Querbeet – Teil 4 – Selbstzweifel

Lautes Hämmern an meiner Eingangstür weckt mich unsanft. Ich weiß genau, wer davorsteht. Also hat Petra doch nicht dicht gehalten. Aber was habe ich auch erwartet?

Vorsichtig öffne ich die Tür und werde auch schon in meine Wohnung zurückgedrängt.

„Bitte sag mir, dass das ein übler Scherz ist“, fleht mich mein Vater an.

„Äh…Was meinst du?“, frage ich ihn, als wüsste ich nicht, was er meint.

Mein Vater stellt sich mit verschränkten Armen vor mich hin und schaut mir direkt in die Augen, wobei sein Blick sehr streng ist.

„Wie war dein Abend mit Petra Janssen?“, fragt er mich und ich kann mir schon denken, woraufhin das hinausläuft.

„Nett?“, sage ich in einem fragenden Ton.

„Ich habe dich gefragt, wie der Abend war!“, kommt es wieder von meinem Vater, diesmal mit noch eindringlicher Stimme.

„Okay, es war langweilig!“, gebe ich offen zu, obwohl langweilig vielleicht nicht das passende Wort für den Abend ist. Kurios würde schon eher passen oder ein Alptraum.

„Nur langweilig?“, will mein Vater weiter wissen.

„Ach Papa…“, beginne ich meinen Satz, komme jedoch nicht weiter, da mein Vater mir ins Wort fällt.

„Komm mir nicht mit – ach Papa -, ich weiß darüber Bescheid, was gestern war!“, schreit mein Vater mich jetzt an, „was denkst du dir eigentlich dabei?“

„Weißt du, ich…“, versuche ich es erneut, doch wieder darf ich nicht ausreden.

„Komm mir nicht mit irgendwelchen Ausreden! Ich weiß genau, wie lange das schon so geht. Immer habe ich ein Auge zugedrückt, in der Hoffnung, dass du den richtigen Weg noch findest. Doch jetzt ist Schluss!“, wettert mein Vater weiter.

Er wusste es also die ganze Zeit und hat nur abgewartet?

„Entweder du änderst dein Leben oder ich habe keinen Sohn mehr!“, sagt mein Vater mit wieder ruhiger Stimme und verlässt meine Wohnung.

Mein Leben ändern… kann und will ich das überhaupt? Aber ändern muss ich es so oder so, egal wie ich mich entscheide. Es steht zur Auswahl ein Leben, wie ich es mir wünsche.

Ich könnte endlich offen schwul leben, mich austoben nach Lust und Laune und vielleicht sogar mal einen Freund haben. Keine Versteckspiele mehr, das würde heißen, ich kann anziehen, was ich will und flirten, mit wem ich will.

Aber es hätte auch Nachteile, denn ich müsste direkt umziehen und mir einen neuen Job suchen. Dann wäre da noch ein Leben, wie es im Buche steht.

Eine Frau heiraten und Kinder kriegen, sofern ich einen hochkriege dabei. Dann müsste ich mich komplett verstellen und dürfte auch nie wieder einen Mann lieben.

Ich würde dann meine Wohnung behalten, obwohl mit Frau und Kindern hier nicht genug Platz ist. Auch mein Job wäre mir sicher und irgendwann würde ich die Firma sogar übernehmen.

Ich lasse mich aufs Bett fallen und kuschel mich noch einmal in meine Decke ein. Doch dann stehe ich auf, dusche und ziehe mich an. Ich muss raus und deshalb gehe ich eine Weile umher, bevor ich meinen Weg gefunden habe, der mich geradewegs zur Bushaltestelle führt.

Als ich in den Bus einsteige, nach dem passenden Geld im Portemonnaie suchend, bemerke ich sofort einen intensiven Blick auf mir. Es ist der junge Fahrer von letztens, dessen blaue Augen mich fixieren und mich wissen lassen, dass er mich erkannt hat.

Etwas schüchtern streicht er sich seine dunklen Haarsträhnen aus dem gebräunten Gesicht und schaut mir direkt in die Augen. Ein Lächeln wandert auf meine Lippen und schon bin ich wieder voll und ganz in meinem Element.

„Welche Station?“, fragt mich der hübsche Fahrer.

„Wann hast du Feierabend?“, will ich von ihm wissen.

„Also Endstation“, bekomme ich zur Antwort und bezahle anschließend bei ihm.

Ich nehme vorne neben dem Fahrer Platz und beobachte die Leute, die ein- und aussteigen, wobei die Vorfreude, auf das was kommen mag, groß ist. Es dauert seine Zeit, bis wir die Endstation erreicht haben, eine Zeit, in der ich immer wieder vielsagende Blicke bekomme und auch welche zurückgebe.

Wir warten beide, bis alle anderen Fahrgäste ausgestiegen sind und dann gehe ich direkt auf ihn zu.

„Ich hole nur schnell meine Sachen von der Arbeit und dann gehen wir zu mir. Meine Wohnung ist gleich da vorne“, gibt er mir zu verstehen und springt er aus dem Bus.

„Aber lass mich nicht zu lange warten“, sage ich zu ihm und schon rennt er los.

Es dauert auch nicht lange, bis er wieder da ist und so gehen wir zu seiner Wohnung. Die Sicherheit, mit der er das alles hier macht, lässt mich erahnen, dass er es nicht zum ersten Mal macht.

Kaum fällt seine Haustür ins Schloss, küssen wir uns auch schon und ich merke, dass er am liebsten die führende Position übernehmen würde. Was mich natürlich nur noch mehr antreibt und ich versuche ihn es auch spüren zu lassen.

Mit festem Griff reiße ich ihn an seinen Haaren und schaue direkt in sein Gesicht.

„Willst du dich nicht erst einmal vorstellen?“, frage ich ihn mit fester Stimme.

„Erik“, bekomme ich als Antwort, darauf folgt ein Stöhnen.

„Gut Erik. Hör genau zu“, sage ich zu ihm, hier gibt nur einer den Ton an und das bin ich! Verstanden?“

Ein Nicken ist die einzige Antwort, die ich bekomme und seine  Unterwerfung lässt ein Glücksgefühl in mir aufkommen.

„Braver Junge“, sage ich zu Erik, während meine eine Hand zärtlich seine Wange tätschelt.

„Und nun?“, grinse ich ihn fragend an, „zeig mir mal, was du so mit deiner Zunge drauf hast.“

Erik lässt sich nicht lange bitten und fängt an mein Hemd aufzuknöpfen, wobei er nach jedem Knopf die erscheinende nackte Haut küsst. Dann streift er mir mein Hemd über die Schultern und bearbeitet meine Brustwarzen.

„Das kannst du doch noch besser“, necke ich ihn, wobei mir sein Blick sicher ist und er mich nun endlich ins Schlafzimmer führt. Dort angekommen bugsiert er mich zum Bett und weist mich an mich hinzulegen.

Bevor er sich mir wieder widmet, befehle ich ihm: „Zeig mir mehr Haut! Ich will deinen geilen Hintern sehen!“

Erik kommt dem schnell nach und zieht sich aus, wobei seine Augen mich keine Sekunde loslassen. Als er fertig ist, dreht er sich elegant um sich selbst, doch das reicht mir nicht.

„Zeig mir dein Loch!“, fordere ich ihn auf, „ich will es sehen.“

Erst zögert Erik, doch dann dreht er mir den Rücken zu und bückt sich.

„Backen auseinander!“, schreie ich, da mir so nicht wirklich viel geboten wird.

Erik beugt sich also noch mehr vor und hält mit beiden Händen seine Pobacken auseinander. Genüsslich lasse ich meine Zunge über meine Lippen gleiten, denn der Anblick gefällt mir mehr als gut.

Dennoch fordere ich ihn noch mehr, da mir dieses Spiel mehr als Spaß macht.

„Beine mehr spreizen! Zeig mir alles, was du hast!“

Erik bemüht sich, so gut er kann und schafft es tatsächlich seine Beine weiter auseinander zu platzieren, was mir den absoluten Einblick verschafft.

„Gut so“, belohne ich ihn mit sanfter Stimme, „so ist es brav.“

Doch auf einmal höre ich die Haustür und Erik verliert vor Schreck sogar das Gleichgewicht. Nur wenige Sekunden später steht eine Frau im Zimmer und kriegt einen hochroten Kopf.

„Schatz, was machst du denn schon hier?“, kommt es fragend von Erik, während er versucht seine Erregung zu verstecken. Die Frau steht einfach nur da und mustert uns beide, während ich beschließe mich anzuziehen.

Auch Erik sucht nach seinen Sachen.

„Ich… ich kann dir alles erklären.“

Unterdessen verlasse ich die Wohnung und setze mich erst einmal unten am Haus auf die Stufen vor der Eingangstür. Erik, der Ärmste, führt genau so ein Leben, wie ich führen würde, wenn ich mich für eine Frau entscheide.

Aber will ich überhaupt so ein Leben führen?

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