Ein Schritt nach vorne – Teil 7

Kapitel 30

„He, Ich dachte, jetzt ist erstmal ein bisschen Schmusen angesagt!“, grinste David seinen Schatz an.

„Wenn du solche Sachen machst, wie soll ich denn da nur schmusen wollen?“, lachte Nico schelmisch zurück, küsste David sanft und strich ihm durch die immer noch feuchten Haare.

Dann stand er auf und zog ihn mit in die Senkrechte.

„Wo willst du denn jetzt hin mit mir?“, fragte David erstaunt und stolperte unbeholfen in Nicos Arme.

„Meinst du nicht auch, der Fußboden ist ein bisschen hart zum Schmusen?“, sprachs und im nächsten Moment fand sich David auf Nicos Bett wieder.

Sie lagen eng beieinander und Nico strich seinem Süßen eine Strähne aus dem Gesicht. Nur ganz leicht berührten seine Fingerspitzen dabei Davids Stirn, was diesem einen wohligen Schauer durch die Haut fahren ließ.

Davids Augen ruhten in Nicos und beobachteten, wie diese jede Bewegung der Finger akribisch überwachten.

Davids Hände wanderten über Nicos Nacken.

Lange lagen sie einfach nur so da und streichelten sich gegenseitig, jeder in Gedanken versunken, den anderen bewundernd.

Nico kuschelte seinen Kopf in Davids Halsbeuge und sog tief dessen Geruch ein.

„Ich liebe dich!“, Nico sprach diese drei Worte zum ersten mal aus und sie kamen aus seinem tiefsten Herzen. Immer hatte er sich schwer getan das überhaupt zu sagen, doch jetzt kam es ihm so einfach, richtig und ehrlich vor. Nichts hätte seine Gefühle für David in diesem Moment besser beschreiben können.

David war ein wenig überrascht und tief gerührt. „Ich liebe dich!“, sprach auch er, wobei er Nico wieder in die Augen sah und sie beide in einem leidenschaftlichen Kuss versanken.

Sie streichelten und küssten sich in den Schlaf.

Kapitel 31

Am nächsten Morgen mussten beide zeitig aufstehen, da sie ja mit Tessa für die Prüfung in Mathe lernen wollten.

Nico erwachte als erster und konnte sich kaum bewegen. Davids Kopf lag auf seinem rechten Arm und auch sein Bein war von ihm umschlungen. Ihm blieb nichts anderes übrig als ihn zu wecken, denn seine Blase drückte beachtlich.

So gab er David einen leichten Kuss auf die Nase und liebkoste seinen Oberkörper mit den Händen, bis sich sein Angebeteter langsam räkelte.

„Gutem Morgen mein Engel!“, flüsterte Nico leise.

„Hmm… mach weiter!“, mit geschlossenen Augen kuschelte sich David wieder an Nico und umklammerte ihn noch fester.

„Hey meine kleine Schlafmütze, wir müssen aufstehen, wenn Tessa uns nicht fast nackt erwischen soll.“, Nico dachte, damit die ultimative Weckformel gefunden zu haben, doch da irrte er sich.

„Macht nix, die kennt mich schon so.“, grummelte David schmunzelnd in Nicos Brust und begann dessen Oberkörper zu küssen.

Resigniert ließ Nico seinen Kopf wieder sinken.

„Wenn du so weiter machst, erwischt sie uns aber noch bei ganz anderen Sachen und das hat sie ganz bestimmt noch nicht gesehen!“, stöhnte Nico lasziv, denn Davids Berührungen begannen, ihn langsam willenlos zu machen.

„Na dazu wollen wir es doch nicht kommen lassen.“, schreckte David sogleich grinsend hoch, wand sich aus Nicos Armen und begann aufzustehen.

Nico konnte nur wieder mit den Augen rollen. David machte ihn rasend! Erst hatte er an nichts böses gedacht und jetzt hatte David angefangen ihn scharf zu machen und hörte mittendrin auf! So ein Blödmann!

David grinste ihn nur schelmisch an. Er wusste in etwa, was er seinem Freund gerade tat, aber er wollte ihn noch ein wenig zappeln lassen.

„Ich geh schon mal ins Bad, ja?“, verkündete er und war auch schon verschwunden.

Nico hätte ihn am liebsten erwürgt. Natürlich nicht wirklich… nur ein bisschen. Denn jetzt, bemerkte auch er wieder, dass er ja eigentlich zur Toilette musste, die David ja jetzt besetzte.

Doch zum Glück war das ja nicht das einzige Bad im Haus. Also kroch er aus seinem Bett, schlurfte den Gang entlang, die Treppe hinunter und den kalten Flur im Erdgeschoss bis ans Ende. Er ärgerte sich, dass er nicht mal ein T-Shirt übergeworfen hatte, denn irgendwer (wer denn bloß?) hatte wohl gestern Abend vergessen, die Fenster hier zu schließen und so hatte die kalte Nacht die Chance genutzt die unteren Räume total auszukühlen.

David hingegen hatte es oben im Bad wesentlich angenehmer. Hier war es warm und alles, was er morgens brauchte, war vorhanden.

Fröhlich grinsend ging er nach dem wichtigsten in Nicos Zimmer zurück und zog seine Jeans an. Dann fiel ihm auf, dass er ja zwei T-Shirts dabei hatte und auch jetzt konnte er sich nicht entscheiden.

So ging er hinunter um Nico zu suchen. Er fand ihn nicht, was kein Wunder war, da er sich außer der Küche und dem Weg zur Terrasse hier unten nicht auskannte.

Also beschloss er schon einmal das Frühstück vorzubereiten. Wo er Aufschnitt, Käse und Marmelade finden konnte hatte er sich gemerkt.

Nico hörte klappern aus der Küche, als er aus dem Bad trat. Er ging also dem Geräusch leise nach und konnte David beobachten, wie er dabei war in den vielen Schränken nach etwas brauchbarem zu suchen. Auf dem Tisch hatten sich schon so einige Frühstücksutensilien angefunden.

Doch als er David sah, wie er so mit freiem Oberkörper eifrig werkelte, konnte er schon wieder nicht anders als ihn anzustarren.

Als David nun endlich scheinbar das gesuchte gefunden hatte und sich umdrehte, sah er nur einen Nico, der bewegungsunfähig in der Tür stand und ihn mit großen Augen anguckte.

„Pass auf, du fängst gleich an zu sabbern!“, neckte er ihn. „Wenn du noch Teller und Tassen holst, können wir gleich essen.“, fuhr er unbehelligt fort.

David musste sich ganz schön anstrengen, so gleichgültig wie möglich zu klingen, denn Nicos Anblick ließ auch ihn bei weitem nicht kalt.

Das registrierte dieser auch und so lief Nico giggelnd wieder nach oben, wo er sich nun endlich etwas mehr anzog. Er stieg in eine Jeans und wählte ein dunkelrotes Muskelshirt.

Als er wieder unten auftauchte, hatte David auch Teller und Tassen gefunden. Nico brauchte sich nur noch an den gedeckten Tisch setzen und konnte sein Frühstück genießen.

Konzentrieren konnten sich jedoch weder der eine noch der andere auf sein Essen. Nico war fasziniert von Davids freiem Oberkörper und David hing an Nicos trainierten Armen.

Dementsprechend lange dauerte das ganze auch.

Erst als Tessa klingelte, schreckte Nico auf. „Zieh dir was an!“, rief er David noch zu und lief dann zur Tür, um sie hinein zu lassen.

Der machte sich aber lieber daran, den Frühstückstisch abzuräumen, um dann ebenfalls zur Tür zu gehen und seine beste Freundin zu begrüßen.

Dies brachte ihm von Nico einen bösen Blick und ein Kopfschütteln ein, was er jedoch nur mit einem entwaffnenden Lächeln quittierte.

Er umarmte Tessa und die Drei machten sich zusammen auf in Nicos Zimmer um mit dem Lernen zu beginnen.

Tessa und David erklärten Nico abwechselnd, was er nicht verstand und am Ende konnte sogar er alles was verlangt werden würde halbwegs berechnen.

Nach einem Abschiedskuss, der fast nicht enden wollte, musste dann auch David wieder nach Hause und so nahm er Tessa gleich mit.

Kapitel 32

Die Matheklausur am nächsten Tag verlief wie erwartet recht gut. Sogar Nico hatte dank der Nachhilfe von Tessa am gestrigen Abend ein recht gutes Gefühl.

Auch in den nächsten Tagen lief alles seinen gewohnten Gang.

Wo immer sich David und Nico trafen und ein wenig ungestört waren, gaben sie sich ganz ihrer Verliebtheit hin.

Am Freitag, nach der letzten Klausur traf David auf Ulli. Nico hatte schon vorher ein paar mal angedeutet, dass er ein wenig Bammel davor hatte, wie das werden sollte, wenn er Abends wieder mit Ulli tanzen müsste. Also hatte David sich vorgenommen mit ihr zu sprechen und sie wenigstens so weit zu bekommen, dass sie Nico keine blöden Kommentare an den Kopf werfen würde.

Ulli war scheinbar hoch erfreut, dass David sie ansprach, denn kaum hatte er sich ihr etwas genähert hing sie schon an seinem Arm. „Hi Dave,“, flötete sie zuckersüß. „Wie läuft es denn bei dir so?“ Mit einem niedlichen Augenaufschlag hatte sie ihn schon fast um den Finger gewickelt.

Doch so schnell vergaß David nicht, was er eigentlich wollte.

„Ähm, du Ulli, du kommst doch heut´ wieder mit zum Tanzen, oder?“, fing er deshalb an.

„Ja, na klar!“, antwortete sie sogleich überschwänglich.

„Na ja, … ich weiß nicht so ganz, wie ich´s sagen soll.“

Worauf er hinaus wollte, wusste er schon, aber vielleicht hätte er sich wirklich vorher überlegen sollen, wie er ihr sagen könnte, dass sie doch bitte nett zu Nico sein sollte.

„Magst du vielleicht heute mit mir tanzen?“, fragte sie da auch schon gerade heraus und hing sich weiter schmusend an David.

Dieser wusste gar nicht wie ihm geschah und die Sprache hatte ihm diese Dreistigkeit zu allem Überfluss auch noch. Er wollte Nein sagen. Auf gar keinen Fall wollte ER mit Ulli tanzen. Nicht nachdem, wie sie am letzten Wochenende geweint hatte und besonders, weil er sie gerade sogar ein wenig süß fand erst recht nicht!

Doch weil er gar nichts sagte stieg sie gleich darauf ein.

„Wow, ich freu mich schon! Dann kann Nico ja einfach mit Tessa tanzen, die passt bestimmt viel besser mit seinem Stil zusammen.“

Ulli lächelte bis über beide Ohren und sah wirklich glücklich aus. David brachte es einfach nicht übers Herz sie jetzt vor den Kopf zu stoßen, weil er nicht mit ihr tanzen wollte.

Nico würde das schon verstehen. So musste er wenigstens keine Angst mehr haben, von Ulli mies behandelt zu werden und mit Tessa verstand er sich ja mittlerweile auch super.

Also antwortete er nur mit einem „Hm.“ und einem Nicken. Als er sich schon umdrehen und wieder gehen wollte, hielt Ulli ihn zurück und drückte ihm einen Kuss auf die Wange.

„Danke, du bist so lieb! Bis nachher!“, raunte sie ihm noch zu und ging dann beschwingt von dannen.

David war gar nicht wohl, als er wieder auf dem Weg zu Nico war, mit dem er sich nach der Klausur treffen wollte.

Nico sah ihn schon von weitem und kam glücklich auf ihn zu gelaufen.

„Na, wie ist es bei dir gelaufen?“, strahlte er David förmlich an.

„Hm, ich glaub ganz gut. Ich fand es jetzt nicht zu schwer.“, antwortete David matt.

„Was ist denn mit dir los? Du wirkst so unglücklich!“, Nico sah seinen Freund besorgt an und strich ihm liebevoll mit seiner Hand über den Rücken.

„Ich glaub, ich hab was richtig dummes grad gemacht.“, antwortete David immer noch bedrückt.

Er wusste nicht, wie Nico reagieren würde. Schließlich war Ulli bis jetzt immer seine Tanzpartnerin gewesen und nachdem was am letzten Wochenende los gewesen war, hatte er auch Angst, Nico könnte eifersüchtig werden, denn Ulli hatte ja unmissverständlich klar gemacht, dass sie David auch gern für sich beanspruchen würde.

„Was denn?“, wollte Nico nun auch schon wissen.

David zögerte. Sollte er Nico die Wahrheit sagen? Natürlich! Was überlegte er denn da überhaupt!

Also atmete er noch einmal Tief durch und begann dann.

„Erstmal das Gute: Ulli wird dich heute wohl nicht anpflaumen.“

„Hey, das ist doch super! Aber wie hast du das denn hin bekommen? Und was macht dich da so sicher?“, freute sich Nico.

„Na ja…“, begann David herum zu drucksen. „Dafür muss ich mit ihr tanzen. Du darfst dann aber mit Tessa.“, fügte er hinzu.

„Wie bitte? Du SOLLST mit ihr tanzen? Oder du WILLST mit ihr tanzen?“

Nico war nun doch irgendwie Misstrauisch, denn schließlich war David sein Schatz und sollte nicht mit einem Mädchen tanzen, von dem er genau wusste, dass sie sich da noch ganz andere Hoffnungen machte.

„Ich muss. Sie hat mir gar keine Wahl gelassen. Ich war so perplex, als sie mich das gefragt hat, dass ich gar nicht antworten konnte und da hat sie wohl gedacht, dass ich mich so darüber freuen würde.“ sagte er niedergeschlagen.

Nico tätschelte ihm aufmunternd den Rücken.

„Das ist ja soooo süß von dir! Du tanzt mit ihr, nur, dass sie mich nicht ärgert? Das ist so lieb!“

David lächelte gequält. Zum Glück wusste Nico nicht, wie sie sich bei ihrer Bitte an ihn dran geschmissen hatte.

„Dass du mir nur nicht mit ihr gleich ins Bett steigst!“, setzte er noch mit gespielt mahnender Stimme dazu, wobei er sich das glucksen vor lachen kaum verkneifen konnte.

„Danach kommst du mit zu mir und wir entspannen uns bei mir im Pool. Dann hast du auch keine Chance, dich aus versehen mit Tessa zu vergnügen!“, grinste David ihn dann an.

Er war richtig erleichtert, dass Nico das so mit Humor nahm und nicht sauer auf ihn war.

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