Traumschiff – Teil 74

Noch Dienstag, 29.06.

Jerome

Nach dem ich alle in Frage kommenden Leute informiert habe und auch keiner abgesagt hat, sage ich Mama, das es noch mal etwas voller wird heute Abend und das auch der Dr. Brunner kommt, nicht nur die Jungs .
„Dann schau bitte nach, ob noch genügend Getränke da sind, wir haben nämlich nichts nachbestellt, weil wir doch zum Wochenanfang alle unterwegs sind.“, sagt Mama.

Sergej und ich tun das und stellen fest, dass wir noch zum einkaufen müssen. Martin und Kai lassen wir jetzt mal in Ruhe, weil Wolfi und Kevin zu Wolfi nach Hause gefahren sind. Die zwei waren über Tag wohl Fotos machen für den Wirtschaftsminister und wollen nach her um halb sieben noch mal hier sein. Wolfi wird wohl auf Papas Rat hin das Geschäft mit den Bildern als Kleingewerbe anmelden, wegen Steuern und so und auch, weil der Minister ja schlecht schwarz einkaufen kann, also ohne Mehrwertsteuer und so.
Den Umsatz von der Ausstellung hat Papas Steuerfachmann einfach über die Firma abgewickelt, ohne Kosten für Wolfi, versteht sich. Sergej und ich fahren mit meinem Auto zum einkaufen, nachdem wir uns mit Mama abgestimmt und auch bei Oma gefragt haben, ob noch was fehlt. Da die Beiden aber auch fortfahren übermorgen, brauchen sie dieses Mal nix zum trinken.
Meistens kaufen wir immer beim selben Getränkehändler, das ist der, der dann bei Bedarf auch immer Kühlschränke und Zapfanlagen und andere Dinge zur Verfügung stellen kann. Unser Händler ist auch noch Wetteraner und hat schon zweimal für die D-Jugend, in der sein Enkel spielt, eine Satz Trikots gesponsert und sich damit Papa und das Haus Remmers als Dauerkunden gesichert hat.
Allein der Cremant, der in unserem Haus das ganze Jahr getrunken wird, hat die Investition in die Trikots längst bezahlt gemacht.
Um sechs sind wir zurück und einen Teil der Getränke, die sind schon vorgekühlt, die räumen wir direkt in die Kühlschränke, die auf dem überdachten Teil der Terrasse stehen. Die Tische und Stühle sind schnell auf gestellt, bei dem guten Wetter bleiben wir wohl besser hier draußen.
Oma und Frieda mit Hinnerk werden von Kai am Freitagmorgen mit dem Achter nach Norddeich gebracht und fahren von dort nach Borkum bis zum sechsten August voraussichtlich. Wir fahren am Sonntag mit dem Schiff ab hier, wir jungen Leute, mit Martin als „Aufpasser“ und sind Dienstag im Laufe des Tages dann in Dresden, wo Sergejs Eltern und die beiden jüngeren Mädchen an Bord gehen werden. Auch Mama und Papa sollten dann eigentlich dort an Bord gehen, nach dem Kai sie dorthin gefahren hat oder sie hin geflogen sind. Das ist jedoch jetzt noch in der Schwebe, von wegen Beisetzung und so.
Mal sehen, ob Mama mittlerweile was Genaues weiß, was den Zeitpunkt angeht und ob sie jetzt entschieden hat, wie das laufen soll. Ich denke, dass Oma und Frieda nicht dorthin fahren werden und Mama wird ihnen auch nicht böse sein.
Wenn Mama hin fährt, wird Papa auf jeden Fall mit ihr fahren, da bin ich mir sicher.
Kevin und Wolfi sind jetzt gekommen, es ist viertel nach sechs und Papa ist auch schon seit sechs Uhr da.
Torsten kommt mit Sigrid auf dem Roller und auch Tom und Micha fahren auf einem Roller vors Haus. Ole und Frank erscheinen und Mike und Dirk sind auch dabei, was mich und Sergej natürlich sehr freut. Die beiden hätten wir schon gern dabei, wenn wir in See stechen.
Mama und Papa sitzen drinnen und unterhalten sich sehr intensiv und ich denke mal, es geht um die Beisetzung in Berlin.
Ich sitze mit Sergej auf der Treppe vor der Haustüre und die anderen betrachten gerade ihre Roller, der von Tom sieht auch heiß aus und Torstens Hobel macht auch was daher und sie tauschen sich gerade über technische Details aus. Jetzt haben bereits vier der Jungs einen ziemlich coolen Roller, Chris nicht zu vergessen, der ja auch einen hat.
Matz fährt jetzt mit seinem knuffigen SUV von Daccia vor, mit Chris und Robin im Auto und auch Alex Brunner kommt, mit einem Minicooper, auch eine coole Karre. Jetzt müssten eigentlich alle da sein.
Sergej ist zu Matz ans Auto und hat Robin nun Huckepack und trägt den um das Haus herum auf die Terrasse, Chris und Matz gehen lachend mit Alex Brunner und dem zusammen geklappten Rolli durch die Haustüre. Auch wir anderen gehen nun alle auf die Terrasse und setzen und dorthin, wo gerade Platz ist.
Kevin, Sergej und ich verteilen Getränke, nach dem wir die Wünsche abgefragt haben. Martin und Kai kommen jetzt auch und werden von Kevin mit einer Umarmung begrüßt. Mama und Papa sind noch drinnen und so werde ich die Gelegenheit nutzen, zu fragen, wer denn nun verbindlich mit aufs Schiff kommt. Vorher jedoch habe ich Alex Brunner gefragt, ob Robin eine solche Tour mit Chris und Matz zusammen mit machen könnte. „Mit Chris zusammen kann er das schon, Chris weiß, was Robin darf und was nicht gut ist für ihn“, hat Alex Brunner gesagt und ich habe dann Chris und Matz gefragt, ob sie Interesse hätten mit zu kommen, Alex hätte sein OK gegeben.
„Ich kann das ohne Mama nicht entscheiden“, sagt Chris und Matz macht sein Mitkommen davon abhängig, das Chris auch mit fährt aber das war mir wohl schon vorher klar. Chris will mich dann später noch anrufen von zuhause aus und Alex Brunner fährt noch mit ihnen dort hin, um mit der Mutter zu reden. Robin sagen wir dann erst was, wenn er auch wirklich mit darf.
Papa und Mama kommen jetzt raus und Papa erhebt seine Stimme und verschafft sich gleich die nötige Aufmerksamkeit. „Hallo, Leute, seid alle gegrüßt. Es gibt ein paar wichtige Dinge, die wir heute Abend klären müssen“, sagt er.
„Da wäre als erstes die Sache mit Robin, dessen erster Untersuchungstermin am sechs und zwanzigsten Juli ist“, fährt er fort, „in dieser Angelegenheit werden wir den Flug am Donnerstag den zwei und zwanzigsten Juli von Bremen ab non Stop nach New York machen. Sieben Manager und Techniker der Firma werden mit dorthin fliegen und für einen Monat dort bleiben. Dann haben Dr. Brunner, Matthias, Chris, vor allem aber Robin noch vier Tage, sich zu akklimatisieren und mit der Zeitverschiebung zu Recht zu kommen.“
Kevin hat Papa jetzt einfach mal ein Bier gebracht und der Mama auch, die ihm noch schnell einmal dankbar durch die Haare streicht, was den Kleinen sichtlich freut. Papa trinkt einen guten Schluck und sagt dann: „Danke, Kevin. Als nächstes steht nun die Reise nach Dresden an und Jerome muss mir morgen verbindlich sagen, wer alles mit kommt. Auch hat er gemeint, ich soll mich für den Tom und den Micha noch um Urlaub bemühen, was ich auch gerne tue, wenn sie mir jetzt sagen, das sie mit wollen.“ Beide geben dann ihren Willen kund und so fährt Papa fort. „Familiäre Dinge zwingen uns zu einer kleine Planänderung, was die Schiffsfahrt angeht“, redet Papa weiter und ich bin echt gespannt, was jetzt kommt. „Martin und ihr jungen Leute fahrt Sonntag los, so um zehn oder elf, fahrt dann so, das am Dienstag Sergejs Familie in Dresden an Bord geht und dann fährt das Schiff mit allen nach Berlin. Kai fährt Lis und mich am Dienstag nach Berlin, wo wir dann am Mittwoch an der Beisetzung von Lis Eltern teilnehmen.
Donnerstag früh kommen wir dann an Bord und wir werden alle zusammen eine knappe Woche auf den ostdeutschen Wasserstraßen herum schippern mit dem ein oder anderen Landgang versteht sich und werden dann Sergejs Familie am Donnerstag, den fünfzehnten wieder in Dresden absetzen, um dann Elbe abwärts wieder nach Bremerhaven zurück kehren, wo wir wohl Samstag am Nachmittag eintreffen werden. Martin kann dann von Berlin aus mit Kai, entweder direkt oder nach ein paar Tagen Aufenthalt in der Hauptstadt, zurück fahren und beide haben auf diese Weise auch ein paar Urlaubstage, bevor sie dann ja noch im Laufe des Monats nach England fahren und dort Omas neues Auto abholen werden.“
Das klingt alles wohl durchdacht und so sind dann ja auch alle Interessen berücksichtigt bei dem Plan. Das Papa mit seinem Bemühen um Urlaub für Tom und Micha Erfolg haben wird, davon gehe ich aus, gilt es jetzt nur noch, Robins Mutter zu überreden, das der und Chris und folglich auch Matz mitfahren können.

Chris

So eine Tour mit dem Schiff, eine Urlaubsreise quasi, mit Matz und Robin und fast all den neuen Freunden, das würde mir schon gut gefallen, Robin wäre auch begeistert, das weiß ich. Die Frage ist, ob Mama das gebackt kriegt, das da nichts dabei passieren kann, außer dass der Kleine hoffnungslos verwöhnt wird von allen. Alex fährt später noch mit zu uns, hat er gesagt, mit Mama reden, dann klappt es bestimmt. Bisher hat sie immer auf Alex gehört, Matz und ich hoffen, dass sie es heute auch tut.
Die Planung für den Flug steht, so können wir alles vorbereiten und nach der Rückkehr von der Schiffsfahrt müssen wir ja bestimmt noch mal waschen und alles in Ordnung bringen, was wir mit nehmen wollen in die Staaten. Robins PC wird wohl nicht mit können, aber wir nehmen dann mein Notebook mit und Matz hat ja bestimmt auch eins zum mitnehmen.
Es ist schon ein komisches Gefühl, jetzt wo feststeht, wann es genau los geht. Der einzige, dem es offensichtlich nichts ausmacht, ist der um den sich die ganze Aktion dreht, Robin. Ihn scheint es nicht sonderlich zu belasten, das sein erster Flug ja, wenn es schlecht läuft für ihn, auch sein letzter gewesen sein könnte.
Ich hoffe und wünsche mir, dass er noch viele Flüge machen kann in seinem Leben und ich hoffentlich nicht seiner Urne hinter her laufen muss, das wäre eine Katastrophe für Mama und mich, wie sie wohl schlimmer nicht sein könnte.
Eine Hand streicht über meine Wange und eine Stimme sagt: „Wieder so düstere Gedanken, Chris? Es wird alles gut, du wirst sehen, der Kleine schafft das, allein schon dir zu liebe. Er will, das du glücklich bist und sein Wille und sein grenzenloser Optimismus und das Alex bei ihm ist, machen ihn stark und er wird es schaffen.“ Er dreht mein Gesicht zu sich und küsst mich einfach, jetzt und hier vor allen Leuten und es stört niemanden, im Gegenteil, es gibt sogar verhaltenen Applaus hier an unserem Tisch und Alex klopft mir auf die Schulter und sagt: „Das freut mich aber jetzt, Chris, alles Gute für Euch.“
Danke kann ich gerade nicht sagen, denn jetzt erst küsse ich bewusst zurück, leg meine Hand in seinen Nacken und erhöhe ein bisschen den Druck, lasse meiner Zunge freies Spiel. So viele Gefühle brechen über mich herein, schöne Gefühle, die meine düsteren Gedanken schnell vertreiben. Ich habe mich, obwohl ich es ja schon wegen Robin nicht wollte, nun doch heftig in Matz verliebt und diese Gefühle gefallen mir sehr.
Vor allem unterscheiden sie sich von den früher ab und an stattgefundenen Nachtaktionen in und nach Besuch bestimmter Lokalitäten, in denen es schlicht wohl nur ums Ficken ging und an die ich gerade jetzt nur ungern zurück denke. Das hier ist total anders und um Welten besser, als alles, was je vorher war und es hat ja gerade erst, eher zaghaft, begonnen. Wie wird das erst werden, wenn wir so richtig fest zusammen sind wie die anderen Paare hier?
Alex steht jetzt auf und geht zu Jeromes Vater und setzt sich dort hin, wohl um mit ihm noch Dinge zu besprechen, die für unseren Trip wichtig sind. Robin ist ja noch nie geflogen und Alex wird wohl ein paar medizinische Geräte, Sauerstoff und vielleicht auch einen Defibrillator mit nehmen, um für alles gerüstet zu sein.
Das erste Problem der Reise könnte schon auf dem Flug auftreten und wer weiß, ob man Robin überhaupt auf einen Linienflug so ohne weiteres mitnehmen würde.

Matz

Ich musste ihm eben einfach mal die düsteren Gedanken aus dem Hirn küssen und es ist mir ja auch ganz gut gelungen, denk ich. Robin, das habe ich aus den Augenwinkeln gesehen, hat beide Daumen hoch gereckt und verschmitzt gelacht. Sein Plan scheint auf zu gehen und ich habe nicht das Geringste dagegen. Ich kann nicht mehr so lange bleiben, Onkel und Tante fliegen heute Nacht in Urlaub auf die Malediven und ich will mich noch verabschieden.
Sie fahren mit einem Zubringertaxi zum Flughafen und das ist für drei und zwanzig Uhr bestellt, also muss ich spätestens um zwei und zwanzig Uhr zu Hause sein. Chris und Robin können ja mit Alex Brunner heim fahren, weil der ja noch mit der Mutter sprechen soll wegen der Schiffstour. Chris will mir auf jeden Fall dann noch eine SMS schicken, ob sie dürfen.
Jerome, der auf Bitte seines Vaters kurz ins Haus war, kommt mit einem Pack Faltblättern zurück, die er nun an die verteilt, die mit dem Schiff mitfahren. Herr Remmers klopft an seine Flasche und die Gespräche verstummen. „Leute“, sagt er, „Jerome hat jedem ein Faltblatt mit ein paar Spielregeln und Tipps gegeben. Schaut euch das in Ruhe an und beherzigt die Dinge, die da stehen, damit nichts passiert unterwegs. Solange das Schiff auf der Nordsee fährt, müssen alle außerhalb der Räume an Deck eine Schwimmweste tragen, das ist ein absolutes Muss. Später dann, auf den Flüssen würde ich das auch gern sehen und nur bei Fahrten durch Kanalgewässer dürfen die Schwimmer unter euch die Westen ablegen.
Wenn ihr die aber aus Solidaritätsgründen mit den Nichtschwimmern anlasst, wäre ich beruhigter. Beim eventuellen Sonnenbad im Liegestuhl oder auf der Luftmatratze kann das Teil abgelegt werden, aber eben nur dann. Selbst wir Erwachsenen werden das genau so tun, wie ich das von euch erwarte. Schwimmen in der offenen See oder den von Strudeln und Strömungen durchzogenen Flüssen ist selbst für sehr gute Schwimmer gefährlich und wenn wirklich einer über Bord geht, ist er mit der grell farbigen Schwimmweste viel besser aus zu machen und zu finden.
Die Räumlichkeiten an Bord sind nicht so großzügig, wie man das vom Wohnen an Land gewöhnt ist. Nehmt also nicht mehr Sachen mit, als ihr braucht, denn auch die Schränke sind kleiner als zu Hause. Kevin, du kannst aber die Gitarre ruhig mitnehmen, die werden wir schon unterkriegen.
Nehmt bitte nichts zu essen und zu trinken mit an Bord, dort ist alles vorrätig. Treffpunkt ist am Sonntag um halb neun hier bei uns, von hier aus fahrt ihr mit zwei Taxen und dem Achter mit Kai zum Schiff, das dann hier im Hafen liegt. Wenn dann alles verstaut ist, geht die Reise los, zunächst durch die Nordsee bis nach Brunsbüttel, dann Elbe aufwärts über Hamburg Richtung Magdeburg bis nach Dresden. Ich hoffe, dass es euch an Bord gefällt und dass ihr ein paar schöne Tage habt.
In Berlin sehen wir uns dann wieder.“
Da jetzt eigentlich alles geklärt ist für heute, werde ich gleich nach Hause fahren. Vorher habe ich aber noch eine Idee, die ich Chris jetzt mal vorsichtig näher bringen will.
„Chris“, sage ich und nehme seine Hand, „ich fahre jetzt nach Hause, meine Wahleltern verabschieden, du weißt ja, das sie nach her in den Urlaub fliegen. Dr. Brunner fährt ja noch mit euch beiden heim, um mit deiner Mutter zu reden. Da die ja heute Nacht bei Robin ist und wir ja morgen sehr früh Dienst haben, könntest du doch mit dem Doktor nach Bremen fahren und dich von ihm bei uns zuhause absetzen lassen, wenn du willst. Dann kannst du, wenn du möchtest, bei mir übernachten und wir fahren Morgen früh zusammen zum Dienst.“
Er schaut mich an, überlegt wohl gerade, ob das nicht ein zu großes Tempo ist für ihn, scheint unschlüssig. „Wir haben, wie du weißt, auch ein Gästezimmer, für den Fall das du noch nicht bereit bist mit mir in meinem Bett zu schlafen, obwohl mir das schon reichen würde, nur mit dir zu kuscheln, weil, na ja, alles andere mir eben auch noch ein bisschen Angst macht, so als Jungfrau“, sag ich leise zu ihm.
Jetzt grinst er ein wenig, schaut mir in die Augen und sagt: „Mal sehen, Matz, der Gedanke an sich gefällt mir schon, ich denke drüber nach. Wenn ich bis drei und zwanzig Uhr nicht angerufen habe, dann komme ich nicht mehr, OK?“
„Gut, ich warte dann auf deinen Anruf und würde mich sehr freuen“, sag ich, „ich fahre jetzt dann mal los, sonst wird alles so knapp nach her. Wenn noch was Wichtiges besprochen wird, kannst du mir ja später oder auch morgen davon erzählen.“ Ich hauche ihm einen Kuss auf die Lippen und stehe auf. „War das alles?“ fragt er. Ich beuge mich runter zu seinem Ohr und sage: „Du weißt ja, wo es noch mehr gibt, später.“
Robin strubbele ich durch die Haare und den anderen winke ich zu, dann gehe ich zu Herrn Remmers, sage, warum ich jetzt schon fahre und bedanke mich für die Einladung zur Schiffsfahrt. Dann gehe ich durchs Haus zum Auto und fahre nach Bremen. Ich bin jetzt schon im Zweifel, ob ich das so gut gemacht habe, auf der anderen Seite, denk ich, das man ja auch ruhig mal was wagen sollte, wenn sich eine Gelegenheit bietet, dabei zu gewinnen.
Zuhause ist Aufbruchsstimmung und ich erzähle den beiden von dem USA Termin und auch von der Möglichkeit, mit Remmers zu fahren, wenn Chris und Robin auch mit fahren dürfen. Ich sage ihnen auch, dass ich Chris für heute Nacht eingeladen habe und das ich hoffe, dass er vielleicht kommt.
Beide freuen sich mit mir und der Onkel meint, dass er einem angehenden Medizinstudenten keinen Vortrag über Safer Sex halten muss. Ich sage, das ich bei der Einladung an Chris nicht an Sexuelle Aktivitäten gedacht habe, sondern an Nähe, Wärme und Zusammensein und die Tante sagt, das sie mir das so auch glaubt, das es aber schon durch die Nähe auch schnell mal etwas mehr werden kann, sollte man nicht vergessen.
Als ihr Taxi kommt, helfe ich noch beim Gepäck und dann verabschieden wir uns von einander. Zehn vor elf fahren sie los in den wohl verdienten Urlaub und ich geh rein in das große, leere Haus und hoffe, dass das Handy noch klingelt. Zunächst gehe ich mal in die Küche und schaue nach, was die Tante für mich noch so in den Kühlschrank gepackt hat. Verhungern werde ich nicht, wie ich sehe und da ist ja auch noch die Tiefkühltruhe im Keller, die auch immer genügend Sachen enthält, auch Backwaren zum Aufbacken, so dass es keinerlei Engpässe geben dürfte. Zur Not gibt es ja noch Döner, Pizzabäcker und Mac Doof, verhungern ist nicht, Alter, sag ich mir.
Jetzt werde ich hoch gehen, es wird Zeit zum Schlafen. Als ich auf der dritten Stufe bin, klingelt es und ich höre ein Auto weg fahren. Als ich die Türe öffne, sie ist mit einer Kette gesichert, steht mein Chris draußen und strahlt mich durch den Türspalt an. „Da bin ich, mach auf“, sagt er, „oder gilt dein Angebot nicht mehr?“
Mit flinken Fingern hänge ich die Kette aus, öffne ganz und nehme in einfach in den Arm, küsse ihn und freue mich, das er da ist und noch mehr das er mich zurück küsst.
„Komm rein, mein Schatz, ich freue mich so dass du gekommen bist, ich habe so auf einen Anruf gehofft und nicht damit gerechnet, das du so ohne her kommst, jetzt bin ich froh, dass du da bist. Komm rein, möchtest du noch was essen oder sollen wir gleich hoch gehen?“
„So, so“, sagt er, „ich bin also dein Schatz“, und er lächelt lieb, „das bin ich aber nur, wenn du auch mein Schatz bist, mein Matz, verstehst du.“ „So gerne bin ich dein Matz, Chris“, sag ich selig, „seit Tagen wünsche ich mir nichts anderes, als dein Matz zu sein und ich bin jetzt sehr froh, dass es so ist.“
„Dann lass uns hoch gehen, wir müssen beide schlafen und bevor ich es vergesse, wir fahren mit nach Dresden, Einzelheiten dazu erzähle ich dir morgen“, sagt er und geht in Richtung Treppe.
Ich schließe die Haustüre ab und folge ihm schnell, weiß doch, das wir um sechs Uhr in der Klinik sein müssen, also kurz vor fünf aufstehen, gerade mal noch fünf ein halb Stunden Schlaf. Er hat einen Rucksack dabei und holt oben im Zimmer an meinem Bett stehend, Schlafsachen heraus und beginnt sich kommentarlos aus zu ziehen.
Sein Rücken sieht toll aus und ich warte darauf, dass die Jeans nach unten wandert. „Du spannst jetzt“, sagt er, „ich fühle deine Blicke förmlich.“ „Bitte lass mich doch ein wenig spannen“, sag ich, „darauf habe ich schon seit der Party gewartet.“
Er streift die Jeans nach unten, eine weiße Shorts kommt zum Vorschein, anliegend, mit einem kurzen Beinansatz und die betont einen, aus meiner Sicht, göttlichen Po, stramm und doch schön rund und ein Stöhnlaut rutscht mir raus bei dem Anblick. Da ich so einen Anblick wohl eher nur aus dem Internet kenne, macht es mich so dicht vor meinen Augen natürlich auch tierisch an.
Er ist jetzt aus der Jeans heraus gestiegen und auf meinen Laut hin dreht er sich langsam um. Die Beule vorne zeigt mir, das auch sein Schwanz Gefallen an der Situation zeigt und grinsend sagt er: „Du jetzt, hopp, Bux aus, ich will auch spannen.“
Es setzt sich jetzt alles in Bewegung, wie von selbst und zwei Minuten später stehen wir uns dicht, nackt und sehr erregt gegenüber. Als seine Hand meinen Schwanz umfasst, spritze ich, laut stöhnend, es ist nicht auf zu halten und es ist sehr viel und die erste Ladung trifft den gestutzten Haarbusch über seinem ansonsten haarlosen Schwanz und langsam läuft es nach unten zu seinem Glied.
„Das ging sehr schnell“, sagt er erstaunt. „Du bist der erste außer mir, der mich jemals dort angefasst hat“, sag ich entschuldigend und den Schnellschuss erklärend.
„Das macht doch gar nichts“, sagt er, „komm trau dich, fasse mich ruhig auch mal an, meiner mag das auch. Du bist zwar nicht der Erste, der das macht, aber von dir wünsche ich es mir ganz doll.“ Vorsichtig, ja zaghaft greife ich nach seinem steifen Glied, umfasse es, warm und so schön ist er da unten und im Gegensatz zu mir hat er die Vorhaut noch, die mir schon als kleines Kind entfernt wurde, wohl um pubertierenden Jungs das Onanieren zu erschweren. Kranke Hirne………was solls, es lässt sich nicht mehr rückgängig machen und ansonsten funktioniert er ja und schön und groß genug ist er auch. Wir haben etwa die gleichen Dimensionen da unten und ich finde sein Teil super und wenn ich dann mal mit einer Vorhaut spielen will, dann nehme ich seine, jetzt ist ja immer eine da………kicher.
„Was ist denn so lustig“, fragt er in mein Ohr, nach dem er mich ganz an sich ran gezogen hat und seine Hände meinen, auch sehr strammen Radfahrer- und Läuferpo, kneten und er mich fest an sich zieht. Unsere steifen Glieder sind zwischen den Bäuchen ein geklemmt. Ich sage ihm, dass ich in Zukunft öfter mal an seiner Vorhaut spielen möchte, weil ich keine mehr habe und jetzt kichert er auch. „Aber gerne, das darfst du“, sagt er, „was mein ist, ist auch dein.“ Jetzt küsst er mich und dann sagt er: „Ab ins Bad, wir müssen ins Bett, da können wir ja dann noch kuscheln.“
Ich nehme ihn bei der Hand und ziehe ihn über den Flur in das relativ große Bad gegenüber, das auch das Bad fürs Gästezimmer ist, aber seit ich hier wohne, hat da noch nie jemand übernachtet, also ist das mein Bad und in der ebenerdigen Dusche waschen wir Schweiß und Sperma ab. Dabei waschen wir uns gegenseitig unsere Steifen noch einmal weg, was sehr, sehr schön für mich ist und für Chris auch, den Geräuschen nach zu urteilen.
Nach dem Abtrocknen und dem Zähne putzen mache ich noch ein Kissen klar für ihn, die Zudecke ist groß genug für uns beide. Dann liegen wir, mit Shorts und Shirt, eng beieinander im Bett und ich sage: „Es ist das erste Mal, seit ich denken kann, das ich nicht allein im Bett liege. Es fühlt sich so gut an, deinen Körper und deine Wärme zu spüren und dich zu riechen. Ich bin sehr verliebt in dich und glücklich, das du jetzt hier bei mir bist, Chris, mein Schatz.“
Er beugt sich über mich, küsst mich zärtlich und sagt: „Ich bin wohl auch sehr verliebt in dich und froh, dass wir jetzt zusammen sind. Wir werden uns aber schon ein bisschen Zeit zum richtigen Kennenlernen nehmen und nicht gleich alle Register ziehen, sondern uns Stück für Stück vortasten, vor allem du, du gibst das Tempo an, ich möchte nichts, was du nicht auch möchtest, wir haben alle Zeit der Welt.“
Er küsst mich wieder, sagt; „Gute Nacht, mein Schatz“, und dreht sich dann, mit seinem Po zu mir. Den schiebt er dann an mich und kuschelt sich ins Kissen. So schlafen wir ein und auch durch, bis der blöde Wecker uns um viertel vor fünf raus schmeißt.
Nach einer gemeinsamen Dusche mit Entspannungswäsche und einem schnellen Frühstück fahren wir mit meinem Auto in die Klinik, wo wir beide pünktlich und gut gelaunt, nach einem langen Kuss im Auto, unseren Dienst antreten. Zur Pause wollen wir uns wieder in der Cafeteria treffen.

Robin

Gestern Abend hat der Alex uns nach Hause gefahren, nach dem Matz schon früher heim gefahren ist. Alex ist dann noch mit rein, was mich zunächst gewundert hat. Ich bin dann erst mal in mein Zimmer, nach dem mich Mama zur Begrüßung geküsst und geknuddelt hat und habe den Rechner an geschmissen, wollte nach sehen, ob sich Winston gemeldet hat.
Alex, Chris und Mama waren in die Küche gegangen und nach zwanzig Minuten kam Alex zu mir ins Zimmer, schaut was ich gerade mache. Beim Rausgehen sagt er dann: „Pass auf, das du nicht Seekrank wirst“.
Ich versteh nur Bahnhof, Seekrank, ich? Na von was denn, Scherzkeks.
Dann kommen Mama und Chris und Chris gibt mir so einen Zettel, so einem, wie Jerome sie heute Abend verteilt hat an die, die alle mit fahren mit dem Schiff nach Dresden. Er und Mama grinsen und Alex sein Spruch ist plötzlich wieder da: „Pass auf, das du……“ Ich glaub es nicht, das wäre ja…, ja was denn? Ein Wunder? Voll der Hammer? Oberaffengeil? Galaktisch krass? Oder alles zusammen? Ein Grinsen macht sich auf meinem Gesicht breit. „Nee, oder…?“, frag ich, „echt jetzt, ich fasse es nicht, wir fahren auch mit???? Yipppieeee, das ist ja so geil, oh man“, freue ich mich, nun wissend, warum Alex hier war bei Mama.
Das ist jetzt schon an der Grenze und mein Herzchen muss ganz schön pumpen nach so viel Adrenalin und Endorphinen. Mama nimmt mich in den Arm, streicht mir beruhigend über den Kopf und tut mir einfach gut jetzt. Mein Herz beruhigt sich langsam und meine Aufregung normalisiert sich wieder.
Zum ersten Mal auf ein richtiges Schiff, Wahnsinn, über das Mitfahren auf einem Tretboot im Bürgerpark sind meine maritimen Erfahrungen noch nicht hinaus gekommen und jetzt gleich eine solch tolle Reise, das ist echt krass, aber voll krass. Robin, der Seefahrer, klingt doch geil, oder?
„Danke Mama, dass du das erlaubt hast“, sage ich. „Bedanke dich bei Alex und Chris, die haben mich weich gekocht und du musst mir versprechen, auf Chris zu hören und dich nicht zu gefährden, mein Junge.“, sagt sie und ich verspreche das gern, ich höre immer auf Chris, na ja, fast immer.
„Fährt der Matze dann auch mit?“, frag ich Chris und der nickt und sagt: „Ja, Matz fährt auch mit“. „Matze klingt noch besser, als Matz“, sag ich, „Ich werde jetzt immer Matze sagen, das gefällt mir noch besser irgendwie, was meinst du?“
„Da musst du ihn schon selber fragen“, sagt Chris zu mir, „und jetzt ab ins Bett, fahr den Rechner runter. Mama holt dich gleich ins Bad zum Waschen und Zähne putzen. Ich fahre jetzt mit Alex nach Bremen, zu Matz und wir kommen morgen erst wieder nach unserem Dienst.“
Na das sind ja vielversprechende Neuigkeiten, mein Bruder hat sich jetzt wohl doch richtig in den Matze verliebt und ich freue mich sehr, für Beide, auch ich mag die Matze echt gern und wenn die zwei fest zusammen kommen, ist das einfach toll.
In den USA haben sie ja viel Zeit zusammen, immer wenn ich in der Klinik sein muss und auch zwischen durch, wenn ich dann auch im Hause bin, werde ich schon dafür sorgen, dass sie Zeit für sich haben. Wie das nach her läuft, wenn Alex nicht mehr bei uns ist, das sehe ich ja dann.
Im Bett spielt meine Fantasie schon mal mit mir: „Robin, der Seefahrer“ und mit dem Steuerrad in den Händen schlafe ich ein, hinein in den nächsten Ferientag, von denen bis jetzt jeder geiler war, als alle Ferien vorher zusammen. Es ist einfach toll im Moment, alles…..

Noah

So echt verliebt zu sein, das ist schon was. Alles ist auf den Schatz fixiert. Man wartet voller Ungeduld, wenn er nicht da ist, freut sich wenn man seine Schritte hört, wenn er reinkommt und seine Lippen sich auf deine legen, wenn dir sein Duft in die Nase steigt und sein warmer Atem über dein Gesicht huscht, wenn er da ist, einfach nur schön.
Enrico ist um zwanzig vor drei vom Arbeiten gekommen. Nach anstrengender Reha mit Rolf in der Klinik habe ich seit halb zwei auf meinem Bett gelegen und bin wohl eingeschlafen, als seine Küsse mich um viertel vor drei wecken. So geweckt zu werden, ist schon toll, einfach schön und ich lege meine Arme um seinen Oberkörper und ziehe ihn runter auf meine Brust, schmuse, rieche und küsse den Jungen, dem mein Herz gehört, mit jeder Faser, ja, ich liebe ihn und das, obwohl wir uns ja noch nicht soo lange kennen.
Er bestimmt meine Gefühle, meine Gedanken, es dreht sich alles um ihn, um uns, um unsere Liebe denn er liebt mich auch, das lässt er mich spüren, sagt es oft und meint es auch ehrlich, das spüre ich jeden Tag mehr.
Seit Tante Lis Geburtstag kennen wir uns jetzt und alles hat sich so gut entwickelt mit uns beiden, wir lieben uns, Mama und Papa mögen meinen Schatz und unterstützen uns und wir sind so froh, dass wir uns gefunden haben. Dass wir jetzt auch noch so viele tolle Freunde haben und immer irgendwas los ist, macht alles nur noch besser.
Schade ist, das wir nicht mit dem Schiff fahren können nach Dresden aber die Reha muss sein und Urlaub mache ich ja dann doch noch, mit Mama und Papa und vor allem mit meinem heiß geliebten Lockenkopf am Gardasee, in seiner Eltern Heimatland, dessen Sprache er perfekt beherrscht. Ich freue mich drauf.
Jetzt wollen Rico und ich ein wenig spazieren gehen, ich mit einem Gehstock an Stelle der beiden Krücken.
Nicht so weit, einmal die Straße rauf und wieder runter, zur Übung und Kräftigung, einfach Gehen üben.
Enrico erzählt von seiner Arbeit heute und dann auch von seinem Küchenchef.
Er sagt aber gleich, dass ich es niemanden erzählen soll und dass er nur vorhat, mit Sergej darüber zu sprechen. Mit Sergej halt auch nur, weil der den Herrn Meinle auch gut kennt und weiß, dass der auch schwul ist. Sergej kann den Herr Meinle gut leiden, das weiß Enrico aus Gesprächen mit Sergej über seinen Chef.
Es ist schon beschissen, wenn man nach fünfzehn Jahren fest stellen muss, das man betrogen wird, wenn alles was man liebt, den Bach runter geht und nichts mehr so ist wie es war und wie man es gern hatte. Ich denke, das ist eine persönliche Katastrophe und das muss man erst mal verdauen. Hoffentlich muss ich eine solche Erfahrung niemals machen.
Wir sind wieder zurück an unserem Haus und es war doch ganz schön anstrengend und das Bein zieht jetzt schon ein bisschen. Mama macht uns auf und sagt: „Kommt rein, ich habe Kakao gemacht für euch und einen Kranzkuchen gebacken. Mögt ihr jetzt Kuchen?“
„Ja gerne“, sagt Rico und auch ich sage: „Toll, Kranzkuchen mit Butter oder Nutella, so fein“, und wir beide gehen hinter Mama in die Küche, wo der Tisch für uns drei schon gedeckt ist. Da kommt Freude auf und wir lassen es uns gut schmecken.

Carl August

Für den Flug am zwei und zwanzigsten habe ich heute alles klar gemacht, auch drüben wissen alle Bescheid, das die Jungs mit Doktor Brunner an diesem Tage ankommen, mit Uhrzeit und das sie abgeholt und zum Haus gebracht werden. Ab dann steht immer ein Auto mit Fahrer und auch Sicherheitspersonal zur Verfügung und nur, wenn die Jungs sagen, das es nicht gebraucht wird, dann wird es abgezogen bis zum nächsten Morgen, dann sind die automatisch wieder da.
New York ist nicht ohne, vor allem, wenn man nicht ortskundig ist. Fremde sollten schon vorsichtig sein in dieser Stadt und nicht einfach irgendwo rum laufen. Wir haben drüben Personal genug, um ausreichend Schutz und einen reibungslosen Transport überall hin zu gewährleisten und genau das werden die Leute drüben tun.
Alle arbeiten gerne bei uns, alle sind krankenversichert und es gibt auch eine Betriebskrankenkasse, in die jeder einen Lohnabhängigen Beitrag einzahlt und die Firma auch, wie es hier bei uns geregelt ist. Auch fließt ein bestimmter Prozentsatz des jährlichen Gewinns in die Krankenkasse, so dass auch Familienangehörige mit versichert werden. Das ist für amerikanische Verhältnisse selten und die Leute sind dankbar und sehr zufrieden mit dem System. Arbeitskräftemangel gibt es in unserer Firma drüben nicht und meist können wir uns die besten Bewerber aussuchen.
Das Haus drüben ist erst im letzten Jahr gründlich renoviert worden, es ist sehr gut eingerichtet und es wird den Jungs und auch dem Doktor an nichts fehlen. Die Bewohner der unteren Wohnung werden alles tun, den Aufenthalt der Besucher aus Deutschland zu unterstützen und spätestens am Abend nach der ersten Nacht drüben wird es ein Willkommens-Barbeque geben, da bin ich mir sicher. Auch um alltägliche Dinge wie Wäsche, Reinigung und wenn gewünscht auch Einkauf werden sie sich kümmern, wenn die Jungs das nicht ausdrücklich selber machen wollen.
Die Besatzung der „August Remmers“, so heißt unser Schiff, das nach meinem Vater benannt ist, wurde informiert und auch was das Bunkern von Proviant angeht, habe ich darauf hingewiesen, das überwiegend Jungvolk an Bord ist und das dieses Nutella und auch Burger und Pommes so wie Spagetti nicht zu vergessen, gekauft und eingelagert werden. Der Kapitän hat gelacht und versprochen, für alles zu sorgen. Die Einzelheiten zur Fahrt werden wir Sonntagmorgen kurz besprechen, wenn die jungen Leute an Bord gehen und ihre Sachen verstauen.
Die Visa Geschichte läuft auch, bis zum Abflug dürfte alles erledigt sein, und die Crew ist ebenfalls informiert über den Trip in die USA.
In Berlin habe ich für Lis und mich, aber auch für Kai und Martin Zimmer gebucht vom sechsten bis achten, bei Martin und Kai mit Option bis zum zehnten, so sie denn Lust haben, sich ein paar Tage ins Hauptstadtgetümmel stürzen zu wollen, was ja bestimmt ganz reizvoll für die beiden wäre, warum auch immer, denk ich. Für die Jungs würde ich das eher nicht wollen, das Getümmel, mein ich.
Eigentlich haben wir alles gut im Griff und es dürfte nichts schiefgehen, was planbar war. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass der kleine Robin alles gut übersteht und er dann auch gesund wird. Doktor Brunner, der mit dem größten Durchblick, was die Krankheit und auch, was Robins Zustand angeht, ist sehr zuversichtlich, was die Erfolgsaussichten des Jungen angeht. Ich wünsche mir sehr, dass er recht behält.

Wolfi

Heute waren Kevin und ich unterwegs und haben Bilder gemacht von Firmen, Anlagen und auch von Touristenattraktionen in und um Bremen und Bremerhaven. Herr Remmers hat mir ein Schreiben mit gegeben, mit dem ich bei der Stadt ein Kleingewerbe angemeldet habe. Das hat die Rechtsabteilung seiner Firma verfasst und nach Zahlung einer Gebühr von Dreißig Euro habe ich einen Gewerbeschein bekommen und bin jetzt offiziell mit einem Kleingewerbe angemeldet.
Kevin meinte, jetzt müsste ich dann auch Autowerbung machen, so als frischer Unternehmer und wir haben beide gelacht. Mal schauen, was so was kostet, so auf der riesigen Heckscheibe des Avant würde das bestimmt gut kommen.
Herr Remmers hat gesagt, wenn wir aus Dresden zurück sind, will mir einer der Firmenanwälte die Geschichte mit der Firma, also meiner jetzt, genauer erklären, damit auch alles gut läuft. Die Steuerfachleute darf ich bei Bedarf auch fragen, was will ich denn noch mehr. Wenn das echt mal klappt, lass ich mir von Robin eine Internet Seite für meine Firma machen, auf der man die dort eingestellten Bilder auch erwerben kann, dann ist die Firma überall auf der Welt, vor allem aber in ganz Deutschland erreichbar und wir, mein Schatz und ich, können dann Bilder überall hin verschicken.
Papa wird staunen, Mama auch, das mir Herr Remmers so unter die Arme greift und sich so um meine Belange kümmert. Nach Dresden soll auch die Ecke mit der ständigen Ausstellung in der Firma angelegt werden, ich muss also bis zum Sonntag noch auf Motivsuche gehen und das auch in Bremen selber.
Als Papa vom Emden hier her versetzt wurde, konnte ich mich mit dem Gedanken in ein völlig anderes, fremdes Umfeld zu kommen, nicht sonderlich anfreunden. Jetzt, nach gerade mal drei Monaten hat sich mein Leben total verändert. Ich habe einen lieben Schatz, viele gute Freunde, jetzt sogar eine eigene kleine Firma für Fotos, ein tolles Auto und nicht zu vergessen, Eltern die meinen Schatz mögen und unsere Liebe akzeptieren.
Das ist alles gerade so perfekt, das man meint, man würde träumen, aber die Küsse meines heiß geliebten Schätzchens lassen mich immer wieder fühlen, das es echt ist und wenn er dann auch noch am Südpol rum knutscht, bis mir die Sicherung durch brennt, dann weiß ich, das alles echt und so wahnsinnig gut ist.
Jetzt geht es am Sonntag los, wir fahren zur See und dann die Elbe hinauf. Das wird bestimmt ein tolles Erlebnis werden, so mit fast allen unseren Freunden. Kevin und ich freuen uns sehr darauf und ich werde versuchen, viele schöne Bilder zu machen während der Reise.
Das Auto lasse ich in der Zeit bei Papa, der kann sein Auto dann in die Werkstatt geben, weil der Zahnriemen erneuert werden muss. Da kann er dann in der Zeit mit dem Audi fahren.
Wenn wir zurück kommen, fahren wir vielleicht noch ein paar Tage mit Mama und Papa weg, weil Kevin ja dann noch eine Woche Urlaub hat. Wohin, das werden Mama und Papa entscheiden und es wird wohl ein Ort in Deutschland sein, wie ich die zwei kenne. Papa braucht eigentlich immer irgendwie ein bisschen Nordsee oder zumindest reichlich Wasser in der Nähe, sonst fehlt ihm was. Kevin und ich lassen uns einfach überraschen, egal wo hin es geht, wenn wir nur zusammen sind, alles andere ist wurscht.
Heute und Morgen bleiben wir bei uns zu Hause und erst Freitagabend fahren wir zu Kevin, so dass er in Ruhe packen kann für unsere See und Flussreise.
Jetzt gehen wir gleich in die Dunkelkammer und entwickeln einige der Bilder, die wir heute Morgen gemacht haben.

Ole

Frank hat sich hingelegt und ist eingeschlafen. Wir waren heute den ganzen Vormittag, bis nach vierzehn Uhr, in Nordenham, bei ihm zuhause und haben sein Zimmer wieder eingeräumt und fertig gemacht. Jetzt ist alles neu und auch den Rechner haben wir angeschlossen. Jetzt, wo alles wieder bewohnbar und OK ist, werden wir auch öfter mal bei ihm zuhause schlafen. Seine Eltern freuen sich, dass wir jetzt wohl auch öfter bei ihnen sind. Am Samstag will Franks Papa einen neuen Hund kaufen und hat uns gefragt, ob wir mitfahren. Da ich mit Martin noch zur Baustelle muss, Herr Knauer kommt auch, fährt Frank allein mit dem Golf nach Nordenham und Martin holt mich dann zuhause ab.
Bis Samstag muss ich dann noch täglich auf die Baustelle und Marvin muss ich das Geld für die Zeit, in der wir nicht da sind, im Voraus geben. Herr Knauer habe ich schon gesagt, das wir zwei Wochen weg sind und das er verstärkt nach dem Rechten gucken muss, gerade jetzt in der Endphase der Arbeiten und ich werde ihm auch die Trinkgeldkasse überlassen, damit er den Leuten in der Woche das schon obligatorische Scheinchen geben kann, wenn die Leistungen OK waren.
Ich habe mit Herrn Knauer vereinbart, dass er die in den nächsten zwölf Tagen anfallenden Rechnungen scannt und mir dann per E-Mail schickt. Das Mac Book nehme ich mit, W-LAN ist an Bord und dann überweise ich halt alles von unterwegs.
Alles war bis jetzt sehr in Ordnung am Bau, es wurde sehr ordentlich gearbeitet und das liegt zum Teil eben auch an dem pünktlichen Bezahlen der Rechnungen und den doch recht ordentlichen Trinkgeldzahlungen, weil die Motivation schon gut ist. Ein Bauarbeiter, der hier regelmäßig in den letzten Wochen gearbeitet hat, konnte mit ein bisschen Glück um die neunhundert bis tausend Euro Trinkgeld machen, cash, netto versteht sich. Wenn das keine Motivation zum sauberen Arbeiten ist, was dann?
Jeromes Papa hat einfach voll den Durchblick und er ist niemand, der knausert und geizig ist. „Bezahle ordentlich, dann bekommst du auch gute Arbeit“, sagt er immer wieder und das hat sich hier bestätigt. Ich hoffe, von Carl August noch einiges lernen zu können in den nächsten Jahren und meine Zukunft wird wohl immer eng mit dem Hause Remmers, mit Carl August, Jerome und Sergej, verknüpft sein und das gefällt mir durchweg gut und lässt mich gern nach vorn schauen.
Ich freue mich auf die WG, das Zusammenleben mit Frank und den Freunden, die wir sehr mögen. Es wird bestimmt eine tolle Zeit, unser Studium und unsere Zukunft ist bereits jetzt ziemlich in trockenen Tüchern, sag ich mal.
Mit Marvin und Marie entwickelt sich auch alles bestens. Da Marvin erst im September Urlaub hat, fahren die beiden nicht mit uns nach Dresden. Marie hätte zwar gekonnt, will aber verständlicher Weise lieber zuhause und damit bei Marvin bleiben, der wohl am Samstag zum ersten Mal über Nacht bleiben soll.
Ich bin immer noch nicht über Heiners Art und Weise, wie er Marie abserviert hat, hinweg. Als ich ihn darauf ansprechen wollte, hat er gemeint, das wäre seine Sache und er sieht auch keinen Grund, sich mit mir darüber auseinander zu setzen und dann ist er zu seiner neuen Tusse gegangen, die ja mit Marvin auch so erbärmlich per SMS Schluss gemacht hat. Das sind dann die Superheten, die auch noch über Schwule lästern oder schlecht reden……Idioten. Im Nachhinein wird wohl Marvin für Marie deutlich besser sein und sie für ihn, finde ich und wir werden ja sehen, wie sich alles entwickelt.
Franks Krankenschein endet am Freitag, zeitgleich mit dem Ende der Zivildienstzeit, das passt doch. Sachen hat er keine mehr im Wohnheim, er muss aber morgen, am Freitag kurz hin, Schlüssel abgeben und sich verabschieden. Mutsch backt ihm einen Schwarzwälder, den kann er dann mit dorthin nehmen zum Kaffeetrinken mit den Kollegen.
Samstag auf dem Bau, wollen Herr Knauer und ich auch Jerome dabei haben, um letzte Dinge zu besprechen. Zum letzten Werktag des Monats, dem dreißigsten Juli, soll dann die Übergabe stattfinden mit vorher gehender Endabnahme, so ist dann mal der Plan.
Samstags werden wir dann eine Eröffnungsparty vorbereiten, die in Form eines Brunch am Sonntag ab elf Uhr für alle Freunde und deren Familien stattfinden soll, damit alle sehen können, wo und wie wir während des Studiums wohnen werden.
Ab Montag danach beginnt dann unser Einzug und ab Donnerstag, den fünften August, beginnt es dann an der Uni. Das alles so reibungslos geklappt hat, ist schon super und alles wird sehr toll werden. Die Bäume fehlen allerdings noch und werden wahrscheinlich erst im Herbst gepflanzt. Der Pool soll bis Ende des Monats fertig sein, das hat Herr Stiefel versprochen.
Frank und ich wollen auch noch einmal nach Nordenham zu seinen Eltern, bevor es auf die Reise geht, das haben wir versprochen und werden wohl am Freitagnachmittag noch mal rüber düsen. Jos alter, aber noch gut intakter Golf schenkt uns natürlich ein großes Maß an Mobilität und so müssen wir auch niemanden fragen, ob wir mal das Auto haben können. Später werde ich mal mit den zwei Seeleuten skypen, hören wo sie denn jetzt heute gerade rum schippern. Momentan überweise ich noch offene Rechnungen, drucke die Kontoauszüge aus und werde dann mal schauen, ob Jo und Jo denn online sind.
Genau vierzehn Tage sind sie jetzt auf See und bis her ist Joachim noch nicht seekrank geworden, hat Jo geschrieben gestern. Wir schreiben täglich und sehen uns oft auch über Skype und sie sind über das meiste, das hier geschieht, immer auf dem neusten Stand. Sie dürften in etwa zwei Drittel der Strecke von Fernost nach Suez zurück gelegt haben und sich mitten auf dem großen Ozean befinden.
Von der zur Zeit laufenden Fußball WM in Südafrika haben wir alle nicht so viel mitbekommen, es war aber auch so genug los und wenn so viele frisch verliebte sich lieber mit ihrem Partner und ihren Freunden beschäftigen, dann ist auch eine WM nicht so interessant wie sonst vielleicht. Am Samstag spielt jetzt im Viertelfinale Deutschland um sechs zehn Uhr gegen Argentinien und das werden wir wohl dann auf Jeromes großer Leinwand gucken, nehme ich an. Sollte Deutschland gewinnen, ist das Halbfinale am siebten Juli, das ist der Mittwoch, mal sehen, wo wir dann genau sind.
Jetzt geht mein Handy und auf dem Display sehe ich, dass es Dirk ist, der da anruft.

Kevin

WOW, das war und ist mal ein interessanter Tag heute. Heute Morgen sind wir bei Zeiten los mit dem neuen Auto, waren in Bremen in einigen Industriegebieten und auch im Hafen und Schatz hat Bilder gemacht von Anlagen und auch von Schiffen und Kränen. Dann waren wir im Rathaus, wo Wolfi auf Anraten von Jeromes Papa ein Gewerbe angemeldet hat. Mein Wölfchen ist jetzt Unternehmer in seinem “Ein Mann Unternehmen“, mit dem Zweck der Herstellung und des Vertriebs von Fotobildern oder so und ich kann jetzt sagen, mein Freund ist Unternehmer…kicher, das ist doch obercool, oder?
In Bremerhaven haben wir dann nach dem Mittagessen bei seiner Mama auch noch diverse Bilder gemacht, alles im Hinblick auf die Lieferung für den Wirtschaftssenator.
Jetzt sind wir runter in den Keller, in die Dunkelkammer, das ist kein privater Darkroom. Nein, da werden die Bilder entwickelt, vergrößert und so bearbeitet, wie Wolfi es gern hätte. Bis DIN A 3 kann er noch über einen Drucker machen, was größer werden soll, geht mit einem anderen Gerät und dann mit Flüssigkeiten zum entwickeln und fixieren, nach dem der Papierbogen belichtet worden ist. Von den Einnahmen des Ministeriums will Wolfi einen DIN A 2 Fotodrucker erwerben, der kostet locker zwölf hundert Euro.
Ich schaue meinem Schatz bei der Arbeit zu und lausche seinen Erklärungen. Es ist nicht so schwer, wie ich angenommen habe und wenn ich es ein paar Mal gesehen habe, werde ich ihm dabei zur Hand gehen können.
Es ist jetzt mehr als nur noch Hobby, jetzt, nach dem wir gemerkt haben, das es Interessenten für diese Art Bilder aus der Region gibt und das man bereit ist, auch dafür zu zahlen. Das erspart meinem Schatz die Suche nach einem Nebenjob mit einem eher bescheidenen Stundenlohn und verschafft uns mehr Zeit für einander.
Seine Eltern sind auch froh, werden wir doch des Öfteren hier im Haus bei ihnen sein, um Bilder zu entwickeln und auf zu ziehen oder in Rahmen zu machen, das wird in der WG so nicht gehen, aber das funktioniert ja dann so auch. Seine Eltern sind schon erstaunt, dass ihr Sohn so tatkräftige Unterstützung im Hause Remmers gefunden hat und dass alles so prima läuft für uns.
So, jetzt hängen etwa fünfzehn Bilder auf der Leine zum trocknen und wir werden jetzt hoch gehen und gemeinsam zu Abend essen und später oben gibt es dann noch ein bisschen erotischen Nachtisch, vielleicht auch mit „Wolfi wird Kevin poppen“ und so, mal sehen, was mein Schnuckel möchte..

Mike

Dirk und ich haben uns gestern doch noch kurzfristig entschlossen, mit den anderen nach Dresden zu fahren. Dirks Eltern fahren jetzt im Sommer nicht in Urlaub, weil sie demnächst in eine andere Wohnung ziehen müssen. Der jetzige Vermieter, der unten im Haus wohnt, hat für den dreißigsten September wegen Eigenbedarf gekündigt, weil seine Tochter heiratet und dann dort einziehen will.
Jetzt suchen Dirks Eltern eine neue Wohnung. Ich habe seiner Mutter gesagt, das Jeromes Familie einiges an Wohnungen besitzt und das wir ja mal fragen können, ob und was vielleicht frei ist oder wird. Sie hat dann gesagt, wir könnten ja mal mit Jerome sprechen über die Sache. Meine Eltern waren nicht so begeistert, dass wir jetzt doch mit fahren, sie hätten uns auch gern dabei gehabt aber sie haben dann doch akzeptiert, dass wir mit unseren Freunden fahren wollen. Die haben sich gefreut, dass wir jetzt doch mit fahren und wir freuen uns auch drauf.
Papa hat von Ole ja den Auftrag bekommen, in der WG und auch außen zu verputzen und das Gebäude auch farblich zu gestalten und zurzeit werden die letzten Arbeiten gerade begonnen. Das Ole das gemacht hat, ist toll und Papa und auch ich haben uns sehr gefreut, dass wir bei der Vergabe der Arbeiten berücksichtigt wurden.
Dirk gefällt es gar nicht, das sie umziehen müssen, sie wohnten schon da, als er geboren wurde und vor allem weiß ja auch noch keiner, wohin es letztlich geht. „Nach her landen wir am anderen Ende der Stadt, oder in Nordenham oder bei Torsten in Beverstedt, das stinkt mir gewaltig und ich habe keinen Bock auf so einen Scheiß“, sagt er. „Wir reden mit Jerome oder besser noch mit seiner Oma, die hat einige Wohnungen hier in der Stadt, da wo die Zwillinge wohnen, in der Gegend, das liegt doch gut und würde passen“, sag ich, „Ich frag meine Mama, ob ich mal das Auto haben kann, dann fahren wir hin, weil Morgen reist die Oma mit der Tante nach Borkum und kommt erst am fünften August zurück.“
Mama gibt mir den Wagen, einen Golf, ich rufe Jerome an und sage, was los ist und das ich gern mit Dirk zusammen mit ihm und der Oma reden möchte, wenn das geht. „Ich geh mal rüber, frag sie und melde mich dann wieder“, sagt Jerome und legt auf. Wir warten, liegen auf dem Teppich vor der Couch und schmusen ein bisschen. Es dauert gerade mal fünf Minuten, da meldet sich Jerome wieder und sagt, dass wir in einer halben Stunde bei der Oma sein sollen. Wir ziehen uns jeder eine vernünftige Jeans an und gehen dann runter und ich hole den Wagen aus der Garage. Ich muss mal mit Papa reden, ob nicht ein kleiner Gebrauchtwagen drin ist für mich, den kann man ja über die Firma laufen lassen.
Ich sage Mama, dass wir zu Remmers fahren und dann machen wir los und sind etwas vor der Zeit dort. Jeromes Mama macht uns auf und schickt uns hoch in Jeromes Bereich, wo wir ihn und Sergej beim Chillen auf der Couch antreffen.
Dirk erzählt kurz, um was es genau geht und dann gehen wir zu viert zur Oma. Die beiden Damen freuen sich sehr, dass wir kommen und Jerome erzählt Oma und Tante Frieda, was uns her geführt hat.
„Da muss ich mal Hinnerk seine Dörte anrufen“, sagt die Oma, „die hat ja erst vor kurzem dem Wolfi seinem Freund eine meiner Wohnungen vermietet. Da war glaub ich noch was am frei werden.“ Sie ruft an und fragt dann nach freien oder bald freien Wohnungen hier in Bremerhaven und die Frau am anderen Ende der Leitung, will mal sofort nachschauen und dann eine E-Mail an die Oma schicken mit allem, was frei ist oder wird. „Sie können auch mal bei den Enkeln schauen, ob da was ist, aber es sollte in Bremerhaven sein“, sagt die Oma und legt auf.
Die Tante hat jetzt einen Laptop, einen Mac, geholt und nimmt den in Betrieb. „Hast du den Drucker eingeschaltet, Frieda?“, fragt die Oma. „Ja, Gesine, das müsste jetzt so gehen“, antwortet sie und zu uns sagt sie: „Das haben wir neu, so ganz ohne Kabel, wie das geht wissen wir auch nicht, aber es klappt tatsächlich. Carl August hat das von Kevins Onkel mitgebracht.“
Zwanzig Minuten später ist die E-Mail da und Frieda lässt die Mail ausdrucken, gleich dreimal und wir gucken jetzt zusammen, was da so aufgelistet ist. In dem Stadtbereich, in dem die Zwillinge und auch der Volker mit seiner Freundin wohnen, ist eine Drei Zimmer Wohnung und eine mit Vier Zimmern. Die mit den Drei Zimmern wird zum ein und dreißigsten August frei, die mit Vier Zimmern hat neunzig Quadratmeter, ist im Erdgeschoss und ist frei und wurde erst kürzlich renoviert übergeben. Allerdings gibt es schon drei Bewerber für diese Wohnung und am Samstag ist der Besichtigungstermin.
„Vier Zimmer wären schon gut, dann könnte Mama dort ein Nähzimmer machen und zuhause arbeiten, das wäre bestimmt gut für uns alle“, sagt Dirk und greift zum Handy, Kaltmiete, Nebenkostenabschlag und Kaution stehen in der E-Mail und er gibt die Daten der beiden Wohnungen an seine Mutter durch und verspricht, die E-Mail mit zu bringen.
Oma sagt: „Der Ole, der war schon mal bei der Dörte, der kann ja morgen dort vorbei fahren und mit der Dörte auch einen Besichtigungstermin für Samstag machen für deine Eltern, dann schaut ihr es euch an und wenn euch die Wohnung gefällt, dann bekommt ihr sie natürlich und erst dann reden wir über Geld. Unsere Freunde werden bevorzugt bei der Vergabe und kriegen Prozente, die hat der Freund von Wolfi auch bekommen, das könnt ihr deinen Eltern sagen“, sagt sie zu Dirk.
Das ist ja wieder mal super gelaufen, wir werden dann nach her gleich mit Ole telefonieren oder besser, noch hinfahren, vielleicht klappt es ja noch, das er einen Termin für die Vier Zimmer Wohnung für Dirks Eltern macht zwecks Wohnungsbesichtigung, wir sind ja dann nicht da, die Tage ab Sonntag wird das ja wohl nicht mehr klappen.
Wir bedanken uns und gehen mit Jerome und Sergej wieder rüber.

Dirk

Nach dem Hoffnung machenden Besuch bei der Oma von Jerome rufe ich jetzt Ole an und schildere im die Lage. Er verspricht mir, Morgenfrüh diese Frau gleich anzurufen und wenn nötig, bei ihr vorbei zu fahren, wenn er zur Baustelle fährt. Den Termin für Samstag will er mir dann gleich mitteilen. Wenn das jetzt klappt mit dieser Wohnung, das wäre ja echt geil. Hoffentlich gefällt sie Mama und Papa, das mit dem vierten Zimmer ist ja schon mal gut.
Umziehen, nach so vielen Jahren, das ist schon ein Schritt, der nicht so leicht fällt. Auf der anderen Seite ist es auch ein Neubeginn mit all den positiven Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Die Entfernung zu Mike ist nicht so groß und auch die Schule brauch ich nicht zu wechseln. Unter uns wird niemand mehr wohnen, wir, Mike und ich, müssen jetzt nicht mehr gerade so viel Rücksicht nehmen, das die unter uns nichts hören, wenn wir mit einander beschäftigt sind, uns lieb haben und dabei stöhnen.
Papa hatte immer Angst, der Vermieter könnte merken, dass ich schwul bin und dass wir deshalb dann Schwierigkeiten bekommen würden. Meist sind wir dann lieber zu Mike gegangen oder auch bei Remmers war das alles anders. Es ist schon gut, wenn man sich beim Sex ein bisschen gehen lassen kann.
Um achtzehn Uhr dreißig fahren wir zu Dirk nach Hause und berichten von unserer Mission. Papa, der immer eher der Zurückhaltende ist, sagt: „Wenn ich das lese hier, dann ist es unterm Strich nicht so viel teurer wie hier, wir haben ein Zimmer mehr, Mama kann zuhause arbeiten und auch die Lage ist ganz gut.
Ich denke, wenn wir sie wollen, dann wird diese Frau Remmers uns die auch geben. Wir gehen hin am Samstag und wenn es uns gefällt, holen wir die Wohnung. Das habt ihr beiden gut hingekriegt, zur Belohnung gehen wir jetzt essen und ihr dürft bestimmen, aber bitte nicht Mac Donalds und Co.“ Na, das ist doch mal was.

Ole

Morgenfrüh rufe ich gleich bei der Maklerin an und mache für Samstags für Dirk und seine Familie einen Besichtigungstermin ab. Das bietet sich an, da ja bereits drei Besichtigungen geplant sind, dann kann man ja die vierte hinten dran hängen.
Oma Remmers wird ihnen die Wohnung geben, wenn sie den Schneiders gefällt und ich gehe mal davon aus, das sie auch die Miete etwas nach unten korrigiert, so als Freundschaftsbonus, weil sie ja Dirk jetzt auch schon gut kennt und ihn, wie all die anderen jungen Leute gut leiden kann, ja man kann schon sagen, die beiden älteren Damen haben alle gern, die zu unserem Kreis gehören.
Mama erzählt oft, dass sie sich freuen, wenn sich alle hier treffen und sie von so viel Jungvolk umgeben sind. Sie sind schon sehr umgänglich, die Damen und nehmen regen Anteil an allem, helfen wann immer es gefordert ist und Paul, Paul liebt die zwei mittlerweile so, als wenn es seine Omas wären. Wünsche lesen sie ihm oft von den Augen ab, wissen was Paul gern isst und trinkt. Sein Zimmer betreten sie nur nach Aufforderung und sie behandeln ihn wie einen eigenen Enkel. „Ich bin so froh“, sagte Paul neulich zu mir, „das ich auf dich gehört habe Ole, hier her zu Remmers gegangen bin und auch das du jetzt mein Freund bist. Alles Gute hier verdanke ich dir und deinen Freunden, die ja jetzt auch meine sind. Seit ich jetzt noch Rolf habe, ist alles perfekt und ich bin seit langer Zeit endlich mal wieder glücklich.“
„Das freut mich sehr, Paul“, hab ich gesagt, „nach der ganzen Scheiße hast du es auch verdient, mal wieder glücklich zu sein. Mach was draus, du kannst das.“
Seinem Bruder Ulli geht es jetzt auch wieder gut und er wohnt jetzt bei seiner Freundin. „Wir können mal hinfahren, alle zusammen und griechisch essen gehen in ihrem Lokal“, sagt Paul und ich nehme mir vor, das mit Jerome zu bereden, das ist doch mal was anderes, griechisch.
Paul, der ja auch nicht mit nach Dresden fährt, bleibt wohl bei Rolf in der Zeit, weil ja ab Dienstag nächster Woche gar keiner mehr da ist und das Haus über einen Sicherheitsdienst überwacht wird. Erst wenn Kai und Martin dann wir wieder zurück sind, kann Paul mit Rolf wieder in sein Zimmer und da die Oma dann nicht da ist, haben die beiden sturmfreie Bude.
Ich bin jetzt unten in der Küche, bei Mutsch, die das Abendbrot vorbereitet und ich geh ihr ein wenig zur Hand. Wenn alles fertig ist, werde ich Frank wecken und auch Marie rufen, die in ihrem Zimmer ist.

Chris

In unserer Pause haben wir in der Cafeteria jeder ein belegtes Brötchen und einen Kaffee to Go geholt und haben uns zu Matz ins Auto gesetzt, da konnten wir wenigstens ein bisschen küssen zwischen den Essen. „Möchtest du denn heute Nacht mal bei mir im Zimmer schlafen?“, frag ich ihn, „Mein Bett ist auch groß genug, weil Robin oft dort geschlafen hat, als er noch jünger war.“
Zu meiner Freude sagt er: „Ja, gerne! Ich muss aber vorher noch schnell nach Hause, die Koi`s müssen gefüttert werden und ich muss dann auch die Alarmanlage umstellen, wenn ich bis morgen Mittag weg bin. Besser wäre es, wenn wir Robin holen würden und bis zum Dunkel werden bei uns bleiben und dann nach einschalten der Anlage zu Euch fahren, geht das auch? Robin kann ja dann die Karpfen füttern, das macht ihm doch große Freude.“
„Ja, das geht auch“, sag ich, „so können wir es auch machen.“ Ich will einfach mit ihm zusammen sein, immer, wenn es irgendwie geht. Ich bin jetzt froh, dass ich mich auf ihn eingelassen habe, es fühlt sich gut an, dass er mich mag und auf mich abfährt. Ich mag ihn auch sehr, wollte mir das wohl anfangs nicht so eingestehen aber seit gestern ist es so, dass ich ihn bei mir haben will. Das ist etwas, das ich so vorher noch nicht gefühlt habe. Es macht mir aber keine Angst, sondern erfüllt mich mit Energie, Freude und Verlangen, die Nacht mit ihm Po an Po, das wirkt in mir wie ein Turbo. Plötzlich ist auch noch genügend Platz für ihn in meinem Herzen.
Robin ist etwas nach links gerückt, hat Platz gemacht für Matz, den er ja auch sehr mag und den er so gern an meiner Seite sehen würde. Ich glaube, wir werden ihn nicht enttäuschen.
„Ich kann dann auch schon Sachen für die Schiffstour raus suchen und gucken, ob ich noch was waschen oder vielleicht sogar noch Shoppen muss“, sagt er und lacht.
Dann ist die Pause um und wir müssen uns wieder trennen und was schaffen gehen. Nach der Schicht wollen wir uns dieses Mal gleich am Auto treffen und dann zuerst mal zu uns fahren. Robin wird schon sehnsüchtig warten, er ist so empfänglich für jede Abwechslung, freut sich über jede Kleinigkeit. Er lebt immer im „Hier und Heute“, ist froh und gut gelaunt und selten ungeduldig. Mein kleiner Bruder mit seinem Herzen, das zwar real nicht so gut ist, aber gefühlt soo groß ist, das er andere immer an seiner Freude teil haben lässt. Man muss ihn einfach mögen und ich, ich liebe ihn, ganz doll.

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1 Kommentar

  1. Wow, ein Teil mit kleineren und größeren Überraschungen, sehr gelungen. Eine weitere neue, junge Beziehung, die wächst und gedeiht, rundet diese schöne Fortsetzung ab. Daumen hoch 👍

    LG Andi

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