Von Zwergen und Wichteln – Teil 9

Die nächsten Tage vergehen, wir beide lernen uns jeden Tag besser kennen, übernachten im Wechsel mal bei Thomas und mal bei mir, so dass unsere Eltern auch relativ schnell realisieren, das da jetzt zwei Jungs sind, wo vorher immer nur einer war. Am Anfang ist das schon ganz lustig, zu sehen, wie sie sich daran gewöhnen.

Bis auf all abendlichen Handsex, meist beim gemeinsamen Duschen, und dem nackt Aufeinander reiben wie bei unserem ersten gemeinsamen Orgasmus,  haben wir vereinbart, erst dann mit einander zu schlafen,  wenn wir das mit dem Outen durchgezogen haben.

In der Schule laufen die Vorbereitungen für die Weihnachtsfeier auf Hochtouren, zweimal haben wir schon getagt, das Festkomitee mein ich, in dem wir ja beide sind. Es gelingt uns täglich besser, unsere alten Rollen zu spielen, die ja so ganz anders sind, als die jetzige Situation, die wir erleben, wenn wir allein zusammen sind.

Niemand, mit Ausnahme von Sebastian, ahnt auch nur im Geringsten, das wir zusammen sind und so verliebt, wie noch nie zuvor im Leben. Es ist nicht immer einfach, aber die Zeit nach der Schule entschädigt uns für die selbstgewählte Frist in der jeweils alten Rolle, er als Opfer meiner Worte und ich als der Arsch ihm gegenüber.

Bis zur Offenlegung der Realität, unserem Outing während der Weihnachtsfeier, sprich beim Wichteln, leben wir in der Schule so, wie all die Zeit vorher, allerdings beim Sport lasse ich Thomas in Frieden, das heißt, ich mache ihn nur noch verbal nieder, nicht wie früher auch durch körperlichen Einsatz und wenn ihn jemand anderes foult, dann kriegt derjenige etwas später von mir was ab.

Das Wochenende verbringen wir komplett zusammen, allerdings gibt er ja auch noch anderen Schülern Nachhilfe. Die findet allerdings unten im Esszimmer, so dass ich in der Zeit in seinem Zimmer chille oder PSP spiele oder, oh Wunder, Mathe lerne.

Ja, ich lerne jetzt mehr als vorher und dank seiner Hilfe fühle ich mich auch in Mathe schon wesentlich kompetenter und sehe der nächsten Arbeit nicht mehr so panisch entgegen. Papa und Mama wird es freuen.

Mama ist ganz hin und weg von meinem Schatz, sie freut sich für und mit uns und liest uns alle Wünsche in Bezug auf Essen oder Kuchen von den Augen ab. Papa ist manchmal schon ein bisschen eifersüchtig, weil Mama immer nur von Thomas spricht. Ich bin froh, dass sie ihn jetzt mal so richtig begluckt und ich jetzt ein bisschen Ruhe vor ihrer oft übertriebenen Fürsorge habe.

Thomas lässt sich gern von ihr verwöhnen und so profitieren wir beide von der Situation. Er gibt Mama auch das Gefühl, wieder mehr gebraucht zu werden, was ihrem Selbstbewusstsein schon sehr gut tut.

Auch Carola hat sich schnell an die veränderte Situation gewöhnt und nützt unsere Beziehung in so fern, auch mal wieder etwas mehr für sich selber zu tun, mal aus zu gehen mit Bekannten, was zu unternehmen in der Gewissheit, das ihr Sohn ja nicht allein zu Hause rumsitzen muss und sie auch nicht vermisst.

Sebastian ist des Öfteren mit uns zusammen, wir spielen PSP oder gucken DVD und neuerdings spielen wir auch Tischtennis, das heißt, Sebi und ich gegen Thomas, der uns aber trotzdem immer abzieht, obwohl wir zu zweit sind. Unten im Keller ist ein großer Raum, da steht eine Matchplatte und da geht es dann zur Sache.

So vergehen die Tage gefühlt viel schneller, als noch vor drei Wochen und  der Termin kommt immer näher. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, Hiltrud ist mit unserem Konzept zufrieden und einverstanden. Es beginnt mit zwei kleinen Sketchen, die von je zwei Schülerinnen und Schülern vorgetragen werden.

Dann wird gemeinsam Kaffee getrunken, mit Kuchen und Muffins uns so, untermalt von weihnachtlicher Musik, bevor es dann ans Wichteln geht. Danach sitzen wir immer noch etwa eine Stunde zusammen, bevor wir nach Hause dürfen.

Am nächsten Tag steht noch ein Ausflug über den Weihnachtsmarkt auf dem Programm, bevor wir in die Ferien entlassen werden

Der große Tag  beginnt für uns zwei bei uns zu Hause. Mama hat ein gutes Frühstück gemacht, wir haben ein bisschen mehr Zeit als sonst, weil die Feier, sprich die Schule heute erst um neun Uhr anfängt. Wir sind beide ein bisschen aufgeregt, wissen wir ja nicht im Voraus, wie die Leute aus unserer Klasse reagieren.

Mit Mamas guten Wünschen ausgestattet, auch Carola hat noch angerufen, machen wir uns auf den Weg. Es ist trocken und um null Grad, und diesmal gehen wir zusammen bis zur Schule. Wenn einer fragt, dann haben wir halt noch was zur Feier besprochen. Am Eingang zum Schulhof trennen wir uns aber und jeder geht zu den Leuten, mit denen er sonst auch morgens vor dem Unterricht abhängt.

Sebi  grinst, als ich auf ihn zukomme, er ist ja in alles eingeweiht. „Alter, mir scheint, du bist ein bisschen aufgeregt. Nur keine Angst, die meisten werden es akzeptieren, ich denke aber, die Leute um Harald Messmer, die Superfrommen, werden schon ein paar blöde Kommentare abgeben. Ich hoffe aber, dass ich mich täusche und keiner ausfällig wird.“

„Wir sind schon sehr gespannt, wie die anderen reagieren, aber es ist ja auch nur noch ein halbes Jahr bis zum Abi und wen es echt schlimm wird, kommen Thomas und ich morgen einfach nicht mit auf den Weihnachtsmarkt und machen schon ab Morgen Ferien. Seine Mutter schreibt ihm eine Entschuldigung und meine schreib ich eh selber“, erkläre ich Sebastian unseren Plan.

„Nach den Ferien haben sie sich wahrscheinlich schon damit abgefunden, dass Thomas und ich zusammen sind. Uns ist es dann auch egal, ob der ein oder andere dumme Kommentare abgibt. Wir werden uns nicht provozieren lassen und denen, die damit nicht klar kommen, einfach aus dem Weg gehen“, erzähle ich ihm, was wir untereinander abgesprochen haben.

„Komm, wir gehen rein, die andern gehen auch, es wird Zeit“, sagt Sebi und schiebt mich Richtung Türe. Aus den Augenwinkeln sehe ich meinen Schatz ebenfalls auf die Tür zu kommen und warte, bis er fast neben mir ist. „Und Zwerg“, sag ich laut, „Freust du dich aufs Wichteln, Kleiner?“ Einige lachen, weil sie halt immer lachen, wenn ich ihn geärgert habe.

„Und wie ich  mich aufs Wichteln freue, Langer, das wird bestimmt voll der Gag, warts ab, welche Überraschungen heute noch auf der Tagesordnung stehen“, antwortet mein Schatz frech und grinst. Dass darauf von mir keine Erwiderung kommt, scheint einige zu wundern, wenn ich die Blicke richtig deute.

In der Klasse ist ein wenig umgeräumt, das haben wir drei Jungen aus dem Komitee gestern nach der Schule noch gemacht. Die drei Mädchen sind heute Morgen mit Hiltrud eine Stunde früher gekommen  und haben Kaffee, Kuchen und das Zeug in Buffetform aufgebaut. Alles steht an seinem Platz und es sieht ziemlich gut aus.

„So“, ruft Hiltrud,  „setzt euch mal alle hin, damit wir anfangen können.“ Es dauert zwei Minuten, bis jeder einen Platz gefunden hat und Sebi sitzt links von mit und Thomas rechts.

Auf einem Tisch neben dem Kuchenbuffet baut Hiltrud jetzt die Wichtelpäckchen auf und bei näherem Hinsehen fällt auf, das da zwei absolut identische Päckchen dabei sind. Die meisten Mitschüler haben das aber noch nicht bemerkt.

Als Hiltrud fertig ist, stellt sie sich vor die Klasse und sagt:  „Guten Morgen, die Damen und Herren. Wie jedes Jahr, für sie aber wohl in diesem Rahmen das letzte Mal, sind wir zu unserer diesjährigen Weihnachtsfeier zusammen gekommen. Für sie alle geht das Gymnasialleben nächstes Jahr mit Eintritt der großen Ferien zu Ende, vorausgesetzt, sie schaffen das Abitur.

Also lasst uns ein letztes Mal diese Weihnachtsfeier in Frieden und Freundschaft zusammen erleben. Ich wünsch allen heute eine schöne Feier, viel Freude und Spaß beim Wichteln und ein paar schöne vorweihnachtliche Stunden in dieser Klasse.

 Jetzt übergebe ich das Wort an Christoph, der als Euer Klassensprecher zusammen mit Natascha, Alexa und Olivia, sowie Thomas und Harald diese Feier organisiert und vorbereitet hat.“

Ich stehe auf und trete vor die Klasse. Hallo“, sag ich, „wir wollen zuerst zwei Sketsche anschauen, die zu einem von Harald und Miriam und zum andern von Klaus und Alexa vorgetragen werden. Ich bitte Klaus und Alexa, mit ihrem Sketsch zu beginnen. Euch bitte ich um Ruhe und Aufmerksamkeit für unsere Akteure“. 

Ein kurzer Applaus ertönt und die beiden Genannten treten vor die Klasse, ich setze mich wieder zwischen Sebi und Thomas.

Die beiden Akteure haben jetzt die volle Aufmerksamkeit des Publikums und so wage ich es, die Hand von Thomas ein bisschen zu streicheln. Den Blick geradeaus auf die zwei Schauspieler gerichtet, stiehlt sich ein strahlendes Lächeln auf sein Gesicht und die Hand kommt noch ein bisschen näher zu mir rüber.

Leider ist der Sketsch viel zu schnell vorbei. Ein kräftiger Applaus entschädigt die beiden für ihre Mühen und die anderen Zwei nehmen ihre Plätze vor der Klasse ein. Hatte der erste Sketsch wohl eher einen ernsteren Hintergrund, ist der zweite sehr zum Lachen und Klaus und Alexa bringen das auch echt gut rüber.

Fast fünfzehn Minuten werden die Lachmuskeln strapaziert, dann ist auch dieser Sketsch zu Ende. Nach  einem längeren Applaus trete ich wieder vor die Klasse , bedanke mich bei meinen vier Mitschülern und erzähle kurz, was es jetzt alles Feines gibt und wer die Sponsoren, sprich die Eltern sind, die diese vielen Köstlichkeiten zur Verfügung gestellt haben.

Dann gebe ich das Büffet frei und jetzt wird erst mal was gefuttert. Grüppchen bilden sich und auch der Tisch mit den Wichtelgeschenken wird neugierig beäugt. Erste erstaunte Blicke und Getuschel lässt den Schluss zu, das man die absolut gleichen Päckchen entdeckt hat und das Gemurmel zeigt, dass darüber gerätselt wird, was das zu bedeuten hat.

An allen Päckchen hängen die üblichen Faltkärtchen, auf denen die Namen der Empfänger stehen. Da die aber auf den Innenseiten stehen, kann man die Päckchen jetzt noch nicht zu ordnen, so dass keiner weiß,  wer da jetzt was bekommt. Sebi und ich haben uns absichtlich vom Tisch fern gehalten, während Thomas immer noch am Kuchenbüffet steht.

Da wir ja wissen, was da gespielt wird, überlassen wir das spekulieren den Anderen. Hiltrud hat alles im Auge und als Jens an einem der beiden Zwillingspäckchen das Kärtchen öffnen will, kommt ein energisches „Finger weg“ von ihr.

Nun haben die Päckchen erst recht die volle Aufmerksamkeit. Groß ans Essen denkt jetzt keiner mehr und alle setzen sich wieder auf ihren Platz, damit das Wichteln beginnen kann.

Hiltrud, die ja die Päckchen vor ein paar Tagen eingesammelt hat, hat die Kärtchen bestimmt gelesen, vermute ich.  Sie wird also wissen, wer die beiden Päckchen bekommt, die Frage ist natürlich, was sie hinter der Aktion vermutet.  Sie hat ja doch all die Zeit des vergangenen Schuljahres miterlebt, wie ich mit Thomas umgegangen bin.

So langsam kehrt Ruhe ein und Hiltrud übernimmt wieder das Ruder. „So, nun kommen wir zum alljährlichen Wichteln und wie einige eben schon sehr treffend festgestellt haben, liegen unter anderem zwei genau gleiche Päckchen auf dem Tisch“, sagt sie, was wieder Gemurmel und Getuschel zur Folge hat.

„Da ich neugieriger Weise gelesen habe, wer diese beiden Päckchen bekommt, gestatte ich mir, schon allein der Spannung wegen, die Verteilung in diesem Jahr selber vorzunehmen“, sagt Hiltrud.

 „Ich werde also immer zwei Päckchen verteilen, die beiden werden dann auf einem Tisch, den Sebastian und Christoph liebenswürdiger weise mal gerade noch hier her stellen wollen, ausgepackt und vorgestellt.“

Sebi und ich stehen auf und holen von der Seite einen freien Tisch und stellen ihn so hin, dass die Klasse den Leuten beim Auspacken zusehen kann. Das kommt meinem Schatz und mir natürlich sehr entgegen, denn wenn wir zusammen auspacken, dann wird das alles noch viel cooler als wenn wir einzeln nacheinander auspacken müssten.

Die Spannung steigt, als Hiltrud die ersten beiden von insgesamt sechsundzwanzig Päckchen nimmt und die Namen auf den Faltkärtchen vorliest. Keiner , außer derjenige, der das Päckchen gepackt hat, weiß, von wem es kommt und was drinnen ist. Klaus und Janina sind die ersten, die nun am Tisch ihre Wichtelpäckchen auspacken dürfen.

Klaus  findet ein Deo und Bodylotion, Janina ein Taschenbuch und eine Tüte mit Zimtwaffeln in ihren Päckchen.  Hiltrud ruft die nächsten Beiden auf, wohlweislich die beiden gleichen Pakete zurück lassend. So geht das weiter, bis nur noch unsere Päckchen da auf dem Tisch liegen.

Erste erstaunte Blicke treffen uns, sind wir doch die einzigen, die noch ohne Geschenk da sitzen. „Thomas und Christoph, für euch sind die letzten Beiden Päckchen und ich muss sagen, das ich wirklich sehr neugierig bin, was denn da eingepackt ist“, sagt Hiltrud, „ und auch darauf, wie sich das Phänomen der absolut identischen Päckchen erklärt. Ich kann mir bis jetzt noch nicht vorstellen, das ihr die zusammen eingepackt habt, das würde mich bei eurem Verhältnis zueinander doch sehr wundern“.

Allgemeines Gelächter! Wenn die wüssten! Grinsend stehe ich auf und folge meinem Kleinen nach vorn, um das Päckchen in Empfang zu nehmen. Dann stehen wir beide nebeneinander am Tisch, die Hände auf dem Päckchen liegend, den Blick auf unsere Mitschüler gerichtet. Es ist ganz still.

Nach etwa dreißig Sekunden dann Harald: „Wo hängst denn, los jetzt, auspacken“. Ich schau zu meinem Kleinen runter und dann langsam und fast synchron, beginnen wir, das Papier zu entfernen. Wir reißen das natürlich nicht auf, nein, vorsichtig lösen wir die Klebestreifen und dann falten wir das Papier auseinander.

Die bunten Farben des Schals werden sichtbar, wir schauen uns an, und dann nimmt er den Schal, faltet ihn auseinander und dreht sich zu mir. Ich verstehe sofort, was er will und beuge mich soweit nach unten, das er mir den Schal umlegen kann, was er auch prompt macht. Immer noch totale Stille in der Klasse.

Ich nehme nun den Schal aus meinem Päckchen und lege ihn Thomas um den Hals. Ein Raunen geht durch die Klasse und wo ich nun gerade aktiv bin, nehme ich das Lebkuchenherz mit der Aufschrift *Ich liebe dich* und häng es meinem Schatz um, der wiederum mir, nachdem ich mich noch mal etwas herunter bücke, auch mir sein Lebkuchenherz um hängt.

Nun schlingt er die Arme um meinen Nacken, und drückt mir einen Kuss auf den Mund, nur kurz, aber für jeden deutlich, dann nimmt er meine Hand in seine und schaut stolz in die Klasse hinein.

„Boah, die sind schwul, oder was“, kommt es von Harald. Andere fangen an zu klatschen, Sebi kommt und umarmt uns beide. Alles redet durcheinander. Es vergehen etwa dreißig Sekunden, dann ruft Hiltrud dazwischen, solang, bis wieder Ruhe eingekehrt ist.

 „Christoph und Thomas, es wäre an der Zeit, diesen Filmreifen Auftritt etwas näher zu erklären, findet ihr nicht“, fordert uns Gertrud auf, Licht ins Dunkel unserer Aktion zu bringen. Ich schau den Kleinen an und er nickt mir zu, also fange ich an.

„Also, Leute, ich weiß schon seit den letzten Sommerferien, ja eigentlich noch früher, das ich nicht auf Mädchen stehe. Meinen Eltern und auch Sebastian, habe ich das erzählt, aber erst die Sache mit Thomas hat uns dazu gebracht, das heute auch vor der Klasse bekannt zu machen. Das wir richtig zusammen sind, ist gerade mal drei Wochen alt.

Es hat was mich betrifft, während der ersten Mathematiknachhilfe bei Thomas angefangen, vorher wusste ich nicht, das auch Thomas schwul ist.“ Ich stups ihn an und jetzt fängt er an, zu erzählen.

„Ich mochte Christoph, von Anfang an, als ich in diese Klasse kam, aber da er mich nicht sonderlich gut behandelte, habe ich versucht, ihn aus meinem Leben aus zu klammern. Leider hat das nicht funktioniert. Da ich nicht wusste, ob er schwul ist, habe ich mehrere Sachen ins Auge gefasst, das heraus zu finden.

Mit Hilfe meiner Mutter, aber auch sehr begünstigt durch die Tatsache, dass Christoph Nachhilfe in Mathe bei mir machen wollte, ist es mir geglückt, ihn dazu zu bringen, mir gegenüber einzugestehen, dass er auch auf Jungs steht und das er mich halt mag. Dann sind wir halt zusammen gekommen.

Wir haben dann geplant, uns heute hier zu outen, begünstigt durch den Zufall, dass wir den jeweils andern zum Wichtelpartner gezogen haben. Also haben wir mit Unterstützung unserer Eltern und auch von Sebastian unser Outing mit Hilfe der Wichtelgeschenke hier heute durchgeführt. 

Ich hoffe, das heißt eigentlich, wir hoffen, das ihr keine Probleme mit schwulen Klassenkameraden habt und das ihr uns  als Paar akzeptiert, so wie das unsere Eltern und auch Sebastian bereits tun.“

Weit über die Hälfte der Klasse applaudiert noch einmal und Hiltrud gibt uns sogar die Hand und gratuliert uns. Einige halten sich aber auch zurück, die Clique um Harald, wie Sebi bereits vermutet hat, aber solange sie uns in Frieden lassen, können wir damit leben.

In der nachfolgenden Stunde müssen wir dann noch einiges an Fragen über uns ergehen lassen, während sich alle noch mal über die süßen Sachen hermachen. Thomas hat sich einfach auf meinen Schoss gesetzt und bricht kleine Stücke von einem Muffin ab und füttert mich damit. Sebi sorgt dafür, dass dem kleinen die Muffins nicht ausgehen.

Die Reaktionen sind, nachdem der Überraschungseffekt abgeklungen ist, im Großen und Ganzen gut und es ist ein schöner Tag für uns geworden. Ich freu mich jetzt schon auf die Nacht, unsere erste richtige Liebesnacht miteinander. Leise flüstere ich in sein Ohr:  „Ich freu mich so auf dich.“ Als Antwort bekomme ich einen Kuss aufs Ohr und ein „Ich auch“.

Nach dem die Stunde rum ist, fordert uns Hiltrud auf, noch zusammen auf zu räumen und die Klasse wieder herzurichten. Nachdem das geschehen ist, dürfen wir nach Hause gehen. Sebastian kommt mit uns, wir gehen zu Thomas.

Carola hat gemeint, zur Feier des Tages könnten wir ja gegen Abend zusammen essen gehen. Mit zusammen meint sie auch meine Eltern und Sebastian und  bis dahin wollen wir noch etwas Tischtennis spielen. Auch da haben Sebi und ich dank Thomas Hilfe erhebliche Fortschritte gemacht und verlieren nicht mehr immer zu Null gegen den Kleinen.

Gegen Abend kommen dann meine Eltern und zusammen fahren wir dann in ein griechisches Restaurant, am anderen Ende der Stadt. Dort überrascht uns dann Carola mit dem Vorschlag, einen gemeinsamen Urlaub in Österreich zu machen. Eine Bekannte von ihr hat da ein Ferienhaus, in dem wir alle wohnen könnten.

Papa und Mama sind relativ schnell überzeugt, Sebastian muss natürlich zuerst mal zu Hause fragen, ob er über Weihnachten und Neujahr weg darf, aber Mama verspricht ihm, mit seinen Eltern zu sprechen, damit sie ihn mitfahren lassen.

Papa und Mama nehmen dann auch Sebastian im Auto mit nach Hause, während Thomas und ich mit Carola fahren. Wir sitzen beide hinten und schmusen unserer ersten gemeinsamen Liebesnacht entgegen, von der ich später einmal, wenn wir aus dem Urlaub zurück sind, erzählen werde.

 Jetzt müsst ihr mich leider entschuldigen. Ich muss mich um meinen Schatz kümmern. Heute wollen wir mal die Kondome testen, die er im Rossmann gekauft hat, obwohl er da noch gar nicht wusste, dass ich schwul bin und ihn liebe.

*-*-*

So, ich hoffe, es hat euch ein wenig gefallen und eine Fortsetzung über die Beiden ist durchaus möglich. Allerdings fordert mich das Traumschiff und auch die Fortsetzung der Weihnachtsmanngeschichte soll ja noch ein bisschen fortgeführt werden. Also lassen wir die Beiden hier jetzt mal eine Zeit lang in Ruhe.

THX Niff

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