, okay?“

Ich atmete tief durch. Ich stand auf, kniete mich vor ihm hin.

„Kannst du mir noch einmal verzeihen? Oder willst du mir das mein Leben lang vorhalten?“

Micha grinste fies.

„Das kommt auf dich an. Erhebe er sich und folge mir schnellen Schrittes in die Speisekammer.“

Ich musste grinsen und stand wieder auf. Dann packte mich der Kleine am Hals und küsste mich kurz.

„Das war eine kleine Vorspeise“, meinte Micha und verlies das Zimmer.

Wie das Dessert wohl schmeckte? Eine viertel Stunde später saßen wir in der Cafeteria und machten uns über die Pizza her. Torsten hatte sich zu uns gesellt und Elias kam irgendwann auch. Den neuen Lehrer hatte ich auch schon entdeckt.

Komischer Kauz, dachte ich mir noch, er hatte uns nicht gegrüßt. Schien wohl schüchtern zu sein. So schlang ich Stück für Stück hinunter.

„Willst du noch den Rest von mir?“, fragte Micha, „ich kann nicht mehr.“

„Aber gerne doch“, antwortete ich und zog das Stück Pizza auf meinen Teller.

„Offensichtlich hat da jemand großen Hunger“, meinte Elias.

„Ja, da ist er ganz friedlich, wenn er etwas zu essen hat“, kam es von Micha.

Ich verengte meine Augen und sah ihn gespielt empört an.

Micha, Elias und auch Torsten grinsten nur.

„Er kann sogar richtig lieb sein“, setzte Micha noch eins drauf.

Nun grinste Elias nicht mehr. Fragend sah ich ihn an.

„Sorry. Ich glaube, ich bin da einem Irrtum aufgelaufen.“

„Wieso?“, fragten Micha und ich gleichzeitig.

„Gut, ich kenne Manuel kaum, hab mehr gehört, als dass ich etwas selbst mitgekriegt habe.“

„Was meinst du jetzt?“, fragte Micha.

Meine Laune sank im Augenblick ins Bodenlose. Ich wollte schon etwas äußern, da spürte ich Michas Hand auf meiner. Er hatte sie unter dem Tisch ergriffen. Ich blieb ruhig.

„Na ja. Bisher war mir Manuel nur als…, sorry, ich will niemand zu nahe treten…. eben als Kotzbrocken bekannt, der gerne Leute runter macht oder verschlägt.“

Ich verschluckte mich an dem Stück Pizza, das ich mir grade in den Hals schob. Ich begann unkontrolliert an zu husten. Micha klopfte mir auf den Rücken und hielt mir seine Cola hin.

„Sorry“, meinte Elias“, „das wollte ich nicht.“

Ich stand auf und klopfte mir auf die Brust, bis ich das Gefühl hatte, das Stück wäre weiter gerutscht. Dann trank ich Michas Cola auf einen Zug aus. Torsten stand auf und kam wenig später mit einem neuem Glas Cola zurück.

„Danke“, meinte Micha, als Torsten es vor ihn stellte.

Torsten nickte nur, sagte aber nichts.

„Tut mir jetzt echt Leid, dachte nur, ich bin ehrlich.“

„Bin mir sicher, dass Manuel dir das auch nicht krumm nimmt. Oder Manu?“

Oh Mann, war das jetzt fies! Micha schaute mich durchdringend an. Das war ja jetzt schon fast Erpressung nicht auszutickern. Ich schüttelte bloß den Kopf und setzte mich wieder. Hunger hatte ich jetzt keinen mehr. Ich schob den Teller von mir weg.

„Boah, bin ich jetzt froh. Dachte, du springst mich jetzt an“, meinte Elias.

Wenn du wüsstest, wie gerne ich das jetzt tun würde. Sei froh, dass Micha neben mir sitzt, dachte ich im Stillen.

„Habt ihr Lust, heute Abend noch etwas zu spielen?“, fragte Elias.

„Klar, warum nicht. Könnten wir bei uns machen, hat ja Platz“, meinte Micha.

„Iii…ch we…wweiß nnn nniii nicht, ooob iii…ch in eu…eu…euren Traa…Trakt da…darf“, stotterte Torsten.

„Warum nicht?“, fragte Micha.

„Während der Schulzeit darf keiner der Unterstufe zu den Älteren. Nur wir dürfen zu den Kleinen, wenn wir Nachhilfe geben“, erklärte Elias.

„Blöde Regelung. Also ich denke, das gilt für die Ferienzeit nicht, sonst schmuggeln wir Torsten in unser Zimmer.“

Ich gab keine Widerworte, denn ich wollte mich nicht mit Micha anlegen. Ich hatte mein Pensum heute garantiert schon voll ausgeschöpft. So räumten wir alle unsere Tabletts ab und gingen zu uns aufs Zimmer.

„Wow!“, brachte Torsten ohne zu stottern heraus, als wir das Zimmer betraten.

„Soooo gr…grr…oß iiii…ist uu unnser Zi…Zimmm…er nnn…nicht!“

„Jeder, wie er es verdient“, meinte Micha und schloss hinter uns die Tür.

Kapitel 10

Michael

Drei Stunden saßen wir schon über Monopoly und noch kein Ende in Sicht. Torsten hortete als einziger das meiste Geld. Mir war auch aufgefallen, dass er lange nicht mehr so arg stotterte. Er war viel ruhiger geworden.

„Ich muss mal auf die Toilette“, meinte ich.

„Okay, Pause“, meinte Manu und schenkte Limonade in unsere Gläser.

Ich verließ das Zimmer und lief den Flur hinunter. Als ich die Toilette betrat, stutze ich, weil die Beleuchtung aus war. Die brannte eigentlich immer. Jetzt war sie vielleicht auch wegen der Ferien abgeschaltet.

Ich tastete über die Wand und fand den Schalter. Wenige Sekunden später erhellten die Neonröhren an der Decke den Raum. Ich betrat eine Toilette und schloss hinter mir ab. Ich durchdachte meine nächsten Spielzüge, wie ich vielleicht zu mehr Geld kommen konnte, aber das hing ja eh von meiner Würfelei ab.

Ich hob meinen Kopf, weil ich dachte, etwas gehört zu haben. Aber ich täuschte mich. Auf der Toilette war es ruhig. Ich drückte auf die Spülung und verließ die Kabine wieder. Noch schnell die Hände waschen, dachte ich und dann wieder zurück.

Ich drehte den Wasserhahn auf, ließ dass Wasser über meine Hände laufen.

„Jetzt habe ich dich endlich, du kleiner Scheißkerl!“

Ich fuhr zusammen und drehte mich um. Ich sah direkt in den Lauf einer Pistole und in das Gesicht des neuen Lehrers.

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