Traumschiff – Teil 81

Ferien auf dem Wasser… Entwicklungen… der Graf… Roller… Familienzwist mit Gräuel……Steuermännlein

Enrico

Gestern, am Dienstag, kam mein Chef fröhlich pfeifend um halb elf zu seinem Schichtbeginn, das Date mit dem Doktor muss wohl, so wie der Herr Meinle drauf ist, ganz gut gelaufen sein, denk ich mir. Er hat dann aber den ganzen Rest meiner Schicht absolut nichts erzählt, wohl wissend, dass ich vor Neugier fast geplatzt bin.

Später Zuhause haben Noah und ich dann erst mal ein wenig gechillt. Danach dann haben wir dann einige Fragebogen für die Fahrschule gelernt und um sieben Uhr waren wir zum theoretischen Unterricht bis Neun, sein Papa hat uns hin gefahren. Paul war auch da und Rolf hat ihn mit dem neuen Roller abgeholt, hat gesagt, dass er jetzt wieder fahren kann.
Später dann, wieder Zuhause bei Schroers, nach einer ausgiebigen Dusche mit erotischen Einlagen lagen wir nun kuschelnd im Bett, sind dann, nach etlichen Gutenachtküssen, auch bald fest eingeschlafen. Küssen mit Noah ist einfach sooooo geil, sooooo gut, galaktisch.
Es ist immer wieder aufs neue sooo toll, zu sehen, wie sich am Morgen seine Augen langsam öffnen, noch vom Schlaf verhangen, dann anfangen, deine Augen zu suchen und zu entdecken, anfangen zu leuchten und zu strahlen, gerade so, als würde die Sonne auf gehen, Noah, mein Noah.
Ich bin ihm längst verfallen, mit Haut und Haaren, restlos und ohne Einschränkung. Er liebt mich auch, genau so, denke ich und er zeigt es mir, sagt es mir jeden Tag, immer wieder und macht mich glücklich. Ich habe es vor ihm nie für möglich gehalten, das man so drauf sein kann, fixiert auf den einen Menschen, den man liebt, der einem alles bedeutet, was wichtig ist.
Seine Eltern mögen mich, weil ihr Sohn durch mich so glücklich ist, lassen mich das täglich spüren, tun viel für mich, fahren mich, seine Mama wäscht für mich, sein Papa bringt uns zur Fahrschule, holt uns überall ab, es ist einfach alles  
Heute Morgen beim Frühstück war etwas anders, seine Mama war nervös, in Gedanken und Noah, der mit mir zum Frühstück runter gegangen ist, fragt: „Mama, was ist denn los, ist was passiert, du bist so anders heute Morgen?“
Herr Schroer ist es, der antwortet: „Sie macht sich viel Gedanken, deine Großeltern wollen uns übers das nächste Wochenende besuchen, von Freitag, den neunten bis Sonntag, den elften und Mama hat wohl Angst vor der Reaktion deines Opas.“
„Ich weiß ja auch nicht“, sagt seine Mama und sieht ziemlich ratlos dabei aus, „sollen wir es verheimlichen, ihnen nichts sagen oder was tun wir?“
Ich sage: „Wir könnten zu uns in die Wohnung gehen, Noah und ich.“ „Ich müsste ihm wohl dann Noahs Abwesenheit erklären“, sagt sie, „ich mag nicht lügen. Ich habe meine Eltern noch niemals angelogen und will das jetzt, selbst in dieser Situation auch nicht tun.“
Noah sagt jetzt: „Wir werden es gleich am Anfang sagen, dann kann er, wenn er will, wieder heim fahren. Wenn der Roller bis dahin zugelassen ist, werde ich mit Rico in dessen Wohnung fahren und erst am Samstagmittag zum Essen wieder kommen. Entweder hat er es bis dorthin verarbeitet und toleriert es oder ich muss mich mit ihm auseinandersetzen, wenn er es denn so will. Danach fährt er entweder heim oder er akzeptiert es. Anders geht es eben nicht, ich werde Enrico nicht verleugnen, niemals.“
Mir wird es warm im Bauch, er kämpft für mich und unsere Liebe, er wird gerade mein Held. Seine Mama guckt gequält und Hilfe suchend zu ihrem Mann. Der sagt jetzt: „Das ist wohl die ehrlichste Lösung und wenn es auch nicht sonderlich diplomatisch ist, bin ich dafür, dass wir es genauso machen.“
Seine Mama guckt immer noch gequält: „Ich glaube, da müssen wir jetzt durch und wenn er es denn nicht akzeptieren kann, dann,…..dann braucht er auch nicht mehr mit uns zurechnen. Das Glück meines Kindes, euer beider Glück“, und jetzt sieht sie uns abwechselnd an, „ist mir einfach um vieles wichtiger, als der Seelenfrieden meiner Eltern.“ „Danke Mama, du bist cool“, sagt mein Schatz zu ihr und ein zaghaftes Lächeln erscheint auf ihrem Gesicht. „Ich wollte, wir hätten das schon hinter uns“, sagt seine Mama.
„Wann wollt ihr denn mal mit dem Trainer reden, Ulf“, fragt sie jetzt, „wann soll denn da mal Klarheit geschaffen werden. So, wie unsere beiden miteinander umgehen, wird ihre Beziehung nicht mehr lange ein Geheimnis bleiben. Das sieht doch ein Blinder, dass sie sich lieben und nicht nur befreundet sind. Rolf muss ja dann am besten auch gleich mit oder wie will der das regeln. Ich denke mal, das der Paul sich auch nicht immer verstecken will.“
Ich muss jetzt los, Herr Schroer fährt mich zum Hilton. Ich gebe Noah noch einen Kuss, dann folge ich seinem Vater zum Auto.
„Es ist nicht einfach für Irene, das mit ihrem Vater auszufechten“, sagt er im Auto zu mir, „er war halt Pastor bis vor zwei Jahren und die Kirchen hatten noch nie was übrig für schwule Menschen und er wird es wohl nicht Kommentarlos hinnehmen. Wenn er ausfallend oder beleidigend wird, schmeiße ich ihn raus und Irene wird das mittragen. Sie liebt Noah über alles und dich lieben wir mittlerweile auch sehr. Ihr seid einfach ein tolles Paar und Noah war noch nie früher so, wie er es jetzt mit dir ist. Das sehen wir und uns gefällt das und wir werden es nicht von einem Pastor im Ruhestand zerstören lassen.“ Er hält am Hilton, streicht plötzlich durch meine Haare und sagt: „Lauf, mein Junge. Viel Spaß bei der Arbeit, bis heute Abend.“ Beschwingt und glücklich laufe ich ins Hotel, so war mein Vater die letzten vier Jahre nicht zu mir. Ich mag seine Eltern sehr, sehr gern.
Er hat durch meine Locken gefahren, so wie es sonst sein Sohn immer tut. Das ist alles so toll. Gut gelaunt betrete ich nach dem Umziehen die Küche. An meinem Arbeitsplatz liegt ein Klemmbrett mit einem Zettel, auf dem steht, was ich vorbereiten muss und ich mache mich an die Arbeit. Leise summe ich ein Lied vor mich hin.
Was die anderen jetzt wohl machen auf dem Schiff? Ob Paolo noch schläft oder sich gerade mit Natascha in den Laken wälzt? Wer weiß, ich muss ihm nachher mal schreiben oder ihn anrufen.

Sergej

Mit Jerome gehe ich hoch auf die Brücke, den neuen Cousin nehmen wir mit und Kapitän Sundermann erklärt uns dreien, wie es weitergeht. Mit Blick auf die gleich achteraus verschwindende Spandauer Zitadelle fahren wir in südliche Richtung auf der Havel, die nach etwa zehn Kilometern bei Wilhelmstadt in den großen Wannsee übergeht. Sie fließt quasi durch diesen See, den wir durchqueren. Danach fahren wir durch den Jungfernsee und den Weisser See, später dort am Ende dann in den Sacrow Paretzer Kanal, der uns dann durch den Schlänitzsee weiter Richtung Elbe führt
Der Kapitän erklärt uns den Weg, der etwas anders verläuft wie der Hinweg nach Berlin, der aber letztendlich doch wieder durch den Plauer See und dann in den Elbe-Havel Kanal führt. Diesen werden wir, irgendwann am späten Nachmittag oder Abend, nachdem er in den Mittellandkanal übergegangen ist, über das Schiffshebewerk Rothensee in die Elbe, verlassen. Die Elbe ist unser heutiges Tagesziel und wir kommen auch ganz gut voran.
Alex ist sehr still, muss die Veränderungen in seinem Leben wohl erst mal realisieren und folgt uns wortlos, als wir die Brücke wieder verlassen. Das Fußballspiel der deutschen Mannschaft haben wir wohl im Trubel der Ereignisse und des tollen Essens mit gemütlichem Abend bei Gesang und Bier glatt vergessen, Deutschland verlor Null zu Eins gegen die Spanier.
Jerome legt einen Arm um Alex, als wir wieder auf Deck stehen, und sagt zu ihm: „Alles wird gut, Lex, du wirst sehen. Du musst keine Angst mehr haben und nach England musst du ja jetzt auch nicht mehr. Egal, was kommt, wir sind alle für dich da, wollen, dass es dir gut geht bei uns. Du hast jetzt Freunde und mit Natascha, Papa und Mama und mir, Sergej eingeschlossen, eine Familie, die diesen Namen auch verdient. Du bist nicht mehr allein und wir werden alles für dich tun, was du zulässt.“
Wir gehen auf das Vorderdeck und einige sind beim Sonnenbaden, mit Hosen und Oberteilen, wohl weil Jeromes Mama und Papa jetzt da sind und meine Leute auch aber wohl auch wegen Lex ist das vielleicht gerade gut, wer weiß, wie er reagiert. Wenn er eine Latte kriegen würde, wäre ihm das bestimmt sehr peinlich. Ich denke, das er sich schnell eingewöhnen wird und spätestens Zuhause in der Sauna ist dann Nackt sein normal, auch für ihn. Es ist alles eine Frage der Gewohnheit.
So eine Kanalfahrt ist schon nichts alltägliches, man fährt praktisch mitten durch das Land auf einer relativ schmalen, künstlich angelegten Wasserrinne, sieht links und rechts Wald, Wiesen, Ortschaften vorbei ziehen und kann Kühen und Schafen beim Grasen zuschauen. Die Kanalführung ist über längere Abschnitte fast schnurgerade und nur die Schleusen ab und zu bieten Abwechslung auf der zumindest für die Leute im Leitstand und auf der Brücke ziemlich eintönigen Fahrt.
Kevin und Robin sitzen zusammen auf einer Liege und üben ein bisschen mit der Gitarre, Wolfi liegt neben dran und döst in der Sonne und Vanessa sitzt natürlich ebenfalls dabei und lauscht der Musik. Sie trägt immer die Schwimmweste, außer nachts in der Koje, da zieht sie die dann doch aus, nach dem ich sie darum gebeten habe.
Wir, mein Schatz und ich legen uns nun ebenfalls in die Sonne, Jerome döst und ich lese ein wenig in meinem E-Book, das ich mir schnell aus der Kabine geholt habe. Carl August winkt dem Alex und der geht hin zu ihm und setzt sich neben ihn auf dessen Liege.
Mir ist aufgefallen, dass der junge Stewart, der an Bord ist, jetzt wo alle bekleidet sind, Papa und Mama Remmers schon was zum Trinken bringt und auch Natascha und Paolo hat er, auf Nataschas Bitte hin, was mit gebracht. Der ist noch jung, gerade über zwanzig vielleicht und irgendwie kommt er mir bekannt vor. Er ist schlank, etwa eins fünfundachtzig groß, dunkelhaarig und recht hübsch. Den habe ich schon mal gesehen, kann mich aber nicht erinnern, wo. Ich werde Schatz gleich mal fragen, der weiß bestimmt was über ihn.

Carl August

Ich sitze nun auch auf dem Vorderdeck, nur mit einer Badehose bekleidet und von Lis, die in einem tollen Bikini neben mir auf einer Liege sonnt, gewissenhaft eingecremt. Auch Zoran und Waltraud, Sergejs Eltern liegen hier bei uns und beide lauschen Lis Erzählungen, die sich um unsere Söhne und all die anderen Freundinnen und Freunde drehen. Gestern, nach unserer Ankunft haben Lis und ich uns richtig auf den Urlaub eingestimmt, anschließend mussten wir duschen, Liebe kann schon sehr schweißtreibend sein aber eben auch geil, wie die jungen immer sagen.
Der junge Stewart bringt uns was zum Trinken, nach dem er wohl von Herrn Sundermann geschickt wurde, um zu fragen. Er ist noch nicht solange an Bord, hat im Hilton gelernt und dann noch zwei Monate dort gearbeitet, bevor er für zwei Reisen auf der Europa war. Dann hat er sich bei einer betriebsinternen Ausschreibung auf die “August Remmers “beworben und wurde von mir eingestellt. Er machte von allen Bewerbern den mit Abstand besten Eindruck und die Beurteilungen aus dem Hotel und von der Europa waren tadellos
Es gibt eigentlich drei Stewarts an Bord, ich habe aber im Vorfeld der Reise Sundermann gesagt, das sich die jungen Leute selber bedienen und er zwei Stewarts in Urlaub schicken soll. Da die anderen zwei Familien haben und sonst im Sommer immer mit dem Schiff unterwegs sind, haben sie sich gefreut, auch mal mit ihren Kindern zusammen in einen Sommer Urlaub zu fahren.
Als ich sehe, das Jerome und Sergej mit dem Alex von der Brücke kommen, winke ich den Jungen, den Alex, zu mir und fordere ihn auf, neben mir auf der Liege Platz zu nehmen.
„Ich möchte ein wenig mit dir über deine, oder besser gesagt, unsere gemeinsame Zukunft reden“, sag ich zu dem Jungen, der jetzt einen sehr angespannten Eindruck macht. „Du musst keine Angst haben, Alex, bleib ganz locker, hier bei uns will dir niemand etwas Böses und es zwingt dich auch keiner, etwas zu tun, was du nicht willst. Bei uns im Bundesland Bremen beginnt die Schule wieder am Donnerstag, den fünften August. Ich nehme an, auf Grund deines Alters, das du nur noch ein Jahr bis zum Abitur hast, ist das richtig?“
„Das kann man nicht so einfach sagen“, sagt er, „früher, bis zur Klasse zehn war ich immer gut. Dann, als mir klar wurde, dass ich wohl schwul bin, haben meine Leistungen nach gelassen und das Zeugnis am Ende der elften war nicht so gut. Zu diesem Zeitpunkt war ich ja schon geoutet und meine Abschiebung auf das Inselinternat war schon beschlossene Sache.“ Er holt tief Luft und fährt sich mit der Hand über die Augen.
„Es war eine derbe Umstellung und ich hatte anfangs schon Probleme, Angst vor Entdeckung, auch Angst, dort überhaupt mit zu kommen. Mein Englisch war nicht so gut am Anfang aber mit der Zeit wurde es dann besser und ich habe durch viel Nacharbeiten einiges aufgeholt. Ich denke, mit etwas Nachhilfe müsste ich in einem Jahr das Abi schaffen und dann möchte ich gerne studieren, etwas technisches, Maschinenbau würde mir gefallen.“
„Nun, das sind ja klare Pläne und das dürften wir auch hin kriegen“, sag ich, „Jerome und Natascha hatten immer private Lehrer und wenn du im nächsten Jahr Nachhilfe brauchst, werden wir den ein oder anderen von den Lehrern natürlich dazu einsetzen. Wenn du bei uns das eine Jahr noch gehst, hast du ja bereits Freunde in der Klasse. Da ist Dirk, den du ja schon kennengelernt hast, dann sind da Armin und Denise, die du spätestens auf der Party kennen lernen wirst. Du siehst also, dass du von Anfang an nicht allein bist in der neuen Klasse. Das dürfte wohl den Start erleichtern, denke ich.“
Er schaut jetzt schon etwas zuversichtlicher aus, der Junge. „Nutze die Zeit jetzt auf dem Schiff, um dich mit den Jungs und Mädel näher bekannt zu machen, das erleichtert dir den Start in Bremerhaven, wo ja auch noch Freunde sind, die nicht mit uns fahren konnten. Zu unserem Haushalt gehören auch noch meine Mutter und ihre Schwester Frieda, die zurzeit auf Borkum sind und dort kuren. Sie werden zu dir sein, wie Großmütter zu ihren Enkeln sind und Oma und Frieda sind bei den Jungs und Mädels mehr als nur sehr beliebt. Sie nehmen an allem regen Anteil, helfen, wo sie können, haben den Paul, der zur Zeit in Bremen bei seinem Freund Rolf wohnt, bei sich in der Wohnung aufgenommen, weil der nicht nach Hause zurück konnte. Sein Vater hat ihn fast tot geschlagen, nur weil er schwul ist und in erster Linie ist er dank Ole heute glücklich.
Frau Jensen, Oles Mutter und Frau Gut, Sigrids Mutter sind ebenso wie Martin und Kai bei uns im Haus angestellt. Diese Leute sind für uns mehr als nur einfache Angestellte, sie gehören einfach mit dazu und werden von uns auch immer ordentlich und mit Respekt behandelt.
Streit ist in unserem Haus sehr selten, gibt es so gut wie nie, was auch mit daran liegt, das wir immer über alle Dinge reden und fast immer gemeinsam die Dinge und Probleme angehen.
Ich kann nicht abschätzen, wie die wirtschaftliche Lage bei euch Zuhause ist und war? Bei uns ist es so, dass wir alles, was wir meinen zu brauchen, auch kaufen können, wir sind was man landläufig stinkreich nennt. Das heißt aber nicht, dass wir das Geld aus den Türen und Fenstern raus schmeißen. Du bekommst ein monatliches Taschengeld, das regelt deine Tante Lis mit dir, was sonst gebraucht wird für Schule, Kleidung, Hygiene und so, auch ein neues, ordentliches Handy, das wird gekauft, sowie es nötig ist. Eins der Gästezimmer in Jeromes Wohnbereich werden wir für dich her richten, die Zimmer haben ein eigenes Bad und sind recht groß, so dass du dich da entsprechend einrichten kannst.
Rede mit Sergej und Jerome oder mit Lis, wenn irgendetwas fehlt, das wird dann angeschafft. Mache eine Liste mit den Sachen, die du noch Zuhause oder auch in England hast und die du hier her haben willst in dein neues Zuhause. Deine Familie soll gefälligst dafür sorgen, dass du es bekommst. Unsere Anwälte werden sich darum kümmern, ebenso um Unterhalt und dein dir zustehendes Kindergeld.
Deine Familie soll nicht glauben, dass sie da so ohne weiteres raus kommen aus den Verpflichtungen, ihrem Sohn gegenüber und glaub mir, eine Gehaltspfändung bei einem Oberst, diese Schmach wird dein Vater wohl kaum riskieren.“
Jetzt guckt er etwas amüsiert, sagt: „Oh Gott, da könnte ja der Ruf des Herrn Grafen von und zu Schaden nehmen, was für ihn wohl noch schlimmer wäre, wie Ausschlag im Gesicht. Die Ehre und der Ruf und das blaue Blut, alles gefährdet durch eine kleine Schwuchtel, ich glaube, wenn sie es könnten, ohne bestraft zu werden, hätten sie mich umgebracht und verschwinden lassen, irgendwo verscharrt. Ich habe zugegebener Massen immer noch etwas Angst vor der Zukunft, auch davor, wie sie auf all das reagieren, ich habe aber seit gestern auch sehr viel Hoffnung, das alles endlich gut werden kann.“
„Wenn du willst, kannst du jetzt wieder zu den Anderen gehen“, sag ich zu ihm und nach seinem „Danke für alles“, geht er rüber zu den Liegen der Jungs und setzt sich zu Ole und Frank.
Ole, der ja nun bald volljährig wird, wird dem Alex helfen, hier schnell das Gefühl zu bekommen, dazu zu gehören, er wird ihm auch die Zusammenhänge dieser so tollen Gruppe erklären und ihn mit einbinden in alles, was geschieht. Bei Ole bin ich immer so was von sicher, dass er für alles eine Lösung sucht, den Alex an alles Neue heran führt und ihm hilft ohne sich ihm aufzudrängen oder zu dominieren.
Der Ole, das habe ich wohl von Anfang an gespürt, ist einfach durch und durch ehrlich und gut, auf sein Wort kann man Hochhäuser bauen und wenn er eine Aufgabe übernimmt, dann muss man über das Ergebnis nicht mehr nach denken, Ole kriegt das hin. Ihn für Jerome als Freund zu gewinnen, war wohl ein sehr guter Schachzug und für meinen Sohn das größte Geschenk nach Sergej. Beide, Jerome und auch mein Schwiegersohn Sergej, wissen, dass Ole sie nie im Stich lassen wird, solange er lebt.

Ole

Frank und ich haben längere Zeit auf der Liege gelegen, jetzt sitzen wir, weil Alex zu uns gekommen ist. Er hat gefragt, ob wir ein bisschen Zeit zum Reden für ihn haben und das haben wir natürlich. Er setzt sich zu mir und bittet mich, ihm etwas über die Jungs und Mädels hier und auch über die, die nicht dabei sind, zu erzählen, wie alles entstanden ist. Und auch, wie es denn nach der Fahrt hier weiter geht.
Ich fange an mit mir, Marie, Armin und Denise, meinem Outing durch Mutsch und dann auch vom Unfall, Torsten und dann mein Zusammenkommen mit Frank, mit allen Komplikationen und Pauls von blinder Eifersucht getriebenen Untaten, die nur auf Grund glücklicher Umstände keine Todesopfer gefordert hat. Beeindruckt schaut er Frank an, sagt, dass er froh ist, dass alles gut aus gegangen ist.
Ich bitte Frank, für uns etwas zum Trinken zu holen, viel reden bei der Hitze gibt einen trockenen Hals. „Was möchtest du denn, mein Schatz?“, fragt er. „Ich möchte einen Alkohol freien Radler, bitte“, sag ich, stupse Alex an und frage: „Was möchtest du?“ „ Ich hätte auch gern so was wie du“, sagt er und Frank geht los. „Ihr seid ein tolles Paar, ihr beiden“, sagt er. „Du hast gestern kurz erwähnt, dass du auch schon einen Freund hattest“, frag ich, „was ist denn aus dem geworden?“
Er seufzt, murmelt: „Uwe“, sagt dann: „Ich weiß es nicht. Mein Vater hat natürlich, als es mit uns raus kam, da angerufen und am Telefon zu seinem Vater gesagt, das Uwe eine von diesen, wörtlich, perversen, Arsch fickenden Scheiß Schwuchteln ist und es wohl mit mir getrieben hat, weil ich auch so eine wäre.
Wie seine Eltern reagiert haben, weiß ich nicht, Kontakt gab es keinen mehr, Handy weg, Laptop weg, Zimmerarrest, nur der Gang zum Bad war noch erlaubt. Uwes Familie ist ja dann wohl auch gleich weg gezogen, weil sein Vater ja versetzt wurde. Ich habe gestern mit Kevins Handy vom Hotel aus versucht, Uwe zu erreichen, vergebens, die Nummer ist nicht mehr vergeben. Ich weiß einfach nicht, wo er abgeblieben ist, ob und wie seine Eltern, die eigentlich ganz OK waren, es aufgenommen haben. Nichts weiß ich und als ich meinen Vater gefragt habe, wo die jetzt hin sind, hat er mir eine rein gehauen, das ich auf den Boden geflogen bin. Danach habe ich es aufgegeben.“
Hat er einen Familiennamen, dein Uwe, einen, der nicht so alltäglich ist?“, frag ich den Alex. „Er schreibt sich mit Nachnamen Buchmann, warum?“, will er wissen. „Wir könnten ihn übers Internet suchen, nur bei Meier oder Schmitt macht das wenig Sinn“, sag ich, „mit Buchmann geht es dann doch vielleicht schon eher, das könnte klappen. Das versuchen wir nach dem Mittagessen, wir gehen dann in die Messe, ich hole mein Notebook und dann suchen wir mal. Weißt du nicht, wohin sein Vater versetzt wurde?“
„Ich meine, es wäre Bonn gewesen, bin mir aber nicht mehr so sicher“, sagt er.
„Wart ihr richtig fest zusammen?“, will ich von ihm wissen. „Ja, wir waren in der gleichen Klasse, „sagt er, „er ist nur einen Monat jünger als ich und es viel ja auch nicht auf, wenn wir zusammen für die Schule gearbeitet haben. Das machten wir meist bei ihm, seine Mutter hatte eine Job, war nachmittags nicht Zuhause und der Vater war ja auch im Dienst.“ „Hattet ihr…?“ „Ja, hatten wir“, kommt er meiner Frage zu vor und wird rot, „Kein Grund, sich zu schämen“, sag ich, „wir machen das auch ganz gern und nicht zu knapp.“ Frank, der mit den Getränken zurück ist, hat die letzten Sätze mit bekommen und grinst und leckt sich über die Lippen.
Alex hat Franks Reaktion wohl mitbekommen und der Teint wird noch kräftiger, was zu seinem rotblonden Haar gar nicht schlecht aussieht. Er ist durchaus ein sehr hübscher Junge, hat Kevins Statur, ein Twink also, wobei Kevin wohl jetzt etwas größer geworden ist und Wolfi um ein paar Zentimeter überholt hat. Alex und Kevin haben bestimmt die gleiche Kleidergröße.
Mal sehen, wie lange es dauert, bis auch er jemanden gefunden hat, mit dem er gerne zusammen wäre. Ich bin gespannt, ob wir was über seinen Uwe raus kriegen und wenn ja, was.
Jerome und Sergej haben es übernommen, Kevin und Wolfi das Schiff zu zeigen, weil die ja nicht von Anfang an dabei waren.

Paul

Gestern Abend sind wir um viertel vor Sieben mit dem Roller in die Fahrschule gefahren, das ist nicht so weit weg. Rolf hatte es am Nachmittag probiert, ob er schon wieder fahren kann und es klappte dann auch gut. Es war die erste Fahrt mit dem neuen Roller und die Karre ist einfach geil.
Er hat mich dann auch um neun nochmal ab geholt und wir haben mit Rico und Noah noch geredet bis die beiden von Noahs Papa abgeholt wurden. Der Papa hat sich dann auch noch kurz zu uns gesellt, hat vom Schiff erzählt und von der geplanten Party, wenn alle zurück sind. Er hat auch gesagt, das Martin und Kai am Donnerstag, übermorgen also, zurück kommen werden und dann erst später, nach der Party, nach England fahren werden, um der Oma Gesine das Auto zu holen, das sie bestellt hat.
Er hat dann auch den Rolf gefragt, ob er zu einem Termin mit dem Ringertrainer mit kommen will oder ob er warten will, was ihr Gespräch für Auswirkungen hat. Rolf will gleich mitgehen, ein taktieren und die Heimlichtuerei will er nicht länger und zu zweit hat er auch mehr Mut. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass er zu mir, zu uns stehen will und das habe ich ihn dann später auch spüren lassen. Er mag es sehr, wenn ich auf seinem Horn reite und das habe ich auch mit sehr viel Liebe getan.
Vorher, Zuhause haben wir beschlossen, das wir dann ja auch mal wieder bei mir schlafen könnten, wenn Martin und Kai ja da sind und das wir vielleicht ja was mithelfen könnten bei den Partyvorbereitungen in der nächsten Woche. Sturmfrei, da fallen alle Hemmungen, was die Geräuschkulisse angeht.
Am Freitagvormittag muss ich zur Staatsanwaltschaft, Ulli auch, wir sollen vernommen werden zu den Misshandlungen durch unseren Erzeuger, der noch immer in U-Haft sitzt, weil die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind.
Der bescheuerte Werthmüller soll auch noch vernommen werden und der Freund von Herrn Remmers, der bei der Kripo ist, prüft jetzt wohl an Hand der Fakten, ob man den Werthmüller nicht irgendwie wegen Beihilfe und nicht nur wegen versuchten Betrug dran kriegen kann. Nach den Ferien ist der Kerl aber bis auf weiteres suspendiert an der Schule und Dirks Mutter hat Anzeige erstattet, was ich wohl am Freitag auch machen soll und werde.
Heute Morgen sind wir dann mit dem Roller in die Firma seines Opas gefahren und Rolf und der Opa haben mir den Betrieb gezeigt. Es ist sehr interessant gewesen und besonders haben mich die Maschinen interessiert und auch beeindruckt. Zum Teil vom Computer gesteuert machen die Einzelteile zu Möbel in einer Serie nacheinander fertig, ohne das ein Geselle die Teile in die Hand nehmen muss. Alle Löcher und Fräsungen werden von der Maschine vorgenommen und jedes Teil ist so präzise genau wie die anderen.
Solche Maschinen oder ähnliche zu bauen, zu konstruieren, das würde mir gefallen und einen Studienplatz habe ich ja dank Herrn Remmers in Bremen bekommen.
Dann haben wir noch seine Mama im Büro besucht, sie hat uns einen Kaffee gemacht und gefragt, ob wir beim Supermarkt vorbei fahren und ein paar Sachen holen könnten, was wir dann im Anschluss auch getan haben. Die Fahrt war schon ein bisschen anstrengend für Rolfs Bein und so haben wir den Rest des Nachmittags bis seine Mama nach Hause kam, keusch und brav auf der Couch hingelümmelt und geruht, Rolf hat sogar eine halbe Stunde gepennt.
Später, nach dem Abendbrot, hat Rolf mich abgefragt, bei den Verkehrsregeln, also die für die Fahrschule und es hat schon ganz gut geklappt. Übung macht den Meister, sagt Rolfs Opa immer.

Robin

Mit Vanessa habe ich draußen auf einer Liege weiter am Puzzle gebastelt, Boris hat uns beide eingecremt mit Sonnenschutz und dann gegen elf Uhr einen Sonnenschirm so hin gestellt, dass wir Schatten hatten. Das Puzzle ist schon sehr weit und die Vanessa ist voll bei der Sache. Sie freut sich immer sehr, wenn sie ein passendes Teil gefunden und eingebaut hat.
Boris hat für uns zwei Apfelschorle zum Trinken geholt, weil es mittlerweile doch sehr warm ist, trotz dem Fahrtwind, der eher sanft und lau über das Deck streicht.
Boris ist einfach ein toller Freund und er hilft mir, so dass ich gut zu recht komme. Chris könnte das alles auch nicht besser machen und der soll sich ja jetzt auch mit Matze beschäftigen. So viele Jahre hat er sein Leben immer mir und meiner Krankheit untergeordnet. Ich möchte, dass er jetzt mal so leben und vor allem lieben kann, wie er und Matze es möchten. Beide sind jetzt gut drauf und sehr ausgeglichen was mich vermuten lässt, das sie jetzt öfter auch mal textilfrei an sich rumspielen, auch das freut mich für die Beiden.
Die Jungs hier an Bord, ausgenommen Boris und der neue Neffe Lex, haben ja feste Partner und weil sie alle immer zufrieden und ausgeglichen, ja richtig glücklich aussehen, nehme ich für mich mal an, das sie nachts in den Kojen oder unter den Duschen bestimmt kein Halma spielen.
Mal sehen, wie das später mal bei mir wird, wenn ich gesund bin. Ich bin mir einfach nicht im Klaren, ob mich jetzt hübsche Mädels oder hübsche Jungs mehr anmachen, wenn es dann mal soweit wäre. Ich lass mich überraschen, was bleibt mir auch anderes über, wobei Boris, der könnte mir schon gefallen, obwohl auch Natascha und Sigrid durchaus gewisse Reize auslösen. Genug damit, das ist eh Zukunftsmusik und ich konzentriere mich lieber auf das Puzzle.
Ich bin schon sehr gespannt, ob das mit Alex Brunner und dem Küchenchef was wird, ich hoffe, dass sie sich näher kommen. Der Alex ist so ein toller Mensch und schon weit über zwei Jahre allein. Er hat schon ein neues Glück verdient, nach allem was geschehen ist und mit dem Küchenchef, das könnte auch passen, da bin ich mit Enrico einer Meinung. Was die Jungs jetzt in Bremen wohl machen, ob es mit der Reha gut läuft, na ja, Hauptsache, sie sind zusammen und auch zufrieden dabei. Wenn der Noah nicht gewesen wäre, würde ich wohl nicht operiert und auch, wenn Jerome und Natascha das alles bezahlen, so hat Noah doch einen sehr wesentlichen Anteil daran, dass es überhaupt so gekommen ist.
Wenn Noah und Rolf keinen Unfall gehabt hätten, wären sich Chris und Noah wohl nicht begegnet und wenn ich darüber nach denke, das es durch das Waschen von Noahs Pullermann ausgelöst wurde, dann ist das doch einfach verrückt, oder. Ein Pimmel als Auslöser der Hilfsaktion, es ist doch gut, das Chris und Noah schwul sind, sonst wäre alles wohl anders gelaufen für mich. Na ja, Noahs Ding ist ja schon eins, das ein bisschen aus dem Rahmen fällt, das habe ich beim Schwimmen schon gesehen.
Aber so ist mein Leben, immer von Zufällen und ungewöhnlichen Dingen beeinflusst, wie oft haben sie mich schon abgeschrieben, wie viel Tränen haben Mama und Chris schon wegen mir geweint.
Und jetzt zur Zeit läuft alles bestens, es geht mir besser, als es jemals vorher der Fall war und ich bin voller Zuversicht, das mir in den Staaten nur Positives passiert mit Alex, Chris und Matze an meiner Seite, nicht zu vergessen Winston, meinen Freund drüben. Ich will und werde das schaffen, eine Alternative gibt es eh nicht, jedenfalls keine akzeptable. Sterben, ja, aber irgendwann in fünfzig oder sechzig Jahren und nicht in zehn oder fünfzehn.
Ich werde kämpfen und gewinnen, davon bin ich überzeugt, aber so was von……… Vanessas Jubel reißt mich aus meinen Gedanken, sie hat die letzten Teile des Puzzles eingefügt und freut sich. Ihre Mutter kommt, lobt uns und auch Boris sagt ihr, dass sie das einfach toll gemacht hat. Jetzt, da es fertig ist, lässt ihr Interesse an dem Puzzle stark nach.
Boris sagt, dass das mit fast allen Dingen so ist. Wenn etwas fertig ist, dann verliert es an Aufmerksamkeit und erst eine andere Herausforderung bringt sie dann dazu, sich darauf zu konzentrieren. Jetzt geht sie erst mal mit ihrer Mama, ich nehme an, aufs Klo und ich räume die Teile des Puzzles zusammen und bringe es in die Messe, wo es zu den Spielen in den Schrank kommt. Danach, bis zum Mittagessen, werde ich ein wenig unterm Sonnenschirm dösen.

Kevin

Unser erster Tag auf dem Schiff begann damit, das uns beiden das Schiff gezeigt wurde, von Jerome und Sergej, während dessen Ole und Frank dem Alex einige Dinge im Zusammenhang mit uns allen in dem doch recht großen Freundeskreis erklären, damit er sich zurecht findet und in alles hinein wachsen kann.
Der erste Weg führt uns auf die Brücke und Jerome fragt nach oben, ob wir denn auch die Brücke betreten dürfen. Dazu muss man wissen, dass auf einem Schiff der Kapitän so was wie ein Alleinherrscher ist und dass er sogar in seemännischen Fragen keine Genehmigung des Eigentümers braucht. In allen Dingen, die das Seemännische und die Sicherheit angeht, ist der Kapitän der Boss.
Da sein Refugium die Brücke ist, muss jeder, der dort hin will, fragen, ob er darf. Oben angekommen, erklärt uns der Kapitän, was alles auf der Brücke und in dem sich nach vorne unter der Brücke befindlichen Leitstand an Geräten vorhanden ist.
Da gibt es Radar, Sonar, das Steuersegment und die Sprechverbindungen ins ganze Schiff, auch ein Funkgerät zur Verbindung nach außen ist hiervon hier aus wird das Schiff geführt.
Radar ist für Nachtfahren und bei schlechter Sicht und Nebel. Sonar, auch Echolot misst fortlaufend die Wassertiefe und Bodenform des Untergrundes, vor und unter dem Schiff. Im Leitstand, so erklärt Herr Sunderman, werden seine Kommandos an den Maschinenraum gegeben und die Propellerverstellungen vorgenommen, davon hängt dann die gefahrene Geschwindigkeit ab.
Nun, nachdem wir alles gesehen haben hier oben, will Jerome uns den Maschinenraum zeigen, der unter Deck im hinteren Drittel des Schiffes liegt und über einen sogenannten Niedergang erreichbar ist.
Hier unten ist es warm und auch etwas lauter, obwohl wir ja nicht so schnell fahren. Zwei große Dieselmotoren, mit zwölf Zylindern, jeder leistet unter Volllast sechstausend PS zum Fahren und einen kleineren Diesel gibt es hier. Der Kleine dient nur zur Stromerzeugung.
Zwei Leute arbeiten hier und sie tragen einen Gehörschutz. Ich bin froh, als wir aus dem Lärm und der doch stickigen Luft wieder draußen an Deck sind.
In den Deckaufbauten befindet sich die Messe, die Kombüse und der Leitstand, den wir gesehen haben von der Brücke aus. Unter Deck sind dann die Kabinen für Passagiere und weiter hinten auch für die Besatzung. Funktionsräume, Lagerräume und Tanks für Treibstoff und Frischwasser sind auch unten. Das Wasser, um die Motoren zu kühlen, holt eine Pumpe ständig aus dem Wasser, auf dem das Schiff gerade schwimmt.
Alles in allem ein technisch ziemlich perfektes System, so ein Schiff und auch interessant, mal alles genau an zuschauen. Wir gehen jetzt alle vier in die Messe und holen uns was zum Trinken, denn es ist ein warmer Tag heute. Der Kapitän will heute Magdeburg erreichen und dort festmachen, hat er gesagt eben oben auf der Brücke. Mal sehen, ob wir was zu sehen kriegen von der Stadt.
Er will mit Carl August reden, da gibt es wohl ein Restaurant direkt an der Elbe, Petryförderer heißt das, das hat einen eigenen Schiffsanleger und weil abends die Ausflugsdampfer nicht mehr fahren, könnten wir dort festmachen und eventuell auch essen aber das muss Carl August entscheiden, so rechtzeitig, das man dort früh genug anrufen kann, ob das so geht. Das Schiff könnte dann auch bis zum Freitagmorgen dort liegen bleiben und dann in der Frühe von dort losfahren, Richtung Dresden, weiter Elbe aufwärts.
Herr Sundermann ist jetzt zu Carl August gegangen und redet mit ihm. Lis hat sich ebenfalls auf gesetzt und redet mit den beiden, vermutlich über das Anlegen in Magdeburg. Schon wieder Essen im Restaurant mit so viel Leuten, na ja, am Geld wird es nicht hängen, gestern waren es knapp tausend Euro für alle, aber das sind ja keine Summen für Remmers, für Alex Ausstattung waren es noch achthundert mehr und da waren Handy und Notebook noch gar nicht dabei. Das wir für Unterwäsche schon fast dreihundert aus gegeben haben, hat den Lex schon groß gucken lassen. Aber Lis hat ja gesagt, kauft etwas Vernünftiges und Webboxer, drei für fünf Euro, nee, so was kommt nicht in Frage. Bunte, gern auch leuchtende Farben, anschmiegsam und körperbetont, man soll ja ahnen, was darin versteckt ist, so müssen Unterhosen sein. Calvin Klein, Boss und auch Jack and Jones, da gibt es tolle Sachen, man muss halt schauen.
Ich weiß ja noch zu gut, wie Lis mit mir Shoppen war, als ich von Dresden aus dorthin kam. Jetzt werden wir ja nochmal nach Dresden fahren und ich überlege gerade, ob es mir was ausmacht, jetzt dort quasi zu Besuch dorthin zu fahren, wo Berger war. Ins Hilton möchte ich und werde ich auch nicht gehen und das wird auch keiner von mir verlangen. Alles andere schaffe ich, Wolfi ist ja bei mir und Jerome und Sergej, das schaffe ich.
Jetzt werde ich einfach mal mein Wölfchen küssen, vielleicht kann ich ihn ein bisschen anmachen und wir gehen nach dem Essen ein wenig in die Kabine, ich wüsste da ein paar die Verdauung fördernde Spielchen zu zweit und Wolfi spielt da bestimmt gern mit. Dabei darf man dann sogar die Kleider ausziehen, bei dem warmen Wetter ein weiterer Anreiz, mit zu spielen. Ich habe mich halb auf ihn gelegt und meine Zunge sucht seine Mandeln, meine Hände liegen zwischen uns und spielen unterm Shirt. Alex Blicke brennen fast ein Loch in meine Shorts und mit fällt ein, das er ja keinen hat hier, mit dem er auch ein wenig spielen könnte, deswegen höre ich jetzt auf. „Nachher, nach dem Essen“, flüstere ich in Wolfis Ohr, „zu viel Zuschauer.“ Ich setze mich zurück auf meine Liege, aufstehen wäre jetzt nicht so gut. Im Sitzen fällt das Zelt in der weiten Shorts nicht auf…..kicher.

Wolfi

Nach dem Schiffsrundgang haben wir uns zu den Anderen gelegt. Ich habe Mama eine SMS und ein paar Bilder aufs Handy geschickt und auch Grüße von meinem Allerbesten aus gerichtet. Es wird sie freuen, dass es uns so gut geht. Ich hatte ihr am Dienstag schon aus dem Waldorf Astoria ein paar Bilder geschickt, damit sie sieht, wie wir im Luxus schwelgen. Das alles hier ist einfach Spitze, Championsliga, wie Dirk immer sagt. Den Beiden, das sieht man ihnen auch an, das ihnen nichts zu ihrem Glück fehlt im Moment. Jetzt noch die neue Wohnung für Dirks Familie, das passt dazu.
Das sind zwei ganz tolle Freunde die Beiden und sie gehen super mit einander um. Schatz und ich sind froh, sie zu Freunden zu haben, so wie die anderen auch alle.
Schatzi krabbelt jetzt gerade halb auf mich, küsst mich wie blöd und begrabbelt meine Brust und meinen Bauch. Ein Blick in seine Augen sagt mir, wo der Hammer hängt, ….oder steht, das trifft die Wahrheit wohl besser. Plötzlich hört er auf zu grabbeln, flüstert: „Nachher, nach dem Essen, zu viel Zuschauer“, an mein Ohr und setzt sich zurück auf seine Liege. Ich muss grinsen, kann ich doch sein Zelt sehen, das er gerade zwischen den großen Zehen aufgeschlagen hat. Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht auch gleich einen Harten bekomme bei dem Anblick und ich schließe die Augen……..Fehler…..das Kopfkino springt an, nicht gut, gar nicht gut……ab in die Bauchlage, Sicher ist Sicher.
Grinsen bei Jerome und Sergej, die wie immer alles mit bekommen und auch die richtigen Schlüsse gezogen haben aus unserem Verhalten. Ein Blick zu Alex sagt mir, das er auch zu den intensiven Beobachtern der Situation gehört, seine ausgebeulte Shorts beweist, dass er alles richtig erfasst hat.
Er muss das allerdings wohl eigenhändig regeln später, während ich auf Kevins tatkräftige Mithilfe bauen kann. Hier bei uns stört sich aber keiner daran, wenn zwei Jungs knuddeln und Küssen, solange die Hosen dabei an bleiben.
Jetzt gibt es bald Mittagessen und Magdeburg sind wir auch schon ein gutes Stück näher gekommen.

Jerome

Bei Kevin brennt es in der Büx und Wolfi macht das an und auch Alex ist unter die Camper gegangen, baut ein Zelt über dem Südpol. Ich muss grinsen, wenn ich Wolfi auf dem Bauch und Kevin und Alex mit zusammen gepressten Knien auf den Liegen sitzen sehe, ein bisschen rot, alle zwei. Ja, die Hormone, die sind halt in unserem Alter immer schnell in Aufruhr und dann muss man gucken, wie man das wieder in den Griff bekommt.
Kevin hat sich sehr schnell mit Wolfis Hilfe und auch durch die Zuneigung von Papa und Mama, Sergej und mir von Berger, Dresden und der da gelaufenen Misshandlung befreit, wobei Wolfi wohl das war, was unser süßer Page nach allem gebraucht hat und natürlich Martin, der immer sein Retter bleiben wird für ihn. Kevin ist ein ganz toller Junge und wir mögen ihn alle sehr, sehr gern und Wolfi, das ist ganz offensichtlich, liebt in abgöttisch und Kevin genießt das und liebt genau so zurück.
Der junge Stewart kommt jetzt wieder und geht zu Papa und Mama, er holt das Leergut und fragt, ob sie noch etwas möchten. Beide hätten gern noch ein Wasser und dann kommt er auch bei uns vorbei und fragt, ob er was für uns mit bringen soll. Als er weg ist, fragt mich mein Schatz nach dem Stewart, glaubt, ihn schon mal gesehen zu haben, vielleicht in Bremen, bei der Arbeit. „Ich muss Papa fragen“, sag ich, „Gibt es einen Grund für dein Interesse? Muss ich mir Gedanken machen?“
„Quatschkopp“, sagt er und küsst mich, piekst mir gleichzeitig in die Seite, „für meinen Drachen denkst du gerade sehr verkehrt, es wird nie jemanden geben, der deinen Platz in meinem Herzen erobern könnte, niemals“, und jetzt drücke er mir einen feucht geilen Kuss auf, der Verlangen und Versprechen gleichzeitig ist und mir eine sehr intensive Verdauungsgymnastik nach dem Essen verspricht. Daraufhin gehe ich auch in die Bauchlage, die Hormone, ihr wisst schon, was ich meine. Ich freue mich drauf und klein Jerome halt auch.

Lex

Wie ungeniert hier geschmust, geküsst ja schon fast gefummelt wird und das es dabei dann auch noch dicke Hosen gibt, also da soll man nicht hart werden. Bei uns Zuhause wäre ich in einer ähnlichen Situation wohl mit Schlägen und Tritten aufs Zimmer gescheucht worden, mit drei Wochen Hausarrest. Mit einer Freundin dagegen hätte ich auf dem Esszimmertisch poppen können, ohne ernsthaft bestraft zu werden.
Alle gehen locker miteinander um, mit ihrem Partner, mein ich. Ich glaube nicht, das hier was durcheinander geht, dafür gibt es keinen Anhaltspunkt und das würde mich auch sehr wundern. Trotz der Freizügigkeit habe ich nicht den Eindruck, dass es mehr als feste Zweisamkeiten auf sexuellem Gebiet gibt aber das es, wie Ole schon sagte, auch nicht wie im Kloster ist, obwohl da soll es ja auch ganz schön versaute Kloster geben.
Langsam schwillt alles wieder ab, nicht nur bei mir, sondern wohl bei den anderen auch. Der in die Bauchlage gegangene Jerome steht jetzt auf und geht rüber zu seinem Vater und redet mit dem, während dessen kommt der Stewart und bringt Getränke. Er hat einen Kasten mit verschiedenen Sachen dabei und gibt uns, was wir möchten. Der sieht nicht schlecht aus, der junge Mann, finde ich. Er geht jetzt weiter zu meiner Tante und gibt denen, was sie möchten.
Jerome kommt wieder zurück, hat auch eine Flasche in der Hand und setzt sich zu seinem Freund auf die Liege und redet mit ihm.
Die Zwei sind ein tolles Paar und als Ole erzählt hat, das Jerome, mein Cousin, keine Füße mehr hat, nach einem Unfall, wollte ich das nicht glauben. Dass er eine lange Hose an hat, war mir schon aufgefallen, hat mich gewundert. Erst als der Frank das dann bestätigt hat, was Ole sagte, habe ich es dann geglaubt. Sehen würde ich es gern mal, ob er mir es zeigt, wenn ich ihn darum bitte? Nicht, dass ich es bezweifle, aber es ist schon interessant, zu sehen, wie es aussieht oder soll ich nicht fragen. Ich frage Ole leise: „Meinst du, Jerome wäre sauer, wenn ich das mal sehen möchte mit seinen Beinen?“
„Ich glaube, eher nicht“, sagt der, „aber das musst du selber herausfinden.“ Irgendwie traue ich mich jetzt nicht so recht und schiebe das mal nach hinten, später vielleicht, mit weniger Publikum, das ist bestimmt besser.
Jetzt bleibt der hübsche Stewart hier bei uns stehen und fragt, ob er uns auch noch was bringen kann.
Ich gebe ihm die leeren Flaschen, die Frank ja vorhin voll geholt hat und sage, dass wir nochmal das Gleiche möchten. Er beugt sich zu mir herunter und nimmt mir die Flaschen ab. Der Fahrtwind treibt mir seinen Duft in die Nase……
Verdammt, was riecht denn der so gut. Ich hebe den Kopf und er schaut in meine Augen. Er ist dunkelblond und hat blaue Augen, deren Blick ich aber jetzt gerade nicht standhalten kann. Er geht dann auch gleich wieder und sein Duft verfliegt. Der sieht schon Klasse aus, der Mann, da gibt es nichts. Na ja, der kommt ja gleich wieder mit dem Radler und dann ist es ja auch schon bald Zeit zum Mittagessen, das es um halb Eins geben soll.
Danach will ja der Ole mit mir im Internet nach Uwe suchen, mal sehen, was dabei rauskommt.

Mike

Die erste Zeit nach dem Frühstück haben wir bei Chris und Matze gelegen, die aber dann wohl aus der Sonne raus und nach drinnen gegangen sind. Dirk hat ihnen nach geschaut und gesagt: „Ich wette einen Zehner, das ich ahne, was die zwei da jetzt vorhaben.“ „Und was?“, frag ich. „Die gehen jetzt ein bisschen Spaß haben, vielleicht unter einen lauen Dusche oder auch in der Koje.“ „Meinst du? Na ja, warum nicht“, sag ich, „die sind doch alt genug, oder?“ Ich grinse ihn an.
„Und wir“, sagt er, „ich könnte auch ein bisschen Spaß vertragen.“ Jetzt muss ich lachen, mein Schatz ist spitz, will mir gerade sagen, das er jetzt auch gern Sex haben möchte mit mir .Das hat er jetzt sehr diplomatisch rüber gebracht, vielleicht wird er mal Botschafter oder so was ähnliches in der Richtung.
Nun braucht mir das ja keiner zweimal anzubieten, das wäre ja noch schöner und so stehe ich auf und sage: „Dann komm, mein Hübscher, wir testen mal das Duschwasser, bis zum Essen sind es noch dreißig Minuten, mal sehen, was geht bis dahin.“
In der Kabine küssen wir uns und ich sage an sein Ohr: „Wir gehen unter die Dusche und dann blase ich dich und später, nach dem Essen will ich dich dann ein bisschen poppen. Ist das OK für dich?“
„Wenn du mir beim Blasen einen Finger in den Po schiebst und dieses Dingsda reibst, dann ist das Ok“, sagt er und beginnt sich auszuziehen.
Nackt und steif gegen wir ins Bad und dort unter die Dusche. Er spreizt leicht die Beine und ich gehe auf die Knie, nehme seinen Dicken in den Mund und während laues Wasser auf uns rieselt, fahre ich mit dem Finger in seinen Po und massiere ihn da drinnen. Keine fünf Minuten später ejakuliert er in mein Gesicht, stöhnend und dann lässt er sich zu mir runter sinken. „Boah, war das heftig, Sau Geil“, sagt er und will nach meinem Schwanz greifen.
Ich schiebe seine Hand weg, sage: „Später, jetzt will ich mich über Mittag drauf freuen.“ „Boah, dann bist du ja nass vor lauter Geilheit. Pass bloß auf, das es nicht aus der Hose tropft beim Essen“, sagt er und schüttelt grinsend den Kopf.
Bevor ich nach dem Abtrocknen meine Unterhose wieder hoch ziehe, mache ich aus einem mehrfach gefalteten Streifen Toilettenpapier einen Tropfenfänger oder Slipeinlage und mach das vorne unter die Eichel, so dass die Vorfreude darin aufgefangen wird. Dirk hat mir aufmerksam und dabei grinsend zugeschaut und sagt jetzt: „Der kluge Mann baut vor.“ Dann lacht er und ich muss grinsen.
„Besser jetzt“, frag ich ihn. „Blendend. Keiner bläst so gut wie du und der Trick mit dem Finger, einfach geil, nur richtig Poppen ist schöner“, sagt er und lobt mich. „Ich liebe dich, mein Schneiderlein“, sag ich. „und nach her Schneiders Hole“ Wir küssen uns und gehen dann hoch zum Essen.

Matze

Es ist geschehen, ich bin keine Jungfrau mehr, oder besser gesagt, nur noch eine halbe, der Po ist noch unbesucht, aber das will ich heute Abend ändern. Eigentlich hatte ich angenommen, dass Chris echt nur mit mir duschen wollte, so zur Abkühlung. Als er jedoch seine Unterhose aus zog, war er total steif und mein Penis machte es natürlich sehr schnell nach. Wir umarmten und küssten uns sehr wild und rieben den Schwanz am Bauch des Anderen. Es fühlte sich gut und richtig an und dann stöhnte er in mein Ohr: „Nimm mich, Matthias, fick mich bitte, jetzt, ich will dich endlich ganz. Seit Tagen träume ich davon.“ „Ich will ja auch“, sag ich, „aber ich habe keine Ahnung, hab bis jetzt nur das gemacht, bei dem du dabei warst, vom selber wichsen abgesehen.“
„Es ist nicht schwer, wir schaffen das“, sagt er und löst sich von mir. Er geht in die Kabine zurück und kommt mit einer Tube Gel und einem Kondom wieder und legt das neben dem Waschbecken ab. Wir machen uns nass und waschen uns gründlich, am Po und am Südpol. Dann dreht er den Duschkopf vom Schlauch und drückt den Schlauch an seinen Po. Er spült seinen Enddarm sauber, davon hab ich mal ein Video gesehen im Internet. Als er fertig und alles sauber ist, bläst er mich steinhart und rollt dann das Kondom über mein Teil. Um ein Haar wäre ich gekommen. Er rollt den Gummi wieder ab und auf meinen erstaunten Blick sagt er: „Zu viel Druck, dir geht ja beim Reinstecken schon einer flitzen.“
Rot werdend sag ich: „Sorry, ich bin noch Jungfrau, vergessen? Wäre es dir lieber, wenn ich ein Stricher wäre?“ Er kommt hoch und küsst mich: „Sorry, das war jetzt gerade blöd von mir, aber jetzt lass ich erst mal den Überdruck ab“, und schon hat er ihn wieder im Mund und saugt und lutscht und knetet sanft meine Eier dabei. Geschätzte dreißig Sekunden, dann schieße ich ab und Chris schluckt alles runter.
Er behält ihn im Mund und beginnt mit dem Wiederaufbauprogramm, das auch bald seine Wirkung zeigt. Als er wieder steht wie vorhin, rollt er den Gummi wieder auf und macht auch gleich Gel an meinen Schwanz. „Setz dich auf die Toilette“, sagt er und als ich dort sitze, stellt er sich über mich mit dem Gesicht zu mir und er setzt sich langsam runter. Mein Schwanz kriecht förmlich in ihn hinein, so ein geiles Gefühl, angedockt zu haben, eins zu sein mit ihm, mit dem Mann, den ich so liebe, seit ich ihn bei Remmers zum ersten Mal sah. „Oh Chris, ich liebe dich“, stöhne ich an seine Brust und dann fängt er an, zu reiten auf meiner Rute.
Seine Augen sind geschlossen, der Mund ist leicht geöffnet und seine Hände liegen auf meinen Schultern. Wir stöhnen beide jetzt und er stöhnt: „Wichs mich, bitte“, Ich nehme ihn in die Hand, nass ist er und glitschig und ich reibe, nicht zart, nein, im Rhythmus wie er reitet, ziemlich weit zurück und wieder vor. Dann fliegt bei mir die Sicherung raus, stöhnend pumpe ich in den Gummi, als mir sein erster Spermabatzen ans Kinn klatscht. Auch er stöhnt seine Lust raus, küsst mich wild und sagt, kaum verständlich:“Ich liebe Dich, Matze, ganz doll und ich bin so froh mit dir.“ Wieder Küssen, lang, feucht und soooo gut. „Mein Chris, was machst du mit mir?“ „ Ich liebe dich, mehr nicht“, sagt er leise.
Wir halten und küssen uns, dann nach zwei Minuten, lässt er mich aus sich raus rutschen, macht den gut gefüllten Gummi ab und wickelt in nach verknoten in Toilettenpapier ein und schmeißt ihn dann in den Badmülleimer. Wir steigen wieder unter die Dusche, waschen alle Spuren ab. Zehn Minuten später sind wir auf dem Weg zum Essen und wir sind nicht die letzten. Jeromes und auch Sergejs Blicke begleiten uns bis zu unseren Plätzen.

Torsten

Heute gibt es Erbsensuppe, von gelben Erbsen, mit kleingeschnitten Kasslerstückchen drin. Ich hoffe nur, dass die zu erwarteten Blähungen sich nicht als Spaßbremse bei unseren schwulen Jungs auswirkt. Gegenwind beim Verkehr stell ich mir nicht so prickelnd vor, aber das jetzt hier laut zu sagen, trau ich mich nicht mehr.
Sigrid, meine holde Flamme, mag die Prollsprüche nicht und für störungsfreie Liebe verzichte ich halt darauf, meine Gedanken wie früher lauthals zum Besten zu geben. Trotzdem werde ich Ole mal bei Gelegenheit unter vier Augen fragen, wie es sich bei Gegenwind denn so poppt. Vielleicht erklärt mir ja mein Lieblingshomo, wie man mit solchen Dingen umgeht beim Männersex.
Diese Probleme habe ich ja nun nicht, Sigrid und ich benutzen nur den vorderen Eingang, wobei ein Furz beim Poppen kommt echt nicht gut und Duftbegleitungen dieser Art sind auch nicht unbedingt Libido fördernd, sag ich mal.
Jetzt, als letztes, mit Verspätung, kommen Dirk und Mike, die vor gut einer dreiviertel Stunde vom Oberdeck verschwunden sind nachdem auch vorher schon Chris und Matz die Biege gemacht haben oben. Den Jungs war wohl langweilig in der Sonne und sie werden wohl auch schmusig gewesen sein, warum auch nicht.
Seit ich meinen Unfall hatte, mit Ole auf dem Zimmer lag, hat sich mein Weltbild, was schwul sein angeht, gewaltig verändert. Die Ansichten und Meinungen meines Vaters erwiesen sich als total Schwachsinnig und Klischee beladen.
Ole und Frank waren nicht die Tucken, die mein Vater immer in schrillen Farben schilderte, nein, das waren genau so Jungs wie meine anderen Freunde und nach der Party, als ich die anderen kennengelernt habe, hab ich echte Freunde gewonnen, bei denen es mich gar nicht juckt, ob sie schwul sind oder nicht.
Der Besuch in meiner Reha hat mir dann endgültig klar gemacht, was für tolle Freunde ich da gewonnen habe und das sie sich um mich gesorgt haben, beweist doch ihr tolles Geschenk zum Abschied, das mir und dann auch noch Jens so geil die Zeit vertrieben hat.
Natalie vertreibt jetzt den Jungs um Jens im Münsterland die Zeit und in der Scheune von Jens Opa herrscht jetzt immer reger Verkehr, hat Jens gemailt. Kondome und Gel kauft er jetzt günstig im Internet, Großpackungen, und der Reingewinn im Monat liegt so etwa bei achtzig Euro. Bei zwei Euro pro Nummer geht es ja ganz schön heiß her. Er denkt ernsthaft darüber nach, noch eine zweite Natalie zu bestellen.
Er hat gemailt und gefragt, ob er mir mal ein paar Bilder schicken soll aber das will ich nicht riskieren, das soll alles ein Geheimnis bleiben.
Es läuft gut mit Sigrid und mir, wir haben uns sehr gern und verstehen uns gut, alles läuft toll, was will man mehr. Ob es die Jahre überdauert, muss sich zeigen, die Chancen stehen ganz gut, denk ich.
Hier bei den Jungs denke ich, dass diese Beziehungen schon Zukunft haben und auch bei Natascha und Paolo sieht es nach was Dauerhaftem aus. Das alles wird die Zukunft zeigen und jetzt ist ja erst mal Urlaub. Ich habe die Klassenstufe zehn hinter mir, habe jetzt mittlere Reife und habe mich entschieden, noch weiter zur Schule zu gehen und wenn es klappt, Abitur zu machen, wie es die meisten Jungs und Mädels, auch Sigrid, machen oder schon gemacht haben. Man hat einfach mehr Chancen später mit Abi. Papa hat Anfangs komisch geguckt, aber als Mama dafür war, war der dicke Bär ganz ruhig.
Die Suppe ist echt lecker und ich mache meinen Teller noch mal voll. Jetzt, unten in der Schüssel liegt auch noch jede Menge von den feinen Kasslerstücken, das passt doch.

Onkel Jo

Vorgestern, am Tag neunzehn auf See, morgens um Neun Uhr taucht voraus am Horizont Land aus dem Meer. An der Insel Socotra vorbei sind wir nun im Golf von Aden hinein gefahren.
Gestern lag der Ort Aden an Steuerbord, an Backbord, irgendwo im Dunst lag die Küste von Äthiopien, voraus die Küste von Dschibuti. Wir sind dann später nach Steuerbord abgebogen und ins rote Meer rein gefahren.
Jetzt, am Tag dreiundzwanzig unserer Reise stehe ich mit Joachim auf der Brücke, beim Kapitän, weil hier die beste Aussicht ist. Wir sind mitten im roten Meer, steuerbord, am Horizont sieht man einen schwachen Streifen von Saudi Arabien, irgendwo hinter uns liegt dort hinten die Stadt Mekka.
Um Neun Uhr sind wir hinter Hurghada in den breiten, natürlichen Teil des Suezkanals eingelaufen, der dann beim Ort Suez in den eigentlichen Kanal einmündet, der dann bei Port Said ins Mittelmeer führt. Bis Suez sind es jetzt, um zwölf Uhr mittags, noch etwa gut dreihundert Kilometer und das will der Kapitän bis Morgen früh um drei Uhr schaffen. Er hat das Schiff für die Kanaldurchfahrt angemeldet. Wir fahren um vier Uhr mit einigen anderen Schiffen ein und brauchen etwa elf Stunden bis Port Said, sind also Morgen am Nachmittag im Mittelmeer, wo es dann weiter nach Genua geht. Joachim hat sich gut eingelebt und er macht einen zufriedenen Eindruck, es geht uns echt gut hier und endlich, nach so vielen Jahren ist unser Traum, mein großer Traum von damals Wirklichkeit geworden.

Carl August

Nach dem Essen verkrümeln sich alle recht schnell wieder raus oder auch zum Ruhen oder sonst was in die Kabinen. Ich gehe jetzt mit Sergejs Vater und Boris, der Robin Huckepack hat, mal hoch auf die Brücke zu Kapitän Sundermann. Nach der Frage: „ Vier Mann auf Brücke“, schaut er herunter und sagt „Ai, Ai!“
Wir gehen hoch und der Kapitän nimmt Robin, setzt ihn auf seine drehbaren Sessel und sagt: „So, der Robin übernimmt jetzt das Kommando“ und legt die Hände des Kleinen auf das Steuersegment. “Guck da, das ist der Kompass, die Nadel liegt auf zweihundertfünfundfünfzig Grad, der Kanal ist noch sieben Kilometer schnurgerade. Schaffst du das, das die Nadel immer da bleibt wo sie ist?“ erklärt und fragt er.
Der Kleine ist ganz offensichtlich etwas überrascht aber er sagt: „Klar, das krieg ich hin.“ „Wir testen das jetzt“, sagt der Kapitän. „das Steuer ist nicht mit dem Lenker vom Auto zu vergleichen. Das Schiff wird langsam und hinten gesteuert, wenn man schnell dreht, läuft es stark aus dem Ruder und lässt sich nicht so schnell wieder zurück drehen. Also immer langsam und mit Gefühl.“ Wir fahren im Kanal ziemlich rechts, zum Rand etwa zehn Meter Abstand links vom Schiff sind es über dreißig Meter mindestens, schätze ich, Gegenverkehr ist keiner in Sicht.
„Wir drehen langsam nach links, bis wir in der Mitte des Kanals sind, dort wieder auf die zweihundert fünfundfünfzig gehen und dann so bleiben“, sagt er und legt Robin seine Hände von hinten auf die Schultern, gibt ihm damit das Gefühl, das er nicht allein ist bei dieser absolut neuen und wohl auch etwas aufregenden Tätigkeit.
„Ai Ai, Käpt´n, zehn Meter nach Backbord“, sagt der Kleine, dreht langsam ein wenig nach links am Steuer. Nach Robins Antwort guckt Sundermann erstaunt und etwas amüsiert, beobachtet, wie das Schiff reagiert und zur Kanalmitte steuert. Kurz vor Erreichen der ungefähren Mitte dreht der Junge das Steuer zurück, über den Anfangsstand hinaus und als es reagiert und fast wieder gerade läuft, dreht Robin auf die ursprüngliche Stelle zurück.
Ein Blick auf den Kompass, die Nadel steht exakt auf Zweihundertfünfundfünfzig Grad. „Das hast du gut gemacht, Junge, du hast Talent und Gefühl“, sagt der Kapitän, „das schaffen nicht viele beim ersten Mal so gut.“ Das sagt er bestimmt und dann meint er: „Mach später mal Abitur und werde Kapitän, Talent hat du.“ Robin ist sichtlich stolz und hält das Schiff exakt auf Kurs.
Sundermann und ich reden über das Anlegen in Magdeburg, dort an dem Lokal und ich sage, er soll mal horchen, ob das klappt heute gegen Abend.
„Da kommt ein Schiff“, kommt es von Robin. Weit voraus kommt ein mittleres Frachtschiff und jetzt heißt es die Kanalmitte verlassen. Der Kapitän tritt wieder hinter Robin, greift nach seinen Schultern. „Das gleiche, wie eben, nur etwas näher zum Rand“, sagt er und dann zum Leitstand: „Maschine ein Viertel voraus, beide voraus zwei.“ Aus dem Leitstand kommt die Wiederholung.
Zu Robin sagt er: „Auf geht’s, Robin mach es, wie eben, ich sag dir, wann du zurück drehen muss.“
Hoch konzentriert dreht der Junge das Segment nach rechts, brav und langsam folgt die „August Remmers“ den kleinen Händen, die nun, da wir wohl weit genug nach steuerbord sind auf das: „OK“, des Kapitäns von Robin wieder auf exakt zweihundert fünfundfünfzig Grad gesteuert wird. Der Abstand zum Kanalufer ist jetzt höchstens noch sechs Meter.
„Das hast du prima gemacht, das hätte ich nicht besser geschafft“, sagt Sundermann zu Robin, der auf dem Sessel zu wachsen scheint vor Stolz. Das entgegen kommende Schiff hat ein gleiches Manöver gemacht und mit einem Abstand von etwa acht Meter zieht das Frachtschiff langsam an uns vorbei. Man grüßt sich im Vorbeifahren, auf dem Vorderdeck stehen alle an der Reling und winken den Leuten auf dem Frachter, bis er vorbei ist. Robin schaut hoch zum Kapitän und als der ihm zu nickt, bringt er das Schiff problemlos wieder in die Kanalmitte zurück, was jetzt sogar mich erstaunt, wie souverän er das meistert.
Boris hat unterdessen Bilder von dem Kleinen, aber auch von dem Frachter gemacht und diesen tollen Moment für Robin festgehalten. Nach wie vor sitzt der Kleine am Steuer, schaut auf den Kanal, dann beugt sich der Kapitän zu ihm runter und flüstert was in sein Ohr, Robin nickt und ruft dann mit seiner hellen Stimme runter in den Leitstand: „Maschine Viertel voraus, beide voraus fünf!“ „Ai Ai, beide voraus fünf, Maschine geht ein Viertel“, kommt es, etwas verzögert von unten und das Schiff wird wieder etwas schneller.
Da das mit Magdeburg von Sundermann geregelt wird, die zwei Jungs aber noch auf der Brücke bleiben wollen, gehe ich mit Zoran wieder nach unten, wir werden in der Messe was trinken, Lis und Waltraud haben in der Kombüse und in der Messe mit geholfen und jetzt trinken wir Erwachsenen alle zusammen mal einen guten Cremant miteinander, schließlich sind wir ja im Urlaub. Zoran erzählt begeistert von Robins Aktion auf der Brücke.

10128 Wörter waren das, ich hoffe, es hat gefallen.
Bis bald….lg niff

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3 Kommentare

  1. Huhu,

    wow klasse Fortsetzung, hab mich gefreut, wieder was von dir zu lesen und freu mich schon auf den nächsten Teil.

    LG Andi

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  2. Hallo Niffnase,
    per Zufall bin ich auf Deine Geschichte gestoßen! Ich habe zwar öfter den Titel „Traumschiff“ gelesen, der hat mich aber überhaupt nicht angesprochen … bis ich dann aus Versehen einen Teil geöffnet habe und angefangen habe, zu lesen …
    Mein Interesse war sofort geweckt und ich habe den Beginn der Geschichte gesucht und dort dann chronologisch die ganze (bisherige 1-80) Geschichte gelesen. Ich war fasziniert …
    Die Darstellung von beginnender Zuneigung und Liebe, die handelnden Personen, ihr soziales und gesellschaftliches Umfeld. Alle Zutaten in dieser Komplexität … Glückwunsch.
    Man kann ja fast schon neidisch werden, wie die Hauptpersonen miteinander umgehen: immer achtend, mitfühlend und vertrauensvoll. Selbst Poltergeister wie Torsten. Zudem die Zusammensetzung aus schwulen und heterosexuellen Pärchen und ebensolchen Personen, die ohne Beleidigung, ohne Vertrauensbruch auskommen und vielmehr die gegenseitige Nähe, den Austausch suchen! Das habe ich so in dieser Form noch nicht gelesen oder erlebt.

    Langer Rede kurzer Sinn: die Geschichte ist toll und macht Lust auf mehr. Alle Zutaten für eine neverending story sind gegeben. Ich hoffe, Du wirst uns (Deine Leser und die da noch zukommen) weiterhin mit Geschichten beglücken.
    Liebe Grüße Lothar

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    1. Lieber Lothar, danke für diese tolle Rückmeldung, ich freu mich gerade sehr.
      Ich freue mich, das dir diese Geschichte (oder auch schon Soap) gefällt.ir macht es immer noch Spaß (nicht jeden Tag), daran weiter zu schreiben.

      LG Hermann

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