Amnesie

Alles ist weiß.

Die Wände wirken kalt und lieblos.

Ich schließe wieder die Augen. Geht das eigentlich, wenn man träumt?

Ich schlucke den angesammelten Speichel und es tut weh.

Ja, jede Schluckbewegung tut weh.

Ich will mich ein wenig rekeln, aber es geht nicht. Wie gefesselt liege ich auf dem Rücken und kann mich nicht drehen und der Hals tut immer noch weh.

Widerwillig öffne ich wieder die Augen.

Immer noch alles so eintönig und weiß.

’Bin ich im Himmel?

Also – Hand aufs Herz – so richtig glaube ich eigentlich gar nicht an diesen Lieben Gott, aber wie es scheint…’

„Hallo Matthias, wie geht’s es uns denn so?“ werde ich aus meinen Gedanken gerissen.

Die Stimme klingt zwar freundlich, aber auch etwas rau und betagt und die Frau ist eine Raucherin.

Deutlich rieche ich ihren Atem. Sie muss erst vor einem Augenblick die letzte Kippe ausgemacht haben.

Sie spricht im Plural – woher soll ich denn wissen, wie es ihr geht und vor allem wo bin ich hier?

„Hast du Schmerzen?“ werde ich erneut attackiert.

„Mmei… (hust), mein Hals ist so trocken und tut weh…“

„Einen Moment noch und du bekommst einen Tee. Magst Du ihn lieber heiß, oder kalt?“

Es dauert einen Augenblick bis ich das Gehörte verarbeitet habe und all die anderen Eindrücke, die mir noch nicht richtig bewusst werden.

„Ich glaube kalt ist mir jetzt lieber“ erwidere ich und weiß eigentlich gar nicht wieso.

Ist der Raum nicht schon kalt genug?

Ich bin wohl noch ein wenig weggedämmert. Jedenfalls ist es jetzt richtig hell und die Sonne scheint durch das Fenster.

Die Tür wird geöffnet und eine ganze Schar von Weißkitteln kommt mich besuchen.

Wie es scheint liege ich also in einem Krankenhaus.

„Guten Morgen Herr Lorenzen, na wie fühlen wir uns heute Morgen?“ fragt der Anführer.

Schon wieder Plural. Reden diese Leute immer so?

„Wo bin ich hier – und was ist mit mir?“ Gedanken, die eigentlich nur beiläufig aufgekommen sind, aber mich doch irgendwie brennend interessieren.

„Tja Herr Lorenzen, sie hatten Glück im Unglück und ich kann ihnen versichern, es wird alles wieder gut!“

Er studiert irgendein Faltblatt, gibt noch ein paar Anweisungen, die ich nicht verstehe und die Heerschar zieht wieder ab.

Ganz allmählich fühle ich jetzt ein Pochen. Es kommt vom Bein. Das rechte Bein.

Ich versuch mich anders hinzulegen, aber es geht nicht.

Die Raucherin betritt wieder mein Zimmer und reicht mir ein kleines Becherchen mit zwei Pillen drin.

„Hier, Matthias, schlucke die Mal und es geht dir gleich wieder gut!“ Sie reicht mir noch den Teepott dazu und ich schlucke brav die Medikamentation.

*

Ich habe geschlafen – traumlos. Ich war einfach weg, ja, sehr weit weg.

Erneut keimen die Fragen auf. Was ist passiert? Und wieso jucken die Haare so?

Ich verspüre diesen gewissen Drang um meine Blase zu entleeren, aber ich kann mich nicht rühren.

Es ist mir unheimlich peinlich, aber wie es aussieht habe ich wohl keine andere Chance.

Ich angele nach der Schnur und finde einen Klingelknopf.

„Guten Abend Herr Lorenzen, kann ich ihnen helfen?“ fragt eine nette, junge Stimme.

Der Pfleger wirkt irgendwie viel freundlicher als die Raucherin.

„Ich müsste mal, verstehen sie?“

Er kann sich ein Lachen nicht verkneifen und deutet auf eine komische Flasche welche rechts an meinem Bett hängt.

„Oh, Entschuldigung, aber das wusste ich nicht.“

„Soll ich ihnen ein wenig helfen?“

Ich laufe rot an und es ist mir unheimlich peinlich.

Doch es ist wohl noch etwas Vernunft in meinem Hirn und ich willige ein.

„Ja, wenn es keine Umstände macht, aber ich kann mich so schlecht bewegen…“

„Tut das Bein wieder weh?“ fragt der Pfleger und führt derweil mein Glied in diese merkwürdige Flasche ein.

„Eigentlich nicht wirklich. Aber, alles um mich ist irgendwie nicht wirklich!?!“

„Also ich bin echt und ich habe hier heute die Nachtschicht! Ich heiße übrigens Robin – Herr Lorenzen, sie müssen sich jetzt mal entspannen, sonst läuft hier nichts – also in die Flasche meine ich!“

Ich versuche mein Bestes und nach einem Moment kommt tatsächlich die erwünschte Erleichterung.

„Ich heiße Matthias. Bitte sage Du zu mir!“

„Hallo Matthias, wie fühlst du dich?“ „Die Schwestern haben aufgeschrieben, dass du noch nichts gegessen hast. Hast Du Hunger?“

Hm, also ein klein wenig was zu Essen wäre nicht gerade abzulehnen.

„Du Robin, mir tut der Hals irgendwie weh. Habt ihr eine Suppe oder so?“

„Ich schau mal was ich organisieren kann, okay?“

Robin zieht mit der Bettflasche ab und schließt leise die Tür.

Ich war wohl schon wieder eingenickt. Weiß der Himmel was die bunten Pillen bewirken, die ich da heute geschluckt habe, aber sie hinterlassen jedenfalls eine lang anhaltende Wirkung.

Robin betritt wieder das Zimmer und ich bekomme direkt das Aroma einer Hühnerbrühe zu riechen.

Er setzt sich zu mir an die Bettkante und beginnt mich zu füttern.

„Ich glaube das kann ich auch alleine. Kannst du nicht mein Kopfende ein wenig steiler stellen?“

„Ne, ausgeschlossen. Der Chefarzt hat gesagt, dass du ganz flach liegen sollst, bis der Kopf wieder in Ordnung ist!“

Wie jetzt, mein Kopf auch? Ich dachte, da wäre nur etwas mit dem Bein. Jetzt verstehe ich auch warum meine Haare so jucken. Vorsichtig taste ich mit der linken Hand den Kopf ab und fühle etwas aus Stoff und auch kaltes Metall. Erst jetzt merke ich, dass ich auch den Kopf nicht bewegen kann.

Es wird wieder dunkel um mich.

*

Schon wieder muss ich pinkeln und vielleicht auch ein wenig mehr.

Mutig drücke ich wieder den Knopf.

„Guten Morgen Matthias, na, gut geschlafen?“

Endlich mal nicht im Plural…

„Hallo Robin, du noch hier? Ich dachte, du hattest Nachtschicht?“

„Ja, aber eine Schwester ist ausgefallen – Grippe“

„Du Robin, ich muss mal, also groß meine ich.“

„Ach kein Problem, ist vielleicht anfangs etwas ungewohnt, aber das kriegst du schon hin, okay?“

Aufmunternd lacht er mich an und macht mir Mut.

Es dauert eine ganze Weile bis ich mich an das kalte Metall gewöhne, aber irgendwann klappt es dann doch.

Robin hilft beherzt bei der anschließenden Körperreinigung, lüftet das Zimmer und er rasiert mich sogar.

Irgendwie ist er ein ganz Netter und auch auf seine Art so unkompliziert.

Ich mag ihn.

Visite.

„Ah, sie sehen ja schon viel besser aus und haben auch schon wieder etwas Farbe im Gesicht. Also Herr Lorenzen, ich versichere ihnen, sie werden bald wieder Bäume ausreißen können!“

Punkt.

Der Chefarzt hat gesprochen.

Aber was ist eigentlich passiert?

Ich habe null Peilung und sowieso ist alles leer.

Also ich weiß nur ich liege im Krankenhaus und ich heiße Matthias Lorenzen. Aber sonst…

Da ist irgendwie wie ein graues Rauschen.

Ab und zu kommen ein paar farbige Bilder. Da ist ein Hund. Eine Wiese und ein kleiner Bach.

Der Hund löst eine Unruhe in mir aus und ich werde richtig nervös.

Ja, da kommen mehr bunte Bilder und ich weiß auf einem mal den Namen des Hundes.

Leika!

Ja, das ist mein Hund.

Oh mein Gott, der muss allein zu Hause sein und keiner versorgt ihn.

„Ich drücke wieder die Klingel.“

„Na Matthias, was darf ich dir bringen?“ klingt diese schöne Stimme von Robin.

„Du Robin, habt ihr in meinen Klamotten einen Haustürschlüssel gefunden?“

„Keine Ahnung, die Sachen hängen aber hier im Schrank, soweit sie der Notarzt nicht zerschnippelt hat? Soll ich nachschauen?“

„Ja Robin, bitte. Ich glaube ich habe daheim einen Hund und da muss dringend jemand nachsehen!!!“

„He, du hast einen Hund? Was für einen?“

„Ich glaube, es ist eine Golden Retriever, aber ich sehe die Bilder noch nicht richtig klar. Aber sie heißt Leika – soviel bin ich mir ganz sicher!!!“

Robin findet tatsächlich einen Schlüssel und auch meinen Personalausweis.

„Soll ich da mal nach dem Rechten sehen? Also das würde mir nichts ausmachen! Aber nur, wenn du wirklich willst!“

„Oh Robin, das wäre echt nett von Dir. Ich habe mit einem mal so ein richtig schlechtes Gewissen. Bitte, kannst du dich um Leika kümmern?“

Immer mehr bunte Bilder kommen mir ins Gedächtnis zurück und es sind immer mehr mit diesem Hund und wie wir irgendwo in einem Park auf einer Wiese toben.

Robin streicht mir behutsam über den linken Arm und lächelt mich an.

„Mach dir keine Sorgen, ich kann gut mit Hunden und deine Leika wird es bei mir gut haben.“

So, wie Robin mein Zimmer wieder verlassen will betritt jemand anderes mein Zimmer.

Ein Mann.

Schon etwas älter.

Ein paar graue Haare erkenne ich an den Schläfen.

Er trägt ein ausgeleiertes Jackett.

„Guten Morgen Herr Lorenzen! Ich bin Hauptkommissar Adomat, Kripo Erfurt.“

„Guten Morgen.“ krächze ich.

„Geht es ihnen schon etwas besser und können sie mir ein paar Fragen beantworten?“

„Ich fürchte, daraus wird wohl nichts, wenn es darum geht warum ich hier bin.“ gebe ich bekannt.

„Ach, machen sie sich keine Sorgen. Ich frage einfach und sie erzählen mir dann, was sie wissen, ja?“

Ich versuche zu nicken, aber es geht nicht.

„Also, Passanten haben Sie auf dem Domplatz gefunden und die Rettung verständigt.

Können sie mir sagen, wer Sie so zugerichtet hat?“

Ich überlege ein wenig, aber da ist nur graues Rauschen.

„Nein, ich kann mich an nichts erinnern. An gar nichts. Es ist, als wenn der Computer abgestürzt ist.“

„Ja, das habe ich befürchtet. Ich habe natürlich zuvor schon mit den Ärzten hier gesprochen, aber die meinten auch, dass es wohl noch ein wenig dauert, bis die Erinnerung zurückkommt.

Ich lasse Ihnen mal meine Karte da. Auf der Handynummer können Sie mich jederzeit erreichen. Bitte rufen Sie mich an, sobald ihnen etwas einfällt, was zur Ermittlung des, oder der Täter hilfreich sein könnte. Versprechen Sie mir das?“

„Ja, gern. Aber ich kann nicht sagen, wann das sein wird.“

Er lächelt mich an, drückt ganz vorsichtig meine rechte Hand und wendet sich zur Tür.

„Gute Besserung, Herr Lorenzen!“

*

Ich bin wohl noch einmal eingenickt, aber ich erinnere mich an ein gutes Mittagessen, welches nun wieder meinen Körper verlassen will.

Diesmal ist es wieder die Oberschwester, die sich meiner annimmt.

Mittlerweile entwickle ich ein wenig Routine und es klappt schon etwas besser als am Morgen.

Aber irgendwie ist es mir immer noch peinlich. Und dann die Prozedur der Körperreinigung durch die Schwester.

Das ganze habe ich jedoch schnell vergessen, dank dieser bunten Pillen.

Ich habe keine Ahnung wie spät es ist. Ja genau genommen weiß ich nicht einmal welcher Tag ist. Draußen jedoch ist es dunkel und jemand sitzt an meinem Bett. Ich höre den leisen Atem. Nein, es ist mehr ein Hecheln.

Also jetzt höre ich es genau. Ein Hecheln und ein Atmen.

„Bitte verpetz mich nicht. Das könnte mich meinen Job kosten!“

Das sind ganz klar Worte von Robin.

Ich öffne die Augen und es ist kein Traum.

Robin sitzt neben mir auf einem Stuhl und hält Leika auf dem Schoß.

Sie versucht zwar zu mir vorzudringen, aber Robin hält sie zurück.

Ich strecke den Arm aus um sie ein wenig zu kraulen, aber Robin zieht sie noch weiter zurück.

„Nein, Matthias, noch nicht. Es ist zu gefährlich, du hast noch nicht verheilte Wunden!“

„Aber glaube mir, sie ist bei mir in guten Händen und sie akzeptiert mich.“

Zufrieden sinke ich zurück und ergebe mich der Kraft dieser Medikamente.

*

Ich habe einen Traum. Es ist mir fasst so, als sei es mein erster Traum überhaupt, denn alles ist so leer.

Doch als ich erwache kann ich mich an den Inhalt des Traumes nicht erinnern.

Aber es war irgendwie schrecklich.

Jedenfalls ist die Oberschwester ganz schön sauer, denn ich bin total nass geschwitzt.

Auch das Bett ist feucht und muss neu bezogen werden.

„Was war den los Herr Lorenzen?“

Ich weiß keine Antwort und versuche mit den Schultern zu zucken.

Es gelingt mir nur kläglich und ich bekomme ein wenig Kopfschmerzen.

*

Das erste Mal in diesem Etablissement bekomme ich eine Mahlzeit, die ich richtig genießen kann. Ich glaube ich bin aber auch schon zwei Wochen hier.

Robin kümmert sich sehr intensiv um mich und ab und zu bringt er des Nachts auch mal Leika mit.

Robin ist für mich schon so etwas wie ein Freund geworden.

Er ist wirklich sehr nett.

Dieses blöde Eisengestell um meinen Schädel wurde mir heute abgenommen.

Auch mein rechtes Bein ist endlich von solch Eisengestänge befreit und ruht nun in einem Gips.

Na, ja, bequemer ist der zwar auch nicht aber ich darf jetzt schon mal aufstehen und kann auch auf die Toilette gehen, obwohl ich da noch den Rollstuhl für brauche.

*

Es ist 14 Uhr und Robin kommt mich besuchen. Heute in Zivil, denn er hat heute einen freien Tag.

„Hi Matthias, komm, steh auf, unten im Park wartet Leika auf dich!“

Ich lasse mich kein zweites Mal auffordern und hüpfe, so schnell es halt geht, aus dem Bett.

Robin hilft mir etwas und ich bin ausgehbereit.

Wow, was für eine Freude. Die Hündin kommt angerast und wirft mich fast um. Ich spüre deutlich wie sie mich vermisst. Ich habe nicht viel Ahnung, aber diese Rasse ist so etwas von anhänglich, ich kann es kaum beschreiben.

Gemeinsam spazieren wir durch den Park.

„Du, Robin, hast Du eigentlich rausbekommen, was mir da passiert ist?“

„Ne, nicht die Bohne. In deiner Akte steht nur am Domplatz aufgefunden, nicht ansprechbar.“

Hm, mir gehen einige Gedanken durch den Kopf, aber die Hündin holt mich in die Wirklichkeit zurück.

„Du Matthias, ich hab da mal eine Frage.

Aber bitte sei mir nicht böse und verstehe mich nicht falsch!

Könnte es sein, dass Du homosexuell bist?“

Oh man, ich laufe total rot an und mir wird ganz anders. Zum Glück ist da gerade eine Bank und ich suche mir den Platz um ein wenig auszuruhen.

„Wie kommst du denn darauf?“

Das waren die ersten Worte, die mir so eingefallen sind. Eigentlich weiß ich gar nicht wie ich ehrlich antworten soll. Also, na ja, es ist irgendwie nicht ganz einfach. Und ich bin mir da doch selbst noch nicht richtig klar drüber.

Robin schaut mir direkt in die Augen.

Oh man, jetzt auch noch das. Also er ist wirklich total nett und ich mag ihn. Ja eigentlich mag ich ihn sogar sehr. Keiner ist so nett zu mir wie er.

„Matthias, ich habe mich natürlich auch ein wenig in deiner Wohnung umgesehen. Da hängen überall Bilder von Männern an den Wänden.“

Noch roter kann ich wohl kaum noch werden.

„Na und?“ ist alles was mir einfällt.

„Ist schon gut. Ich wollte nur halt mal fragen. Komm, es wird langsam doch etwas kalt. Ich bringe dich wieder hoch.“

Leika scheint etwas zu ahnen und schmiegt sich ganz dicht an mein linkes Bein.

Auf Robin gestützt erreiche ich wieder mein Zimmer und lege mich auch gleich wieder hin.

Mir ist ein wenig schwindelig.

Nein, es ist nicht die Kopfverletzung.

Robin ist es, der mich ganz durcheinander bringt.

Zuerst diese komische Frage.

Dann diese Wärme, die mich fast elektrisiert, als er mich zurückführt.

Ja, ich weiß selbst nicht, was in mir vorgeht.

*

„Ja hervorragend“ sagt der Chefarzt bei der Visite. Er legt das neue Röntgenbild zur Seite und veranlasst, dass mir der Kopfverband abgenommen wird.

„Wenn es so weiter geht, Herr Lorenzen, dann werde ich sie Dienstag entlassen. Zuvor verpassen wir ihnen dann einen Gehgips und in sechs Wochen ist alles vergessen!“

Vergessen!?!

Ja genau. Ich weiß immer noch nicht, was genau in der besagten Nacht passiert ist.

Aber die Träume sind wieder gekommen. Immer öfter und immer mehr Details sind da.

Da sind Skinheads.

Ich glaube vier.

Einer hat einen Baseballschläger.

Dann ist es wieder dunkel.

Ich versuche eins und eins zusammen zu zählen.

Offensichtlich wurde ich verprügelt.

Doch da sind noch so viele Grauzonen in der Erinnerung.

Nicht einmal meine Wohnung kann ich mir vorstellen. Irgendwie ist da unheimlich viel einfach gelöscht.

*

Es ist Dienstag und Robin kommt und holt mich ab. Oh man, ist der nett.

Leika sitzt auch schon im Auto und schleckt mich ab.

Robin fährt mich in eine Seitenstraße die ich nicht kenne.

„So, Matthias willkommen zu Hause.“

„Was, hier wohne ich?“

Irgendwie komme ich mir vor wie im falschen Film.

„Sag mal, Matthias, ist es echt so schlimm mit deiner Amnesie?“

Ich schweige und schaue mich um. Da ist nichts, was mir bekannt vorkommt. Kein Baum, kein Haus, keine Mülltonne – einfach nichts.

Leika hat ihre Begrüßungsrunde an den Bäumen beendet und trottet vor mir her zum Eingang.

Sie scheint den Weg zu kennen.

Robin schließt für mich auf und wir gehen hinter Leika die Treppe hoch. Mit Krücken ist das gar nicht so einfach. Im Krankenhaus hatte ich ja den Fahrstuhl.

Endlich komme ich in eine schön eingerichtete Wohnung – aber alles erscheint mir fremd.

Und tatsächlich, da sind überall Bilder. Ziemlich groß und alle mit Jungs.

Nackten Jungs!

Es ist mir peinlich, aber so richtig kriege ich das im Moment nicht auf die Reihe. Es sind einfach zu viele Eindrücke, die da auf mich wirken.

Keine Ahnung, wie viele Minuten vergangen sind. Ich sitze auf dem Sofa und die Hündin hat es sich direkt vor meinen Füßen bequem gemacht.

Robin kommt aus der Küche und reicht auch mir einen Becher Kaffee.

Zaghaft legt er einen Arm um meine Schulter und flüstert:

„Du, Matthias, das wird schon. Wirst sehen, in ein paar Wochen hast Du wieder alle sieben Sinne beisammen!“

Ich fahre hoch und bin tierisch erregt.

„Ich bin nicht verrückt!!!“ schreie ich ihn an.

Ich hole aus, doch bevor ich einer weiteren Handlung fähig bin, hat sich Robin schon meiner Reichweite entzogen und verlässt meine Wohnung.

Oh mein Gott, was habe ich denn nun schon wieder angestellt.

Robin ist doch eigentlich ein ganz netter Kerl.

Vor allen Dingen jedoch ist er wohl zurzeit der einzige Freund, den ich kenne?!?!

Freund?

Ja ich glaube schon. Ja ich bin mir sogar sicher, dass Robin jetzt ein Freund von mir ist.

Und ich Esel habe ihn gerade vergrault.

Ich könnte mich sonst wo hintreten, wenn es der Gips zulassen würde.

Ich fühle mich total erbärmlich.

Und beginne die Hündin ein wenig zu streicheln.

Da kommen wieder ein paar Farbbilder.

Diesmal direkt in Folge.

Und sogar mit Ton.

Es ist schrecklich und tut wieder unbeschreiblich weh.

Sie haben mich mit einem Knüppel, oder so, niedergeschlagen und treten auf mich ein.

Ich höre Worte wie Arschficker und Hinterlader und einiges mehr. Ich sehe eine Bomberjacke in oliv mit einem roten Sticker am Ärmel. Auf dem Sticker ist so was wie ein Hundekopf. Und ich höre Ketten rasseln.

Dann wird es wieder dunkel.

Als nächstes kommt mir wieder das Gesicht von Robin in Erinnerung.

Man, was bin ich bloß für ein Idiot.

Der Junge hat es wirklich gut gemeint mit mir und er weiß, dass ich schwul bin.

Ja, jetzt bin ich mir wirklich sicher.

„Ich bin schwul!“ rufe ich laut in meine Wohnung und Leika hebt gelangweilt den Kopf.

Ich muss unbedingt die Adresse von Robin rauskriegen. Verflixt, er hat niemals seinen Nachnamen genannt.

Ich rufe im Krankenhaus an, aber die antworten nur lapidar, dass sie keine Informationen über das Personal weitergeben dürften.

Ich bin am Ende. Aus. Schluss. Nichts geht mehr.

Ich gehe in den Flur und suche meine Geldbörse. Da muss doch irgendwo die Karte sein von diesem Kommissar.

Ich rufe bei der Kripo an und nach einer Minute habe ich dann auch Kommissar Adomat am Apparat.

Ich schildere, was mir wieder eingefallen ist und der Polizist scheint da etwas mit anfangen zu können. Er bedankt sich und bittet mich noch einmal, wieder anzurufen, sobald ich mich an noch mehr erinnern kann.

Nun klingelt das Telefon bei mir.

„Ja hallo!“

„Hallo Matthias, sag, wo steckst du denn? Ich versuche Dich seit mehreren Wochen zu erreichen!“

Die weibliche Stimme klingt zwar irgendwie vertraut aber ich kann sie nirgends zuordnen.

„Entschuldigung, aber wer spricht denn da?“

„Willst du mich jetzt verarschen, oder was? Erkennst du deine Zwillingsschwester etwa nicht mehr???“

Empört klingt, nein, lärmt es aus meinem Handy und dennoch finde ich kein Gesicht zu der Stimme!

„Du bitte entschuldige, aber ich hatte einen Unfall und ich habe wohl etwas von meinem Gedächtnis verloren!“ antworte ich widerwillig.

„Oh mein Gott, ich komme sofort vorbei. Bist Du zu Hause?“

„Ja, und bring bitte Hundefutter mit, hier ist alles alle.“ ergänze ich noch ein wenig geistesgegenwärtig.

*

„Hallo Matthias, oh, das sieht ja schlimm aus. Aber ein Gipsbein führt nicht zum Verlust der Erinnerung?!?“

Ich fühle mich irgendwie unwohl, obgleich das Mädchen da mir sehr vertraut erscheint.

„Komm Junge, du weißt, dass du mit mir über alles sprechen kannst!“

Meine Gedanken sammeln sich.

Ja, es ist meine Schwester. Meine Zwillingsschwester. Es ist Nina.

„Hallo Nina, toll dass du da bist.“

Mehr kriege ich im Moment nicht rüber.

„Sag, Brüderchen, was ist passiert und wieso erfahre ich erst jetzt davon?“

So viele Fragen auf einmal…

„Also, genau bekomme ich das auch noch nicht zusammen. Ich habe wohl einen ziemlich starken Schlag auf den Kopf bekommen. Jedenfalls kann ich mich an kaum etwas erinnern.

Ich lag fast vier Wochen im Krankenhaus und wusste eigentlich gar nicht, wer und was ich bin.“

„Hast Du denn wenigstens mich wieder erkannt?“ höre ich vorwurfsvoll.

„Ja, also jetzt ja, aber ehrlich gesagt, also vorhin am Telefon – nicht wirklich…“

Ich handele mir einen Knuff ein und spüre sofort, dass all die Rippenprellungen auch noch nicht richtig auskuriert sind.

Nina merkt, dass sie da wohl etwas Falsches gemacht hat und tröstet mich sogleich wieder.

„Oh, entschuldige, da ist wohl noch etwas kaputt außer Schädel und Bein?“

„Ehrlich gesagt, ich habe noch gar nicht richtig Inventur gemacht. Aber ich glaube, es sind wenigstens noch alle Zähne und Finger vorhanden.“

Ich versuche ein Lachen, aber so richtig überzeugend gelingt es mir nicht.

„Sage mal Matthias, kann man dich denn nicht mal wenigstens eine Woche alleine lassen?“

Tja, so ist sie, meine liebe Schwester. Bis vor kurzem wohnten wir noch zusammen.

Aber dann hat sie einen Lover kennen gelernt und ich habe es vorgezogen mir meine eigenen vier Wände zu suchen.

So langsam kommt alles wieder.

Ich glaube 10 Wochen wohnen Leika und ich jetzt hier.

Leika – genau. Das ist das Stichwort. Es wird Zeit und wir beide sollten mal wieder dem Park einen Besuch abstatten.

Kaum habe ich im Flur die Hundeleine aufgenommen, da steht sie auch schon mit wedelnder Rute bei mir und schaut mich flehend an.

„Nina, kommst du mit? Leika muss vor die Tür und mir täte etwas frische Luft wohl auch ganz gut.“

Nina springt sofort auf und begleitet uns in den nahen Park.

Es ist schön hier und ich lasse Leika von der Leine los. Ich brauche mir da keine Sorgen machen. Mir fällt wieder ein, das dieser Hund nie jemanden etwas zu leide tun könnte.

Doch Leika tobt nicht los.

Sie bleibt ganz dicht an meiner Seite.

Vielleicht spürt sie, dass mit mir nicht alles in Ordnung ist.

Aber ich bin nicht verrückt, oder schwachsinnig, oder so!!!

Langsam sammele ich mich wieder. Nina hat zum Glück nicht mitbekommen was in mir vorging.

War es wirklich mein Glück?

Keine Ahnung.

Wir spazieren zurück zu meiner Wohnung.

Leika weicht keinen Schritt von meinem linken Bein.

Ich bin in Gedanken und mir schwirrt das Antlitz von Robin wieder durch das Hirn.

„Woran denkst du?“ fragt Nina.

„An nichts.“ lüge ich.

„Ach so, deshalb eine halbe Stunde Stille!?!“

Erwischt, aber nicht entlarvt.

Ja, aber eigentlich doch schon ein bisschen mehr als nur erwischt.

Irgendwie fühle ich mich unwohl und meine Schwester spürt es genau.

„Du, Nina, kann es sein das wir uns ein wenig unterscheiden?“

„Wie meinst Du das?“

„Na, ja, also jetzt mal die Kurzform, Nina, ich glaube ich stehe auf Jungs…“

„Nö, also demnach unterscheiden wir uns echt nicht. Ich stehe nämlich auch auf Jungs!“ lacht sie und drückt mir ein kleines Küsschen auf die Wange.

Oh, man, warum sind Schwestern immer so schwierig?

Doch es entpuppt sich anders.

Nina nimmt mich in den Arm und drückt mich ganz fest.

„He, Großer, das weiß ich doch schon lange – und? Wo ist das Problem?“

„Echt, du wusstest es? Warum hast du mir das nie erzählt?“ erwidere ich empört.

„Hast Du es denn mir erzählt?“

Total betroffen schaue ich runter auf meinen Sneaker und den Gips.

Irgendwie fühle ich mich schon wieder absolut Scheiße, aber der Impuls, dass Nina über mich Bescheid weiß gibt mir ein kleines bisschen Kraft.

*

Nach und nach kommen immer mehr Erinnerungen und Gedanken zurück.

Die letzten allerdings als sehr schmerzliche.

Die Realität holt mich auch wieder ein. Ich wurde fristlos gekündigt. Mein ehemaliger Arbeitgeber schreibt, dass er die ersten Tage meiner unentschuldigten Abwesendheit zwar hätte akzeptieren können, aber, dass ich mich nicht einmal gemeldet hatte, wäre für ihn inakzeptabel.

Ich mache mich sofort auf ins Krankenhaus und versuche ein Attest zu bekommen.

So leicht lasse ich mir meinen Job nicht wegnehmen, obwohl ich im Augenblick gar nicht richtig weiß, was ich da eigentlich gemacht habe.

Ich komme den Flur entlang auf der Etage, wo ich gelegen habe und die Oberschwester erkennt mich schon von weitem.

„Hallo Matthias, na geht es ihnen wieder gut? Sie waren ja so ein lieber Patient. Also wirklich!“

Ich schaue etwas verlegen aus der Wäsche, fühle mich aber doch auch ganz gut bei so viel Anerkennung.

„Sagen sie, Oberschwester, ich brauche eine Bescheinigung mit Befund und so, weil mein Arbeitgeber mich kündigen will!“

„Oh mein Gott, schon wieder. Das haben wir hier laufend. Sie glauben gar nicht wie das hier abgeht!“

Sie führt mich in das Vorzimmer vom Oberarzt und die Dame dort sagte, es würde nur ein, oder zwei Minuten dauern.

Gut zehn Minuten wurden es doch, aber dann war ich an der Reihe.

Ich bekomme eine Bescheinigung, die auch meine Amnesie attestiert.

So, das wäre schon mal geschafft. Jetzt geht es erstmal wieder nach Hause um kurz Nina

anzurufen.

*

Ich bin fest entschlossen. Hiermit finde ich bestimmt ein offenes Gehör.

Mit der Bescheinigung vom Krankenhaus gehen wir gemeinsam zu meinem Arbeitgeber.

Diesem ist die ganze Sache sehr peinlich. Schließlich wusste er ja nichts von dem Überfall auf mich und meinem anschließenden Aufenthalt im Krankenhaus.

Er hat sich zigfach entschuldigt und selbstverständlich die Kündigung zurückgezogen.

Na also, geht doch!

Ganz nebenbei weiß ich jetzt auch, dass ich Drucker in einem Verlag bin.

Richtig wohl fühle ich mich aber dennoch nicht.

Da fehlt etwas.

*

Heute ist Mittwoch.

Hat heute nicht Robin seinen freien Tag nach der Nachtschicht?

Schon wieder geht mir dieser Junge durch den Kopf.

Den Gips bin ich seit gestern nun auch endlich los, fühle mich aber ganz schön wackelig auf dem Bein.

Nina und ich gehen in ein Cafe.

Ah, so ein Espresso tut richtig gut.

Meine Gedanken sind wieder klar, obwohl diese Leere sich immer noch komisch anfühlt.

In einem Kaufhaus finde ich eine tolle Jeans. Sie gefällt mir auf Anhieb und ich brauche auch nicht lange zu suchen und finde meine Größe. 29/32 inch, die müsste passen und ich gehe in die Umkleide.

Ja, echt genial, die passt wie für mich gemacht. Und sieht unheimlich geil aus.

Da sind so ein paar Patches am rechten Bein und sehr viele Taschen. Echt cool.

Nina und ich verabschieden uns, nicht ohne uns noch einmal zu umarmen und ganz doll zu knuddeln.

Sie ist wirklich das Beste, was mir je passieren konnte. Ja, sie ist halt meine Schwester.

Irgendwie liebe ich sie!

Ich mache mich auf den Weg und freue mich schon auf meine Hündin.

*

Sie ist es, die mich immer wieder die Einsamkeit vergessen lässt.

Wie kam es eigentlich dazu?

Nur ganz allmählich kommt die Erinnerung wieder, und der Tag als mich mein Erzeuger so grausam vergewaltigt hatte.

Jetzt, ja jetzt im Moment wünsche ich mir mit einem Mal, dass die Amnesie doch etwas länger angehalten hätte.

Mir ist schlecht und ich würde am liebsten alles auskotzen.

Aber mein Körper ist stärker und mein Gehirn erbarmungslos.

Wieder kommt die Erinnerung. Und wie er mich damals gefesselt hatte.

Oh man, es tut wieder fast genauso weh wie damals. Hätte ich doch bloß niemals diese verdammten Bilder aus dem Internet runter geladen.

Endlich stehe ich vor meiner Wohnungstür und ich höre, wie Leika winselt.

„Na, meine Kleine. Hast Du Lust auf eine Runde um den Block?“

Leika springt um mich herum, als hätte sie mich wochenlang nicht gesehen.

Sie schnappt sich die Leine und umrundet mich unaufhörlich.

Ich suche noch den uralten Tennisball und öffne wieder die Tür.

Wie ein geölter Blitz flitzt Leika raus und ist nun nicht mehr zu bändigen.

Unten an der Haustür springt sie noch einmal an mir hoch und schleckt mir durchs Gesicht.

Ich öffne die Tür und Leika bleibt brav an meiner Seite, bis wir im Park sind.

Ich werfe den Tennisball und nun ist sie nicht mehr sie selbst.

Wie ein kleines Kind tobt sie durch den Park und ich habe das Gefühl, sie hat sich selbst vergessen.

Nur ab und zu schaut sie sich um und prüft, ob ich noch da bin.

„Hallo Matthias, ich dachte mir schon, dass ich dich hier finde. Das ist doch Leika da, die da so rumtobt?“.

Robin hat sich neben mich gesetzt.

Sogar ziemlich dicht neben mich.

Es fühlt sich echt gut an – zu gut.

„Hallo Robin! Was machst du denn hier?“

Schmetterlinge, oder so, kitzeln in meinem Bauch.

„Ja, ich weiß auch nicht, ich bin einfach spazieren gegangen. Ja und eigentlich wollte ich dich auch mal besuchen.“

„Echt?“

Ich könnte mich schon fast selbst ohrfeigen wegen dieser blöden Frage. Aber ich bin doch ein wenig verwirrt.

„Na, dann komm doch einfach mal mit hoch.“ „Leika!!!“

Ein Ruf reicht und das liebe Tier trollt sich geschwind an mein linkes Bein. Im Maul hält sie den kleinen Tennisball und übergibt ihn mir.

Sie ist wirklich ein sehr gehorsamer Hund. Ich habe keine Ahnung ob andere Rassen auch so sind, aber Leika ist einfach fantastisch.

Ich stehe auf und lenke unseren Weg zu meiner Wohnung. Robin bleibt eng an meiner Seite und es fühlt sich richtig gut an.

Ja überhaupt fühle ich mich gut, seit er da ist.

*

„Magst Du lieber Kaffe oder Tee?“

Leika schleicht gemütlich zur Balkontür und macht es sich auf ihrer Decke dort bequem.

„Hast Du auch was Kaltes? Also ich habe eigentlich Appetit auf ein Glas Bier.“ antwortet Robin.

„Entschuldige, aber Bier habe ich nicht. Tut es auch eine Limo?“

Robin nickt mir zu und ich schenke uns zwei Gläser ein.

„Robin, es tut mir leid, also das von neulich. Du weißt schon.“ Betroffen schaue ich nach unten und studiere seine Socken.

„Ach, komm, das ist Schnee von gestern.“ vernehme ich und er rutscht etwas näher zu mir.

Wieder kann ich diese Wärme spüren, die von seinem Körper ausgeht. Es fühlt sich fantastisch an.

„Robin, du machst mich ganz nervös.“

Er lächelt und legt den Kopf ein klein wenig schief.

Ein paar Minuten verstreichen und keine Silbe verlässt unsere Lippen.

Etwas zögerlich ergreift nun Robin die Initiative und legt vorsichtig seine Hand auf mein rechtes Knie.

„Seit wann ist der Gips denn schon ab?“ lenkt er ab.

Das Gefühl ist unbeschreiblich. Ein klein wenig läuft mir eine Gänsehaut über den Rücken.

Er will gerade seine Hand wieder zurückziehen, aber ich bin schneller und lege nun meine Hand auf seine.

Seine Haut ist ganz weich. Es fühlt sich so unglaublich an.

Jetzt schaut er mir in die Augen und, ja ich glaube ich habe mir seine zuvor noch gar nicht richtig angeschaut.

Ich nehme meine Hand hoch und streiche ihm behutsam eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

Auch hier ist die Haut so glatt und weich. Ich spüre seinen Atem.

„Was hast Du eben gefragt?“ Die Worte gehen mir über die Lippen, doch eigentlich sind sie recht unbedeutend.

„Matthias, es ist das erste Mal, dass mich ein Junge berührt. Aber es fühlt sich irgendwie ganz toll an.“

„Ich bin da auch noch neu darin. Also, bisher habe ich mich noch nie getraut.“

Etwas entspannter lehnen wir uns nun zurück und rutschen ganz dicht zusammen.

Unsere Köpfe berühren sich und wir genießen gegenseitig einfach nur die Wärme des Anderen.

Ein wenig spüre ich die Spannung in meiner Jeans, aber ich versuche einfach nicht daran zu denken. Nein, das will ich nicht. Jedenfalls noch nicht.

Mein Kopf findet einen schönen Platz auf seiner warmen Schulter und ich schließe die Augen.

Es ist schon lange dunkel geworden und Leika sitzt nun direkt vor meinen Füßen und winselt ganz leise.

Robin scheint auch geschlafen zu haben, jedenfalls reibt er sich die Augen. Ich gehe zur Balkontür und öffne sie. Die frische Luft tut gut.

„Du Robin, es muss wohl geregnet haben, aber die Luft ist herrlich. Gehen wir noch etwas spazieren? Leika muss noch mal raus.“

„Ja gern, danach muss ich aber heim, sonst verpenne ich morgen.“

Leika steht mit ihrer Leine bereit und beobachtet ungeduldig, wie wir unsere Jacken anziehen.

Wir sind wohl schon zehn, oder fünfzehn Minuten unterwegs, als wir die Einkaufsstraßen erreichen. Hier gehe ich nicht so oft mit Leika entlang. Robin hat uns hierher geführt.

Immer öfter markiert die Hündin jetzt die Bäume, bleibt aber dennoch recht dicht bei uns.

Robin hat sich jetzt bei mir eingehakelt und im ersten Moment ist mir nicht ganz wohl dabei. Also so hier in der Öffentlichkeit.

Aber man nimmt keine Notiz von uns.

Nur eine ältere Frau mit einem kleinen Dackel schaut zu uns, aber ich glaube die hatte nur Angst um ihren Hund.

Vor der hell beleuchteten Auslage bei einem Juwelier bleiben wir stehen und ich frage Robin, ob er das Spiel kennt, wer das Schmuckstück mit dem höchsten Preis findet.

„Das haben Nina und ich immer gespielt, als wir noch klein waren!“

„Wer ist Nina?“ fragt Robin und schaut mich skeptisch an.

„Da, schau mal die Kette. 12000 Euro. Nina, das ist meine Schwester. Wir sind Zwillinge.

Du wirst sie noch kennen lernen. Wir sehen uns übrigens sehr ähnlich. Zum verwechseln ähnlich!“ grinse ich.

„Ich wette ich werde Dich aber immer am Geruch erkennen, außerdem schminken sich Mädchen doch.“

„Na, ich weiß nicht. Bunt anmalen tut Nina sich eigentlich nicht. Etwas Rouge vielleicht mal und ab und zu auch schon mal etwas Lidschatten. Aber das auch erst, seit sie einen festen Freund hat. Sie sieht auch ohne schon echt gut aus.“

„Wenn sie dir wirklich so ähnlich ist, dann glaube ich es gern.“

Es kam einfach über mich, aber für diese Worte musste ich es einfach tun.

Flink drücke ich ihm ganz schnell ein Küsschen auf die Wange.

Es war die Art wie er es sagte.

Oh man, ich bin ganz weg.

Wir kommen um die Ecke und erreichen den Domplatz. Eigentlich sieht es toll aus. Also der mächtige Turm und daneben die Severikirche in dieser Nachtbeleuchtung.

Doch ich kann es heute nicht richtig genießen.

Dieser Platz macht mich unruhig.

Nein, er macht mir Angst!

Ein Schauer läuft mir über den Rücken und aufgeregt scannen meine Augen den Platz.

Robin spürt, dass etwas mit mir nicht stimmt.

Auch Leika hat es mitbekommen und kommt wieder ganz dicht an meine Seite und winselt.

„Ist es hier passiert?“

’Gnadenlos sehe ich jetzt wieder die Bilder.

Immer und immer wieder werde ich getreten.

Ich liege schon längst am Boden und sie lassen nicht von mir ab.

Dann das Knirschen und dieser stechende Schmerz im Bein.

Ich sehe wieder den Typ mit dem Baseballschläger.

Er trägt wieder diese Jacke.

Über dem rechten Auge hat er ein Piercing und auf der Stirn darüber eine senkrechte Narbe und es wird wieder dunkel.’

„Können wir uns ein wenig setzen?“ Mir ist schwindelig.

Der Schweiß läuft mir den Rücken runter.

Ich glaube ich habe auch ein paar Tränen im Gesicht.

Robin führt mich zu einem Geländer und hält mich immer noch fest im Arm.

Er reicht mir ein Taschentuch.

„Eigentlich wollte ich von hier aus zu mir nach Hause gehen, aber so lasse ich Dich jetzt nicht allein!“

„Matthias, du solltest unbedingt noch einmal zu einem Arzt gehen. Du brauchst Hilfe. Fachmännische Hilfe!“

„Ach, so schlimm ist es nun auch nicht und ich glaube das vergeht mit der Zeit.“ erwidere ich und mein Atem beruhigt sich auch schon wieder etwas.

„Ne, Matthias, Zeit heilt nicht alle Wunden. Was Du brauchst, das ist eine richtige Therapie. Glaub’s mir.“

Ich verstaue das Taschentuch und rappele mich wieder auf. Jetzt schmiegt sich Robin noch enger an mich.

Oh, es tut so verdammt gut.

Leika hat sich auch wieder ein wenig beruhigt und läuft nur wenige Schritte vor uns.

Wir waren fast eineinhalb Stunden unterwegs. Robin zieht mir den Schlüssel aus der Jacke und sperrt auf.

„Kann ich heute Nacht hier bleiben? Ich möchte Dich nicht allein lassen. Es würde mir eh keine Ruhe lassen.“

„Okay, das lässt sich einrichten. Willst Du hier im Wohnzimmer schlafen, oder im Schlafzimmer?“

Robin schaut sichtlich verunsichert.

„Keine Sorge, ich habe ein richtig großes Ehebett. Also mit getrennten Decken und so.“

Robin folgt mir und wirft einen Blick auf das riesige Bett.

„Also bequemer ist sicherlich das Bett. Aber du musst versprechen, dass da nichts läuft.

Das würde mir dann doch zu schnell gehen!“

„Da kannst du ganz beruhigt sein. Ich könnte das auch nicht so schnell. Mir war´s schon ein bisschen peinlich, als ich Dich vorhin mit dem Kuss überfallen habe.“

„Kannst Du einen Wecker stellen? Ich muss morgen um sechs im Krankenhaus sein.“

„Ist fünf Uhr genug Vorlauf?“

„Ich denke schon.“

Ich krame etwas in meiner Vorratskammer und finde sogar noch eine neue Zahnbürste für Robin.

„Also mit einem Schlafanzug kann ich dir leider nicht dienen. Ich schlafe immer nur mit Shirt und Shorts.“

„Kein Problem, ich mag im Bett auch nicht gern zuviel anhaben. Aber könntest Du mir morgen früh mit frischer Wäsche aushelfen?“

„Klar, hier findest du alles!“ Ich öffne den großen Spiegelschrank und Robin greift sich zielsicher Socken, Unterwäsche und, ja, meinen Lieblingssweater und legt sie auf einem Schränkchen bereit.

Robin verschwindet im Bad und ich höre sogar die Dusche laufen.

Also schüchtern ist er nicht und wie es scheint fühlt er sich ganz wohl hier.

Ein kurzer Anruf auf die Mailbox vom Kommissar und ich bin sicher, er wird morgen zurückrufen.

Ich habe noch eine heiße Schokolade getrunken, als Robin sich aus dem Bad schleicht.

„Bist du fertig?“ frage ich prüfend.

„Ja, danke das hat gut getan.“

Auch ich begebe mich zur abendlichen Körperpflege.

Ab und zu kommt es vor, dass ich unter dem heißen Wasserstrahl schon mal die Zeit vergesse. Aber heute reiße ich mich doch ein wenig zusammen.

So spüle ich von mir, was mich heute so alles belastet hat und finde dann auch endlich den Weg in mein Bett, nicht ohne noch einmal Leika zu streicheln.

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon.

Es ist das erste Mal, dass hier ein Junge bei mir schläft.

Ja, und er schläft wirklich schon. Er muss wohl ganz schön müde gewesen sein.

Mit diesen Gedanken finde auch ich endlich Ruhe.

*

Es ist dunkel. Ich höre kein Auto oder sonst irgendwas. Doch halt ein paar Vögel sind da, die mit den ersten Lockrufen beginnen.

Es ist nicht viel Licht, was durch das geöffnete Fenster eindringt, aber ich erkenne das Gesicht und ich kann den Jungen auch riechen.

Es ist jetzt schon fast ein ganzer Monat und Robin schläft jede Nacht hier. Ja, eigentlich wohnt er jetzt schon hier.

Immer wieder gönne ich es mir und beobachte ihn, wie er schläft.

Alles ist so friedlich, ja und er sieht so süß aus. Richtig unschuldig, wie ein Kind.

Seine Gesichtszüge sind ganz entspannt und der leicht geöffnete Mund lädt geradezu zum Küssen ein.

Das Kribbeln im Bauch nimmt zu.

Ja, es ist immer noch so wie damals im Krankenhaus, als ich ihn kennen lernte.

So richtig fallen mir keine Worte ein. Wie soll ich das Gefühl nur beschreiben?

Ach, ich weiß auch nicht. Es ist einfach nur genial.

Ich fühle mich gut und irgendwie gibt Robin mir so ein Gefühl der Geborgenheit.

Seit er da ist habe ich einiges an Selbstvertrauen zurück gewonnen.

Seit zwei Wochen gehen wir gemeinsam auch in so einem Selbstverteidigungskurs.

Eigentlich wollte ich nicht. Ich mag keine körperliche Gewalt.

Aber Robin hat darauf bestanden.

Und, Hand aufs Herz, kann man so einem Schnuckel etwas ablehnen?

Er hat sich gerade umgedreht. Jetzt liegt seine Hand auf meinem Bauch. Ziemlich weit unten. Man, ich werde fast wahnsinnig.

Ich traue mich nicht mich zu bewegen.

Gleichmäßig dringt seine Wärme in mich ein.

Das fühlt sich so toll an.

Mir kommt kein klarer Gedanke mehr.

Ich fühle Robin und sonst ist da nichts mehr.

Aber es fühlt sich so gut an.

Bis heute ist noch nichts zwischen uns gelaufen.

Also Sex, oder so.

Gut, zugegeben, wir küssen uns, aber das ist ja schließlich was anderes als Sex.

Wir waren uns einig, dass wir es ganz langsam angehen wollen.

Und ich bin mir selbst auch noch nicht ganz sicher wie das funktionieren soll.

Also ich habe da immer wieder diese Erinnerung.

’Damals.

Ich glaube ich war da fünfzehn.

Wie eine Perle kullert wieder eine Träne und versickert im Kopfkissen.

Mein Vater. Mein eigener Vater.

Ja er hatte es getan.

Wie ein X hatte er mich irgendwie festgebunden.

Ich lag auf dem Bauch.’

Oh, Scheiße. Es tut mir wieder so weh.

Weitere Tränen suchen sich ihren Weg und versickern.

„Hey, Matthias! Du weinst ja!“

Behutsam streicht er über meine Wange.

„Hattest Du wieder diesen Traum?“

Ich nicke und Robin weiß, dass es nicht nur ein Traum ist, sondern eine ganz schlimme Erinnerung.

Ich habe es ihm irgendwann einmal erzählt und ich weiß, dass er sich deshalb auch nicht an mich ranwagen würde bevor ich es nicht ausdrücklich will.

Er ist so lieb.

Immer noch streicht er mit diesen zarten Fingern über mein Gesicht.

Mein Atem beruhigt sich und ich rücke etwas dichter zu ihm.

Deutlich kann ich ihn riechen und ich kuschele mich ganz eng an ihn.

Scheiße, ausgerechnet jetzt geht das Radio an.

Heute bin ich es, der so früh hoch muss. Robin hat erst gegen Mittag seine Pflichten zu erfüllen.

Nur ungern löse ich mich von diesem hübschen Jungen. Ich gebe ihm noch einen kurzen Kuss und krabbele aus dem warmen Bett.

Ich mache das Radio wieder aus, suche mir frische Wäsche und schließe leise die Schlafzimmertür.

Leika ist sofort an meiner Seite und versteht es immer noch nicht, dass ich morgens erst ins Bad gehe, bevor ich mit ihr eine Runde im Park mache.

Endlich ist es soweit. Ich schalte die Kaffeemaschine ein und schnappe mir dann die Hundeleine.

Das Signal ist eindeutig und nicht rückgängig zu machen. Leika umkreist mich aufgeregt und entfleucht sowie ich die Wohnungstür geöffnet habe.

Fast eine halbe Stunde nehme ich mir. Das bin ich dieser treuen Hündin schuldig.

Ein paar Bäume hat sie gefunden und jetzt hat sie auch Lust dem Tennisball nach zu springen.

Leika ist so was von lieb. Auch Robin hat sie jetzt schon fest in ihr Herz geschlossen und behandelt ihn nicht anders als mich.

Ja, sie behandelt uns, nicht etwa wir sie.

Aber sie gehorcht absolut und ist unheimlich anhänglich. Auch der Beschützerinstinkt ist sehr gut ausgeprägt.

Es kommt schon mal vor und sie geht zur Wohnungstür und knurrt, sobald sie Schritte von Fremden im Treppenhaus hört. Dabei kann sie sogar richtig die Zähne fletschen.

Bellen tut sie fast gar nicht. Nur ab und zu, wenn sie richtig ausgelassen tobt.

In der Wohnung hat sie noch nie gebellt.

Zurück daheim kommt mir Robin mit einem Kaffeebecher entgegen.

„Guten Morgen, mein Kleiner!“

„Guten Morgen Robin, warum bist Du schon aufgestanden?“

Ich hauche ihm wieder ein Küsschen auf.

„Ich hätte es bis heute Abend nicht ausgehalten, ohne Dich noch einmal zu sehen.“

Gemeinsam trinken wir unseren Kaffee und die Hündin macht es sich auf ihrer Decke wieder bequem.

„Kommst Du heute Abend mit, eine Runde Joggen? Leika muss das auch mal wieder haben.“

Robin nickt und streicht sich prüfend über den Bauch.

„Ja, gerne. Die große Runde?

„Warum nicht?“ stimme ich ihm zu.

*

Wieder vergeht eine Woche.

Leika ist jetzt so etwa ein halbes Jahr alt.

Ich habe beschlossen sie für drei Wochen in eine Hundeerziehung zu geben.

Das ist zwar nicht gerade billig, aber irgendwie verspreche ich mir etwas davon.

Robin und ich wollen die Zeit für einen Urlaub nutzen. Aber nur zwei Wochen.

Ich wäre ja gern in den Süden. Also irgendwo ans Mittelmeer, aber Robin erinnert mich an unsere mittlerweile gemeinsame Haushaltskasse.

Habe ich schon erzählt, dass Robin jetzt fest bei mir wohnt? Also ganz fest. Seine Wohnung hat er aufgegeben.

Wir sind so richtig glücklich zusammen.

Nina hat er auch schon kennen und lieben gelernt.

Nein, nicht so wie ihr jetzt denkt. Er mag sie halt auch einfach nur sehr gern.

Ist ja auch nicht schwer, da wir fast den gleichen Charakter haben.

Ihr Lover, also Martin ist übrigens auch ein ganz netter. Jedenfalls hat er kein Problem damit, dass wir schwul sind. Auf alle Fälle geht er total locker damit um.

Schon öfter haben wir mal gemeinsam etwas unternommen.

Donnerstag war ich beim Gericht. Ich hatte eine Vorladung um in einem Strafprozess gegen vier Skinheads auszusagen.

Einen davon habe ich definitiv wieder erkannt.

Mein Anwalt und ich sind aber nur Nebenkläger. Es werden sieben Straftaten zur Last gelegt, davon lautet eine auf Totschlag laut Staatsanwaltschaft.

Der Prozess wird sich sicher noch eine Weile hinziehen.

Ich bin froh, dass ich nach meiner Aussage sofort wieder entlassen bin und nicht an den weiteren Verhandlungen teilnehmen zu brauche.

*

Jetzt ist endlich Urlaub angesagt.

Robin hat da über sieben Ecken Verwandschaft in der Lüneburger Heide.

Es soll ein Bauernhof sein. So mit Heidschnucken und so.

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich mir eigentlich was anderes vorgestellt habe, aber als wir endlich da sind, bin ich doch etwas überrascht.

Es ist wohl so ein Biohof.

Und wir haben ein richtiges Apartment.

Also sind wir ganz für uns.

Nur das Essen findet mit der gastgebenden Familie statt.

Sie haben zwei Kinder. Ein Mädchen, Claudia, sie ist 14.

Der Junge ist 12 und heißt Andreas.

Er ist noch ein richtiger Wildfang und er spielt gerne Fußball.

Nur zu oft überredet er uns und wir kicken auf dem Hof, was das Zeug hält.

Es kommt auch schon mal vor und der Vater mischt sich in die Runde mit ein.

Seine Frau und die Oma sitzen dann auf einer Bank vor dem modernen Wohnhaus und feuern uns an.

Heute war auch wieder so ein Tag und wir sind richtig geschafft. Aber es hat auch wirklich Spaß gemacht.

Fasziniert beobachte ich wie dann später die Oma das Essen auffährt.

Es gibt Lammkeule und sie verrät mir nur soviel, dass die jetzt 4 Stunden bei nur 70 Grad in der Backröhre war.

So richtig kann ich mir das gar nicht vorstellen, aber das Fleisch ist noch rosa und total saftig.

Es gibt wie immer viel frisches Gemüse dazu und einen Serviettenknödel. Den kannte ich auch noch nicht.

Also Robin und ich kochen daheim natürlich auch.

Aber bei uns gibt es viel Reis und Nudeln und oft auch so einfach diese Fertigsoßen aus der Tüte.

An die richtig große Küche traue ich mich ehrlich gesagt nicht ran.

Vielleicht kommt das ja mal.

Vielleicht muss es mir auch nur mal jemand beibringen.

Aber da meine Mutter so früh verstarb…

Tags darauf lasse ich nicht locker und frage die Oma, ob ich mir das Rezept einmal abschreiben darf.

Diese lacht herzhaft und gibt mir zu verstehen, dass es da nichts gibt, was man abschreiben kann.

Sie hat alle Rezepte von ihrer Mutter hier auf dem Hof gelernt und hat alles im Kopf.

Also geht die Fragerei los. Nach und nach ziehe ich ihr so ziemlich alle Einzelheiten heraus.

Ich glaube es macht sie sogar ein wenig stolz.

Ich habe keine Ahnung, ob ich das auch einmal nachkochen kann.

Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich meinen Backofen so niedrig einstellen kann.

Also Tiefkühlpizza, da muss ich meistens 200 oder 220 Grad einstellen; Das weiß ich.

Robin ist auch wieder da. Heute hat er mal Andreas von der Schule abgeholt.

Normalerweise erledigt das die Mutter, aber die ist heute in die Stadt gefahren. Da hat sie einiges zu erledigen.

Andreas ist schon wieder ganz gut aufgelegt und überredet uns mit ihm an einem nahen gelegenen Weiher ein paar Würmer zu baden.

Er versichert uns zigmal, dass er keine Hausaufgaben auf hat und wir lassen uns tatsächlich breitschlagen.

Gemeinsam ziehen wir los. Andreas versorgt uns mit der Ausrüstung und zeigt vor allem mir, wie das geht. Also ehrlich, ich habe so was noch nie gemacht.

Aber auch ich hocke mich in das ein wenig feuchte Gras. Geduldig beobachte ich, wie Andreas mir so einen ekeligen Wurm am Haken befestigt und mir zeigt, wie ich nun mit der Rute auswerfen soll.

Ich versuche mein Glück und schaue aber auch zu Robin, der da deutlich mehr Geschick zeigt.

Es vergeht eine ganze Weile.

Aber so im Sonnenschein und dann dieser hübsche Junge da ganz nah bei mir…

Mit einem Mal ist Andreas ganz aufgeregt.

„Matthias, schnell! Da hat einer angebissen bei dir.“ Ich weiß jetzt echt nicht was ich machen soll, aber Robin greift rasch zu meiner Angelrute.

Er führt einen Ruck aus und fängt an zu kurbeln.

Auch Andreas ist mit seiner Rute ziemlich hektisch.

Kann das wirklich sein, an zwei Angeln auf einmal?

Ziemlich skeptisch beobachte ich die beiden. Okay, eigentlich mehr meinen Robin.

Robin hat es fast geschafft und fragt nach dem Kescher.

„Dem was?“

„Da, dieses Netz da. Halte das mal unter den Fisch.“

Ich folge seiner Anweisung und ziehe mit ihm gemeinsam das arme Tier aus dem Wasser.

Es ist recht groß. Ja ich glaube zu erkennen, das es ein Karpfen ist, oder irgend ein anderer großer Barsch. Keine Ahnung.

Jedenfalls zappelt er wie wild und es spritz Wasser durch die Gegend.

Brutal schlägt Robin zu und das Tier ist erlegt.

Ich kann das irgendwie nicht mit ansehen.

Auch Andreas ist jetzt soweit und zieht ein ebensolchen Fisch an Land.

Robin hilft nun ihm und ich wende mich ab.

Das Abschlachten möchte ich nicht sehen.

Ne, ich glaube das ist absolut nicht mein Ding.

Ich esse zwar gerne Fischstäbchen, ja eigentlich überhaupt mag ich Fisch gerne.

Aber schlachten, ne, das muss ich mir nun echt nicht ansehen.

Die beiden sind richtig aufgeregt. Angeblich sind die Fische sehr groß.

Ich habe da keine Ahnung von, weil ich meistens den Fisch erst in der Tiefkühltruhe fange,

aber mir kommt schon so eine gewisse Vorahnung, was heute Abend auf dem Teller liegt.

Meine Befürchtung bestätigt sich nicht.

Die Fische stellen sich als ungenießbar raus.

Das Fleisch ist angeblich von irgendwelchen Würmern durchsetzt.

So richtig habe ich es nicht verstanden, aber ich bin auch gar nicht traurig.

Ich kann mich ganz wage an ein Weihnachten erinnern. Da gab es mal Karpfen und der hatte mir überhaupt nicht geschmeckt.

Irgendwie schmeckte der so brackig.

Seefisch ist mir da wirklich lieber.

*

Wieder sind ein paar Tage um und wir haben noch nicht ein Mal den Fernseher angehabt.

Unser Apartment hat sogar eine eigene Satellitenschüssel, aber die Flimmerkiste blieb eigentlich immer aus.

Na ja, daheim schauen wir auch nur selten fern. Aber da ist ja auch Leika und wir drehen meist so um die Zeit unsere Abendrunde mit ihr, wenn andere Leute den Fernseher anhaben.

Gestern haben wir mit unseren Gastgebern ein paar Stunden Karten gespielt.

Die Kinder waren schon im Bett, oder zumindest hatten sie sich in ihre Zimmer zurückgezogen.

Herr Christiansen hatte eine Flasche Wein geöffnet und es wurde ein recht lustiger Abend.

Selbst die Oma, ich mag sie echt gern, war richtig gut aufgelegt.

Ich bekam schon beim zweiten Glas einen Schwips und Robin verhinderte, dass ich noch eines trank.

Gut, das er auf mich aufgepasst hat. Ich vertrage echt nichts.

Zum Glück gab es keine Peinlichkeiten.

Heute fühle ich mich wieder gut und ich bin auch wieder ganz klar im Kopf.

Es ist total geiles Wetter und wir wollen uns die Fahrräder ausleihen.

Wir bekommen noch eine Landkarte, Regenklamotten und ein paar Brotstullen verpasst.

Die sind echt total nett und so gastfreundlich.

Wir verpacken alles in einer Fahrradtasche und machen uns auf den Weg.

Kein Lüftchen weht und wir kommen prima voran.

Es ist einfach toll hier und ich habe längst vergessen, dass ich lieber mit meinem Schatz am Meer gewesen wäre.

Ab und zu müssen wir die Räder zwar schieben, weil lockerer Sandboden das Fahren unmöglich macht, aber es ist nicht weiter schlimm.

So gegen Mittag finden wir eine Bank mit einer tollen Aussicht.

Wir setzen uns und genießen den Sonnenschein.

Robin hat einen Arm um mich gelegt und ich schmiege mich an.

Es ist einfach nur schön.

Ich fummle ein wenig und bringe die Stullen heraus.

Zwei mit Schinken, zwei mit Käse.

Das Brot ist ganz frisch und auch der Belag bezeugt die ländliche Herkunft.

Also so schmecken die Sachen aus unserem Supermarkt nicht.

Ich bin richtig verträumt.

Ich glaube Robin fühlt auch so, jedenfalls ist er ganz still.

Ich versuche jedes Detail der schönen Aussicht in mich aufzunehmen.

Ganz hinten am Horizont zieht ein Hirte seinen Weg und ist von einer großen Schafsherde umgeben.

Mir geht etwas durch den Kopf. Hatte ich damals in der Schule nicht so ein langes Gedicht lernen müssen, von Hermann Löns?

Zu lang ist es her und auch der Titel fällt mir nicht mehr ein. Aber diese ganze Stimmung hat mich jetzt doch irgendwie daran erinnert.

Von Westen kommen kleine Quellwolken auf und ermahnen uns vielleicht doch langsam den Heimweg anzutreten. Gut wir haben Regenzeug dabei, aber man muss es ja nicht gerade herausfordern, oder?

Wir setzen uns wieder auf die Räder und navigieren zurück zum Heidehof.

Glück im Unglück.

Aber nur noch ein kurzes Stück vor dem Hof fahre ich plötzlich auf der Felge.

Eigentlich habe ich darauf geachtet, wo ich lang fahre und ich habe nichts gesehen, was mir nun den Platten bereitet haben hätte können.

Robin lacht und klopft mir Mut machend auf die Schulter.

„Sei froh, dass es erst hier passiert ist. Wäre es heute Mittag bei der Bank passiert, dann wären wir wohl ganz schön gelackmeiert gewesen!“ und deutet nach oben, wo sich die Wolken jetzt schon recht bedrohlich entwickelt haben.

Und tatsächlich es beginnt zu tröpfeln.

Wir halten kurz an, Schuhe aus, Regenhose an, Schuhe wieder an und zum Schluss die Regenjacke übergezogen.

Man bin ich froh, dass wir die Sachen mitgenommen haben, denn der Regenschauer nimmt zügig an Stärke zu.

Zum Glück ist es nicht mehr weit und wir erreichen das Gehöft gerade, als wir den ersten Donner in etwas Entfernung hören.

„Oh, gut, dass ihr wieder da seid. Wir haben uns schon ein klein wenig Sorgen gemacht. Im Radio haben die eine Unwetterwarnung gebracht.“

„Eigentlich hätten wir sogar eher hier sein können, aber das Rad von Matthias hat vorn einen Platten. Zum Glück war es nicht mehr weit bis hierher.“

„Kommt erstmal rein ihr seid ja ganz nass.“

„Habt ihr Lust auf einen Kaffee? Oma hat einen Zwetschgenkuchen gebacken. Das ist immer noch eigene Ernte vom letzten Jahr. Sie kocht ja alles Mögliche ein und da leben wir das ganze Jahr von.“ schwärmt Frau Christiansen.

Wir lassen uns kein zweites Mal fragen und streifen die Regensachen ab.

Ich suche mir den Weg ins Badezimmer. Durch die Panne sind mein Hände doch etwas unsauber, aber das ist schnell geregelt.

Ich rieche schon den Kaffee.

Und dann dieser Duft vom Kuchen. Absolut betörend.

Der muss noch warm sein, so wie der riecht.

Die Oma lässt es sich nehmen und schneidet den Kuchen selber an.

Nach dem ersten Schnitt hält sie das Messer gegen ihre Oberlippe.

„Der ist noch zu warm. Wartet bitte noch fünf Minuten, sonst bekommt ihr Bauchweh!“

„Das hat meine Oma damals auch immer gesagt.“ gibt Robin bekannt.

„Siehst du, da ist also was Wahres dran!“ bestätigt diese Oma nun noch einmal.

„Hefekuchen darf man nicht warm essen!“

Sie schneidet aber weiter auf und verteilt die Kuchenstücke.

Ich gebe zu, ich muss mich echt zurückhalten. Es duftet so lecker!

Aber wenigstens streue ich mir auch schon etwas Zucker auf mein Stück.

Der Kaffee schmeckt echt gut und draußen bricht ein echtes Inferno los.

Zweige und Äste fliegen umher und die Blitze schlagen immer näher ein. Der Donner ist sehr laut und kommt in immer kürzerer Abfolge.

Bin ich froh hier in der Stube zu sitzen.

Laut prasselt der Regen gegen die Scheiben.

Ich glaube, bei dem was da jetzt runterkommt, hätte das Regenzeug auch nur noch das Gröbste abgehalten. Wir wären bestimmt nass geworden. Dass ich unheimlich Schiss vor Gewitter habe, lasse ich wohl sowieso besser weg.

Ja, es ist wirklich so. Da habe ich Angst. Schon seit meiner Kindheit. Na und?

Wieder blitz es und im gleichen Moment der grollende Knall.

„Uih, das war aber ganz nah!“ kommt es von Frau Christiansen.

Ich bekomme noch Robins Hand zu fassen und eine Gänsehaut läuft mir über den Rücken.

Ich habe mich wirklich richtig erschrocken.

Die Oma sieht, dass wir Händchen halten und lächelt.

Schnell lasse ich wieder los und starre auf den Kuchen.

„Ich glaube jetzt können wir ihn essen.“ lacht sie mich an.

„Du brauchst dich nicht zu schämen!“ fährt sie fort und schaut mich gezielt an.

„Wir wissen, dass ihr schwul seid. Wir alle. Schon am ersten Tag war es mir klar. Ich bin zwar schon alt, aber nicht blind!“

Noch eine Gänsehaut folgt und er werde total verlegen.

„Ach Jungs, ihr müsst wissen, mein Mann war auch schwul. Ich kenne diesen Blick.“

„Ihr Mann?“ frage ich ungläubig.

„Ja, das war damals halt so. Die Eltern haben damals die Schwiegertochter ausgesucht und man wurde einfach verheiratet. Im Dorf war es nun einmal nie anders und man hatte keine Wahl. Irgendwann fand ich dann heraus, dass Heinrich sich oft mit einem jungen Mann aus dem Nachbardorf traf. Es hat mir aber nie etwas ausgemacht. Nein, eigentlich war ich sogar glücklich, dass er jemanden gefunden hatte, den er liebt. Wir haben nie darüber gesprochen. Ich weiß auch nicht, ob der andere Mann noch lebt.

Auf der Beerdigung von Heinrich habe ich ihn das letzte Mal gesehen, aber das ist nun auch schon über zehn Jahre her.“

Sie schaut nach unten und ich glaube, nun ist sie es, die ein wenig weint.

Frau Christiansen streicht über ihren Arm und gibt ihr etwas Trost.

Ich gebe zu, die Geschichte berührt mich unheimlich.

Ich schaue zu Robin, aber er legt den gestreckten Zeigefinger vor die Lippen und ich gehorche.

Ich steche mit der Gabel in den Zwetschgenkuchen und lasse mir das erste Stück schmecken.

Langsam heitern sich die Gesichter auch wieder auf und der Kuchen schmeckt echt gut. Ja, eben hausgemacht nach einem uralten Rezept, das schmeckt man!

„Also Matthias, es macht uns nichts aus, und du darfst Deinen Liebling auch ruhig mal küssen, wenn wir dabei sind. Die Kinder wissen es auch, aber es hat sie eigentlich gar nicht richtig interessiert.“

Erstaunt blicke ich wieder zu Robin, aber er lächelt nur etwas verlegen.

Wo bin ich hier bloß gelandet?

Und ich dachte immer, dass gerade auf dem Dorf alles viel komplizierter laufen würde.

Also, irgendwie bin ich total irritiert, lasse mir aber gern vom Kuchen nachlegen.

Draußen kommt wieder die Sonne durch und auf dem Backblech fehlt etwa ein Drittel (grins).

Robin und ich beschließen nach draußen zu gehen und wir sammeln die Zweige und Äste ein, die es aus den Bäumen gehauen hat.

Danach machen wir uns an dem Fahrrad zu schaffen. Aber der Schlauch ist so mürbe, da hat ein Flicken echt keinen Sinn mehr.

Wir fahren also mit dem Auto in die nahe gelegene Stadt und besorgen einen neuen. Es ist wieder richtig schön geworden und wir schlecken noch ein Eis bevor wir zurückfahren.

Das Fahrrad ist nun auch wieder betriebsbereit und wir können morgen wieder eine Tour machen.

*

Leider geht auch dieser Urlaub zu Ende und wir müssen uns auf den Heimweg machen.

Wir haben zwar noch beide eine Woche frei, aber die dritte Woche von Leikas Ausbildung soll und will ich dabei sein.

Sie hat viel gelernt, obwohl sie schon vorher sehr gehorsam war.

Aber jetzt, also ich bin richtig begeistert. Sie springt auch nicht mehr an mir hoch und schleckt durchs Gesicht. Gut, es hat mich zwar nie gestört, aber vielleicht könnten es Andere abstoßend empfinden.

Es macht richtig Spaß mit ihr zu trainieren.

Ich glaube das versteht nur jemand, der selbst einen so treuen Vierbeiner sein Eigen nennt.

Ich habe jetzt so einen Klicker. Also so ein kleines Teil aus Metall, das Klickgeräusche machen kann.

Egal, wie weit Leika entfernt ist. Ich brauche nur einmal zu klicken und sie steht sofort an meiner Seite.

Ich bin mir sicher, diese Ausbildung hat sich gelohnt.

Jedenfalls brauche ich nirgends mehr eine Hundeleine.

Da können noch so viele andere Hunde sein.

Nur wenn ich den Tennisball werfe, lässt sie sich richtig gehen und tobt sich aus.

Auch Robin gehorcht sie genau wie mir.

Zwei Tage unserer letzten Urlaubswoche war er auch mit beim Hundetrainer und hat die neuen Befehle für das treue Tier gelernt.

Wenn er mit ihr jetzt mal rausgeht weicht sie auch ihm nicht mehr vom Fuß.

Doch nun ist der Urlaub zu Ende und der Alltag fängt uns wieder ein.

Fast.

Also es war letzte Nacht.

Ich wollte es so.

Wir haben noch ein wenig gekuschelt im Bett und ich führte seine Hand in meine Shorts.

Anfangs war er noch etwas ängstlich, aber dann hat er mich angefasst, ja und er hat mich dann tatsächlich gewichst.

Es war das erste Mal, aber es war unbeschreiblich. Er war so vorsichtig, aber trotzdem auch bestimmend.

Er hat sich echt Mühe gegeben und ich kam zu dem erhofften Erfolg.

Noch eine ganze Zeit wuselte er mir durchs Haar, bis wir gemeinsam in den Schlaf fanden.

Diese Nacht hatte ich einen ganz tollen Traum. Es war einfach nur toll.

Der erste Traum, den ich gerne noch oft wieder träumen möchte.

Noch beim Frühstück geht mir der Traum nicht aus dem Sinn und ich bekomme gar nicht richtig mit, womit ich mir da meine Brötchen belegt habe.

„Du Matthias, schau mal,“ er schiebt die Zeitung zu mir rüber „sind das nicht die Typen die Dich damals überfallen haben?“

„Ja, das sind sie. Und weißt Du auch, wer sie auf mich angesetzt hatte?“

Alle vier wurden zu sieben Jahren verurteilt steht da, das sei die Höchststrafe.

„Ne, weißt Du da mehr, als da steht?“

„Ja, gestern kam ein Brief von meinem Anwalt. Es ist mein eigener Vater gewesen.

Ihm haben sie 3 Jahre aufgebrummt wegen Anstiftung, ohne Bewährung.

Auf eine Klage wegen der Vergewaltigung habe ich dann verzichtet. Ich könnte es eh nicht beweisen. Nina hatte es damals nicht mitbekommen.“

*

Jetzt sind wir schon etwas über ein Jahr zusammen.

Ich habe auch im Winter diese Therapie gemacht. Die ging fast sechs Wochen und hat viel Geld gekostet. Die Krankenkasse hat das nicht übernommen.

Robin und ich haben zusammengelegt und es hat sich gelohnt.

Also dieser Alptraum aus meiner Jugend kam seit dem nicht mehr wieder.

Mit Robin und Leika ist das Leben nun einfach nur noch schön.

Ja auch Nina kommt mit ihrem Freund oft zu Besuch und wir gehen auch gern gemeinsam ins Kino.

Der Sex mit Robin macht richtig Spaß. Er versteht es unheimlich auf mich einzugehen. Und ich habe auch immer Lust auf ihn.

Ach was erzähle ich. Wir sind doch einfach nur rundum glücklich.

*

Es wird bald Pfingsten und da fahren wir wieder in die Lüneburger Heide.

Ratet mal wohin. Diesmal kommt Leika aber mit!

Aber das ist dann vielleicht einmal Thema einer anderen Story.

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