Wirbelsturm der Gefü;hle – Teil 1

Der junge Mann der gerade mit dem Müll beschäftigt war, hieß Marco. Er half wie seine zwei Schwestern in der elterlichen Pizzeria, war siebzehn Jahre alt und besuchte noch das Gymnasium. Wie vielen Italiener, sah man ihm sein Herkunftsland an.

Seine schwarzen Locken hingen im Wild ins Gesicht, seine dunkelbraunen Augen stachen dennoch hervor.

Klein war er nicht, sondern hatte ein Durchschnittsmaß, kräftig gebaut, das wöchentliche Fahrrad fahren hinterlies halt seine Spuren.

„Marco trödle doch nicht wieder herum,“ rief jemand von drinnen.

„Mama, ich trödle nicht herum, sondern sortiere Müll, den irgendjemand wieder durcheinander gebracht hat. Ihr wisst doch selber, wie schnell wir da Ärger bekommen.“

„Schon gut Ragazzo, aber komm dann rein, dein Essen ist fertig, Papa will noch mit dir reden,“ hörte er seine Mutter rufen.

Was der denn wieder von mir wollte, dachte sich Marco. Er fegte noch einwenig um die Müllbehälter herum, und lief zurück ins Haus.

Seine Mama stellte ihm ein Teller Spaghetti hin und er begann zu essen. Sein Vater kam herein gestürmt.

„Melissa, kannst du nicht herauskommen, da sind gerade sechs Geschäftsleute hereingekommen und ich wollte doch mit Marco reden,“ sagte er.

Von ihr war nur das übliche „Si“ zu hören, und verschwand aus der Küche.

„So Marco, zu dir, könntest du heute abend eine Sonderschicht machen?“, fragte er, „Gino ist ausgefallen, seine Frau bekommt heute ihr Kind.“

„Mach ich Papa, das wievielte ist das jetzt eigentlich?“

„Das vierte, glaub ich.“

„War das alles?“

„Nein, ich habe eine Überraschung für dich. Du wolltest doch immer ein neues Zimmer haben oder?“

„Ja aber ich weiß das es nicht geht, Sophia und Maria, wollen ihre großen Zimmer behalten.“

„Ich weiß, aber in unserem Haus wurde die kleine Dachwohnung frei, und ich dachte die könntest du übernehmen, es ist zwar nur ein Zimmer mit Küche und Bad, aber endlich hättest du dein eigenes Reich und Mama würde endlich ein eigenes Arbeitzimmer bekommen.“

„Ist das dein Ernst Papa?“

„Ja, wir können morgen gleich los ziehen und Tapeten aussuchen für das Renovieren.“

Marco stand auf und viel seinem Papa um den Hals.

„Danke Papa.“

„Nichts zu danken, bleib so wie du bist und mach deine Schule so gut weiter wie bisher.“

Marco aß fertig, und als die letzten Gäste vom Mittagstisch gegangen waren, deckte er für den Abend noch ein.

„Mama, du musst Petro endlich mal sagen, er soll die Gläser mal sauberer abtrocknen, schau hier alles vollen Wassertropfen.“

Seine Mama lächelte, sie war froh das ihr Sohn ihr so eine große Stütze war. Heute konnte man nur noch existieren, wenn die ganze Familie mithalf. Trotzdem machte sie sich ein wenig Sorgen um ihn. Stimmt sie war froh, dass er so zur hand ging, aber gleichzeitig hatte er doch wenig Privatleben.

Er war schon mit Leuten aus seiner Klasse zusammen und unternahm einiges mit ihnen, aber mit nach Hause hatte er noch nie jemand gebracht. Keinen Freund oder gar eine Freundin. Sie erhoffte sich, dass mit der eigenen kleinen Wohnung, die sie für ihn jetzt hatten, dass sich es dann ändern würde.

„Ist heute Abend Sophia oder Maria da zum helfen?“ fragte Marco, der nun einige Gläser nachpoliert hatte.

„Sophia kommt, Maria hat heut Abend Tanzstunde.“

„Stimmt ja, habe ich vergessen, und wer holt sie ab?“

„Onkel Gino hat in der Nähe zu tun und nimmt sie dann mit,“ gab seine Mutter zur Antwort.

„Dann ist ja gut. Ich bin dann fertig und schau mir jetzt mal meine neue Wohnung an, als bis später.“

„Ciao Ragazzo. Dito.”

Marco holte seine Schulsachen. Er machte seine Tasche am Gepäckträger seiner Maschine fest. Den Helm auf, und schon startete er seine Achtziger. Es waren zwar gerade mal drei Blocks, aber er war froh wenn er die Moped in die Garage schieben konnte.

Zuhause angekommen, schloss er die Wohnungstür auf.

„Jemand da?“ rief er in den Flur.

„Ja ich,“ rief Maria aus ihrem Zimmer.

Die Tür ging auf und seine ein Jahr jüngere Schwester stand vor ihm.

„Da haben wir dich ja bald endlich los, aber irgendwie bin ich neidisch auf dich, aber andererseits freue ich mich für dich,“ sagte sie, bevor sie wieder in ihrem Zimmer verschwand.

Ja, so war Marcos Schwester Maria, sie konnte sich nie für einen Gedanken entscheiden.

Er schmiss seine Tasche in sein Zimmer und lief in die Küche um was zu trinken. Auf dem Küchentisch lagen die Schlüssel von der Dachwohnung.

Kurzerhand entschloss sich Marco, sich die Wohnung anzusehen. Er schnappte sich die Schlüssel und rannte die Fluttreppe hinauf.

„Darf ich mit?“ rief Maria ihm hinterher.

„Natürlich komm, hast du sie auch noch nicht gesehen?“

„Nein, Papa hat gesagt er schaut sie heute Abend mit mir an, bevor ins Geschäft fährt,“ meinte Maria.

„Dann komm endlich, ich will sie jetzt sehen.“

Marco steckte den Schlüssel ins Schloss und drehte ihn. Ein kurzes Schnappen war zu hören und schon öffnete sich die Tür. Er trat ein und Maria folgte ihm.

Ein winziger Flur fanden sie vor, auf dem Boden stand ein uraltes Telefon.

„Geil, schau dir das Telefon an, das ist noch mit Drehscheibe, ich glaube das behalte ich, muss Papa fragen ob das geht,“ sagte Marco.

„Jetzt geh schon weiter ich will auch noch den Rest sehen,“ meinte Marcos Schwester.

Marco öffnete eine der zwei Türen. Sie schauten in das Bad.

„Eine Waschmaschine hat hier aber kein Platz,“ kam es von Maria.

„Dafür hab ich eine Badewanne für mich alleine.“

„Du glücklicher.“

Maria öffnete die andere Tür.

„Das ist ja so groß wie Sophias und mein Zimmer zusammen,“ sagte sie erstaunt.

„Da hinten an der kleinen Mauer kommt ja auch noch eine Küche hin. He da ist ja auch ein Balkon.“

Marco öffnete die Tür und schritt nach draußen.

„Wow ist das eine Aussicht Marco, ich glaube ich werde dich ab und zu besuchen müssen.“

„Das verstehe ich,“ sagte Marco mit einem Grinsen.

„Und keiner kann dir auf den Balkon schauen. Hast du dir schon überlegt, wie du dich einrichtest?“

„Jetzt warte doch erst mal, ich muss den Raum erst auf mich wirken lassen. Die Wände werden auf alle Fälle weiß, der Holzboden bleibt, ich denke der muss erst aber abgeschliffen und neu lackiert werden.“

„Aber die Kacheln lässt du nicht, ich meine Blümchenmuster sind nicht gerade dein Geschmack oder?“

„Bestimmt nicht, ich weiß halt nicht, was Papa in die Wohnung investieren will.“

„Für neue Tapeten und Kacheln reicht es alle mal.“

Marco und Maria fuhren herum, ihr Vater war gekommen.

„Und wie findest du sie?“

„Traumhaft,“ konnte Marco nur sagen.

„Am Wochenende kommt Onkel Herbert mit seinem Sohn her und hilft dir beim tapezieren und das mit den kacheln bekommen wir sicherlich auch hin,“ meinte Marcos Papa.

„Und was ist mit den Möbeln?“ fragte Maria neugierig.

„Ich hab doch genug in meinem Zimmer stehen, muss ja nicht gleich alles wieder so voll stehen,“ antwortete Marco.

„Außerdem bekommst du von Tante Lucia ein Sofa und Onkel Giorgio hat noch eine kleine Küche übrig,“ sagte sein Vater lächelnd.

„Wow Papa, wann hast du dass alles organisiert? Ich bin total aus dem Häuschen.“

„Hat sich alles irgendwie ergeben und außerdem du kennst doch deine Mama. Wenn du Lust hast, du hast ja noch ne Stunde Zeit, damit anfangen Tapeten abzulösen. Du findest alles im Keller was du dazu brauchst.

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Nach der Schule und der Arbeit, stand Marco in seiner Wohnung, und löste Tapeten ab, klopfte die alten Kacheln in der Küchennische ab. Sein Vater hatte ein Handwerker kommen lassen.

Dieser verlegte nach Marcos wünschen neue Stromkabel, Steckdosen und auch einen Internetanschluss für seinen PC. Freitags Abends stand die ganze Familie in Marcos neuer kleiner Wohnung.

„Da könnt ihr morgen wirklich gleich mit dem Tapezieren anfangen, und Marco bist du dir wirklich sicher, das du nur Raufaser haben möchtest?“

„Ja Mama, das gefällt mir am besten.

Das Wochenende hatte Marco von seinen Eltern frei bekommen, Gino war wieder da und so entstand kein Engpass in der Pizzeria. Die Tapeten waren schnell an der Wand, mit den Kacheln gestaltete es sich dann doch etwas schwieriger.

Am Sonntag Abend war aber alles fertig.

„Morgen muss der Handwerker nur noch die Steckdosen und die Schalter anbringen und dann kannst du einziehen Junge,“ meinte Onkel Herbert, der deutsche Mann von Mamas Schwester. Cousin Alfonso, war die ganzen zwei Tage sehr ruhig gewesen.

Marco dachte, das komme durch den Neid und so redete er ihn auch nicht groß an. Er fing an den Dreckweg zuputzen der durchs Renovieren entstanden war. Total erschöpf viel er kurz vor Mitternacht in sein bett und schlief auch sofort ein.

„Morgen Marco, und läuft deine Maschine noch?“ fragte ihn Achim, der gerade auch mit seinem Moped in der Schule ankam.

„Morgen Achim, du hattest recht die Kabel waren wirklich angefressen,“ antworte Marco.

„Deswegen auch diese kurzen Aussetzer, denke ich.“

„ Ja aber jetzt fährt sie wieder eine Eins.“

„Hast du für die Arbeit gelernt?“

„Ein wenig.“

„Du bekommst ja eh wieder die volle Punktzahl.“

„Höre ich da etwa Neid?“ fragte Marco

„Ich und Neid, weiß ja nicht mal wie das geschrieben wird, aber lass und reingehen, es hat grad das erste mal gegongt.“

Beide nahmen ihre Taschen und liefen in das alte Gebäude.

„He Leute, Spaghetti is da,“ Justus immer für eine blöde Bemerkung zu haben.

Marco war in seiner Klasse beliebt, auch wenn er bekannter weise als Klassenbester eigentlich als Streber durchgehen würde. Aber nicht so bei Marco.

Er blieb auf dem Boden, half jeden, der seine Hilfe auch in Anspruch nahm. Klassensprecher wollte er nicht werden, das überlies er lieber Amanda, die besser für den Job geeignet war.

„Und wie war dein Wochenende?“ fragte ihn Nelly.

„Anstrengend,“ sagte Marco kurz.

„Zuviel Gäste?“

„Nein ich hatte frei.“

„Was war dann so anstrengend.“

„Ich habe renoviert, weil ich bald umziehe,“ sagte Marco.

„Ihr zieht in eine neue Wohnung?“

„Nein nur ich, ein Geschenk meiner Eltern.“

„Wow, eine eigene Wohnung, dass ist der helle Wahnsinn.“

„Da hast du recht.“

„Und wann steigt die Einweihungsparty?“

„Welche Party? Wo?“

Das war Lukas, der sich gerade neben Marco auf seinem Platz niedergelassen hatte.

Marco konnte nicht mehr wiedersprechen, denn die Kraus kam herein. Sie war wohl die schlimmste Mathelehrerin, die sich ein Schüler vorstellen konnte. Ihr komisch blondoranges Haar lag wie ein Deckel auf ihrem Kopf.

Die unmögliche Brille lenkte nicht von ihrem pausbäckigen Gesicht ab. Zudem kam dazu, das man meinen konnte sie wäre so hoch wie breit. All dies zusammen war eher eine Mischung für einen Horrorstreifen, aber sie war leider Marcos Mathelehrerin.

Alle holten sie ihre Sachen raus, und hörten gelangweilt der Kraus zu, die irgendwas über Formeln abließ, was im Augenblick zu so früher Stunde eh niemand verstand.

Marco wunderte sich selbst bei dieser Dame noch gute Noten zu haben, weil das Verhältnis zu Zahlen der lieben Frau Kraus, sehr undurchsichtig war.

Die Stunde zog sich wie immer endlos hin. Als der rettende Gong kam, hörte man einen tiefen Seufzer durch die ganze Klasse.

Der Vormittig war schnell vorbei und in der Pause vor der letzten Stunde, saßen alle zusammen in der Raucherecke.

„Und warum hast du mir nichts von deiner eigenen Wohnung erzählt?“ wollte Lukas wissen.

„Warum denn auch du kommst ja eh nie bei mir vorbei,“ gab Marco von sich.

„Eins zu null für dich, aber das kann man ja ändern.“

Lottchen kam wie von einer Tarantel gestochen angerannt.

„Was ist den mit dir los Lotte?“ fragte Sybille, die gerade ihr Kippe im Ascher ausdrückte.

„Ich hab gerade was sehr interessantes am Lehrerzimmer mitbekommen.“

„Und was wäre das?“ fragte Martin gelangweilt.

„Ab morgen sind wir zwei mehr in unserer Klasse.“

„Das ist ja sehr interessant Lottchen, du siehst, wir brechen in Begeisterung aus,“ meinte Sybille.

„Dann wollt ihr sicher den Rest auch nicht hören, das es ein Zwillingspärchen ist.. aus Amerika kommt..“

„Aus Amerika?“ Lukas wurde hellhörig.

„Das habe ich jedenfalls gehört, als der Direx sich mit unserem Profi unterhalten hat.“

„Jungs?“ kam es von Barbara.

„Wie, ach so. Nö beides Junge und Mädchen.“

„Dann bekommt unsere Klasse schon keine Mehrheit zustande, dann wären wir vierzehn Jungs und vierzehn Mädels,“ sagte Marco, „ ein gesundes Gleichgewicht.

„He Amanda wo wir es grad von Gleichheit haben, was ist jetzt eigentlich mit unserer Klassenfahrt .. Zelten oder Herberge?“ fragte Christian dazwischen.

„Ich denke wir werden inner Herberge unterkommen müssen, zelten hat der Direx abgelehnt,“ antwortete Amanda.

Und schon waren die Neuen vergessen. Allgemeine Buhrufe gingen durch die Menge.

„Seit wenigstens froh, dass wir ohne Paraklasse fahren können, das hab ich wenigstens durchsetzen können,“ versuchte sie die Lage zu retten.

Es gongte. Jeder schritt gemächlich zum Klassenzimmer zurück. Prof Müller war schon da und wartete ungeduldig, dass sich alle setzten.

Marco stellte seine Maschine neben der Pizzeria ab. Heute schien mal wieder die ganze Ladenzeile zum Essen gekommen zu sein, der Laden war brechend voll.

„Mama mia endlich kommst du, kannst du mir bedienen helfen?“ empfang Marcos Mutter ihn.

„Bring nur meine Tasche nach hinten, sagte Marco im Vorbeigehen.

Er band sich eine weißen Vorbinder um, nahm Block und Kuli zur Hand und stürzte sich ins Getümmel. Nach eineinhalb Stunden war alles vorbei.

„Ich hasse diese Tage, wo sie alle auf einmal kommen und essen wollen,“ meinte meine Schwester Sophia, die gerade die letzten Gläser abtrocknete.

„Sei doch froh, dass unser Laden so gut läuft. Es konnte auch schlechter sein,“ meinte ihr Vater zu ihr.

„Also Leute ich muss los, der Elektriker kommt nachher und ich habe jede Menge zum Hochtragen,“ sagte Marco und schnappte sich Tasche und Helm.

Fünf Minuten später stand Marco in seinem Zimmer. Er hatte ja schon viel zusammen gepackt, aber er wusste nich wo er anfangen sollte, was als erstes rauftragen. Er entschied sich für sein Bett.

Zwei Stunden später hatte er alle seine Möbel nach oben getragen und wieder auf gebaut. So langsam nahm das große Zimmer formen an.

Der Elektriker hatte bereits alle Sachen erledigt, so konnte er wenigstens auch seine Musikanlage aufstellen.

So gegen elf Uhr abends, war dann endlich alles geschafft. Der letzte Kleidungskarton war in seinem Schrank verschwunden. Er ging noch mal nach unten um sein altes Zimmer zu überprüfen, nein er hatte wirklich alles oben.

Seine Mutter kam gerade von der Arbeit zurück.

„Du hast schon alles oben?“ fragte sie erstaunt.

„Gerade eben und alles schon verräumt,“ antwortete Marco.

„Dann wünsch ich dir mal eine schöne Nacht in deiner eigenen Wohnung.“

„Danke Mama,“ sagte Marco und entschwand nach oben.

Er lief auf seinen Balkon und steckte sich eine Zigarette an. Er beobachtete das Lichterspiel der Stadt und genoss die Ruhe, die er ab sofort hier oben hatte. Er versank in seinen gedanken, besann sich aber eines Besseren, morgen war ja wieder Schule.

Marco stieg von seiner Maschine ab, nahm seine Tasche und rannte ins Schulgebäude. Er hatte einwenig getrödelt und war ziemlich spät dran. Als er das Klassenzimmer betrat, erschalte gerade der Gong.

Prof Müller war wie immer bereits da. Neben ihm standen ein Junge und ein Mädchen. Bis auf die Haare glichen sie sich wie ein Ei dem anderen. Das müssen wohl die Neuen sein, dachte sich Marco.

„Guten Morgen Klasse, dass hier sind Bob und Jane Ripply, sie werfen ab sofort unsere schule besuchen. Ich weiß aller Anfang ist schwer, als helft wo ihr könnt, ich verlasse mich da voll und ganz auf euch,“ sagte Prof Müller und wies den beiden Neulingen an sich einen Platz zu suchen.

Die Freiheit nur Lukas als Nachbarn zu haben, war nun vorbei. Bob setzte sich neben Marco und Jane hatte einen Platz neben Sybille gefunden.

„So und nun weiter, meine Herrschaften, Amanda hat mir mitgeteilt, über euer Vorhaben eine Klassenfahrt durch zuführen. Da ich mit euren Leistungen recht zufrieden bin, habe ich ebenfalls zugestimmt.

Mit Zelten wird nichts, da hat unser Direx was dagegen, also bleibt noch eine Jugendherberge. Ich habe im Vorfeld drei ausgesucht und es ist an euch zu entscheiden, welche wir nehmen werden. Martin schalte mal bitte die Computer an, damit wir im Internet alle nachschauen können und uns dann gemeinsam entscheiden können, welche wir nehmen.“

Seit einem halben Jahr standen nun diese Computer im Klassenzimmer, viel benutzt wurden sie aber nicht. Sogar in den Pausen, wo die Allgemeinheit der Klasse dran konnten, wurden sie doch recht wenig genutzt.

Martin, das Computergenie fuhr die Rechner hoch, und Prof Müller redete weiter

„Also als erstes habe ich in Konstanz. Dort befindet sich die Herberge in einem großen Turm. Dann habe ich eine gefunden, in Rostock, die befindet sich auf einem Schiff, und als letzter Vorschlag wäre da noch eine richtige Burg. Hier auf den Blättern stehen die Homepages. Schaut sie euch an und entscheidet euch dann.“

Der Rest der Stunde gab es dann heiße Diskussionen darüber, welche wohl am geeignetesten wäre. Sogar Jane beteiligte sich ein wenig. Bob dagegen hielt sich im Hintergrund. Am Schluss wurde sich für das Schiff entschieden, weil Rostock, da war wirklich noch niemand aus der Klasse.

Prof Müller versprach alles weitere in die Hand zu nehmen. Die Stunde war vorbei. Einige stürmten hinaus, der Großteil blieb aber, um sich jetzt Bob und Jane zu widmen.

„Und wo kommt ihr jetzt genau her?“ wollte Lukas wissen.

„Aus New York,“ antwortete Jane in einem fast perfekten Deutsch.

„Und woher kannst du so super Deutsch sprechen?“ fragte Barbara.

„Meine Mutter ist Deutsche, wir sind zweisprachich aufgewachsen.“ Bob nickte, aber sagte nichts. „Macht euch aber wegen meinem Bruder keine Gedanken, er spricht nicht so gut eure Sprache, du ist deswegen so Wortkarg.“

„Jane,“ sagte Bob leicht verärgert und wurde rot.

Es war das erste was man von Bob hören konnte. Er stand auf und setzte sich an einen der Rechner. Er tippte eine Weile herum.

„Jane come here… Brad and Nora sind online,” sagte er plötzlich.

„Oh wirklich, Leute entschuldigt, dass sind Freunde aus Amerika,“ kam es von Jane.

Plötzlich setzte sich der ganze Pulk in Bewegung und scharte sich um den PC. Jeder versuchte soweit er konnte, mitzulesen, was da im Chat geschrieben wurde, es stand ja alles auf englisch da. Der Gong ertönter und Bob verabschiedete sich schnell von seinen Freunden.

„Waren wir jetzt mit New York online?“ wollte Sybille wissen.

„Ja,“ sagte Jane.

„Das is cool.“

Alle setzten sich wieder an ihren Platz, doch der Lehrer war noch nicht da.

„Bob treibst du eigentlich Sport,“ Lukas wollte das wissen.

„Basketball und Trakingbike,“ antwortete Bob.

„Oh, da kannst du dich an unseren Klassenbesten halten, der fährt auch Rad,“ meinte Jochen.

Alle schauten zu Jochen und Bob.

„Jo ich kann dir sagen, wo man hier tolle Touren fahren kann,“ meinte Marco kurz.

„Aha, Klassenbester, überhaupt Zeit Sport zu treiben?“ fragte Bob.

„Wieso, sollte ich keine Zeit dazu haben..?“ fragte Marco, der merkte worauf Bob hinaus wollte, „hey Junge, das war ein freundliches Angebot meinerseits, sorry wenn es falsch rüber gekommen ist, wird nicht wieder vorkommen.

Lukas knuffte Marco in die Seite.

„Was issen los Marco, so kenn ich dich gar nicht.“

„Wenn der Herr meint er muss mich herablassend behandeln, weil ich Klassenbester bin, ist das seine Sache, aber er soll mich dann gefälligst in Ruhe lassen,“ antwortete Marco.

Bob und Marco schauten stur nach vorne.

„Was soll der Scheiß jetzt, hört damit auf, vertragt euch wieder,“ kam es von Amanda.

„Bob bitte verscherze es dir doch nicht gleich wieder,“ sagte Jane.

„Wieder?“ kam es von Marco, „macht er das wohl öfters, prost Mahlzeit kann ja heiter werden.“

„Hör auf Marco, sei still. Hey Bob, so ist Marco normalerweise nicht, ihr habt euch wohl auf dem falschen Fuß kennengelernt,“ meinte Jochen.

„Unser Marco ist normalerweise unser Maskottchen der Klasse, er muss immer dabei sein, wenn wir was unternehmen. Also vertragt euch wieder.“

Die Tür ging auf, der Direx kam rein.

„Leute hört mal zu. Wir haben einen Notfall. Euer Lehrer ist kurzfristig ausgefallen. Ihr habt jetzt einfach ein Freistunde, wenn ihr euch ruhig verhaltet, brauch ich keine Vertretung zu schicken.

„Geht klar, ich kümmere mich darum, das es ruhig bleibt,“ lies Amanda verkünden.

„Okay, dann bin ich mal wieder weg, bis später in Chemie,“ sagte der Direx und verschwand.

„So ihr beiden, jetzt vertrag euch auf der Stelle, sonst..“ meinte Amanda.

„Sonst was?“ sagte Bob, „ ich lass mich doch nicht von so einer dummen Schwuchtel dumm anmachen.“

Das war jetzt sogar Marco zufiel und holte aus und traf ziemlich genau ins Bobs Gesicht.

Gleich stürmten die anderen Jungs her und hielten Marco fest und ebenfalls Bob, der sich wieder aufgerappelt hatte und zurückschlagen wollte.

„Du Arsch, warum hast du mich geschlagen?“ schrie Bob.

„Weil du Arsch Schwuchtel zu mir gesagt hast,“ schrie Marco genauso laut zurück.

Barbara ging dazwischen.

„Seit ihr noch ganz sauber? Marco was ist mit dir los. Du bist normalerweise unser Ruhepol der Klasse, so kenne ich dich gar nicht. Schon gar nicht das du dich prügelst, ich dachte aus dem Alter wären wir heraus.“

Lukas setzte sich zwischen die beiden und alle anderen um sie herum.

„Wir sind ein Klasse, und wenn auch ab heute zwei neue dabei sind, wollen wir das auch bleiben, wenn der Müller merkt, dass hier was nicht stimmt, können wir die Klassenfahrt vergessen, ihr wisst, wie er über Querellen in der Klasse denkt.“

Barbara holte erst mal tief Luft.

Das war Marco jetzt doch alles zu viel. Erst macht ihn der Neue dumm an und jetzt hacken auch noch die anderen auf ihm herum. Er stand auf und rannte aus dem Zimmer.

„Seht euch diese Memme an,“ kam es von Bob.

„Bob es reicht jetzt,“ sagte Jane scharf und Bob zog den Kopf ein, „immer musst du dich überall und mit jedem anlegen, willst du wirklich ins Internat, wie es dir Dad angedroht hat?“

„Nein,“ kam es kleinlaut von Bob.

„Du hast hier eine Chance zum Neuanfang, also versau nicht gleich wieder alles. Die Klasse hier ist nett, wir können froh sein, eine solche erwischt zu haben.“

Betroffenes Schweigen bei den Zuhörern.

„Bob ehrlich, bei Marco liegst du völlig falsch. Er ist normalerweise der, der unserer Klasse den Zusammenhalt gibt, er weicht keinem Problem aus, ist immer für uns alle da, wenn wir mal Hilfe brauchen, sei es wegen der Schule oder privat,“ meinte Lukas.

„Tut mir leid, wollt ich nicht, und was mach ich jetzt?“ fragte Bob.

„Das weiß ich selber nicht, ich habe Marco noch nie so erlebt, weder das Schlagen, noch das er einfach wegrennt. Ich glaub ich geh ihn mal suchen, Amanda geht doch oder?“

„Klar Lukas verschinde, aber lass dich nicht erwischen,“ meinte Amanda.

Marco war einfach nach draußen gerannt und fand sich in der Raucherecke wieder. Nervös steckte er sich eine Zigarette an. Was war bloß los mit ihm, er war doch noch nie so aus der Ruhe gebracht worden.

Musste der Arsch Schwuchtel zu ihm sagen. Das tat weh. Keiner wusste bisher Bescheid, das er schwul war nicht einmal seine Familie. Und dann kommt ein neuer daher und beschimpft ihn gleich noch.

Nervös zog er an seiner Zigarette und merkte nicht wie hm die Tränen herunter kullerten.

„Ah, da bist Marco, ich hab dich überall gesucht.“ Lukas stand vor ihm.

„Hey jetzt mach doch keine so Anstalten, nur weil der Typ Schwuchtel zu dir gesagt hat. Ist doch nur ein Schimpfwort.“

„Fängst du jetzt auch noch an,“ schrie Marco, „… damit du weißt ich bin schwul Lukas und für mich ist das kein Schimpfwort, sondern nur eine Beleidigung…“

Marco rannte wieder in die Schule. Er blieb stehen und überlegte kurz. Dann lief er zum Direxbüro und klopfte.

„Herein.“

Marco öffnete die Tür.

„Marco hallo, was ist mir dir du siehst gar nicht gut aus.“

Marco wurde von seinem Direx heimgeschickt. Wortlos und mit verheulten Augen ging Marco in seine Klasse und holte seinen Helm und Tasche und verschwand wieder. Lukas kam ihm auf dem weg nach draußen entgegen.

„Marco, warte bitte.“

„Lass mich,“ und schon war Marco aus der Tür gestürmt.

Lukas lief zurück in die Klasse.

„Leute wir haben da ein großes Problem,“ wandte er sich an die Klasse.

„Was ist mit Marco?“ fragte Jane.

„Ich weiß nicht wie oder ob ich euch das sagen soll…“ meinte Lukas.

„Nur weil ich falsch an ihn geraten bin, flippt der Typ jetzt aus?“ warf Bob ein.

„Nein Bob, das nicht, du hast das Fass nur zum überlaufen gebracht,“ sagte Lukas und nach eine kleine Pause meinte Lukas, „Marco ist schwul.“

Marco tuckerte langsam nach Hause. Ihm fiel es eh schwer zu fahren, weil er vor lauter Tränen nichts gut erkennen konnte. Zu Hause stellte er sein Bike ab und rannte in seine Wohnung hoch. Oben angekommen schmiss er sich auf sein Bett und fing hemmungslos an zu Heulen.

Die ganze Zeit hatte er sich nichts anmerken lassen, keiner hatte es mitbekommen, dass er nur auf Jungs stand. Für die anderen war er eben ein Einzelgänger.

„Ups,“ sagte Barbara. Sie beschrieb genau die augenblickliche Verfassung der Klasse.

„Und ich sag Schwuchtel zu ihm.. Scheiße.. hab mir da nichts dabei gedacht..,“ sagte Bob und senkte seinen Blick.

„Siehste, wie ich immer sage, du sprichst ohne darüber nach zudenken,“ sagte Jane vorwurfsvoll.

„Jane lass es, dass bringt uns jetzt auch nicht weiter, überlegen wir lieber wie wir Marco helfen können,“ sagte Barbara.

„Helfen?“ fragte Martin.

„Ja helfen Martin, Marco war immer für uns da, etwa so was wie ein seelischer Mülleimer für uns und wer war nicht bei ihm mit seinen Problemen?“ meinte Lukas.

Betroffenes schweigen in der Klasse.

„Hat eigentlich jemand Probleme damit, dass Marco schwul ist?“ fragte Amanda.

Allgemeines Kopfschütteln und Verneinen war angesagt.

„Gut dann wär dieser Punkt mal geklärt. Als Zweites denke ich, das wir alle geschlossen hinter Marco stehen oder?“

Ein einstimmiges Ja war zu hören.

„So und nun zu dir Bob. Eine Entschuldigung bei Marco wäre angebracht…“

Bob wollte was sagen.

„Moment Bob las mich aussprechen, ich meine nicht sofort. Erst mal muss jemand von uns zu Marco gehen,“ sagte Amanda, „Freiwillige vor…“

„Also ich bin dabei,“ kam es von Lukas, „ich hab noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen.“

„Wer noch?“ fragte Amanda.

„Ich gehe auch mit,“ kam es von Jane.

„Willst du wirklich?“ fragte Lukas.

„Ja ich möchte..“

„Dann gehe ich auch mit und vertrete unsere Mädchen,“ sagte Barbara.

„Kann ich nicht auch mit kommen,“ sagte Bob kleinlaut.

„Wenn die andern nichts dagegen haben gerne. Ich hoffe Marco wird dir ja nicht gleich den Kopf abreisen, bei seinem Temperament,“ sprach Lukas.

„Wieso Temperament?“ fragte Jane.

„Marco ist Vollblutitaliener,“ antwortete Lukas mit einem Grinsen.

Konnte er überhaupt noch der Klasse gegenüber treten, wollten sie überhaupt noch etwas wissen von ihm, wenn Lukas geplaudert hatte.

Total verwirrt stand er auf und ging auf seinen Balkon. Mit zitternden Händen zog er an seiner Zigarette. Wenn er jetzt über die Brüstung springen würde, wäre alles vorbei. Aber was würde er dann seiner Familie antun, andersrum wieder, was würden sie tun, wenn sie wüssten, dass er schwul ist.

Dann wäre es aus mit dieser Wohnung, sein Papa würde ihn raus schmeißen, und ihn als Sohn verstoßen. Plötzlich spürte er eine Hand auf seinen Rücken, er fuhr zusammen.

„Mama, was tust du hier….?“

„Das Gleiche könnte ich dich auch fragen, mein Sohn, du hast doch jetzt normalerweise Schule oder?“ fragte sie.

Marco fing wieder an zu weinen, und fiel in die Arme seiner Mutter.

„Prego Ragazzo, erzähle, was ist los?“

„Mama, ich trau mich nicht, ich hab Angst du hast mich nicht mehr lieb,“ wimmerte Marco.

„Stubido Fidelo. Wie kannst du so was nur sagen. Marco ich werde dich immer lieben du bist mein Sohn,“ sagte sie jetzt auch mit Tränen in den Augen.

Er nahm etwas Abstand zu ihr und schaute zu Boden.

„Mama, du hast dich sicherlich schon gewundert warum ich keine Freunde mit nach Hause bringe und auch …keine Freundin…io ..ich bin…“

„Schwul?“

Marco nickte mit seinem Kopf und fing erneut an zu schluchzen.

„Marco so was habe ich und dein Papa uns schon lange gedacht.“

Marco hob seinen Kopf.

„Ehrlich.. warum habt ihr nicht gefragt?“

„Weil wir dir die Freiheit geben wollten, es uns selber zu sagen. Dein Papa meinte, wir wollen dir so viel Zeit lassen wie nur möglich. Einer seiner Freunde dessen Sohn auch schwul war, wurde zu sehr bedrängt, er hatte sich das Leben genommen.“

„Deswegen die Wohnung?“

„Ja Marco, einfach um dir genug Freiheit zu geben, weil dein Papa und ich genug Vertrauen haben, dass du dies nie ausnützen würdest.“

„Und ihr seid wirklich nicht böse, weil ich keine Schwiegertochter anschleppe?“

„Nein Marco, außerdem haben wir ja noch zwei Schwiegersöhne in Aussicht.“

„Drei!“

„Drei?“

„Ja, den Jungen, den ich vielleicht mal finden werde.“

Marcos Mama lächelte und nahm ihren Sohn wieder in den Arm.

„Weiß irgendwer noch über dich Bescheid?“

„Ich denke meine Klasse..“

„Du denkst?“

Marco erzählte was sich in den letzten Stunden in der Schule zugetragen hatte.

„Fidelo, das war nicht klug.“

„Ich weiß Mama, aber bei mir ist irgendwie eine Sicherung durchgebrannt.“

„Marco das ist keine Entschuldigung, man darf niemanden schlagen, du musst dich bei dem Jungen entschuldigen.“

„Ja Mama, weiß nur nicht wie ich das machen soll.“

„Du bekommst deine Gelegenheit, dass musst du mir glauben.“

„Si.“

„Ich werde jetzt wieder zurück fahren, dein Papa wartet gewiss schon auf mich. Und du, du versuchst am Besten ein wenig zu schlafen, bis ich und dein Papa zurückkommen, dann können wir in Ruhe noch mal reden.“

„Und du meinst wirklich nicht, Papa wird enttäuscht sein?“

„Nein dein Papa liebt dich genauso wie ich.“

„Grazie Mama,“ sagte Marco und nahm noch mal seine Mutter in den Arme.“

„Dito Marco.“

„Und wie machen wir es dann nachher, wo treffen wir uns und vor allem wann?“ fragte Barbara.

„Ich würde sagen wir gehen jetzt erst mal alle nach Hause zum Essen und treffen uns danach, so gegen Zwei vor Luigis Pizzeria. Wisst ihr, wo das ist?“

Die Frage war an Bob und Jane gerichtet.

„Das ist sicherlich die Pizzeria um die Ecke bei uns,“ bemerkte Jane,“ da waren wir nach dem Einzug essen.“

„Und ihr habt Marco nicht gesehen?“ fragte Barbara.

„Wieso gesehen?“ sagte Bob erstaunt.

„Weil die Pizzeria Marcos Eltern gehört und er dort oft aushilft.“

„O Mann..“ kam es von Bob.

„Was ist, Bob,“ fragte Lukas.

„Ich blöder Hund dachte, er gehört zu den reichen Pinkeln, bei den Klamotten, die er heute morgen trug.“

Marco seine Familie mag zwar zu den Reicheren gehören hier in der Stadt, aber das Geld verdient sich Marco alles selber, seine Eltern würden ihm das nie selber geben.“

„Woher weißt du das alles Lukas, ich dachte von uns besucht ihn zu Hause niemand.“

„Das verstehe ich jetzt aber auch nicht, ihr lobt euren Marco in den Himmel, er sei immer für euch da, aber besuchen tut ihn von euch niemand.“

„Ich glaube ich muss da was klar stellen,“ meinte Lukas, „da Marco, außer zu seinen Hausaufgaben, fast so gut wie nie zu Hause ist und immer in seiner freien Zeit im Restaurant aushilft, kann von uns ihn auch keiner besuchen. Wir reden praktisch nur immer in der Schule mit ihm.“

„Ach so, dann denke ich wird es Zeit dass wir ihm einen Besuch abstatten,“ meinte Jane.

„Wo warst du denn die ganze Zeit, du wolltest doch wieder gleich zurück sein, Mellisa?“

„Ach Luigi, ich hatte gerade ein Unterhaltung mit unserem Sohn.“

„Du warst in der Schule?“

„Nein Marco war zu Hause. Es ist etwas in der Schule vorgefallen, da hat er sich krank gemeldet und ist nach Hause.“

„Hat der Junge was angestellt,“ fragte Marcos Vater.

„Nein Luigi, nichts, aber lass uns später reden, da kommen wieder Gäste, ich kann dir nur sagen, dass was wir vermutet haben, ist wahr.“

„Der Junge ist …?“

„Ja ist er.“

Marco hatte noch ein wenig seine Sachen aufgeräumt, ne kurze Shorts angezogen und ein weites Shirt. So lag er nun auf dem Bett. Er wusste nicht, was er machen sollte. Wenn Lukas wirklich geplaudert hatte, was würde ihn morgen erwarten.“

Sollte er überhaupt morgen in die Schule gehen, war er überhaupt bereit seiner Klasse gegenüber zu treten.

„Hi, da seid ihr ja, hallo Bob, hi Jane,“ rief Lukas

„Hallo Lukas, wo ist Barbara?“ rief Jane zurück.

Man gab sich die Hand.

„Barbara ist drinnen, um seine Mutter auszuquetschen, das kann Barbara gut. Ah da kommt sie ja,“ gab Lukas zur Antwort.

„Hallo ihr beiden, schon da? Ihr werdet es nicht für möglich halten, aber Marcos Mutter wusste schon über heute morgen Bescheid. Marco ist jetzt zu Hause.. in seiner neuen Wohnung.“

„Das hätte ich jetzt nicht gedacht,“ sagte Jane.

„Italiener sind Familienmenschen, die haben eine ganz anderen Zusammenhalt als wir,“ meinte Lukas.

„Marcos Mutter meinte noch, sie findet es eine gute Idee von uns Marco zu besuchen, er würde sich nicht mehr in die Schule trauen, weil er nicht weiß wie die Klasse reagiert,“ kam es von Barbara.

„Oh Mann, was hab ich da nur angerichtet,“ sagte Bob und bekam wieder einen traurigen Blick.

„Mal langsam Bob, jetzt gehen wir erst mal zu Marco und dann werden wir weiter sehen,“ meinte Lukas und klopfte ihm kameradschaftlich auf Bobs Schulter.

Marco war eingeschlafen und wusste erst nicht wo er war, als es an seiner Wohnungstür schellte. Er tapste zur Tür und öffnete.

„Hallo Marco.“

2.

„Dürfen wir reinkommen?“

Marco war perplex, vor ihm standen Lukas, Barbara Jane und auch Bob.

„Ähm.. natürlich kommt rein,“ sagte Marco immer noch verwirrt.

„Wow eine eigene Wohnung, find ich cool,“ meinte Barbara und ließ sich als erstes aufs Sofa plumpsen.

Bob und Jane setzten sich neben sie. Lukas setzte sich auf den Bettrand.

„Kann ich euch etwas anbieten?“ fragte Marco.

„Nein später vielleicht, wir wollten eigentlich mit dir reden,“ kam es Barbara.

Marco setzte sich wieder auf sein Bett. Eine Pause entstand, weil niemand wusste, wie man anfangen sollte mit der Unterhaltung.

„Ich soll dir von allen einen schöne Gruß ausrichten und gute Besserung wünschen.“

„Danke,“ sagte Marco leise.

„Also ich halt die Stille jetzt nicht mehr aus. Marco es tut mir leid, dass ich dich heute morgen so angegriffen habe, bitte nimm meine Entschuldigung an,“ sagte Bob.

Wieder entstand ein kurze Pause.

„Ist schon gut Bob, du konntest ja nicht Bescheid wissen, und außerdem hab ich mich auch wie ein Arsch benommen, ich hätte dir keine runterhauen dürfen,“ antwortete Marco kaum hörbar.

„Für mich hat er es verdient,“ sagte Jane und erntete eine bösen Blick von ihrem Bruder.

„Ich bin ein bisschen sauer auf dich Marco,“ sagte Lukas plötzlich.

„Wieso?“

„Wie lange kennen wir uns jetzt schon? Und du bringst es nicht mal fertig deinem besten Freund zu sagen, dass du schwul bist.“

Jetzt war es ausgesprochen. Marco musste schwer schlucken.

„Tut mir leid wenn ich euch alle enttäuscht habe,“ meinte Marco und merkte wie seine Tränen hochstiegen.

„He Marco,“ sagte Lukas, nahm ihn in den Arm, „ so war das nicht gemeint, ich war nur traurig, dass ich es so erfahren musste und du es mir nicht früher schon gesagt hast.“

„Du hast keine Probleme damit?“ fragte Marco.

„Marco keiner aus unserer Klasse hat Probleme damit, alle stehen hinter dir,“ warf Barbara ein.

„Echt, wow, hätte ich nicht erwartet.“

„Seit wann schleppst du das eigentlich mit dir rum?“ fragte Lukas.

„Seit wann ich weiß, dass ich schwul bin?“

Lukas nickte.

„Ich habe es so mit vierzehn gemerkt, aber bisher niemanden was davon erzählt,“ antwortete Marco.

„Das finde ich voll krass, solange etwas mit sich herum zuschleppen und niemanden zu haben, mit dem er darüber reden kann,“ sagte Barbara.

„Jetzt hat er jedenfalls uns,“ meinte Jane, Bob und Lukas nickten zustimmend.

„Danke Leute ich weiß gar nicht was ich sagen soll..,“ erwiderte Marco.

„Deine Mutter hat es auch heut erst erfahren?“ fragte Bob neugierig.

„Ja hat sie.“

„So einen Mut hätte ich in so einer Situation nicht gehabt,“ meinte Bob.

Marco wurde hellhörig, verwarf aber seine Gedankengänge gleich wieder.

„Wenn ihr es genau wissen wollt, ich stand auf meinem Balkon und dachte darüber nach, runter zuspringen, da kam meine Mutter und ich erzählte ihr alles, das hat nichts mit Mut zu tun, das war reine Verzweiflung,“ sagte Marco und zog wieder seine Beine an.

„Du wolltest dich umbringen?“ fragte Jane entsetzt.

„Ja, was würdest du denn machen, wenn du jahrelang ein Versteckspiel geführt hast und durch einen dummen Zufall kommt alles ans Tageslicht. Wusste ich, ob ich nicht morgen in der Schule einen Spießrutenlauf vor mir gehabt hätte, ich war einfach nur verzweifelt.“

„Dazu hast du ja jetzt keine Grund mehr,“ sagte Lukas, lies sich nach hinten Kippen und lehnte sich an Marcos Beine.

„Und wie geht es jetzt weiter,“ wollte Bob wissen, „ich möchte jetzt nicht jedes Mal einen so männerhaften Bums abbekommen, wenn ich Quatsch rede.

Alle fingen sie an zu lachen. Die Stimmung hatte sich ein wenig gelockert.

„So jetzt möchte ich aber wirklich was zu trinken,“ meinte Barbara.

Im Augenblick kann ich aber nur mit Cola dienen und ein paar Plastikbechern, meine Küche bekomm ich erst nächstes Wochenende,“ sagte Marco und stand auf um die Getränke zu holen.

„Du hast auch eine Balkon?“ fragte Jane.

„Ja, geh mal raus und schau dir meine Aussicht an.“

Es klopfte an der Wohnungstür.

„Kommen noch mehr aus der Klasse?“ fragte Marco verwundert.

„Nicht dass ich wüsste, „kam es Lukas, der ebenfalls auf den Balkon drängte.

Marco ging an die Tür und öffnete.

„Papa..“

Hallo Sohn, ich dachte ihr habt vielleicht Hunger,“ er drückte Marco einen Stapel mit Pizzaschachteln in die Hand, „na alles klar bei dir?“

„Ja Papa, alles wieder in Ordnung.“

„Dann bin ja beruhigt, und noch eins, ich liebe dich genauso wie vorher, es hat sich nicht geändert, ok?“

„Danke Papa.“

Marco drehte sich um, und lief ins Zimmer zurück.

„Leute hat jemand Hunger, ich hab hier was leckeres zu Essen.“

Im nu waren die Gerufenen wieder im Zimmer. Erstaunte >Ahs< waren zu hören.

„Darf ich euch meine Papa vorstellen, Papa das sind Lukas Barbara Bob und Jane.“

Lukas kenne ich ja vom sehen, Barbara kommt mir bekannt vor, aber die zwei anderen sind mir neu, obwohl nein, letzten Dienstag ward ihr bei uns Essen mit euren Eltern, stimmts?“

„Hallo Claire, bin zu Hause.“

„Hallo Clark, wie war dein erster Tag in der Firma?“ fragte Claire.

„Gut. Wo sind die Kinder?“

„Bei einem Klassenkameraden,“

„Gleich am ersten Tag Anschluss gefunden, ist ja toll.“

„Naja, Jane hat gesagt, sie gehen sich bei ihm entschuldigen.“

„Hat Bob wieder Mist gebaut?“

„Ich weiß es nicht, Jane hat sich nicht weiter dazu geäußert und Bob war heute so seltsam ruhig.“

„Ruhig, das kenne ich ja gar nicht von ihm, keine Sticheleinen wie sonst?“

„Nein gar nichts, er schien heute regelrecht bedrückt.“

„Na vielleicht ist das eine neue Masche von ihm, aber nichts desto trotz, wenn eine Verwarnung der Schule kommt…Internat!“

„Bist du sicher, dass wir ihm damit helfen würden?“

„Ihm? Claire ich bin es satt laufend meinen Kopf für meinen Sohn hinzuhalten, er muss einfach mal die Konsiquensen tragen. Ich habe lange gebraucht, mich damit ab zufinden, dass mein Herr Sohn schwul ist, aber das entschuldigt noch lange nicht das Verhalten, dass er an den Tag legt.“

Claire schaute traurig zu Boden.

„Du weißt ganz genau, warum unser Junge so geworden ist.“

„Claire wir haben ihn nicht gehänselt, verhauen oder mit Schimpfworten belegt, wie seine früheren Klassenkameraden, aber trotzdem behandelt er uns genauso.“

„Ich weiß Clark.“

„Mann war die Pizza gut, aber ich kann jetzt keinen Bissen mehr herunter bekommen, sonst platze ich,“ meinte Bob.

„Gehst du mit mir eine Rauchen?“ fragte Lukas Marco.

„Natürlich,“ gab er zur Antwort.

Lukas hast du noch eine für mich, meine sind alle,“ fragte Barbara.

Die Drei verschwanden auf dem Balkon.

„Willst du es ihm nicht sagen Bob?“ fragte seine Schwester,

„Nein Jane bitte, sag auch du nichts.“

„Ich versteh dich nicht kleiner Bruder, gefällt dir Marco denn nicht?“

„Im Gegenteil, Schwesterchen.“

„Dann versteh ich dich nicht.“

„Jane lass mir bitte Zeit. Irgendwann erklär ich es dir, ja?“

„Gut ich werde dich nicht damit nerven und du weißt meine Tür steht immer für dich offen.“

„Danke Jane.“

„Weißt du schon das Neuste Maria?“

„Was denn, erzähl,“ antwortete diese.

„Unser lieber Bruder hat Besuch.“

„Du willst mich wohl verarschen Sophia.“

„Nein überhaupt nicht. Papa hat Pizza gemacht und sie nach Hause mit genommen. Zu Mama sagte er, seine Freunde sollen sich wohl fühlen bei Marco.<“

„Freunde?“

„Ja scheinen mehrere zu sein.“

„Jetzt bin ich aber ein wenig baff, Sophia. Seit ich denken kann hat Marco noch nie Freunde bei sich zu Besuch gehabt.“

„Ich weiß, Maria. Ich war genauso erstaunt.“

„Steht das Angebot noch, dass du mir ein paar tolle Stellen zum Bike fahren zeigst?“ fragte Bob.

„Mach ich gerne, welche Kopfgröße hast du?“

„Was hat das mit meiner Kopfgröße zu tun.“

„Ganz einfach ich will wissen, ob dir mein zweiter Helm passt, daneben gibt es auch tolle Crossstrecken, da darf man ohne Führerschein fahren.“

„Du würdest mich mit deiner Maschine fahren lassen?

„Ja, wenn du möchtest.“

„Warum hast du mich noch nie gefragt ob ich mit möchte?“ fragte Lukas leicht enttäuscht.

„Weil du noch nie Interesse gezeigt hast Lukas, ganz einfach.“

„Du Bob, wir müssen langsam nach Hause, Dad ist bestimmt schon zu Hause.“

„Hast recht Jane, wer weiß wie sein erster Arbeitstag war.“

„Er hat jedenfalls keine geklebt bekommen, sagte Lukas und grinste.

Alle fingen an zu Lachen.

Marco stand auf dem Balkon, die anderen waren gegangen. Lief besser als er erwartet hatte. Er hätte nicht gedacht, dass alle so damit umgehen würden. Ihm war es jetzt um einiges leichter. Eins lies ihn aber nicht los, die Blicke von Bob.

Er hatte gemerkt, dass Bob ihm öfter in die Augen schaute. Ja, Bob ging ihm nicht mehr aus dem Kopf – sein Aussehen, wie einer dieser Surfjungs aus Kalifornien, – dieses Lächeln, entwaffnend charmant, dazu seine fast magischen, unbeschreiblich blauen Augen.

Hatte sich Marco etwa verliebt, er war sich seiner Gefühle nicht mehr sicher. Und vor allem, stand es eins zu Hundert, dass Bob auch schwul war. Marco fing an zu träumen, wie schön es wäre…wenn.

Er ging in sein Zimmer und schaute sich den Stapel CD`s an, die er vor ein paar Tagen gekauft hatte. ER nahm sich die Maxi – CD von Kate Ryan Désenchantée und holte sie heraus. Danach öffnete er die Lade des CD – Players und legte sie ein. Dann drehte er die Lautstärke höher. Er sank auf sein Bett und lauschte der Musik.

Kate Ryan – Désenchantée (Deutsche Übersetzung)

in wilden Gewässern schwimmen, morgens. hier erwarte ich das Ende, treibe in der Luft, die nur einen Hauch zu schwer ist. nach wem soll ich die Hand ausstrecken, wenn ich herunterfalle, damit mein Sturz aufgefangen wird? erholung hab ich nur in der Gleichgültigkeit gefunden trotzdem: ich würde gerne die Unschuld wiederfinden aber nichts hat einen Sinn.

nichts geht.

alles Chaos nebeneinander all meine Ideale: kaputte Worte ich suche eine Seele, die mir helfen kann. ich stamme aus einer ernüchternden Generation ernüchternd!

wer könnte mich daran hindern, alles zu begreifen, wenn die Vernunft zusammenstürzt? an welcher Brust kann ich mich ausweinen? wer gibt schon vor, uns an seinem Leibe wiegen zu wollen?

wenn der Tod ein Mysterium ist gibt es im Leben keine Zärtlichkeit wenn es im Himmel eine Hölle gibt, wird mich der Himmel erwarten! sag mir, wie soll man sich festhalten an den Winden, die in entgegengesetzte Richtungen wehen?

nichts hat mehr einen Sinn! nichts geht mehr!

Am nächsten Tag….

„Hast du alles ausgefüllt?“ fragte Lukas, in der Pause.

„Wie kommst du darauf, das war kein Test, das war Folter,“ meinte Marco.

Die Krause packte ihre Sachen zusammen, und wartete ungeduldig auf das Gongen.

„Ui, da hat es aber jemand eilig von uns weg zukommen,“ sagte Bob.

„Bob das ist immer so,“ erklärte Lukas.

„Wie sieht es bei dir aus, was für ein Gefühl hast du wegen dem Test?“ wollte Lukas wissen.

„Ein sehr gutes, habe fast alles gewusst,“ meinte Bob.

„Du willst doch nicht etwa unserem Marco Konkurrenz machen?“

„Würd mich nicht stören jemanden zu haben, der endlich mein Niveau hat,“ sagte Marco grinsend.

„Du hast recht Marco, von diesem Standpunkt aus, habe ich das noch nicht gesehen“, sagte Bob ebenfalls grinsend.

„O mein Gott, da haben sich ja die beiden richtigen gefunden,“ meinte Lukas.

Bob wurde rot und stand auf.

„Ich geh eine Rauchen,“ sagte er knapp und verschwand.

„Bob raucht?“ fragte Lukas.

„Ist mir auch neu,“ sagte Marco ebenfalls erstaunt.

Da waren wieder die Gedanken. Marco konnte sich nicht dagegen wehren. Alles kreiste wieder um Bob. Viele Fragen kamen auf, genauso viel gingen wieder verloren, verdrängt von den Nächsten. Warum ist er jetzt rot geworden? Warum wich er gerade meinem Blick aus……?

„Erde an Marco… hallo Marco,” sagte Lukas und klopfte im auf die Schulter.

„Ähm was?“

„Wo warst du gerade?“

„Ich? Sorry, war gerade mit meinen Gedanken wo anders.“

„Das habe ich auch gemerkt, darf man fragen wo?“

Marco schaute sich um, ob jemand aus der Klasse zu Nahe stand.

„Bob.“

„Was ist mit Bob?“

„Ich habe über ihn nachgedacht.“

„Und warum?“

„Oh Lukas, du stellst Fragen.“

„Bist du etwa…?“

„Ja bin ich, was dagegen?“

„Nein, bestimmt nicht. Dachte nur ein wenig schnell. Gestern morgen hast du ihn kennen gelernt, dann ihm eine reingehauen, gestern Mittag habt ihr euch versöhnt und jetzt bist du…,“ Lukas schaute sich ebenfalls um, „ in ihn verliebt.“

„Ja ich weiß, geht alles ein bisschen schnell.“

„Das kannst du laut sagen.“

„Was kann er laut sagen?“ Jane stand plötzlich hinter den Beiden.

„Ähm.., dass wir uns wundern, dass dein Bruder raucht,“ rettete sich Lukas aus der Affäre.

„Oh nein, hat er wieder angefangen.“

„Wieso angefangen,“ fragte Marco.

„Immer wenn Bob ein schwer wiegendes Problem hat, fängt er wieder zu Rauchen an,“ antwortete Jane.

„Ups, hätte ich nicht gedacht,“ meinte Lukas.

„Ich auch nicht,“ gab Marco sein Senf noch dazu.

„Dann werde ich mal meine Bruder suchen und schauen was los ist.“

„Okay mach das,“ sagte Marco.

„So und nun erzähl, warum bist du so in deinen Gedanken vertieft,“ sagte Lukas, als Jane aus dem Zimmer war.

„Lass uns raus gehen und laufen, wir haben ja jetzt ne Freistunde,“ sagte Marco und schnappte nach seine Jacke.

„Okay, wenn du willst, frische Luft würde mir auch gut tun, hast recht, besonders nach der Krause.“

Beide verließen grinsend das Klassenzimmer.

„Was ist los Bob.“

Jane hatte sich vor ihrem Bruder aufgebaut. Da sie Zwillinge waren, war Jane genauso groß wie er, nur war sie wesentlich zierlicher gebaut als Bob.

„Ich … es ist alles scheiße, ich weiß nicht weiter…“

„Das sehe ich,“ sagte Jane und wies auf die Zigarette.

„Jane was soll ich denn nur machen?“

„Im Bezug auf was?“

„Wegen…,“ Bobs Stimme versagte.

Jane sah auch gleich den Grund, sie folgte dem Blick von Bob. Am Grundstücksende liefen Marco und Lukas an der Hecke und unterhielten sich angeregt.

„Wegen Marco?“

„Ja,“ sagte Bob.

„So jetzt erzähle mir alles der Reihe nach Bob, und wenn die Zeit nicht reichen sollte, führen wir das Gespräch zu hause weiter. Ich ertrag es einfach nicht meinen Bruder so leiden zu sehen.“

„Von Anfang an… das wird wirklich lang.“

„Na dann fang an!“

„Kannst du dich noch an Dustin erinnern?“

„Du meinst den aus deiner Parallelklasse drüben in New York?“

„Ja genau der. Ich hab dir doch erzählt, das wir gemeinsam viel unternommen hatten.“

„Ja stimmt du warst selten zu Hause.“

„In Dustin habe ich mich auch gleich im ersten Augenblick verliebt, als ich ihn kennen lernte.“

„Was heißt auch, hast du dich in Marco verguckt?“

„Ja, aber las mich erst weiter erzählen.“

„Ja, schon gut.“

Der Gong wies auf das Ende der Pause hin.

„Wir reden zu hause weiter, okay?

„Wieso wir haben doch eine Freistunde, oder?,“ sagte Bob.

„So jetzt sind wir alleine,“ sagte Lukas und schlug den Weg ein der an der Außenhecke des

Schulgeländes ein.

„Ich krieg Bob nicht mehr aus Kopf,“ sagte Marco und steckte sich eine Zigarette an.

„Und was ist das Problem?“

„Du bist gut Lukas, soll ich zu ihm hingehen und ihm sagen, du Bob, du weißt ja ich bin schwul und ich hab mich in dich verliebt.“

„Wäre doch krass.“

„Arsch.“

„Danke selber.“

„Ich weiß nicht was ich tun soll, seit ihr gestern bei mir ward, nur noch Bob, Bob, Bob.“

„Bop, Bop Baby,“ fing Lukas von Westlife anzusingen.

Marco schaute ihn böse von der Seite an.

„Sorry Marco, ist mir nur grad so eingefallen. Ich weiß du kennst Bob überhaupt nicht vor allem du weißt nicht ob er schwul ist und die gleichen Gefühle für dich hegt.“

„Alles nur Wunschdenken eben…“

„Soll ich vielleicht ein bisschen nachhaken bei Bob?“

„Untersteh dich, das will ich nicht.“

„Und wie willst du es dann heraus kriegen?“

„Weiß ich nicht.“

„Na klasse!“

„Ich hatte das Gefühl Dustin würde das gleiche empfinden für mich wie ich für ihn,“ sagte Bob zu seiner Schwester.

„Und wie kamst du da drauf?“ wollte Jane wissen.

„Eben alles an ihm, war so eingestellt, wie er mich immer anschaute, seine Bemerkungen und seine Gestik, eben alles an ihm.“

„Und was hat dies damit zu tun, das du Marco nichts über dich erzählst?“

„Ich traute mich damals nicht mit Dustin zu reden, also beschloss ich, ihm einen Brief zuschreiben. Ich schrieb hinein, dass ich mich in ihn verliebt hätte und ihn gerne als Boyfriend hätte. Am nächsten Tag schmuckelte ich ihn in seine Tasche.“

„Was ist dann passiert.“

„Gar nichts. Ich dachte mir, er hatte den Brief noch nicht entdeckt. Nur wunderte ich mich, dass Dustin auf einmal so wortkarg war.“

„Irgendwie kein Wunder, was du im Brief geschrieben hast.“

„Ach Jane ich war verliebt, ich hab mir da nichts weiter dabei gedacht. Doch wiederum einen Tag später, wusste ich dann was ich davon halten sollte. Ich merkte schon als ich die ersten Pause nach draußen lief, dass viele grinsten und wenn sie mich sahen, anfingen zu tuscheln.

Bis dann einer von der Oberstufe auf mich zu kam, und meinte, mein Verhalten wäre nur peinlich.“

„Echt, woher wusste er?“

„Ich fragte ihn dasselbe, und er meinte ich solle doch mal ans schwarze Brett vor dem Lehrerzimmer schauen.“

„Und was war da?“

„Dustin hatte mein Brief an ihn, ans schwarze Brett geheftet und mich so bloß gestellt, was dann danach geschehen ist, hast du ja weitgehend mitbekommen.“

„Du meinst, weil Dustin den Brief öffentlich gemacht hast, bist du das dreiviertel Jahr durch die Hölle gegangen.“

„Ja.“

„Aber warum hat er das gemacht?“

„Jane, um sich selber zu schützen. Lieber einen anderen auffliegen lassen, als das jemand merken könnte, das einer selber anders ist. In der Zwischenzeit weiß ich, ich das er schwul ist.“

„Wieso?“

„Wir sind mal zusammen fortgegangen mit ein paar Jungs und Dustin war auch dabei. Natürlich haben alle viel getrunken. Da hat sich Dustin, vollgesoffen, mich angebaggert und wurde sehr zudringlich.

„Wie hast du reagiert?“

„Ich habe ihn angeschrieen, dass er mein Leben kaputt gemacht hat und ihm eine runtergehauen, dann bin ich nach Hause gerannt.“

„Oh Bob, wenn ich das nur alles früher gewusst hätte.“

„Was dann Jane, du hättest auch nichts daran ändern können.“

„Du hast ja recht. Ich verstehe aber immer noch nicht was das jetzt mit Marco zu tun hat.“

„So kann das aber nicht weiter gehen mit euch beiden, Marco, du bist jetzt schon oft genug mehr als abwesend.“

„Das weiß ich selber Lukas. Ich bin halt nicht einer, der sich einfach nen Typen anlacht, indem er flirtet auf Teufel komm raus, ich kann das nicht.“

„Dann nimm Unterricht bei Barbara, die macht das immer so,“ scherzte Lukas.

„Scherzkeks.“

„Immer zu ihren Diensten, mein Herr.“

„Lukas.“

„Ja?“

„Ich bin froh, dich als Freund zu haben, ich wüsste sonst nicht mit wem ich darüber reden sollte.“

„Hey Marco Ehrensache, und ich bin froh, das du mir endlich volles vertrauen schenkst, aber nichts desto trotz, du musst irgendetwas machen, du bist jetzt schon oft genug, mehr als abwesend.“

„Wenn ich an seine Augen denke…..“

„Marco, aufhören!“

„Ach lass mich doch träumen, Lukas.“

„Mach aus deinem Traum Realität, das wäre viel besser!“

„Weißt du wie es ist, sich einen Korb von jemanden ein zufangen, in den du verliebt bist, und dann noch zusätzlich von ihm bloß gestellt wirst?“

„Nein kann ich nicht Bob, stelle es mir aber grausam vor.“

„Jane, ich bin daran fast zerbrochen. Ich wollte nur noch sterben. Für mich ist meine Welt zusammen gestürzt.“

„Und Marco?“

„Ich will nicht noch mal so was erleben, ich will mir nicht noch mal einen Korb einfahren, das würde ich nicht durchstehen.“

„Dann lieber diesen Leidensweg wählen? Das kann es aber nicht sein Bob. Irgendwann merken die anderen auch, dass mit dir was nicht stimmt, so wie du jetzt schon deine Löffel hängen lässt.“

„Ja ich weiß.“

„Soll ich dir irgendwie helfen, soll ich mal mit Marco reden?“

„Untersteh dich, versprich mir dass du das nicht machst, keine Einmischung.“

„Schon gut ich werde nicht mit Marco reden!“

Jane sah wie ihrem Bruder tränen über die Wangen liefen.

„Bob nicht doch.“

„Sorry tut mir leid, Jane. Es tut nur so weh an das letzte vergangene Jahr erinnert zu werden. Ich dachte, wenn wir erst mal in Deutschland wohnen, ändert sich das alles.“

„Bob, es hat sich doch schon vieles geändert.“

„Was denn?“

„Du!“

„Ich?“

„Ja, du Bob. Seit dem Streit gestern morgen, bist du nicht einmal laut geworden, auch nicht zu Hause. Hast du nicht gemerkt wie verwundert dich Mum und Dad angeschaut haben?“

„Nein Sorry, ich war wie du sicherlich gemerkt hast total in meinen Gedanken versunken.“

„Wenn du erlaubst, dann möchte ich mit den beiden reden, ich finde du hast heute schon genug erzählt, und außerdem sollten sie auch wissen, was du das letzte Jahr durchgemacht hast. Vielleicht wird auch dann das Verhältnis zwischen dir und den beiden wieder besser, weil sie dann verstehen was in dir vorgeht.“

„Wenn du meinst das hilft, ist mir recht, ich möchte so gerne von Dad wieder in den Arm genommen werden. Am Anfang dachte ich es wäre weil ich ihm gesagt habe, das ich schwul bin. Erst später merkte ich das ihn einfach meine Art wie ich mich dann gab zurück schreckte.“

„Also ein Grund mehr mit ihnen zu reden, willst du es vielleicht selber machen.“

„Nein mach du es, ich weiß, dass ich eh kein Wort rausbringen werde.“

„In Ordnung, dann heut Abend!“

„Wann kommt den sich der neue Azubi vorstellen, Mellisa?“ fragte Marcos Vater.

„Der müsste eigentlich gleich kommen, bist du sicher, dass wir einen Japaner ausbilden sollen.“

„Mellisa, wie oft soll ich es dir noch sagen, es sieht zwar komisch aus wenn ein Japaner in einer Pizzeria bedient, aber der Junge will Restarauntfachmann lernen, warum nicht bei uns?“

„Hast ja recht, einer weniger der, der auf der Strasse sitzt.“

Die Tür ging auf und ein junger Mann trat ein.

„Hallo ich bin Chan, ich komme für das Bewerbungsgespräch.“

„Hallo Chan, geh einfach hier durch die Tür mein Mann ist hinten im Büro, er wartet bereits auf dich.“

„Danke Frau Fanteggi.“

Chan lief drückte die Schwingtür auf und lief hindurch.

„Kann ich helfen,“ kam es von Luigi, ah du bist sicherlich Chan und willst dich vorstellen.“

„Ja.“

„Gut, deine Zeugnisse habe ich mit Zufriedenheit gesehen, also geht es nur um das Praktische noch. Wie ich aber aus deine Unterlagen gesehen habe, führen diene Eltern selber ein Restaurant.“

„Ja mit chinesischer Küche.“

„Und warum lernst du nicht dort?“

„Das war mein eigener Wunsch Herr Fentaggi.“

„Luigi reicht, wieso wolltest du wo anders lernen.“

„Zuhause habe ich das Gefühl ich werde bevorzugt, weil ich der Sohn des Hauses bin, bei ihnen passiert mir das nicht, weil ich nicht zur Familie gehöre.“

„Mag sein, aber das ist hier auch wie du dir denken kannst ein Familienbetrieb, wo es auch sehr familiär zugeht. Mein Sohn Marco und seine beiden Schwestern helfen hier genauso regelmäßig mit.“

„Das verstehe ich voll und ganz, dass man Hand in Hand arbeiten muss in einem Team.“

„Ich verstehe dich auch Junge, außerdem ist es immer gut, wenn man wo anders etwas sieht, kann man viel mehr dazu lernen.“

„Das würde ich auch gerne machen.“

„Dann würde ich sagen, du hast einen Ausbildungsplatz Anfang August. Ich mache die Papiere fertig und du kommst dann mit deinen Eltern her zum Unterschreiben. Und wen du es möchtest kannst du gleich da bleiben und ein wenig rein schnubbern, in unserem Betrieb.“

„Danke Herr F.. äh Luigi. Ich würde sehr gerne da bleiben.“

„Gut dann komm mit zu meiner Frau.“

Beide standen auf und gingen zurück. Melissa hatte gerade angefangen für den Abend einzudecken.

„Melissa, darf ich dir unseren neune Azubi vorstellen.“

„Schön, freut mich dich Chan.“

Beim Herumdrehen verfing sich Melissas Rock an der Tischdecke und zog sie mit sich. Alles flog mit lautem Geschepper durcheinander.

Melissa wollte schon auf italienisch anfangen zu fluchen, aber sie besann sich besseres, schon wegen dem Jungen.

„Lassen sie es Frau Fentaggi, ich decke ihn wieder für sie ein.“

„Oh, danke meine Junge,“ sagte Melissa und Luigi nickte ihr grinsend zu.

Der Junge stellte sich geschickt an, sogar die Tischdecke hat er perfekt hingezogen.

„Warum lernst du den Beruf noch, du kannst es doch schon,“ sagte Luigi.

Chan grinste.

„Hallo ich bin da,“ rief Marco von der Tür als er eintrat.

Marco blieb ruckartig stehen, als er Chan vor sich sah. Ihre Blicke trafen sich und verharrten eine Weile beieinander.

„Darf ich die jungen Herren sich vorstellen, dass ist Marco mein Sohn und das hier ist Chan unser neuer Azubi.“

„Aha, hallo,“ stammelte Marco und reichte Chan die Hand. Chan ging es nicht anders.

Luigi stellte sich grinsend neben seine Frau.

„Hast du dir schon einmal vorgestellt einen Japaner als Schwiegersohn zu haben?“ flüsterte Luigi zu ihr.

„Luigi, was für Fantasien hast du wieder.“

Beide mussten lachen und gingen ihrer Arbeit wieder nach.

Marco und Chan standen immer noch da.

„Bin zu Hause, guten Abend zusammen,“ Clark hängte seine Jackett auf einen Bügel.

„Hallo Clark, nimm dir nichts vor für heute Abend, es ist Familiensitzung angesagt,“ sagte Claire.

„Ist was passiert?“

„Ich weiß es nicht, es war der Wunsch der Kinder.“

„Hört, hört, es geschehen noch Zeichen und Wunder. Lassen wir uns einfach überraschen.“

„Aber Clark bitte, nicht gleich aufbrausen, lass die Kinder zu Wort kommen.“

„Ist ja schon gut, ich werde mich zusammen reisen.“

Sie liefen beide ins Wohnzimmer, wo Jane und Bob bereits warteten.

„Also dann schießt mal los, was ist euer Begehr?“ sagte Clark und ließ sich lächelnd auf die Couch fallen.

Jane begann zu erzählen, sie gab genau das wieder was Bob ihr am Morgen erzählt hatte. Bob kamen wieder die Tränen, er war froh, dass sie das mit Marco ausließ. Seine Mutter nahm seine Hand und streichelte sie.

„Warum hast du uns nie was davon erzählt Bob… stattdessen hast du uns in dem vergangene Jahr die Hölle heiß gemacht,“ sagte Clark ein wenig verärgert.

„Clark bitte, du siehst es fällt dem Jungen jetzt noch schwer darüber zu reden.“

„Sorry tut mir leid, ich dachte nur, es hätte alles nicht sein müssen. Ich habe oft genug gesagt, er bekommt all unsere Unterstützung.“

„Anscheinend nicht oft genug,“ sagte Jane keck, was ihr einen Knuffer in die Seite von ihrem Bruder einhandelte.

„Jetzt verstehe ich wenigstens vieles was vorgefallen ist, nur.. was war dann gestern los.“

Bob stockte der Atem.

„Bob war der Meinung, wieder so einen reichen feinen Pinkel vor sich zu haben, und da ist ihm halt ein blöder Spruch rausgerutscht. Reaktion, unser Bob bekam eine geklebt,“ erzählte Jane um ihren Bruder zu retten.

„Na ja ich hoffe ihr habt das wieder eingerenkt,“ sagte Janes Mutter.

„Dann ist ja alles gut, ich hoffe nur, dass dieser Zustand jetzt so bleibt, und wir keine Beschwerden mehr bekommen,“ sagte Clark.

„Ich versuch es…,“ meinte Bob, dass erste was er bis jetzt überhaupt sagte.

„So ich denke, wir verschonen eure Mutter vor der Küchenarbeit und gehen essen, was haltet ihr davon? Pizza?“ fragte Clark und wartete auf Antwort.

„Pizza hatten wir zwar schon gestern, aber wenn du mit uns ins Luigi gehst, haben wir nichts dagegen,“ meinte Jane.

Bob nickte zu stimmend.

„Ich muss das jetzt nicht verstehen, oder? Dann geh ich mal anrufen einen Tisch reservieren.“

„Mach das Dad,“ lachte Jane.

„Mama, kann ich noch vier Personen annehmen?“ fragte Maria, die am Telefon stand.

„Ja Tisch sieben ist noch frei mein Kind.“

Maria notierte sich den Namen und legte den Hörer auf.

„Hier Mama die reserviert Karte für Tisch vier,“ sagte Maria und gab sie ihrer Mutter.

„Ripply?“ fragte sie.

„Ja so habe ich es verstanden.“

Chans Eltern hatten sich an dem Abend frei genommen und waren bereits im Restaurant eingetroffen. Sie unterschrieben den Ausbildungsvertrag und wurden von Luigi zum Abendessen eingeladen.

Chan und Marco flachsten hinter der Theke herum, als neue Gäste das Lokal betraten. Es waren die Ripplys. Bob kam als letzter herein und suchte nach Marco. Er fand ihn schließlich in einer sehr eindeutigen Position hinter der Theke.

Marco hatte seinen Arm um einen Jungen gelegt. Jane war dies auch aufgefallen und schaute zu Bob. Der bekam feuchte Augen und verschwand sofort wieder durch die Tür nach draußen.

„Was um Himmels Willen ist mit Bob los?“ kam es von seinem Vater.

„Setzt euch hin, ich sage es euch gleich, aber leise die Leute gucken schon,“ sagte Jane.

Marco kam auf sie zu.

„Hallo Jane, freut mich dich zu sehen. Wo ist Bob?“

Janes Eltern schauten sich verwundert an.

„Der ist noch mal kurz nach Hause, er muss was vergessen haben,“ log Jane schnell, „ wir haben reserviert.“

„Moment.. aha ja hier Tisch vier Ripply.“

„Ja danke.“

„Ich hol dann mal die Getränkekarte. Einen Moment bitte.“

Und schon war Marco Richtung Theke unterwegs.

„Jane könntest du so freundlich sein und uns sagen was hier los ist.“

„Das ist Marco aus unserer Klasse, der Junge den Bob für einen reichen Pinkel gehalten hat. Er hat Bob eine geklebt, weil er Marco Schwuchtel genannt hat, was Bob nicht wusste..,“ Jane hörte auf zu reden.

„So hier die Getränkekarten.“

Marco gab jedem eine in die Hand und verschwand wieder.

„Was Bob nicht wusste, das Marco.. wirklich schwul ist.“

„Und warum macht er jetzt so ein Theater?“ fragte Janes Mutter.

„Weil er mir heute morgen gesagt hat, er ist verliebt in Marco und jetzt kommt er hier rein und Marco hat nen anderen Jungen im Arm.“

„Autsch, dass tat sicherlich weh,“ kam es wiederum von Claire.

„Das denke ich auch,“ erwiderte Jane.

„Und was können wir da jetzt tun?“ fragte Clark.

„Nichts!“ sagte Jane recht scharf.

„Wie nichts?“ wollte Janes Mutter.

„Ich hab Bob versprochen, dass ich nicht unternehmen werde und mich nicht einmische.“

„Blödes Versprechen,“ sagte Claire.

„Das hast du versprochen, ich nicht meine Kleine,“ sagte Clark und stand auf.

3.

„Dad bleib hier!“

Janes Dad überhörte es einfach, er lief auf Marcos Mutter zu.

„Guten Abend Frau Fanteggi, ich bin der vater von Bob, ein Klassenkamerad ihres Sohnes.“

„Guten Abend Herr.. Ripply stimmts?“

Marco schaute zu seiner Mutter herüber und wunderte sich was sie mit Bobs Vater mit ihr zu bereden hatte.

„Ja stimmt.“

„Ist irgendetwas nicht in Ordnung?“

„Nein hier ist alles bestens, nur… ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll, so was hab ich noch nie gemacht…“

„Herr Ripply, um was geht es denn überhaupt?“

„Clark bitte sagen sie Clark zu mir.,“ meinte Bobs Vater.

„Gut Clark, ich heiße Melissa…., ist irgendetwas mit meinem Sohn?“

Clark nickte.

„Ach so dass. Ich kann ihnen versichern, dass mein Sohn normaler weise sich nicht prügelt, es wird nicht ….“

„Nein Melissa, dass meinte ich nicht, dass haben die Jungs unter sich geklärt…“

„Oh Mann, was denkt sich Vater bloß, er kann doch nicht einfach dahin marschieren,“ sagte Jane zu ihrer Mutter.

„Du siehst doch wie er kann, bin bloß gespannt wie er das einfädeln will.“

Die Tür ging auf und Bob kam wieder herein, gefolgt von Lukas und einem Ehepaar. Lukas geleitete Bob an seinen Tisch.

„Heute kommt wohl die ganze Klasse hier essen,“ sagte Jane und stellte Lukas ihrer Mutter vor.

Bob setzte sich neben seine Mutter, seine Augen waren gerötet vom Weinen.

„Jane ich muss mal kurz mit dir reden,“ sagte Lukas, „ Mum Paps, ich geh kurz raus mit Jane, bestellt mir doch bitte eine Cola mit.“

„Du mir auch, bitte,“ sagte Jane zur ihrer Mutter und wurde von Lukas nach draußen gezogen.

Claire nickte und nahm ihren Sohn in den Arm.

„Wie gut kennen sie ihren Sohn Melissa?“ fragte Clark.

„Eigentlich sehr gut, warum fragen sie?“

„Würde ihr Sohn es fertig bringen, jemanden das Herz zu brechen.“

Melissa schaute Clark mit großen Augen an.

„Ich weiß zwar nicht auf was das jetzt hinausläuft, aber ich würde mal sagen, nein so schätze ich meinen Sohn nicht ein.“

„Er tut es aber gerade…“

„Mit wem?“

„Meinem Sohn…..“

„Was ist los Jane, ich finde Bob heulend an der Straßenecke und bekomm kein Wort aus ihm heraus,“ meinte Lukas draußen vor dem Restaurant.

„Wir sind vorhin gekommen und Bob hat gesehen, dass Marco einen Jungen im Arm hatte.“

„Ja und, ist doch schön wenn Marco jemand gefunden hat, aber warum reagiert Bob so komisch.“

„Mann Lukas, geh von der Leitung runter, mein Bruder ist verliebt…“

„Du meinst Bo und Marco…?“

„Ja Lukas, aber ich habe meinem Bruder das Versprechen gegeben, mich nicht einzumischen.“

„Dann haben wir beide unser Versprechen gebrochen, ich hab das gleiche Marco versprochen,“

„Du meinst Marco ist auch in ….?“

„Ja, die beiden sind ineinander verliebt und keiner weiß was von den anderen.“

„Moment Clark, ich muss gerade was klären,“ sagte Melissa und ging zu ihrem Sohn und Chat.

„Chan ich glaube deine Eltern möchten gehen, und du Marco würdest du mal wieder bedienen, an Tisch fünf sind neue Gäste gekommen.“

„Entschuldigung Mama, ich geh gleich los.“

Marco nahm die Speisenkarten und lief zu Lukas Eltern.

„Guten Abend Frau Müller, Herr Müller,“ sagte Marco und nickte leicht den Kopf.

„Guten Abend Marco,“ sagte Lukas Mutter.

„Ist Lukas nicht dabei?“

„Doch der unterhält sich draußen gerade mit einem Mädchen vom Nachbartisch.“

„Mit Jane?“

„Ich weiß nicht wie sie heißt. Könntest du uns schon die Getränke bringen… ein Pils für mich und auch für meinen Mann und für Lukas eine Cola.“

„Geht klar.“

Marco lief zum Nachbartisch.

„So Frau Ripply schon entschieden was sie trinken möchten.. oh hallo Bob wieder da?“

„Ich und mein Mann möchten einen Rotwein, kannst du uns einen empfehlen.“

Bob schaute kurz auf und Marco konnte die roten Augen sehen. Sichtlich verwirrt, empfahl Marco Bobs Mutter einen Rotwein. Für Bob bestellte seine Mutter ein Bier und für Jane, eine Cola.

Im Gedanken versunken lief Marco zurück zur Theke, und hätte fast seinen Vater übersehen.

„Ragazzo, pass doch auf. Es ist heute eh so voll hier, dann halt wenigstens deine Gedanken zusammen,“ kam es von ihm.

„Ja Papa.“

Bob hatte rote Augen vom Weinen, seine Mama stand mit Bobs Vater an der Theke und Jane und Lukas standen draußen und unterhielten sich, was war nur hier los.

„Also ich denke weiter werde ich mich nicht einmischen Clark.“

„Ich denke, ich habe auch schon zuviel gesagt, danke Melissa.“

„Die Jungs sollen das unter sich klären, oder? Sie sind schließlich alt genug. Und ich mag es wenn sich Väter so für ihre Söhne einsetzten.“

Clark wurde ein wenig rot.

„Mama, Tisch vier zweimal rot Hausmarke ein Pils und eine Cola, Tisch fünf zwei Pils und eine Cola,“ bestellte Marco als er an die Theke kam und gab das Bestellte in die Kasse ein.

„Was wollte Bobs Vater von dir?“

„Er hat sich mir nur vorgestellt.“

„Also irgendwie müssen wir das mit den beiden in Griff bekommen Jane.“

„Das finde ich auch, da ist mir sogar das Versprechen egal,“ meinte Jane zu Lukas, „ was anderes bist du noch zu haben?“

Lukas wurde rot.

„Ähm… ja.. wieso?“

„Nur so,“ sagte Jane und lief mit einem zauberhaften Lächeln ins Lokal zurück.

Lukas blieb erst ein wenig irritiert stehen und folgte ihr ebenso mit einem Lächeln auf den Lippen.

Beide setzten sich erst mal auf ihren Platz zurück und nahmen einen kräftigen schluck Cola, dass Marco serviert hatte. Luigi verabschiedete sich von Chans Eltern, die mit ihrem Jungen schon aufbrechen wollten.

„Und wieder besser?“ fragte Clark deinen Sohn.

„Ja.“

„Ich muss zugeben, mein Sohn hat Geschmack,“ sagte Claire grinsend zu Jane.

Bob hob den Kopf.

„Ihr wisst…?“

„Tja Junge, dies blieb uns diesmal nicht verborgen,“ kam es von seinem Vater.

„Oh Mann, sollen wir es nicht gleich in der Zeitung drucken….?“ meinte Bob genervt.

Seine Eltern konnten sich das lachen gerade so verbeißen.

„Ihr beide seit gemein,“ sagte Jane, „wart ihr noch nie verknallt?“

„Doch, und sind es immer noch,“ sagte Claire und gab ihren Mann einen Kuss.

Jane schüttelte grinsend ihren Kopf.

Nachdem alle ihre Essen bestellt hatten, zog Melissa ihren Sohn auf die Seite.

„Kann es sein Fidelo, dass du mir nicht alles erzählt hast?“ fragte Melissa.

„In Bezug auf was?“ setzte Marco seine Frage dagegen.

„In Bezug auf Bob.“

Marco wurde feuerrot.

„Woher weißt du denn das schon wieder.“

„Anscheinend wissen es alle außer du und Bob noch nicht.“

„Was wissen?“

„Das finde mal schön selber heraus, mein Sohn.“

„Mama!“

Das Essen wurde aufgetragen, es kehrte ein wenig Ruhe in das Lokal ein. Luigi begann mit seiner Kassenabrechnung und entnahm der Kasse , die großen Scheine.

„Heute hat es sich wieder gelohnt zu arbeiten, war ja richtig fiel los,“ sagte er zu Melissa.

„Da muss ich dir Recht geben, in gewisser Beziehung mehr als mir lieb war.“

„Habe ich irgendetwas verpasst?“

„Oh Luigi, wo hattest du nur deine Augen und Ohren. Darf ich dir dein zukünftigen Schwiegersohn vorstellen?“

„Der ist doch gerade mit seinen Eltern zur Tür raus.“

„Da sieht man mal wieder, Väter haben kein Blick für so was.“

„Dann sag mir mal was los ist!“

Melissa erzählt knapp, die Vorgänge, die in der letzten Stunde im Lokal ereignet hatte, Luigi schüttelte nur ungläubig den Kopf.

„Du meinst also, dieser Schönling von Amerikaner ist Marcos Wahl,“ sagte er.

„Ich denke ja, aber unser Sohn, scheint das selber irgendwie nicht auf die Reihe zu bekommen, so umständlich wie die zwei miteinander verfahren.“

„Wieso umständlich?“

„Beide sind sie ineinander verliebt und keiner traut sich den ersten Schritt zu machen.“

„Muss Liebe schön sein,“ grinste Luigi.

„Sei nicht so boshaft, Luigi, ich kenne noch jemand dessen italienisches Blut am Anfang aus Eis war.“

„Du kannst mich doch nicht mit Marco vergleichen, das war doch eine ganz andere Zeit und andere Umstände.“

„Bist du endlich ins laufen gekommen bist, Luigi hätte ich mir schon längst einen anderen Suchen können.“

„Und warum hast du es nicht getan?“

„Weil ich unsterblich in dich verliebt war, so wie ich es heute immer noch bin.“

Melissas Augen funkelten teuflisch.

„Lass uns das nachher noch vertiefen,“ meinte Luigi lächelnd.

Marco hatte von der Unterhaltung seiner Eltern nichts mitbekommen, noch immer trocknete er Gläser ab und stellte sie zurück in den Schrank. Was war das heute für ein Abend, seine Gefühle spielten ihm einen Streich.

Oder waren es seine Hormone, die von ihm verlangten, endlich jemanden ins Bett zu zehren? Dann diese ständige Blicke in seine Richtung, als würde der ganze Laden nur über ihn reden. Lukas lächelte ihn ständig an, wenn er nicht gerade wieder zu Jane schaute.

Nur Bob, saß die ganze zeit mit dem Rücken zu ihm. Nicht ein einzigstes Mal hatte er ihn angeschaut. Hatte er sich so geirrt in Bob. Hatte er sämtliche Zeichen falsch auf gefasst von Bob. Warum diese rote Augen vorhin, warum hatte er geweint.

Es klirrte.

Marco schaute nach unten, es sah wie sich sein Geschirrtuch rot färbte.

„Junge was machst du denn?“ fragte ihn seine Mutter entsetzt.

Marco war so in den Gedanken versunken, dass er nicht mal merkte, das Glas das er trocken polierte zu fest zusammengedrückt zu hatte. Eine langer Schnitt klaffte an seiner Handinnenfläche. Plötzlich war er wieder vol da als er den stechenden Schmerz spürte.

„Mio dio, willst du dir das Leben nehmen? Junge komm mit nach hinten…“ sagte sein Vater.

Lukas Mutter kam ebenfalls nach hinten, der das kleine Unglück nicht entgangen war. Sie war Ärztin am Krankenhaus, wie Marco wusste. Sie schaute sich die Wunde an.

„Da hast du aber noch mal Glück gehabt junger Mann. Komm setz dich da auf den Stuhl. Hast dich wohl wirklich nur aufgerissen, es ist nicht tief, nur halt sehr lang. Aber nähen müssen wir das nicht,“ kam es von ihr.

Marco atmete erleichtert auf, auch wenn es ihm doch sehr weh tat. Lukas Mutter säuberte fachmännisch die Wunde und legte einen professionellen Verband an, der die Blutung stoppte.

„Tuts sehr weh?“

Marcos Kopf flog herum, hinter ihm stand Bob, der besorgt auf den Verband schaute.

„Schon, aber dank Lukas Mutter geht es schon wieder,“ sagte Marco.

Sie schaute zwischen den beiden Jungs hin und her und spürte das sie jetzt fehl am Platze war.

Luigi und Lukas Mama gingen wieder zurück in ins Lokal und ließen die beiden alleine im Büro sitzen.

Beide starrten sich an.

„Wir sind schon irgendwie blöd oder?“ waren Marcos erste Worte.

„Schon“, erwiderte Bob.“

„Alle wissen über uns Bescheid, nur wir beide blicken es nicht.“

Bob ging vor Marco auf die Knie, streichelte sanft über den Verband. Marco schaute zu ihm hinunter.

„Warum hast du geweint vorhin.“

„Wegen dir.“

„Wegen mir, was habe ich gemacht.“

„Du hattest… du hattest diesen niedlichen Jungen im Arm.. da is bei mir wohl was ausgesetzt.“

„Chan? Stimmt er ist niedlich, aber auch zwei Jahre jünger als ich und wirklich, das muss ich mir nicht antun, ich möchte lieber jemanden in meinem Alter.“

Marco merkte die sichtliche Erleichterung auf Bobs Gesicht.

„Außerdem hab ich mich wohl, in den süßesten Jungen meiner Klasse verliebt, da möchte ich nichts mit so einem Grünschnabel anfangen.“

Ein Lächeln auf Bobs Gesicht veränderte seine komplette Erscheinung, da war es wieder dieses Funkelen seiner Augen, dass Marco so faszinierte.

„Willst du mich wirklich?“ sagte Bob leise.

„Ich könnte mir keinen anderen vorstellen. Wenn mir jetzt in den Sinn kommt, das ich dich, als wir uns kennen lernten eine runter gehauen habe, zerreißt es mir fast das Herz, weil ich dir so weh getan habe.“

„Nicht Marco ich hatte es verdient, ich habe mal wieder aufs Äußere geschlossen, war mein Fehler.“

„Wieso, gefällt dir mein Äußeres nicht?“ neckte Marco ihn.

„Doch, dreh mir doch nicht das Wort im Mund rum,“ sagte Bob.

„Da würde ich jetzt gerne was anderes rumdrehen.“

„Was hält dich davon ab?“ fragte Bob.

Marco legte seine Hand um Bobs Nacken und zog ihn langsam zu sich herein. Ihre Lippen trafen sich und beide vergaßen alles um sich herum.

„Ich sagte dir doch, dass sie hier hinten hocken und knutschen.“

Beide schauten erschrocken in die Richtung, aus der die Stimme kam. Lukas und Jane standen in der Tür und grinsten.

„Warum liegt dein Arm auf meiner Schwester,“ fragte Bob, der als erstes seine Stimme wieder gefunden hatte.

„An diesen Anblick wirst du dich wohl gewöhnen müssen Brüderlein,“ sagte Jane und drückte ihrem Lukas einen Kuss auf die Wange.

„Wie war das, Lukas? Du möchtest dir den Beziehungsstress ersparen?“ fragte Marco, der mittlerweile wie Bob auch aufgestanden war und vor den beiden stand.

„Och.. nach reiflichen Überlegungen, habe ich festgestellt, dass es doch mehr Annehmlichkeiten als Störfaktoren gibt,“ grinste Lukas, was ihm einen Seitenhieb von Jane einhandelte.

„Das scheint grad ein Störfaktor gewesen zu sein,“ meinte Marco zu Bob und musste anfangen zu lachen.

Bob nahm ihn in den Arm.

„So Marco hier vor Zeugen, sag ich dir, wie sehr ich dich lieb habe, das ich ohne dich nicht mehr sein kann, dass ich dich brauche,“ sagte Bob.

Seine Schwester wischte sich ein kleine Träne ab und Marco war genauso gerührt.

„So ihr Turteltauben, gehen wir nach draußen und lassen uns den Ramazotti nicht entgehen, den Marcos Vater gerade ausgibt,“ sagte Lukas.

„Was macht mein Vater?“ fragte Marco erstaunt.

„Eine Runde schmeißen, was denn sonst.“

Marco drückte die Schwingtür zum Lokal auf. Seine, Bobs und die Eltern von Lukas standen an der Theke und tranken einen Ramazotti, der rest des Ladens war bereits leer.. Als er mit Bob im Schlepptau, also Hand in Hand, eintrat begangen sie wild zu johlen.

„Und das sollen unsere Vorbilder sein,“ sagte Lukas und nahm Jane in den Arm und alle vier fingen an zu lachen.

„Claire ich glaube wir sind nun beide los, so wie das aussieht,“ meinte Clark.

„Ich glaube eher, wir haben jetzt vier Kinder nicht mehr zwei.“

„Und wo ist mein Ramazotti?“ fragte Marco.

Luigi goss vier kleine Gläser voll und stellte es den Vieren hin.

„So auf das dieser Abend bei allen immer in guter Erinnerung bleiben möge, und wir als Freunde dieses Haus verlassen werden,“ sagte Luigi.

Alle prosteten ihm zu.

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