Traumschiff – Teil 10

Bevor es weitergeht noch ein Dankeschön an alle die, die etwas da gelassen haben und an die, die einen Favo eingetragen haben.

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Ole

Zwanzig Minuten nach dem Frühstück kommt die Putzfrau ins Zimmer, macht sauber und wäscht alles ab. Torsten ist gerade im Bad und als er raus kommt mit den Krücken, ist die Putzfrau wieder weg, aber der Boden ist noch nicht trocken. „Pass auf, Torsten , es ist nass und glatt“, sag ich, aber der ist bereits weg gerutscht mit seiner linken Krücke und fällt mehr oder weniger elegant mit seinem ganzen Gewicht auf den linken Arm, und dann auf die Schulter während er mit der rechten Hand an der anderen Krücke festhält

Es knackt laut als der Arm am Boden aufschlägt und er fängt an, zu schreien und zu fluchen. Bereits als er ins Fallen kam, hab ich nach der Klingel gegriffen und Sturm geklingelt. Jetzt liegt er am Boden und weint vor Schmerzen. Ich bin direkt nach dem Klingeln aus dem Bett und knie nun bei ihm. Ich trau mich aber nicht, ihn aufzuheben, wer weiß, wie weh ihm das tut und was da eben kaputt gegangen ist.

Hugo kommt zur Türe herein und erfasst die Lage mit dem ersten Blick. Er dreht kurz um und ruft in den Flur: „Frank, hol Doktor Morbach, der ist in Zimmer siebzehn“. Dann beugt er sich sofort zu Torsten runter und bittet mich, zurück zu treten. Vorsichtig bettet er den immer noch schluchzenden Jungen so, dass er stabil liegt. Jetzt kommt Frank mit dem Arzt.

„Was ist passiert?“, will der Arzt wissen. Mit kurzen Worten schildere ich, dass Torsten, als er aus dem Bad ins Zimmer kam, auf dem nassen Boden ausgerutscht und auf den linken Arm gefallen ist. Der Arzt hat Torsten jetzt vorsichtig auf den Rücken gedreht und untersucht den Arm, was Torsten mit lautem Stöhnen über sich ergehen lässt. Er hat aufgehört, zu weinen und schluchzt noch ab und zu.

„Ihr beide habt echt Talent. Einmal im Krankenhaus, habt ihr das Bestreben, statt gesund zu werden, euch noch zusätzliche Verletzungen ein zu fangen“, sagt Dr. Morbach, „so wie das hier aus sieht, haben wir eine Fraktur des Unterarms, wie und in welchem Umfang, muss die Röntgenaufnahme zeigen. Frank, hol bitte einen Rollstuhl, Hugo, ein paar Schienen und zwei Binden, ich muss den Arm fixieren“.

Zu Torsten sagt er: „Junger Mann, das kann jetzt ein bisschen wehtun, wenn ich den Arm fixiere, hältst du das aus oder soll ich vorher was spritzen gegen die Schmerzen?“ „Bitte eine Spritze, das tut eh schon Schweine weh, nicht noch mehr Schmerzen“, kommt es gepresst von Torsten. „Bleib ganz ruhig liegen“, sagt der Doktor und steht auf und geht aus dem Zimmer.

Frank bringt den Rolli und Hugo das Verbandmaterial und die Schiene. Dr. Morbach kommt mit einer Spritze und einem Desinfektionsspray zurück und gibt Torsten eine Injektion in den Oberarm, direkt unterhalb der Schulter.

„Jetzt müssen wir etwa zehn Minuten warten, dann können wir den Arm schienen und den Jungen in den Rollstuhl setzen“, sagt er, „ ich geh noch mal kurz in die siebzehn, da war ich noch nicht ganz fertig. In zehn Minuten bin ich wieder da. Frank bleibt so lange bei dem Jungen, Hugo, du kannst deine Arbeit draußen fortsetzen, ich schaff das hier mit Frank allein.“

Hugo und der Doktor verschwinden aus dem Zimmer und Frank kniet sich neben Torsten. „Ihr beide seid echt die Pechvögel auf dieser Station, erst rennt Ole einen Rollstuhl um und jetzt fällst du, weil deine Krücke weg gerutscht ist. Jetzt will ich hoffen, dass das jetzt aber die letzte Aktion dieser Art ist, die ihr beide hier abzieht“, sagt Frank zu uns beiden, wobei er Torsten tröstend durch die Haare streicht.

„Wirkt die Spritze schon oder hast du noch viel Schmerzen?“, will ich jetzt von Torsten wissen. „Es wird jetzt langsam besser, aber da werde ich wohl noch ein paar Tage länger dran zu knacken haben“, meint Torsten gepresst, „hoffentlich bekomme ich nachher was Vernünftiges gegen die Schmerzen und hoffentlich macht mein Vater nicht voll den Aufstand von wegen Haftung und so.“

Nach ein paar Minuten ist der Arzt zurück und beginnt, den Arm zu schienen, provisorisch, wie er sagt. Dann heben er und Frank den Torsten vorsichtig hoch und setzen ihn in den Rolli. Torstens Gesicht ist schweißnass und er stöhnt trotz der Spritze einige Male vor Schmerzen, bis er richtig sitzt. Frank fährt dem Doktor hinterher, nach unten, zum Röntgen.

Ich leg mich wieder ins Bett und denke über Torsten nach. Das hier hat er nach seinem ehe schon komplizierten Beinbruch nicht verdient. So ein Pech, aber ich sehe es schon als Unfall, der halt einfach so passiert ist.

Die Frau putzt ja jeden Morgen hier und immer sagt sie, das man, bis es alles trocken ist, aufpassen muss. Torsten hat einfach nicht daran gedacht und auch wohl nicht auf den Boden geschaut, als er aus dem Bad kam und dann ist er halt weg gerutscht. So ein Pech für ihn.

Hoffentlich ist nicht so viel kaputt. Ich muss Mutsch anrufen, wir brauchen dringend Schwarzwälder und der Boykott gegen Torsten wird wegen außergewöhnlicher Umstände mit sofortiger Wirkung auf gehoben.

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Mutsch

Heute Morgen sind die beiden Damen echt gut drauf. Sie haben mir von gestern Abend erzählt, der Junge, Jerome, hat jetzt wohl einen Freund und der war gestern zum Essen da. Nicht nur zum Essen, nein, der bleibt übers Wochenende und die beiden haben sehr von diesem Sergej, so heißt der junge Mann wohl, geschwärmt.

Wie gut er aus sieht und das er sehr gute Manieren hat, haben sie mir voller Stolz und Freude erzählt, ich hatte fast den Eindruck, sie freuen sich mehr darüber, als Jerome. Ich muss grinsen. Sie sind einfach lieb, die zwei alten Damen, eine bessere Arbeitsstelle hätte ich nicht finden können.

Drinnen im Wohnzimmer klingelt das Telefon und dann kommt die Tante Frieda in die Küche und sagt, mir den Apparat entgegenhaltend: „Für sie, Frau Jensen, ihr Ole aus dem Krankenhaus“.

„Ja, Hallo, Ole, was gibt’s denn?“ frage ich zunächst besorgt und höre dann, was er mir zu erzählen hat. Frieda ist bei mir in der Küche stehen geblieben und hört aufmerksam zu, soweit das möglich ist, aber in dem Fall stört mich das kein bisschen, weil sie immer regen Anteil an Ole Zustand nehmen.

„Das ist ja schon fast komisch“, sage ich, als er mir von Torstens Sturz erzählt und als er dann nach einem Kuchen fragt, kann ich ja wohl schlecht nein sagen. „Ich muss schauen“, sag ich, „ob ich alles hier habe für einen Schwarzwälder, sonst muss ich zuerst nach Hause heute Nachmittag. Auf jeden Fall komme ich vorbei und bringe euch von dem geliebten Seelentröster“.

„Dann kann ich dir auch gerade meinen Freund Frank vorstellen, Mama, mit dem ich seit gestern fest zusammen bin“, höre ich Oles Stimme an meinem Ohr. Das kommt jetzt total überraschend und fast wäre mir der Apparat aus der Hand gefallen. „ Das sind ja Neuigkeiten“, sag ich, „jetzt bin ich erst mal platt.“

Ich seufze und sage dann: „ Ich bin jetzt aber mal sehr gespannt, wie der erste Schwiegersohnanwärter denn so aus sieht, den sich mein Sohn da im Krankenhaus geangelt hat. Jerome hat übrigens gestern auch seinen ersten Freund hier vorgestellt, den er ebenfalls im dem Krankenhaus kennen gelernt hat. Der Junge hat wohl in der Cafeteria bedient und da haben sie sich kennen gelernt“.

Ole sagt daraufhin: „Oh, das kann dann nur der Sergej sein, den kennt Frank auch gut und ich habe ihn auch schon kennen gelernt da unten in dem Cafe. Der sieht sehr gut aus und ist auch sehr nett, der Sergej“.

„So, Ole, ich habe hier noch ein bisschen was zu tun und backen muss ich ja jetzt auch noch, also leg ich jetzt mal auf. Bis heute Nachmittag und sag dem Torsten noch nichts von dem Schwarzwälder, ich will ihn überraschen, Tschüss, bis nachher.“

Ich reiche Frieda den Hörer. Die Oma ist mittlerweile auch in der Küche erschienen und so sage ich den beiden Damen, was Ole erzählt hat und auch, das er Sergej aus dem Krankenhaus schon kennt und er ihn auch sehr nett findet.

„Hat Ole auch jemanden kennen gelernt, ist der denn auch schwul?“, fragt Tante Frieda, die ja meine Bemerkung über den Schwiegersohnanwärter mitgehört hat.

„Ja, ist er und offensichtlich hat er sich dort im Krankenhaus in einen Zivildienstleistenden verliebt und der in ihn. Er will ihn mir heute Nachmittag vorstellen“, sag ich zu den Beiden.

„Na, das ist ja ein Ding“, sagt Oma, „da müssen wir aber nach her mal gleich drauf anstoßen, das muss doch gefeiert werden“. Ich muss grinsen, wenn es darum geht einen Grund zu finden um mal schnell darauf an zu stoßen, dann finden die Beiden ihn auch.

„Haben wir denn alle Zutaten für den Kuchen“, will Tante Frieda wissen, „wenn nicht, schicken wir Martin gleich los, der kann alles, was fehlt, besorgen. Am besten backen sie zwei Kuchen, einen für uns hier und mit dem Kuchen locken wir dann die beiden frisch verliebten Jungs hier her. Jerome kommt bestimmt, wenn er hört das es hier Schwarzwälder von Frau Jensen gibt“.

Frieda grinst verschmitzt und reibt sich die Hände. „Das ist ein guter Plan“, sagt Oma und grinst ebenfalls, während ich schaue, ob alles da ist für den Kuchen. Einige Sachen fehlen und ich schreibe schnell alles auf einen Zettel. „So, das sind die Sachen, die wir noch brauchen“, sag ich und gebe Tante Frieda den Zettel. Die schaut auf den Zettel und bittet mich dann um den Stift. „ Der Cremant ist glaub ich auch alle, da kann der Martin mal noch einen Karton mit bringen, der kennt ja unsere Marke“, sagt sie und schreibt das noch mit auf den Zettel. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.

Da sie das Telefon noch in der Hand hat, ist Martin gleich bestellt und wird nach seinem Eintreffen mit dem Zettel, Omas Kreditkarte und einigen guten Wünschen zum Einkaufen geschickt.

Beide Damen wollen jetzt erst mal ein bisschen durch den Garten spazieren, verschieben das Anstoßen auf später und machen sich auf den Weg, während ich mich beeile, die normale tägliche Arbeit zu erledigen, um mir die Zeit zum Backen raus zu schaffen. Gleich zwei Schwarzwälder, das geht nicht in zwanzig Minuten.

Als Martin zurück kommt, habe ich alles erledigt und kann sofort loslegen, so dass die Kuchen bereits vor dem Mittagessen fertig sein werden. Die Damen essen heute Mittag unten, mit der Familie, also brauche ich hier oben nichts vorzubereiten. Bestimmt lassen sie mich auch eine Stunde früher gehen, weil ich ja noch mit dem Kuchen ins Krankenhaus will.

Schnell räume ich mal noch zwei Flaschen von dem Cremant in den Kühlschrank, damit der auch kalt genug ist, wenn sie später einen trinken wollen. Die Beiden sind schon gut drauf und genießen auf ihre alten Tage das Leben und ich find das auch OK.

*-*-*

Jerome

Es vergehen einige Minuten, in denen ich ihn nur festhalte und er sich langsam wieder beruhigt. Erst als er sich bewegt, löse ich meine Arme ein wenig und dann lässt er sich vor mir auf die Knie sinken. Er greift nach meinem Glied und schiebt die Vorhaut nach hinten und nun wäscht er meinen Penis zärtlich reibend unter dem warmen Wasser.

Ich schaue im aufgeregt und voll Hoffnung zu und frage mich innerlich, ob er sich traut.

Natürlich traut er sich, aber bevor er ihn wirklich in den Mund nimmt, schaut er mich an, mit einem Blick, so voll von Liebe, das mir fast die Tränen kommen. „Mein Schatz“, sage ich, „mein liebster Schatz“, und dann erschaure ich, als seine Zunge zunächst eher zaghaft, aber dann fester und entschlossener über meine Eichel schmust.

Mit geschlossenen Augen sitze ich da und spüre, wie sich sein Mund über mein Glied stülpt und er fängt an, mich zu verwöhnen.

Dieses Gefühl zum ersten Mal zu erleben, ist wohl etwas ganz besonderes und wenn der Mensch, der das gerade tut auch noch das Liebste für dich auf Erden ist, dann dürfen bei aller Glückseligkeit ruhig auch ein paar Freudentränen den Weg in das Duschwasser finden.

Man, bin ich glücklich, bin ich so froh, ihn zu haben, ihn lieben zu dürfen, bei ihm zu sein. Es ist einfach unbeschreiblich.

Viel zu schnell ist es vorbei. Nach einem Höhepunkt, wie ich ihn zuvor in meinem Leben noch nie hatte und der mich an den Rand einer Ohnmacht bringt, schießt es in mehreren Schüben mit großer Heftigkeit aus mir heraus, sein Gesicht und seinen Hals treffend.

Er schaut nach oben in mein Gesicht und die Wasserstrahlen spülen meinen Samen von seiner Haut, während meine Erregung langsam abklingt und mein Atem wieder halbwegs normal wird.

Ich ziehe seinen Körper hoch zu mir, so dass ich ihn Küssen kann und ich küsse ihn und lege all meine Liebe für ihn in diesen Kuss.

„Sergej, ich liebe dich, mehr, als alles andere auf der Welt“, sag ich, nach dem wir uns von einander gelöst haben. „Ich liebe dich auch, Jerome, und ich bin selber erstaunt, wie heftig, ja, wie stark meine Liebe zu dir nach so kurzer Zeit ist. Ich habe noch nie so gefühlt für einen Menschen und ich habe ein wenig Angst, das alles nur ein Traum ist“, sagt er.

„Wenn es ein Traum ist, mein Schatz“, sage ich, „dann darf er nie enden. Nie will ich dich wieder her geben, will nicht mehr ohne dich sein.“ „Halt mich fest, Jerome, auch ich will immer bei dir sein, dich lieben und küssen, mit dir leben“, sagt er, mich fest umarmend, „ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mit dir zusammen zu sein.“

In meinem Hinterkopf kommt gerade der Gedanke auf, das wir uns Dinge sagen, die auch gut in jede Seifenoper passen würden, aber mir wird auch in aller Deutlichkeit bewusst, dass ich das genau so , wie ich es gesagt habe auch gefühlt habe, es ehrlich so empfinde. Ein tiefer Blick in seine Augen sagt mir, das er es auch absolut ehrlich meint, was er zu mir gesagt hat.

Nach ein paar Minuten schmusen und küssen, innig und schweigend, vom herunter rieselnden Wasser umspielt, lösen wir uns endlich voneinander und Sergej beginnt mich mit Duschgel ein zu schäumen, nach dem er das Wasser abgedreht hat.

Ich reibe ihn auch mit Duschgel ein und unsere Hände , glitschig vom Gel, gleiten zärtlich über den Körper des Anderen, keine Stelle auslassend, aber auch keine besonders bevorzugend, bis wir beide fast in Gänze vom Schaum bedeckt sind.

Das wieder angestellte Wasser braucht jedoch nicht lange, um den Schaum von unseren Körpern zu waschen. Nachdem die weiße, duftende Herrlichkeit im Abfluss verschwunden ist, reicht Sergej mir ein großes Handtuch und beginnt dann, sich selber ab zu trocknen.

Ich beobachte ihn, sehe bewusst seinen Körper an, erkenne aufs neue, wie schön,  aus meiner Sicht, wie vollkommen er ist und ich werde ein bisschen stolz, das er sich ausgerechnet in mich verliebt hat, der ich doch wahrlich nicht vollkommen bin, so ohne Füße, eigentlich ein Krüppel, was meinen Schatz aber überhaupt nicht zu stören scheint.

In diesem Moment erkenne ich aber auch ganz deutlich, dass wenn er jetzt und hier auch keine Füße hätte, also wenn das alles umgekehrt wäre, das mich das auch nicht davon abhalten könnte, ihn mit jeder Faser meines Herzens zu lieben.

Aus diesem Gefühl heraus wächst in mir die Erkenntnis, dass ich nur dann ein Krüppel bin, wenn ich mich selber so sehe und das will und werde ich versuchen, in Zukunft nicht mehr zu tun.

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Torsten

Mit einem Rollstuhl haben mich der Doktor und Frank nach unten gebracht, wo zunächst mal der Arm geröntgt werden soll. Hier herrscht viel Betrieb und ich hoffe, dass ich nicht so lange warten muss. Frank ist bei mir, während der Doktor alles regelt.

Die Schmerzen sind zurzeit ganz weg, kein Wunder nach der Ladung, die mir der Dr. Morbach da verpasst hat. Dafür bin ich ihm sehr dankbar, wenn ich auch etwas beduselt bin von der Spritze. So eine Scheiße, muss ich denn Ole alles nachmachen und mich zu allem Elend auch noch zusätzlich verletzen.

„Geht es dir gut?“, will Frank wissen und nickend sag ich: „Ja, er hat mich gut gespritzt, jetzt bin ich fast high“. „Sei froh, da merkst du auch nicht, wenn sie die Knochen wieder richten“, sagt er. „Hoffentlich muss das nicht operiert werden und egal, was sie machen, jetzt kann ich nicht mehr selber mit den Krücken laufen“, gebe ich zu bedenken.

„Dann müssen Ole und ich halt mit dir laufen üben, das wird schon gehen“, sagt Frank und schiebt jetzt den Rolli mit mir Richtung Tür um Röntgenraum. Dort steht Dr. Morbach und wartet auf uns.

„Wenn er fertig geröntgt ist, sehen wir, wie es weiter geht. Kommt dann mit den Bildern ins Zimmer sieben in der Ambulanz, ich warte da auf euch und dann werden wir den Torsten verarzten“, sagt er zu Frank und geht. Frank schiebt mich rein und eine nette jüngere Dame nimmt sich meiner an.

Im nächsten Raum steht der Apparat und dort werde ich jetzt von der Frau mit Franks Hilfe in Position gesetzt und der Unterarm wird nach dem Lichtkreuz unter dem Apparat genau ausgerichtet. „Nicht bewegen jetzt“, sagt die Frau und nach dem beide raus sind, ist ein Summen zu hören.

Kaum ist das Summen wieder weg, steht die Frau schon wieder bei mir und verändert die Position des Armes. „So, jetzt noch einmal“, sagt die Frau und geht wieder raus. Wieder das Summen und dann kommt Frank und bugsiert mich wieder nach draußen. Dort müssen wir ein paar Minuten warten, bis die Bilder fertig sind.

Nach dem wir die Bilder von der Frau bekommen haben, schiebt mich Frank bis zum Zimmer 7 und klopft dort an. Wir werden herein gebeten und Dr. Morbach und noch ein zweiter Arzt schauen sich die Bilder an.

„Glück im Unglück hast du, Torsten, das brauchen wir nicht zu operieren, das richten wir jetzt ein und dann bekommst du einen Gips“, sagt Doktor Morbach , „und wenn später die Schmerzen wieder kommen, bekommst du auf Station was dagegen“. Dann machen die beiden ihren Job und nach zwanzig Minuten ist der Arm versorgt.

Zur Kontrolle, ob der Knochen auch richtig sitzt, wird der Arm jetzt nochmal geröntgt. Dabei bekomm ich, wie auch schon vorher, so eine dicke Schürze umgehängt. Diesmal frag ich die Frau: „Wozu muss ich denn beim Röntgen so eine Schürze tragen?“

Sie lacht und sagt: „Um deine empfindlichen Teile dort unten vor Strahlung zu schützen, weil die Strahlung zu Schäden und zur Beeinträchtigung deiner Zeugungsfähigkeit führen können.“ Mit roten Ohren bedanke ich mich für die pikante Auskunft und Frank schiebt mich lachend auf den Flur.

Dr. Morbach kommt und begutachtet das Bild und meint: „Es ist alles in Ordnung, Torsten, so kann es wieder gerade zusammen wachsen, es sei denn, du fällst wieder drauf, was ich mir aber doch sehr verbitten möchte.

Frank bringt dich jetzt wieder auf die Station und dann bleibst du bitte im Bett, nach der Spritze solltest du nicht rumlaufen. Ich komme nach her und bring dir was gegen den Schmerz. Frank, ich muss noch kurz in die Apotheke, dann komm ich wieder hoch, bis gleich also.“

Frank schiebt mich mit dem Rolli zum Aufzug und ein paar Minuten später rollen wir ins Zimmer, wo Ole besorgt auf uns wartet. „Und, ist alles OK, rede schon, du Chaot, wegen dir bekomm ich hier noch einen Herzkasper“, schallt es mir entgegen.

Er sieht echt besorgt aus und irgendwie freut mich das. Er wird mir immer mehr zu einem Freund, anstatt nur Mitpatient zu sein. Er ist echt in Ordnung und auch seine Mutter ist Klasse. Schade, das seine Schwester Marie schon einen Freund hat, die könnte mir echt gefallen.

„Es ist nicht so schlimm gebrochen, glatt und ohne Komplikationen“, sagt jetzt Frank zu ihm und gibt ihm einen Schmuser auf den Mund, „er muss nur jetzt liegen, weil die Spritze ihn etwas trunken gemacht hat. Der Morbach kommt gleich noch und bringt ihm was gegen die Schmerzen. Das kann er dann holen, wenn die Wirkung der Spritze nach lässt.“

Frank hilft mir dabei, das Bett zu besteigen und stellt mein Kopfteil höher, das ich bequem sitzen kann. „Wir müssen ihm jetzt ein bisschen helfen, vor allem beim Üben, weil er jetzt nicht mit zwei Krücken laufen kann“, sagt Frank zu Ole und der sagt: „Kein Problem, wir werden das schon hinkriegen. Bin mal gespannt, was seine Eltern sagen, wenn die am Sonntag kommen“.

„Wir sagen aber nicht, dass der Boden nass war“, sag ich zu den Beiden, „sonst macht mein Alter hier ein Fass auf von wegen Haftung und so. Er versucht immer, aus allem einen Vorteil zu ziehen. Lieber hör ich mir an, wie doof ich mich wieder angestellt habe“. „Ok“, sagt Ole, „wir sagen nichts und dann wird er ja wohl auch nicht rum mosern.“

„Kann ich das Fernsehen anmachen? “frag ich Ole. „Wegen mir mach die Glotze ruhig an“, kommt es zurück und Frank sagt: „Ich muss eh los jetzt, meine Arbeit machen, Hugo wird schon warten.“ Bevor er verschwindet, küssen sich die beiden noch einmal, dann bin ich wieder mit Ole allein.

Bei meiner Zapperei habe ich zufällig einen Bericht gefunden über die MS Europa und Ole ist auf einmal doch sehr fernsehinteressiert.

„Auf dem Schiff fährt mein Onkel Jo als Zahlmeister, der hat schon die ganze Welt bereist“, erklärt er sein Interesse an der Sendung. Wir schauen nun gemeinsam den Bericht und ich muss staunen, was für ein Unternehmen so ein Kreuzfahrtschiff doch ist.

Plötzlich ruft Ole: „Da, das ist mein Onkel“, als dort ein Mann interviewt wird und etwas über die Organisation und das Leben auf dem Schiff erzählt.

Er hat sich hoch gesetzt und ist richtig aufgeregt. Als der Mann erzählt, was so alles an Lebensmittel und Alkohol und sonstiges vor so einer Reise gebunkert wird, müssen wir beide doch sehr staunen.

Der Bericht ist fast zu Ende, als Doktor Morbach ins Zimmer kommt. Gerade ist wieder Oles Onkel im Bild und der Morbach steht da wie angewurzelt und starrt auf den Fernseher. „Das ist Oles Onkel, der da im Bild ist“, sag ich und dann wechselt das Bild und das Schiff wird wieder gezeigt, wie es den Hafen in Lissabon verlässt.

Dr. Morbach wirkt ein wenig verstört im Moment, aber er hat sich schnell wieder unter Kontrolle: „Hier, Torsten, sind drei Tabletten, die müssten reichen bis Morgen früh. Erfahrungsgemäß sind die Schmerzen in der ersten Nacht am schlimmsten. Wenn die Spritze ihre Wirkung verliert, so gegen Dreizehn Uhr, denk ich, dann nimmst du eine Tablette, auf keinen Fall mehr.“

Ich nicke und sage: „Ok, was ist denn das für ein Mittel?“ „Das Mittel heißt Tramal und ist ein starkes Schmerzmittel und das bekommst du auch nur heute. Das wirkt ungefähr vier bis 5 Stunden, dann lässt die Wirkung nach und erst dann darfst du eine weitere Tablette holen.

Wenn du das Bett verlassen und auf die Toilette musst, muss Ole dir helfen und wenn der nicht da ist, musst du klingeln, damit dir jemand hilft, denn die Tabletten wirken ähnlich wie die Spritze, das heißt, es kann durchaus sein, das du sehr unsicher auf den Beinen bist.

Da das eine Bein eh noch nicht wieder in Ordnung ist, besteht die Gefahr, dass du wieder hinfällst. Es wäre besser, wenn du dir eine Urinflasche bringen lässt und dann im Liegen pinkelst. Ich lass dir am besten einen Rollstuhl ans Bett stellen, dann kannst du ins Bad rollen und Ole kann dir auf die Toilette helfen.“

Zu Ole gewendet, fragt er: „Kann ich mich darauf verlassen, dass das klappt, mit dem Aufpassen und allem, was ich gesagt habe?“ „Klar, das kriegen wir hin, denk ich „, sagt dieser und nickt dabei.

„Der Mann auf dem Schiff, war das wirklich dein Onkel?“, fragt der Doktor jetzt. „Ja, das ist mein Onkel Jo, eigentlich Johannes. Er ist ein Bruder meines Vaters, der leider erstorben ist“, antwortet Ole und ein Schatten zieht über sein Gesicht.

„Johannes Jensen“, murmelt der Doktor und schaut nachdenklich auf Ole. „Wohnt der hier in Bremerhaven, wenn er nicht an Bord ist?“, fragt der Doktor weiter.

„Ja“, sagt Ole und fragt: „Kennen sie meinen Onkel?“ „Ja, ich glaube, dass das der selbe Johannes Jensen ist, den ich vor ein paar Jahren mal sehr gut kannte“, sagt der Doktor und wendet sich dann nachdenklich zum Gehen. Ohne ein weiteres Wort verlässt er den Raum und lässt zwei verwunderte und nun auch neugierige Jungs zurück.

*-*-*

Sergej

Nachdem wir uns abgetrocknet und anschließend angezogen haben, ich habe Jerome erstmals bei den Prothesen geholfen, gehen wir nach unten, um zu frühstücken.

Dabei habe ich Jerome mal genau beobachtet und ich muss sagen, er geht fast vollkommen normal mit diesen Dingern, die er, jetzt schon fast liebevoll, Max und Moritz nennt.

Wer nicht weiß, dass er Prothesen trägt, wird es auch nicht vermuten, weil er sich so gut wie jeder andere bewegt. Mich hat es von Beginn an nicht gestört, das er seine Füße verloren hat und im nach hinein weiß ich, dass ich mich wohl schon im ersten Moment in ihn verliebt habe, ohne das jedoch als solches so richtig zu realisieren.

Mit dieser Entwicklung tun sich aber jetzt logischer Weise auch ein paar Probleme auf, über die ich mir ernsthafte Gedanken machen muss. Da sind an erster Stelle mal meine beruflichen Pläne. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich unter den gegebenen Umständen noch auf einem Schiff anheuern will.

Das würde oft wochenlange oder sogar mehrere Monate Trennung von Jerome bedeuten, etwas, was ich mir jetzt im Moment gar nicht vorstellen möchte und er sicher noch weniger.

An zweiter Stelle kommt dann wohl, das ich meine Familie über die aktuelle Entwicklung ihres Sohnes aufklären muss und das Ergebnis kann ich überhaupt nicht einschätzen.

Ich kann mich nicht erinnern, dass über solche Dinge wie Schwul sein jemals bei uns zu Hause geredet worden ist, das war einfach kein Thema.

Vielleicht telefoniere ich zuerst mal mit meiner Mutter, weil die mich halt abgöttisch liebt als ihren Ältesten. Ich muss versuchen, etwas über ihre Haltung Schwulen gegenüber heraus zu finden, denn wenn sie mich akzeptiert, dann tut Papa das auch, weil er ihr noch nie was abschlagen konnte.

Ich schiebe die Gedanken nach hinten und konzentriere mich wieder auf das hier und jetzt, wir sind nämlich unten angekommen und werden von Jeromes Mutter begrüßt: „Guten Morgen, ihr beiden, ihr möchtet bestimmt frühstücken, oder?“

„Guten Morgen, Mama“, sagt Jerome und auch grüße mit einem freundlichen „Guten Morgen, Frau Remmers“. Jerome nickt und sagt: „Ja, Frühstück wäre gut, das ist jedenfalls der Hauptgrund unserer Anwesenheit“.

„Der Tisch im Esszimmer ist gedeckt und Natascha ist auch gerade beim Frühstück, ihr könnt euch gleich dazu setzen. Ich habe schon mit deinem Vater gefrühstückt“, erklärt Frau Remmers.

Wir gehen ins Esszimmer und begrüßen nun auch Natascha, die uns beide neugierig anschaut. “Na, habt ihr gut geschlafen, ihr beiden?“ fragt sie, leicht grinsend und Jerome verdreht gleich die Augen.

„Sehr gut, Schwesterchen, sehr gut“, sagt er, sonst nichts und auch, wenn Natascha wohl nicht mehr erwartet hat, ist ihr Gesichtsausdruck doch ein klein bisschen enttäuscht. Der Tisch ist reichlich gedeckt und eine Frau so um die fünfunddreißig bringt eine Kanne frischen Kaffee.

„Möchten sie etwas anderes als Kaffee trinken, vielleicht Kakao?“ fragt sie. „Das ist Frau Knobe, unsere Köchin“, sagt Jerome zu mir und zu ihr sagt er: „Das ist Sergej Ruloff, mein Freund, wir zwei sind seit ein paar Tagen fest zusammen und er wird nun einfach mit zur Familie gehören.“

Ein bisschen Stolz hör ich da in seiner Stimme und es freut mich, dass er mich hier so vorstellt.

Offensichtlich ist Frau Knobe schon länger hier angestellt, das merk ich daran, dass sie die Kinder der Familie mit Vornamen, aber dann doch mit „Sie“ anredet. Sie fragt Jerome nämlich gerade: “Jerome, soll ich ihnen lieber Kakao bringen, oder ist ihnen Kaffee recht?“

„Heute Morgen ist Kaffee schon OK, Frau Knobe, wir brauchen was zum Wach werden“, antwortet er und schaut mich dann fragend an. Ich nicke und so schüttet er meine Tasse voll mit gut duftendem Kaffee.

Ich lege ein Brötchen auf meinen Teller und schau ihn an, dann greift er nach dem Messer, schneidet mein Brötchen auf und bestreicht beide Hälften mit Butter. „Danke, mein Schatz“, sage ich, und lege auf jede Hälfte eine Scheibe Käse.

Natascha schaut uns an und grinst ein bisschen, sagt aber nichts zu meinem „Danke, mein Schatz“, das auch schon fast wie selbstverständlich über meine Lippen gekommen ist.

Es war schon erstaunlich, wie sehr wir bereits miteinander vertraut sind, obwohl wir uns ja erst relativ kurz kennen und eigentlich übereinander noch längst nicht alles wissen.

Die gesamte Situation erfüllt mich mit einem vorher nicht gekannten Glücksgefühl und das Kribbeln in meinem Bauch sagt mir, das dass alles gut und richtig ist.

Seine Familie hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen, hier stimmt einfach alles, was ich bisher so mit bekommen habe und ihre Offenheit mir gegenüber ist eigentlich gar nicht so nicht selbstverständlich. Offensichtlich haben sie mich als den Freund ihres Sohnes vorbehaltlos akzeptiert.

*-*-*
Jerome

Wir sitzen zusammen am Frühstückstisch, Natascha ist auch da und beobachtet offensichtlich, wie wir beide mit einander umgehen.

Ich weiß, dass hier für alle Beteiligten sehr schnell konkret geworden ist mit Sergej und mir, aber ich glaube mal, dass alle sich mit mir freuen und froh sind, dass meine Launen und Depressionen einer wesentlich besseren Stimmung gewichen sind. Das ist zumindest für meine Familie ein Grund mehr, Sergej hier freudig und gerne auf zu nehmen.

Ich hoffe im Stillen, das meinem Schatz auch ein gutes Coming Out in seiner Familie beschieden sein wird. Wenn nicht, dann soll er zu mir ziehen, dann ist er hier zu Hause, aber das werden wir ja noch früh genug erfahren. Ich will ihn auf jeden Fall dort hin begleiten und bei seinem nicht leichten Gang so gut wie möglich unterstützen.

„Was macht ihr zwei denn heute?“ fragt Natascha, „habt ihr was besonderes vor?“ „Nein, eigentlich nicht, aber vielleicht können wir in der Stadt ein bisschen shoppen gehen, ich bräuchte da noch ein paar neue Hosen. Wenn es jetzt wieder wärmer ist, brauch ich was leichtes, weil kurze Hosen kann ich in der Öffentlichkeit nicht mehr so gut tragen“, sag ich.

„Ich bräuchte auch noch ein paar Kleinigkeiten, nehmt ihr mich dann mit?“, will Natascha wissen. „Warum sollten wir dich nicht mit nehmen wollen“, meint Sergej und sieht dabei zu mir. „Du kannst gerne mitkommen“, sag ich, „Martin kann uns fahren. Sergej, du brauchst aber keine kurzen Hosen oder Shorts zu kaufen, du kannst meine anziehen, ich habe genug davon“.

„Ich will mir noch eine Speicherkarte für meine Kamera kaufen, damit ich morgen im Stadion genug Bilder machen kann“, sagt Sergej, „wenn da so viele Stars rumrennen, dann will ich das auch in Bildern festhalten.“ Er holt sich noch ein Brötchen und wieder schneide ich es für ihn auf und streich es mit Butter ein. Er strahlt mich an und gibt mir einen Kuss auf die Backe. „Danke“, sagt er.

Nach dem wir fertig gefrühstückt haben, rufe ich Martin an und teile ihm mit, das wir zum Einkaufen in die Stadt fahren wollen. „Oh, da war ich ja eben schon mal“, lacht er am Telefon, „ich musste schnell Backzutaten für zwei Schwarzwälder kaufen, die Frau Jensen backen will“.

„Echt“, sag ich, „ da müssen wir doch heute Nachmittag mal bei Oma vorbei schauen und probieren, ob der auch wieder so gut ist wie beim letzten Mal“. „Ich bin in zehn Minuten da“, sagt Martin und legt auf.

„Martin kommt in zehn Minuten“, sag ich den beiden, „Natascha, hol bitte mal bei Mama eine Kreditkarte und sag ihr, das wir zum shoppen gehen“. „Mach ich, Brüderchen“, sagt sie und geht Mama suchen.

„Bargeld haben wir nur selten und nie viel dabei, meine Schwester und ich“, erkläre ich Sergej, der gerade etwas erstaunt guckt, „wenn wir was brauchen, nehmen wir immer eine Karte mit, die Mama bei sich auf bewahrt, seit ich meine mal verloren habe. Bisher hat sie noch nie was zu meckern gehabt, wir waren nie verschwenderisch, jedenfalls nicht so richtig“.

Er lacht, guckt mir in die Augen, küsst mich zärtlich und strubbelt durch mein Haar. Er zieht mich auf seinen Schoß, so dass ich mit dem Gesicht zu ihm auf seinen Knien sitze und er schaut zu mir hoch in meine Augen.

Dann erklärt er mir: „Du musst dich damit abfinden, dass dein Schatz nicht so selbstständig ist in vielen Dingen, wie du das von Dir gewohnt bist. Natascha und ich sind praktisch in einem mehr oder weniger großen, goldenen Käfig auf gewachsen.

Immer war jemand um uns, der uns viele Dinge des täglichen Lebens abgenommen hat. Unser Leben ist immer etwas anders verlaufen, als das bei anderen Kindern der Fall war.

Wir waren in keinem Kindergarten und in keiner öffentlichen Schule, so wie das eigentlich bei fast allen Kindern normal ist. Wir wurden zu Hause unterrichtet, haben immer individuell und flexibel lernen müssen, mal hier, mal in Portugal, wo wir zwei bis drei Mal im Jahr für ein paar Wochen sind, oder in St. Moritz oder aber auch in New York, wo wir auch noch ein Haus haben.

Wir sind viel gereist, haben aber nie so einen Urlaub gehabt, weil auch im Ausland fast immer Lehrer und Erzieher dabei waren und zwischendurch unterrichtet und geübt wurde.

Erst die letzten zwei Jahre sind wir weniger gereist, aber trotzdem waren wir hier ein bisschen so was wie eingesperrt und beim Ausgang war bei mir immer Martin dabei, während Natascha oft von Mama oder einer ihrer Lehrerinnen begleitet wurde.

Der Führerschein, war das erste, was ich ohne Martins Begleitung absolviert habe.“

Er streichelt über meinen Rücken und drückt sein Gesicht an meine Brust. Mit den Zähnen knabbert er vorsichtig durch das T-Shirt an meiner rechten Brustwarze und jagt damit einen Schauer über meinen Rücken.

„Bitte nicht, wenn Natascha zurück kommt. Und außerdem macht mich das steif und das will ich jetzt hier unten eigentlich nicht werden“, sage ich und löse mich von ihm und setzt mich wieder auf meinen Stuhl. „Spielverderber“, grinst er und erzählt weiter.

„Natürlich durfte ich nicht allein Autofahren, immer waren Martin oder Kai dabei, manchmal auch Mama. Nach zwei Monaten habe ich einen Golf bekommen und bei der ersten Gelegenheit bin ich dann allein los. Das war gerade der Zeitpunkt, an dem mir klar war, dass ich schwul bin und ich war total verstört.

Ich war aggressiv und mit den Gedanken woanders, als beim Autofahren und bin dann in einer Autobahnbaustelle mit fast achtzig Sachen in einen Asphaltkocher gefahren. Der heiße Asphalt hat meine Füße gar gekocht, bevor man mich aus dem Auto hatte und ich bin erst ein paar Tage später aus dem künstlichen Koma erwacht.

Mama saß an meinem Bett auf der Intensivstation in einer Spezialklinik und sie hat mir damals und bis heute noch keinen Vorwurf gemacht. Sie war einfach da und hat mir bei gestanden.

Als mir das ganze Ausmaß meiner Verletzungen bewusst wurde, wäre ich am liebsten tot gewesen, aber mit Mamas Hilfe und psychologischer Unterstützung, aber auch mit Unterstützung der gesamten Familie und ganz besonders Martin ging es mir langsam besser.

Der erfolgreiche Gebrauch der Prothesen half mir auch, ein gutes Stück der alte Jerome zu werden und als Du dann in mein Leben getreten bist, war endlich alles Schlimme vergessen und jetzt, wo wir zusammen sind, bin ich glücklich und es stört mich nicht mehr, das ich keine Füße mehr habe.

Ich weiß, dass es dich nicht stört und das gibt mir das Gefühl, kein Krüppel zu sein, sondern jemand, der vom dem liebsten und schönsten Menschen auf der Welt geliebt wird.“

„Der letzte Satz war eine wunderschöne Liebeserklärung an mich“, antwortet er und beugt sich zu mir, um mich zu umarmen und zu küssen. Erst Nataschas Räuspern zeigt uns, das wir nicht allein sind hier.

„Genug geküsst, macht euch fertig, ihr zwei“, sagt sie und grinst frech, „ich habe die Karte und Martin ist in fünf Minuten da und fährt uns, beeilt euch also.“

Wir fahren schnell hoch und holen noch was zum Darüber ziehen, ich eine Weste und Sergej eine leichte Jacke, dann geht es runter zum Auto.

Martin hat den Achter Audi genommen und Natascha geht freiwillig nach vorn, um Sergej und mir die Rücksitze zu überlassen. „Wo wollen wir denn zuerst hin?“, fragt Natascha. „Ich würde sagen, zu C &A “, sagt Sergej, „oder auch zu Karstadt.“

„Ich dachte da eher an Bremen und ein paar schicke Läden, da gibt’s doch etliche in der Waterfront, das ist ein tolles Einkaufszentrum mit vielen tollen Läden“, sagt Natascha, „NewYorker ist da auch, die haben coole Sachen.“

Sergej guckt etwas komisch und sagt dann: „Auch wenn ihr das so gewöhnt seid, aber das mit den Läden, das geht bei mir nicht so gut. Das übersteigt meine Finanzen, ich kann mir immer nur normale und keine Markenklamotten kaufen.

Ich habe nur begrenzte Mittel und deshalb für Kleider und so Sachen nur einen bestimmten Betrag zur Verfügung. Ich muss mit meinem Geld immer haushalten, sonst langt es nicht.“

„Oh, sorry“, sagt Natascha und wird etwas rot, „soweit habe ich jetzt gar nicht gedacht. Was machen wir denn jetzt, Jerome?“

„Martin, fahr nach Bremen, wir gehen dort shoppen, wo wir immer shoppen gehen“, sag ich und leise zu Sergej, „ich werde, wenn mein Schatz mir das erlaubt, ihn heute mal ein bisschen verwöhnen, als kleines Dankeschön, das er für mich da ist.“

Genau so leise kommt es zurück: „Ich lasse mich gern einmal ein bisschen verwöhnen und weiß auch, dass das für euch eigentlich Peanuts sind, aber bitte gib mir nie das Gefühl, das du mich mit teuren Sachen beeindrucken oder gar kaufen möchtest.

Ich fühle, dass das nicht deine Absicht ist und deswegen lass ich mich auch darauf ein, behalte mir aber vor, auch nein sagen zu dürfen, wenn es mir zu viel wird. Ich habe, seit ich von zu Hause weg und hier zur Ausbildung gekommen bin, immer für meinen Lebensunterhalt selber sorgen müssen und hart dafür gearbeitet.“

Er schaut mir tief in die Augen und meint: „Die Kleider von C & A haben dich nicht davon abgehalten, dich in mich zu verlieben und das sagt mir, dass nicht die Verpackung, sondern der Inhalt wichtig ist.

Ich lieb dich nicht, weil ihr Geld oder du teure Kleider und einen Chauffeur hast, sondern weil du Jerome bist, der Junge, in den ich mich verliebt habe, und es ist mir egal, ob du in Hugo Boss oder Sackleinen verpackt bist.

Denk bitte immer daran, dass ich dich nicht an materiellen Werten messe, sondern daran, wie lieb du mich hast und wie lieb ich dich habe.“

Ich nehme ihn in den Arm und küsse ihn lange und mit viel Gefühl und zwei Tränen laufen mir die Wangen herunter. „Ich lieb dich, Sergej, ganz doll“, flüstere ich in sein Ohr, „danke, das es dich gibt“. Seine Zunge fängt meine Tränen ein und seine gesunde Hand krault zärtlich meinen Nacken.

Martin ist schon auf der Autobahn und bald werden wir in Bremen sein.

*-*-*

Ole

Nachdenklich schaue ich dem Doktor hinter her. Das der meinen Onkel kennt, ist ja interessant, aber offensichtlich ist das alles schon einige Zeit her, wenn ich das richtig verstanden habe. Jetzt haben wir beide, Torsten und ich, einen kaputten Arm. Das ist schon aberwitzig, das wir beide hier im Krankenhaus noch mal einen Unfall hatten.

Wir schauen jetzt zusammen ein bisschen Fernsehen und vertreiben uns so die Langeweile. Später werde ich, nach der Visite, noch mal kurz in die Cafeteria gehen und Frank muss ich ja auch noch sagen, dass ich ihn heute Nachmittag zum Kuchenessen und Kennenlernen meiner Mutter einladen will.

Hoffentlich kommt er sich nicht überfahren vor, weil ich Mutsch ja schon gesagt habe, dass ich ihr meinen Freund vorstellen will. Vielleicht hätte ich ihn vorher fragen sollen, ob ihm das recht ist oder ob er damit noch warten will.

Ich werde ihm nach her sagen, dass es mich sehr freuen würde, wenn er nach seiner Schicht zu uns aufs Zimmer kommt, um meine Mutter kennen zu lernen und Kuchen mit uns zu essen.

Vor Mutsch braucht er ja eigentlich keine Angst zu haben, weil ich genau weiß, das Mutsch in mögen wird und sich für uns beide freut, das wir zusammen sind.

*-*-*

Jerome

Wir haben die ganze Fahrt über geschmust und geknutscht und die beiden vorne haben uns auch total in Ruhe gelassen. Nun sind wir auf einen Parkplatz in der Nähe des Einkaufszentrums „Waterfront“ und Martin hat geparkt.

„Soll ich mitkommen, Natascha?“, fragt Martin. „Wir sind doch zu dritt, Martin, wir kommen ganz gut zurecht. Setz dich da vorn in das Cafe, wir holen dich dann später wieder dort ab“, antwortet Natascha.

„Und ihr Beiden habt jetzt mal genug geschmust, jetzt gehen wir shoppen, auf geht`s“, sagt sie zu uns und steigt aus. Wir folgen ihr und stürzen uns ins Vergnügen.

Zuerst will Natascha mal ins NewYorker, weil sie dort schon einmal echt schicke Sachen gefunden hat. Die haben echt coole Kleider, das wissen wir, obwohl wir da erst im letzten Jahr erstmalig eingekauft haben.

Die meisten Kleider, die wir haben, haben wir immer dann bekommen, wenn wir im Ausland waren, vor allem in NewYork hat Mama uns immer sehr großzügig ausgestattet, aber auch Sommershopping in Lissabon war immer ganz ergiebig.

Danach war der Bedarf dann immer für die nächste Zeit wieder gedeckt. Wir verabreden uns mit Natascha in einer Stunde an der Kasse und gehen zusammen in dem Bereich für Männer.

Als wir nach einer Stunde an der Kasse auftauchen, wartet meine Schwester schon auf uns, mit zwei großen Tüten bepackt. „Na, erfolgreich gewesen?“ frag ich sie . „Ja klar, und ihr beiden habt ja wohl auch einiges gefunden wie ich sehe“, sagt sie und guckt auf die Kleider in unseren Händen.

Wir legen unsere Sachen auf den Kassentisch und die junge Dame scannt die Artikel ein. Für mich habe ich zwei leichte Sommerhosen, eine Beige und eine weiß und drei Shirts gekauft.

Dazu noch drei coole Hipster, das sind knapp sitzende Pants mit einem kurzen Beinansatz, die ich, wenn es nach Sergej gegangen wäre, sofort mal anprobieren sollte. Das habe ich aber auf zu Hause verschoben.

Für Sergej habe ich zwei Sommerhemden und eine Hose erstanden und ebenfalls drei geile Hipster, die auch zu Hause anprobiert werden sollen. Die wird bestimmt nicht schlecht, die Anprobe. Natascha reicht mir die Karte und ich bezahle mit dem Plastikgeld.

Mit den Tüten in der Hand verlassen wir den Laden und machen uns auf den Weg zum Cafe, wo Martin wartet. „Martin, wir lassen mal die Sachen hier bei dir, wir gehen noch ein bisschen rum und auch noch ein Eis essen. Danach kommen wir wieder her“, sag ich und Martin nickt.

„Ich bring die Sachen mal ins Auto und setz mich dann wieder hier her“, sagt Martin, „ihr wisst dann wo ich bin. Lasst euch Zeit, ich habe mir eben eine Zeitung gekauft, dann kann ich die mal in Ruhe lesen“.

Wir machen uns auf den Weg und bummeln an den vielen Geschäften vorbei, gehen ab und an in eines und landen zum Schluss in einer Eisdiele, wo wir uns jeder einen großen Eisbecher leisten.

Sergej hat sich noch eine Speicherkarte gekauft für seine Kamera und ich habe für uns zwei Armbänder aus Silber gekauft, und habe ihm und mir das dann an den rechten Arm gemacht.

Er hat mich zuerst erstaunt und dann aber sehr verliebt angeguckt und wir haben uns einen kleinen Kuss gegeben. Jetzt haben wir etwas, was uns auch äußerlich verbindet und zeigen soll, das wir jetzt zusammen gehören. Natascha hat geschmunzelt , als sie gesehen hat, wie ich Sergej das Armband um gemacht habe.

Jetzt sind wir auf dem Rückweg zum Cafe, wo Martin auf uns wartet und Sergej hat einfach meine Hand genommen und lässt sie auch bis ins Cafe hinein nicht mehr los.

Martin grinst vor sich hin, als er uns Hand in Hand kommen sieht. „Wollt ihr noch einen Kaffee trinken oder Kakao oder wollen wir wieder los nach Hause?“ fragt er.

„Wir haben eben einen Rieseneisbecher vertilgt, also ich brauch nichts mehr“, sagt Natascha und ich sage, nach dem ich Sergej fragend angeschaut habe: „Kommt, lasst uns zum Auto gehen, für heute reicht es mit dem shoppen.“ Fast drei Stunden waren wir jetzt hier gewesen und nun geht’s wieder heim.

Wir zwei, Sergej und ich, sitzen wieder hinten und schmusen unterwegs genau so, wie wir es schon auf der Hinfahrt getan haben.

„Ich freu mich auf die Anprobe“, sagt er verschmitzt grinsend. „Und ich erst“, sag ich und habe schon die schönsten Bilder vor Augen. „Du fängst an“, sag ich zu ihm und er meint: „Das losen wir aus, wer anfängt. Das ist gerecht.“

Dreißig Minuten später sind wir wieder zu Hause und nachdem wir Mama kurz die Sachen gezeigt und ihr die Kreditkarte zurück gegeben haben, fahren wir mit dem Lift nach oben.

*-*-*

Ole

Nach der Visite, die sich überwiegend mit Torsten und seiner neuen Situation auseinander setzt, fahre ich mit dem Aufzug runter und gehe in Richtung Cafeteria. In dem offenen Eingangsbereich bleibe ich stehen und suche nach einem freien Tisch, als mein Blick auf Frank fällt.

Der sitzt auf der rechten Seit am Fenster, mit dem Rücken zum Eingang und bei ihm sitzt ein gut aussehender junger Mann, etwa einen halben Kopf größer als Frank und redet auf diesen ein. Ich überlege kurz, ob ich einfach dahin gehen soll, aber irgendein Gefühl sagt mir, das ich das lassen soll.

Ich gehe nach links rüber und setze mich an einen freien Tisch in der Ecke, von dem aus ich die Beiden gut beobachten kann.

Frank kann mich nur sehen, wenn er sich ganz herum drehen würde, während ich dem anderen ins Gesicht schauen kann. Der scheint sehr aufgeregt zu sein und plötzlich weiß ich, wer das ist. Das kann nur Paul sein, Franks Exfreund, der hier und jetzt offensichtlich versucht, Frank zurück zu gewinnen.

Wie angewurzelt sitze ich nach dieser Erkenntnis an meinem Tisch und beobachte diesen Paul, das muss der einfach sein, so wie der auf Frank einredet. Dauernd versucht er, Franks Hand zu greifen, die dieser aber bisher wohl immer erfolgreich zurückgezogen hat.

Dieser Mensch redet an einer Tour und lässt Frank gar nicht zu Wort kommen. Sein Gesichtsausdruck wechselt ständig zwischen schuldig guckend über weinerlich hin zu verlangend. Auch der Dackelblick kommt gekonnt zum Einsatz.

Da werden offenbar alle Register gezogen, um die Gunst Franks wieder zurück zu erobern.

Jetzt kommt die Bedienung an meinen Tisch und ich bestelle einen Kakao und ein Teilchen mit Pudding, jedoch ohne die zwei an dem anderen Tisch aus den Augen zu lassen.

Frank wehrt beständig alle Versuche ab, die auf eine Berührung abzielen und macht durch seine Haltung deutlich, dass er Paul wohl nicht verzeiht und auch nicht mehr mit ihm zusammen sein will. Das beruhigt mich schon und ich sehe jetzt gelassener zu, als das anfangs der Fall war.

Mein Kakao und mein Teilchen werden gebracht und nach dem ich das gleich bezahlt habe, beginne ich dann auch sofort damit, das leckere Teil zu genießen.

Nach ein paar Minuten jetzt steht der Paul auf und sein Blick ist nun eher böse, gemein sogar und er stößt noch ein paar schnelle Worte aus, bevor er wütend davon stapft.

Frank bleibt zunächst sitzen und guckt vor sich hin.

Da ich mein Teilchen bereits verdrückt habe, nehme ich mit meiner gesunden Hand meine Tasse und gehe rüber zu dem Tisch, an dem er immer noch sitzt. „Hey“, sag ich nur und setze mich auf den Platz, wo eben noch der andere gesessen hat.

Er sieht auf und ist erstaunt. „Du?“, und dann, „ Bist du schon länger hier?“ fragt er und sieht mich an.

Ich nicke und sage: „Ja, als ich kam, hast du mich nicht gesehen und ich wollte das Gespräch nicht stören, also habe ich dort hinten gesessen und habe euch beobachtet“. „Du weißt wer das war?“ fragt er.

„Ich vermute, dass das der Paul war, an seinem Verhalten wurde das für mich sehr schnell deutlich“, sag ich, „und er wollte wohl sehr, das du zu ihm zurück kommst, wenn ich das richtig beobachtet habe.“

„Zuerst hat er sich tausend mal entschuldigt und gesagt, er würde nur mich lieben und es täte ihm alles furchtbar leid“, sagt Frank und greift dann nach meiner gesunden Hand.

„Er will mich zurück , weil er nur mit mir leben will und kann und er hat wirklich alles versucht, um mich zu überreden“, fährt er fort, „zum Schluss, als er gemerkt hat, das es nicht funktioniert, hat er sogar gedroht, das würde mir noch leid tun, der Spinner. Soll ich jetzt Angst vor ihm haben? Der hat sie doch nicht mehr alle!“

„Er hat dir gedroht?“, frag ich dann auch gleich besorgt, „Wie denn, was hat er genau gesagt, man rede doch. Das darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

„Ole, nu mach mal zart, der Spinner kann mir doch nichts. Ich habe keine Angst vor ihm und lass mich auch nicht dazu erpressen, wieder mit ihm zusammen zu kommen“, sagt Frank selbstbewusst, „er hat lediglich gesagt, es würde mir noch sehr leid tun, wenn ich nicht zu ihm zurück käme.“

Er steht auf. „Ich muss wieder hoch, ich habe ja immer noch Dienst und Hugo vermisst mich bestimmt noch“, sagt er, „kommst du mit hoch oder willst du noch bleiben?“

„Ich komme mit“, sag ich, „der Kakao ist leer und allein will ich jetzt nicht hier sitzen bleiben. Wenn ich gewusst hätte, das er dir droht, wäre ich vorher schon an den Tisch gekommen.“

„Das wäre glaub ich, gar nicht so gut gewesen, dann hätte er seinen Zorn auf dich fokussiert und wohl möglich ein paar schlimme Sachen zu dir gesagt“, meint Frank, „und mir ist es auch lieb, das er dich jetzt noch nicht kennt. Andernfalls könnte er seinen Frust irgendwie an dir aus lassen. Er war immer sehr eifersüchtig.“

Mittlerweile sind wir im Aufzug, aber leider nicht allein. So langsam mach ich mir doch Gedanken, das der Paul vielleicht was im Schilde führt gegen Frank.

Ich kenne diesen Paul zu wenig um das alles richtig einschätzen zu können, vielleicht gibt er ja jetzt auch einfach Ruhe, nach dem er so nachhaltig abgeblitzt ist.

Frank wird oben von Hugo mit einem vorwurfsvollen Blick bedacht und stürzt sich sogleich wieder in die Arbeit. Ich werde mal sehen, wie es Torsten geht und in einer halben Stunde kommt ja dann auch das Mittagessen.

So, das war Teil 10 und ich würde mich freuen, von euch zu hören, ob es euch gefallen hat. Da ich demnächst Urlaub habe, werde ich wohl das nächste Kapitel auch wieder etwas früher als gewohnt Hochladen können. Freut euch also auf Teil 11!

LG Niff

 

 

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1 Kommentar

  1. Auch dieses Kapitel ist wie immer sehr schön geschrieben, freue mich schon auf den nächsten Teil……

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