Dunkel – Teil 6

„Es ist lang her dass du dich so vor Zorn gewunden hast, mein Sohn! Sag mir was ist der Anlass für diesen Zorn?“
„Cimeterium ich weiß einfach nicht was ich machen soll, ich muss hier raus und diese Kinder schützen. Maximilian will sie töten.“
„Ja mein Kind, das stimmt aber von wem hat er dieses Handwerk gelernt?“
„Ich weiß dass ich ihn das beigebracht habe aber ich will meinen Fehler korrigieren. Desi und Damian können Maximilian nicht besiegen.“
„Nun gut, ich spüre dass du mich nie belügen würdest, das hast du früher nicht und das wirst du jetzt auch nicht. Erinnere dich, du kannst nicht nur durch Blut Kraft und Macht schöpfen, es gibt noch eine zweite Möglichkeit. Erinnerst du dich? Denk nach es ist zwar schon ein paar Jahrtausende her aber überleg mal, wie ich dir bestimmte Sachen im Garten des Lichtes gezeigt habe als du noch ein junger Engel warst.“
< Nigra dachte lange nach eh, ihm die Lösung einfiel.>
„Anima Sugere!“
„Du erinnerst dich also doch. Konzentrier dich und lass die Macht um dich herum fliesen!“

****

Als Alan mit Leonard im Schloss ankam, war alles dunkel. Damian schien noch nicht da zu sein. Alan ging in die Eingangshalle und setzte Leonard vorsichtig auf die Füße. Er sah ihn einen Moment prüfend an und ließ ihn dann los.
„Also, damit du erst mal weißt, wo wir uns hier befinden. Das hier ist Damians Schloss. Er hat mir so ziemlich alles beigebracht was ich weiß und ist eigentlich wie ein Vater für mich. Wir bleiben hier eine Weile. Ich weiß nicht genau ob Damian herkommt, aber ich hoffe es. Normalerweise hat er in den letzten Jahrtausenden das Schloss kaum mehr verlassen. Ein bisschen eigenartig.“
„Vielleicht ist er nur ein bisschen spazieren gegangen.“
„Das denke ich weniger.“
„Alan?“
„Ja?“
„Gibt es hier Sitzmöglichkeiten?“
„Ähm… ja, klar. Komm mit“, meinte Alan ein wenig verwirrt und nahm Leonards Hand. Er führte ihn in ein großes Zimmer, in dem außer ein zwei Bücherregale, eine große Couch und ein Kamin waren. Leonard ließ sich auf der Couch nieder und legte sich hin. Alan entfachte ein Feuer im Kamin und setzte sich dann zu ihm auf die Couch. Leonard setzte sich kurz auf und drehte sich so, dass er sich in Alans Arme legen konnte. Dieser strich ihm sanft durchs Haar und hielt ihn fest.
„Was denkst du, sagt Damian, wenn er uns hier sieht.“
„Er weiß längst dass ich hier bin. Irgendwie weiß er immer wo ich bin.“
„Immer? Weiß er auch was du tust?“
„Ich weiß nicht, ich hoffe nicht, dürfte ein klein wenig peinlich werden.“ Grinste Alan und sah Leonard in die Augen, als dieser den Kopf hob.
„Nur ein wenig?“ Als Alan nur weitergrinste und nichts weiter sagte, ließ Leonard sich wieder zurücksinken und schloss die Augen. Schon bald war er eingeschlafen. Alan sah daraufhin ins Feuer und streichelte Leonard weiter.
„Hey. du bist schon da, das ist gut“, meinte Damian plötzlich leise hinter ihm.
„Ja. Ich hab Leonard getragen bis hierher.“
„Das habe ich mir gedacht. Es ist doch ein ganzes Stück hierher, dass hättet ihr vor Sonnenaufgang sonst auch nicht geschafft. Wie geht es ihm?“
„Nicht so gut. Er ist sehr müde.“
Trotz das die beiden sehr leise sprachen, wurde Leonard wach. Er sah erst in Alans Augen und als dieser ihm signalisierte, dass noch jemand da war, setzte er sich auf und sah zu Damian. Dabei erschrak er, als er den Mann sah, der nicht älter als 30 aussah.
„Ja… Jahrtausende?“, meinte Leonard stockend.
„Ja. Was denkst du, wie alt dein Geliebter ist?“, meinte Damian leise und lächelte.
„20. Vielleicht ein bisschen älter.“
„Ein bisschen ist gut“, sagte Alan flüsternd und sah Leonard verlegen in die Augen. Plötzlich küsste Leonard ihn.
„Mir egal wie alt du bist“, sagte er trotzig, als er sich wieder von Alan gelöst hatte. Damian hatte das ganze lächelnd mit angesehen und ging nun auf das Fenster zu.
„Ich möchte eure Zweisamkeit nicht stören, aber Alan, wir müssen nach unten.“
„Ist es schon wieder Tagesanbruch?“
„Ja. Ihr ward lange unterwegs.“ Alan sah zu Leonard, der einen fragenden Blick an Alan und Damian wandte.
„Das Tageslicht ist nicht ganz nach unserem Geschmack“, meinte plötzlich eine Frauenstimme in der Tür. Alan sah erschrocken auf und war so schnell aufgestanden, dass Leonard ihn erschrocken ansah.
„Desi, erschreck die zwei nicht so“, meinte Damian grinsend.
„Entschuldigt Kinder, aber ich dachte du hättest mich schon bemerkt, Alan.“
„Das kann er nicht. D bist zu alt, als das er dich bemerken würde.“
„Oh. Danke auch. Ich kann mich ja wieder ein bisschen jünger machen“, sagte Desi gespielt beleidigt.
„Ach komm schon du weißt wie ich das mein.“ Damian kannte das Spiel und machte einfach mit. Allerdings schien er auch zu wissen, dass Alan nicht darauf hereinfallen würde.
„Ach? Weiß ich das?“
„Ja. Komm schon du siehst doch nicht Älter aus als 25 und das ist doch wohl in Ordnung.“
„In Ordnung also nur.“ Plötzlich fing Leonard an zu kichern. Alan sah ihn sanft an. Er hatte ihn lange nicht mehr so gesehen und sah daraufhin dankend zu Damian.
„So. Entweder du kommst mit schlafen, Leonard, oder du bleibst noch wach.“
„Ich komme mit schlafen.“
„So hatte ich mir das auch gedacht. Und ich gehe mal davon aus, bei Alan.“
„Ja“, sagte Leonard lächelnd und wurde ein wenig verlegen.
„In Ordnung, dann lasst uns schlafen gehen“, sagte Desi und streckte sich. Sie gingen in die Eingangshalle zurück und dann eine Treppe nach unten. Dort lagen einige Zimmer.
„Alan, du weißt ja noch welches Zimmer deins war, richtig?“
„Ja. Ich find es.“ Alan nahm Leonards Hand und führte ihn fast ans andere Ende des Gangs. Desi ging mit Damian mit, der sie in ein Zimmer führte und dann zu seinem eigenen ging.
Alan ließ sich gleich aufs Bett fallen, als er im Zimmer war und sah Leonard fragend an. Dieser legte sich langsam neben ihn und zog die Decke hoch.
„Schlaf gut“, sagte Alan flüsternd und küsste Leonard noch einmal kurz auf die Stirn. Dieser schlief kurz daraufhin ein, ebenso auch Alan.

****

Seid zwei Tagen versuche ich hier Kraft zu sammeln auf die einzig weitere Möglichkeit außer dem Trinken. Anima Sugere, das Lebenskraft saugen. Dabei verbinde ich meine Kraft mit der sämtlichen umliegenden Lebens und sauge sie langsam aus, es kann sein das ein Mensch so ein oder zwei seiner Lebensjahre verliert, aber das merken sie nicht. Sie leben sowieso nicht so lang das sie irgendwas merken würden. Menschen gehen grundsätzlich blind durchs Leben, eine Ironie das, das Reich Gottes durch sie geteilt wurde, durch die angebliche Krone der Schöpfung.
So langsam bekomme ich Kraft und ich spüre wie sich meine sehnen wieder herstellen. UNGLAUBLICH, als wenn man wiedergeboren wird.

Ich werde es schaffen, allerdings fürchte ich dass meine Kinder sich ohne mich bewehren müssen, ich bin nicht in der Lage ihnen große Hilfe zu leisten.

„Du kannst ihnen helfen, sobald sie anfangen gegen Maximilian zu Kämpfen!“
„Wie das, wie könnte ich ihnen hier helfen?“
„Nun du musst deinen Horizont erweitern, sobald sie es geschafft haben Maximilian zu verletzen kannst du ihn nach und nach seine Macht absaugen und dich stärken.“
„Meint ihr ich schaffe das?“
“Oh, ja Nigra vergiss nicht wer ich bin, ich habe diese Schöpfung Mensch und Engel getätigt!“

****

Als Alan am nächsten Morgen wach wurde, lag er allein im Bett. Er setzte sich erschrocken auf und sah sich im Zimmer um. Er stand auf und griff automatisch nach seinen Sachen, die neben dem bett lagen. Halt mal, wann hatte er sich denn ausgezogen? Er sah an sich herunter und bemerkte, dass er voll angezogen war und die Kleidung in seiner Hand war die Leonards. Er beruhigte sich und konzentrierte sich auf Leonard. Er fand ihn eine Etage höher, bei Damian wieder. Als er nach Desi suchte, fand er sie auf dem Dach. Sie wollte wohl ein wenig allein sein.
Alan legte die Sachen aufs Bett und streckte sich kurz ehe er nach oben ging. Er blieb eine Weile vor der Tür zum Wohnzimmer stehen.
„Alan, komm schon rein, was stehst du da im Flur herum?“, meinte Damian plötzlich und unterbrach damit sein Gespräch mit Leonard. Alan ging langsam in das Zimmer und sah Leonard fragend an.
„Ich habe ihm neue Kleidung gegeben und du solltest dich auch mal wieder neu einkleiden, oder meinst du nicht?“, meinte Damian amüsiert. Alan sah ihn verlegen an und setzte sich neben Leonard.
„Mach ich nachher.“
„Wie du möchtest, ich werde mich jetzt um Desi kümmern und euch zwei allein lassen“, sagte Damian und zwinkerte Leonard kurz zu. Alan bemerkte dies und sah zu Leonard, der merklich verlegen war. „Bis später.“ Verabschiedete Damian sich und ging.
„Wie geht’s dir?“, meinte Alan leise, als Damian weiter weg war.
„Ganz gut, nur ziemlich geschafft.“ Leonard legte sich in Alans Arme und schloss die Augen.
„Du hast noch Fieber.“
„Ich weiß“, sagte Leonard flüsternd und schlief ein weinig ein, während Alan ihm durchs Haar strich. Er fühlte, dass Leonard noch immer Angst hatte, aber er war ruhiger als die letzten Tage. Alan schloss ebenfalls ein wenig die Augen und träumte vor sich hin. Er bemerkte dabei nicht, wie er einen Teil von Leonards Traum in sich aufnahm und als er es merkte, änderte er nichts daran und träumte mit. Leonard saß in dem Traum an dem Fluss und lehnte am Baum. Er sah ins Wasser und war in Gedanken versunken, sah aber auf, als Alan auf ihn zukam. Er lächelte kurz und hielt Alan seine Hand hin. Alan ergriff sie und setzte sich zum ihm.
„So kann man auch weiterreden, obwohl man schläft.“ Grinste Leonard.
„Stimmt, muss ich mir mal merken“, sagte Alan lächelnd und küsste Leonard sanft.
„Damian ist ein netter Kerl.“
„Ja ich weiß. Er hat mir so ziemlich alles beigebracht was ich weiß.“ Alan legte sich ins Gras und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. „Was glaubst du wie alt er ist?“
„Na ja, wenn er dir alles beigebracht hat, dann ist er sicher um einiges älter wie du.“
„Stimmt. Komm her“, sagte Alan sanft und zog Leonard zu sich ran. Leonard legte sich an ihn und seinen Kopf auf Alans Brust.
„Hey ihr zwei, ich will nicht stören, aber könntet ihr kurz mal zurückkommen und mit uns reden?“ unterbrach Desi die Stille. Alan erschrak sosehr, das er nicht nur aus dem Traum erwachte, sondern auch Leonard mitriss.
„Entschuldigt“, sagte sie lächelnd. „Ich hoffe, ich habe nicht bei irgendwas sehr intimen gestört.“
„Nein. Noch nicht.“ grinste Alan frech woraufhin Desi etwas verlegen wurde.
„Kommt mal mit. Damian will euch etwas erklären.“
„In Ordnung“, meinte Alan leise und stand nach Leonard auf um Desi zu folgen.

****

****

Als die drei in die Küche kamen und Damian am Fenster stehen sahen, setzten sich Alan und Leonard an den Tisch.
„Ich wollte euch nicht unterbrechen, aber wir müssen ein wenig reden. Im Moment geht es mir erst mal nur um euch.“ Sprach Damian während er sich langsam herumdrehte und zum Tisch kam.
„Um uns?“, meinte Leonard verwirrt.
„Ja. Es ist einiges wegen euch im Gange. Aber ich will nicht gleich soviel erzählen, denn ihr müsst es ja auch verarbeiten könnten, also besprechen wir nur einen kleinen Teil vom Ganzen und das betrifft wie gesagt euch. Ich möchte wissen was zwischen euch läuft. Einen kleinen Teil der Antwort kenne ich, aber erzählt es trotzdem.“ Bat Damian.
Desi hatte sich zu den beiden an den Tisch gesetzt und sah auf ihre Hände, die auf der Tischplatte lagen und mit einer Kerze spielten. Sie war in Gedanken versunken und hörte wahrscheinlich gar nicht mehr zu. Ihre Gedanken waren weit weg.
„Was zwischen uns läuft?“, meinte Alan leise und Damian merkte wie Alan die Frage peinlich war. Alan hatte zuvor nicht drüber geredet, geschweige denn sich groß Gedanken gemacht. Leonard sah zwischen den beiden fragend hin und her. Er verstand nicht, warum dies so wichtig für Damian war. „Ich weiß nicht genau was du hören willst, aber ich liebe ihn und ich werde ihn nie wieder gehen lassen, wenn er es nicht wünscht“, sagte Alan nach einer weile und sah Damian an.
„Nie wieder sagst du?“, meinte Damian leise nach.
„Nein, nie wieder.“
„Liege ich damit richtig, wenn ich denke, dass du etwas vorhast, was eventuell für dich, auf jeden Fall aber für ihn Konsequenzen hat?“
„Ja.“
„Wann?“
„Wenn es nicht mehr anders geht.“
„Auf welche Weise?“
„Wird sich zeigen, sicher nicht die brutale Weise.“
„Du hast nur zwei Möglichkeiten. Wenn nicht die brutale Weise, dann wohl die leidenschaftliche“, sagte Damian und grinste leicht. Alan wurde rot und sah auf den Tisch.
Leonard wusste nicht genau um was es ging, aber er wusste das es um ihn ging und so hakte er nach.
„Was besprecht ihr hier?“
„Oh, das wirst du noch früh genug erfahren, aber nicht von mir, ich denke das überlasse ich Alan“, sagte Damian leise und lächelte Leonard an. Dieser sah Fragend zu Alan, doch weder sah dieser ihn an, noch gab er eine Antwort. „Na gut, ich werde noch ein bisschen mit Desi erzählen. Alan, du kannst Leonard ein bisschen das Schloss zeigen wenn du möchtest.“
„Ja“, meinte dieser nur knapp und stand auf. Leonard sah ihn noch immer fragend an und stand auf um Alan nachzulaufen, der schon aus der Küche war.
„Das wird noch ein bissel kompliziert mit den beiden, ihnen das alles zu erklären“, sagte Desi flüsternd.
„Vielleicht auch nicht. Alan ist nicht dumm. So wie ich ihn einschätze, hat er auch längst Nigra bemerkt, wenn auch nicht bewusst.“
„Aber wie das. Er ist doch noch so jung.“
„Jung, aber nicht so schwach wie ein normaler Vampir. Warten wir es ab.“
„In Ordnung.“

****

„Alan, warte doch.“ Rief Leonard ihm nach und wäre beinahe gegen ihn gelaufen, als Alan plötzlich stehen blieb und sich zu Leonard umdrehte. „Warum läufst du weg?“
„Ich laufe nicht weg.“
„Doch, tust du. Was ist los?“
„Nichts.“
„Alan….“ weiter kam Leonard nicht, denn Alan küsste ihn einfach.
„Sei endlich still und verwirr mich nicht so.“ grinste Alan.
„Zu Befehl“, sagte Leonard erschrocken und sank zu Boden.
„Hey. Geht’s dir nicht gut?“
„Doch, mir ist nur kurz schwarz vor Augen gewesen.“
„Komm mit. Du musst dich ausruhen“, sagte Alan und half ihm auf die Beine.
„Nein. Ich möchte mich jetzt nicht ausruhen. Lass uns ein bisschen durchs Schloss laufen. Ich bin neugierig“, meinte Leonard lächelnd. Alan sah ein Leuchten in Leonards Augen, welches ihm zuvor nie aufgefallen war, oder auch gar nicht da war. „Was siehst du mich so an?“, meinte Leonard leise und legte den Kopf schief.
„Du siehst einfach süß aus. Außerdem seh ich dich jetzt das erste mit glücklichen Augen und nicht mit dem traurigen Glanz.“ Leonard wurde verlegen und sah beschämt zu Boden, doch Alan zwang ihn, ihn wieder anzusehen, indem er Leonards Kinn anhob. „Komm mit. Lass uns sehen, ob Damian ein paar Geheimnisse mehr hat als ich kenne“, sagte Alan lächelnd und küsste Leonard noch einmal kurz.
Sie liefen einfach ziellos durchs Haus und bei einigen Räumen erklärte ihm Alan etwas. Wie zum Beispiel bei den Gästezimmern. Eine Etage bestand nur aus Schlafzimmern. Alan erklärte, dass dies vor einiger Zeit als Hotel genutzt wurde. Einerseits wurden die oberen Etagen für Sterbliche genutzt und die unteren, die unterhalb der Erdoberfläche lagen, für Vampire. Aber es bestand die Regel, dass die Leute aus dem Hotel niemals für die Vampiren als Nahrung zu dienen hatten. Wer sollte sonst auch die Rechnung bezahlen. Doch jetzt diente es nur noch als Unterschlupf für Vampire. Wer sich hier niederlassen wollte, tat dies und durfte sich sein Zimmer aussuchen, solange es noch nicht belegt war.
Als sie langsam in den einen Teil des Schlosses kamen, in dem selbst Alan noch nie war, wurde Leonard immer ruhiger. Etwas in diesem Teil machte ihm Angst. Alan nahm seine Hand und ging weiter. Er spürte selbst die Angst, aber ihn zog sie wie magisch an. Sie kamen in einen Gang, der von Fackeln beleuchtet war. Die Wände waren mit den feinsten Stoffen verkleidet und in einem tiefen Rot gehalten.
„Alan, lass uns bitte zurückgehen, ich fühl mich hier nicht wohl.“ Doch Alan hörte Leonard gar nicht. Vor einer riesigen Doppeltür blieb er stehen. Sie war reich verziert mit Mustern und Inschriften, die Alan aber nicht lesen konnte. Alan ließ Leonards Hand los und ergriff beide der Türklingen und schon die Türen auf. Zum Vorschein kam ein großer Saal, ebenso mit tiefroten Stoffwänden und mit auf dem Boden verteilten stehenden Fackeln erhellt. Es gab keine Fenster und der Raum war komplett leer, bis auf die Fackeln und ein Podium auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes auf dem ein Stuhl stand aus reinstem Gold und mit den schönsten Rubinen besetzt. Daneben, zwei Treppenstufen nach unten versetzt standen vier weitere Stühle, wesentlich kleiner und nicht so reich verziert. Jeweils zwei auf jeder Seite.
„Das hier ist „Atrii Sangui“ auch die Halle des Blutes genannt und Nigras Thronsaal“, sagte plötzlich Damian hinter ihnen. Leonard erschrak und drehte sich blitzschnell um, sodass er gleichzeitig Alan anrempelte und ihn aus seinen Gedanken riss. Alan nahm Leonard in den Arm, was diesen ein wenig beruhigte. „Entschuldige. Ich wollte dich nicht erschrecken.“ Entschuldigte sich Damian. Leonard atmete erleichtert auf und ließ sich in Alans Arme sinken.
„Du hast mir diesen Raum nie gezeigt“, sagte Alan leise.
„Nigra wollte es nicht.“
„Wer ist Nigra?“
„Ich denke mir, du hast ihn schon längst bemerkt, aber ich erkläre es dir trotzdem“, sagte Damian und ging auf einen der Stühle zu. Ebenso Desi. Damian setzte sich auf den Stuhl rechts, direkt neben den Thron und Desi links. „Nigra ist der älteste Vampir den es gibt und der letzte der Whampyri, eine alte Rasse der Vampire. Von ihm stammen alle jetzt noch existierenden Vampire ab. Es gibt keinen Vampir, den Nigra nicht wenigstens einmal gesehen hat. Die, die er als erstes geschaffen hat, können mit ihm kommunizieren, allen anderen ist diese Gabe nicht vermittelt worden, oder besser gesagt, nie verliehen worden. Es gibt nur noch wenige der ersten Generation. Desi, ich und Max zählen zu ihnen.“
„Maximilian?“
„Ja. Alan ich weiß, du hast nicht gerade gutes mit ihm erlebt, aber er war nicht immer so. Es gab Zeiten, da war er sogar eher schüchtern. Die Macht allerdings, die er besitzt hat ihn zerfressen. Er ist nur noch darauf aus, seine Macht zu vergrößern. Es gibt nichts anderes mehr für ihn, als Nigra zu erschlagen und den Thron wieder einzunehmen.“
„Aber wo ist Nigra denn. Wenn es um ihn geht, sollte er doch wenigstens anwesend sein.“ Fragte Leonard verwirrt.
„Ich seh schon, so langsam erwacht etwas in dir“, sagte Damian und lächelte Leonard an. „Zu deiner Frage. Nigra ist hier, nur nicht körperlich, aber er hört uns zu. Er war auch immer bei dir, Alan. Du wirst ihn gespürt haben.“
„Die Kopfschmerzen. Das war wegen ihm, richtig?“
„Ja. Er wollte in deine Gedanken sehen, aber du hast dich gegen ihn geblockt, ohne davon zu wissen. Nigra ist eingeschlossen. Er wurde in sein Grab verbannt und lebt dort schon seit über mindestens 1000 Jahre. Er wartet darauf, befreit zu werden und wie es aussieht, hat er den Schlüssel bei euch beiden gefunden.“
„Bei uns? Aber was sollen wir denn bewirken?“
„Viel, denke ich. Genau weiß ich das auch nicht. Vor einiger Zeit hat Max schon einmal auf diesem Thron gesessen, was vielleicht der Grund ist warum er ihn zurück will, doch er verlor ihn, als du dich von ihm abwandtest. Vielleicht hat das auch damit zu tun“, sagte Damian leise. „Leonard, ist alles in Ordnung?“, meinte er daraufhin besorgt und sah Leonard an.
„Nicht so richtig“, sagte dieser schwach und verlor kurz darauf sein Bewusstsein. Alan nahm ihn auf den Arm.
„Bring ihn lieber in euer Zimmer. Er muss sich unbedingt ausruhen.“
„Da hilft kein Ausruhen mehr“, sagte Alan leise und ging aus dem Saal. Er ging schnellen Schrittes in ihr Zimmer und legte Leonard aufs Bett. Dieser wurde leicht wach und sah Alan mit glasigen Augen an. „Wie geht’s dir?“
„Kann ich dir nicht sagen, da ich meinen Körper nicht mehr spüre“, sagte Leonard flüsternd. Alan legte sich neben ihn und strich ihm sanft durchs Haar. „Was hast du vor? Du guckst so seltsam.“ Alan antwortete nicht, er sah Leonard nur an und versuchte irgendetwas in dessen Augen zu finden, wo er selbst nicht wusste was es war. „Alan?“, meinte Leonard noch immer flüsternd. Alan sah auf, ohne selbst gemerkt zu haben, dass sein Blick auf Leonards Brust gerichtet war. Immer noch sagte er nichts. In ihm war alles ruhig. Nicht ein Gedanke ging ihm durch den Kopf, kein Gefühl spürte er, außer das er sich wohl fühlte bei Leonard.
„Hältst du mich fest, oder lässt du mich gehen?“, meinte Leonard ernst.
„Ich werde dich nicht mehr gehen lassen.“ Hauchte Alan nur und küsste Leonard sanft. Als dieser den Kuss erwiderte, ließ Alan sich fallen. Er öffnete langsam mit einer Hand Leonards Hemd und streichelte dessen Brust. Leonard hob seinerseits die Hand und schob sie unter Alans Hemd.
Alan ließ seine Hand zu Leonards Hosenbund gleiten und hielt dort kurz inne, um Leonard anzusehen. Doch dieser küsste ihn einfach weiter und legte seine Hand auf die Alans. Alan sah dies als Zeichen weiterzumachen, nur traute er sich trotzdem noch nicht so richtig und fuhr langsam fort. Er glitt mit seinen Küssen über Leonards Oberkörper und streichelte ihn sanft. Er fühlte Leonards Hingabe und ließ sich selber fallen, was zur Folge hatte, das er alles andere vergaß und nur noch Leonard sah. Das Damian noch immer seine Gedanken lesen konnte, interessierte ihn in dem Moment nicht mehr. Er zog Leonard langsam aus und ließ die Sachen neben das Bett fallen. Daraufhin beugte er sich wieder über ihn und küsste ihn leidenschaftlich und biss Leonard dabei kurz auf die Zunge. Dieser erschrak und zuckte leicht zusammen.
„Entschuldige“, sagte Alan verlegen. Doch alles was er noch sagen wollte, wurde durch einen weiteren Kuss von Leonard aufgehalten und noch ehe die Worte entstanden verbannt.
Leonard ließ seine Hand über Alans Oberkörper wandern und zog ihm nach einer Weile das Hemd aus, um freies Spielfeld zu haben. Er küsste Alan leicht auf die Brust und fuhr mit seiner Zunge zum Bauch, bis Alan ihn wieder zu sich hoch zog und ihn auf die Lippen küsste. Leonard schob ihm dabei seine Zunge in den Mund und ließ seine Hände weitererforschen.
„Leonard? Du weißt was ich mache, oder?“, meinte Alan flüsternd.
„Ja und ich werde dich nicht daran hindern.“ Haucht Leonard nur noch und ließ sich wieder in die Kissen sinken. Alan beugte sich über ihn und küsste ihn leidenschaftlich.
Leonard schmeckte etwas in seinem Mund, während Alan ihn küsste und sah ihn fragend an, bekam aber keine Antwort, da Alan nicht gewillt war den Kuss zu unterbrechen. Leonard ließ es dabei und nahm an, was auch immer es war.
Eine leichte unmerkliche Veränderung ging in ihm vor, die ihn einerseits gefiel, andererseits aber auch sehr anstrengte, Leonard wusste nicht was ihm besser gefiel aber dieser Moment mit Alan wollte er nicht missen. Er nahm die Erschöpfung hin und warf sie komischer Weise einfach ab und er fühlte sich unglaublich stark aber immer noch müde, er konnte nicht erklären was mit ihm vorging, bis Alan sich aus seinem Mund zurückzog.
„Willkommen, mein Engel!“, sagte dieser nur und umarmte ihn, lies sich ins Bett sinken und sie küssten sich leidenschaftlicher den je.
Alan und Leonard hatten sich gefunden und niemand wird sie je wieder auseinander bringen, Alan konnte fühlen wie die Veränderung anfing in Leonard zu wirken aber er konnte noch nicht bestimmen wie lang es dauern wird bis die eigentliche Stärke in Leonard aufkam, er war schon sehr geschwächt durch die Krankheit und Alan hatte sich sehr große Sorgen gemacht aber in dem Moment da er seinem Liebling in die Augen blickte und schon ein Anzeichen sah das es geglückt war, war alles verflogen und es folgte nur noch Glück.
Die beiden verbrachten eine wunderschöne Liebesnacht und schworen sich, niemals von der Seite des anderen zu weichen als…

„Meine Kinderrrr, ihr seid endlich in meine Reihen getreten. Willkommen ich bin Lord Nigra, ihr könnt mich Lord nennen oder auch Vater, es macht keinen Unterschied!
Ich bin sehr glücklich euch auf meiner Seite zu wissen, Damian hat in deiner Erziehung wirklich gut gewirkt mein Lieber Alan, nun ruht euch aus und geniest die Zweisamkeit so lange sie andauert.
Alan am Morgen wird ein alter Bekannter von dir eintreffen und ihr werdet sehr sicher nicht über alte Zeiten reden, also wappne dich mit Damian und Desi!“

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