Zoogeschichten III – Teil 130 – Feierabend

tuer-18130. Feierabend
© by Pit 2014

Robert

Unruhig stand ich vor der Haustür der Gärleichs und klingelte. Wenige Sekunden später öffnete mir Adrian, der mir auch gleich um den Hals fiel.

„Man habe ich dich heute vermisst.“

Ich lächelte.

„Die Vorlesung hat sich so zäh in die Länge gezogen, nur der Gedanke an dich

hat mich wach gehalten“, meinte er und zog mich in den warmen Flur.“

„Du sollst lernen und nicht an mich denken.“

„Ja, sag meinem Sohn ruhig die Meinung, auf mich hört er ja nicht… hallo Robert.“

„Hallo Renate, wieso? War Adrian nicht brav?“

„Brav, dieser Junge? Schau die grauen Haare an, die habe ich alle von ihm.“

„Mama!“

„Ach Renate, wo hast du denn graue Haare“, grinste ich.

„Alter Charmeur! Isst du mit uns zu Abend?“

„Wenn es keine Umstände macht…“

„Ach Quatsch. Dieses Hemd neben dir, isst eh zu wenig.“

Jetzt musste ich lachen. Recht hatte sie schon, Adrian war etwas dünn, aber er gefiel mir trotzdem so.

„Mama, es reicht jetzt“, spielte Adrian den Empörten.

Die direkte Art von Renate gefiel mir gut und ich fühlte mich wohl hier, aber einziehen?

„Ist etwas nicht in Ordnung?“, fragte Adrian, „du schaust so nachdenklich.“

„Nicht jetzt Schatz, reden wir nachher beim Essen darüber.“

„Okay, wenn du meinst. Komm gehen wir in die Küche, sonst beschwert sich die Dame des Hauses noch, weil wir nicht helfen.“

„Das habe ich gehört!“, schallte es aus der Küche.

*-*-*

Dennis

„Ich denke mal sein Vermögen war ebenso verführerisch wie sein Aussehen. Meine Eltern waren ja gegen die Reise, aber ich machte sie trotzdem. Vierzehn Tage auf einer Jacht vor der toskanischen Küste.“

„Und italienische Männer aufreisen. Was für einen Casanova habe ich mit denn da geangelt.“

Michael grinste.

„Also nach meiner Information hatte Casanova etwas mit verheirateten Frauen, nichts mit Männern.“

Ich gab ihm einen Kuss.

„Mit einer Jacht kann ich dir nicht dienen, aber ein Italienurlaub wäre schon drin.“

Michael schaute mich erstaunt an.

„Wie meinst du das jetzt?“

„Also ich bin bei unserer Chinareise auf den Geschmack gekommen. Gut, wir hatten wenig Zeit füreinander, aber gefallen hat es mir trotzdem, mit dir zusammen zu sein. Da dachte ich daran, nächsten Sommer vielleicht einen Urlaub zusammen zu verbringen.“

„Netter Gedanke, aber soweit habe ich noch nicht gedacht. Im Augenblick genieße ich die Gegenwart.“

Ich grinste und gab ihm einen weiteren Kuss.

*-*-*

Robert

„So und nun sag, was hast du auf dem Herzen, ist es wegen dem Urlaubstrip zu den Delphinen?“, fragte Adrian und zog eine Spaghetti in den Mund.

„Nein, auf die Reise freue ich mich total.“

„Es ist wegen meinem Vorschlag, zu uns zu ziehen…“, merkte Renate an und ich nickte.

Ich schaute beide an.

„Ich möchte jetzt nicht, dass ihr einen falschen Eindruck bekommt, aber mir geht das etwas zu schnell.“

„Entschuldige Robert, ich habe da nur erst mal nur an Adrian gedacht, was ihn glücklich machen würde.“

„Ich bin glücklich, Mama“, meinte Adrian und griff nach meiner Hand, „auch wenn mir der Gedanke gefallen würde, wenn Robert hier wohnen würde.“

„Ich dachte aber auch an Robert, der alleine in dieser Wohnung lebt, außer seinen Kollegen keinen Anschluss zu anderen hat.“

„Ich habe mich daran gewöhnt, Renate. In den fünf Jahren war ich eigentlich zufrieden damit.“

„Das es nicht ganz so ist, brauche ich nicht zu sagen.“

Ich wiegte den Kopf hin und her.

„Aber ich akzeptiere deine Meinung und verstehe dich auch. Ich habe eben das Gefühl wie Adrian, dich schon ewig zu kennen.“

Nun grinste ich.

„Danke… ihr seid mir nicht böse deswegen?“

„Nein!“, sagten beide gleichzeitig.

„Aber eins musst du mir gewähren“, sprach Renate weiter.

„Und das wäre?“, fragte ich neugierig.

„Hier, der Schlüssel zu unserem Haus, man weiß ja nie…“, grinste sie mich an und legte einen Schlüssel vor meinen Teller.

*-*-*

Volker

Rolf öffnete die Tür.

„He hallo, schon da?“, meinte Rolf und umarmte mich noch am Eingang.

„Ja, Fritz hat mich nach Hause geschickt, es ist ja Wochenende“, antwortete ich und Rolf schloss die Tür.

„Und da bist du gleich zu uns gefahren?“

„War noch kurz mich duschen und umziehen. Wo ist Lucca?“

„Schläft noch, aber zum Abendessen werde ich ihn wecken. Du isst doch mit uns?“

„Ich glaube, ich muss mir etwas überlegen, wie ich bei deiner guten Küche, die angesammelten Pfunde wieder loswerde.“

„Also mir gefällt es“, erwiderte Rolf und legte ein teuflisches Grinsen auf.

„Papa“, hörte wir Luccas Stimme.

Ich folgte Rolf zu Luccas Zimmer.

„Oh, Volker, du bist ja auch da!“

„Bist du schon lange wach?“, wollte Rolf wissen.

„Hallo Lucca“, grüßte ich ihn.

„Ja, aber ich lag einfach nur da und genoss die Ruhe.“

„Und das von einem Jugendlichen!“, sagte Rolf zu mir, „und hast du etwas Hunger?“

„Ja!“, kam es von Lucca.

„Gut, dann werde ich mich wieder in die Küche verziehen.“

„Soll ich etwas helfen?“, fragte ich.

„Nein, bleib du bei Lucca, bin eh gleich fertig.“

So setzte ich mich an Luccas Bett, während der Mann meiner Begierde das Zimmer verließ.

„Du Volker…, ich wollte mich bei dir wegen heute Morgen noch entschuldigen.“

Fragend sah ich Lucca an.

„Wieso entschuldigen?“, wollte ich wissen.

„Wegen dem ganzen Ärger, ich will nicht, dass du wegen mir, mit deinem Sohn im Ärger lebst.“

„Erst mal ist dies Quatsch, was du da gerade sagst. Entschuldigen müsste ich mich, da es mein Sohn war, der dich verprügeln ließ.“

Er wollte etwas sagen, aber ich redete einfach weiter.

„Dann, was Gregor betrifft, er geht seinen Weg, mit mir oder ohne mich, dass ist seine Entscheidung, aber ich denke, wir werden ihn nun häufiger zu Gesicht bekommen, also kein Ärger mehr.“

„Ich dachte nur…“

„… falsch gedacht, du bist an nichts Schuld, genauso wenig wie dein Vater hoffentlich nicht mehr denkt, dass er Schuld an der ganzen Sache ist. Könnten wir das irgendwie vergessen, oder beiseite lassen, ich möchte da im Augenblick nicht mehr darüber reden.“

Lucca nickte.

„Was anderes. Wie wird das jetzt mit der Schule laufen, so kannst du ja nicht am Unterricht teilnehmen.“

„Ja ich weiß, Papa hat auch schon davon angefangen“, seufzte Lucca.

„Versäumst doch sich dann auch viel.“

„Papa hat irgendetwas mit dem Direktor ausgemacht, wegen dem ganzen Material, aber mehr weiß ich auch nicht.“

„… so fertig! Essen ans Bett, oder isst du mit uns Junior?“, fragte Rolf, der gerade in Luccas Zimmer erschien.

„Eigentlich würde ich gerne aufstehen, war den ganzen Mittag gelegen.“

„Okay“, meinte Rolf und kam auf uns zu.

„Lass mal, ich kann den Junior auch hinübertragen.“

„Gewichtheben, für eine bessere Figur?“, fragte Rolf hämisch.

„Gute Idee!“, nahm ich ihm den Wind aus den Segeln.

Rolf verschwand grinsend.

„Ähm, da gibt es ein kleines Problem“, kam es von Lucca.

„Und das wäre?“

„Ich müsste noch auf die Toilette.“

„Und wo ist dabei das Problem?“

„Du müsstest mich auf die Toilette setzten und vorher…“

Ach daher wehte der Wind.

„Lucca, du hast nichts, was ich nicht auch habe und ich schaue dir schon nichts ab.“

„Und wenn ich dir dann besser gefalle, als mein Vater“, fragte er frech grinsen und ging ins Lachen über.

„Ich stehe auf richtige Männer und mit Knochengerippen habe ich es im Zoo schon genug zu tun.“

Empört schaute mich Lucca an, während ich ihn aus seinem Bett hob.

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