Traumschiff – Teil 79

Unterwegs…….Dresden…….Erinnerungen……..Verwandtschaft…….

Kevin

Nach dem Lis und Carl August den Ablauf der nächsten beiden Tage mit uns besprochen haben, gehen wir runter, zuerst zu Kai, dann später in mein Zimmer. Wolfi holt mich hinter der Türe gleich fest in den Arm, küsst und streichelt mich. Seine Wärme und seine

Fürsorge tut mir gut und ich durchschaue seine Absicht, mich ein bisschen abzulenken, erst als er meinen Po knetet und seine Küsse immer heißer werden. Mein bester Schatz will mich aufmuntern, froh machen, mit und an mir rumspielen und mir schöne und heiße Gefühle machen.
Dafür bin ich bei ihm ja immer sehr empfänglich und so prüfe ich durch fühlen an seiner Hose und spüre seinen Steifen durch den dünnen Stoff der Shorts. Leise stöhnt er auf, als meine Hand in seine Hose fährt und das Objekt der Begierde umfasst und zu reiben beginnt. Er hat einfach einen tollen Schwanz, mit dem ich sehr zufrieden bin. Wen er mich damit aufspießt, meinen Po besucht, dann ist das irre gut und das will ich jetzt.
„Bad, spülen, ficken…..du mich“, nuschle ich an sein Ohr und mit einem: „Gerne doch“, schiebt er mich zum Bad und beginnt dort, sich und mich auszuziehen, was, wetterbedingt eine Sache von Sekunden ist, bis zwei Shirts, zwei Shorts und zwei Unterhosen auf dem Boden liegen. Steil ragt die Lust empor, schieben sich zwei Eicheln geil aus der sie sonst bedeckenden Vorhaut, die wir jetzt, jeder beim anderen, zur weiteren Einstimmung hin und her schieben, bis erste geile Nässe austritt vorn an der Spitze.
Kristall klare Lusttropfen erscheinen, leises Stöhnen begleitet das Verreiben der Tropfen mit dem Daumen über die Eichel, so geil ist das und wir nehmen uns viel Zeit, um das auszukosten, dieses tolle Gefühl, dem wohl noch weitere folgen werden.
Schließlich dreht Wolfi das Wasser auf und schiebt mich unter die warmen Strahlen, folgt mir und umfasst mich von hinten und drückt sich an mich. Wir beginnen uns zu waschen und damit es später nicht so schnell vorbei ist, waschen wir uns gegenseitig so, dass der erste Schuss los geht und wir lustvoll stöhnend abspritzen.
Nach dem wir gewaschen sind, spülen wir beide unseren Po und trocknen uns dann ab. Mit den Kleidern auf dem Arm und einem Handtuch um die Hüften suchen wir mein Zimmer auf und ich sperre hinter mir die Türe zu.
Auf dem Bett fängt Wolfi an, mich mit viel Gefühl zu blasen und meine Rute wächst rasant wieder an, füllt sich mit Blut und auch Feuchte ist schnell wieder an der Speerspitze. Ich dreh mich so, dass ich ihn auch mit Mund und Zunge verwöhnen kann und tu es dann auch sehr gründlich, wie mir sein Stöhnen sagt. Wir saugen, spielen mit den Eiern und lecken am Schaft rauf und runter. Als ich vor Geilheit brenne, richte ich mich auf, hole Gummi und Gel aus der Schublade und rolle Schatzis Schwanz mit dem Gummi ein. In auf den Rücken drehen und dann seinen Pimmel mit Gel ein zu schmieren, ist gleich gemacht und nach dem auch mein Po eine Portion Flutschi ab bekommen hat, sitze ich auf, schiebe mir sein Horn langsam in den Po. Das ist immer aufs Neue leicht ziehend und dieser süße Schmerz, der ist einfach nur gut, wenn man langsam und gefühlvoll auf der feuchten und heißen Stange nach unten gleitet.
Nach kurzer Eingewöhnung fange ich an, zu reiten, erst verhalten, dann reite ich mir allen Frust mit langen Stößen von der Seele und fühle nur noch ihn und mich in einem rasant anwachsenden Taumel aus Lust und Geilheit, gepaart mit viel Liebe. Diese Mischung führt uns auf einen wahnsinnigen Höhepunkt zu, der uns fast zeitgleich überrollt und gemeinsam in den siebten Himmel fliegen lässt…galaktisch.
Wild atmend, liege ich auf seinem vom Samen nassen Bauch, auch er atmet schnell und sein Herz pocht unter mir in seiner Brust. Ein ganz intimer Moment ist das, wenn es langsam ausklingt, nach dem man alles gegeben hat um mit seinem Schatz glücklich zu sein. Wohlige Erschöpfung will sich in mir breit machen, aber seine Hände, die gerade wieder meinen Po kneten und meine Glocken kraulen, sagen mir deutlich, das zwar jetzt Pause ist, aber wohl noch ein Durchgang mit dann auch umgekehrten Positionen von meinem Wolfi gewünscht ist. Mal ehrlich, wer kann sich einem solchen Wunsch entziehen…ich jedenfalls nicht, dafür ist es viel zu geil.

Ole

Nach dem die Sonne nun langsam untergegangen ist, brennen an Deck nur die Positionslichter, rot an Backbord, das ist die linke Schiffsseite und grün an Steuerbord, also rechts. Wir sind jetzt alle in der Messe beim Essen, Spagetti Bolognese mit Salat und Weißbrotstücken und zwei Flaschen Rotwein stehen auch auf dem Tisch. Die Stimmung ist gut und das Gespräch dreht sich um die Party, die wir nach Rückkehr nach Bremerhaven feiern wollen.
Achtzehn Jahre, Volljährig, werde ich am nächsten Dienstag und ich muss gerade an Papa denken, der uns ja nun schon drei Jahre fehlt und den ich wohl noch so oft gebraucht hätte, Mutsch und Marie fehlt er natürlich auch.
Oft habe ich darüber nach gedacht, was Papa wohl zu meinem Schwul sein gesagt hätte und ob er Frank so mögen würde, wie Mutsch und Marie es tun, Fragen, auf die es keine Antwort mehr gibt.
„So tief in Gedanken?“, fragt mein Schatz, der zu meiner Linken sitzt und jetzt über den nackten Teil meines Oberschenkel streicht. Das macht mir eine Gänsehaut und mich auch ein bisschen an. In den letzten zwei Tagen und Nächten ist es nur heute Morgen zu größere Zärtlichkeiten gekommen, ich nehme mir fest vor, ihm heute Nacht aufs Neue zu zeigen, wie lieb ich ihn habe und wie verrückt ich nach ihm bin. Ich dreh mein Gesicht zu ihm und will ihn küssen. Er kommt mit entgegen und drückt seine Lippen kurz auf meine.
„Doch nicht schon hier am Tisch“, kommt es von Torsten, der mit Sigrid schräg gegenüber sitzt.“Nur kein Neid“, kontert Frank und küsst mich noch mal, dann essen wir weiter. Später, in der Koje, ohne lästige Zuschauer, geht es dann weiter. Da fallen mir ganz spontan ein paar nette Sachen ein, die wir miteinander machen können und werden. Ich glaube, dass Torsten mittlerweile auch den Unterschied kennt zwischen Puppenfick für Notgeile und Sex mit Liebe und einem realen, warmen und weichen Gegenstück, das wesentlich andere Möglichkeiten bietet, als eine Natalie. Sie sind wohl jetzt auch fest zusammen, die Sigrid und der Furzknoten.
Unserem kleinen Herzbuben scheint es auch gut zu gehen und das Leben hier auf dem Schiff, das hat er wohl nicht auf der Liste der möglichen Ferienaktionen gehabt und Chris wohl auch nicht. Dass es so gekommen ist, und dann auch noch mit Matze, das ist schon toll für die drei und sie strahlen fast immer. Jetzt ist es für jeden offensichtlich, dass es die zwei auch richtig erwischt hat, das sie verliebt sind ineinander und der Trip mit dem Schiff wird ihr Kennenlernen beschleunigen, vor allem, weil sie nachts alleine sind, Robin bei Boris gut versorgt ist und Chris und Matze echt Zeit haben, sich an einander zu gewöhnen, sich gegenseitig erkunden, vorhandene Hemmungen abbauen können. Ihre Liebe wird wachsen oder sie werden vielleicht auch schnell merken, ob sie wirklich zusammen passen aber ich glaube, dass sie gerade das schon jeder für sich festgestellt haben.
Robin jedenfalls freut sich für seinen Bruder aber auch für Matze, den er wohl schon von Anfang an sehr gern hatte.
Robin ist schon einer, geprägt von seiner Kindheit mit viel Klinik, Angst und wohl auch Schmerzen. Daran ist er wohl gewachsen und was ihm körperlich fehlt, das gleicht sein großes Herz und sein überdurchschnittlicher Verstand bei weitem wieder aus. Alle drücken ihm die Daumen, das es klappt drüben in den USA, das er gesund wird und dann so wie wir unbeschwert am Leben teilhaben kann, ohne Angst sein Herz könnte einfach stehen bleiben.
Das Essen war lecker und die Frauen fangen an, mit den Mädels zusammen abzuräumen und klar Schiff zu machen. Danach wollen wir wieder in Gruppen zusammen etwas spielen. Morgen spielt in Südafrika Uruguay gegen die Niederlande und am Mittwoch dann Deutschland gegen die Mannschaft aus Spanien. Das Spiel werden wir wohl ansehen, denk ich und Boris möchte Morgen auch das Spiel der Holländer sehen, mal schauen, wer da noch mit gucken will. Robin wird ihm bestimmt Gesellschaft leisten und Marianne sicher auch. Das Sonnenbaden und das Betrachten der vorbeiziehenden Landschaft rechts und links und auch die Begegnungen mit anderen Schiffen haben so gut wie keine Langweile aufkommen lassen und die Gespräche untereinander, vor allem die mit den neu hinzu gekommenen Freunden, bringen uns einander näher. Man erfährt vieles und gibt selber auch Dinge über sich preis und lernt so den Gegenüber schnell besser kennen. Nach dem zweiten Tag an Bord sind wir schon viel vertrauter miteinander.
Tom und Micha haben mich vorhin, leicht rot im Gesicht, gefragt, ob man in der Nachbarkabine hören kann, wenn es nebenan zur Sache geht. Sie haben vorne links die letzte Kabine und neben ihnen, nach achtern zu liegen Matze und Chris. Gegenüber Jerome und Sergej und dann Frank und ich. “Wenn also einer was hören sollte“, sag ich, „dann wird das wohl keinen Protest auslösen, sondern wohl eher das Kopfkino anwerfen, mit dem Ergebnis, das bald noch zwei oder mehr Leute stöhnen, weil es zur Sache geht. Also poppt ruhig, wenn euch danach ist, es wird sich niemand drüber aufregen.“ Jetzt strahlen beide, ich nehme stark an, dass es der Vorfreude geschuldet ist. Und ich grinse ein bisschen. „Habt ihr denn heute Morgen was gehört von Frank und mir?“, frag ich die beiden. „Nee, nichts. Habt ihr echt heute Morgen schon…“, fragt Micha und der Rotton wird noch tiefer. „Zweimal“, sag ich, auch um ihnen die Hemmungen zu nehmen. „Einmal ich Frank und dann er mich, vor dem Frühstück, so als Morgengymnastik.“ „OK“, sagt Tom, „gut zu wissen. Dann schauen wir später mal, was geht, gell, mein Schatz.“ Dann küsst er seinen Micha. Die zwei passen auch gut zueinander und sich nach so viel Jahren Freundschaft in einander zu verlieben, das stell ich mir nicht so einfach vor. Wenn ich da an mich und Armin denke, dann reicht meine Vorstellungskraft nicht aus, uns als mögliches Liebespaar zu sehen, wenn er denn schwul gewesen wäre.
Aber das muss es ja auch nicht, ich habe ja meinen Goldschatz schon gefunden und den behalte ich jetzt einfach. Der ist lieb, sieht gut aus, macht mich froh und Mutsch und Marie mögen ihn auch schon sehr. Das ist alles so toll gelaufen mit uns beiden und wenn da die Scheiße mit seinem bekloppten Ex nicht gewesen wäre……aber das ist ja jetzt auch vorbei und es geht nur noch besser.
Morgen, in Dresden, lernen wir ja dann auch den Rest von Sergejs Familie kennen und ich bin echt gespannt darauf, sie in Natura zu sehen. Über Skype habe ich ja schon mit seiner Mama gesprochen, sie scheint voll nett zu sein und auch der Rest der Familie ist sehr nett, hat Jerome gesagt.
Jetzt werden die Spiele geholt und Frank und ich wollen mit Sigrid, Torsten, Matze und Chris SkipBo spielen. Torsten mischt und gibt die Karten aus, Chris fragt nochmal nach den Spielregeln und Frank fasst die kurz zusammen, dann geht es los. Sergej und Micha bringen allen was zum Trinken, nachdem sie vorher gefragt haben, wer was will.
Robin, Boris, die zwei Frauen und Martin spielen mit dem Würfelbecher Pasch mit Aufschreiben, Dirk, Mike und Paolo mit Natascha, sowie Tom und Micha haben beschlossen, Romme´zu spielen. Sergej, Jerome und Martin sitzen mit dem Laptop abseits und planen bereits für die Party.
Das Schiff macht immer noch Fahrt, wenn auch wohl etwas langsamer in der Abenddämmerung, als bei Tageslicht. Morgen um diese Zeit fahren wir schon wieder Elbe abwärts bis Magdeburg und dann durch den Kanal an Mittwoch bis nach Berlin.

Jerome

Mit Schatz und auch mit Martin, den ich von seinem Würfelspiel weg geholt habe, sitze ich abseits der spielenden Schar und wir suchen einen Catering Service, der uns zum Partyzeitpunkt beliefern kann. Dabei reden wir auch darüber was wir dann essen wollen. Sergej fragt mich, ob nicht das Hilton etwas zu Essen machen könnte und der Herr Meinle könnte das ja dann anliefern, vielleicht mit Enrico und er könnte doch dann auch bleiben. „Dann laden wir den Doktor auch noch ein“, meint mein Schatz und grinst frech. „Gute Idee“, sag ich und gebe ihm einen Kuss.
„Papa könnte ich“, fahre ich fort,“ nein werde ich, mit den nötigen Informationen zu allem, was den Markus Meinle und den Doktor Alex angeht, bestimmt überreden, das mit dem Hilton möglich zu machen. Er soll dann auch Ole das Essen zum Geburtstag schenken, ich denke, das macht er gern, ist Ole doch was Besonderes für Papa.“
Das gefällt auch Martin und der schmunzelt über unseren Plan.
Ja, für mich ist Ole auch was Besonderes aber Papa mag Ole wirklich ganz doll und würde alles Erlaubte für ihn tun. Ich glaube nicht, das Ole das schon realisiert hat, was es heißt, mit Papa befreundet zu sein, ich meine jetzt, aus Papas Sicht.
Seit Ole gesagt hat, dass er Jura studiert, steht er in Papas Freundesliste auf dem gleichen Level wie Noahs Papa oder Oliver Salm. Das bedeutet, dass diese Freundschaft kein Limit kennt, wenn Ole Hilfe braucht, egal ob für sich oder andere. Ein Vorgeschmack dafür war die Sache mit Paul, die Papa nach Oles Anruf in die Hand genommen hat.
Robin kommt jetzt zu uns, sich rechts und links an Tischen und Stühlen fest haltend und setzt sich neben Martin auf die Bank. Er grinst verschmitzt und holt sein tolles Handy raus.
„Heute waren wir ja fast immer nackig in der Sonne und das Handy lag in unserer Kabine“, sagt er.
„Vor dem Essen hat Boris mir beim Duschen geholfen und erst nachdem Anziehen habe ich das Handy eingesteckt. Es ist heute Morgen, so um halb zwölf eine SMS eingetrudelt von meinem Partner in Sachen Amor.“ Wir drei lachen und der Kleine hält mir jetzt die Nachricht hin, die Enrico geschrieben hat.
„Hallo, Robin, alles läuft toll. Die zwei waren schon am Freitagabend zusammen einen trinken und heute Abend um Acht haben sie ein Date. Was sagst du jetzt, LG Rico“
Ich muss jetzt einfach lachen, dieser kleine Racker und auch Rico, aber es gefällt mir, was sie tun.
Das sind zwei tolle Männer, so wie auch die beiden Jos es sind und der Markus und der Alex würden nach unser aller Ansicht ein tolles Paar abgeben und wenn jetzt die zwei Jungs da was auf den Weg gebracht haben, ist das einfach geil und hat unser aller Beifall.
„Hast du es Chris schon gezeigt?“ frag ich. „Nein, das mach ich jetzt“, sagt er, „ich wollte erst dir das zeigen, weil ja auch durch dich alles ins Rollen gekommen ist.“ Ich schnappe ihn mir, den Kleinen, knuddle ihn und gebe ihm ein Bussi auf den Mund. „Ich bin froh“, sag ich, „dass ich dich kennenlernen durfte und dass du jetzt unser Freund und Bruder bist.“ Er legt den Kopf auf meine Schulter und ich trage ihn rüber zu Chris und setze ihn dort ab. „Robin hat interessante Neuigkeiten“, sage ich zu Chris, bevor ich wieder zu Sergej und Martin gehe. „Den muss man einfach gern haben“, sagt mein Schatz zu mir und Martin nickt dazu.

Alex Brunner

Am Samstagmorgen nach dem Kneipenbesuch mit Markus Meinle war ich doch noch recht müde, als ich in der Klinik ankam. Für den Vormittag hatte ich mit dem Wochenend-Team zwei kleinere Eingriffe, unter anderem den Einbau eines Schrittmachers für einen sechzehn jährigen Jungen geplant und es ging alles gut über die Bühne.
Am Nachmittag kämpften wir dann fast zwei Stunden um das Leben eines sechs Monate alten Mädchens, das einen ähnlichen Herzfehler wie Robin hat und welches vom Chef wohl in der nächsten Woche operiert werden soll. Wir haben lange gebraucht, bis die Kleine einigermaßen stabil war. Jetzt ist sie intensiv versorgt und wird wohl weiterleben und nach erfolgter OP bestimmt auch gesund werden.
Bei Robin war es ein paar Jahre auch ein ständiges rauf und runter und oftmals sah es so aus, dass wir ihn verlieren würden.
Zwischendurch verirrten sich meine Gedanken immer wieder mal zu dem netten Küchenchef, der wohl in etwa mein Alter haben müsste und der mir ziemlich gut gefällt. Das liegt vielleicht auch daran, dass er auf den ersten Blick ein bisschen meinem verunglückten Freund gleicht, aber das ist es nicht allein.
Mein Dienst ging dann bis Sonntag, achtzehn Uhr und Montag, heute, geht es um acht Uhr weiter. Gut ausgeschlafen geht es in den neuen Tag, der Chef ist auch früh da und ich berichte vom Wochenende. Er beschließt, die Kleine dann Morgen früh gleich um acht Uhr zu operieren und so weitere Komplikationen zu verhindern. Es wird so etwa drei Stunden dauern, mit großem Team und ich bin froh, dass ich nicht assistieren muss.
Wenn der Chef operiert, bin ich immer für eventuelle Notfälle frei, um dann ein zweites, entsprechend geschultes und qualifiziertes Team zu haben, falls erforderlich.
Der Chef war nicht besonders erfreut darüber dass ich Robin begleiten will, aber mein Zeitarbeitskonto hat dann gezeigt, dass ich zu meinem regulären Urlaub noch fast drei Monate an Zeitüberschuss angesammelt habe.
Außerdem ist ja die Fahrt mit Robin wohl nicht unter die Kategorie Vergnügungsreise einzustufen und wenn sie mich drüben mit in den OP lassen, lerne ich bestimmt noch einiges was das Operieren dieses Fehlers bei Jugendlichen angeht und vielleicht können wir, wenn wir die gleichen Apparate zur Verfügung haben, uns an das Operieren von älteren Kindern wagen, denn Robin ist nicht das einzige Kind in Deutschland, das von den Kassen im Stich gelassen, nicht operiert werden kann und halt viel früher sterben muss.
Wir wären dann die ersten und zunächst auch einzigen, die das in Deutschland operieren könnten und die Kosten würden dann wohl auch von den Kassen getragen. Für ein eventuelles Sponsoring der erforderlichen Technik werde ich dann, wenn Robin gesund wird, bei dem Vater von Jerome vorsprechen und hoffe da auf ein offenes Ohr zustoßen.
Um zehn kommt eine SMS von Markus Meinle, er fragt, ob wir uns so gegen zwanzig Uhr heute Abend nochmal auf ein Bier in der Kneipe treffen könnten. Bis zum Wochenende wäre es ja doch noch sehr lang und ich hätte ja auch erst am Mittwoch wieder Bereitschaft. Auch wäre es ja keine Entfernung für mich, wo ich doch in der Nähe wohne.
Ohne lange zu überlegen, sage ich zu und schreib auch, dass ich mich freue dass wir uns heute noch mal sehen werden. Als ich jetzt nach einem Besuch bei der Kleinen auf der Intensivstation durchweg gute Werte gesehen habe, schau ich dem weiteren Tag beschwingt entgegen, mal sehen, was noch kommt.

Noah

Als Papa heute von der Arbeit kommt um halb Vier, nur Rico ist noch nicht da, berichtet er, das Carl August in gebeten hat, sich mit uns Jungs ein wenig um die Vorbereitung einer Party im Freien an dem Wochenende nach ihrer Rückkehr zu kümmern. Näheres dazu kommt wohl am Mittwoch oder Donnerstag, wenn er und Tante Lis auf dem Schiff angekommen sind. Hauptanlass ist wohl Oles Geburtstag, aber auch der bald darauf anstehende Wechsel in die WG und der Flug von Robin in die USA und weil eben nur an diesem Wochenende noch alle da sind. Auch der Armin mit seiner Denise ist dann wieder da, so dass echt alle an der Party teilnehmen können.
Bis dorthin sind wohl auch Rolfs und meine Unfallfolgen weitestgehend behoben, denk ich und wir werden wieder mobil sein. Party draußen, dieses Mal aber nicht im Rollstuhl, einfach Klasse. Ich simse Paul und Rolf die Neuigkeiten, Rico, der ja auch bald kommt, dem erzähle ich dann, was geplant ist. Wir fahren ja erst am neunzehnten Juli an den Gardasee und kommen am zweiten August zurück.
Donnerstag, am fünften, fängt dann das Schuljahr wieder an und Rico fängt am Samstag mit der halb elf Schicht wieder an. Ich bin in meinem Zimmer, liege auf dem Bett und warte auf meinen Schatz, der wohl bald kommt.
Durch ihn hat sich unser Leben verändert, meins wohl ganz besonders, aber auch das von Papa und Mama. Anfänglich hatte Mama schon Probleme, wenn Rico hier oder ich bei Rico war über Nacht. Jetzt, wo sie ihn aber näher kennt und wo sie merkt, wie froh und glücklich wir sind, jetzt mag sie ihn und würde alles für ihn tun. Sie gibt ihm das Gefühl, hier bei uns wie zu Hause zu sein, streicht im öfter durch die Locken, nimmt ihn mal kurz in den Arm, ja sie wäscht sogar schon seine Wäsche mit. Anfangs wollte mein Süßer das nicht, aber ich hab ihm gesagt, das Mama nicht an seinen und auch nicht an meinen Unterhosen schnüffeln würde und auch nie ein Wort über verdächtige Flecken verlieren wird, die in Haushalten, wo Männer wohnen, schon mal öfter vorkommen.
Rot ist er geworden, als ich gelacht und dann gesagt habe, das ich ab und zu an seinen getragenen Unterhosen schnüffele und eine besonders riechende schon benutzt habe, als er auf der Arbeit war und ich Sehnsucht hatte. „Jetzt riecht sie nach uns beiden“, habe ich gesagt und das Teil unter der Matratze hervor geholt. Dann haben wir beide dran geschnüffelt und dann hat er die Zimmertüre abgeschlossen und ist regelrecht über mich her gefallen und hat viele geile Sachen mit mir gemacht. Gut, das Mama nicht zu Hause war, dieses Mal hätte sie unsere Schreie und das Stöhnen bestimmt gehört. Es war aber auch so was von geil und als Rico zum Schluss hin auf meinem Horn geritten ist wie blöd, sind wir gleichzeitig gekommen und das war sehr laut, glaubt mir. Hinterher tat ihm die Rosette doch etwas weh und das zaghafte Hinsetzen beim Abendbrot ist bestimmt nicht nur mir aufgefallen. Papas Mundwinkel haben verdächtig gezuckt, wenigstens hat Mama es nicht mit bekommen, dass er in Slow Motion Platz genommen hat. Auch ich konnte mir nur mühsam ein Grinsen verkneifen und musste das Kopfkino gewaltsam unterdrücken, um nicht bei der Vorstellung seines Gesichtes im Moment, als wir beide kamen, eine Latte zu kriegen. In den sommerlichen Shorts fällt das bei meinem Teil wohl selbst Blinden auf und Mama wäre bestimmt geschockt, wenn ich mit einem Harten beim Abendbrot sitzen würde.
Manchmal kann ich es immer noch nicht begreifen, wie sich alles so toll entwickeln konnte mit uns und Tante Lis vierzigster Geburtstag wird uns, Enrico und mir, wohl für immer im Gedächtnis bleiben.
Papa fährt später mit Rico und mir zu Rico nach Hause. Wenn der neue Roller, den Papa bestellt hat, zugelassen ist, können Rico und ich wieder selber fahren. Bis dahin fährt uns Papa oder auch Mama, wen wir wohin wollen. Rico will zu Hause nach Post gucken und auch nach den Blumen, die werden dringend Wasser brauchen.
Er muss dann wohl auch noch die Treppe nach unten und den Flur putzen, weil sie diese Woche dran sind. Rico nimmt das sehr genau, er ist der perfekte Hausmann, hat Paolo gemeint und das stimmt auch. Mama hat neulich gesagt, dass mein Zimmer, seit Rico hier schläft, immer Picobello ist, weil mein Kleiner auch hier immer schaut, das nichts unnötig rumliegt und das alles sauber ist.
Ich bin so irre verliebt in ihn und freue mich auf jede Minute, die wir zusammen sind. Ich will, dass es ihm immer gut geht, wir reden viel und auch Sex und Kuscheln, Knutschen und Fummeln will ich. Wenn er bei mir ist, geht es mir oder besser gesagt, uns einfach gut und das spüren auch alle um uns rum.

Enrico

Montag, Schichtbeginn war halb Neun, Noah war schon mit mir duschen und frühstücken heute Morgen. Wenn ein Tag so beginnt, dann ist die Tatsache, dass es ein Montag ist, scheißegal, oder?
Frisch, satt und sehr entspannt hier auf zu laufen in dieser tollen Küche, da bin ich doch mit einer der glücklichsten Köche heute Morgen in dieser Republik. Es ist einfach toll, mein Leben mit Noah, den neuen Freunden und dem Job hier. Nicht zu vergessen, mein toller Chef hier, der diese Woche aber immer erst um halb elf kommt.
Ich bin mal gespannt, ob er was von der Rückfahrt mit Robins Doktor erzählt, ob er überhaupt gerafft hat, das der Doktor auch schwul ist und ich mir, als das kleine Schlitzohr, das ich manchmal bin, schon was gedacht oder besser noch, sogar gewünscht habe, bei der Mitfahraktion.
Ich hoffe mal, das er es mir nicht übel nimmt und nicht sauer ist auf mich. Wenn er von sich aus nichts erzählt, werde ich zu meinem Feierabend hin einfach mal nachfragen, wie die Heimfahrt war und auch erzählen, wie der Abend und auch die Abfahrt mit dem Schiff gestern gelaufen ist.
Nun beginne ich mal mit ersten Vorbereitungen für das Mittagessen. Dazu schaue ich nach, wie viele Hausgäste fürs Essen angemeldet sind. Erst dann kann man gezielt Sachen aus der Kühlung holen, Gemüse und Kartoffeln bereit stellen und auch schälen und putzen lassen. Wen sonst nichts zu tun ist, helfe ich dabei, ich bin mir nicht zu schade für so was.
Das haben die Küchenhilfen schon bemerkt und sie können mich gut leiden, alle, außer einer schon älteren Frau, Inge heißt die aber ich sage Frau Höllrich zu ihr, weil ich merke, dass sie was gegen mich hat. Dass ich schwul bin, kann sie eigentlich nicht wissen, also muss es an was anderem liegen.
Vielleicht frag ich ja mal Jennifer, eine etwa dreißig jährige, sehr nette Kollegin, ob sie eine Ahnung hat, warum die Inge mich nicht leiden mag. Mir liegt was an einem guten Arbeitsverhältnis, Stress hatte ich genug zu Hause bei meinem Erzeuger.
Nach der ersten Pause gehe ich zu Jennifer, die gerade Salat wäscht. „Hallo, neuer Koch“, begrüßt sie mich. „Hallo Jenny“, sag ich grinsend, „ich heiße Enrico, nicht neuer Koch.“ Sie lacht und fragt dann: „Kann ich dir irgendwie helfen?“ „Ich weiß nicht, aber vielleicht“, sag ich. „Schieß los“, kommt es von ihr und ich frage: „Hast du irgendeine Ahnung, warum mich die Inge nicht leiden kann? Wenn Blicke töten könnten, hätte ich echt Angst.“ sag ich leise.
Sie lacht auf: „Das kannst du nicht wissen, Enrico, dafür bist du noch nicht lange genug hier.“
„Klär mich auf, Jenny“, sag ich, „ich will einfach wissen, ob ich ihr irgendwas getan habe, verstehst du, ich will Ruhe und Frieden auf der Arbeit und sonst auch. Mir stinkt das, wenn Unfrieden da ist, das hatte ich lange genug.“
„Vor zwei Jahren hatte Sie einen Freund, einen um sieben Jahre jüngeren Mann aus der Toscana, also einen feurigen Italiener, auch ein Enrico, der wohl ihr schon etwas in die Jahre gekommenes Öfchen wieder richtig angeheizt hat. Sie ist richtig aufgeblüht, war immer gut drauf und man konnte toll mit ihr schaffen. Irgendwann begann sie, eifersüchtig zu werden, kontrollierte ihn, schnüffelte ihm nach und machte ihm Szenen, unbegründet, denn er war sehr froh mit ihr. Er war Kellner von Beruf, arbeitete in einem anderen Hotel hier in Bremen. Irgendwann war es ihm wohl zu bunt mit ihrer Eifersucht. Hals über Kopf und heimlich heuerte er auf der MS Europa als Stewart an und fuhr mit dem Schiff auf eine sehr lange Kreuzfahrt. Seine Wohnung hat er schon vorher heimlich aufgelöst. Seit dem Tag ist jeder Italiener und wenn er dann noch Enrico heißt, ein rotes Tuch für sie. Jetzt weiß du, was sie gegen dich hat.“
„Danke“, sag ich zu Jenny und geh nachdenklich zurück an meinen Arbeitsplatz. Ich werde jetzt mal die Sachen aus der Kühlung holen und anfangen. Für meinen Namen und für meine Nationalität, eigentlich bin ich ja deutscher Staatsbürger, kann ich nichts. Vielleicht kann man das ja über die Schichteinteilung regeln, ich werde mit Herrn Meinle reden bei Gelegenheit. Mal sehen, wie er drauf ist, wenn er nach her auf die Arbeit kommt.

Markus Meinle

Die Zusage von Alex für heute Abend stimmt mich froh und ausgeschlafen und gut gelaunt betrete ich um zwanzig nach zehn mein Refugium im Hilton. Ein Blick in die Runde zeigt mir, das alle, die da sein müssen auch anwesend und am arbeiten sind. In meinem kleinen Büro schaue ich zunächst, wie viele Essen vorbestellt sind von Gästen aus dem Haus und überschlage grob, was wir alles brauchen dafür.
Beim jetzt folgenden Rundgang schaue ich, ob alles in der Vorbereitung ist, ob die Mengen auch ausreichen und die Qualität in Ordnung ist. Alles sieht gut aus und ich bin mit meinem Team sehr zufrieden. Zum Schluss meines Rundgangs bleibe ich bei Enrico stehen, der mich mit einem. „Moin Moin, Chef“, begrüßt. „Moin, min Jung“, sag ich und das lässt ihn strahlen. Er ist schon ein verdammt hübsches Kerlchen und ein ganz Lieber dazu.
Was er zu Hause durch seinen Vater erlitten hat, das merkt man ihm nicht mehr an und jetzt geht es ihm ja auch um vieles besser, wo er doch so total verliebt ist und wohl auch von dem Noah, auch so ein hübscher und lieber Kerl, zurück geliebt wird. Enrico hat sehr viel Talent in seinem Handwerk und wird mal ganz bestimmt ein Spitzenkoch werden, davon bin ich überzeugt.
Um ihn noch mehr auf zu heitern, sage ich: „Es hat geklappt, was du und der kleine Robin bei Remmers ausgeheckt habt.“
„Was sollen wir denn ausgeheckt haben“, will er grinsend wissen.“ Der Doktor und ich, wir sollten uns eurer Meinung nach wohl etwas näher kennenlernen, das wolltet ihr doch wohl erreichen oder etwa nicht, du Schlitzohr“, sag ich und knuff in zart in die Seite. Er lacht und sagt dann: „Vielleicht. Und, hat es geklappt?“
„Na ja, das muss sich erst noch zeigen“, sag ich, „wir waren noch was trinken am Freitag und wir sehen uns heute Abend auf ein Bier.“ „Das freut mich, Chef“, sagt er, „vielleicht wird ja mehr draus, uns alle würde das sehr freuen.“ „Mal abwarten“, sag ich, „er fliegt ja erst mal mit dem Kleinen rüber in die Staaten. Das dauert ja dann wohl, bis er wieder kommt und denk dran, kein Gerede hier in der Küche. Das will ich nicht.“
Ich gehe jetzt rüber in mein Büro und erledige ein paar Bestellungen für das kommende Wochenende. Donnerstag und Freitag ist eine Tagung im Haus von der Industrie- und Handelskammer, an der auch Leute aus dem Berliner Wirtschaftsministerium teilnehmen. Da ist viel Betrieb im Haus und in der Küche volles Programm. Es sind achtzig Personen angemeldet, zweiundvierzig mit Übernachtung.
Da muss ich personell noch etwas umstellen, Enrico und Josch müssen dann die halb Elf Schicht machen mit mir und dann eventuell über zweiundzwanzig Uhr hinaus bleiben, mal sehen. Mein Stellvertreter, Klaus Meiser, muss dann um acht Uhr morgens da sein und schon das Ein oder Andere für das Mittagessen vorbereiten.
Wenn der Mittagstrubel heute vorbei ist, werde ich eine kurze Besprechung ansetzen in der Küche und alle informieren, wer wann Dienst hat Donnerstag und Freitag.
Als ich durch die Scheibe zur Küche hin zu Enrico schaue, tippt dieser auf seinem Handy rum. Als er, nachdem ich an die Scheibe geklopft habe, zu mir rüber schaut, drohe ich ihm mit dem erhobenen Zeigefinger. Er lacht, drückt demonstrativ wohl auf „Senden“ und steckt das Handy wieder ein. Vielleicht hat er ja dem Kleinen, dem Robin von mir und dem Alex erzählt, dass wir uns treffen.
Es ist halb zwölf und es geht langsam los. Ich gehe raus und schaue nochmal kurz rum, ob alles läuft. Enrico hat begonnen, Fleisch an zu braten, Tagesgericht ist heute Schnitzel vom Schwein, Natur, wahlweise mit Zigeuner- oder Jägersauce, Pommes oder Kroketten, dazu gibt es Brokkoli und einen Beilagensalat. Zusätzlich ist auch ein Essen aus unserer Mittagskarte möglich.
Es läuft alles und ich schau mal schnell noch beim Service vorbei. Auch hier sind alle da und es ist alles gut, dann kann es ja los gehen.
Fünf nach zwölf gehen die ersten Essen raus und es kommen auch die ersten Bestellungen nach der Karte, um die werde ich mich jetzt kümmern. Wir schaffen es meistens, ein bestelltes Essen zwanzig Minuten nach Eingang der Bestellung zu servieren und das ist ja wohl nicht schlecht. An einem normalen Wochentag sind fünf, manchmal sechs Leute in der Küche, das verdoppelt sich bei Veranstaltungen und kann schon mal bis zu fünfzehn Personen aufgestockt werden.
Donnerstag und Freitag werden wir mindestens mit zehn Leuten mittags und abends da sein. Ich bin froh, dass Deutschland schon am Mittwoch gegen Spanien spielt und Donnerstag und Freitag kein Spiel in Südafrika stattfindet, das würde noch mehr Stress verursachen, als ohnehin schon zu erwarten ist
Da kommen viele Unternehmer, Leute, die es gewohnt sind, andere zu kommandieren und fürs Personal im Service ist das nicht immer schön. Wenn alle wären, wie unser Chef, ja das wäre schon toll. Der Herr Remmers, eigentlich die ganze Familie, die sind schon was besonderes, was den Umgang mit Personal angeht.

Tom

Nach dem Gespräch mit Ole vorhin sehen wir dem Abend in der Kabine freudig entgegen. Bis auf ein bisschen gegenseitiges Rubbeln unter der Dusche haben wir uns zu nichts getraut, weil wir Angst hatten, das man in den anderen Kabinen mitbekommt, was wir da gerade treiben. Ole, Frank und wohl auch die anderen Paare gehen wohl deutlich lockerer mit dem Gedanken um, dass andere sie beim Poppen hören können.
Eigentlich wissen ja alle, das es kaum ohne Geräusche abgeht beim Sex miteinander und da alle feste Partner haben und auch alle sich ja untereinander gut kennen und befreundet sind, ist es ja nichts Verbotenes, was da in den Kojen geschieht. Wir, mein Schatz und ich, müssen das erst mal verinnerlichen, das uns wegen der Geräusche, die auftreten, wenn wir uns lieben, niemand schief anguckt oder dumme Bemerkungen macht, außer Torsten vielleicht, aber der liegt weiter weg von uns bei der Hetenfraktion. Ich glaube mal, dass die auch nicht lautlos poppen, wer kann oder will das schon. Wenn gefiedelt wird, hört man auch Musik und das ist ja auch OK, oder?
Jedenfalls sind wir jetzt beide voll Vorfreude und meine Speerspitze tränt ein bisschen und der Speer ist auch ab und zu schon in Lauerstellung. Ich bin froh, dass ich eine hell bunte Shorts anhabe, bei der man einen eventuell auftretenden feuchten Fleck nicht gleich sieht wie auf einer Unifarbenen dunklen Hose. Micha wird es nicht anders gehen da unten am Südpol, da wird das Eis auch schon schmelzen und alles feucht machen. Ich muss grinsen, wenn ich daran denke, wie wir angefangen haben mit dem Sex. Wir kannten uns ja schon lange, auch nackt und es war keine Überraschung dabei.
Trotzdem sah man plötzlich dem Gegenüber mit ganz anderen Augen an, nahm Details wahr, auf die man vorher nie geachtet hat. Man entdeckte nun seinen langjährigen Freund als gewollten Schatz, als Liebens- und begehrenswert. Das war anfangs schon verwirrend manchmal und wenn man über die Brust streichelt, die man schon tausend Mal gesehen hat und man merkt, dass die Nippel hart werden und es ihm gut gefällt, das ist schon eine neue und ungewohnte Erfahrung.
Wir haben dann geduldig uns Stückchen für Stückchen angenähert, uns erkundet und auch raus gefunden, was wir mögen, wo es besonders kribbelt und uns auch gesagt, was wir nicht machen wollten. Nach Studien im Internet haben wir uns darauf geeinigt, nur das aus zu probieren, was wir auch beide wollten und so haben wir uns vor getastet, Stück für Stück, über Handarbeit, Zungenspiele, Blasen und dann, nach vier Monaten, haben wir das erste Mal richtig gepoppt. Es hat so drei bis viermal gedauert, bis es richtig gut wurde und heute klappt das alles sehr befriedigend mit uns Beiden und es ist einfach toll, was da mit uns geschehen ist.
Und jetzt erst, hier in dieser tollen Gemeinschaft sind wir beide auch gerne schwul, hier im Kreise unserer Freunde und auch der Erwachsenen, die wir bis jetzt kennen gelernt haben, ist unser Schwul sein etwas normales, hier braucht man sich nicht zu verstecken und auch küssen im Beisein anderer wird ausnahmslos toleriert.
Und noch etwas ist es, das Micha und mich angenehm überrascht hat. Hier wird geliebt, jeder seinen Partner, hier geht nichts durcheinander, kommen keine Angebote auf Vierer oder im Rudel bumsen. Hier gibt es keine Klischeeschwulen, keine sexgeilen Typen, die heiß sind auf alle verfügbaren Schwänze oder Ärsche. Hier wird geliebt, aber eben der Partner, hier wird auch gepoppt und alle wissen das und es ist OK, weil eben jeder seinen Partner hat und poppt und halt wirklich nur mit diesem intim ist.
Alles Andere hätte uns nicht gefallen, wäre mit uns nicht drin, mögen wir nicht. Ich bin froh, dass ich den Mut hatte, Jerome und Sergej im Bürgerpark anzusprechen, nicht auf Micha gehört habe, der das nicht wagen wollte. Es hat sich so gut entwickelt, es stört keinen, das ich „nur“ Schweißer bin, wir nicht reich sind oder prominent. Alles ist so herrlich stinknormal und doch so toll. Die Fahrt mit dem Schiff, der Urlaub überhaupt, das Schwimmbad und alles drum rum und wir mitten drin, als Freunde immer willkommen, einfach toll alles, was hier abgeht.
Die Entscheidung, die zwei im Park anzusprechen, hat unser Leben mehr als nur ein bisschen verändert, deutlich mehr als ein bisschen und wir sind uns beide einig, dass wir diese Freundschaft hegen und pflegen wollen, weil alle echt so toll sind.
Das es zu Hause bei Micha und mir dann auch noch ganz gut aufgenommen wurde, dass wir jetzt mehr sind als „nur“ beste Freunde, das erst macht es perfekt. Wir erfahren weiterhin Zuneigung und Liebe und sind unseren Familien mehr als nur dankbar, dass sie uns nach wie vor mögen und uns nicht verstoßen haben.
Als wir zu Hause von Enrico, Matze und Paul und Ulli erzählt haben, war schon ungläubiges Erstaunen und ja auch Entsetzen, vor allem bei Michas Mama, erkennbar und sie lassen uns spüren, ausnahmslos alle, das sie uns nach wie vor lieb haben, ohne wenn und aber……einfach geil, alles.

Carl August

Jetzt am frühen Abend, das Personal ist ja, außer Kai, nicht da, könnten wir ja noch kurz was Essen fahren und ich frage Lis, was sie davon hält. „Ruf doch mal Ulf und Irene an“, sagt Lis, „wenn die Lust und Zeit haben mit zu gehen, nehmen wir Kevin und Wolfi auch mit und wir könnten noch mal zu diesem Scarlotti fahren, wenn Rico sich das zutraut. Ansonsten wäre ja auch die Schleuse eine Option oder das Hilton, was meinst du?“
„Scarlotti? Ich weiß nicht, ob das jetzt so gut ist für Rico und auch Noah wird der Anblick des Alten bestimmt nicht freuen“, sag ich, aber Hilton wäre doch gut, finde ich und greife zum Telefon. Ulf und Irene und auch die beiden Jungs sind dann auch sehr schnell einverstanden und wir machen halb acht im Hilton ab.
Ich rufe Kai an und sage ihm, was wir vor haben und das wir die Jungs auch mitnehmen wollen. Ich sage ihm auch, dass er Kevin und Wolfi sagen soll, das Noah und Enrico auch kommen werden. Jetzt melde ich uns im Hilton an und dann beginnen wir, uns fertig zu machen. In Shorts dorthin zu gehen, das käme für mich nicht in Frage.
Um Sieben fahren wir dann mit Kai und den Jungs los. Eine SMS von Ulf kommt und er schreibt, das er Rolfs Mama, die Schwester und Paul und Rolf abholen geht und Irene mit Rico und Noah in Irenes Auto zum Hilton kommen.
Montagabend ist es im Allgemeinen sehr ruhig im Restaurant und man hat uns dort drei Tische zusammen gestellt. Wir sind dreizehn Leute und die jungen haben sich natürlich gleich zusammen gesetzt. Kevin und Wolfi berichten von der Seebestattung heute. Enrico erzählt, dass Donnerstag und Freitag eine große Tagung hier ist und er an diesen Tagen die halb elf Schicht hat und auch, dass es auch später am Abend werden kann, bis Feierabend ist. Die Party am siebzehnten ist auch Thema und ich sage, dass es nähere Infos gibt, wenn ich mit Jerome an Bord gesprochen habe.
Kai meint, dass er und Martin ja auch erst nach dem zwanzigsten nach England fliegen können, dann könnten sie mit den vier Jungs ja schon einiges aufbauen unten am Baumhaus. Wenn die Zelte ja am Freitag schon fertig aufgebaut sind, können ja alle dann auch schon von Freitag auf Samstag dort schlafen, wenn sie das wollen.
Das und alle anderen Details werden wir auf dem Schiff mit Jerome, Sergej und Martin bereden, bevor Martin dann mit Kai nach Bremerhaven zurück fährt.
Mittlerweile haben alle zu trinken und jetzt bestellen wir das Essen. Außer uns sind nur noch elf Leute im Restaurant, Montag eben, ich vermute, dass die auch alle hier im Hotel übernachten.

Wolfi

Nach Kevins heißem Ritt auf meinem Horn haben wir schmusend ein wenig gedöst und sind etwas erschrocken, als Kai an der Türe klopft. Er ruft uns zu, das Lis und Carl August mit uns und der Familie Schroer ins Hilton zum Essen fahren wollen und das Noah und Rico auch mit kommen.
„Um sieben spätestens fahren wir los, ihr habt also nicht mehr so viel Zeit“, sagt er, „ich geh den Achter fertig machen.“ „Na dann, auf zum erneuten Abduschen, so können wir uns nicht anziehen“, sag ich zu einem Schatzi und stehe auf. Schnell haben wir gemeinsam geduscht und ziehen uns an. Hilton, das bedeutet eine ordentliche Jeans oder Hose und ein ebenso ordentliches Sommerhemd oder Shirt.
Bald darauf gehen wir hoch und unser Outfit findet wohl Gefallen bei Jeromes Eltern. Im Hilton sind dann auch Rolf und Paul mit Rolfs Schwester und der Mama dabei und es verspricht, ein netter Abend zu werden.
Kevin berichtet von unserem Tag heute, der Fahrt mit dem Schiff raus auf See, wo dann die Bestattung war und auch, das wir danach schon einmal hier was gegessen haben mit der Frau Wörner und ihrem Anwalt.
Noah berichtet, dass der neue Roller noch in dieser Woche eintrifft und dass es das gleiche Teil ist, wie Rolf es hat. Enrico erzählt uns, dass der Herr Meinle, sein Küchenchef und der Doktor Alex am Freitag nach dem Grillen noch gemeinsam einen Trinken waren und das die Zwei sich heute Abend verabredet haben. Rico freut sich und hofft, dass die Beiden irgendwie zusammen kommen.
Dass sie optisch gut zusammen passen würden, haben wir ja schon festgestellt, ob alles andere auch so gut passt, müssen die zwei jetzt selber heraus finden, da können wir nur Daumen drücken.
Auch Jeromes Eltern würden es gern sehen, wenn sich die beiden Männer näher kämen. Beide sind in ihrer Art sehr nett und könnten schon auf Grund ihrer jeweiligen Tätigkeit für den ein oder anderen aus unserem Kreis eine Rolle spielen und da sie Carl August und Lis sympathisch sind, werden sie bestimmt auch ab und an eingeladen bei Remmers. Da wir auf der geplanten Party am Wochenende nach der Rückkehr von der Schiffstour auch Robin und Chris und Matze in die USA verabschieden, wird Alex Brunner wohl auf jeden Fall dabei sein.
Wir haben gut gespeist und wir jungen Leute waren auch noch eine Runde spazieren. Kevin ist vorher hoch zu Frau Wörner und hat den Fiffi geholt, den haben wir auf unserem Spaziergang mit genommen und Rolfs Schwester durfte dann die Leine halten und hatte viel Spaß dabei. Halb Zehn sind wir dann alle nach Hause und Kevin, Kai und ich sind runter, nach dem Lis gesagt hat, das es um Neun Frühstück gibt und das wir spätestens halb Elf dann los fahren nach Berlin, wo wir etwa viereinhalb bis fünf Stunden unterwegs sein würden, mit Pause zum Essen halt noch länger. Da werde ich wohl mein E-Book mitnehmen und Kevin seins auch.

Kai

Der Wecker für mich steht auf halb Acht und nach dem Ausschalten stehe ich auf und geh ins Bad, solange die Jungs noch im Bett sind. Ihren Wecker, hat Kevin gestern Abend gesagt, stellen sie auf acht Uhr. Nach Duschen und anziehen packe ich alles zusammen, was ich für die Fahrt brauche und bring es ins Auto. Die Sachen der Jungs sind ja schon an Bord und sie nehmen nur noch die Trauerkleidung mit nach Berlin und was sie persönlich bis Mittwoch brauchen, praktisch an den zwei Tagen.
Viertel vor Neun kommen beide fertig zu mir in die Küche, wo ich schon mal einen Kaffee vorab getrunken habe. Gemeinsam gehen wir dann um fünf vor hoch, um dort zusammen mit Lis und Carl August das Frühstück einzunehmen.
Nach dem Frühstück, die Jungs helfen Lis beim Ab- und Aufräumen, telefoniert der Chef mit der Sicherheitsfirma und sagt, dass das Haus ab jetzt leer ist. Bevor wir einsteigen, aktiviert er die Alarmanlage und danach fahren wir los, Richtung Autobahn, Berlin wir kommen.
Die Jungs sitzen mit dem Chef hinten, sie lesen und Carl August hat auch Lektüre mitgenommen und blättert darin. Die Chefin sitzt vorn neben mir und nach dem wir das Navi eingestellt haben, legt sie eine CD von Abba ein. Die Musik wird nur ab und an von Verkehrsfunkmeldungen unterbrochen.
Da es ein normaler Wochentag ist, sind viele LKW unterwegs und ich muss mich sehr konzentrieren, es läuft aber ziemlich gut und wir kommen voran. Fünfzehn Uhr zwanzig fahren wir am Waldorf Astoria vor. Hier hat der Chef zwei Doppelzimmer und zusätzlich ein Einzelzimmer für mich gebucht.
Das Hotel gehört auch zur Hilton Kette und der Chef ist hier kein Unbekannter, so dass wir alle sehr hervorragend bedient und behandelt werden.
Der Chef empfiehlt uns bis achtzehn Uhr die tollen Wellnessangebote im Haus zu nutzen, dann wollen wir uns zum gemeinsamen Abendessen im Restaurant treffen. Das Restaurant hat sogar einen Michelin Stern für seine hervorragende Küche bekommen. Das alles ist schon vom Feinsten hier und die Jungs staunen ganz schön, als ich mit ihnen den Wellness Bereich aufsuche.
Sauna, Dampfbad und eine Massage gönnen wir uns und schwimmen in einem Wolken förmigen Swimmingpool, bevor wir uns alle zum gemeinsamen Essen im Restaurant treffen. Das Essen ist fantastisch und es ist fast Acht, als wir auf unsere Zimmer gehen. Um halb Neun ist Frühstück angesagt und um Elf beginnt dann die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung, das heißt, dass wir nach dem Frühstück auschecken werden, wenn das Schiff bis Mittwochnachmittag in Berlin sein sollte, was Carl August wohl vor dem Frühstück dann noch abfragen will bei Kapitän Sundermann. Sollten Sie es erst bis zum Donnerstag schaffen, will Carl August entscheiden, ob wir ihnen entgegen fahren oder noch eine Nacht im Hotel bleiben. Ich liege um einundzwanzig Uhr nach dem ich mit Martin telefoniert habe, auf dem Bett fertig zum schlafen. Es war für mich ein anstrengender Tag und bald bin ich weg gepennt.

Sergej

Um zehn gestern Abend waren alle in den Kabinen verschwunden, einige zum schlafen, einige um sich ganz nah zu sein und ein bisschen Sex miteinander zu haben. Jerome und ich waren, mit Schwimmweste, versteht sich, nochmal beim Diensthabenden auf der Brücke. Zu dem Zeitpunkt war der Steuermann an der Reihe und wir haben gefragt, wann wir morgen denn in Dresden sind so ungefähr.
„Wenn wir heute Nacht durchfahren können und das sieht mal so aus“, sagt er, „dann dürften wir zwischen zwölf und eins in Dresden festmachen.“ Er sagt weiter, dass Kapitän Sundermann dort nicht lang bleiben will und wir ja dann auch schauen müssen, nach Berlin zu kommen, um dort den Rest der Truppe auf zu nehmen. Wohin es dann von Berlin aus geht, weiß der Kapitän erst, wenn Herr Remmers an Bord ist. Vermutlich geht es dann aber wieder zur Elbe zurück.
Nach diesen Informationen sind wir dann noch mal weit nach vorn aufs Schiff gegangen und haben den Strom und auch die im Mondlicht liegende Landschaft an uns vorbei ziehen lassen. Jerome hat seinen Arm um mich gelegt und nach einem Kuss leise gefragt: „Jetzt, hier auf dem Schiff, bereust du es nicht, das du nicht auf der Europa angeheuert hast?“
Ich dreh ihn zu mir, küsse ihn und sage: „Das hatten wir doch, glaube ich schon geklärt, das ich da sein will, wo du bist. Wenn du jetzt auf der Europa wärest, wäre ich auch dort. Du bist aber hier auf der August Remmers, also bin ich auch hier, bei dir an deiner Seite, da wo mein Platz ist. Als dein Reiter habe ich keine Wahl, will auch nirgendwo anders sein als da, wo du bist, mein Drachen. Ich liebe Dich.“ Wir küssen uns erneut, heiß und innig und dann murmelt er in mein Ohr: „Duschen“ und schiebt mich Richtung Niedergang, dorthin, wo die Kabinen sind. Mal sehen, auf was oder auf wen das da hinausläuft, denk ich und grinse. Ich lass ihn einfach mal machen, mein Schätzchen.
Dann, nach dem Duschen haben wir uns in der relativ engen Koje lange und heiß, mit sehr viel Zärtlichkeit geliebt, uns einander alles geschenkt, zu dem unsere Herzen fähig sind und dann habe ich gefühlt, das es nie anders werden soll, darf und auch nicht wird und das uns beide echt nur der Tod scheiden kann. Mit diesem Gedanken bin ich ihm, der durch die Enge der Koje bedingt, dicht an mich gedrückt, bereits schläft, ins Land der Träume gefolgt.
Als wir um acht Uhr wach werden, beuge ich mich über sein noch verschlafenes Gesicht und küsse ihn, diesen fantastischen jungen Mann, dessen Liebe über mich gekommen ist und dann erst wurde mir klar, mit zwanzig Jahren, das ich wohl auch schwul bin. Nie vorher war ich verliebt und schon gar nicht in einen Jungen, jetzt könnte ich ohne diesen wunderbaren Jungen nicht mehr leben. Ich beschmuse das mir so liebe Gesicht und mein Herz läuft über vor Glück.
Heute treffen wir auf den Rest meiner Familie, die unsere Liebe akzeptieren, die meinen tollen Schatz mögen und bestimmt auch lieb haben. Ich freue mich auf die Zeit hier an Bord mit ihnen, sie werden all diese tollen Freunde kennenlernen und Zeit mit uns verbringen. Wenn dann Morgen noch seine Eltern und Kevin und Wolfi an Bord kommen, dann sind alle die ich mag, um uns herum, wobei ja einige der Freund nicht mit fahren konnten.
„Komm, lass uns aufstehen und duschen, ich bin etwas verklebt von unserer heißen Liebesnacht“, sagt er und will sich hoch stemmen. „Warte, lass mich zuerst“, sag ich, „ich trage dich dann ins Bad.“ In der ersten Kabine vorne auf der Steuerbordseite, gegenüber sind Tom und Micha, hat Jeromes Vater das Bad vor Antritt der Reise in ein Behinderten gerechtes umbauen lassen. Da ist jetzt auch ein Klappsitz unter der Dusche und nach dem ich ihn aus dem Bett gehoben habe, bringe ich ihn dort hin und er stellt, das Wasser an. Ich gehe noch mal zurück und ziehe das nach Liebe und Sex riechende Bettzeug ab. Das werden wir später beim Stewart abgeben, was Frisches ist noch hier im Schrank, das werde ich später beziehen. Als ich ins Bad zurück komme, sehe ich, dass mein Schatz zwischen den großen Zehen einen Rheumaanfall hat, da ist nämlich alles steif. Ganz offensichtlich ist das sogar hochgradig ansteckend, denn auch bei mir setzt unweigerlich die Steife ein.
Aus Erfahrung wissen wir, das da nur eine Massage oder eine feucht warme mündliche Behandlung hilft und so geh ich auf die Knie und platziere das betroffene Organ in eine feucht warmen Mundhöhle und massiere das Teil, was nicht mehr so ohne weiteres in meinen Mund passt. Erst ein von Stöhnen begleitetes Zucken und ein Schwall eiweißhaltiger Lösung zeigen an, das die Behandlung des betroffenen Organs von Erfolg gekrönt ist, die Steife und die Schwellung gehen rasant zurück, der Patient sitzt entspannt und zufrieden auf seinem Sitz. Schön, wenn man so schnell und unkompliziert helfen kann.
Im Gegenzug wird nun das angesteckte Glied in gleicher Weise und dann auch mit dem gleichen Erfolg behandelt und geheilt. Was gibt es schöneres, als den Tag gesund und entspannt beginnen zu lassen.
Zufrieden und gut riechend gehen wir in die Messe, wo bereits alles für das Frühstück bereit steht. Wir sind nicht die letzten, Ole und Frank aber auch Tom und Micha fehlen noch. Mike und Dirk stehen wieder mal auf dem Vorschiff und schauen sich die vorbei ziehende Landschaft an, bei ihnen stehen Matze und Chris. Robin und Boris sitzen bereits am Tisch, warten aber wohl mit dem Frühstück noch, bis alle da sind. Um Neun Uhr sitzen dann alle hier in der Messe und frühstücken. Das Frühstück ist in Buffetform aufgebaut, so dass sich jeder selbst bedient und auch Martin und die beiden Frauen Zeit und Muße haben, mit uns zu essen.
Das Frühstück dauert bis fast um Zehn und mein Schatz will jetzt danach mit mir auf die Brücke.

Jerome

Mit Schatz steige ich nach der üblichen Frage: „Zwei Mann auf Brücke?“ und der Antwort von oben: „Ai Ai“ den Aufgang hoch, wo jetzt wieder der Kapitän das Kommando hat. „Moin moin, Jungs“, kommt es von Kapitän Sunderman und wir antworten: „Moin moin, Herr Kapitän.“
„Wann sind wir denn ungefähr in Dresden, Herr Kapitän?“, frage ich. „Wittenberg haben wir um acht Uhr passiert, jetzt sind wir bald auf der Höhe von Torgau und dann noch etwa drei ein halb bis vier Stunden, dann sind wir in Dresden, also etwas vor vierzehn Uhr, schätze ich“, ist seine Antwort.
Sergej greift zum Handy und ruft seine Mutter an, das sie um viertel vor zwei am Hafen sind, Opa bringt sie wohl dorthin, sagt sie zu Sergej, was den sehr freut, sieht er doch den Opa dann auch noch heute wieder. Ich freue mich auch, finde den Opa sau cool und sehr nett und sehe ihn auch gern wieder.
„Elbe abwärts können wir ja etwas schneller fahren, müssen, wenn´s geht, heute noch in den Kanal, wenn wir morgen in Berlin ankommen wollen“, sagt der Kapitän, „Dresden könnt ihr ja dann anschauen, wenn wir wieder dahin zurück kommen. Wir werden im Neustädter Hafen anlegen, das könnt ihr den Leuten mit teilen. Dort sollen sie dann an Bord kommen und so, wie es zurzeit läuft, sollen sie ab dreizehn Uhr dort sein. Mittagessen können sie ja dann an Bord, das könnt ihr ja mit dem Smutje und den Frauen absprechen.“
Wir verlassen die Brücke und gehen aufs Vorderdeck und weil es bedeckt und nicht gerade so warm ist, stehen oder liegen fast alle bekleidet hier und schauen ans vorbeiziehende Ufer.
Ole erklärt, als wir gerade an Meißen vorbei fahren, das Meißen durch seine guten Porzellan Manufakturen Weltruhm erreicht hat. Hinter Riesa, das wir vorhin schon passiert haben, beginnt auch der deutsche Teil der Oberelbe und die Ufer sind nicht mehr immer nur flach. Jetzt ist es nicht mehr weit bis Dresden.
Sergej ist ein bisschen nervös und ich schlinge meine Arme um ihn und ziehe ihn an mich. Er weiß natürlich direkt, was ich damit bezwecke und er legt den Kopf leicht gegen meinen Hals und haucht mir einen Kuss auf den Hals.“Ich liebe dich“, flüstert er an meine Haut, kaum hörbar und doch so gut. Wer hört das nicht gern von seinem Schatz. Zwanzig vor eins liegt Radebeul an Backbord und fast genau Dreizehn Uhr dreht Kapitän Sundermann bei, wendet das Schiff und legt dann mit dem Bug in Fahrtrichtung Magdeburg an der äußeren Anlegestelle des Neustädter Hafens an.
Jetzt sind alle an der landseitigen Reling und schauen zu Sergejs Leuten, der VW-Bus steht im Hintergrund, alle stehen in der Nähe des Anlegers und winken. Sogar die Oma ist dabei, wollte wohl ihren Lieblingsenkel auch mal wieder drücken.
Als das Schiff angeleint ist, öffnet ein Matrose die Reling und Sergej und ich, gefolgt von Boris und Marianne gehen an Land und begrüßen alle dort.
Ein Matrose und Tom, Micha, Dirk und Mike gehen ebenfalls an Land und holen das Gepäck der neuen Mitreisenden an Bord. Vanessa, sie sitzt auf Zorans Schultern, streckt Sergej die Arme entgegen und nach dem dieser Opa und Oma begrüßt und geknuddelt hat und seine Mama natürlich auch, nimmt er die Kleine auf den Arm und sie drückt und küsst ihn wie wild. Ich habe auch zunächst die Großeltern begrüßt, die anderen sind ja jetzt länger bei uns, dann erst Waltraud und Zoran und die zwei Mädchen. Auch ich bekomme ein paar feuchte Küsse von Vanessa und dann sagt Sergej:
„Wir gehen an Bord, fahren gleich wieder los und wenn wir zurück kommen nach Dresden, haben wir mehr Zeit für Opa und Oma und auch, um zu gucken hier in der Stadt.“
Alle sagen jetzt den Großeltern „Ade“ und wir gehen aufs Schiff. Die Leinen werden gelöst und das Schiff legt ab. Zweimal kurz tutet der Kapitän zum Abschied, dann geht es abwärts, Magdeburg und dann Berlin entgegen, das wir dann hoffentlich Morgen erreichen. Mit dem Strom geht es ja auch etwas flotter und in den Schleifen des Stromes muss der Kapitän dank der Voit Schneider Propeller im ersten Schiffsdrittel auch nicht wesentlich langsamer fahren.
An Bord geht jetzt, nach dem Opa und Oma achteraus nicht mehr zu sehen sind, das große Bekanntmachen los und das dauert ein bisschen. Vanessa hat wohl Robin gleich als etwa gleichaltrig Eingestuft und hält sich neben ihm auf. Auch Robin widmet ihr einen großen Teil seiner Aufmerksamkeit, sie finden offenbar Gefallen aneinander, freundschaftlich mein ich.
Zwei Uhr ist vorbei, als endlich alle zusammen in der Messe sitzen und essen. Das Schiff fährt zügig Fluss abwärts, während drinnen beim Essen eine rege Unterhaltung in Gang kommt und es dauert heute schon seine Zeit, bis sich Sergej und Boris daranmachen, den Eltern und Geschwistern ihre Kabinen zu zeigen und das Gepäck dort hin zu bringen, nicht ohne sie vorher mit einer Schwimmweste auszustatten und sie über deren Gebrauch außerhalb der Räumlichkeiten auf zu klären. Vanessa ist total begeistert über dieses orangerote Teil und hat ihre helle Freude, dass ihr Sergej nun wieder bei ihr ist.

So, das war Nummer neunundsiebzig, ich hoffe, es hat gefallen, bis bald

LG, euer Niff

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2 Kommentare

  1. Hi Niff, cool der nächste Teil ist da👍 hat mir Spaß gemacht, zu lesen und ich hoffe, dass der 80ste bald on geht.
    Wünsche dir ein schönes Osterfest.

    LG Andi

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  2. Hallo Niff,

    bin auch endlich dazu gekommen, klasse Folge
    Endlich auf dem Schiff 🙂

    Viele Grüße
    Claus

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