Die unfreiwillige Verwandlung – Teil 5

4.Willkommen im Rudel

Fünf anstrengende Wochen sind vergangen. Die Schule, die täglichen Trainingsstunden schlauchten mich so langsam. Meine Freunde bekamen mich nur noch selten in der Freizeit zu sehen. Es gab zwar immer wieder Fragen von Ihnen

warum ich keine Zeit hätte, aber diese konnte ich gut abfedern, in dem ich behauptete, dass ich in einem Sportverein trainierte.
Gott sei Dank fragte keiner wo dieser Verein denn sein sollte, geschweige denn hieß. Aufgrund meiner bis dato ausgearbeiteten Muskelpakete, die nun deutlich an mir zusehen waren, bezweifelte das niemand. Auf alle Fälle hatte sich mein Körper gewaltig seit der Verwandlung verändert, selbst mein Gesicht war markanter geworden und ein Bartschatten den ich vorher nie so ausgeprägt hatte war zu sehen.
Jedenfalls fiel das wohl so einigen Mädels auf, die mich jedes Mal wenn ich die Schule betrat ansabberten. Nur bei der männlichen Welt waren es sehr viel weniger, obwohl ich hin und wieder auch von einigen heißen Typen in der Schule angeschmachtet wurde, wo ich dachte das wären die totalen Machos. Naja so kann man danebenliegen.
Das Training bestand mittlerweile aus viel Kampfsport und diversen anderen Übungen, bei denen Fabi immer mitmachte und sich freute endlich einen Freund in seinem Alter zu haben. Selbst die anderen aus dem Rudel erkannten mich als guten Freund an und dementsprechend war ich auch willkommen. Rian selbst unterrichtete mich in dem ganzen Werwolfskult. Darüber aber später.
Fabi hatte ich nach unserem Gespräch verziehen. Wie sollte es auch anders sein mittlerweile habe ich ihn ganz gut kennengelernt und Matthis steckte mir dann das Fabi nie so ausgelassen und fröhlich war wie jetzt. Meine Eltern dagegen wunderten sich schon dass ich nur noch unterwegs war und selten zu Hause gesehen wurde.
Selbst am Wochenende war ich kaum zu Hause, sondern hielt mich lieber beim Rudel auf.
Fabi hatte extra ein zweites Bett in seinem sehr großen Zimmer aufgebaut. So konnten wir auch mal am abends am Wochenende mit Matthis und Silvio zu viert Playstation zocken. Albert und Ricardo waren am Wochenende immer auf der Pirsch nach netten Damen, in irgendwelchen angesagten Discotheken.
Tja die beiden hatten da so richtigen Spaß dran, was man am Sonntagmorgen beim Frühstücken auch sehen konnte. Rian selber war derjenige der auch am Wochenende arbeitete, da ein großes Unternehmen, was auch immer das für eins war, betreut werden musste.
Ab und zu ließ er sich bei unseren Spielabenden sehen, lachte mit und versuchte auch beim Autorennen uns zu besiegen. So flossen fünf Wochen dahin und es wurde beschlossen das wir das kommende Wochenende alle gemeinsam zu einer abgelegenen Jagdhütte fahren um dort in Wolfsgestalt und als Rudel einmal so richtig die Sau raus zu lassen. Das mit der Sau raus lassen kam natürlich von Albert und Ricardo.
Mir gefiel dies alles immer besser und ich fühlte mich rund um wohl. Wie jeden Tag machte ich mich nach der Schule auf den Weg um meine täglichen Trainingsstunde zu absolvieren. Fabi stand schon am Tor und sah mir zu wie ich auf ihn zukam. Fred und Tom winkten mir noch zu ehe sie mit ihren Fahrrädern vom Schulhof radelten.

„Hi Fabi, na dann mal los. Was steht heute an?“, begrüßte ich Fabi der mir entgegen lächelte und mich kurz in eine Umarmung zog.

Nein denkt nicht ich hätte endlich in Fabi den FREUND gefunden. Er ist eindeutig Hetero und auch wenn er schwul gewesen wäre, wäre mir die Freundschaft die wir in den fünf Wochen nach der Aussprache aufgebaut hatten zu wichtig. Zum anderen tummelte immer noch der Michael durch meine Träume.
Der merkwürdiger weise in der Schule einen großen Bogen um mich machte. Ab und zu wenn ich das Gefühl hatte Beobachtet zu werden und dieses Gefühl hatte ich ständig, sah ich Michael in der Nähe. Aber ehe ich ihn ansprechen konnte war er in der Masse von Menschen wieder untergetaucht.

„Hallo Stev Rian ist heute unausstehlich und auch die anderen. Mir sagt wie immer keiner was los ist. Aber komm erst mal dann wirst du es auch merken das was nicht stimmt.“

„Na dann lass uns mal los laufen…“

Wir liefen zur Bahn und fuhren die drei Stationen zum Rudeltreffpunkt wie ich und Fabi das Haus nannten in dem das Rudel in der Stadt wohnte. Als wir dort ankamen und das Haus betreten hatte, empfing uns nicht wie gewöhnlich laute Musik und Krach. Es war ruhig, zu ruhig so etwas war noch nie vorgekommen.

„Was ist hier los?“

Fabi grinste mich an und griff wortlos meine Hand um mich zum Arbeitszimmer von Rian zu ziehen, wie ich erkannte.

„Was soll das? Fabi sag endlich was los ist!“

„Warts doch mal ab…“

Er öffnete die Tür und dann sah ich alle aus der Gruppe im Raum stehen. Rian sah erwartungsvoll zu mir und lächelte.

„Was ist denn hier los? Fabi??“, flüsterte ich ihm zu.

„Du brauchst nicht zu flüstern! Du weißt schon Wolf und Gehör!“, flüsterte er zurück. Obwohl es stimmte und ich ihn hörte als ob er laut sprechen würde. Ja…, ja ich weiß ich musste noch einiges lernen.

„Was ist los?“, platzte ich neugierig heraus und sah Rian neugierig an.

„Steven ich hatte Dir vor fünf Wochen den Vorschlag gemacht in unser Rudel zu kommen und wie mir zu Ohren gekommen ist, hast Du eine Entscheidung getroffen.“

Ach ja da war ja was. Ich hatte am letzten Wochenende mit Rian gesprochen und ihm gesagt dass ich mich entschieden habe in seinem Rudel aufgenommen zu werden. Er sagte mir, dass in seinem Rudel alle gemeinsam entscheiden, wer in die Gruppe aufgenommen werde und er es mit den anderen gemeinsam besprechen würde.

„Ja wie soll ich es sagen Steven, alle haben sich dafür ausgesprochen das Du ab heute zu unserem Rudel gehörst und damit wollen wir Dich dann mal herzlich begrüßen in unserem Rudel, dem Du ab heute angehörst. Wir sind eine Familie und Du gehörst ab sofort dazu. Na gut bei Dir ist das jetzt ja etwas anders, denn du hast ja schon eine.“

„Jep habe ich aber ihr seid mir echt ans Herz gewachsen und seid für mich wie eine zweite Familie. Und danke das ihr mir geholfen habt das ganze gut zu verdauen mit dem na ihr wisst schon was ich meine.“

„Ja wissen wir, vor allen Dingen Dein Schockzustand als du bemerktest das du jetzt zwei Schwänzchen hast!“

Matthis dieser grrr… Aber alle lachten los und ich natürlich auch, mit der entsprechenden Farbe im Gesicht.
Daraufhin drückten mich erst einmal alle bevor Rian um Ruhe bat.

„Wir haben ein Problem!“, fing er an.

Sofort wurde es ruhig im Raum und alle sahen gebannt Rian an.

„In der Stadt ist ein zweites Rudel aufgetaucht. Es besteht zwar nur aus zwei oder drei Wölfen aber es ist unbestreitbar ein fremdes Rudel.“

„Woher weißt Du das andere Werwölfe hier sind?“

Matthis sah fragend Rian an.

„Gestern war ich betreffs einiger Geschäfte bei mehreren Banken unterwegs dabei ist mir ein merkwürdiger Duft aufgefallen der in einem Stadtteil stark dominierte. Unter Umständen hätte ich das auch als eine Fata Morgana abgetan. Ich bin dann aber einer Duftspur gefolgt und stand dann einem ziemlich großen Wolf in einer kleinen Sackgasse gegenüber und das am helllichten Tag. Bevor ich reagieren konnte ist der Wolf verschwunden, wie ich dann herausfand war der Zugang zum Kanalsystem unter der Stadt offen. Der Deckel lag daneben, also seid wachsam und vorsichtig!“

„Vielleicht irrst Du dich und der Wolf hat sich nur verirrt! Wer sollte in unserem Revier rumpirschen? Jeder weiß, dass das eines unserer Reviere ist und hier nichts zu suchen hat!“

„Nein ich habe mit Rentus gesprochen und er sagte mir, dass auch bei ihm das Rudel war, bevor es verschwand. Von ihm habe ich auch die Information dass es sich um ein kleines Rudel mit drei Wölfen handelt.“

Ich sah Fabi an und dann die anderen, eine Frage blitzte in meinem Kopf auf: „Heißt das es gibt Krieg?“

Alle schauten mich an und grinsten. Upps da hatte ich wohl laut gedacht.

„Nein Steven, aber jedes Rudel hat das markierte Revier eines anderen Rudels nur zu betreten wenn es dazu die offizielle Erlaubnis von diesem hat. Und dieses Rudel hat diese nicht also werde ich sie zur Rede stellen und ein Ultimatum setzen, bis wann sie aus UNSEREM Revier weg sein müssen.“

Alle nickten zustimmend. Tja so war das wohl mit Revier und Markierung und da stellte ich mir Rian vor wie er sein Lieblingsbäumchen als Wolf markierte. Ein grinsen konnte ich mir dabei nicht verkneifen.

Fabi boxte mir in die Seite und flüsterte: „Grins nicht so. Rian mag es nicht wenn er der Meinung ist das man ihn nicht ernst nimmt.“

Oh, ja denn er warf einen kurzen finsteren Blick in meine Richtung. Da verging einem das Lachen schon und schwups war ich wieder Ernst.

„Matthis, Silvio, Albert und Ricardo ihr versucht heraus zu bekommen wo sie ihr Nest haben. Steven und Fabi ihr haltet euch zurück. Solltet ihr einem aus dem Rudel begegnen, dann bitte keine Provokationen sondern sofortiger Rückzug und wehe was anderes. Habt ihr verstanden?“

Ich und Fabi nickten ernst, was ich als erstes bei Rian gelernt hatte, was der Alpha sagte wurde auch befolgt. Ansonsten gab es eine Abreibung von ihm. Eine dieser besagten Abreibungen hatte ich nur per Ton mit verfolgen können und das hatte gereicht.
Albert war es der da wohl eine mächtige Ansprache von Rian erhielt.
Es ging um irgendeine Bar die er im Vollrausch komplett zerstört hatte. Das gab auch in den Zeitungen darüber ziemlich viele Artikel. Durch Rians Beziehungen wurde das Ganze auf eine Horde durch geknallter Betrunkener zurückgeführt.
Denn wenn herauskam das ein einzelner solche Kräfte entwickelt und eine ganze Theke durch den Raum schmiss na dann Prost Mahlzeit. Und ich weiß was so ein Teil in der Größe wog. Hab ich nachgelesen mit Fabi, zum anderen hatte Albert Tage danach noch ziemliche Muskelschmerzen.

„So zurück dann zum ersten Thema, lasst uns anstoßen auf Steven unser neues Rudelmitglied.

Er verteilte an alle ein Glas Sekt und wir stießen an. Matthis drückte mich kurz an sich und flüsterte mir zu: „Na endlich hat Fabi seinen kleinen Bruder hier im Rudel auf den er aufpassen kann.“

Fabi war ja auch zwei Jahre älter als ich. Ich lächelte Matthis dankbar an. Er war auch stolz und nahm mich kurz in den Arm. Er wusste dass ich auf Männer stand, aber das störte ihn nicht.

„Ich werde auf Dich aufpassen Brüderchen und glaub mir den ersten Kerl den Du abschleppst wird von mir erst unter die Lupe genommen ehe ich erlaube dass da mehr passiert!“

Ich musste echt wie ein Fisch auf dem trockenem ausgesehen haben denn er fing an zu lachen und drückte mich nochmals an sich. So ging das dann hin und her bis Rian vor mir stand mich stolz ansah und mich dann auch kurz in die Arme nahm.

„Willkommen im Club, ab jetzt gehörst du zu uns und Danke dass du Fabi verziehen hast.“

„Konnte ja nicht anders nachdem ich von ihm erfuhr warum das ganze ihm passiert ist. Aber das du der Vater von Fabi bist hatte ich nicht im entferntesten erwartet.“

„Tja so ist das Leben, aber ich bin auf meinem Sohn stolz und froh das er wenigsten zu dem ganzen Mist gestanden hat. Sonst hätte ich es erst später erfahren das er jemanden gebissen hat.“

„Wie?“

„ Na vielleicht durch die Zeitung in dem von irgendeinem tollwütigen Wolf die Rede ist, denn dann hätte ich schon gewusst das einer aus meinem Rudel Bockmist gebaut hat.“

So jetzt bin ich stolzes Mitglied einer Werwolfgang und da konnte man ja auch mal seine Beißerchen zeigen. Ja auch das konnte ich meine Reißzähne ohne mich ganz verwandeln zu müssen, zu zeigen in voller Pracht. Und für Euch die ihr das lest, Werwölfe verwandeln sich nicht nur zum Neumond, sie können es jederzeit. Ich heule jetzt aber nicht wie ein Wolf…..

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