Unbegrenzte Möglichkeiten – Teil 5

Es war also endlich soweit. Die Schule war vorbei, ich hatte Sommerferien und das Beste an der ganzen Sache war: Ich konnte sie mit Isaac Hanson zusammen verbringen.

Ende Juni, nachdem wir endlich alles beisammen hatten machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Meine Eltern meinten noch, ich solle auch ja gut auf mich aufpassen doch Isaac meinte – mit einem Grinsen im Gesicht – er würde das schon übernehmen.

Wir fuhren also zum Flughafen und dort angekommen durften wir erst mal feststellen, dass unser Flugzeug nicht wie geplant um 7:00 Uhr abfliegen sollte sondern ungefähr zehn Stunden Verspätung haben sollte und wir daher noch bis 17:00 Uhr Zeit hatten. Na toll – und dafür waren wir jetzt so früh aufgestanden. Zehn Stunden nur am Flughafen rumhängen. Wir waren alle mehr als begeistert.

Isaac, Taylor, Zac und ich setzten uns also in ein Cafe und redeten ein bisschen über alles mögliche. Nach ungefähr einer Stunde meinten Taylor und Zac sie wollten ein bisschen was durch die Gegend laufen. Stephen, der Bodyguard der Hansons meinte nur zu uns, ob wir alleine auf uns aufpassen könnten, denn er hielt es für besser Taylor und Zac nicht zu lange alleine durch die Gegend laufen zu lassen. Bei den beiden könnte man schließlich nie wissen meinte er. Isaac und ich blieben also alleine im Cafe sitzen.

Obwohl ich die wahrscheinlich interessantesten Wochen des Jahres vor mir hatte fühlte ich mich trotzdem irgendwie schlecht und nach einiger Zeit, schien Isaac das auch zu merken.

“Hey Nick, du bist jetzt den ganzen Tag schon irgendwie anders. Was ist denn los?“, fragte er mich.

“Ich weiß es nicht. Ich habe nur über einige Dinge nachgedacht“, sagte ich nach einer kleinen Pause.

“Und die wären?”

“Naja… uns zwei eben.”

“Was ist mir uns zwei?”

“Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. Ich meine… du bist so oft unterwegs und…”

“Nick ich will, dass du mir jetzt gut zuhörst“, sagte Isaac und setzte seine Kaffeetasse ab “Seit ich dich damals im Hotel getroffen habe wollte ich nur noch mit dir zusammen sein und als ich endlich wusste, dass du genauso denkst war das der schönste Moment meines ganzen Lebens. Das letzte, was ich jetzt will ist dich jemals wieder zu verlieren. Ich werde alles tun um dich so oft wie möglich in meiner Nähe zu haben. Hilft dir das weiter?”

“Ich… Ja“, schluchzte ich und mir lief bereits eine Träne aus dem rechten Auge. Alle Zweifel, die ich bisher hatte waren auf einmal wie weggeblasen. Das war alles, was ich hören wollte.

Isaac stand von seinem Stuhl auf, setzte sich neben mich und legte seinen Arm um mich.

“Wir sind schon zwei komische Vögel” flüsterte er mir ins Ohr und ich merkte, dass ihm auch schon Tränen die Wangen herunterliefen. So saßen wir für ein paar Momente da, bis Taylor und Zac auch schon wieder hinter uns auftauchten.

“Huh, ihr habt da gerade wirklich was verpasst. Das war einfach nur herrlich, wir…” lachte Taylor “… ehm, geht es euch gut?“, fragte er

“Klar” Isaac blickte mir tief in die Augen “uns ging es nie besser“, grinste er und wischte sich die Tränen aus den Augen.

“Müssen wir das jetzt verstehen?“, fragte Zac

“Nein” antwortete Ich und ein paar Sekunden später redeten wir schon wieder über etwas anderes. Der Unterschied diesmal war nur, dass ich mich viel besser fühlte als vorher “Wo habt ihr eigentlich Stephen gelassen?“, fragte ich.

“Ach der“, grinste Zac zurück “der muss jetzt auch gleich hier eintrudeln. Stewardessen sind eben sooo nette Personen nicht war?” er sah Taylor kurz an und die beiden mussten wieder höllisch anfangen zu lachen. Die beiden schienen wirklich ihren Spaß gehabt zu haben.

Nachdem wir also die restlichen Stunden bis zum Start mehr oder weniger ereignisreich hinter uns gebracht hatten, saßen wir im Flugzeug und waren schon auf dem Weg nach Australien.

“Weißt du eigentlich, dass das hier das erste Mal ist, dass wir beide zusammen fliegen?“, fragte ich Isaac kurz nach dem Start

“Ja, aber ich glaube das wird noch lange nicht das letzte Mal sein“, grinste er und gab mit einen Kuss auf dem Mund. In der Öffentlichkeit? Irgendwie war ich davon doch sehr überrascht gewesen.

“Uhm… Ike… Denkst du nicht wir sollten damit – na ja, etwas vorsichtig sein?“, fragte ich ihn

“Ja, aber ich konnte einfach nicht anders”.

Wir redeten noch ein bisschen, sahen uns einen Film an und schliefen danach Schulter an Schulter ein.

*-*-*

Als ich wieder aufwachte spürte, dass Isaacs Kopf auf meinen Beinen lag und um ihn nicht aufzuwecken bewegte ich mich keinen Zentimeter, sondern genoss einfach nur die Situation.

Nach einer Weile hörte ich Isaac brummen “Nick, bist du schon wach?”

“Schon seit einiger Zeit” antwortete ich

“Na da bin ich ja zufrieden“, grinste er mich an. Wieso machte er das immer wieder? Dieses unvergleichliche Grinsen war einfach nur die pure Folter. Ich wollte ihn haben – jetzt sofort, ganz egal wo wir waren. Zum Glück übernahm mein Verstand dann doch wieder die Kontrolle, sonst wäre ich wohl im Flugzeug vor allen Leuten – obwohl eigentlich kaum einer außer uns im Flugzeug saß – über ihn hergefallen.

“Ich bin jetzt aber doch neugierig geworden. In welcher Serie sollst du eigentlich mitspielen?“, fragte ich Taylor, der mit Zac und dem Bodyguard der Hansons in der Reihe hinter uns saß.

“Kennst du »Ocean Girl«?“, fragte er mich

“Tay, du spielst in Ocean Girl mit?” Isaac war sichtlich aufgeregt.

“Ja klar“, grinste Taylor

Ocean Girl? Irgendwie schien ich der einzige zu sein, der die Serie nicht kannte. “Könnte mir vielleicht mal jemand sagen, worum es darin eigentlich geht? Ich habe irgendwie noch nie davon gehört”

“Uuuuuuh, da hast du verpasst – da spielt der heißeste Boy mit, den ich jemals gesehen habe” kaum hatte Isaac das gesagt schob er aber auch schon ein “ehhhhhm, nach Dir natürlich” hinterher. Ich war zwar im ersten Moment ein bisschen schockiert, aber ich konnte Isaac einfach nicht böse sein. Und er wusste das.

“Eben. Und das ist auch mit der entscheidende Grund, wieso ich überhaupt diese Rolle angenommen habe” flüsterte Taylor

“Aber er wird ihn niemals kriegen” lachte Zac “denn der liebe David hat unter Garantie eine F-F-F-F-Freundin”

“Du kleines Miststück… ich kriege dich schon noch” lachte Taylor und schon waren die beiden – mal wieder – in einem kleinen Kampf vertieft in dem Zac scheinbar nicht sehr gut abschnitt.

“Kinder…” lachte Isaac und schüttelte den Kopf

Nachdem die beiden Raufbolde hinter uns sich wieder ein bisschen beruhigt hatten erklärte Taylor mir erst mal worum es in der Serie überhaupt ging und was er eigentlich darin zu suchen hatte. Er sollte als Taylor Hanson (wie einfallsreich) auf diese Unterwasserstation kommen um dort seine Ferien zu verbringe und nebenbei noch ein Projekt für die Schule über die Unterwasserwelt zu vervollständigen. Alles in allem eine typische Gastrolle, nur dass sie sich über mehrere Folgen hinziehen sollte und er daher ein oder zwei Wochen mit den Dreharbeiten beschäftigt sein würde.

Der Rest des Fluges verlief relativ normal, wenn man einmal davon absieht, dass Taylor sich nicht beherrschen konnte und ein Glas Cola quer über Isaacs und meinen Beinen verteilte. Na toll.

*-*-*

Durch die Zeitverschiebung kamen wir also so gegen Mittag, früher Nachmittag in Sydney an und da wir im Flugzeug ausgiebig geschlafen hatten, begannen wir erst mal den dortigen Flughafen zu erkunden, da unser Gepäck es vorgezogen hatte, noch etwas im Flugzeug zu bleiben. Da wir keine Lust hatten stundenlang am Laufband zu warten, überließen wir diesen Job Stephen dem Bodyguard (Originalton Taylor: “Zu irgendwas muss der ja auch gut sein” und machten uns auf den Weg.

Wir wollten ein bisschen frische Luft schnappen, doch als wir endlich einen Ausgang gefunden hatten kam es uns vor, als würden wir gegen eine Wand laufen. Obwohl laut Kalender in Australien eigentlich noch Winter herrschen sollte war es trotzdem unerträglich heiß und wir beschlossen die frische Luft frische Luft sein zu lassen und gingen dann doch lieber im gut klimatisierten Flughafen umher.

Nach etwa einer Stunde war dann endlich unser Gepäck da und wir begannen uns auf dem Weg zu machen.

“Wo geht’s eigentlich hin Tay?“, fragte Isaac während der Fahrt “ins Hotel?”

“Nein… die Filmgesellschaft meinte für jemanden wie mich sollte man doch schon etwas Besonderes arrangieren. Wir bekommen ein Ferienhaus direkt am Strand” antwortete Taylor und war sichtlich stolz auf sich.

“Hey Super” war alles, was ich sagen konnte.

Wir fuhren noch eine Zeit und dann waren wir auch schon da. Das Ferienhaus war wirklich eines der schönsten, die ich bisher gesehen hatte. Es war überhaupt nicht so groß wie ich es mir vorgestellt hatte – eigentlich weniger ein Ferienhaus sondern eher ein großer Bungalow. Auf jeden Fall aber war genügend Platz für fünf Personen.

Die drei Schlafzimmer mit den je zwei Betten waren schnell aufgeteilt, genauso wie damals in Florida: Stephen bekam ein Zimmer für sich alleine, das zweite (meiner Meinung nach das schönste) teilten sich Taylor und Zac (Zac murmelte zwar irgendwas aber war dann doch ganz zufrieden) und im dritten machten Isaac und ich es uns gemütlich.

Der Rest des Nachmittags verbrachten wir alle zusammen damit erst mal das Haus auf den Kopf zu stellen und nach unseren Ideen neu zu gestalten. So gegen 19:00 waren wir dann endlich fertig und fühlten uns schon richtig wie zuhause. Jetzt konnten wir es auch endlich wagen vor die Tür zu gehen. Die Hitze hatte etwas nachgelassen und Taylor, Isaac und ich gingen eine ganze Weile lang am Strand entlang. Nachdem es schon fast 21:00 geworden war und wir bestimmt schon etliche Kilometer am wirklich menschenleeren Strand hinter uns hatten meinte Taylor es wäre wohl besser, wenn er sich “mal langsam” aufmacht und in sein Bett steigt. Schließlich musste er am nächsten Morgen schon um 6 Uhr zu den Dreharbeiten – Wahnsinnszeiten, wer denkt sich sowas aus?

Auf jeden Fall standen Isaac und ich schließlich alleine am Strand und schauten auf die See und die untergehende Sonne. Ich war schon immer der romantische Typ gewesen aber das war einfach besser, als alles, was ich mir bisher erträumt hatte. Einfach die Situation schlechthin. Alleine mit der Liebe seines Lebens an einem menschenleeren Strand zu liegen.

Isaac schien es nicht anders zu gehen, denn wir lagen einfach nur da und genossen alles, was um uns herum passierte – oder eben auch nicht passierte. Nach ein paar Minuten spürte ich Isaacs Arm in meinem Nacken und kurze Zeit später lagen wir Arm in Arm nebeneinander.

Irgendwann hörte ich ein leichtes Schluchzen neben mir und als ich meinen Kopf umdrehte um zu sehen was los war, erkannte ich, dass Isaac die Tränen übers Gesicht liefen.

“Hey, was ist denn los mit dir?” flüsterte ich

“Ich weiß nicht, es ist einfach nur…” und mehr konnte er nicht sagen, denn die Tore waren nun vollends geöffnet, er fiel mir um den Hals und begann zu heulen. Ich ließ ihn sich ausheulen und strich ihm leicht durch seine langen Haare. Es dauerte nicht sehr lange und er hatte aufgehört zu heulen und begann bereits wieder mich zu küssen.

Langsam begann er mir mein T-Shirt auszuziehen und meinen Oberkörper zu küssen.

Er begann mit meiner Stirn und tastete sich dann über jeden Quadratmillimeter meiner Haut weiter. Ich hatte niemals gedacht, wie erregend es sein kann auf dem Rücken geküsst zu werden.

Als nächstes musste meine Hose dran glauben, die auch in kurzer Zeit neben mir im Sand lag. Seine Hand spielte bereits mit meinem Penis während er weiterhin meinen Bauch mit Küssen übersäte.

Nach einer halben Ewigkeit – jedenfalls kam es mir so vor – hatte er endlich sein Ziel erreicht und begann sanft meine Schwanz zu küssen und abzulecken. Ich musste mich zusammen reißen um nicht sofort auf der Stelle zu kommen aber irgendwie habe ich tatsächlich geschafft.

Da ich die ganze Sache aber noch länger genießen wollte zog ich meine Schwanz aus seinem Mund und begann nun meinerseits Isaacs T-Shirt auszuziehen und auch die Hose war bald nicht mehr dort, wo sie noch vor zwei Minuten gewesen war.

So lagen wir beide nur noch in Unterhose am Strand und jeder war bemüht dem anderen die beste Zeit zu verschaffen, die wir jemals miteinander gehabt hatten.

Sehr bald waren wir in einer 69er Stellung angekommen und ich konnte mir kein schöneres Erlebnis vorstellen als Isaacs Schwanz in meinem Mund zu haben und gleichzeitig meinen Penis in ihm zu spüren.

Doch dann geschah es – ich hatte das Gefühl als könnte ich fliegen und würde meinen Körper verlassen. Ich schwebte etwa zwei Meter über dem Boden und konnte auf Isaac und mich heruntersehen. Ich wusste nicht, was passiert war aber wenn das der Gipfel der Lust war, dann konnte ich mir wirklich keine Steigerung mehr vorstellen.

Plötzlich wurde alles um mich herum hellrot und dann immer dunkler und mit einem Male war es als würde ich in der Luft zerrissen. Für einige Sekunden hatte ich das Gefühl jede einzelne Zelle in meinem Körper würde gleich explodieren doch dann wurde alles schwarz.

Als ich wieder zu mir kam spürte ich nur noch, dass Isaac in meinen Mund gekommen war und ich schmeckte das beste “Getränk” was man sich nur irgendwie vorstellen kann. Dann erst merkte ich, dass auch ich meinen Orgasmus bereits hinter mir hatte. Was um alles in der Welt war nur passiert?

“Nick…” flüsterte Isaac immer noch hörbar erregt, nachdem er sich etwas erholt hatte “Du wirst niemals glauben, was ich gerade erlebt habe”

“Also wenn es dasselbe war, was ich gespürt habe glaube ich sehr wohl, dass es unglaublich war” keuchte ich zurück.

Wir drehten uns wieder mit den Köpfen zueinander und fielen uns in die Arme. Ich kann mich nicht erinnern mich jemals so ausgeglichen und zufrieden gefühlt zu haben wie in dieser Nacht am Strand.

Wir zogen uns wieder an, blieben am liegen und schliefen irgendwann ein.

“I’ll be with you in your dreams…”

*-*-*

Später in der Nacht wachte ich auf und mir fiel sofort auf, dass es entsetzlich kalt geworden war und ich fror wie ein Schneider. Doch das machte mir die wenigsten Sorgen – Isaac war verschwunden. Mich überkam ein Gefühl von Panik – Was war passiert? Hatte ich das alles nur geträumt? Wo war er hin?

Als mein Puls bereits auf 120 war und ich gerade aufstehen wollte sah ich aber auch schon einen Schatten auf mich zukommen und als er näher kam erkannte ich, dass es Isaac war. Alles Panik war auf einen Schlag verschwunden und verwandelte sich wieder in Freude.

“Du bist ja wach?“, sagte er

Ich ging auf seine Frage gar nicht erst ein: “Wo warst du? Weißt du, was du mir für einen Schrecken eingejagt hast?”

“Na ich dachte einfach bei dem Wetter wäre es vielleicht doch ganz praktisch, wenn wir etwas zum Zudecken hätten” und er legte eine Decke auf den Boden.

Ich war gerührt von seiner Sorge um mich (Naja, und um sich selber natürlich auch) und konnte nur noch grinsen. Wir kuschelten uns also zusammen unter die Decke und schliefen weiter.

Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen habe aber ich merkte auf einmal, dass etwas feuchte sich durch mein Gesicht schlängelte. Ich machte die Augen auf und sah – noch mehr schlafend als wach – das es Isaacs Zunge war.

“Hmmmm… Was ist denn los?” brummte ich

“Es wird langsam hell… Wir sollten zurück bevor irgendeiner merkt, dass wir gar nicht da waren die Nacht über.

Mehr oder weniger schnell standen wir also auf und gingen zum Haus zurück um uns dort ganz leise in unser Zimmer zu schleichen. Und tatsächlich – niemand hatte etwas gemerkt (glaubten wir zumindest). Wir legten uns also in unsere Betten – jeder in sein eigenes und schliefen auch sofort wieder ein. Nach der Nacht am Strand konnte ich mich nur schwer mit der Tatsache abfinden wieder alleine in einem Bett schlafen zu müssen. Aber wir hatten ja schließlich noch viele Nächte vor uns…

*-*-*

Viel Schlaf bekam ich allerdings nicht mehr, denn es dauerte gar nicht mehr lange und ein vor Übermut nur so vollgepackter Zac Hanson stürmte in unser Zimmer.

“Mooooooooooooorgen” schrie er. Das einzige, was ich tat war mir mein Kissen über den Kopf zu ziehen und zu versuchen weiterzuschlafen. Aber das sollte mir nicht gelingen. Ich habe selten jemanden mit solch einer Hartnäckigkeit wie Zac gesehen und so sahen Isaac und ich irgendwann keine andere Möglichkeit mehr, als aufzustehen und zu frühstücken.

Nach dem Frühstück gingen Isaac und ich erst mal ein bisschen nach Sydney rein uns sahen uns die Stadt an. Die Nervensäge Zac ließen wir zu Hause – er hatte auch gar keine Lust mitzukommen und “den ganzen Tag durch die Stadt zu latschen”.

Der Rest des Tages verlief erstaunlich ereignislos. Wir bummelten durch die Einkaufsstraßen und konnten das eine und andere auch nicht im Regal stehen lassen. Isaac bestand sogar darauf mir ein Sweatshirt für über $100 zu kaufen. Ich protestierte zwar lautstark, aber es brachte nichts und so blieb mir nicht anderes übrig, als das Geschenk anzunehmen. Wenigstens hatte ich jetzt auch was, das ich ständig an meinem Körper tragen konnte und das mich an Isaac erinnerte.

Wieder zurück im Ferienhaus langweilten wir uns auch mehr oder weniger nur vor uns hin und hingen eigentlich die ganze Zeit nur vor dem Fernseher und sahen australische Soap-Operas. Die konnte ich zwar noch nie leiden aber zusammen mit Isaac war mir jedes Programm recht.

Es war inzwischen später Nachmittag geworden und als wir gerade mal wieder mehr oder weniger vor dem Fernseher eingenickt waren, stürmte Taylor auch schon mit einem durchdringenden “Hallo ihr zwei” ins Wohnzimmer. Isaac schien sich dabei so erschreckt zu haben, dass er erst einmal aufsprang und im nächsten Moment von der Couch fiel. Das ganze sah wirklich zu komisch aus und Taylor und ich kamen aus dem Lachen nicht mehr raus. Isaac hingegen fand das ganze überhaupt nicht lustig aber lies sich dann doch letztendlich von unserem Lachen anstecken.

“Und Tay, wie war’s denn gewesen?“, fragte Isaac als wir uns wieder ein wenig gefangen hatten.

“Einfach nur stark. Ich hätte nie gedacht, dass vor der Kamera zu stehen soviel Spaß macht. Das ist wirklich was anderes als bei einem Konzert gefilmt zu werden oder mal eben ein Interview zu geben. Es ist einfach nur… ich kann es gar nicht beschreiben.”

“Ich meinte eigentlich nicht wie der Film war, sondern wie, naja, was macht David?” hakte Isaac nach

“Ach so der…” lachte Taylor “er ist wirklich nett aber ungeheuer schüchtern. Ich habe zwar versucht ihn anzuquatschen aber irgendwie weicht er mir jedes mal aus, ich weiß auch nicht wieso”

“Na, vielleicht bis du einfach sein Traumtyp“, sagte Ich

“Ich weiß es einfach nicht. Ich meine, ich finde ihn ungeheuer nett…”

“Nur nett?“, fragte Isaac

“Na gut, vielleicht auch noch mehr als das, aber ich möchte einfach nur mal mit ihm reden. Vielleicht können wir ja sogar Freunde werden. Muss ja nicht gleich… na ihr wisst schon was…”

Zu diesem Zeitpunkt bemerkte ich erst, wie sehr Taylor sich tatsächlich zu David hingezogen fühlte. Ich meine klar, ein bisschen Schwärmerei war im Flugzeug auch schon da, aber das schien doch etwas anderes gewesen zu sein.

“Ach auch egal…” unterbrach mich Taylor in meinen Gedanken, “ich habe jetzt erst mal Hunger. Irgendwer Lust auf ‘ne Pizza?”

“Klar doch” antworteten Isaac und ich fast zur selben Zeit.

Den Rest des Nachmittags und des Abends verbrachten wir also damit unsere Pizza zu essen und uns über das australische Fernsehprogramm aufzuregen. Und gerade als wir schon wieder ausschalten wollten kam eine Folge von “Ocean Girl” – genau der Serie in der Taylor auch mitgespielt hatte. Wir ließen den Fernseher also laufen und Taylor schwärmte uns weiter etwas von David vor. Ich glaube er wirklich über beide Ohren verliebt.

Als der Film zu Ende war, sahen wir uns noch irgendeinen Actionfilm an und machten uns danach auch schon auf den Weg ins Bett. Taylor musste sowieso früh raus und Isaac und ich hatten beschlossen uns auch mal anzusehen, was am Set eigentlich alles so abläuft.

*-*-*

Ich bin selten so erschrocken aufgewacht, wie an diesem Morgen. Irgendwo hatte Isaac einen Wecker aufgetrieben und nicht irgendein Digital-Piepser sondern einen richtig guten alten Wecker und dementsprechend ging der auch ab. Ich glaube ich bin fast aus dem Bett gefallen vor Schreck und Isaac nahm das als Anlass sich mal wieder kräftig über mich lustig zu machen. Nachdem er mir den Schock genommen hatte – wenn das jedes Mal so gehen würde, würde ich mir auch so einen Wecker anschaffen – begannen wir uns also langsam fertig zu machen und uns zu Taylor an den Frühstückstisch zu setzen. Zac schlief immer noch und ich wünschte ich könnte mit ihm tauschen aber ich hatte mich nun mal dazu entschieden mit zum Set zu kommen und da musste ich nun auch durch.

Nach einem doch recht ausgiebigen Frühstück machten wir uns dann langsam auf den Weg zum Drehort. Es dauerte eine ganze Weile, bis wir mit dem Auto angekommen waren und da während der Fahrt auch nichts Besonderes anlag waren Isaac und ich ziemlich bald auf der Schulter des anderen eingeschlafen.

“ES BRENNT!!!” hörte ich Taylor irgendwann schreien und mit einem Mal war ich hellwach.

“Na ich habe schon gedacht ich bekomme euch nie mehr aufgeweckt. So einen tiefen Schlaf möchte ich auch mal haben.” lachte er

“Du bist ja bloß neidisch“, grinste Isaac und gab mir einen Kuss auf den Mund

“Uhmmm… Ike… Ich… ” versuchte ich zu sagen

“Du hältst den Mund“, grinste er zurück “Das ist eine Sache zwischen Taylor und mir”

Konnte ich da noch was zu sagen?

Wir gingen also langsam in Richtung Set und bekamen da erst einmal eine tüchtige Abfuhr. Der Regisseur duldete keine Zuschauer direkt am Set also musste Isaac und ich wohl oder übel wieder abziehen und uns ein ruhiges Eckchen irgendwo suchen und warten, bis Taylor fertig war.

‘Na toll’ dachte ich mir ‘jetzt dürfen wir hier also den ganzen Tag rumhängen und gucken was wir anstellen”

Naja wenigstens hatte ich Isaac bei mir und das war auch schon mal ein großer Pluspunkt – nein es war der Pluspunkt überhaupt.

Wir spazierten etwas durch die Gegend, redeten über dieses und jenes – eigentlich wie immer und ehe wir uns versahen war der Tag auch wirklich schon fast rum. Wir konnten es selber kaum glauben aber wir hatten uns wirklich einige Stunden über alles und nichts unterhalten – naja eigentlich mehr über nichts als über alles, aber das nur so am Rande.

Als wir wieder zum vereinbarten Treffpunkt zurückkamen erwarteten wir eigentlich Taylor wie gehabt in alter Frische aber irgendetwas war anders. Erst einmal kam er viel zu spät und als er uns dann endlich entgegen kam, sagte er kein Wort und setzte sich direkt in den Wagen. Isaac und ich guckten uns etwas verdutzt an und stiegen dann auch ein. Was war nur los?

“Wir fahren” war alles, was Taylor sagte.

Als wir unterwegs waren versuchten Isaac und ich rauszufinden, was los war aber Taylor sagte kaum ein Wort. Der sonst so fröhlich wirkende Teenager war plötzlich ins genaue Gegenteil geschliddert und keiner von uns hatte auch nur die leiseste Ahnung, was eigentlich los war. Ich war heilfroh als wir endlich angekommen waren, denn die Stimmung im Wagen war wirklich bis zum Siedepunkt erhitzt und ich glaube viel länger hätten wir es darin nicht ausgehalten. Isaac fragte immer mal wieder nach, was eigentlich los war und ich hatte das Gefühl, wenn er so weiter macht, wird Taylor irgendwann auf ihn einschlagen.

Auf jeden Fall kamen wir schließlich am Haus an und während Isaac und ich uns daran machten das Abendessen vorzubereiten verschwand Taylor sofort in seinem Zimmer und während der nächsten halben Stunde in der wir beide versuchtes eine anständige Lasagne zu fabrizieren gab er auch kein Lebenszeichen von sich. Selbst Zac kam irgendwann zu uns und fragte was denn mit Taylor los sei. So mies drauf habe er ihn auch noch nie erlebt.

Als wir endlich das Essen fertig hatten kam Taylor dann auch aus seinem Zimmer raus und setzte sich zu uns an den Tisch – sagte jedoch immer noch kein Wort.

Auch während des Essens benahm er sich nicht so wie gewohnt. Er stocherte nur mit seiner Gabel in der – wirklich guten – Lasagne rum aber gegessen hat er kaum etwas.

“So, Tay jetzt ist es aber langsam gut“, sagte Isaac in einem ersten Ton, nachdem das ganze Spielchen schon eine Viertelstunde anhielt “was um alles in der Welt ist los?”

“Nichts!!” fauchte Taylor zurück

“Ohhh…. nichts… „, sagte er während er sein Besteck hinlegte “Überhaupt nichts. Das können wir ja deutlich sehen. Dem lieben Taylor geht es so gut wie schon lange nicht mehr, richtig? Hattest du ein Date und David hat dich versetzt oder was?”

Das war nun wirklich nicht die feine Art gewesen dachte ich mir und gab Isaac das auch mit einem ziemlich scharfen Blick zu verstehen. Doch den brauchte er gar nicht mehr. Taylor sprang auf, nahm seine noch fast volle Schüssel und kippte die Lasagne Isaac entgegen. Im gleichen Moment konnte ich erkennen, dass ihm die Tränen die Wangen herunterliefen. “ICH HASSE DICH!!” schrie er und lief in sein Zimmer.

Isaac stand sofort auf und wollte Taylor hinterherlaufen doch ich hielt es für besser, ihn an den Schultern zu packen und wieder auf seinen Stuhl zu setzen “Ich glaube, du solltest erst mal gut überlegen, was du gerade gesagt hast“, sagte ich “Ich werde mich jetzt um Taylor kümmern und ihr zwei bleibt hier, ist das klar?”

Zac hatte sich sowieso nicht mehr bewegt, seit Taylor rausgelaufen war und Isaac schien auch begriffen zu haben, dass ich es ernst meinte. Zum ersten Mal war ich richtig sauer auf ihn gewesen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich überhaupt jemals sauer auf ihn sein könnte aber derartig mit Taylors Gefühlen zu spielen war doch eigentlich gar nicht seine Art gewesen.

Ich stand also auf und ging in Richtung Taylors Zimmer. Isaac rief mir noch ein “Hey Nick” hinterher aber das war mir in dem Moment wirklich egal gewesen.

Vor Taylors Zimmer angekommen stockte ich erst mal ein bisschen und war mir nicht so ganz sicher, ob ich jetzt hineingehen sollte oder nicht aber ich dachte mir er braucht jetzt einfach ein bisschen Unterstützung – ganz egal, was passiert war.

Ich klopfte an die Tür und als Antwort bekam ich nur ein halb geschluchztes, halb geschrienes “Nein” zu hören.

“Taylor ich bin’s, Nick“, sagte ich leise “kann ich mal kurz reinkommen?”

Ich bekam keine Antwort und fasste das einfach mal als Ja auf. Als ich den Raum betrat stand Taylor am Fenster und schaute nach draußen. Ich ging zu ihm hin und legte ihm meine Hand auf die Schulter.

“Nick… ich… kannst du Ike bitte sagen, dass es mir leid tut? Ich wollte nicht so reagieren aber…”

Ich führte den Satz zu Ende: “… er hat’s nicht anders verdient.”

Wir blieben für eine kurze Zeit noch am Fenster stehen und setzten uns dann aufs Bett.

“Also jetzt erzähl erst mal. Was war denn überhaupt los?“, fragte ich

“Ach… also… es ist wegen David… ” fing Taylor an

“Also hatte Isaac doch recht gehabt?”

“Naja… irgendwo schon. Ich meine ich… ich… na du weißt schon” stotterte er vor sich hin. Die ganze Sache schien sogar noch ernster für Taylor gewesen zu sein, als ich gedacht hatte “also ich wollte heute nach dem Dreh mal kurz zu ihm hin um ihm einfach nur mal Hallo zu sagen und… naja, ich weiß auch nicht so genau. Aber als ich ihn gesehen hatte lief er mit einem Mädchen im Arm durch die Gegend und die beiden hatte wirklich viel Spaß zusammen. Nick, ich weiß nicht wieso aber ich… als die beiden da gesehen habe…” die letzten paar Worte brachte Taylor nur noch schwer heraus und danach begann er richtig zu heulen. Ich nahm in den Arm und ließ in sich einfach seinen Gefühlen hingeben.

Es dauerte eine ganze Weile bis er sich wieder etwas gefangen hatte aber er sah schon ein ganzes Stückchen besser aus.

“Danke Nick!“, sagte er, als ich langsam aufstand um rauszugehen “Könntest du vielleicht…”

“Klar, ich erkläre es Isaac. Er wird’s schon verstehen also mach dir mal keine Sorgen.” antwortete ich

Ich ließ Taylor also alleine und ging in unser Zimmer zurück. Dort saß Isaac auch schon in einer Ecke und guckte Fernsehen. Als ich reinkam setzte ich mich zu ihm, sagte aber erst mal kein Wort.

“Nick ich… es tut mir…” Ich ließ ihn diesen Satz nicht aussprechen sonder blockte ihn mit einem Kuss ab. Auf diese Reaktion schien er nun überhaupt nicht gefasst gewesen zu sein, denn er wäre mir vor Freude beinahe ins Gesicht gesprungen.

“Ist schon gut“, sagte ich, nachdem wir uns wieder voneinander gelöst hatten “Aber du hattest Recht”.

Ich erklärte ihm alles, was Taylor mir gerade erzählt hatte und als ich fertig war meinte Isaac nur “Verdammt nochmal und ich gieße auch noch Öl ins Feuer – ich bin ja wirklich ein total verblödeter Idiot”

“Ja genau das bist du” antwortete ich und er sah mich nun doch wieder etwas zögernd an “Manchmal” fügte ich hinzu und schon hatte er wieder sein breites Grinsen aufgesetzt.

Der restliche Abend verlief zwar für uns beide relativ normal aber Taylor war immer noch merklich angeknackst, wenn ich zwischendurch mal nach ihm sah. So hielt ich es für besser Isaac nicht zu dicht an Taylor ranzulassen und so gingen wir also alle früh zu Bett und schliefen ein – aber mit Taylor tauschen wollte ich nicht.

 

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1 Kommentar

    • sandro79 auf 4. November 2012 bei 18:58
    • Antworten

    Hi,

    ich wollte mal eine kurze Rückmeldung zu der tollen Geschichte geben.

    Bisher finde ich die Story klasse, ich hoffe das sich Tay wieder einkriegt oder natürlich nochbesser Chancen bei dem SChnukel haben wird.

    Aber das ist ja deiner Fantasie überlassen.

    ich hoffe das es bald noch weitere Teile geben wird und wünsche Dir
    noch viel Spass und ERfolg beim schreiben.

    Gruß
    sandro79

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