Into the Light – Teil 2

Ich kam auf die Brücke, Klaren saß mit einem seiner Crewleute an der Konsole und lachte ausgelassen. Er sah mich an und nickte mir zu.

„Meister Dirian,“ sagte er nur.

„Dirian reicht, Klaren.“

„Danke. Hättet ihr ein wenig Zeit für mich, ich muss mit euch reden.“

„Klar…hier?“

„Nein gehen wir zu mir….. Funkis du hast das Kommando.“

„Okay Kapitän“, sagte ein junger Mann.

Ich folgte Klaren in seine Unterkunft.

„Schön habt ihrs hier, Klaren.“

„Ist ja auch meine eigentliche Wohnung, ich habe sozusagen nirgends eine Heimat,“ antwortete Klaren etwas traurig.

„Wünscht ihr euch das?“, fragte ich das.

„Natürlich, wer wünscht sich das nicht.“

Wir hatten uns es in der Zwischenzeit gemütlich gemacht, und Klaren hatte zwei Gläser Krasta eingeschenkt. Eine Getränke von einer grünen Frucht die nur hoch oben auf Bäumen wächst. Die wird gekocht und löst sich dabei auf. Ich spürte so langsam, wie mir diese Freuden des Lebens gefehlt hatte.

Klaren starrte in das Feuer seiner Tischlampe.

„Und ihr wollt einen Freund..“, sprach ich leise weiter.

Er schrak auf aus seiner Stille, und schaute mich an.

„Könnt ihr Gedanken lesen, denn das weiß niemand“, meinte Klaren ein wenig entsetzt.

„Das kann ich zwar, aber ich habe es eben nur mal vermutet, lieber Freund“, meinte ich um ihn ein wenig zu beruhigen.

Wieder starrte er in die Flamme. Doch diesmal änderte sich etwas. Die Flamme bekam ein tiefes Rot. Von der Neugier geweckt sah ich wieder Klaren an, seine Augen hatten ebenfalls eine rote Farbe angenommen.

„Klaren?“

Die Farbe wich und die Flamme schien wieder normal.

„Ja?“

„Darf ich bei euch etwas ausprobieren?“, fragte ich wieder sehr leise.

Mir war da etwas in den Sinn gekommen, doch konnte ich noch nichts rechtes damit anfangen. Ich dachte an Aggatel und das er noch niemanden gefunden hat. Ob es möglich war ihn zu rufen?

Klaren nickte nur.

„Schließt bitte die Augen und gebt mir eure Hand,“ sprach ich.

Wie geheißen gab er mir seine Hand und schloß die Augen. Ich schloss sie ebenfalls und begann mich auf Aggatel zu konzentrieren.

… Aggatel kannst du mich hören?….

Alles schien noch schwarz um mich herum, doch es öffnete sich ein Raum. Gleißend hell erschien vor mir ein Licht. Ich spürte wie Klaren neben mir zuckte, also sah er es auch.

…Aggatel bist du da?…

..wer ruft mich?….

…Dirian…

..hallo mein Junge….

…hallo Aggatel.. ich habe dir noch jemand mitgebracht…

Ich wartete auf ein Reaktion, doch es entstand eine kleine Pause.

..er schaut ein wenig verschüchtert, Dirian….

Ich schaute neben mich und sah Klaren neben mir stehen. Wie in der Realität, hatte ich ihn auch hier an die Hand genommen. Klaren starrte auf das Licht und brachte keinen Ton heraus.

..es ist das erstemal, dass er so etwas sieht…

..Klaren heißt er?… ein schöner Name… gefällt mir..

… du bist Aggatel?….. Klaren hatte sich überwunden und einfach gefragt.

…. ja der bin ich…

… und wie kann ich deine Gestalt sehen?…. Klaren wurde neugierig.

.. ich kann im Augenblick nur so erscheinen…. meine wahre Gestalt siehst du erst, wenn du vor hier am Ort meines Gefängnisses vor mir stehst…

.. und warum erscheinst du nicht als Engel wie Dirian?…

… weil noch niemand meine Gestalt erwählt hat…

..wie erwählt, dass verstehe ich nicht Aggatel…

.. sieh dir Dirian an, sein Weggefährte Pentris hat ihn als Engel erwählt… so erscheint er auch jetzt..

….könnte ich deine Gestalt erwählen….

Wieder entstand ein kurze Pause, in der Klaren mich unsicher anschaute.

..deine Faszination meiner Person reicht aber nicht aus….

… was muss ich tun?…

..dich in mich verlieben….

Plötzlich war Klaren weg. Er hatte meine Hand losgelassen, und somit den Kontakt gebrochen.

… es steckt viel Energie in sich Dirian..

.. das habe ich auch gespürt… Gab ich zur Antwort.

… das spricht für dich Dirian und danke, dass du an mich gedacht hast… aber nun kümmere dich um Klaren.. ich denke.. er wird jetzt Hilfe brauchen..

.. ich werde ihm helfen…

..dafür danke ich dir…

.. wir sind gleich warum sollte ich dir nicht helfen…

… du hast recht… wann werde ich dich wieder sehen?…

….bald Aggatel bald…

..darauf freue ich mich…

Das Licht erlosch und ich öffnete die Augen. Klaren saß mir noch immer gegenüber und starrte mich an.

„Was ist mein Freund?“ fragte ich ihn und nahm ein Schluck von meinem Krasta.

„Wie kann ich mich in jemanden verlieben, den ich nicht mal gesehen habe?“, sagte Klaren mehr zu sich selbst, als zu mir.

„Du bist aber von ihm angetan?“, fragte ich.

Er nickte, aber schien mit den Gedanken abwesend. Ich schaute ihm tief in die Augen und begann darin zu versinken. Eine Bilderflut von Information überkam mich, ich saß Klaren als Kind, später als Jugendlicher. Seine ganze Geschichte lief vor mir ab.

Mir fiel auf, dass er die ganze Zeit auf der Suche nach Liebe und Zuwendung war. Und doch hatte er seinen Weg gemacht und mit Gefühlen nie gespart. Das bewies auch die Loyalität seiner Mannschaft. Ich verließ diesen Ort und es schien, die Zeit war stehen geblieben.

In Wirklichkeit waren wir nur ein paar Sekunden verbunden.

„Was habt ihr Dirian?“ fragte mich Klaren.

„Ich habe deine Geschichte gesehen und es stimmt mich traurig was ich gesehen habe“, gab ich zur Antwort.

Klaren sah betroffen zu Boden.

„Und doch bewundere ich dich, wie du es geschafft hast so weit zu kommen“, ergänzte ich.

Ein Lächeln huschte ihm übers Gesicht. Er wollte gerade ansetzten um etwas zu sagen, als ich meine Hand erhob. Verwundert schaute er mich an. Ich stand auf und ging zur Tür, die sich im selben Augenblick öffnete.

Pentris stand vor der Tür, ganz weiß im Gesicht und sah mich flehend an. Ich konnte ihn gerade noch auffangen, er brach zusammen. Klaren rannte zu mir und gemeinsam trugen wir ihn auf Klarens Bett. Voll Sorge strich ich ihm über sein weiches Haar, als ein schriller Piepton die Stille zerriss.

„Was gibt es?“, fragte Klaren.

„Entschuldigung die Störung, aber es möchte dieser Meister Vondix sie sprechen,“ kam es von Funkis, durch die Sprechanlage.

„Meister Vondix? Stellen sie schon durch, Funkis.“

„Da gibt es ein kleines Problem Kapitän, Meister Vondix is hier,“ kam es wieder von Funkis.

Ich fuhr herum.

„Vondix ist hier?“ fragte ich erstaunt.

Und in diesem Augenblick ging die Tür auf und Vondix kam herein. Klaren und ich standen wie angewurzelt da.

„Ich weiß, es ist überraschend mich zu sehen, aber die Zeit drängt, wo ist Pentris?“

Stumm zeigte ich auf Klarens Lager. Vondix eilte zu ihm und kniete vor ihm nieder. Er legte seine Hand auf Pentris Kopf und schloss die Augen.

„Gut sie haben noch nicht soviel Macht von ihm ergriffen“, kam es leise von Vondix.

„Was ist mit ihm Meister, so sagt es mir doch“, ich war kurz davor in Tränen aus zubrechen.

Ich spürte wie Klaren seine Hand auf meine Schulter legte.

„Antrasts, so wie Pentris absorbieren bei der Zerstörung ihres Zieles sämtliche Energie, die dadurch freigelegt wird, deswegen geht es Pentris auch kurz danach immer schlecht, weil er diese Energieflut erst bewältigen muss. Und als ihr das Schiff der Thefallen zerstört habt, hat er alle schwarze Energie in sich aufgenommen und kann sie jetzt nicht verarbeiten“, sprach Vondix ruhig weiter.

„Thefallen?“ warf Klaren ein.

„Ja Thefallen, es ist die schwarze Macht gegen die ihr ankämpft,“ erwiderte Vondix.

„Und warum kann er sie noch nicht verarbeiten?“ fragte ich umso besorgter.

„Er ist noch recht jung, dafür fehlt ihm einfach noch die Übung dazu“, kam es von Vondix.

Pentris begann sich zu winden an, er öffnete seine Augen. Sie waren schwarz.

Pentris hatte sich gänzlich geändert, seine Haut hatte eine dunklere Farbe angenommen, seine Stimme sehr viel tiefer. Hilflos schaute ich zu Vondix. Er hatte ein Schutzkegel um Pentris gelegt, der diesen am Bett festhielt.

„Es ist jetzt deine Sache ihm zu helfen, Dirian, ich kann jetzt nichts mehr für ihn tun,“ sagte Vondix und stand auf.

„Was kann ich denn tun, ich habe noch nicht solche Kräfte wie ihr Meister.“

Dirian du irrst, du bist schon lange stärker, als ich es je sein werde. Zeige Pentris deine Liebe, nur das schütz ihn vollends auf die andere Seite gezogen zu werden.“

„Ihr meint..?“

„Ja alle Thefallen sind ehemalige Antrasts“, Vondix senkte den Blick.

Hilflos schaute ich zwischen Vondix und Klaren hin und her. Ich lief langsam zu Pentris. Sein Anblick war mittlerweile erschreckend, seine Haut war jetzt schon fast schwarz, seine Augen funkelten wie Feuer. Ich schaute noch mal zu Vondix der mir nur zunickte.

Ich schloss die Augen und spürte sofort, wie sich meine Kraft steigerte. Schneller als sonst war ich zum Engel geworden. Ich starrte immer noch auf Pentris. Langsam tauchte ich in den Lichtkegel ein. Ich vernahm das Schreien und Zischen das aus Pentris Mund kam.

Noch etwas unsicher nahm ich Pentris in dem Arm, der durch Vondix Kraft sich nicht wehren konnte. Ich zog sein Gesicht zu meinem, schloss die Augen und gab ihm einen Kuss. In mir kam ein Gefühl hoch, als würde alle Energie des weiten Raum auf einmal freigesetzt werden.

Wir verließen Zeit und Raum und schwebten in der Leere.

…. Dirian wo bist du…

.. hier bin ich, Pentris, ganz ruhig….

..was ist mit mir geschehen?…

.. du hast die Kraft nicht in dir aufnehmen können…

Pentris schwebte vor mir so, wie er imma ausgesehen hatte.

..hilf mir bitte, ich hab solche angst…

… schau mich an Pentris…

… ich kann nicht…

…..warum nicht?…

Er drehte seinen Kopf und seine Augen waren immer noch schwarz.

… schau mich an, wie kannst du so was lieben?…,“ kam es von Pentris.

… Pentris ich liebe dich nicht wegen deines Aussehens, ich liebe dich als Mensch, deine Art, dein Wesen…..

…ich will dich nicht verlieren Dirian…

…du wirst mich nie verlieren Pentris… unsere Liebe ist zu stark, das uns einer trennen könnte….

Das Schwarz seiner Augen verlor an Kraft.

..ich liebe dich mehr als mein Leben, Pentris…ich würde alles für dich geben….

…ich liebe dich auch, Dirian…

Die Leere verschwand und wir saßen beide engumschlungen wieder auf Klarens Bett.

„Er hat es geschafft“, war von Vondix zu hören.

Ich ließ von Pentris ab und schaut ihn und die anderen beiden freunden strahlend an.

„Das ist ja noch mal gut gegangen. Ich hoffe in Zukunft kannst du besser mit deinen Kräften haushalten, Pentris, wenn nicht wende dich an Klaren hier, er kann dir sicher helfen,“ sagte Vondix und setzte sich auf eine Stuhl.

„Wieso mich?“, fragte Klaren verwundert.

„Weil ihr Klaren über die gleichen Fähigkeiten verfügt, wie unser junger Pentris hier“, antwortete ich.

Klaren fing hysterisch laut an zu lachen.

„Noch vor einer Woche war ich ein normaler Kapitän mit seinem Schiff, das Leute und Waren transportiert. Und nun wollt ihr mir weis machen, ich sei einer der Antrasts bin?“ schrie Klaren fast hysterisch.

Seinen blauen Punkte auf der Stirn, strahlten jetzt regelrecht, man hätte mit ihnen alleine schon diesen Raum ausleuchten können

Klaren war völlig aus dem Häuschen, mir schien , das die Wirkung des Krastas durchschlug.

„Und was ist mit Aggatel?“, fragte Vondix.

Augenblicklich verstummte Klaren und wurde rot. Vondix ging auf Klaren zu und legte seine Hand auf Klarens Schulter.

„Niemand kann seiner Bestimmung entgehen Klaren, auch du nicht und das weist du schon sehr lange,“ sagte Vondix.

Klaren nickte.

* *

Pentris war mittlerweile so bei Kraft, das er mit uns essen konnte. Alle drei schwiegen wir, jeder hatte das für sich zu verdauen, was geschehen war. Im Augenblick war alles ruhig. Matore hatte den errechneten Kurs eingeben und Funkis kümmerte sich drum das er eingehalten wurde.

Es war schon ein wenig zu merken, das die gesamte Mannschaft angespannt war. Und doch hielten sie ruhig, damit nicht eine Unruhe entstand, und den Ablauf des Tages verhinderte. Vondix war so schnell verschwunden, wir er gekommen war. Seine Worte halten mir immer noch nach, Thefallen sind ehemalige Antrast.

Die Frage ging mir nicht mehr aus dem Kopf, wer hatte dies alles ausgelöst, es musste ja jemanden geben, der an oberster Stelle stand, bei Thefallen. Dieser Jemand musste ebenfalls über starke Kräfte verfügen.

„Und du meinst wirklich… ich meine wegen Aggatel….?“, fragte Klaren, Pentris.

„Natürlich, ich würde es probieren. Ich habe mich ja gleich von Anfang an in Dirian verliebt, nur ich habe ihn auch gesehen“, antwortete Pentris.

Bei den Worten musste ich lächeln. Ich liebte diesen kleine Kerl wirklich über alles. Die Vorstellung ohne ihn leben zu müssen, bereitete mir Unbehagen.

„Dirian.“

Ich schrak aus meinen Gedanken heraus und schaute zu Klaren.

„Ja Klaren?“

„Könntet ihr..“

„Sag ruhig du, Klaren,“ unterbrach ich ihn.

„Also würdest du für mich noch mal eine Verbindung zu Aggatel herstellen?“

„Natürlich, wann immer du willst.“

„Kann ich mit?“ fragte Pentris.

Ich schaute beide an und lächelte. Klaren war ein wenig Älter und Pentris jünger, doch beide sahen jetzt aus, wie Kinder die ein großes Geschenk bekamen. Wir räumten unsere Essensreste ab und folgten Klaren wieder in seine Unterkunft. Dort angekommen setzten wir uns auf den Boden und reichten uns die Hände.

Während ich meine Engelsgestalt an nahm fingen beide, also Pentris und Klaren, rötlich an zu scheinen. Wieder traten wir in den dunklen Raum ein.

…Aggatel…. rief ich.

… wer ruft meinen Namen..

…Dirian..

… schön das du da bist…

.. ich bin nicht alleine….

…..Klaren?…

..ja Aggatel, ich bin auch dabei…. sagte Klaren.

Das Licht veränderte seine Form, es schien näher zu kommen.

.. und wer ist dieser gutaussehende junge Mann in deinen Armen?….

Aggatel fragte anscheinend immer direkt heraus und schien auch keinen Hehl daraus zumachen, wenn ihm etwas gefiel.

..das ist Pentris mein Lebensgefährte, der mich erwählt hat……

…er muss dich sehr lieben, sogar ich spüre die Kraft, die von ihm ausgeht…..

Klaren war aufgestanden und ging auf das Licht zu.

…außerdem spüre ich einen andere Kraft, die wohl von dir aus geht Klaren….

…ich will dich kennen lernen…..

Klaren stand jetzt direkt vor dem Licht, er brauchte nur hineinzugreifen.

…bist du dir klar über deine Entscheidung im klaren, die du getroffen hast?…

Pentris sah mich verwundert an. Wollte Klaren wirklich diesen Schritt tun?

..dir ist klar, dass wenn du dich mir näherst es kein zurück mehr gibt, du musst mich so nehmen, wie ich bin…

..was hat er vor… fragte mich Pentris.

..es gibt eine Möglichkeit Aggatel direkt aus seiner Gefangenheit herauszuholen, aber es ist sehr gefährlich..

Gespannt sahen ich und Pentris auf Klaren und warteten seinen nächsten Schritt ab. Er sah uns noch mal an und trat dann in das Licht ein. Einer Explosion gleich, fuhr das Licht auseinander. Als würde der stärkste Sturm entfesselt, kauerten Pentris und ich uns dicht zusammen.

Die beiden im Licht setzten eine Energie frei, die ich bisher noch nicht verspürt hatte. Ich sah auf, direkt hinein in das Licht. Klaren war deutlich zu sehen.

….ich bin gekommen, die zu befreien… deine Gestalt zu wählen.. mit der du in Zukunft an meiner Seite weilen wirst…

Deutlich hatte ich die Worte vernommen, die über Klarens Lippen kamen.

..ich bin bereit dich zu empfangen.. meine Liebe wird dein sein…

Das Licht nahm noch an Stärke zu.

…wenn das dein Wunsch ist, so wähle meine Gestalt und tritt an mich heran….

….eines Engels gleich sollst du sein.. der das Leben beschützt und bewahrt…meine Liebe zu dir uneingeschränkt wirken…auf dass wir unzertrennlich leben mögen..

Was jetzt folgte, konnten Pentris und ich schon fast nicht mehr erfassen. Die Lichterfülle und Farben schienen in einander zu zerfließen. Alles sammelte sich an alles einem Punkt um dann in einem Lichterregen auf uns hernieder zugehen. Die Dunkelheit des Raumes verschwand.

Ich öffnete meine Augen und spürte als erstes Pentris in meinen Armen. Etwas verschwommen nahm ich die Umgebung wahr. Aber wir waren wieder in Klarens Unterkunft. Das Schiff wurde mehrere male erschüttert.

„Kapitän melden bitte,“ war zu hören.

„Ja, was ist?“ hörte ich Klaren.

Ich schaute in seine Richtung, und traute meinen Augen nicht, weil da noch jemand lag.

AGGATEL

* *

Die Tür zur Brücke ging auf wir rannten hinein.

„Wie viele sind es?“, fragte Klaren.

Schnell hatte der Gegner wohl bemerkt, dass wir ihren Gefangenen befreit hatten und wollte ihn wieder zurück haben.

„Wir konnten bis jetzt sieben Schiffe ausmachen“, antwortete Matore und schaute erstaunt auf den neuen Gast auf der Brücke. Pentris half Aggatel auf einen Sitz, der von der Aktion doch noch sehr geschwächt war. Klaren sah nervös immer wieder zu Aggatel, der ihn aber mit einem Lächeln beruhigte. Wieder stellte ich mich in die Mitte der Brücke und schloß die Augen:

Ich spürte diesmal eine ungeheure Kraft in mir anschwellen. Als ich die Augen wieder öffnete, wusste ich den Grund. Aggatel war ebenso zu einem Engel geworden. Seine langen, lockigen Haare reichten bis fast zur Brust herunter, und seine Augen stachen blau hervor.

„Kapitän?“, Funkis war aufgesprungen.

„Schon gut Funkis, das ist mein Freund Aggatel, also keine Sorge. Er und Dirian helfen uns nur“, sagte Klaren.

Dabei schaute er zu Aggatel hinüber, und ich konnte in seinen Augen, wahre Liebe entdecken. Ich spürte wie Aggatel Verbindung zu meinen Gedanken suchte. Ich ließ ihn gewähren. Ein weiterer Treffer hatte das Schiff getroffen und wir hatten Mühe uns auf den Füssen zu halten.

Aggatel streckte nun seine Hand nach mir aus und ich ergriff sie. Keiner der Anwesenden nahm davon Notiz, aber jeder würde gleich erfahren, was daraus entstand. Ich dreht mich langsam zu Aggatel , schaute ihm fest in die Augen. Unser Lichtschein verband sich zu Einem

….denke einfach darüber nach, wie groß deine Liebe zu Pentris ist…..

Klar und deutlich konnte ich die Stimme meines Gegenüber vernehmen.

…und was passiert.. wenn ich das mache…..

..vertraue mir… lass mich deine kraft führen….

….ich vertraue dir Aggatel….

Der Lichtkreis um uns vergrößerte sich überflutete die ganze Brücke. Ich konnte jeden einzeln Gedanken der Crew lesen, spürte ihre Ängste, aber auch das Vertrauen das sie alle in Klaren setzten. Auf dem Außenmonitor konnte ich sehen wie das Schiff eingehüllt wurde.

…vertraue nur auf die Liebe zu Pentris, vielleicht schaffen wir es dann gemeinsam…. kam es von Aggatel

Ich schwebte zu Pentris und nahm ihn in den Arm, das Gleiche tat Aggatel mit Klaren. Ein tiefes Rot durchzog die Hülle. Der Lichtball vergrößerte sich immer weiter und erfasste das erste Schiff. Aber es explodierte nicht wie ich vermutet hatte sondern begann zu glühen.

Ich vernahm Schreie, gequältes Stöhnen, und spürte wie Pentris in meinen Armen jedesmal zusammen zuckte, wenn eins der Leben verhauchte. Doch nicht alle starben. Ich schaute zu Aggatel und er lächelte mir zu.

…soll das heißen wir können sie zurück holen?…

..ja gemeinsam und mit der Liebe von Pentris und Klaren sind wir stark genug dafür… bekam ich von Aggatel zu Antwort.

…wenn auch noch ein Funke von einem Antrasts existiert, dann werden wir ihn finden….

Wieder glitten meine Blicke über die Schiffe, die nun aufgehört hatten uns anzugreifen. Die Schreie der Sterbenden waren mittlerweile fast unerträglich laut geworden.

..hab kein Mitleid mit ihnen Dirian, alles Gute ist vor langer Zeit in ihnen erloschen…

…. es sind aber genauso Lebewesen… warf ich ein.

…aber sie bringen andere um, für ihr vergnügen….

..und was machen wir?…

..wir befreien sie aus den grausamen Fängen von Vondax…..

….Vondax?….ist das?..

.. es spricht für, wie immer, ja Vondix hat einen Bruder, der sich zum Bösen wendete…

..aber warum hat Vondix mir das nie erzählt?….

..Vondix hat einen Eid geschworen, nie etwas über seinen Bruder verlauten zu lassen….

…. das kann ich nicht verstehen…

Meine Blicke waren wieder auf Aggatel gerichtet. Pentris und Klaren, waren völlig weggetreten, zuviel war die Stärke der Energie, die beide in sich aufnahmen.

..ich werde es dir später erklären…und habe keine Angst um Pentris, mit dir an seiner Seite kann ihm nichts geschehen..

Der Lichtschein hatte nun auch das letzte Schiff er fasst. Doch diesen entwickelte ein Eigenleben. Es erschien ein giftig grüner Lichtschein, der sich um das Schiff legte. Es wendete langsam und flog davon.

Ich selber spürte die Kraft, die mir Pentris übertrug, er stand immer noch in meine Arme gelehnt und hatte die Augen geschlossen. Ich spürte die Tränen, die er vergoss und auf meine Hände herab fielen. Wie viele mussten noch sterben, bis das alles ein Ende hatte.

Dabei hatte es erst angefangen die sinnlose Zerstörung und das große Sterben ganzer Welten. Die Traurigkeit von Pentris griff auf mich über. Auch mir liefen das warme Nass über die Wangen herunter. Ein kleiner Blick zu Aggatel zeigte mir, dass er diese gefühle ebenfalls spürte.

Seine Tränen liefen ebenfalls. Das Lichthülle erlosch Pentris und Klaren sanken zu Boden. Matore und Funkis waren zur Stelle und fingen sie auf und ließen sie auf ihre Sitze gleiten. Aggatel und ich bewahrten unsere Engelsfigur noch ein wenig, bevor wir uns ebenso in unsere normale Gestalt zurück verwandelten.

Klaren wieder zu sich gekommen, starte gespannt auf den Monitor. Auf den sechs verblieben Schiffen regte sich nichts.

„Irgendwelche Lebenszeichen?“, fragte Klaren.

„Zwei oder drei auf jedem Schiff“, antwortete Matore.

Aggatel lächelte mich an.

* *

Wir waren an dem größten der Schiffe angedockt, und betraten es gerade. Auf dem Schiffs war eine Notbeleuchtung angeschaltet. Über all waren kleine Spuren von Asche zu sehen. Ein helles Licht ging vor uns auf und ein Tor entstand.

„Vondix?“ rief ich erstaunt.

Vondix kam aus dem Tor. Mit einem Nicken begrüßte er uns und kam auf mich zu.

„Es tut mir leid mein Junge, das ich diese Wahrheit im Verborgenen lies. Aber ich habe ein bindendes Versprechen gegeben,“ sagte Vondix leise.

„Ich mache euch keinen Vorwurf, so etwas steht mir nicht zu, ehrwürdiger Meister Vondix“, gab ich zur Antwort und verneigte mich vor ihm.

Von einem Geräusch aufgeschreckt, fuhren wir herum. Eine Frau kam langsam auf uns zu, sie stütze sich mit den Händen an der Wand ab.

„Seid ihr die edlen Ritter die mich befreit haben?“ sagte sie fast flüstert.

Pentris merkte ihre Schwäche als erstes und bekam sie gerade noch zu fassen, als sie am Fallen war. Er trug sie hinter uns her, als wir die Brücke betraten. Auch hier waren überall Spuren von Asche zusehen und noch etwas, eine weitere junge Frau und ein Junge.

Vondix und Aggatel kümmerten sich um die Frau und ich mich um den Jungen, der fast noch ein Kind schien.

…es nimmt also auch Kinder in seine Fesseln, und verwandelt sie in das pure Böse.. und doch musste dieser Junge etwas starkes an sich haben, dass er unsere Attacke überlebte……

„Dirian, das Böse macht vor nichts Halt auch nicht vor Kindern“, sagte Vondix.

Er hatte meine Gedanken gelesen. Ich beobachtete Klaren aus dem Augenwinkel heraus, wie er sich über den Zustand des Schiffes informierte.

„Wenn wir auf den anderen Schiffen auch noch jemanden finden, dann könnte wir dieses Schiff, als weiteres Schiff aufnehmen“, sagte Klaren.

Der Junge kam zu sich, und in dem Augenblick fiel ein Zettel zu Boden, den er die ganze Zeit in Händen gehalten hatte. Mit ängstlichen Augen starrte er mich an. Ich strich in sanft über seine Haare, und der Blick wandelte sich in Sanftheit.

Den Zettel hob ich auf und las ihn.

Dann kam der Regensturm über mich Und ich fühlte wie meine Seele zerriss Ich hatte meinen ganzen Glauben verloren Und ich verstand meinen Irrtum Aber Zeit durch ein Gebet für mich Und alles um mich herum wurde still

Ich brauche Liebe, göttliche Liebe Bitte vergib mir denn nun sehe ich das ich blind gewesen bin Gib mir Liebe, denn Liebe ist was ich brauche um meinen Namen zu erkennen

Durch den Regensturm, ein Jahrhundert Und ich fühlte meinen Geist fliegen Ich hatte meine ganze Wirklichkeit gefühlt Ich begreife was es braucht

Ich brauche Liebe, göttliche Liebe Bitte vergib mir denn nun sehe ich das ich blind gewesen bin Gib mir Liebe, denn Liebe ist was ich brauche um meinen Namen zu erkennen

Oh ich wette nicht [wette nicht], zerbreche nicht [zerbreche nicht] Zeige mir wie man ein Versprechen lebt und nicht aufgibt Denn Liebe kann mir helfen meinen Namen zu erkennen

Nun, ich versuche zu erklären, dass nichts falsch ist Aber in mir fühlte ich alles zusammen und alles Aber die Nachricht war völlig klar Glaube mir…

Ich brauche Liebe, göttliche Liebe Bitte vergib mir denn nun sehe ich das ich blind gewesen bin Gib mir Liebe, denn Liebe ist was ich brauche um meinen Namen zu erkennen

Oh ich wette nicht, zerbreche nicht Zeige mir wie man ein Versprechen lebt und nicht aufgibt Denn Liebe kann mir helfen meinen Namen zu erkennen

* Deutsche Übersetzung von „Love divine“ von Seal

„Und weißt du wie dein Name ist?“ fragte ich den Jungen, nachdem ich ihm den Zettel zurück geben hatte.

Er versuchte sich aufzurichten und ich half ihm dabei.

„Mein Name ist Irvin, und ich stamme von Zykronis,“ sagte er bestimmet, aber doch recht leise.

Nun kam auch die zweite Frau zu sich, Vondix half ihr auf. Noch etwas irritiert schaute sie sich um, aber bekam ein Lächeln, als sie die andere Frau erblickte.

„Tsuka, du hast es überlebt mein Geliebte?“ kam es von ihr.

Tsuka stand auf und sie hatte ebenfalls ein Lächeln auf Lippen.

„Kespora, du hast es geschafft…“

Sie fielen sich in die Arme. Ich schaute zu Vondix.

„Dirian, in dem Buch stand nichts davon, dass Antrast ein Volk der Männer war und auch nicht, dass es ausschließliche eine Liebe unter Männer gab“, meinte Vondix zu mir, der meinen skeptischen Blick sah.

* *

Auf den anderen Schiffen fanden wir dasselbe vor, und so bekamen wir eine Crew bestehend aus Antrasts zusammen. Klaren blieb mit Aggatel auf seinem Schiff Cromixa und ich und Pentris auf dem großen neu benannten Schiff Cromixed. Kespora wurde als Kapitän eingesetzt.

Die restliche Schiffe ließen wir zurück und machten uns weiter auf den Kurs nach Zykronis, der, wie wir erfahren hatten, Stützpunkt der Thefallen war. Irvin war die ganze Zeit nicht von meiner Seite gewichen. Er folgte mir auf Schritt und Tritt.

„Hast du Eltern auf Zykronis?“, fragte ich ihn.

„Meine Mutter lebt noch dort, oder lebte….“, gab er zur antwort und schaute traurig zum Boden.

Tsuka nahm ihn in den Arm.

„Es wurden alle von Vondax, dem großen Herrscher der zykronischen Monde rekrutiert,“ sagte sie, ohne Rücksicht auf Verluste.

Ich spürte ihre Kräfte, die zu schlummern schienen. Ihre blauen Augen leuchteten hell und bekamen ein Glänzen, wenn sie zu Kespora hinüber schaute.

„Ihr fragt euch, wer welche Stelle, also wer der Engel und wer der Helfer, bei uns beiden belegt?“, fragte Kespora.

„Das habt ihr schon beantwortet, in dem ihr meine Gedanken gelesen habt,“ gab ich zur Antwort, und was ist mit Irvin hier?“

„Die Antwort werden wir auf Zykronis finden. Irvin, ist der jüngste unserer Art, aber auch er hat schon einen Partner.“

Erstaunt sahen Pentris und ich den Jungen an, der auf der Stelle errötete.

„Man kann auch sich mit 15 Jahren auch lieben, das keine Vormachtstellung der Älteren,“ gab dieser von sich.

Er schaute wieder traurig zu Boden.

„Und ob Jandor noch lebt weiß ich nicht…“

„Was für eine Aufgabe begleiteste du bisher auf dem Schiff?“ fragte ich ihn um ihn eine wenig abzulenken.

„Ich war für die Waffen zuständig“, antwortete Irvin in einem sachlichen Ton.

„Also, worauf wartest du, gehe wieder an dein Pult.“

„Danke Dirian,“ sagte er mit einem Lächeln in den Augen.

Kespora nickte mir zu und wandte sich wieder ihrer Arbeit zu.

* *

Pentris hatte bereits unsere neue Unterkunft auf der Cromixed bezogen, als ich eintrat.

„Da bist du ja“, begrüßte mich Pentris, „auf welcher Seite gedenkst du den zu ruhen?“

„Pentris machte das Bett, hier war es wirklich vornehmer eingerichtet wie auf der Cromixa, da hatten wir nur zwei Hängebetten.

„Das ist mir nicht wichtig, Hauptsache ich kann mit in meinen Armen einschlafen.“

Pentris dreht sich zu mir und schlüpfte aus seinem Umhang, er stand völlig nackt vor mir.

„Von meiner Seite steht da nichts im Wege“, sagte er mit einem Lächeln im Gesicht.

Schnell hatte ich mich meines Umhanges und auch der anderen Kleidungsstücke entledigt und zog ihn aufs Bett. Es folgte eine langer, ausgiebiger Kuss. Doch ich wurde abgelenkt, denn es stand jemand vor der Tür.

„Irvin steht vor der Tür,“ sagte ich leise.

Pentris schaute mich an.

„Soll ich ihn reinlassen?“

„Ja, ich spüre seine Furcht.“

„Ich habe nichts dagegen, bleibe liegen ich hole ihn herein“, sagte Pentris.

Pentris nahm ein Tuch und Band es sich um den Bauch, während ich mich mit der Decke verhüllte. Er drückte auf den Knopf und die Tür fuhr zur Seite. Irvin erschrak fast zu Tode, denn er hatte noch nicht angefragt.“

„Komme herein Irvin“, sagte Pentris und hielt seine Hand ausgestreckt entgegen.

„Ich störe doch,“ kam es schüchtern von ihm.

„Nein du störst uns bei nichts komm endlich herein“, sagte ich noch mal mit Nachdruck.

Irvin trat unsicher herein. Seine blauen Haare verdeckten seine unruhig herum schauenden Augen nicht ganz.

„Willst du heute Nacht bei uns schlafen?“, fragte Pentris.

Er schaute uns mit großen Augen an.

„Ich hoffe es stört dich nicht das wir ohne Kleidung schlafen“, schickte ich hinterher.

„Nein…. das tue ich auch nie,“ sagte er leise.

Zögerlich begann sich Irvin auszuziehen, während Pentris das Licht löschte und wieder zu mir ins Bett gekrochen kam. Im schwachen schein der Bettbeleuchtung, konnte ich den schönen Körper von Irvin betrachten. Seine Männlichkeit war schon sehr ausgereift für sein Alter.

Langsam kroch er zwischen uns ins Bett.

„Erzähl mir von Jandor,“ sagte ich um ein Gespräch zu beginnen.

Ein Lächeln huschte ihm übers Gesicht.

„Jandor… beschreiben…ist schwierig, aber gut ich probiere es. Jandor ist ein Jahr älter als ich, und trotzdem wenn man es nicht weiß, könnte man uns für Zwillingsbrüder halten, weil unsere Familien eng miteinander verbunden sind.“

Pentris und ich lehnten uns zurück und lauschten Irvins Worten.

„Er ist als Pilot ausgebildet.. ihr müsst wissen, dass auf Zykronis, Jungs sehr früh schon auf ihre spätere Rolle trainiert werden. So haben wir uns auch kennen gelernt. Auf der Brücke sind wir beide ein eingespieltes Team.“

„Und privat?“, fragte Pentris.

„Privat ist es genauso, was der eine nicht kann, tut der andere, wir ergänzen uns in Vielem. Jandor ist für mich der Ruhepol meines Lebens geworden. In seiner Gegenwart fühle ich mich geborgen und wohl. Er hat so viele gute Eigenschaften, von denen ich nur profitieren kann. Außer das er nie seine Neugier zurück halten kann.“

Ich lächelte Pentris an.

„Ich liebe ihn so, wie er ist und er mich genauso, weil er mir immer das Gefühl gibt, was Besonderes zu sein.“

„Du bist was besonderes Irvin, lass uns jetzt aber schlafen, wir haben viel vor uns“, sagte ich und löschte das Licht. Eng aneinander liegend schliefen wir bald ein.

* *

„Guten Morgen,“ sagte ich als ich die Bordküche betrat und Kespora vorfand.

„Guten Morgen Dirian, und habt ihr gut geschlafen?“

„Ja sehr gut.“

„Habt ihr Zeit für einen Krensch und ein kleines Gespräch?“, fragte mich Kespora.

„Natürlich, um was geht es euch?“

„Um euch, besser gesagt, was seid ihr, wer seid ihr?“

„Habt ihr schon vom Planeten Xhonton gehört?“, begann ich.

„Ein Wasserplanet, wenn ich mich nicht irre.“

„Ja Xhonton besteht fast nur aus Wasser, und Pentris und ich kommen, von einem der Monde Xhonthons.“

„Davon habe ich gehört, aber dort war ich noch nie.“

„Harkess heißt unser Mond, es gibt noch sechs andere davon.“

„Alle bewohnt?“

„Ja, Pentris stammt vom Nachbarmond Harkess.“

„Und was für eine Stellung habt ihr auf dem Mond begleitet.“

„Ich war bis vor kurzem noch Trilianer, so nennt man bei uns Schüler, die, die Kunst der alten Meister erlernen.“

„Was für Künste sind das?“

„Das kommt auf jeden Schüler an, mir kam meine Herkunft von Antrast, die mir bis dato nicht bewusst war, zugute.“

„Also habt ihr ein paar Zauberkünste mehr auf Lager wie andere?“

„Kann man so sagen, Meister Vondix hat mich in vielem unterrichtet.“

Kesporas Gesichtsausdruck wurde kalt, ihre blauen Haare kräuselten sich.

„Vondix?“

Schlagartig wurde mir klar, was ihren Gemütsabsturz herbei geführt hatte.

„Ja Vondix, der Bruder von Vondax. Aber er ist das Gegenteil von eurem Herrscher.“

„Das versteh ich nicht.“

„Seid beruhigt, ich weiß auch nichts über die nähren Hintergründe. Was mir aber jetzt mehr Gedanken macht, wie können wir unbemerkt auf Zykronis landen.“

„Das Problem haben wir bereits gelöst, wir haben da jemand an Bord, der uns dabei helfen kann“, sagte Kespora, stand auf und drückte an der Armatur der Wand einige Flächen.

„Maikonius, könntest du in den Wirtschaftstrack kommen?“

„Ich komme Kespora“, war zu hören.

Wenige Minuten später öffnete sich die Tür und ein Mann, mit den typischen blauen Haaren der Zykonier, trat ein. Er war recht groß und kräftig gebaut, seine grüngraue Augen gaben zu den blauen Haaren einen starken Kontrast.

„Hier bin ich“, sagte er im ruhigen Ton.

„Maikonius, könntest du irgendetwas hier verschwinden lassen?“ fragte Kespora.

Ich schaute sie erstaunt an. Maikonius stellte sich hin und schloss die Augen und bevor mir richtig bewusst war, was geschah, verschwand mein Trinkgefäss vor meine Augen. Angenehm überrascht lächelte ich Kespora zu.

„Maikonius lässt nicht nur Gegenstände auch Schiffe verschwinden, sondern transferiert sie in eine andere Dimension, die sich zu unsere parallel befindet,“ erklärte sie.

„Für dieses Problem hätten wir eine Lösung, aber es gibt noch etwas, was mich sehr beschäftigt. Was wird aus der Bevölkerung von Zykronis und den anderen Monden? Ich mein, wenn wir alle Zurückverwandeln sollen, da gibt es außer den Antrasts keine Überlebenden mehr auf eurem Mond“, sagte ich.

„Das braucht ihr euch auch keine Gedanken darüber zu machen, den die Bevölkerung steht nur unter einem Bann, nur die Kämpfer des Mondes haben sich verwandelt.“

Erleichtert atmete ich auf.

* *

Erschöpft sank Pentris auf mich hernieder. Eng umschlungen lagen wir aufeinander.

„Dirian?“

„Ja?“

„Wird es immer so zwischen uns sein?“ fragte er mit leiser Stimme.

„Nein es wird noch schöner werden.“

„Du hast in die Zukunft geschaut?“

Mein Lächeln erstarb. Pentris schaute mich schaute mich fragend an.

„Du hast von meinem Tod geträumt, das hast du selber erzählt.“

Ich schob ihn vor mir herunter und setzt mich auf.

„Pentris, die Zukunft hat so viele Ungerade, man kann sie nie genau bestimmen.“

„Trotzdem hast du mich Tod gesehen, oder?“

Mir fiel die Antwort schwer, mir stiegen die Tränen hoch.

„Dirian , versprich mir, das wenn mir etwas zustößt, dass du weiterleben wirst, dir jemanden suchst, der dich genauso liebt wie ich dich.“

Das waren zu harte Worte für mich, sehr schmerzliche. Ich stand auf und trat an das kleine Sichtfenster und saß wie die Sterne an uns vorbei rasen.

„Pentris… ich will daran nicht denken und auch nicht darüber reden.“

Ich spürte, dass Pentris hinter mich getreten war. Seine Haut rieb sich an meiner.

„Du musst aber, deine seherischen Fähigkeiten haben dir einen Einblick gegeben. Nicht das wie oder wann ist entscheidend, sondern, dass es passieren könnte.“

Mir rannen die Tränen herunter und dreht mich zu Pentris um.

„Ich möchte diesen Gedanken nicht weiterverfolgen, weil er mir nicht entspricht. Das sind negative gedanken und stören mein Sein. Was bin ich denn ohne dich? Ein Engel ohne Kräfte?“

„Du bist ein Antrast Dirian, du wirst nie zu Grunde gehen, außer wenn du selber darauf zusteuerst.“

„Werde ich nicht das verspreche ich dir Pentris.“

„Das wollte ich von dir hören.“

„Pentris ich liebe dich!“

„Ich weiß, ich dich auch mein Geliebter.“

* *

„Bis jetzt scheint alles gut zu gehen, Kespora, es hat uns anscheinend wirklich niemand bemerkt, euer Plan funktioniert,“ sagte ich.

„Das habe ich auch erwartet, werter Dirian. Wir werden ein wenig außerhalb der Stadt landen, der einzigste Platz wo wir unbemerkt unsere Schiffe zurück lassen können, die Festung von Zykronis befindet sich allerdings auf der anderen Seite.“

„Das heißt wir müssen quer durch die Stadt um dorthin zu gelangen?“

„Nicht ganz, es gibt einen Geheimgang in die Festung und den gilt es zu erreichen.“

„Einen Geheimgang?“ fragte Pentris zweifelnd dazwischen.

Kespora wandte sich zu Pentris.

„Ich weiß was du sagen willst. Wir waren Schattenkrieger >Thefallen<, und haben somit auch von dem Geheimnis gewusst. Aber ich kann dich beruhigen Pentris, der Bann der auf uns lag, keckerte unser Gedanken ein, somit auch das Versteck des Einganges.“

„Und wie habt ihr es dann geschafft, das Gute in Euch zu halten? Ich meine, es sind viele eures Stammes in Rauch aufgegangen.“

Das unterscheidet uns eben als Antrast von den anderen Mitbewohner von Zykronis, wir haben die Fähigkeit, diese Gedanke so weit in uns zu versenken, das wirklich niemand Zugriff davon erlangt.“

„Aber das widerspricht sich, man kann nicht etwas Gutes in sich haben und gleichzeitig das Böse verkörpern,“ meinte Pentris ein wenig verwirrt.

„Wie soll ich dir das erklären. ….. Stell dir vor das Gute ist dann in einer anderen Dimension unantastbar für das Böse.“

Pentris schien mit dieser Antwort halbwegs zufrieden zu sein, er fragte nicht weiter.

* *

In Abständen liefen wir die Strasse entlang, so dass wir nicht auffielen. Ich schaute mich um und konnte Petris entdecken, wie er sich mit einem der jungen Zykronissen unterhielt, die zu Kesporas Crew gehörten. Recht bald verschwand Kespora in einem Haus. Einem nach dem anderen folgten wir ihr.

„Dirian, du gefällst mir mit den blauen Haaren“, flüsterte mir Pentris ins Ohr.

Tsuka hatte es besser gefunden, das wir alle blaue Haare haben um nicht auf zufallen. So hatte sie kurzer Hand alle gefärbt.

Alle stiegen durch eine Falltür in das Dunkle hinunter. Unten angekommen, verteilte Tsuka Fackeln an uns. Leise schritten wir den steinigen Weg entlang, bei dem ich das Gefühl hatte, es würde ansteigen.

„Es geht nach oben, Dirian,“ sagte Kespora, die sich wieder meiner Gedanken bemächtigt hatte.

„Wie lange müssen wir diesem Gang folgen,“ fragte ich laut, so dass es die anderen hörten.

„Wir sind gleich da,“ meinte Kespora, „dass heißt ab jetzt absolute Stille.“

Kespora kam an eine Tür, gegen die sie sich vorsichtig stemmte, bis sie nachgab. Leise schlüpften wir in den dahinterliegenden Raum. Auf der anderen Seite bemerkte ich, dass die Rückseite der Tür ein altes zerfallenes Regal war, also auch nicht als Tür erkennbar sich zeigte.

Der Raum füllte sich schnell, und als alle versammelt waren folgten wir Kespora durch diesen dunklen Kellerraum, durch eine weitere Tür, die in einen Flur führte. Am Ende dieses Flures sah ich eine Treppe, die nach oben führte. Diese wiederum endete an einer weiteren verschlossenen Tür.

Kespora drehte sich zu uns.

„Jeder nimmt bitte sein Gestalt an, denn wir wahrscheinlich gleich auf Wächter treffen“, sagte sie leise.

Ich sah wie sich Kespora verwandelte, und bewunderte ihren golden Schein, der sie umgab. Meine Blicke durch die Gruppe schweifend, stellt ich fest, das ich der Einzigste, mit reinem weißen Licht war. Aggatel selbst, war mehr ins Blaue gewechselt, und sogar Irvin unsere Jüngster, hatte ein kräftige grüne Aura.

Unten an der Treppe öffnete sich ein Lichttor aus dem Vondix gestiegen kam.

„Ihr werdet alle Hilfe, die ihr benötigt“, sagte er leise und blieb neben Maikonius stehen.

Kespora nickte ihm zu und wandte sich wieder zu uns.

„In den Überlieferung heißt es, das nur der Reinste die richtige und einzigste Kraft hat, das Böse zu besiegen kann,“ fing sie an.

„Und woher wissen wir wer das ist?“, fragte Pentris.

„Es ist dein Dirian, er alleine von uns hat das weiße Licht, das reinste Licht von uns allen,“ antwortete Kespora.

Pentris starrte mich an.

„Ganz recht Dirian, du bist das höchste gut, das wir besitzen. Du hast nicht nur das reinste Licht, sondern du bist die reine Liebe, die Kraft die uns am Leben hält,“ meinte Vondix leise.

Tausende von Gefühlen, Gedanken und Erinnerungen brachen auf einmal auf mich ein. Aggatel war auf meiner Höhe angekommen, er schwebte vor mir dahin.

„Dirian, du warst es der mich hier aus diesem Gefängnis geholt hat, nicht alleine die Liebe von Klaren, der er für mich empfindet. Sie war nur der Auslöser. Deine Liebe birgt soviel Kraft in sich, nur deswegen konnte ich entfliehen,“ sagte Aggatel.

Ich immer noch keines Wortes fähig, sah wie die anderen sich langsam um mich scharrten, allen voran Pentris der sich an mich lehnte.

„Ich weiß nicht was ich sagen soll, das ist noch alles sehr neu für mich. Aber wenn ihr so einen Glauben in mich setzt, dann möchte ich euch auch nicht enttäuschen,“ kam es von mir.

Ich drehte mich zur Tür und öffnete sie. Auf der anderen Seite wurden wir bereits erwartet.

* *

Schwer lagen wir unter Beschuss. Je näher wir dem schwarzen Saal der Finsternis kamen umso mehr Konzentration benötigten die anderen unseren Schild aufrecht zuhalten. Ich schwebte in mitten dieser Schutzkugel und bereitete mich auf den Kampf mit Vondax vor.

Aus dem Augenwinkel sah ich Pentris kämpfen. Er visierte einen nach dem anderen an und umschloss sie mit seiner roten Lichtfülle. Entweder sie vergingen zu Staub oder wie einige wenige, fielen sie in sich zusammen und nahmen wieder ihre wahre Gestalt an.

Das kann nur weitere Hilfe für uns sein, dachte ich. Mein Kopf schmerzte ein wenig, und ich spürte massiv, wie jemand versuchte in meinen Gedanken einzudringen. Ich blieb nur mit Pentris verbunden und löste mich somit von den anderen. Der Weg zum Saal war frei und ich öffnete die Tür.

„Ahhh, da kommt meines Bruders kleine Armee“, schrie es und entgegen.

Vondax saß auf einem Thron am Ende des Saales. Der Saal war eingehüllt in schwarze Stoffe, die fast kein Licht mehr durchließen. Nur einsam brannte ein kleines Feuer auf einem Ständer, der schräg von Vondax stand.

„Du bist zu weit gegangen lieber Bruder“, sagte Vondix im ruhigen Ton.

„Zu weit? Ich bin ein Krieger und Krieger töten.“

„Auch Millionen von unschuldigen Lebewesen gleich welcher Art?“

„Es herrscht Krieg, solche Opfer muss man in Kauf nehmen, wer sich nicht untergibt, wird vernichtet.“

In mir fing eine Wut an zuwachsen, doch Pentris lehnte sich gegen mich, und ich wurde wieder ruhiger.

„Das ist dein Krieg, aufgezwungen auf unserer Häupter“, erwiderte Vondix immer noch ruhig.

Vondax Augen funkelten, als er hätte sie sich mit der Glut des Feuers vereint.

„Du willst dich also nicht unterordnen“, fragte Vondax.

„Warum sollte ich, ich liebe die Freiheit.“

Vondax fing laut an zu lachen und hob die Hand. Augenblicklich wurde Vondix nach hinten geschleudert und landete schwer keuchend in einer Ecke.

„So nun zu euch, ihr ausgedienten Engel, der Vergangenheit. Wollt ihr des gleichen Schicksals sterben, wie schon so viele vor euch?“

„Nicht durch eine Hand eines Mörders“, sagte Kespora.

Mich wunderte, dass alle so ruhig auf ihrem Platz blieben. Einzig allein Vondax hatte sich erhoben

„Und ihr meint, ihr könnt etwas ausrichten?“

Schallend laut fing Vondax an zulachen. Keiner von uns zeigte eine Regung.

„Ihr seid genauso verletzlich, wie der ganze Rest, des ganzen Universums,“ sprach er und hob abermals die Hand.

Ich konnte nicht so schnell reagieren, wie mein Geliebter Pentris in die Luft gehoben wurde und quer durch den Saal schleuderte und dort dann am Boden regungslos liegen zu bleiben.

Ein tiefer Schmerz durchstach mich, denn ich fühlte wie Pentris sein Leben langsam verlor. Eilig schwebte ich zu ihm hinüber und hob ihn auf.

„Oh wie rührselig, habe ich euer ein und alles zum Fallen gebracht?“ klang Vondax Stimme gehässig herüber.

Ich hielt ihn Pentris in den Armen, Blut rann aus einer Wunde am Kopf.

„Du versprichst mir weiter…. zumachen,“ flüsterte Pentris.

Seine Lebensenergie entwich langsam. Tränen rannen über meine Wangen und Pentris hob die Hand um sie mir abzuwischen. Doch dazu kam es nicht mehr, sein Leben war ausgehaucht. Schwer fiel seine Hand auf den Boden. Ein Augenblick der Stille glitt durch den Saal.

Nicht mal Vondax unterbrach diese Stille. Ich drückte Pentris an mich und fing an zu weinen. Vondax dagegen hatte anscheinend sich wieder gefangen und fing lauthals loszugrölen.

„Ach wie schwach seit ihr in eurer Natur und so erbärmlich wie die Frauen“, schrie er.

Ich ließ Pentris langsam zu Boden gleiten und schloss die Augen. Ich holte tief Luft und fing laut an zu schreien. Meine ganze Wut und Trauer traten zum Vorschein. Vondax verstummte. Mein Licht würde greller, die andere wichen zurück. Der Schrei war verstummt, doch der Schmerz blieb. Langsam drehte ich mich zu Vondax. War er eben ein wenig zurück gewichen.

Abermals fing ich an zu schreien und es bündelte sich meine ganze Kraft darin. Ein Lichtstrahl verließ gebündelt meine Körper und zielte direkt auf Vondax, der mit solch ein Wucht getroffen, dass es ihn in seine Thron zurückschleuderte. Das Licht, dass Vondax umgab wurde grell, dass sogar die anderen ihre Augen verhüllten.

Ich sank zu Boden, mein Schrei verstummte. Das Licht wurde schwächer und als es im Nichts verschwand, lag auf dem Thron ein alter Mann., der Vondix sehr ähnlich sah, ein leises Röcheln drang zu mir herüber, doch das beachtete ich nicht weiter.

„Dirian?“

Ich sah über meine Schulter, Kespora hatte gerufen.

„Es tut mir leid…..“, sagte sie.

Ich wandte meine Blick auf den leblosen Körper von Pentris. Ich schritt leise zu ihm und lies mich herab zu ihm. Leise weinend strich ich ihm sein wirres Haar aus dem Gesicht.

„Pentris.. ich brauche dich doch… ich liebe dich doch ..lass mich nicht alleine zurück….ich kann ohne dich nicht sein.“

Ich hauchte ihm sanft einen Kuss auf seine Wange und schloss die Augen, weil sich ohnehin mein Blick trübte, durch die Tränen die im Übermaß hervorquollen. Hier saß ich nun, neben dem toten Körper meines Geliebten und Weggefährten, der Liebe beraubt.

….du hast seine Liebe nicht verloren….

Ich spürte Vondix Hand auf meiner Schulter.

..er ist immer noch bei dir…. erinnere dich, was ich zu dir gesagt habe… du kannst Leben nehmen und…..

…Leben geben.. beendete ich im Gedanken diesen Satz.

Ich schaute auf zu Vondix, der mit einem freundlichen Lächeln meine Blick erwiderte.

„Du musst dich nur ganz fest auf ihn konzentrieren und all die anderen hier im Raum werden dir beistehen“, sagte Vondix.

Er drehte sich weg und ging zu seinem Bruder. Ich schloss die Augen und drückte Pentris ganz fest an mich. Es wurde alles dunkel um mich herum. Tief in mir spürte ich ein Licht entflammen, das an Stärke rasch wuchs. Kespora und die anderen hatten einen Kreis um uns geschlossen.

Und plötzlich war sie da die Kraft, die Lebensenergie, die meine ganzen Körper durchströmte. Ich öffnete die Augen und sah, wie die anderen ebenfalls in ihrer Farbe stark zuleuchten begannen. Ein jeder schenkte mir seine Lebensenergie. Ich drückte Pentris weiterhin an mich und spürte wie das Leben in seinen Körper zurückkehrte.

Die rote , grüne, gelbe und blaue Farben der anderen vermischten sich in meinem Weiß. Wie ein Funkenregen strömte es aus mir heraus, und schwebte wieder zur Erde nieder. Pentris veränderte sich. Nicht sein gewöhnliches rot trat zum Vorschein, nein er begann in einem herrlichen Weiß zu leuchten, ähnlich meinen.

„Pentris?“ hauchte ich leise.

Er schlug die Augen auf und begann zu lächeln. Ich erhob mich und half Pentris auf zustehen. Erst jetzt sah ich, das Pentris ebenfalls Flügel hatte, die sich langsam ausbreiteten.

…. so wird es geschehen, dass zwei der gleichen Form kommen werden und sich zu vereinen…. erkennbar durch zwei weißen Engel einer unbeschreiblichen Schönheit gleich…. gemeinsam werden sie die Macht und die Kraft haben… alles in alter Form entstehen zu lassen….. gleichwohl werden sie ihre Liebe mit anderen teilen… wie es von je her Brauch war.. sie sind die Herrscher von Antrast… auf ewig… ihre Kraft wird unteilbar sein.. so wie auch diese Zwei untrennbar sein werden…. denn die Liebe ist ihr höchste Gut .. und niemand kann sie derer berauben….

Vondix hörte auf zu lesen und legte das alte Buch zur Seite. Ich sah Pentris in die Augen, die mir strahlender vorkamen, als je zuvor.

„Du wirst mich nie verlieren,“ meinte er.

„Du hast dies gewusst?“

„Ja…“

„Warum hast du mir nichts davon erzählt?“

„Weil ich nicht durfte und du deine letzte, große Prüfung, mit der Liebe zu mir, alleine lösen musstest.“

Ich stand einfach nur da und war glücklich. Pentris zog mich zu sich heran und gab mir einen sinnlichen Kuss auf die Lippen. Ein Feuerwerk der Gefühle löste ein Lichterspektakel aus. Das Licht begann zu kreisen und es entstand eine Säule. Kespora, Maikonius und die anderen verbeugten sich tief vor uns.

Die Säule weitete sich und auch sie wurden von dieser Lichtfülle erfasst.

* *

Später wird man in den alten Büchern über die Vereinigung lesen, man wird sagen, eine neue Sonne der Hoffnung war an diesem Tag entstanden. Dieses Licht breitete sich über ganz Zykronis aus. Es verschwanden die dunklen Schatten der Vergangenheit.

Als wir aus der Festung heraustraten, schien alles in neuen Farben zu erstrahlen. Viele Menschen hatten sich auf dem Platz vor dem alten Gemäuer versammelt, die uns allen laut zu jubelten. Als Pentris und ich durch das Tor kamen, brach dieser Jubel ab und alles verneigte sich tief vor uns.

Irgend jemand begann zu schreien. Ich schaute auf und versuchte aus zumachen, woher diese Aufruhr kam.

„Irvinnnnnnnnnnn“, schrie jemand aus den hinteren Reihen.

Mein Blick wanderte zu Irvin, dessen erstaunte Blick versuchte etwas zu erkennen.

„Irvinnnnnnnnn.“

Ein leises Raunen zog sich durch die Menge und Pentris wies mit der Hand auf jemand, der versuchte zu uns vorzudringen. Ich schwebte einige Stufen der Treppe hinunter und erhob die Hand. Sogleich entstand ein Korridor in der Menge und machte den Weg für die rufende Person frei.

„Jandor?“

Ich wand den Kopf zu Irvin, der diesen Namen nur hauchte und trotzdem den Weg zu meinem Ohr gefunden hatte. Sogleich setzte er sich in Bewegung und rannte die Treppe hinunter. Unten angekommen blieb er stehen. Ein Junge in seinem Alter, von wunderbaren Aussehen, blieb ebenso kurz vor ihm stehen.

„Jandor.“

„Irvin.“

Pentris war auf meiner Höhe und lächelte mir zu. Klaren und Aggatel, sowie Kespora und Tsuka traten an uns heran. Gemeinsam sahen wir, wie die zwei Jungen sich um den hals fielen und zu weinen begannen. Kespora richtete sich an Pentris und mich.

„Und, werdet ihr hier bleiben um das neue Reich der Liebe wieder auf zubauen?“

Ich schaute Pentris lange an.

„Nein, wir werden nach Harkess zurück kehren und mit Hilfe von Klaren und Aggatel versuchen, weitere unsere Art zu finden. Ihr Kespora dagegen, werdet hier bleiben und den Traum vieler war werden lassen“, erwiderte ich.

Kespora verneigte sich.

„So sei es denn“, sagte sie.

Irvin war mit Jandor an uns heran getreten.

„Dirian ich möchte euch Jandor vorstellen, mein Erwählter.“

Jandor verneigte sich ebenfalls tief vor uns.

„Jandor erhebe dich und lausche meiner Worte“, sagte ich.

Jandor stand auf und nahm Irvins hand in die Seinige.

„Irvin ist etwas ganz besonderes, hüte ihn wie ein Schatz, genauso wie ihr eure Liebe hüten sollt, denn keine Macht des Universum, vermag die Liebe zu stürzen.“

* *

Nach Harkess zurück gekehrt, bezogen Pentris und ich ein Haus am Waldrand, nähe des Sees, an dem wir uns kennen gelernt haben. Als der Mond die Sonne ablöste, saßen wir immer noch engumschlungen am Ufer des Sees.

„Wird diese neue Welt ewig bestehen?“, fragte mich Pentris.

„Ich weiß es nicht mein Geliebter, sie wird manchen Prüfungen stand halten müssen, denn so wie man die Liebe nicht auslöschen kann, so wird immer das Böse vorhanden sein.“

Pentris richtete sich auf und ich konnte seine Augen im Mondschein funkeln sehen.

„Aber du wirst meiner Liebe auf ewig gewiss sein können, Dirian.“

„Ich liebe dich auch, Pentris.“

** Ende**

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