Von Zwergen und Wichteln – Teil 8

Knapp eine Viertelstunde später klingelt Sebastian an der Tür. Thomas macht ihm auf und kurz darauf betreten beide das Zimmer. Ich bin aufgestanden und ziehe ihn in eine kurze Umarmung. Er grinst mich an, sagt: „Hi, Alter, ihr macht ja tolle Sachen, kaum sieht man dich zwei Tage nicht, lässt du dich einfach so einfangen.“

Er lässt mich los und wendet sich Thomas zu: „Erzähl mal, wie du den Christof so mir nichts, dir nichts einfach unter deine Fuchtel gebracht hast“. Er lacht mit Thomas, freut sich offenbar diebisch, dass ich rot geworden bin.

„So kann man das nicht sagen, da gehören ja doch zwei dazu. Ich habe die Sache nur etwas beschleunigt, würde ich mal sagen und jetzt sind wir richtig zusammen“, sagt mein Kleiner und, ja, ich mag ihn einfach, ihn und sein gesundes Selbstbewusstsein.

„Setz dich, Sebastian, willst du was trinken. Cola ist noch hier oben, aber wenn du was anderes willst, hol ich das schnell von unten“, sagt Thomas und schaut ihn dabei fragend an. „Also, zuerst mal, kannste  einfach  Sebi zu mir sagen, und Cola ist schon OK, brauchst nicht extra runter zu laufen. Erzählt mal lieber, wie das so gelaufen ist mit Euch beiden. Wer hat denn die Initiative ergriffen?“, fragt er.

„Thomas, erzähl du mal von deinem Plan und wie es dann gelaufen ist“, sag ich jetzt zu meinem Schätzchen und zieh ihn auf meinen Schoss. Thomas erzählt nun, wie der Sonntag und die Planungen davor waren und Sebi grinst des Öfteren. Als Thomas erzählt, wie seine Mutter ins Zimmer geplatzt ist, gerade als wir uns Küssen wollten, fängt Sebi an zu lachen.

„Wie geht’s jetzt weiter, in der Schule mein ich und auch sonst. Was habt ihr vor?“, will Sebastian wissen, als Thomas mit seinem Bericht am Ende ist. Wir erzählen von unserem Wichtelplan. Er grinst und er verspricht, bis zur Weihnachtsfeier niemanden etwas zu sagen.

„Das wird bestimmt lustig, wenn ihr die Herzchen und die Schals auspackt“, meint Sebi. „Boah, die Schals!“, ruft Thomas und springt auf, „die habe ich ja ganz vergessen“. Er fummelt an der Tastatur und dann kommt das Bild. Regenbogenfarbige Schals, das Stück für  9,99 Euro, sind da zu sehen.

Wir sind aufgestanden, Sebi und ich und stehen jetzt ebenfalls am Schreibtisch und schauen auf den Monitor. Thomas hat gerade auf „Kaufen“ gedrückt. „Ich habe ein PayPal Konto, da ist noch genug Guthaben drauf“, sagt er und erledigt die Bezahlung online. „So, in drei Tagen, spätestens  vier, sind die Schals da und dann packen wir die Päckchen“, sagt er und reibt sich die Hände.

„Ihr solltet eure Päckchen auch äußerlich gleich machen, das wäre doch cool, oder?“, fragt Sebi. „Auf jeden Fall steigert das die Neugier, wenn da zwei absolut identische Päckchen liegen“, meint Thomas, „die Idee ist gut. Morgen holen wir nach der Schule  zwei kleine Päckchen bei der Post.“

„Du musst die holen, nicht wir“, sag ich, „wir dürfen uns ja jetzt noch nicht dauernd zusammen zeigen, das fällt doch auf, so, wie ich dich in der Vergangenheit immer gehänselt habe.“

„Scheiße, stimmt ja. Oh man, das halt ich ja fast nicht aus, noch so lange immer zu tun, als wären wir nicht gut aufeinander zu sprechen“, jammert der Klein ein bisschen.

„Das ist doch nur solange, bis wir von der Schule weg sind und natürlich sollten wir auch nicht unbedingt zusammen in der Stadt rumlaufen“, sag ich tröstend, „und für die paar Tage werden wir das schon schaffen. Danach ist Schluss mit verstecken.“

Ich erzähle Sebi, das wir uns vorgenommen haben, jeweils im Wechsel eine Nacht hier und eine Nacht bei uns zu Hause zu schlafen, damit unsere Eltern auch was von uns haben.

Da fällt mir ein, das ich ja Thomas noch nach seinem Vater fragen wollte. Das mach ich aber besser, wenn Sebi nach Hause ist, das ist  Thomas bestimmt lieber.

Wir reden noch eine Weile über die Schule, auch über Mathe und dann fragt Thomas: „Sollen wir eine DVD gucken, ich habe den Film *Ziemlich beste Freunde* von Mama bekommen, der ist echt cool, so zum Lachen. Was meint ihr?“

„Von mir aus gern“, meint Sebi und auch ich bin selbstverständlich einverstanden. „Kommt mit, wir gehen runter, da ist der Fernseher größer“, sagt Thomas, „und nehmt eure Gläser mit.“ Er holt die Schachtel mit der DVD und wir gehen nach unten ins Wohnzimmer. Dort hängt ein sehr großer Fernseher an der Wand, so eins fünfzig Diagonale und eine tolle Soundanlage ist auch dabei.

Thomas setzt alles in Gang und dann sitzen wir auf der Couch, Sebi links von mir und Thomas rechts in meinem Arm, den Kopf an meine Brust gelehnt. Bevor er sich zu mir gesetzt hat, hat er noch ein paar Sachen zum Knabbern hingestellt und nun gucken wir den Film.

Der Film ist toll, lustig und doch auch mit viel Gefühl und wir haben nicht eine Sekunde daran gedacht, vielleicht doch lieber was mit viel mehr Action zu gucken.

Als der Film zu Ende ist, ist es für Sebastian Zeit, wieder nach Hause zu fahren. Wir verabschieden uns und begleiten ihn noch zur Tür, gerade, als die von außen auf gesperrt wird. Carola kommt zurück und  Thomas stellt ihr kurz Sebi vor, der sich nach der Vorstellung aber gleich wieder verabschiedet.

„Mama braucht ihr Auto und wenn ich zu spät komme, krieg ich das Auto so schnell nicht mehr“, sagt er entschuldigend zu Carola, bevor er davon eilt.

„Na, ihr Jungs, habt ihr euch gut amüsiert?“, fragt sie. „Ja, Mama,  ich hatte Sebastian eingeladen, herzu kommen. Er ist Christofs bester Freund und jetzt bin ich auch mit ihm befreundet.

Sebastian und wir haben über uns  und über die Schule geredet. Anschließend haben wir den Film *Ziemlich beste Freunde*  geschaut, den du mir geschenkt hast. Der Film ist toll, muss du dir unbedingt mal ansehen“, sagt mein Schatz.

Mittlerweile ist es halb Neun und Thomas sagt zu Carola: „Mama, wir gehen jetzt hoch, ich will noch duschen und Christof bestimmt auch und dann werden wir früh ins Bett gehen.“ „Das Gästezimmer brauch ich ja wohl nicht herzurichten, oder doch, Christof?“, fragt sie mich grinsend und jetzt wird ich doch wieder ein bisschen rot.

„Mama“, sagt der Kleine entrüstet, „du glaubst doch echt nicht, das wir getrennt schlafen, jetzt wo wir zusammen sind. Vergiss es!“ Er nimmt meine Hand und zieht mich Richtung Treppe. „Gute Nacht, ihr beiden, schlaft gut“, sagt Carola. Wir gehen nach oben und Thomas sperrt die Türe hinter uns ab.

Auf diesen Moment haben wir eigentlich schon seit heute Morgen gewartet. Ohne viele Worte schiebt er mich zum Bett und wir legen uns hin, nachdem er die Zudecke zurück geschlagen hat.

Das Bett ist einen Meter und achtzig breit, also Platz genug für uns beide, nur die Länge der Betten machte mir oft Probleme, mit eins zweiundneunzig wohl auch verständlich. Waren doch Betten mal gerade acht Zentimeter länger, als mein Körper.

Wir haben die Strümpfe abgestreift und liegen nebeneinander, schauen uns an. Seine Hand streichelt mein Gesicht, fährt die Konturen nach mit zarten, warmen Fingerspitzen, leicht kitzelnd. „Du bist so schön, Christoph“, sagt er leise, „ich mag alles an dir und bin richtig glücklich, das du jetzt bei mir bist“.

Ich nehme ihn und zieh ihn vorsichtig auf mich, dabei wälz ich mich auf den Rücken und meine Hände wandern unter sein Shirt. Ich streichele seinen Rücken, sein Kopf liegt auf meiner Brust und sein Atem geht ein wenig schneller als sonst. Es genießt das richtig, kuschelt sich ganz fest an mich und seufzt leise.

„Ich hätte mir das vor ein paar Wochen, ja vor ein paar Tagen noch nicht träumen lassen, so mit dir hier zu liegen und so glücklich zu sein, Thomas und jetzt liegst du auf mir, schnurrst fast wie ein Kätzchen und ich bin froh, die in meinen Armen zu halten“, sag ich, weiter seinen Rücken streichelnd.

„Ich könnte für immer so liegen bleiben“, sagt er leise, „von dir gestreichelt, auf deinem Bauch, das einzige, was mich stört, ist der viele Stoff, der noch zwischen uns ist. Können wir das bitte ändern?“

„Nichts leichter als das“, sage ich, sein Sweatshirt nach oben schiebend. Er richtet sich auf und hilft, um sich dann anschließend die Jeans ab zu streifen. Auch ich entledige mich schnell aller Kleider bis auf die Unterhose, das einzige,  was auch Thomas noch anhat.

„Wollen wir schnell duschen gehen“, fragt er. „Ja, gerne“, sag ich und stehe auf. Er geht voran ins Bad und ich muss in wieder mal bewundern, wie wohl alles proportioniert ist bei seiner Größe. Er sieht so heiß aus, einfach schön, schöner als jedes Modell, einfach perfekt.

Er stellt das Wasser an,  streift die Pants aus und greift nach meiner Hand. Ich habe die Unterhose auch ausgezogen und lass mich unters Wasser ziehen. Er stellt sich mit dem Rücken zu mir und lehnt sich an mich, ich lege meine Arme um seinen Bauch und mein Kinn auf seinen Kopf.

So ausharrend, lassen wir das Wasser über uns laufen. Er stellt am Thermostatventil die Temperatur etwas höher, es wird wärmer, aber nicht unangenehm. Ich lasse eine Hand nach oben wandern, zu seiner Brust, kraule die dort nicht vorhandenen Haare, spiele zärtlich an den kleinen rosafarbenen Warzen, entlocke im kleine Seufzer und Stöhner.

Er dreht sein Gesicht nach oben, die Augen geschlossen und bietet mir seine Lippen zum Küssen. Natürlich kann ich da nicht widerstehen und schmuse über sein Gesicht, küsse seine Lippen und spiele mit seiner Zunge, nachdem er seinen Mund geöffnet hat.

Das dabei ein bisschen Wasser in unseren Münder kommt, stört überhaupt nicht und das prasseln des Wassers auf meinem Hinterkopf geht im berauschenden Gefühl des Kusses unter.

Nach dem Duschen liegen wir dann im Bett, nackt und er liegt wieder auf mir, so wie vorhin, nur ohne was an. Ich habe die Decke über uns gezogen, streichele ihn und halt ihn fest. Seine Atemzüge sind ruhig und gleichmäßig und beim Ausatmen kitzelt ein warmer Wind über meine rechte Brustwarze.  Jedes Mal überläuft mich ein kleiner Schauer. Ab und zu seufzt er, meine Augen sind geschlossen und sein Herzschlag, vermischt sich mit meinem.

Wärme umfängt uns und lullt uns ein. Es dauert nicht lange, da sind wir eingeschlafen.

Der Wecker kräht, he, der kräht ja wirklich. Erschrocken fahr ich hoch, so was. Im Moment weiß ich nicht, wo ich bin, erst der warme Körper neben mir, der Po an meinem Oberschenkel lässt mich erkennen, wo ich bin. Neben mir regt sich jetzt mein total verstrubbelter Schatz, sichtlich bemüht, wach zu werden und das immer noch krähende Etwas aus zu schalten.

Endlich ist Ruhe und ich lass mich zurück aufs Kissen sinken, mein Gesicht ihm zugewandt. „Guten Morgen, mein Schatz, willkommen auf dem Hühnerhof“, flachs ich und grinse ihn an. Sein Gesicht fängt an zu strahlen, offensichtlich realisiert er gerade, dass er nicht träumt.

Seine Hand kommt langsam, wie in Zeitlupe, legt sich auf meine Wange, tastet in meinem Gesicht.

 Dann folgt sein Mund und zwei warme Lippen pressen sich auf meine, während zwei verschlafene Augen, blau wie zwei Saphire, tief in meine braunen Augen tauchen. Seine Zunge sucht nach meiner,  durch meine Lippen stoßend, suchend und dann spielend, bis wir fast keine Luft mehr kriegen.

„Guten Morgen, mein Großer“, nuschelt er an meinen Hals, „ so möchte ich immer aufwachen, mit dir.“ Ich schlinge meinen Arm um ihn und zieh ihn zu mir, press mich an ihn, spüre ihn, rieche seinen Duft. Ein bisschen Schweiß, ein Rest Duschgel und wohlige Bettwärme, ein berauschend aufgeilende Mischung.

Er spürt meine Morgenlatte, die angeheizt durch seinen Geruch hart an seinen Oberschenkel drückt. Nun reibt er sich an ihr, dreht sich und rutscht etwas nach oben, so, das sich zwei Morgenlatten treffen.

Beiderseitiges Reiben zunächst von leisen Seufzern, dann von lauterem Stöhnen begleitet, schneller werdend, lässt das letzte Fünkchen Müdigkeit verschwinden. Geile Spannung baut sich auf, immer mehr, aus Stöhnen wird Keuchen, um dann in Spasmen zu enden, wohliger Erschöpfung und tiefster Zufriedenheit Platz machend, galaktisch geil, einfach irre und sooo gut.

Lippen finden meine, schmusen, küssen, murmeln:“Ich liebe dich“. „“Ich liebe dich auch, mein Schatz“. Minuten verharren wir in stummer Zweisamkeit, lassen die Gefühle auf uns einwirken, spüren den anderen, seine Wärme, die Nässe zwischen uns, Spuren unserer Lust, die wir uns gegenseitig geschenkt haben.

„Kikeriki, kikeriki! Wieder fängt dieses Teufelsding an zu krähen. „Wir müssen aufstehen, mein Schatz, komm duschen“, sagt er und löst sich von mir. Ein Griff von ihm, und das nervige Gekrähe hat ein Ende. Über den Wecker da muss ich noch mit ihm reden, der ist ja so ätzend, das geht gar nicht, das Teil.

Nach dem Duschen, was ausschließlich der Reinigung dient, ziehen wir uns an und gehen mit den Sachen für die Schule runter, wo und bereits eine Wohlgelaunte Carola mit dem Frühstück erwartet. „Und Jungs, habt ihr gut geschlafen?“ fragt sie und schaut uns an.

„Ja Mama, gut, und erst das Aufwachen, daran kann ich mich gewöhnen“, sagt mein Schatz zu ihr und ich nick einfach nur zustimmend. Ich brauch jetzt dringend einen Muntermacher, sprich Kaffee.

Der wird jetzt von so einer supergeilen Kaffeemaschine frisch gemacht, das ist ja echt ein cooles Teil. Wie setzen uns an den Tisch und fangen an, zu frühstücken. Frische Brötchen und Nussnougatcreme, Marmelade, Honig und sogar ein Ei für jeden, da bleiben keine Wünsche offen.

„Wenn du Wurst oder Käse möchtest, muss du es sagen“, sagt Carola. „Danke, alles was ich Morgens brauch, ist vorhanden. Ich bin kein großer Wurstesser und morgens muss es immer süß sein. Kaffee ist am wichtigsten“, antworte ich.

Zwanzig Minuten später sind wir auf dem Schulweg. Wir haben etwa achthundert Meter von Thomas  Elternhaus bis hin zur Schule. Die letzten zweihundert Meter gehen wir getrennt, ich auf der anderen Straßenseite und fünfzig Meter voraus. Es fällt uns nicht leicht, aber wir wollen ja bis zur Weihnachtsfeier unerkannt bleiben.

Sebi erwartet mich am Tor und sieht an mir vorbei auf den weiter hinten kommenden Thomas. Ein kurzer Wink mit der Hand begrüßt den Kleinen, der jetzt in drei Metern Entfernung an uns vorbei gleich in Richtung Eingang geht. Das wird nicht einfach werden, die nächsten acht Schultage bis zur Weihnachtsfeier.

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