Traumschiff – Teil 16

Sergej                                      Montag, ca. 13:00 Uhr

Ich laufe, mit Tränen verschleiertem Blick Richtung Tannenstraße, nach Hause, zu meiner Familie. Meine Gedanken spielen verrückt, mein Herz tut weh, ich hadere mit mir selber über das, was ich eben getan habe.

Ich habe ihm bestimmt sehr wehgetan, den Schmerz in seinen Augen sehe ich noch, seine aufkommenden Tränen. Aber ich konnte nicht anders, es ist alles über mich herein gebrochen, alles in den letzten Tagen ging so schnell, fast ohne mein Zutun, ohne meinen Willen , gerade so, als wäre ich Zuschauer in meinem eigenen Leben.

Ich musste jetzt einfach mal die Notbremse ziehen, zeigen, dass es hier auch um mich geht und nicht nur um Jeromes Familie, ihre Verhältnisse, Ihr Umfeld. Ich will gefragt werden bei Entscheidungen, die mich und mein Leben betreffen, nicht einfach alles ab nicken, was hier so auf mich zugekommen ist.

Ja, ich liebe diesen Jungen, mehr, als ich jemals einen Menschen geliebt habe und er liebt mich auch. Aber sie haben mich einfach vereinnahmt oder besser noch beschlagnahmt, so fühlt es sich jedenfalls an. Ich werde wie selbstverständlich eingeplant, ausgestattet mit teuren Klamotten, wohne in einer Suite und werde von Pagen bedient.

Leute begleiten mich, bedienen mich, kriechen mir hinten rein, obwohl ich das nicht gewöhnt bin. Bei mir ist es eher umgekehrt, ich bediene, serviere und lerne es, anderen einen guten Aufenthalt in dem Hotel, in dem ich arbeite, zu ermöglichen.

Ich bin es, der das nicht gewohnt ist und auch nicht braucht und ich soll einfach so tun, als wäre das selbstverständlich, normal und richtig. Und alles nur, weil ich mich in Jerome verliebt habe, weil seine Familie voll die Kohle hat, sie es gewohnt sind, im Luxus zu leben

Nicht, das die abgehoben auf mich wirken, nein, aber die haben mich einfach aufgesaugt, ohne wenn und aber in ihren Alltag integriert, obwohl ich  all den neuen Eindrücken und Gegebenheiten erst einmal einen Platz in meinem Leben einräumen muss, es akzeptieren muss, das mein Leben jetzt anders abläuft.

Nicht genug damit, dass ich jetzt schwul bin, Jerome liebe, Sex mit ihm habe in einer Art, die so total neu ist, nein jetzt auch noch plötzlich vom armen Schlucker mit zwei Jobs zum Schwiegersohn eines megareichen Karl August Remmers, einer der angesehensten und reichsten Familie in und um Bremen. Das kann doch kein Mensch so einfach verkraften innerhalb von höchstens mal zwei Wochen.

Ich biege in die Tannenstraße ein, nehme mein Handy, klingele Mama an. „Hallo, Sergej, wo seid ihr denn und warum rufst du an“, fragt Mama, die sofort meine Nummer erkennt. „Ich bin vor der Tür, mach bitte auf“, sag ich und als der Öffner summt, geh ich rein und hoch. Mama wartet an der Wohnungstür, sie guckt ganz erstaunt, sucht mit ihren Blicken nach Jerome.

Als sie in mein Gesicht schaut, kommen mir wieder Tränen und sie nimmt mich einfach in den Arm, ohne zu fragen, einfach so. Dann schiebt sie mich in den Flur und nach dem sie die Türe geschlossen hat, weiter ins Wohnzimmer. „Setz dich“, sagt sie, „wir sind allein, Papa ist rüber zu Opa nach Radebeul und die anderen sind noch in der Schule. Was ist passiert, habt ihr euch gestritten?“

„Eigentlich nicht“, sage ich, „ich bin weg gelaufen, habe Jerome und Martin im Einkaufscenter sitzen lassen und bin hier her“. Ich beginne, Mama alles zu erzählen, mit alles meine ich dann auch alles, wie alles angefangen hat, über seine Familie, über uns und auch, dass wir uns sehr lieb haben und auch, das wir Sex haben miteinander, ohne Details, versteht sich.

Ich erzähle, wie das mit dem Shoppen war, in Bremen zuerst und heute in Dresden, wie ganz selbstverständlich ich da einfach in alles hineingesteckt werde und wie ich mich dabei fühle. Mama hört zu, stellt ab und zu eine Frage, gibt aber keinen Kommentar ab, zu dem, was ich erzähle. Es dauert schon eine gute Weile, bis ich mir alles von der Seele geredet habe.

Nun habe ich alles erzählt, sitze auf der Couch und habe Angst, Angst, dass er mich und mein Verhalten nicht versteht. Dass er sich sagt, dass es keinen Sinn macht, mit jemand, der gleich beim ersten Konflikt ohne ein Wort und ohne Ankündigung einfach davon läuft. Der den anderen sitzen lässt und flüchtet, an statt sich gemeinsam mit den Problemen auseinander zu setzen.

Mama ist in die Küche gegangen, kommt mit Kaffee, zwei Tassen und Gebäck zurück und stellt alles auf dem Tisch ab, „Mein lieber Junge“, sagt sie zu mir, „das du so einfach weg gelaufen bist, kann ich zwar verstehen, aber auch erst, nachdem ich gehört habe, was in den letzten zwei Wochen geschehen ist. Aber Jerome wird es nicht ohne eine vernünftige Erklärung verstehen.“ Sie schüttet die Tassen voll.

„Schau, heute Morgen war für ihn und für dich die Welt noch in Ordnung. Ihr liebt euch und das hat sich ja jetzt wohl auch nicht geändert, oder?“ Ich schüttele den Kopf und sage leise: „Nein, Mama, ich liebe ihn, ganz Dolle und das wird sich wohl auch nicht ändern.“ Ich trinke einen Schluck Kaffee, versuche irgendwie, meine innere Ruhe wieder zu finden.

„Dann bist du, in einer Art Kurzschlussreaktion, weg gelaufen“, sagt Mama, „ panisch und ohne nach zu Denken. Er wird sich jetzt tausend Fragen stellen, was er vielleicht falsch gemacht hat, ob er dich verletzt hat oder was sonst der Grund ist für dein Davonlaufen. Er wird, genau wie du, Angst haben, wenn er dich liebt und das tut er ganz offensichtlich und auch sehr intensiv.

Er wird jetzt warten, warten darauf, dass du dich meldest, mit ihm sprichst, sagst, was los ist. Er wird wie du Hilfe suchen, bei diesem Martin oder auch bei seiner Mutter, das weiß ich nicht, aber Hilfe wird er suchen, so wie du. Ich kann dir aber auch nur Ratschläge geben, dich in den Arm holen und trösten, aber aussprechen musst du dich mit Jerome und auch klären, wie ihr in Zukunft eure Probleme regelt.

Weglaufen, ist keine Lösung, wird zwangsläufig irgendwann zum Ende eurer Liebe führen und euch beide tief unglücklich machen. Dass ihr euch liebt, sieht jeder und wer dich kennt, so wie ich, der hat dich gestern noch total glücklich gesehen. Das die Familie von Jerome so viel Geld und Einfluss hat, ist das eine, das ihr euch liebt und du dich wegen deiner Herkunft und unserem sozialen Stand nicht zu schämen brauchst, ist die andere Seite der Medaille.

Du, der Mensch Sergej, du bist derjenige, den Jerome liebt. Nicht das Kind eines Bahnangestellten, nicht den angehenden Hotelkaufmann und nicht die Bedienung im Krankenhauscafe, nein Sergej ist es, der wird geliebt von Jerome, mein großer Schatz.  Jerome, der ist der Letzte, der dich kaufen will.

Für ihn bist du ein großes, ja vielleicht das größte Geschenk überhaupt, das der Himmel oder wer auch immer ihm in all seinem Leid geschickt und geschenkt hat. Und ein solches Geschenk braucht man nicht noch zusätzlich zu kaufen.

 Das er und auch seine Mutter ein bisschen an der Verpackung verändern wollen, hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Wert des Geschenks zu tun. So musst du die Sache sehen, Sergej, ihn muss du sehen als Menschen, der dich liebt, egal was du hast oder wo du her kommst.

Oft ist es in solchen Kreisen üblich, Partner nur aus dem gleichen Umfeld zu suchen, zumindest was die Verheiratung von Töchtern und Söhnen angeht. Homosexuelle Verbindungen finden dort wohl auch eher im Stillen oder Geheimen statt.

Das alles ist aber wohl in Jeromes Familie nicht so und ich finde, dass sie dich in jeder Hinsicht positiv angenommen haben. Alles, was du uns darüber erzählt hast und was Jerome erzählt hat, sagt mir, das sie dich mögen und gern haben und wenn das so ist, dann ist der Vorwurf, das sie dich kaufen wollen, eigentlich nicht haltbar.

 Dass sie es versäumt haben, dich mehr in ihr Handeln mit ein zu binden, ist bestimmt keine Absicht und wird sich, wenn ihr mal über alles gesprochen habt, in Zukunft sicher anders gestalten. Ich finde, es ist allerhöchste Zeit, deinen Schatz anzurufen und dich mit ihm aus zu sprechen.“

Das Gespräch mit Mama hat mir schon einiges klar gemacht. Meine Reaktion war wohl arg überzogen, aber in dem Moment war es einfach alles zu viel und nun muss ich sehen, dass ich das wieder alles in den Griff bekomme, mit Jerome und mir. Ich rufe im Hotel an, will mich mit ihm verbinden lassen.

An der Rezeption sagt der Mann: „Herr Remmers ist zum Flughafen gefahren und wir wissen nicht genau, wann er zurück kommt, Herr Radic.“ „Wann ist er denn weg“, unterbreche ich den Mann und werde schon wieder nervös. Was will er denn am Flughafen?

 „ Kurz nach Fünfzehn Uhr ist er vorbei gekommen und hat gesagt, falls sie, Herr Radic, kommen oder anrufen, sollen wir ausrichten, das er mit Martin zum Flughafen gefahren ist und voraussichtlich gegen Siebzehn Uhr zurück sein wird“, sagt der Mann am Telefon, „und er hat noch eine Telefonnummer hinterlassen, die sie anrufen können.“

Er gibt mir die Nummer, die ich aufschreibe und dann verabschiedet er sich. Ich lege auf um gleich darauf die Nummer anzurufen, die wohl zum Telefon im Audi gehört. Mein Anruf wird aber nicht angenommen, offensichtlich ist der Wagen abgestellt und es sitzt weder Jerome noch Martin drin. Ich wird es jetzt auf Jeromes Handy versuchen, das hätte ich besser gleich gemacht.

Ich wähle und nach dem dritten Zeichen hör ich seine Stimme, aufgeregt sagt er: “Schatz, ich liebe dich, ist alles OK mit dir? Wo bist du, sag doch was?“ „Du lässt mich ja nicht zu Wort kommen“, sag ich und grinse zum ersten Mal seit ich ihn allein gelassen habe. „Nichts ist OK, ich habe Mist gebaut, bin einfach abgehauen und das tut mir leid. Ich liebe dich ganz, ganz Doll. Wo bist du, ich will zu dir?“, sag und frag ich.

„Wir sind am Flugplatz“, antwortet er, „ ich habe, als du weg bist, meine Mama angerufen, panisch war ich, hatte Angst, du willst mich nicht mehr. Sie kommt jetzt her, muss jeden Moment landen. Bist du zu Hause?“

„Ja, ich bin zu Hause. Wie ich sehe, sind wir beide zuerst mal zur Mama gelaufen, Helden, die wir sind“, sag ich und muss fast lachen, so komisch kommt mir die Situation jetzt vor. „Ja, sieht wohl so aus, Martin hat mir diesmal nicht gereicht, so eine Panik, wie ich hatte“, sagt er, „wenn Mama da ist, kommen wir zu euch. Ich liebe dich, lauf bitte nie mehr so einfach weg, mein Schatz.“

„Ich werde es nicht mehr tun, das verspreche ich“, sag ich, „wir werden das schon in den Griff kriegen mit uns beiden. Ich will dich nie verlieren, Jerome. Ich warte dann hier auf euch und wir freuen uns, meine Mama und ich, das deine Mama uns besucht. Und ganz Doll freu ich mich auf dich, ich vermiss dich so“

„Ich glaube, das Flugzeug mit Mama landet gerade, wir kommen dann später vorbei, bis gleich“, sagt er, „ich liebe dich.“ Dann legt er auf. Ich bin so froh, dass er nicht sauer ist auf mich, weil ich einfach so abgehauen bin.

Bin mal gespannt, wie seine Mama das gemacht hat, so schnell nach Dresden zu kommen in der kurzen Zeit. Es sind ja gerade mal viereinhalb Stunden her, seit ich einfach weg gelaufen bin. Ich sage  Mama Bescheid, dass wir später noch Besuch kriegen und als sie hört, dass Jerome auch seine Mama kontaktiert hat, lacht sie ein bisschen.

 Meine beiden jüngeren Schwestern sind mittlerweile nach Hause gekommen und nach einer kurzen Begrüßung in ihrem Zimmer verschwunden. Auf die Frage, wo denn Jerome ist, hat Mama gesagt, dass er später kommt.  Vanessa kommt in einer Stunde und Boris wohl gegen halb Fünf.

„Papa muss auch gleich kommen, er ist mit dem VW-Bus bei Opa in der Werkstatt und hat Ölwechsel gemacht und noch ein paar Kleinigkeiten“, sagt sie und räumt ein bisschen auf im Wohnzimmer. „Guck mal, Sergej, ob im Flur und im Bad alles OK ist, wenn die Frau Remmers kommt, will ich uns nicht blamieren.

Ich schaue nach mache noch ein bisschen Ordnung bei den Schuhen und putze etwas Zahnpasta vom Spiegel ab. Dann häng ich noch zwei frische Handtücher ans Waschbecken, das war es dann. Alles ist in Ordnung und wegen mir könnten sie schon da sein, ich vermisse meinen Schatz immer mehr.

*-*-*

Jerome           Montag gegen 17:00Uhr

Der Jet der Hapag-Lloyd ist gelandet und wir warten darauf, dass Mama kommt. Für private Flieger ist ein extra Ausgang vorhanden, der, an dem ich jetzt mit Martin stehe und auf Mama warte. Meine Panik, meine Ängste sind dank seines Anrufs vorhin fast ganz verflogen und es geht mir wieder einigermaßen gut.

Ich war zuerst total perplex, dann habe ich Angst um uns und dann Panik bekommen, dass er nicht zu mir zurück will. So ganz verstanden habe ich sein Verhalten immer noch nicht, ich habe ihm ja eigentlich nichts Böses getan. Ich habe ihn schick eingekleidet für Mamas Geburtstag und seinen Geschwistern ein paar Kleider gekauft, weil Boris ja den Ball bekommen hat und die anderen nichts.

Sicher, er ist das nicht gewöhnt, so viel Geld in ein paar Kleider zu stecken, bei uns ist das aber einfach so und wir denken auch nicht allzu viel über die Preise der Sachen nach.  Eigentlich habe ich mich noch nie richtig dafür interessiert, wo das Geld, das wir ausgeben, her kommt. Vielleicht kann Mama mir das ja mal näher bringen.

Für das Kleingeld, so bis Fünfhundert Euro war immer Martin zuständig und was darüber hinausging, wurde immer per Kreditkarte erledigt. Wir, also Natascha und ich haben auch nie Riesenmengen gehortet. Wenn wir oder Mama der Meinung waren, das wir etwas Neues brauchen, dann wurde das gekauft, egal, wo auf der Welt wir gerade waren.

Mal sehen, was Mama zu der ganzen Entwicklung sagt und wie sie Sergejs Verhalten einschätzt. So wie ich Mama kenne, wird sie ihm überhaupt nicht böse sein, sondern Verständnis haben für seine Ängste. Warten wir es mal ab.

Da kommt sie endlich, in einem eleganten schwarzen Jackenkleid und mit einer roten Handtasche sieht sie einfach super aus. Ein Stewart aus dem Jet trägt ihren Koffer und sie kommt zielstrebig auf uns zu. „So, die Feuerwehr ist da, wo brennt es denn?“, fragt sie und umarmt mich und gibt mir einen Kuss.

„Oh Mama, es war ganz schlimm, Sergej ist einfach weg gelaufen, hat gemeint, er hätte das Gefühl, das wir ihn kaufen und nach unseren Wünschen verändern wollen“, sag ich zu Mama. Martin nimmt dem Stewart den Koffer ab und wir gehen zum Auto. Unterwegs dorthin erzähle ich Mama dann, dass Sergej angerufen hat und jetzt zu Hause bei seiner Mutter ist.

„Weiß Martin, wo Sergej wohnt?“, fragt Mama und als ich nicke, sagt sie: „Martin, fahr bitte zu Sergej nach Hause.“ Martin nickt und nachdem der Koffer verstaut ist, fahren wir los. Unterwegs erzähle ich Mama noch mal alles und auch einiges über Sergejs Familie. Es ist viel Verkehr und so dauert es fast fünfundvierzig Minuten, bis wir in die Tannenstraße einbiegen.

Mama schickt Martin mit dem Auto und dem Koffer ins Hilton. „Mein Mann hat ein Zimmer für mich gebucht, bring bitte das Gepäck dorthin und erledige die Anmeldung. Wir rufen dich an, wenn du uns abholen sollst“, sagt sie zu ihm, dann gehen wir zur Haustüre und ich drücke den Klingelknopf.

Es dauert nicht lang, bis sich nach dem Klingeln die Türe öffnet und  wir gehen die Treppen nach oben. Schnelle Schritte von oben sagen mir, das er uns entgegen kommt und schon umschlingen mich zwei Arme und seine Stimme schluchzt in mein Ohr: „Es tut mir so leid“. Meine Lippen verschließen seinen Mund und wir küssen uns wie von Sinnen.

Mamas Räuspern ruft uns in die Wirklichkeit zurück und sie sagt mit einem Lächeln in der Stimme: „Wenn die Herrn dann mal den Weg nach oben nehmen könnten, wäre ich froh. Das Treppenhaus ist nicht der einladenste Ort für irgendwelche Widersehensfeiern und ich würde auch gern mal die Familie meines zukünftigen Schwiegersohns kennen lernen.“

Mit zarter Gesichtsrötung machen wir uns auf den Weg nach oben. Er hat meine Hand genommen, hält sie fest, so als wolle er sie nie wieder los lassen. Mein Herz pocht vor Aufregung, er liebt mich und er wird mich bestimmt nicht mehr so einfach verlassen. Ich werde ihn auch mehr in mein Handeln einbeziehen, nicht einfach beschließen, sondern bereden.

Seine Mama steht an der Wohnungstür und lächelt uns an und sagt: „Hallo, guten Tag und herzlich Willkommen in unserem Zuhause, Frau Remmers und auch dich zu sehen, Jerome, freut mich ganz besonders. Kommt bitte erst mal rein, immer geradeaus, Jerome, du kennst dich ja schon aus. Ich geh mal den Kaffee holen. Setzt euch bitte an den Tisch, ich bin sofort da.“

Wir, Mama, mein Schatz und ich gehen ins Wohnzimmer und setzten uns um den Tisch. Sergej hängt förmlich an mir und wir setzen uns wie selbstverständlich auf die Couch. Sergej wirft ab und zu einen forschenden Blick auf meine Mutter, als wolle er ergründen, ob sie sauer ist, wegen seinem Verhalten.

Sergejs Mama kommt jetzt mit einem Tablett Kaffeegeschirr und mit Kaffee und Gebäck und stellt alles auf den Tisch. Jedem stellt sie ein Gedeck hin und gießt dann auch gleich Kaffee ein. Jetzt nimmt sie ebenfalls Platz und schaut meine Mama an. „Es ist schön, das sie so schnell gekommen sind und wir uns jetzt ein bisschen kennen lernen können“, sagt sie zu meiner Mama.

„Nun, als Jerome anrief, war ich zuerst erschrocken. Ich habe einfach nicht damit gerechnet, dass es zu ernsthaften Komplikationen kommen würde, weil die beiden ja doch sehr verliebt in einander sind. Das sie, die Familie, es so gut aufgenommen haben, das die Beiden ein Paar sind, hat mich eigentlich sicher gemacht, das für beide jetzt die Welt in Ordnung ist.“

Mama macht sich Milch in den Kaffee und trinkt dann einen Schluck davon. Dann fährt sie fort: „Ich habe aber wohl außer Acht gelassen, das unsere Welt Sergej durch seinen Beruf zwar nicht fremd ist, das es aber wohl einen Unterschied für ihn macht, diese Welt einfach nur zu kennen oder aber in ihr zu leben.

Mein Mann und ich haben es versäumt, einiges zu erklären und um das nach zu holen und die Dinge ins rechte Licht zu rücken, deshalb bin ich so schnell es ging, hier her gekommen. Ich hoffe, du verzeihst uns unsere Annahme, dass du dich auch ohne Erklärungen in unserer Welt zu Hause fühlst.“

Wieder trinkt sie von dem Kaffee, bevor sie weiterspricht: „Die letzten Monate waren für uns aufregend und nicht leicht. Jerome war verschlossen, eigenwillig und nicht zugänglich. Dann kam dieser grässliche Unfall, der unsere heile Welt nachhaltig zerstört hat. Von da an war vieles anders und ich hatte oft die Befürchtung, dass mein Sohn an diesem Schicksal verzweifelt und sich was antut.

Dann machte er mir zu allem Übel auch noch das Geständnis, das er Jungs liebt und mit Mädchen nichts anfangen kann. Meine Angst, ihn zu verlieren wuchs noch einmal mehr und wir, meine Familie und ich, Martin nicht zu vergessen, taten unser Möglichstes, um ihn auf zu muntern und auf andere Gedanken zu bringen.

Das Schwul sein ist nichts, was uns erschreckt, vielmehr die Tatsache, dass in seiner eh schon depressiven Stimmung nach dem Unfall auch noch das Gefühl, anders zu sein, hinzu kam und seine Stimmung in den Keller zog. Das alles änderte sich spürbar nach dem dritten Besuch bei Dr. Schmelzer, zur Prothesenanprobe.

Von dem Tag an habe ich eine deutliche Verbesserung an Jerome bemerkt, er fing wieder an, zu agieren, zu leben, nahm wieder teil an unserem Leben. Mit deinem Eintritt in sein Leben, Sergej, fing Jeromes Leben wieder an, ein solches zu sein. Ich habe sofort gemerkt, das was Außergewöhnliches geschehen sein musste.

Als du dann am Abend deines Unfalls zu uns kamst, wusste ich, das du der Grund warst, für den er allen Frust und alle schlechte Laune und Depression über Bord geworfen hat, für den er sogar seine fehlenden Füße vergessen hat. Ich habe eure Blicke gesehen, die Zärtlichkeit und die Liebe, und in diesem Moment hast du mein Herz erobert, hat mein Herz dich adoptiert.

Ich war so froh und in meinem Überschwang, habe ich dich, und mein Mann natürlich auch, in unsere Familie aufgenommen und dich genauso behandelt, wie unseren Sohn. Wir haben aber einen großen Fehler gemacht und das hat dann ja heute Morgen wohl auch dazu geführt, dass du dich wohl zu Recht auch, übergangen gefühlt hast.

Wir hatten nie die Absicht, dich zu kaufen, warum auch, du warst und bist immer noch verliebt in meinen Großen, willst ja eigentlich immer bei ihm sein. Wozu also etwas kaufen, das man geschenkt bekommt? Wir haben es versäumt, dir zu erklären, was es bedeutet, mit uns zu leben. Wir haben Geld, mehr Geld, als wir jemals verbrauchen können.

Wir haben Macht, denn viel Geld zu haben, bedeutet Macht und Einfluss. Karl August besitzt Anteile an etwa dreißig Firmen, in denen etwa fünfundzwanzig Tausend Menschen arbeiten. Auch ein großer Anteil der Hilton-Kette gehört ihm. Dazu die Reederei mit den Schiffen, auch die MS Europa, auf der du eigentlich gerne anheuern wolltest, gehört ihm zu über fünfzig Prozent.

Für uns ist Geld und auch das Ausgeben von Geld nichts, was diskutiert wird oder dem besondere Aufmerksamkeit zukommt. Das heißt nicht, dass wir es Türen und Fenster raus schmeißen, aber einen Anzug zu kaufen für tausend Euro, das ist halt kein Ding, das irgendeine Diskussion nach sich zieht.

Das ist auch der Grund, das Jerome spontan und an meinen Geburtstag denkend, heute Morgen diese Anzüge gekauft hat. Wir haben aber nicht daran gedacht, dir unser Leben ein bisschen zu erklären, dir zu sagen, was du uns bedeutest und auch, das wir dich halt so wie einen Schwiegersohn sehen und auch so behandeln möchten.

Ich habe dich in der relativ kurzen Zeit in der wir uns jetzt persönlich kennen, sehr lieb gewonnen, nicht nur, weil du Jerome liebst, nein, auch weil du ein ehrlicher, netter und gut erzogener junger Mann bist. Jemand, der auf eigenen Füßen steht, der Ziele hat und was machen will aus seinem Leben.

Wenn du jetzt irgendwie mit meiner Tochter befreundet wärst und ihr euch verliebt hättet, so wäre das wohl genauso mit meinen Gefühlen für dich. Ich mag dich als der Mensch, der du bist und wir wollen keinen anderen Menschen aus dir machen, wollen dich nicht verbiegen oder verändern.

Du sollst der Sergej bleiben, in den sich Jerome verliebt hat und nur, weil wir die Verpackung und auch einige Rahmenbedingungen anders gestalten, als du das bisher gewohnt bist, mögen wir den Inhalt, also dich, so, wie du bist und daran wollen wir auch nichts verändern.

Allerdings musst du dich an dieses neue Umfeld gewöhnen und auch der Schritt zusammen mit Jerome in die Öffentlichkeit wird nicht immer so sein, wie du dir das vorstellst. Wir kommen halt mit vielen Prominenten zusammen, mit Politikern, Unternehmen, bekannten Künstlern und so weiter.

Man wird sehr schnell merken, dass du unser Schwiegersohn bist, also der Mann, der mit unserem Sohn zusammen ist. Es wird also auch sehr schnell bekannt in unseren Kreisen, das Jerome und somit auch du schwul sind. Allerdings wird sich niemand trauen, sich öffentlich abfällig darüber zu äußern.

Sicher wird es den einen oder anderen geben, der unserer Einladung in Zukunft nicht mehr folgt, aber das können wir gut verschmerzen. Wir haben schon immer und werden auch in Zukunft zu unseren Kinder stehen, bedingungslos und ohne Vorbehalt und das gilt für unsere Schwiegerkinder ganz genau so.

Du brauchst dich nicht zu schämen, du hast eine tolle Familie, gute Eltern und eine sehr gute Erziehung. Du kannst dich genauso gut in unseren Kreisen bewegen wie wir, und was das wichtigste überhaupt ist, du liebst Jerome ehrlich und aufrichtig und er dich auch. Du musst niemals das Gefühl haben, das du nicht zu uns passt.

Wir mögen dich sehr, gerade auch, weil du bist, wie du bist, denn das macht dich liebenswert. Verzeih uns, das wir dich überfahren haben, das wir es versäumt haben, dich mehr in die Dinge, die euch beide betreffen, mit ein zu beziehen. Wir wollen das in Zukunft besser machen, denn wir wollen, das ihr beide zusammen glücklich seid.“

Jetzt strahlt er, mein Schatz und schmiegt sich an mich. „Schon als ich hundert Meter weg war heute Mittag, hat es mir leid getan, aber ich war so verunsichert, das ich nicht zurück kehren wollte“, sagt er, „ich brauchte jemanden zum reden, jemanden, der mich kennt, weiß, wie ich ticke und das war eben Mama. Ihr habe ich alles erzählt, meine Ängste und Gefühle, einfach alles. Sie hat dann auch direkt gesagt, das ich dich anrufen soll“.

Seine Mama lächelt und sagt: „Ja, Liebe ist manchmal kompliziert und kann ziemlich stressig sein. Aber wenn der Stress vorbei ist, dann ist sie umso schöner:“ Das lässt mich gleich an heute Abend denken, an den Bus und die Einbahnstraße und ich muss grinsen. Sergej schaut mich an und am Aufblitzen seiner Augen sehe ich, das wir gerade beide die gleichen Gedanken haben und ich kann euch sagen, keusch sind die nicht, echt nicht.

 *-*-*

Ole

Nach dem Duschen zieh ich mich an, ein bisschen locker, Trainingsanzug und so, aber frische und nette Unterwäsche, obwohl die ja wohl auch schnell auf dem Boden landen wird, so wie ich Frank mittlerweile kenne. Ich muss an was anderes denken, sonst hat Torsten noch mal was zu lästern, wenn ich eine Latte kriege.

Seine beobachtenden Blicke brennen förmlich auf meinem Hintern, als ich die Pants anziehe. „Gefällt dir mein Arsch, du Spanner?“, frag ich und dreh mich rum. „Joah, ganz nett, der Pöter, kann sich sehen lassen“, sagt er und grinst frech, „Frank hat Glück gehabt mit dir, so einen schönen Arsch hat nicht jeder.“

„Sag mal, bist du sicher, dass du nicht auch schwul bist, Kleiner?“, frag ich jetzt doch ernsthaft, weil sein Gerede über meine und Franks Sexualität, sein Kopfkino und der Spruch vom Lieblingshomo mir doch zu denken geben. „Nee, lass mal, ich steh auf Frauen und auf welche besonders, das weißte ja. Das hindert mich aber nicht daran, eure Aktivitäten geistig zu begleiten aber einen Harten macht mir das nicht“.

„Na, dann bin ich ja beruhigt. Es würde mich schon emotional belasten, wenn ich für die weißen Sportsflecken in deinen Unterhosen verantwortlich wäre“, sag  ich jetzt, seinen Sprüchen nun ebenfalls mit ähnlichen Sprüchen zu begegnen. Eine leichte Röte zieht in seinem Gesicht auf und er fragt frech: „Schnüffelst du etwa in meiner dreckigen Unterwäsche, ist das so eine deiner Vorlieben?“

„Wenn es eine Pants von Frank wäre, könnte ich mir schon vorstellen, an ihr zu schnüffeln, vor allem, wenn er nicht bei mir ist,  aber deine Bremsspuren reizen mich jetzt absolut gar nicht“, konter ich und grinse frech. „Na Gott sei Dank, ich dachte schon, ich müsste meine Unterwäsche jetzt einschließen“, kommt prompt die Antwort und er grinst jetzt wieder wie ein Honigkuchenpferd.

Ich bin jetzt fertig und schnappe mir noch meine Uhr und meinen Geldbeutel und geh zur Tür. „ich wünsch euch einen geilen Nachmittag und denkt an die Verhütung“, lässt er es sich nicht nehmen, noch ein bisschen zu lästern.

„Und du“, konter ich, „denk dran, bei neunundneunzig Handwechsel zu machen, sonst kriegst du Sehnenscheidenentzündung vom Wichsen.“ Lachend zieh ich die Tür hinter mir zu, das mir nachgerufene „Arsch“ höre ich aber noch.

Ich gehe noch in der Cafeteria vorbei und hole ein paar Teilchen und zwei Kaffee to Go mit. Frank hat bestimmt schon geduscht und wartet sicher auf mich. An seiner Türe im Wohnheim angekommen, klopfe ich und drück die Klinke runter. Frank sitzt auf dem Bett, mit rotem Gesicht und ganz verheult. Das Mitgebrachte abstellend, bin ich mit wenigen Schritten bei ihm und er wirft sich sofort in meine Arme.

Er schluchzt laut auf, drückt sein Gesicht an meine Brust und stöhnt: „Oh Ole, meine Mutter hat angerufen, unser Hund, eigentlich mein Hund ist tot, jemand hat ihn vergiftet.“ Ich drück ihn fest an mich, streichele durch sein Haar und sage leise: „Das tut mir leid für dich.“ Mehr fällt mir im Moment nicht dazu ein und so halte ich ihn einfach und streichele ihn weiter.

Ich drück ihn wieder aufs Bett und lege mich dann neben ihn, zieh seinen Oberkörper auf mich und bette seinen Kopf auf meiner Brust. „Erzähl mir ein bisschen von deinem Hund“, sag ich leise, in der Hoffnung, dass ihm das hilft, den Schock zu verarbeiten. Er weint jetzt leise, seine Schultern beben und ich streichle sanft über seinen Rücken.

„Zu meinem vierzehnten Geburtstag habe ich mir einen Hund gewünscht, nicht irgendeinen sondern einen Riesenschnauzer. Das sind gute und intelligente, sehr treue und anhängliche Hunde. Er war sehr gut in unsere Familie integriert und auch, als ich hier nach Bremerhaven ging, hat er sich bei uns zu Hause weiterhin sehr wohl gefühlt.

Er ist besonders wachsam gewesen und hat niemanden Fremdes ans oder ins Haus gelassen. Er kannte unsere Freunde und Bekannten und auch den Briefträger, der nichts von ihm zu fürchten hatte. Fremde aber hatten keine Chance, an ihm vorbei zu kommen. Leuten gegenüber, die er gut kannte, war er zutraulich und von denen nahm er auch was zu essen an.

Sachen, die Rumlagen draußen, hat er nicht gefressen, das habe ich ihm sehr früh beigebracht und auch von Fremden nahm er nichts, solange, bis er die Erlaubnis von einem von uns hatte.“ Immer noch schluchzt er zwischendurch auf, beruhigt sich nur sehr langsam, während er weiter erzählt.

„Er brauchte viel Bewegung und so war ich viel mit ihm draußen. Durch ihn oder besser gesagt, wegen ihm habe ich dann auch Paul kennen gelernt. Pauls Familie wohnte im selben Ort, wir hatten aber nie Kontakt miteinander, obwohl er aufs selbe Gymnasium ging. Er war aber zwei Klassen höher als ich, so dass wir uns nicht direkt kannten.

Sie hatten auch einen Hund und irgendwann sind wir uns an einem kleinen See in unserer Nähe begegnet, und kamen in Kontakt, als sich die umher laufenden Hunde beschnuppert haben. Sein Hund war viel kleiner und er hatte wohl Angst, mein Hund könnte dem Kleinen was tun. So haben wir uns kennen gelernt da war ich nicht ganz sechzehn Jahre alt.

Von da an haben wir uns öfter da getroffen und auch in der Schule den Kontakt zu einander gesucht. Ein Jahr später wurde mehr daraus und ab da waren wir zusammen. Wir sind viel mit den Hunden gelaufen und Artus, so hieß mein Hund, kam gut mit Paul und dessen Hund zurecht. Paul machte dann auch Zivildienst hier in der Nähe und ging erst nach München, als ich das Abitur gemacht habe und hier meinen Zivildienst begann.“

Er verstummt, schluchzt wieder. Mir kommt ein ziemlich böser Gedanke. Wenn der Hund nur Bekannte an sich ran ließ und nur von denen was zum Fressen annahm, wer hatte dann Interesse, dem Hund was anzutun oder wollte derjenige Frank damit treffen, so als Rache oder so was. „Hat du mal darüber nachgedacht, wer dem Hund etwas Böses wollte oder war vielleicht der Hund nur Mittel zum Zweck, solltest Du damit bestraft werden“, frage ich.

Sein Kopf ruckt hoch und meine Gedanken verstehend, tritt ungläubiges Erstaunen auf sein Gesicht. „Paul“, stammelt er, „du meinst Paul könnte Artus vergiftet haben, um mich zu treffen. Oh Gott, wenn das wahr wäre. Ich muss meinen Vater anrufen, sie sollen prüfen, ob Paul zu Hause oder in München ist oder gestern war.“

Er holt sein Handy raus, wählt hektisch die Nummer seiner Eltern und nachdem sein Vater dran ist, spricht er den Verdacht aus. Sein Vater will das offensichtlich nicht glauben und so erzählt er von dem Brief an den Professor, den mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Torsten. Das scheint seinen Vater denn doch stutzig zu machen und er verspricht, sich nach Pauls Anwesenheit in den letzten Tagen zu erkundigen.

Nach dem das Gespräch zu Ende ist, sitzt Frank traurig und nachträglich neben mir, an mich gelehnt und von meinem Arm gehalten. „Ich habe Kaffee mitgebracht, komm, wir trinken mal davon“, sag ich und zieh in mit hoch, zum Tisch, wo ich vorhin alles abgestellt hatte.

Der Kaffe ist noch warm und so sitzen wir uns jetzt gegenüber und kauen lustlos auf dem Kuchen rum und trinken den Kaffee dazu. Frank ist wohl mit den Gedanken bei dem Hund, jedenfalls spricht er im Moment nicht und sein Blick ist auf die Tischplatte gerichtet. Wieder stehlen sich ein paar Tränen aus seinen Augenwinkeln und laufen ungehindert über seine Wangen, um dann auf den Tisch zu tropfen.

Es tut mir weh, ihn so traurig zu sehen und nach dem Kaffee und Kuchen alle sind, steh ich auf, nehme ihn in den Arm und schiebe ihn wieder zum Bett. Eng an mich gekuschelt schluchzt er ab und zu auf und gibt sich ganz meinen Streicheleinheiten hin. Wir liegen still bei einander und irgendwann ist er in seinem Leid eingeschlafen. Ich liege ruhig, ihn weiter streichelnd und denke über die Situation nach, Wenn Paul den Hund vergiftet hat, wie geht es dann weiter? Nach der Aktion mit dem Brief jetzt die Sache mit dem Hund. Wenn das Paul war, dann ist der doch krank im Kopf, dann muss man ja mit allem rechnen. Irgendwann bin ich auch eingeschlafen.

Ich werde wach, weil Frank sich auf gesetzt hat. Sein Handy hat geklingelt und es ist sein Vater, der anruft. Paul war tatsächlich die drei letzten Tage nicht in München, sondern zu Hause. Franks Vater sagt weiter, dass er eine Obduktion veranlasst hat, um feststellen zu lassen, mit welcher Art Gift der Hund umgebracht worden ist.

Das Ergebnis dürfte so in drei Tage etwa vorliegen. Er hat auch Anzeige gegen Unbekannt gemacht  und die Polizei wird ermitteln. Einen Verdacht Paul gegenüber hat er dort geäußert, mit Begründung und er hat auch von dem Brief erzählt, den Frank nun unbedingt nach Hause zur dortigen Polizei bringen muss.

Ebenfalls soll er dort Angaben machen, wie das war mit dem Brief und der Professor wird ebenfalls einen Anruf der Polizei bekommen, damit er zu dem Brief gehört werden kann. Für Frank bedeutet das, dass er morgen Mittag nach der Schicht nach Hause fahren muss. Sein Vater will ihn abholen und am Abend auch wieder bringen.

„Komm“, sag ich, „ wir gehen rüber, mein Abendbrot essen und uns ein bisschen mit Fernsehen ablenken. Nach Sex steht mir und dir wohl auch der Kopf im Moment nicht und ich frage mich, was dieser Idiot Paul als Nächstes vorhat. So langsam bekomme ich Angst, dass der noch ganz andere Sachen vorhat.“

Wir machen uns fertig und gehen rüber ins Haupthaus, auf unser Krankenzimmer, wo Torsten beim Fernsehen ist. Der Kleine merkt sofort, das was nicht stimmt, der ist so sensibel, das ich mich immer wieder wundern muss, was sein Gespür für Stimmungen angeht, „Was hat euch denn die Petersilie verhagelt, hat man euch gestört bei irgendwas?“, fragt er.

Frank schüttelt nur traurig den Kopf, also erzähle ich Torsten, was passiert ist. Sichtlich geschockt lauscht er meiner Schilderung der Geschichte mit Franks Hund und unserer Vermutung, Paul betreffend. „Wenn das stimmt das der das war, dann gehört der in die Klapse, der hat sich ja neulich schon aufgespielt wie ein Psychopath“, schimpft er.

„Das tut mir sehr leid mit deinem Hund, Frank“, sagt er, sichtlich bewegt und in diesem Moment wird er mir noch mehr zum Freund, als er es trotz oder gerade wegen seiner großen Klappe eh schon ist, Er drückt Franks Hand und streichelt tröstend über dessen Arm. „Lass uns ein wenig Fernsehen gucken, vielleicht lenkt uns das ein bisschen ab“, sag ich und schiebe Frank zu meinem Bett.

Ich lege mich aufs Bett und ziehe Frank zu mir heran, lege einen Arm um ihn und bette seinen Kopf auf meiner Brust. Tröstend kraule ich seine Haare hinten im Nacken und hauche kleine Küsse auf sein Ohr. Es tut mir sehr weh, ihn so leiden zu sehen und unterschwellig ist da auch die Angst, dass der Spuk mit Paul noch nicht zu Ende ist.

 *-*-*

Sergej

Mein Jerome, eng an ihn geschmiegt, habe ich den Worten und Erklärungen seiner Mutter gelauscht und sein Blick in meine Augen jetzt zum Schluss, als meine Mutter von der Liebe spricht, der sagt alles, alles über unsere Liebe und noch viel mehr, er ist auch verheißungsvoll, was unsere nähere Zukunft angeht.

Da denk ich besser jetzt nicht weiter drüber nach und schau zurück zu meiner Mama, die nun mit Frau Remmers spricht. Jeromes Mutter sagt: „Also, ich finde, nachdem unsere Jungs nun glücklich verliebt wieder auf dem Boden der Tatsache „Leben“ angekommen sind, sollten wir zunächst mal dem distanzierten „Sie“ den Rücken kehren.

Ich heiße eigentlich Elisabeth, Freifrau von Salmuth, werde aber zu Hause, und darauf lege ich großen Wert, kurz und schmerzlos Lis genannt. Der ganze Adelsklimbim ist verstaubt und überaltert und hat für mich keine Bedeutung. Von Euch möchte ich auch so, einfach Lis genannt werden. Das gilt ab sofort natürlich auch für dich, Sergej, Frau Remmers möchte ich nicht hören.“

„Ich heiße Waltraud“, sagt nun meine Mutter und lächelt dabei, „gerufen wurde ich immer Wally und wenn ihr wollt, könnt ihr mich auch so nennen. Mein Mann tut das auch immer und meine Eltern auch. Es freut mich, wenn ihr beiden euch wieder einig seid darüber, wie es in der Zukunft laufen soll zwischen Euch.

Ihr müsst euch halt einfach nicht durch die Umstände der unterschiedlichen sozialen Herkunft stören lassen. Hier wird es sein wie früher für dich, Sergej und Jerome muss unsere Welt akzeptieren, wenn er hier ist und du, Sergej, musst die Welt in Jeromes Elternhaus akzeptieren und ich denke, das kriegt ihr beide hin, wenn ihr euch wirklich liebt.

Wichtig in meinem Leben war es immer, Fragen dann zu klären, wenn sie auftreten. Schiebt nichts auf die lange Bank, das sich zwischen Euch stellen könnte, sagt was ihr wollt und hört zu, was der andere will und wenn sich das arg unterscheidet, dann sucht nach einer Lösung. Gebt Problemen keinen Platz zwischen Euch, dann klappt es auch mit dem Zusammenleben. So ist es hier immer gelaufen und dein Vater, Sergej und ich, wir lieben uns immer noch sehr.“

„Mama, du hast ja recht und auch Frau Re…, ich meine Lis auch. Es ist halt alles so neu für mich“, sage ich , „ eine erste richtige Beziehung, die dann mit einem Jungen, der dazu noch aus sozialen Verhältnissen stammt, die meine Vorstellungen vom „Reich sein“ bei weitem in den Schatten stellen, Gefühle in einer Intensität, die ich vorher noch nie erlebt, ja , die ich gar nicht für möglich gehalten habe, das alles ist oder besser war für mich so überwältigend, das ich total überfordert war.

Meine Flucht war keine Flucht vor Jerome, oh nein, ich bin vor dem Gefühl, überfahren zu werden, davongelaufen, vor der Angst, vielleicht morgen nicht mehr ich selbst zu sein, das war es, was mich veranlasst hat, abzuhauen, zu meiner Mama zu rennen, die in der Vergangenheit immer einen Rat oder eine Lösung für mich hatte.“

Jerome zieht mich noch fester an sich und als ich ihn anschaue, küsst er mich zärtlich auf den Mund. Seine Augen strahlen, tauchen tief in meine ein und ich vergesse alles um mich herum. Immer tiefer wird der Kuss und nur ihn spüre ich, alles andere ist weit weg. Mein Herz klopft wild, für ihn, für meinen Schatz, der mir einfach alles bedeutet, der jetzt der Mittelpunkt meines Lebens geworden ist.

 *-*-*

Torsten

Frank ist echt fertig, nach der Aktion, die da abgelaufen ist, ist das ja auch kein Wunder. Ole kümmert sich rührend um ihn, hält ihn im Arm und streichelt ihn. Wenn ich mich mal verliebe, möchte ich auch so zurück geliebt werden, das sieht man förmlich, wie die beiden sich mögen.

Und echt, es stört mich nicht, das beide Männer sind, so mit Pimmel und so, bei so viel Liebe spielt doch das Geschlecht eigentlich überhaupt keine Rolle, das ist das nächste, das ich meinem Vater mal verklickern werde. Ich jedenfalls könnte neidisch werden, wenn ich sehe, wie die zwei miteinander umgehen.

Oles Schwester, die geht mir schon gut ab, aber die ist ja jetzt mit dem Heiner zusammen und ich kann ihr nicht mal böse sein deswegen. Sie kennt mich ja gar nicht und weiß auch nicht, dass ich in sie verknallt bin und der Heiner, der sieht ja auch verdammt nicht schlecht aus, na ja, nicht gerade so gut wie ich, aber immerhin.

Dass mit dem Hund, das ist schon der Hammer, welcher Drecksack macht denn so was und wenn der Paul das war, dann müsste man den doch in die Klapse sperren. Wer weiß, was der noch alles anstellen kann in seinem Wahn. Er ist doch selber schuld, das er fremd gepoppt hat, der Blödmann, hätte er Frank nicht betrogen, wäre er jetzt nicht allein.

Jetzt hat der Frank den Ole und jetzt ist die Chose mit Paul Geschichte, fast jedenfalls, denn der Schwachmat will das wohl nicht akzeptieren, wie anders ist die Geschichte mit dem Brief und dem Hund sonst zu erklären. Hoffentlich gibt der jetzt endlich Ruhe.

 So schlimm wie das ist mit dem Hund, aber wenn es das jetzt war und Ruhe einkehrt, dann ist der Hund vielleicht nicht umsonst gestorben. Wenn das aber weitergeht mit solchen Aktionen gegen Frank, das wäre übel. Hoffentlich kann man dem Paul was nachweisen und im Mal kräftig auf die Finger klopfen.

Im Fernsehen läuft gerade nichts Interessantes und ich mach ein bisschen die Augen zu und döse. Die beiden anderen dösen auch vor sich hin, wohl in Gedanken über ihre Zukunft. Ganz nebenbei fällt mir die Party ein am Samstag, hoffentlich fällt die jetzt nicht aus.

Das wäre schade, aber das kann ich ja nicht entscheiden. Obwohl, ein bisschen Ablenkung wäre wohl ganz gut für Frank jetzt, finde ich und bis Samstag sind ja auch noch ein paar Tage hin.

*-*-*

Jerome

„So“, sagt Waltraud und steht auf, dann mache ich mal was zum Abendbrot, gleich trudelt der Rest der Familie ein und dann wird in der Regel um achtzehn Uhr gegessen. Lis, du bleibst selbstverständlich hier, zum Essen, aber auch, um den, den Rest der Familie kennen zu lernen.

Wenn du willst, Lis, kannst du ja mit in die Küche kommen, bei uns gibt es unter der Woche abends warm, weil alle über Tag unterwegs sind“. Mama steht auch auf und sagt: „Gerne, ich kann dir ja ein bisschen zur Hand gehen, zu Hause darf ich ja nicht so oft in die Küche, Frau Gut guckt immer ganz vorwurfsvoll, wen ich auch mal was machen will dort.“

Die Beiden verschwinden, das Kaffeegeschirr mitnehmend in der Küche und bald hört man sie, wie sie gemeinsam in der Küche hantieren, lachen und reden, so, als würden sie sich schon ein bisschen länger kennen.

„Schatz“, sag ich zu Sergej, liebevoll über sein Haar streichend „Schatz, du musst mir versprechen, nie mehr so einfach fort zu rennen. Ich habe so gelitten, wusste im Moment nicht mehr weiter, habe dann zu Martin gesagt, das ich nicht mehr leben will, wenn du nicht wieder kommst und das habe ich in dem Moment auch ernst gemeint.

Ich habe dich mittlerweile so lieb, dass ich nicht mehr ohne dich leben will, ich will mein Leben mit dir teilen, für dich da sein und auch von dir aufgefangen werden, wenn ich falle. Du bist ein Teil, sogar der wichtigste Teil in meinem Leben geworden und ich will dich nie mehr hergeben müssen.“

Er dreht mein Gesicht zu sich hin, seine Lippen finden meine und wir küssen uns zart und innig. Zwei kleine Tränchen laufen seine Wangen herunter und als er sich von mir löst, sagt er leise: „Auch du bist der wichtigste Teil in meinem Leben geworden, so rasend schnell, das es kaum zu begreifen ist. Ich verspreche dir, dich nie wieder so allein stehen zu lassen wie ich das heute Mittag getan habe.“

Mit dem Daumen mache ich die Tränchen weg, küsse ihn erneut und er kommt mir zärtlich entgegen. Stimmen im Flur lassen uns aufhören, uns gegenseitig zu küssen und zu streicheln. Wir setzten uns wieder normal neben einander und warten darauf, dass die anderen ins Zimmer kommen.

Zoran ist der Erste, der zur Türe herein kommt, die anderen folgen aber, bis auf Boris, der wohl noch zuerst sein Zimmer auf gesucht hat. Vielleicht kommt der auch später, der muss schon mal länger arbeiten, wenn viel los ist  in der Firma. Es dauert nicht lange und alle haben sich im Wohnzimmer versammelt und Vanessa kommt gleich zwischen uns und strahlt uns abwechselnd an.

Alle haben sich einen Platz gesucht und es wird sich lebhaft unterhalten, den Weg in die Küche hat aber noch niemand gemacht. Zoran, nachdem er uns ausgiebig begrüßt hat, macht den Anfang und geht in die Küche, wohl um Waltraud zu begrüßen.

 Dort wird es im ersten Moment etwas leiser, dann aber sind die Stimmen umso deutlicher zu hören und Vanessa erkennt zuerst, dass da eine fremde Stimme dabei ist. Sie rutscht sofort von der Couch zwischen uns und geht auf die Küche zu. Die Augen sind erwartungsvoll auf die Türe gerichtet und dann verschwindet sie in der Küche.

In der Küche wird es still und dann hör ich meine Mama, „Hallo, Süße, wer bist du denn“, und dann die Stimme der Kleinen: „ Ich bin Vanessa und wer bist du? Ich kenn dich aber gar nicht.“ „Ich bin Lis,  die Mama von Jerome, Sergejs Freund“, hör ich Mama sagen. „Du bist aber eine schöne Mama“, sagt Vanessa und gibt Mama die Hand. „Du bist auch ein schönes Kind, Vanessa“, sagt Mama uns hebt die Kleine hoch auf ihren Arm.

„Also irgendwas ist in eurer Familie anders“, sagt Zoran,  „Vanessa geht nie zu Fremden aber bei deinem Sohn und bei Dir ist das total anders. Sie ist sofort mit euch vertraut, lässt sich hochheben und sogar küssen, das ist neu bei ihr.“ Staunend sieht er Waltraud an, die zustimmend nickt. „Ja, es ist schon sehr auffällig, wie sie sich euch gegenüber verhält“, sagt Sergejs Mama.

„Sie spürt natürlich, das ihr sie mögt, also gern habt, so wie sie ist und mag euch wohl auch deswegen von Anfang an“, sagt Sergejs Mama und streicht ihrer Tochter über den Rücken, die immer noch auf Mamas Arm ist und beide Arme um Mamas Hals geschlungen hat. Ihr Kopf liegt auf Mamas Schulter und ihr Gesicht strahlt zufrieden.

Nun haben auch die anderen Geschwister gemerkt, dass noch jemand anders in der Küche ist und sie gehen neugierig näher. Nun begrüßen sich alle in der Küche, Waltraud stellt die Mädchen vor und Mama spricht, Vanessa immer noch auf dem Arm, mit den anderen Mädchen über dies und das, Schule und so weiter.

Jetzt geht die Wohnzimmertür noch mal auf und Boris kommt herein, schaut sich um und geht nach einem „Hallo, Jungs“ ebenfalls auf die Küche zu. Dort wird es langsam eng, trotzdem stellt Waltraud ihn vor und dann kommen alle wie auf Kommando zurück ins Wohnzimmer. Vanessa will runter von Mamas Arm.

Kaum steht sie auf dem Boden, kommt sie zur Couch und quetscht sich wieder zwischen uns. Waltraud sagt: „In zehn Minuten gibt es was zum Essen, Marianne und Bettina, deckt bitte mal den Tisch. Zoran, hol bitte mal eine Flasche Wein, du trinkst doch welchen, Lis, oder?“ „Ja, gern, wenn er trocken ist“, sagt Mama und Zoran macht sich auf den Weg, den Wein zu holen.

Die Mädchen decken den Tisch und als alles fertig ist, trägt Waltraud mit Hilfe von Boris das Essen auf. Boris stellt auch noch Cola und Wasser auf den Tisch und als Zoran mit dem Wein zurückkommt, nehmen alle um den großen Tisch Platz und fangen an zu essen.

 Am Tisch geht es ähnlich zu, wie bei uns zu Hause, es wird geredet und gegessen und auch gelacht und die Geschwister erzählen von ihrem Tag. Zoran sagt Grüße von Opa und Oma und Boris will am Samstag zu Opa uns dort an seinem Roller basteln, den Opa für ihn besorgt hat.

Zum übernächsten Wochenende soll der Roller laufen, dann wollen Boris und seine Freunde eine größere Rollertour mit Zelten unternehmen. Er wird das gesamte Wochenende bei Opa und Oma verbringen. Sergej fragt mich, ob wir morgen auch mal nach Radebeul fahren zu seinem Opa.

Ich schau Mama an, will wissen, ob sie bleibt oder wieder zurückfliegt morgen. Wenn sie zurück fliegt, können wir zwei ja mit Martin nach Radebeul fahren. „Morgen früh um neun fliege ich zurück nach Bremen“, sagt Mama, „die Maschine wird morgen Nachmittag gebraucht, Papa muss mit zwei anderen Managern nach Oslo fliegen.“

„Gut, dann kann Martin uns, wenn er vom Flugplatz zurück kommt, ja nach Radebeuel fahren“, sag ich und schau Sergej lächelnd an. „Dann könnt ihr auch mal einen Blick auf meinen Roller werfen, der sieht jetzt schon echt geil aus“, meint Boris, „nur der Motor muss noch eingebaut werden, dabei hilft mir Opa am Samstag“.

Das Essen ist vorbei und die zwei Mädchen haben den Tisch abgeräumt. Boris ist auf sein Zimmer gegangen, das auch Sergejs Zimmer war, bevor er nach Bremerhaven gegangen ist. Sein Bett steht noch immer da und später will er mir das Zimmer auch mal zeigen. Boris will aber zuerst noch Aufgaben für die Berufsschule machen und da wollen wir ihn nicht stören.

Auch die beiden Mädchen gehen, nachdem sie aufgeräumt haben, auf ihr Zimmer. Bettina will runter ins Erdgeschoss zu ihrer Freundin und Marianne will sich umziehen. Wir, der Rest sitzen nun um den Wohnzimmertisch herum, erzählen dies und das und trinken einen trockenen Rotwein spanischer Herkunft und mir schmeckt der ganz gut.

Ich habe halt nicht so viel Erfahrung mit Wein, aber Mama schmeckt er offensichtlich auch. Zoran erzählt Anekdoten von seiner Arbeit, Mama erzählt von mir und Natascha, wie wir so aufgewachsen sind und auch von Opa und Frieda uns auch die eine oder andere Anekdote von Feierlichkeiten mit Adels und Co. Es wird viel gelacht und auch Marianne ist wieder zu uns gekommen.

Sie erkundigt sich dann bei Mama näher nah Natascha, die ja auch fünfzehn Jahre alt ist. Mama kramt in ihrer roten Tasche und holt einige Bilder heraus und zeigt sie rum. Sie hat von jedem Familienmitglied, also auch von Oma und Frieda eins dabei.

Das Bild von mir wurde vor dem Unfall aufgenommen und zeigt mich mit Bermudashorts und intakten Gliedmaßen und ein bisschen Wehmut überkommt mich schon bei dem Anblick. Sergej fühlt das und drückt unauffällig meine Hand, als wolle er sagen, das er mich so, wie ich jetzt bin noch viel lieber hat.

Mama kramt ihren I-Pod heraus und ruft zu Hause an. Papa uns Natascha sitzen gerade beim Abendbrot und Mama berichtet von ihrem Tag. Natascha freut sich und Papa auch, dass alles wieder in Ordnung ist und Papa schlägt vor, dass wir uns alle Mal treffen, so zu sagen zum Kennen lernen.

Papa regt an, die Familie Radic soll sich mal einen Termin aussuchen, so ein langes Wochenende, vielleicht an Vatertag oder Fronleichnam, das wären der  zweite oder der dreiundzwanzigste Juni. Papa meint, wir könnten dann mit unserem Schiff ein paar Tage auf der Elbe schippern und uns mal richtig kennen lernen.

Sergej und ich könnten ja dann von Bremerhaven mit dem Schiff nach Hamburg und dann Elbeaufwärts nach Dresden fahren, so dass sie am ersten oder am zweiundzwanzigsten Juni abends in Dresden eintreffen werden, meint Papa. Mama meint, das wäre eine tolle Idee und wir werden nach her noch darüber reden.

Ich weiß ja nicht, ob Sergej da Urlaub machen kann, aber das kann man ja gleich nächste Woche abklären und auch Zoran muss ja sehen, wie sein Fahrplan ist und wann er frei machen kann, aber Papas  Idee, auch die mit unserem Schiff, die ist einfach Klasse, finde ich.

Mama erklärt nun Papas Vorschlag, das Kennen lernen der beiden Familien mit einer Schiffstour zu verbinden, was die Mädchen natürlich direkt begeistert. Zoran und Waltraud finden die Idee auch gut, aber man muss natürlich erst mal für einen Urlaub in der Zeit sorgen. Dafür ist natürlich auch Boris gefragt, der ja auch  zeitgleich Urlaub machen muss dann.

Vanessa wird von Waltraud geschickt, um Boris zu holen und die kleine wuselt gleich los. Es dauert nicht lang, da kommt Boris mit Vanessa auf dem Arm zurück und setzt sich zu uns auf die Couch. Seine Mutter informiert ihn über Papas Vorschlag, ein Kennen lern Wochenende auf unserem Schiff auf der Elbe zu verbringen, und sagt auch welches Datum sich am besten dafür eignet.

„Ich muss schauen, ob ich da Urlaub bekomme, das ist ja nur ein Freitag und ich denke, das wird schon klappen. Ich frage morgen mal den Meister, ob das klar geht“, sagt er zu seiner Mutter und Mama meint, wenn klar ist, das alle frei haben, dann können wir das genau planen. „Wie können ja mal regelmäßig miteinander skypen, Waltraud, dann bleiben wir in Verbindung und können alles regeln“, sagt Mama.

Die Zeit ist rum gegangen bei der Plauderei uns bevor wir nachher aufbrechen, will Sergej mir noch das Zimmer zeigen, dass er sich mit Boris geteilt hat. Als wir Richtung Zimmer gehen, folgt uns Vanessa wie selbstverständlich und greift sogar wieder nach meiner Hand.

Das Zimmer ist ungefähr achtzehn Quadratmeter groß und jetzt wohl von Boris etwas umgemodelt worden. Ansonsten ein typisches Jungenzimmer, hübsch eingerichtet und auch sehr jugendlich dekoriert. Fußballstars verschiedener Vereine hängen als Poster an den Wänden und nur noch wenige Kleinigkeiten deuten darauf hin, dass Sergej hier auch gewohnt hat.

Boris macht ein bisschen Musik an, angenehm zum Hören, aber nicht außergewöhnliches, Tote Hosen halt und auch Linkin Park. Wir bleiben nicht lang und Boris fragt noch ein bisschen nach unserem Schiff. Da der Rechner unter dem Schreibtisch an ist, frage ich: „Darf ich mal an deinen PC?“

„Klar, mach nur „, sagt er und ich rufe die Homepage von Papas Holding auf, weil dort ein paar Bilder sind von unserem Schiff, das ja auch noch an andere Nutzer vermietet wird, so mit Besatzung, versteht sich. Ich zeige den Beiden die Bilder und Boris und Sergej sind begeistert bei dem Gedanken, ein paar Tage nur mit diesem Schiff durch die Gegend zu fahren.

„Frag doch mal, ob du die ganze Woche Urlaub bekommst“, sag ich zu Boris, „ dann kannst du von Bremerhaven aus mit fahren, nach Hamburg und dann die ganze Elbe rauf bis nach Dresden. Dann lohnt sich das Ganze.“ „Das wäre cool, aber wie komme ich nach Bremerhaven, mit dem Zug?“ fragt er.

„Zum Beispiel“, sag ich, „ aber vielleicht schicken wir auch Kai oder Martin oder wir kommen einfach Samstags her, Shoppen noch ein bisschen und fahren Sonntags mit dir wieder zurück. Das kriegen wir schon geregelt“, sag ich und nehme Vanessa wieder auf den Arm.

„Komm, Sergej, wir gehen noch mal rüber, wir müssen auch so langsam mal ins Hotel, Mama muss ja früh raus und ich muss Martin noch anrufen, er muss die Sachen für deine Geschwister mitbringen, die wir gekauft haben“, sag ich zu meinem Schatz und wir lassen Boris allein in seinem Zimmer zurück.

Die Mädchen sind mittlerweile wohl auch in ihrem Zimmer und Mama plaudert immer noch mit Sergejs Eltern. „Ich ruf mal Martin an, der soll her kommen, wie haben heute Morgen für die Mädchen noch ein paar Klamotten gekauft, weil Boris ja den Ball bekommen hat und die Mädchen nichts“, sag ich.

„Der kann dann herkommen und die Sachen mitbringen und dann fahren wir mal ins Hotel zurück“, fahre ich fort, „wir wollen ja morgen früh noch mit zum Flugplatz fahren und anschließend nach Radebeul zu Sergejs Großeltern.“

„OK“, sagt Mama, „ ruf an, und sag ihm, dass er kommen soll“. Ich greife zum Handy und bitte Martin, zu uns zu kommen und uns ab zu holen. „Bring die Tüten mit, die wir für die Mädchen gekauft haben“, sag ich zu ihm und beende danach das Gespräch

Sergej meint zu mir: „Wenn wir von Opa zurück kommen, kommen wir noch hier vorbei, Papa ist ja unterwegs und dann können wir noch ein bisschen planen mit Mama, was hältst du davon?“ „Klar , gerne. Das Hotel läuft nicht weg und wir haben ja Zeit bis Donnerstag“, sag ich, da können wir ja noch das ein oder andere unternehmen.“

„Vanessa hat am Mittwoch keine Schule, die Lehrer haben mal wieder pädagogischen Tag“, sagt Waltraud, „da könntet ihr doch mal mit ihr in den Zoo gehen, was haltet ihr davon?“ „Oh ja, “ sag ich, “ das wäre echt was. In den Zoo geh ich auch gern, vor allem war ich schon lange nicht mehr drin und hier soll ja ein ganz toller Zoo sein in Dresden“, sag ich begeistert und auch Sergej findet den Vorschlag gut. Martin ist früher oft mit mir in Zoos gegangen

„Wir können ja dann um neun Uhr vorbei kommen und Vanessa abholen und nach her gehen wir noch mit ihr zu Mac Donalds, da freut sie sich bestimmt“, sagt mein Schatz und fragt die Kleine: „Gehst du am Mittwoch mit Jerome und mir in den Zoo“? Sie strahlt ihn an und sagt: „Tiere gucken, Elefant und Giraffen und die Affen, jaaaa, ich freu mich“, und sie schlingt ihre Arme um ihn und drückt ihm einen dicken Kuss auf.

Er schaut sie an und sagt dann: „Jerome“, und schon werde ich umschlungen und geküsst, einfach süß, die Maus.

Bald darauf erscheint Martin, der jetzt auch zunächst einmal vorgestellt wird. Er hat die Tüten mitgebracht und Waltraud ruft die beiden Mädchen, die erwartungsvoll kommen. Sergej erzählt, dass wir heute Morgen shoppen waren und weil Boris den Ball mit den Autogrammen bekommen hat, hätten wir für alle Mädchen ein paar coole Kleider gekauft.

Nachdem die Tüten von Sergej verteilt worden sind, wird ausgepackt und die Laute, die dabei zu hören sind, zeigen uns, dass wir das Richtige ausgesucht haben. Die Mädels, auch Vanessa, sind begeistert und Sergej wird umarmt und geküsst, ich bekomme zunächst von Bettina und Marianne einen Händedruck, der aber, nach dem mich Vanessa geküsst hat, noch von je einem Kuss auf die Wange ergänzt wird.

Dass die Gesichtsfarbe der beiden Teenager etwas dunkler dabei wird, ist glaube ich doch selbstverständlich und so verschwinden auch beide schnell mit der neuen Garderobe in ihrem Zimmer. Ich gebe Waltraud die Kassenzettel, für den Fall, das was nicht passt. Sie wirft nur kurz einen Blick darauf und wirft Sergej einen verständnisvollen Blick zu.

 Ich grinse und sage: „Waltraud, wir sind das so gewohnt, und es sagt nichts darüber aus, wie wir andere Menschen sehen, die das nicht so können. Denk an das, was du Sergej heute gesagt hast und gönne mir die Freude, zu schenken. Ihr dürft so was nicht als Almosen ansehen sondern als ein Geschenk, das mit dem Herzen gekauft wurde, ganz egal, was es letztendlich gekostet hat“.

Vanessa hat die Schildchen an den Kleidern alle ab gefummelt und zieht sich ungeniert aus, um die neuen Sachen an zu probieren. Meine Mama hilft dabei und bald steht die Kleine in ihrem neuen Outfit da. Chic sieht sie aus und sie läuft in den Flur, wo der große Spiegel hängt. Zoran ist hinter her gegangen und hebt die Kleine hoch, so dass sie sich ganz sehen kann.

Nach dem die Kleidergeschichte erledigt ist, brechen wir auf. Wir verabschieden uns, von Zoran bis Donnerstag und von den anderen bis morgen und fahren dann mit Martin ins Hotel. Martin begleitet Mama noch bis zum Zimmer, wir beide verabschieden uns von beiden und suchen unsere Suite auf.

Mal sehen, was der Abend noch so bringt, wir hatten uns ja noch was versprochen und ich denke, das es noch ein heiß kuscheliger Abend wird und morgen früh das Bett absolut Jungfrauen oder besser gesagt unschuldsfrei ist.

Oben angekommen, werde ich schon hinter der Tür umarmt und regelrecht nieder geküsst. Wir sinken engumschlungen auf den Boden und ich kriege kaum Luft, so wie er mich küsst.

Als er nach lässt, flüstert er: „Bitte nimm mir das von heute Mittag nicht übel, ich war so durcheinander und es hat mir später so weh getan, wenn ich an deine Blicke gedacht habe, an deine Augen, mit denen du mich angeschaut hast. Der Schmerz und die Angst, ich wollte das nicht, wollte dir einfach nicht wehtun, verzeih mir.“

Ich schmuse über sein Gesicht, knabbere ab seiner Lippen, necke seine Nasenspitze und küsse in auf die sich schließenden Augenlider. „Du bist mein Leben, mein Schatz“, sag ich, „ bist mein ein und alles geworden, mit dir will ich glücklich sein, Sergej, heute, morgen und wenn ich darf, den Rest meines Lebens. Lass mich bitte nie allein.“

„Ich lieb dich, Jerome, lieb dich so, wie ich es nie für möglich gehalten hätte, mal jemanden so zu mögen. Ich werde dich, wenn es das Schicksal zulässt, nie mehr verlassen und ich hoffe, dass du mich auch nie verlässt. Jetzt möchte ich mit dir Baden und dann schauen, ob wir für deinen Bus einen Parkplatz finden in meiner Einbahnstraße.

So schnell bin ich glaube ich noch nie steif geworden. Die Vorstellung, jetzt richtig mit ihm zu poppen, nimmt mir fast den Atem und meine Hose ist so eng, das es schon weh tut. Er steht auf zieht mich hoch und schiebt mich zum Bett.

Dort steht der Rolli und in null, nix bin ich nackt. Mein Schwanz steht steil nach oben, erste Lusttropfen drängen sich nach draußen und auch seine Kleider finden sich schnell auf dem Boden wieder. Ich rolle ins Bad, drehe das Wasser auf und schmeiße einen Beutel Badesalz hinein.

Mit Schwung und Muskelkraft schwinge ich mich in die Wanne, während diese voll läuft. Sergej kommt nackt, mit einer Prachtlatte ins Bad und hat die Tüte dabei. Er legt die Sachen, Kondom und Gel auf den hinteren Wannenrand und geht dann zur Toilette. Ich liege im ansteigenden Wasser und spiele mit meinen Hoden, deren Sack im warmen Wasser wieder etwas länger geworden ist.

Sergej kommt und setzt sich zwischen meine Beine, so, wie ich gestern gesessen habe und wir beginnen damit uns überall zu befummeln und zu necken. Heiße Küsse in seinen Nacken und leichte Bisse in seine Schultern geilen mich noch weiter auf die Wanne ist jetzt voll genug und er dreht das Wasser ab.

Er kniet sich, so wie ich gestern und lockt mich mit geilem Blick: „Komm, Jerome, fick deinen Schatz, lieb mich richtig, ich will es wissen, wie es ist, wenn du in mir bist.“ Er reißt das Kondompäckchen auf, während ich mich etwas mühsam hinter ihm kniee.

Jetzt habe ich die richtige Position und er streift mir den Gummi drüber. Fast kommt es mir dabei und so lenke ich mich zunächst ab, in dem ich mich auf seinen Po konzentriere. Ein paar Mal wasche ich noch durch die Ritze, bevor ich mich runter beuge und zuerst die strammen Halbkugeln mit Küssen übersähe.

Ich küsse mich immer weiter zur Mitte hin und als ich das erste Mal seinen Ring mit meiner Zunge berühre, stöhnt er laut auf: „ Oh Gott, was machst du mit mir, oh, bitte höre nicht auf. Boah, ist das gut“. Immer wieder stupst und leckt meine Zunge über sein Poloch und entlockt ihm geile Töne.

Nun nehme ich die Geltube, mache Gel auf seinen Po, suche die Mitte und drücke langsam meinen Finger in ihn hinein. Er versteift sich etwas, so dass ich anhalte und wieder Küsse auf seinen Po verteile. Als er sich an das Gefühl gewöhnt hat und wieder locker lässt, schiebe ich langsam weiter.

Vorsichtig und mit viel Gefühl fange ich an, den Ringmuskel zu dehnen, solange, bis Platz für einen zweiten Finger geworden ist. Nun spiele ich das Ganze mit zwei Fingern durch und die ersten Stöhner kommen aus seinem Mund. „OK?“ frage ich, vorsichtig weiter hineinschiebend und ein gepresstes „JA“ lässt mich weitermachen.

 Nun Finger Nummer drei und noch mal Gel und dann ist es endlich soweit. Ich schiebe mich näher an ihn heran, ziehe meine Finger heraus uns schieb mich ein Stückchen in ihn. Sobald meine Eichel den Ring durchstoßen hat, drängt er sich gegen mich, schiebt seinen Po auf meinen Schwanz, bis meine gestutzten Haare seinen Po berühren.

Tief stöhnt er auf, gleitet vor um dann gleich wieder zurück zu stoßen. Ich stoße ein bisschen nach und greife nach seinen Hüften, halte ihn und übernehme wieder die Führung. Lang und tief schieb ich mich jetzt rein und raus, stöhne selber ein bisschen, so gut ist das. Sergej wird langsam lauter, sein Stöhnen macht mich an.

„Jaa“, stöhnt er jetzt immer wieder im Takt meiner Bewegungen und ich werde schneller und härter bei meinen Stößen. Immer und immer wieder schieb ich mich tief in ihn hinein, seinem Stöhnen lauschend, an seinen Tönen merkend, das es nicht mehr lange dauern kann, bis er kommt.

Längst reibt er seinen Schwanz im Takt meiner Stöße, stöhnt und seufzt und dann, dann kommt er. Rhythmisch zieht sich alles zusammen, ausreichend, um auch mich über die Schwelle zu tragen und ich komme, so wie noch nie vorher in meinem Leben, sinke stöhnend auf seinen Rücken, am Rande der Erschöpfung, einer Ohnmacht nahe.

So verharren wir bestimmt drei Minuten, bis die Orgasmen abgeklungen sind. Ich schmuse seine Haut im Nacken, setze kleine Küsschen nebeneinander, überall wo Haut ist. „Ich liebe dich mein Schatz, du machst mich so glücklich“, nuschele ich auf seine Haut, bevor ich mich von ihm löse und  den Gummi entsorge.

Ich lass mich nach hinten in die Wanne gleiten und sage: „Komm zu mir, ich will mit dir schmusen, mein Glück“. Er legt sich zwischen meine Beine, legt seinen Kopf auf meine Brust und meine Hände verwöhnen seinen Bauch. So liegen wir, uns gegenseitig streichelnd, bis das Wasser kühl wird.

Mit geschrumpelter Haut, aber durch und durch glücklich verlassen wir die Wanne. Nach dem Abtrocknen krabbeln wir nackt unter die Decke und kuscheln uns aneinander und schlafen erschöpft und glücklich ein.

So, das war Teil 16. Ich hoffe, es hat gefallen, wenn ja, darf man ruhig was schreiben, wenn Nein natürlich auch.

Es grüßt euch, treue Leser der Niff

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