Aschenbrödels Bruder – Teil 16

Während Alfred an der Tür vor der Umkleide stehen blieb, liefen Lucas und ich hinein und begannen uns umzuziehen. Nur in Leggins zog Lucas mich plötzlich zu sich.

„Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht und dich

sehr vermisst“, hauchte er und gab mir einen Kuss.

Ich spürte seine nackte Brust auf meiner und sein Duft spielte mir übel mit. In der unteren Region begann sich etwas zu regen, was man sicher auch deutlich sah.

Lucas setzte ab und so konnte ich erst mal wieder Luft holen.

„Ich weiß, Lucas und es tut mir leid, ich wusste da nichts von, was da heute Morgen alles abgegangen ist, nur eins dass sich wohl die nächsten Tage nichts ändern wird und ich sogar von der Schule bis auf Weiteres beurlaubt bin.“

„Alles wegen deinem Vater?“, fragte Lucas und zog sich sein Muskelshirt über.

„JA!“, antwortete ich und zog ebenfalls mein Shirt über und war froh, dass ich so eine gewisse leichte Versteifung abdecken konnte.

Ich räumte meine Sachen in den Spint und verschloss ihn.

„Krass und was passiert jetzt?“, wollte Lucas wissen

Ich zuckte mit den Schultern.

„Können wir?“

„Ja?“

*-*-*

„Benjamin, achte mehr auf dein Port de Bras*², die Arme müssen höher?“

Noch höher? Ich wusste nicht, wie ich das mit diesem Kleid hinbekommen sollte. Es war zwar luftig ausgelegt, aber dafür unter den Armen recht geschnitten. Ich stoppte mitten im Tanz.

„Madam Toufon, könnte man das Kleid gering fügig ändern, ich habe etwas Schwierigkeiten beim Bewegen der Arme.“

Madam Toufon kam zu mir.

„Passé“, rief sie.

Auch das noch. Das Standbein musste nach außen zeigen. Das andere Bein musste ich seitlich anheben, dabei gleiten die Zehen an dem Standbein entlang und halten am Knie inne. Der gesamte Fuß musste gut gestreckt sein.
Zuletzt musste ich die Arme nach oben strecken und die Hände zusammen führen, dass sie wie eine Flamme wirkten. Madam Toufon, griff an die seitlichen Nähte des Kleides.

„Ann?“, Madam Toufon schaute sich um.

Eine unserer Näherinnen kam auf uns zu.

„Könntest du hier etwas heraus lassen?“

Ann nickte.

„Gut. Benjamin zieh das Kleid aus!“

Ich ließ meinen Körper wieder in Normalstellung zurückgleiten und atmete tief durch. Ann half mir das Kleid auszuziehen, während Madam Toufon sich wieder zu ihrem Platz begab.

„Und Benjamin, wenn so etwas ist, dann sage so etwas früher!“

Okay, dass hätte ich wohl tun müssen. Ich schaute zu Lucas, der mir einen aufmunterten Blick zuwarf. Plötzlich gab es einen lauten Knall. Ich fuhr dermaßen zusammen, dass ich sogar meine Rippe spürte. Automatisch war ich in die Hocke gegangen.
Einige der Mädchen schrien auf. Alfred und auch Lucas waren sofort bei mir.

„Kinder, Kinder beruhigt euch, das war nur der Strahler da oben“, rief Madam Toufon, „ eine viertel Stunde Pause!“

Ein Strahler?

„Alles in Ordnung“, fragte Alfred zuerst, bevor Lucas zu Wort kam.

„Ja… ich bin nur etwas erschrocken.“

„Etwas? Das sind wir wohl alle, oder?“, kam es von Lucas.

Er griff nach meiner Hand und zog mich hoch. Alfred lief zurück zu seinem Platz.

„Durst?“, fragte Lucas und ich nickte.

Er lief zu Alfred, wo unsere Flaschen standen. Und wieder erwischte ich mich dabei, wie meine Augen an seinem Körper klebten. Der war einfach geil. Gleichzeitig mit diesem Gedanken begann sich wieder etwas zu regen.
Scheiße bloß jetzt nicht, in der Jogginghose sieht man doch sofort, dass ich eine Zeltstange schiebe. Ich zog mein Shirt tiefer und lief Richtung Toilette.

„Bin gleich wieder da!“, rief und verschwand aus dem Trainingsraum und stürmte direkt in die Toilette.

Dort schloss ich mich in der Kabine ein. Was war denn bloß mit mir los, ich war doch vorher nicht so. Mich hatte es wohl richtig erwischt.

„Benjamin, bist du im Ordnung?“

Scheiße, das war Lukas.

„Ja Moment“, ich drückte die Spülung öffnete die langsam die Tür.

„Wirklich alles klar?“, fragte Lucas besorgt.

„Ja, klar!“

Dann griff er nach mir und gab mir einen Kuss, das mir hören und sehen verging. Kräftig presste er mich an sich, sonst wäre ich wohl umgefallen, meine Knie waren Pudding. So geil wie sich das auch anfühlte, mein Problem verstärkte es leider noch mehr.
Doch plötzlich spürte ich etwas und merkte, dieses Problem hatte ich nicht alleine und Lukas hörte auf, mich zu küssen. Ich öffnete meine Augen und sah wie Lukas rot anlief. Er hüstelte etwas und ich begann zu grinsen.

„Ähm… mir geht es nicht anders“, sagte ich leise und mein Blick wanderte in Lukas Lendengegend. Deutlich sah ich die Beule in seiner Hose und ich fand sie auch noch mächtig groß.

„Ist einfach… so passiert…“

„Nicht nur dir und was machen wir jetzt?“

Lukas grinste breit, aber als ich ihn gespielt empört anschaute, fuchtelte er wie wild vor meinem Gesicht herum.

„Das war doch nur Spaß.“

Wieder musste ich grinsen und gerade, als ich etwas erwidern wollte, wurde die Eingangstür aufgerissen. Alfred! Jungs, ihr solltet euch beeilen, Madam Toufon will weiter machen.“

Er schaute uns beide kurz an und grinste breit.

„Süß!“, meinte er nur und verschwand wieder.

„Ähm, was war jetzt das?“, fragte ich.

„Alfred!“

„Ich weiß wer Alfred ist.“

Lukas kicherte, ging zum Waschbecken und drehte das kalte Wasser an. Dann hielt er seine beiden Hände unter den Strahl. Wollte er jetzt sein Gesicht waschen? Doch bevor ich weiter denken konnte, flog mir schon eine Ladung entgegen.

„Eh, spinnst du“, rief ich, doch er kicherte nur und wiederholte seinen Anschlag auf mich, gekonnt wich ich aus.

Irgendwie versuchte ich ihn zu fassen, aber auch er wich aus und rannte aus dem Toilettenraum und ich natürlich hinter her. Schneller als mir lieb war, kamen wir in den Trainingsraum zurück.

„Ah, da sind ja die Herren, dann können wir ja weiter machen…, noch ein Durchlauf und wir beendeten die heutigen Proben.“

Ann kam zurück und hielt mir mein Kleid hin. War sie so schnell fertig damit. Sie half mir hineinsteigen und es auch zu verschließen.

„Passé“, rief Madam Toufon plötzlich und ich brauchte ein paar Sekunden, bis ich kapierte, was sie wollte.

Also ging ich in Stellung und versuchte sie zu halten. Sogleich war Madam Toufon da und griff mir unter die Arme.

„Viel besser!“, meinte sie, „oder Benjamin?“

„Ja, es geht viel leichter, ich spüre den Stoff nicht mehr.“

„Dann ist gut und wir können weiter machen!“

*-*-*

Völlig erschöpft zog ich mir meine Jacke über.

„Musst du gleich nach Hause?“, fragte Lukas, der neben mir saß und seine Turnschuhe zuband.

„Ich glaube schon…“

„Schade“, kam es enttäuscht.

Ich ging neben ihm in die Knie, was ich aber gleich bereute.

„Entschuldige, ich weiß im Augenblick läuft alles etwas aus dem Ruder. Willst du vielleicht mitkommen?“

„Nein, soviel Zeit habe ich jetzt auch nicht, meinte Mutter wartet sicher schon auf mich.“

Wir atmeten gleichzeitig tief durch.

„Telefonieren wir nachher noch?“, fragte er.

Ich nickte, beugte mich vor und gab ihm einen kleinen Kuss.

„Bis nachher…“, sagte ich und erhob mich.

„Benjamin“, kam es von der Tür, „wir müssen…!“

Ich nickte.

„Ich liebe dich“, flüsterte ich ganz leise.

„Ich dich auch“, kam es genauso leise zurück.

Schweren Herzen ließ ich ihn alleine und lief zu Alfred.

„… tut mir leid“, meinte er nur und lief vor.

*-*-*

Beim Abendessen ging es sehr ruhig zu. Zu dritt saßen wir da, aßen von unseren Tellern, aber ein richtiges Gespräch kam nicht auf. Jeder hing mit seinen Gedanken wo anders. Bis plötzlich Sabine Gabel aus der Hand fiel und klirrend auf dem Teller landete.
So riss sie uns alle aus den Gedanken.

„Entschuldigung…“, meinte sie verlegen.

„Wie war eure Probe heute?“, fragte Mum.

„Ähm, gut, Benjamin kommt gut im Kleid.“

Eine Sekunde Stille und schon fingen die beiden laut an zu lachen.

„Du bist ja nur neidisch, dass du nicht so einen tollen Fummel anhast wie ich!“, sagte ich und streckte ihr die Zunge heraus.

„Welche Farbe?“, fragte Mum.

„Lila!“, antwortete Sabine und wieder verfielen beide ins Lachen.

„Ja macht euch beiden nur lustig über mich, ihr werdet schon sehen, dieses Jahr bekomme sicher ich die meisten Blumen zugeworfen.“

„Träum weiter Brüderchen, gegen mich hast du keine Chance.“

Mum kam aus dem Lachen schon gar nicht heraus, Tränen liefen ihr über die Wangen.

„Über meine Träume weißt du gar nichts.“

„Oh doch! Der Traum ist ungefähr 1,85 groß, hat tolle blaue Augen und tanzt wie ein junger Gott!“

Wieder streckte ich ihr die Zunge heraus und schob mir das letzte Stückchen Rührei in den Mund.

„Du musst aber zugeben, dein Bruder hat wenigstens einen guten Geschmack.“

„Muss er ja haben, er ist ja mein Zwillingsbruder, irgendetwas müssen wir ja gemeinsam haben“, grinste sie frech.

*-*-*

Später auf meinem Bett, tippte ich Benjamins Nummer ein und es dauerte keine Sekunde und er ging dran.

*² Stellung und Bewegung der Arme

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