Engelchen und Teufelchen – Tür 24

tuer-24Rafael: (Engelchen)

„So war der Herr Jesus geboren im Stall bei der kalten Nacht. Die Armen, die haben gefroren, den Reichen war’s warm gemacht.“

Peter: (Teufelchen)

„Sein Vater ist Schreiner gewesen, die Mutter war eine Magd, Sie haben kein Geld besessen, sie haben sich wohl geplagt. Kein Wirt hat ins Haus sie genommen, sie waren von Herzen froh, dass sie noch in Stall sind gekommen. Sie legten das Kind auf Stroh.

Rafael: (Engelchen)

„Die Engel, die haben gesungen, dass wohl ein Wunder geschehen. Da kamen die Hirten gesprungen und haben es angesehen. Die Hirten, die will es erbarmen, wie elend das Kindlein sei. Es ist eine G’schicht für die Armen, kein Reicher war nicht dabei.“

© Ludwig Thoma

Rafael

„Worauf warten die“, raunte Peter mir zu, nach dem sich der Pulk vor uns nicht regte.

„Ich weiß es nicht…, dass letzte Mal haben wir uns an der Stelle in die Haare bekommen.“

„Erinner mich jetzt nicht dran…“

„Warten die da drauf, dass wir uns wieder hauen?“

„Könnte gut sein…“

„Die spinnen…!“

„Denke ich auch…, aber pass auf… ich habe eine gute Idee…“

„Was?“, flüsterte ich weiter, während uns die Menge weiter begaffte.

„…mach einfach mit“, meinte Peter, nahm mich vorsichtig in den Arm und begann mich liebevoll zu küssen.

Plötzlich fing die Menge lauthals an zu gröhlen und zu klatschen. Etwas außer Atem drückte ich Peter leicht von mir.

„Du bist ein Mensch der Extreme…, weißt du das?“

Mittlerweile hatte ich vergessen wo wir waren.

„Aber dafür liebe ich dich!“

„Ich dich auch“, hauchte Peter und küsste mich erneut.

*-*-*

„Und jetzt noch eine Meldung am Rande. Der diesjährige Weihnachtsmarkt war wie jedes Jahr ein voller Erfolg, die Besucherzahlen sprengten jeden Rahmen. So wie am Anfang, sorgte nun auch der letzte Tag für etwas Aufregung.

Engel und Teufel standen sich wieder gegenüber, sie erinnern sich sicher. Während sie bei ihrem ersten Auftritt zu Beginn des Weihnachtsmarktes mit erhobenen Fäusten auf einander losgingen, so küssten sich die beiden dieses Mal zur Verwunderung aller.

Ein Wunder zu Weihnachten oder zu viel Glühwein…? Diese Antwort blieben sie uns schuldig, bis wir eintrafen um die Zwei zu interviewen, sind die beiden, so wurde uns zugetragen, Hand in Hand davon gezogen. Weihnachten, das Fest der Liebe….und jetzt noch die Wettervorhersage…“

Rafael

Torsten drehte das Radio aus.

„Ihr seid echt durch geknallt“, meinte er und half mir aus meinem Engelskostüm heraus.

„Wieso? Es hat doch seinen Zweck erfüllt, die Leute machen sie Gedanken über Weihnachten…“, sagte Peter, der versuchte die schwarze Farbe aus dem Gesicht zu bekommen.

„Eher über zwei Jungs die sich heiß und innig geküsst haben. Vor all den Leuten! Hut ab, so etwas hätte ich mich nicht getraut.“

„Das hät ich dir auch nicht geraten, meinen Engel zu küssen“, grinste Peter, während ich meine Haare durch wuschelte, die am Kostüm hängen geblieben waren.

„Was macht ihr jetzt noch…?“, kam es von Torsten.

Die Frage war etwas leiser gestellt und mir kam in den Sinn, dass Torsten und ich danach noch immer etwas loszogen. Aber nun gab es Peter, deutlich spürte ich sein Unbehagen.

„Die zwei Jungs müssten eigentlich hier sein“, hörte ich Frau Hellmanns Stimme.

Wenige Sekunden später erschien sie in der Tür.

„Jungs, da möchte euch jemand sehen“, meinte sie und trat zur Seite.

Durch die Tür kamen Doc Adrian Klein und sein Vater.

„Hallo“, meinte ich und streckte dem Senior meine Hand entgegen, die er gleich schüttelte.

„Cooler Auftritt“, meinte er und grinste breit.

„Hallo Rafael, es ist das erste Mal, wo ich nicht bereue, dass mein Vater mich auf den Weihnachtsmarkt geschleppt hat“, meinte der Doc und schüttelte mir ebenfalls kräftig die Hand.

„Meine Herren, ich habe leider noch etwas zu tun“, verabschiedete sich Frau Hellmann und verschwand.

Adrian und sein Vater schauten zu Torsten und Peter.

„Ähm, darf ich vorstellen, Exteufel Torsten und Neuteufel Peter.“

„…aha Exteufel… ist das der, der dich gehauen hat?“, wollte Adrian wissen, wobei Peter rot wurde und Torsten anfing zu lachen.

„Nein, Torsten ist mein bester Freund und war als Teufel geplant, aber ausgefallen, wegen einer starken Grippe. Der Neuteufel ist Peter, weil er für ihn eingesprungen ist.“

„… und dann habt ihr euch gekloppt…“, kam es vom Senior, was Peter noch mehr rot ins Gesicht trieb.

„… ähm… da haben wir uns noch nicht richtig gekannt“, meinte Peter entschuldigend.

„Dafür kennt ihr euch jetzt besser“, kam es von Adrian, „oder wie sollte ich den langen Kuss interpretieren?“

„Sie haben das gesehen… und wer ist das?“, fragte Peter entsetzt und ich konnte nicht anders und fing an zu lachen.

„Der Doc war so freundlich mir zu helfen, als es mir nach dem Schlittschuh fahren nicht so gut ging.“

„Dir ging es nicht gut…, warst du deswegen nicht zu erreichen?“

Ich nickte.

„… und sie haben das wirklich gesehen?“, wandte sich Peter zum Doc.

„Ja! Und ehrlich gesagt ich war neidisch!“

„Du warst neidisch auf zwei küssende Jungs?“, fragte der Adrians Vater erstaunt.

„Nicht dass sich da zwei Jungs küssen Vater, ich stehe nach wie vor auf Frauen…“

„… wenn du mal eine heimbringen würdest…“

„…Vater! Ich meinte nur, mir wurde beim Anblick der beiden richtig warm ums Herz!“

„… gute Ausrede. Adrian ich sag dir gleich, damit du es nicht so schwer hast, mir ist es egal ob du eine Schwiegertochter oder einen Schwiegersohn heim bringst, tu endlich etwas!“

Ich konnte nicht anders und fing laut an zu lachen. Torsten und Peter stimmten ein. Er nahm mich in den Arm und beide schauten wir dem Vater und Sohn weiter zu, wie sie sich gegenseitig aufzogen.

Später gingen wir drei noch mit den beiden auf den Weihnachtsmarkt einen Glühwein trinken, bevor wir nach Hause aufbrachen. Wir wünschten uns schöne Weihnachten und schlenderten noch etwas über den schließenden Weihnachtsmarkt.

*-*-*

So, das war! Der Adventskalender 2013! Mir bleibt nur noch an der Stelle euch ein paar ruhige und schöne Tage zu wünschen, genießt sie und lasst euch toll beschenken. Und für alle, die nun alleine zu Hause sitzen, geht raus, trefft euch mit Freunden und lasst es euch gut gehen. An so einem Abend, sollte niemand alleine sein.

Euer Pit

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6 Kommentare

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    • andy auf 24. Dezember 2013 bei 04:56
    • Antworten

    Das ist wieder ein gelungener Adventskalender, sehr schön. Ich wünsche dir, lieber Pit, den anderen Autoren und den Lesern ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest.
    VglG Andy

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    • micha auf 24. Dezember 2013 bei 11:11
    • Antworten

    hi pit, eine schöne weihnachtsgeschichte mit ein bisschen drama und gaaaanz viel romanze und wie es sich für diese zeit gehört, hätte fast damit gerechnet, das sich rafaels mutter und der doc begegnen und es ebenfalls knistert .
    wünsch dir auch besinnliche feiertage

    micha

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    • joachim auf 25. Dezember 2013 bei 02:43
    • Antworten

    Danke für die schöne Geschichte und das Du sie mit uns geteilt hast. Ich wünsche Dir und allen Lesern ein Frohes Weihnachtsfest!
    LG
    joachim

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    • Peter auf 25. Dezember 2013 bei 07:47
    • Antworten

    Danke für die schöne Geschichte! Und frohes Fest für alle.

    LG
    Peter

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    • pete auf 27. Dezember 2013 bei 17:04
    • Antworten

    sehr schöne geschichte

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    • sandro auf 29. Dezember 2013 bei 10:06
    • Antworten

    Hallo Pit,

    vielen Dank für die wundervolle Geschichte toll das es wieder mit dem Adventskalender geklappt hat.

    ich bin etwas spät dran :-))

    Deshalb jetzt “nur” einen guten Rutsch in das neue Jahr für Dich, Familie und alle Leser bzw. Schreiber hier.

    Hoffen wir das Euch nie der Stoff für neue Geschichten ausgehen mag.

    Gruß
    sandro

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