Zoogeschichten I – Teil 21

Tiefer Fall

„Aus, Terry!“, hörte ich Michaels Stimme.

Der Hund trottete dahin, woher die Stimme kam.

„Was willst du denn hier?“, fragte die mir bekannte Stimme.

Ich versuchte aufzustehen, aber mich durchfuhr ein Schmerz im Rücken.

„Aua!“

„Was ist?“, sagte Michael, der plötzlich neben mir stand.

„Bin da oben herunter gefallen“, sagte ich nur und verbiss mir jedes weitere Aua, auch wenn es grad höllisch wehtat.

„Kann man dich auch keine fünf Minuten alleine lassen?“, fragte Michael und half mir vorsichtig hoch.

Ich war sicherlich nicht leicht, aber Michael trug mich auf den Armen, als wäre ich ein Leichtgewicht.

„Michael, lass mich runter, wenn uns jemand so sieht.“

„Schämst du dich meiner?“

„Ach Quatsch!“

„Und warum hast du mir nichts von deinem Freund erzählt?“

Er hatte mich hinten über die Terrasse ins Wohnzimmer getragen und mich sanft aufs Sofa gelegt.

„Er ist nicht mein Freund… nein, er ist es… aber nicht so, wie du meinst.“

„Und dann küsst er dich innig… als normaler Freund?“

Ich atmete tief durch, was aber gleich wieder mit einem Stechen am Rücken quittiert wurde.

„Tim kam mit Brit gestern Abend zu mir. Er ist zwei Jahre lang mit mir in den Schwimmverein gegangen. Gut, ich gebe zu, ich habe für Tim immer schon geschwärmt. Er sieht ja auch verdammt gut aus, aber ich habe ihm da kein Sterbenswörtchen darüber gesagt, bis er sich dann plötzlich vor mir und Brit groß outete und mich vor die Tatsache stellte, er würde mich lieben.“

„Und du… wie hast du darauf reagiert?“

„Für mich war es die Hölle…“

„Wieso die Hölle, so begehrt zu sein, kann nichts mit Hölle zu tun haben.“

„Hallo?… Kann es vielleicht sein, dass ich mich ebenso wie du in mich, in dich verliebt habe? Ich liebe dich, Michael Herdeck und dann komm mein bester Freund und gesteht mir seine Liebe, was würdest du machen?“

Michael schaute mich mit großen Augen an und mein Rücken brannte schrecklich.

„Könntest du das noch mal wiederholen?“

„Was, dass ich heut Nacht fast durchgedreht bin?“

„Nein, das Andere“, meinte er sanft und näherte sich meinem Gesicht.

„Dass… dass ich dich liebe?“

„Ja…“, hauchte er und gab mir einen Kuss.

Ich verzog mein Gesicht und er schreckte zurück.

„Sorry mein Rücken…“

„Richte dich mal langsam auf.“

Mit Schwierigkeiten und Schmerzen drückte ich mich hoch. Sachte zog er mir die Jacke aus und hob das Shirt an.

„Autsch, dass sieht bös aus“, meinte Michael.

„Was denn?“, fragte ich, ich spürte nur ein Brennen.

„Du hast dir den halben Rücken aufgekratzt, da müssen wir was machen!“

„Du bist kein Arzt!“

„Nein, wieso, sauber machen kann ich es auch und etwas Creme drauf machen.“

„Solange du mir keine Spritze geben willst, tue ich alles!“

Michael lächelte… endlich ich hatte ihn wieder, hoffte ich zumindest.

„Jetzt ziehen wir erst mal dein Shirt aus und gehen ins Bad, aber nicht hier, wir gehen rauf in meine Wohnung.“

Der Hund kam hereingetrottet und schnüffelte an mir.

„Aus, Terry und ab in den Garten, du weißt ganz genau, sie mag es nicht, wenn du hier in der Wohnung herumstreunst.“

Der Hund hörte aufs Wort und lief wieder nach draußen ins Freie. Michael zog mich hoch und grinste, anscheinend wegen der Grimassen, die ich vor Schmerzen zog. Gut, ich hatte es nicht anders verdient. Wieso klettere ich auch über fremde Gartentüren.

Er verließ mit mir das Wohnzimmer und wir gelangten in einen Flur. Er zog mich an der Hand die Treppe hinauf, bis zu einer Tür. Michael kramte in seiner Hosentasche und ein Schlüssel kam zum Vorschein.

Er schloss die Tür auf und ich folgte ihm. Es war eine weitere Wohnung, etwas anders eingerichtet als unten.

„Das ist mein Reich“, sagte er und schloss hinter mir die Tür.

„Du hast eine eigene Wohnung?“, meinte ich verblüfft.

„Ja, ein Geschenk meiner Eltern zur bestandenen Gesellenprüfung.“

„Nicht schlecht!“

„Komm mit ins Bad, damit ich mir den Rücken besser anschauen kann.“

Er legte meine Jacke auf einem Board ab und öffnete eine weitere Tür. Dahinter konnte ich ein Bad entdecken. Ich zog mein Shirt vorsichtig hoch.

„Komm, ich helfe dir“ sagte Michael und zog sachte am Shirt.

Ich sah Blut am Shirt und Michael bemerkte meinen Blick.

„Das weichen wir nachher ein, jetzt ist erst mal dein Rücken dran.“

Im Bad angekommen, ließ er etwas Wasser ins Waschbecken. Er nahm einen Lappen und tunkte ihn unter Wasser, bevor er sanft anfing, meinen Rücken abzutupfen. Ich krallte mich am Becken fest, presste meine Augen zusammen.

„Du brauchst hier nicht den harten Mann zu spielen. Ich weiß, dass das höllisch weh tut.“

Meine Knie waren weich, ich war eh am Ende meiner Kräfte. So ließ ich mich einfach auf den Deckel der Kloschüssel fallen. Er beendete die Waschaktion, holte eine große Tube aus dem Schrank und cremte mich nun vorsichtig ein.

„So, fertig.“

Er ließ das Wasser ab, räumte die Tube weg und ließ wieder Wasser ins Becken. Dann nahm er mein Shirt, tunkte es ins Wasser und weichte es ein. Ich währenddessen lief zurück in den Flur und schaute mich um.

Alles war vorhanden. Küche, ein Wohnzimmer, und auch … das Schlafzimmer, im Türrahmen blieb ich stehen und starrte auf das große Bett. Ich spürte einen Kuss auf meiner Schulter und zuckte etwas zusammen.

Michael stand hinter mir und küsste mich weiter an der Schulter.

„Du bist der Erste, der hier rein darf“, meinte er leise.

„Und Karl?“

„Karl war ein einziges Mal hier und das nur fünf Minuten, da hat ihn meine Mum wieder rausgeschmissen.“

„Verständlich.“

Er schob mich sachte ins Zimmer, lief um mich herum und zog mich zum Bett.

„Michael… ich hab noch nie…“, flüsterte ich, weil ich dachte, er hat etwas vor.

„Nein…mein Kleiner… keine Angst, ich wollte mich nur mit dir hinlegen.“

„Sorry…“, ich wurde knallrot, weil ich solche Gedanken hegte.

„He, krieg dich wieder ein“, sagte Michael und zog mich aufs Bett.

Vorsichtig kniete ich mich hin und legte mich auf den Bauch, anders war es nicht möglich. Michael legte sich direkt daneben.

„So und nun erzählst du mir mal in Ruhe, was da genau passiert ist“, meinte Michael.

So erzählte ich ihm von Anfang an, was am Freitagabend passiert war. Über meine Gefühle, meine Kämpfe mit mir selbst. Was sich zugetragen hatte, als er Hals über Kopf im Schwimmbad verschwunden war.

Wie ich Tim heimbrachte, mein Vater gekommen war und ich dann noch mit Tims Eltern reden musste. Irgendwann musste ich eingeschlafen sein, denn ein Ziehen am Rücken weckte mich.

Ich lag neben Michael im Bett, hatte nur noch Shorts an und mein Kopf war auf Michaels Brust gebettet. Ich hob den Kopf und erkannte auf dem Radiowecker, dass es mitten in der Nacht war.

Michaels Arm war um mich geschlungen und das war auch das, was mir weh tat. Sein Arm rieb auf meiner Rückseite.

„Micha…?“, flüsterte ich leise.

Er regte sich nicht. Ich streckte mich etwas und gab ihm einen Kuss auf den Mund.

„Ich will nich aufstehen…“, brummelte Michael.

„Musst du auch gar nicht, nimm einfach deinen Arm von meinen Rücken“, sagte ich genauso leise.

Plötzlich war Michael hell wach.

„Sorry, Schatz. tut mir leid.“

Er hob den Arm an und ich spürte Erleichterung.

„Warum hast du mich nicht geweckt, ich muss doch heim.“

„He, keine Sorge. Ich habe bei dir zu Hause angerufen. Es ist alles geregelt.“

„Und wieso habe ich fast nichts mehr an?“

„Weil du während deiner Erzählungen einfach eingeschlafen bist. Ich habe dich dann ausgezogen, was du nicht mal gemerkt hast.“

Ich legte mein Kopf wieder auf Michaels Brust und kraulte mit den Fingern über seine behaarte Brust. Michael brummte und sein ganzer Körper vibrierte dabei. Er wiederum hatte seine Finger in meinen Haaren vergraben.

„Ich liebe dich, Kleiner!“, hörte ich Michael flüstern.

Ich hob den Kopf, versuchte, in der Dunkelheit etwas von seinem Gesicht zu erkennen. Das schwache Mondlicht ließ seine Augen funkeln. Er schaute mich an.

„Ich dich auch!“, lächelte ich.

„Endlich“, hörte ich ihn leise brummen und er kraulte weiter in meinen Haaren.

Meine Hand wanderte über seine Brust und auch seinen Bauch. Ich wurde mutiger und wanderte einfach tiefer. Aber nichts kam – irgendwo musste doch ein Bund einer Unterhose oder einer Boxer kommen.

„Ich schlafe immer nackt“, sagte Michael.

Ups. So neugierig, wie ich natürlich war, fuhr ich mit der Hand noch tiefer und spürte erst dichte Haare und dann etwas Weiches in meiner Hand. Michael zog meinen Kopf zu sich,

und wir begannen, uns sanft zu küssen.

Ich knabberte an seiner Unterlippe, saugte daran, bis endlich unsere Münder sich einem wilden, innigen Kuss hingaben, unsere Zungen einen verrückten Tanz aufführten. Ich spürte, wie Michaels Hand über meinen Hintern streichelte.

So setzte ich ab und zog mir umständlich die Shorts aus. Nun war ich ebenso nackt und legte mich wieder halb auf Michael. Mein Schwanz lag auf seiner Seite, ich spürte die Wärme, die seinen Körper durchflutete und wir versanken in einen Kuss.

Wir lagen einfach nur da, küssten uns und streichelten uns dabei, sonst geschah nichts weiter. Irgendwie war ich auch froh darüber. Klar, Michael hatte sicher schon Erfahrung im Sex, aber mir wäre das jetzt einfach zu schnell gewesen und ich genoss die sanfte Hand von Michael.

Irgendwann wurden seine Bewegungen langsamer und ich merkte, dass auch ich mich nicht mehr recht auf Michael konzentrieren konnte. Schließlich waren wir beide eingeschlafen.

*-*-*

„Michael… Michael… bist du schon wach?“

Eine schrille Stimme weckte mich. Verschlafen hob ich den Kopf und schaute zur Tür, in dessen Rahmen eine Frau auftauchte. Sie schaute mich erschrocken an

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