Die zweite Chance – Teil 6

Eine halbe Woche war Florian mit seiner Familie jetzt schon wieder zu Hause. Die meiste Zeit hatte er zu seinem Leidwesen im Bett verbringen müssen. Die Kopfschmerzen und die verstopfte Nase hatten sich einen Tag nach der Rückreise zu einer starken Erkältung entwickelt. Mit allen Grippesymptomen die dazugehören.
Für Florian hieß das meist den ganzen Tag Langeweile.
Tom war für einige Tage zu Freunden gefahren, mit denen er zusammen sein Abitur gemacht hatte.
Laura spielte fast den ganzen Tag im Garten und sorgte dort für eine höhere Wasserrechnung.
Meist schaffte sie es innerhalb eines Tages ihr neu gefülltes Planschbecken wieder zu leeren.
Florian dagegen arbeitete sich nach langer Zeit mal wieder durch seine Comichefte. Fast die hälfte des Tages döste er jedoch vor sich hin und schlief immer wieder ein. Es war einfach zu warm um den ganzen Tag im Bett und unter der Decke zu liegen.
Er hatte grade eine japanische Manga-Reihe beendet, als ihn ein kurzes Klopfen an der Tür wieder hochfahren ließ.

„Wie geht es dir Florian?“

Seine Mutter kam ins Zimmer. Sie legt ihm kurz ihre Hand auf die Stirn, was Florian eigentlich in Zeiten von modernen Infrarot-Thermometern für ziemlich überflüssig hielt.

„Dir scheint es ja schon wieder besser zu gehen. Du hast übrigens Besuch. Marcus und Kathrin sind da. Soll ich sie hochschicken, oder willst du Ruhe haben?“

„Nee, Ruhe hatte ich diese Woche schon genug. Schickst du sie hoch?“

„Mach ich.“

Bevor sie sein Zimmer wieder verließ nahm sie noch das dreckige Geschirr mit, das sich neben Florian Bett angesammelt hatte.
Kurz darauf machte sich wieder jemand an der Türe bemerkbar. Markus und Kathrin kamen nacheinander in Florians Zimmer.

„Hi, Florian. Wie geht’s dir?“

„Es geht schon wieder. Setzt euch irgendwo hin. Woher wisst ihr denn, dass ich krank bin?“

„Ähm…“, Marcus wurde etwas verlegen. „Von meiner Mutter. Sie meinte das du wohl krank bist.“

Das stimmte zwar nicht so ganz, eigentlich hatte sie nur von ihrem sechzehn Uhr Termin gesprochen. Doch das wollte er so lieber nicht sagen. Bis auf Marcus wusste ja noch keiner von Florians Freunden, dass er einmal wöchentlich einen Termin bei Marcus Mutter hatte.

„Woher weiß sie das denn?“ kam auch dementsprechend die Frage von Kathrin.

„Ich glaub sie hat meine Mutter beim einkaufen getroffen“, half Florian einem verlegenen Marcus aus. „Wollt ihr was trinken? Müsstet ihr allerdings selbst holen.“

„Das muss ich hier doch jedes Mal.“

Marcus verließ das Zimmer in Richtung Küche.
Katrin setzte sich auf den Schreibtischstuhl. Mit ihren Füßen drehte sie sich langsam im Kreis und sah sich im Zimmer um.

„Ich hätte was anderes erwartet.“

„Und was?“

„Wohl mehr Farbe und weniger weiß an den Wänden.“

Florian hatte sein Zimmer nach dem Umzug zwar weiter eingerichtet, doch die Wände sahen noch immer ziemlich weiß aus. So richtig konnte sich nicht entscheiden, welche Poster er an der Wand haben wollte. Die alten aus seinem Zimmer jedenfalls nicht.
Zumindest hatte er es geschafft seine beiden Regale aufzuhängen. Allerdings hingen sie jetzt mit einem Neigungswinkelwinkel von exakt sechzehn Grad an der Wand. Egal wie oft er seiner Mutter sagte wie genau sie ausgerichtet waren, sie meckerte ständig über die die schiefen Dinger.

„Zumindest dieses leicht Chaotische ist vorhanden.“

Kathrin drehte sich zu Florian. Dieser setzte sich etwas im Bett auf.

„Seit wann trägst du denn eine Kette?“

Florian tastete etwas unsicher an seinem Hals. Scheinbar war sie beim aufrichten unter seinem Hemd hervorgerutscht.

„Die hab ich geschenkt bekommen.“

„Im Urlaub?“

„Ähm.. ja… nein… also…“

Florian nahm seine Hand wieder runter. Jetzt waren auch die Ringe deutlich zu erkennen. Etwas unsicher lächelte er Kathrin an. Diese guckte weiter auf die Kette.

„Das… also das ist…“

„Tut mir leid.“

„Oh…“

Kathrin starrte weiter auf Florians Hals. Dann atmete sie tief ein und blickte in Florian Augen, der sie ebenso ansah.

„Du hast dir wohl etwas anderes erhofft.“

Kathrin sah ihn weiter an, und schloss dann ihr Augen.

„Ja irgendwie schon“, und öffnete sie wieder.

„Kathrin?!“

„Hmmm…“

„Ist alle in Ordnung zwischen uns.“

„Wie meinst du das denn?“

„Na, was wirst du denn jetzt machen?“

„Wie? Glaubst du ich würde jetzt überall rumlaufen und…“

„Da bin ich wieder.“

Marcus kam mit Saft und Gläsern zurück ins Zimmer. Nach zwei Schritten blieb er wieder stehen.

„Was ist denn hier los?“

Mit zusammengekniffenen Augenbrauen sah er von Kathrin zu Florian und wieder zurück.

„Kathrin hat die Kette gesehen.“

„Welche… oh…du trägst sie?“

„Du weißt davon?“ Kathrin wurde immer verwirrter.

„Sie ist von Marcus.“

„Oh… seid ihr…“

„Ich mit dem Chaoten?! Bestimmt nicht!“

„Idiot! Halt die Klappe! Es war eher als psychologisch Ego-stützenden Maßname gedacht.“

„Hat ja auch irgendwie funktioniert.“

„Ich sollte in die Fußstapfen meiner Mutter treten“, strahlte Marcus.

„Das war nicht abgesegnet?“

„Ähm, wenn du so fragst…“

„Hey! Könntet ihr mal wieder so reden, dass ich auch was verstehe!“ Kathrin bekam immer mehr den Eindruck, sie würden sich über sie lustig machen.

„Sorry.“

Marcus setzte sich auf Florians Bettende. Florian wandte sich wieder zu Kathrin.

„Marcus hat sie mir geschenkt weil ich ein wenig Probleme damit hatte schwul zu sein. Er wollte mir damit zeigen, dass ich gute Freunde hab, die mich so nehmen wie ich bin.“

„Achso, sagt das doch gleich.“

Nach außen gab sie sich mit der Antwort zu frieden. Ihr Kopf arbeitete jedoch grade auf Hochtouren, bis sich ihre Augen zusammenzogen und Marcus anfunkelten.

„Marcus du bist ein Riesen Arschloch! Du hast uns allen die Entscheidung abgenommen, Selbst Florian!“

Marcus lächelte Kathrin an.“ Ach?!“

„Du hast ihm das versprechen gegeben, dass wenn wir seine Freunde sind, wir nichts sagen werden. Du hast uns völlig entmündigt.
Und Florian konnte gar nicht anders, als die Kette zu tragen. Bei allem anderen hätte er gezeigt, kein vertrauen in uns zu haben.“

Marcus guckte unschuldig in Florians Zimmerecken als gäbe es das etwas interessante zu entdecken.

„Marcus?“ Florian versuchte seine Stimme bedrohlich klingen zu lassen. „War das echt beabsichtigt.“

„ Was denkst du denn?“

Florian lacht laut auf und wurde von beiden schief angeguckt. Erst nach einer Weile beruhigte er sich wieder.

„Das ist das coolste, was jemals jemand für mich gemacht hat.“

Marcus lehnte sich selbstzufrieden auf dem Bett zurück. Kathrin sah allerdings nicht ganz so glücklich aus.

„Dir gefällt das auch noch, was er gemacht hat?“

„Klar sieh es doch mal aus meiner Sicht. Er hat für mich einfach nur die Beste Möglichkeit vorweggenommen. Und du willst mich doch wohl nicht enttäuschen?“

Florian konnte sich ein erneutes lachen nicht verkneifen. Kurz darauf wurde er jedoch wieder ernst.

„Kommst du damit klar Kathrin. Also, dass ich schwul bin“

„Ja, schon. Auch wenn ich mir was anderes gewünscht hätte.“

„Ich weiß. Tut mir leid.“

Kathrin atmete schwer ein. „Muss es nicht. Das ist doch nichts wo du etwas für kannst. Und du“, damit warf sie einen Bleistift nach Marcus,“ hättest ruhig mal was sagen können!“

Marcus wehrte den Stift, der in einer Ecke landete, mit der Hand ab.

„Nein, das ist Florians Sache. Ich werde nicht herumerzählen, das er in seiner Freizeit im Tütü herumläuft.“

„Hey!“

Florian sprang auf und wollte Marcus eine Kopfnuss verpassen. Dieser wich jedoch aus, bevor er lachend vom Ende des Betts fiel und sich nur schwer wieder hoch ziehen konnte.

„Da zwischen euch ja nun alles geklärt ist, hab ich jetzt mal ne ganz andere Frage. Was ist denn bei euren Nachbarn gegenüber los?“

„Was soll denn da los sein?“

„Na da stehen einige LKWs vorm Haus und so ziemlich alle Fenster sind rausgerissen.“

„Was fragst du mich. Ich bin krank und hab nur im Bett gelegen.“

„Klar, ist schon schwer einfach aus dem Fenster zu gucken. Das ist genau gegenüber Florian!“

Florian guckte zwischen beiden hin und her. „Was denn? Ich hab halt nicht drauf geachtet.“

„Wie auch immer.

Kathrin schüttelte ihren Kopf.

„Aber eigentlich sind wir hier um noch was wegen unserem Zelten abzusprechen.“

„Stimmt das ist ja bald. Aber ich hätte da auch noch was anderes.“

„Und was?“

„Meinen Geburtstag, hab ich wohl auch vergessen zu erwähnen.“ Florian lächelte sie verlegen an.

„Und wann ist das?“

„Übernächstes Wochenende.“

„So schnell schon?! Wie sollen wir denn da was vorbereiten?“

„Sollt ihr doch gar nicht. Ich dachte einfach an lustiges Zusammensein und ein wenig Fleisch auf den Grill hauen.“

„OK, hast uns schon überzeugt.“

*-*-*

Anderthalb Wochen später war Florian an seinem Geburtstag in der Küche beschäftigt. Er rührte den Tomatensalat um und probierte an dem Gemisch.

„Warum muss ich eigentlich den Tomatensalat zu meinem Geburtstag selber machen?“

„Reg dich nicht auf. Ich hab doch schon die Tomaten geschnitten und bin jetzt schon bei den Kartoffeln.“

„Aber nur weil ich sie vorher schon gekocht hab!“

„Fängst du schon wieder damit an? Wird dir das nicht irgendwann genug? Du kannst auch alles alleine machen.“

„Mach ich doch eh fast schon“, erwiderte er mit einem breiten Grinsen.

Das Geplänkel mit seiner Mutter in der Küche entwickelte sich immer mehr zum Ritual.
Florian nahm den Salzstreuer und bedachte den Salat mit einer weiteren Portion Salz. Doch erst nachdem er auch noch mit der Mühle Pfeffer dazugab fand er das Ergebnis zufriedenstellend.
Er schob die Schüssel zur Seite und bestückte den Backofen mit zwei Baguettes.
Durch das Küchenfenster sah er dann schon Marcus und Arne auf das Haus zukommen.

„Kannst du den Kartoffelsalat fertig machen, Mama?“

Florian rannte zur Tür und hatte diese schon geöffnet, bevor die Beiden sie erreicht hatten.
An den Türrahmen gelehnt wartete er.

„Da hatte es aber jemand eilig!“

„Klar, ich warte auf eure Geschenke.“

„Geschenke? Davon war nicht die Rede!“

Marcus nahm Florian lachend in den Arm.

„Alles Gute Großer!“

Von Arne bekam er einen Knuff auf den Arm.

„Alles Gute zum Geburtstag, Kleiner!“

„Kommt erst mal rein, immer geradeaus und hinten wieder raus. Ich komm gleich nach.“

Marcus und Arne gingen durch das Wohnzimmer auf die Terrasse. Florian versicherte sich lieber noch einmal in der Küche ob auch alles glatt lief.

„Soll ich noch helfen?“

„Ich bin schon fast fertig, kümmere dich lieber um deine Gäste.“

„Ok, bin schon wieder weg.“

Florian nahm eine Flasche Cola aus dem Kühlschrank und ging dann zu seinen Freunden in den Garten.
Auf der Terrasse hatte er einen großen Gartentisch mit Stühlen aufgestellt. Am Rand der Steinplatten stand der Grill, ein kleiner Campingtisch daneben.
Marcus saß am großen Tisch und beobachtete Arne und Tom am Grill. Beide schienen zu diskutieren. Florian setzte sich lieber zu Marcus und schob ihm ein Glas zu.

„Was machen die beiden denn da?“

„Die sind sich nicht einig wer der Obergrillmeister ist und wie man den Grill am Besten anmacht.“

„Das ist doch ganz einfach“, rief Florian den beiden am Grill zu. „Kohle rein.“

„Anzünder drauf“, fuhr Marcus fort.

„Und Streichholz dranhalten, ganz einfach!“

Mit ernster Miene brachten sie ihre Anweisungen zum Besten und ernteten nur zwei ungläubige Blicke.
Tom wedelte mit einer Grillzange zu seinem Bruder.

„Mach nur so weiter. Dann schmeiß ich dich heut noch in den Gartenteich.“

„Welchen Teich? Wir haben doch gar keinen.“

„Den heb’ ich freiwillig aus. Dann kann ich Marcus hinterher schmeißen“, ergriff Arne für Tom Partei.

„Könnt ihr nicht mal heute aufhören euch zu ärgern?“

Lars verließ grade das Haus. Gefolgt von Kathrin, Sabine und Michael kam er auf die Terrasse. Bei allen vier folgte die obligatorische Umarmung mit den verschiedensten Glückwünschen. Von Lars bekam er noch zu hören, dass er im neuen Lebensjahr Arne nicht völlig zur Verzweiflung bringen soll.

„Geht nicht, dann bekomm ich ärger mit Marcus“, war sein Kommentar, den er aber mit einem Grinsen äußerte.

„Was anderes hätte mich auch gewundert“, lachte Lars, während Florian seine Freunde an dem Tisch platzierte.
Zusammen mit Laura, die sich nicht nehmen ließ zu Helfen, wurden Alle als erstes mit Getränken versorgt. Erst danach setzten sich beide sich zu den anderen. Selbst Tom und Arne hatten sich darauf einigen können die Kohlen mal für ein paar Minuten in Ruhe zu lassen.

Mit der Präzision eines Uhrwerks begann dann bei allen Gästen Hektik auszubrechen.
Jeder fing an in seinem Rucksack herumzukramen oder einfach ein buntes Geschenk aus einer Tüte hervor zu ziehen.
Florian packte nacheinander CDs, Bücher und auch eine DVD aus. Von Arne bekam er nur einen schlichten Umschlag in die Hand gedrückt. Als Florian ihn ausgepackt hatte legte sich ein erstaunter Ausdruck auf sein Gesicht.

„Ja, ich hab mich da reingetraut“, rechtfertigte sich Arne.

Florian hielt einen Gutschein für den Skaterladen in den Händen. Sein Erstaunen wich einem diabolischem Grinsen.

„Danke, aber du musst mitkommen etwas aussuchen!“ verlangte er von Arne.

Das erwartete, verzweifelte Seufzen auf die Ankündigung, noch einmal den Laden betreten zu müssen, ließ nicht lange auf sich warten.

„Da jetzt scheinbar alles so weit verteilt ist. Und Alle wieder die nötige Aufmerksamkeit an den Tag legen habe ich noch etwas, was diese Aufmerksamkeit auch benötigt.“

Lars sprach diese Worte mit der Betonung eines Vertreters, der versucht seine Thermounterwäsche im Verkaufsfernsehen in Zentralafrika los zu werden.
In der darauf folgenden Stille packte er mit betonter Ruhe ein weiteres Geschenk aus seinem Rucksack aus. Mit leicht zuckenden Mundwinkeln hielt er Florian ein flaches Päckchen entgegen.
Es hatte ungefähr die Größe eines Din-A4 Blocks.
Florian nahm es entgegen und entferne langsam die Klebestreifen. Seine Erfahrung sagte ihm eigentlich, dass man so groß angekündigte Geschenke lieber alleine öffnen sollte. Aber die Möglichkeit würde Ihm Lars wohl nicht lassen.
Langsam zog er das Papier runter um erst einmal alleine einen Blick auf das Geschenk werfen zu können.
Erstaunt riss er die Augen auf und merkte wie ihm das Blut in den Kopf schoss.
Es war ein Foto hinter einem Glasrahmen.
Einen Blick auf Marcus konnte er sich nicht verkneifen, der ihn jedoch nur fragend ansah. Genauso wie die anderen am Tisch. Nur Lars war am kichern, er schien wirklich der einzige zu sein, der den Inhalt kannte.
Florian zog das Papier ganz runter und drehte das Bild, das ihn und Marcus zeigte, zu den Anderen. Florian war ohne T-Shirt und mit heruntergelassenen Hosen auf dem Boden zusehen und Marcus nur in engen Retroshorts auf ihm liegend. Lars hatte also wirklich ein Foto von ihrem Umkleideunfall gemacht.
Die Reaktion der anderen war wie erwartet und vollzog sich von einem ungläubigen Erstaunen über Grinsen zu unkontrolliertem lachen.
Nur Marcus sah ebenfalls etwas betreten drein.

„So was machst du also in deiner Freizeit.“ Auch Tom hatte vor lachen Tränen in den Augen stehen.

„Abzug!“ war auch alles was von Kathrin und Sabine zu hören war wenn sie sich kurz wieder beruhigt hatten. Auch wenn diese Phasen nicht grade lang anhielten.

„Aber das Foto kommt nicht auf deinen Nachttisch!“

Michael ließ mal wieder den eifersüchtigen Freund raushängen, was ihm aber meist eh niemand abkaufte. Nur langsam beruhigten sie sich alle wieder.

Erst durch Lars ruf, „Elternalarm!“ kehrte wieder Ruhe ein.

Florians Eltern kamen gerade auf die Terrasse. Gefolgt von seinen Großeltern mit deren Besuch Florian eigentlich erst am nächsten Tag gerechnet hatte.

„Oma, Opa, was macht ihr denn schon hier? Ich dachte ihr kommt erst morgen.“

Florian stand auf und ging auf seine Großeltern zu, die noch immer vor der Terrassentür standen. Seine Eltern standen sichtlich nervös daneben.
Irgendwie bekam er ein ungutes Gefühl.

„Hallo Florian, alles Gute zum Geburtstag.“

Schon von weitem bekam er die Glückwünsche übermittelt. Aber seine Großeltern blieben stehen wo sie waren. Sein Großvater schien sich besonders unwohl zu fühlen, er blickte auf den Steinboden und sah seinen Enkel nicht an.
Florian blieb stehen, er war sich sicher, dass etwas nicht in Ordnung war.

„Was, ist los?“

Nach einer kurzen Stille ergriff seine Großmutter das Wort.

„Florian, wir haben noch jemanden mitgebracht. Jemanden, den du auch kennst.“

Mit diesen Worten drehte sich leicht zur Seite und auch Ihr Mann trat einen Schritt zurück. Beide gaben so den Blick auf die Tür frei.

Florian sah auf den Eingang und war zu keiner Regung mehr fähig.

Nie hätte er geglaubt diesen Menschen an diesem Ort und an diesem Tag zu sehen.

Er spürte wie ihm die Knie weich wurden als er ihn länger anstarrte.

Unter dem Türrahmen stand, unsicher und mit eingezogenem Kopf, niemand anders als Sascha!

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