Welcome to Australia – Finale Part

Seit Vaters Tod, war ein drei viertel Jahr vergangen. Mit einem komischen Gefühl im Bauch, lief ich die Gangway entlang. Ich kam mir plötzlich fremd vor.

„Du hattest Recht…“, hörte ich Bob hinter mir sagen.

„Was?“, entfleuchte es mir aus dem Gedanken gerissen.

„… ich meinte du hattest Recht, dass ich mitkommen sollte.“

Einerseits war es ja klar, dass Abby und Molly in Australien blieben. Molly wegen der Schule und Abby wegen der Praxis. Aber dass Bob sich anfangs so sträubte, verwunderte mich doch sehr. Erst nach langen Gesprächen mit Abby, ließ er sich dazu bewegen, mich nach Amerika zu begleiten.

„Ich habe dir das nie erzählt, aber dein Großvater hat mir nie verziehen, dass ich nach Australien gegangen bin.“

Ruckartig blieb ich stehen.

„Warum dass denn?“

„Er hielt es für eine alberne und kindische Idee. Er behauptete, ich würde nach einem Jahr bankrott und reumütig wieder zurückkommen.“

„Bist du nicht…“

„Nein.“

„Und warum denkst du dann, er hat dir nie verziehen?“

„Hast du in den Tagen, als wir zur Beerdigung deines Vaters einmal erlebt, dass er sich großartig mit mir unterhalten hat?“

Ich überlegte angestrengt.

„Um ehrlich zu sein kann ich dir die Frage nicht mal beantworten. Da hatte ich anders im Sinn.“

„Entschuldige…“

„Nicht nötig. Der Tod meines Vater hatte seinen Sinn…, oder? Ohne ihn hätte ich euch nie kennen gelernt und nie diese tolle Familie bekommen.“

Bob lächelte und wir liefen weiter.

„… und was mir gerade einfällt, Großvater hat sich sehr schwer getan, als er erfuhr, dass ich auf Jungs stehe.“

„… die beste Unterstützung für Grandma“, seufzte Bob und wir kamen an die Kontrolle.

*-*-*

Mir war nie aufgefallen, dass Grandma so viele Bilder von mir hatte. Bei einigen musste ich sogar schmunzeln, denn sie zeigten mich als Kind meist dann, wenn mir etwas passiert war. Auch waren Bilder von meinem Vater und Mum dabei.

Grandma saß still in ihrem Ohrensessel, während Bob versuchte Abby zu erreichen.

„Wie geht es in der Schule?“, fragte Grandma plötzlich.

Ich beendete meine Kindheitserinnerungen und setzte mich zu ihr.

„Dr. Steinhardt ist der Meinung, dass ich jetzt endlich mit meinen Kursen begingen kann. Er hat mir einige Vorschläge gemacht und ich konnte es mir dann aussuchen.“

„Und was hast du dir ausgesucht?“

„Zum Beispiel Kunst…“

„Kunst? Wie kommst du gerade auf Kunst?“

„Ja! Ich habe festgestellt, dass ich Spaß am Malen und Zeichnen habe…, wobei bei Personen ich meine Schwierigkeiten habe. In einer Stunde hatten wir die Aufgabe, jemanden zu zeichnen, der uns wichtig ist. Da habe ich Berry genommen…, aber irgendwie sah er am Schluss wie ein Monster aus.“

Grandma fing an zu lachen.

„Das lernst du sicher auch noch.“

So schnell ihr Lachen gekommen war, so traurig schaute sie nun wieder.

„Du bist… glücklich?“, fragte sie leise.

„Ja“, strahlte ich, „auch wenn mir mein Berry etwas fehlt.“

„Er ist ein netter Junge.“

Ich nickte. Wieder schwiegen wir uns an. Bob schien sein Gespräch beendet zu haben und kam zu uns ins Wohnzimmer.

„So, ich soll euch schön grüßen.“

„Danke“, sagten Grandma und ich gleichzeitig.

Er nickte.

„Ich werde mich ein wenig hinlegen“, meinte Grandma und erhob sich schwerfällig.

Wenig später war ich mit Bob alleine. Er seufzte.

„So habe ich sie noch nie erlebt. Als wäre hätte jemand den Stecker gezogen und sie läuft auf Restenergie.“

„Wie lange waren Grandma und Grandpa zusammen?“

„Lass mich überlegen…, dass müssen weit über 50 Jahre gewesen sein.“

„Wenn du solange mit jemand zusammen warst, dann fehlt doch sicher etwas, wenn ein Teil nicht mehr präsent ist.“

Bob sah mich lange an.

„Ja ich weiß was du denkst. Mein Dad wurde ebenso aus meinem Leben gerissen. Aber nur der Teil, an den ich mich gerne erinnere, der fehlt mir…, den Rest…“

„Ich weiß.“

„Aber über 50 Jahre, für Grandma muss eine Welt zusammen gebrochen sein. Schlimmer als bei mir.“

Bob nickte.

„Egal, es ist immer furchtbar, wenn eine nahestehende Person stirbt. Ich atmete tief durch.

„Bob ich möchte Grandma mitnehmen…“

„Ich denke, sie hat da ein Wort mitzureden, oder?“

„Sie ist hier alleine…“

„Hier sind ihre Wurzeln und Abby hat dir schon mal gesagt, alte Bäume zu verpflanzen…“

„…ich weiß“, fiel ich ihm ins Wort, „aber sie hat hier doch niemand mehr. Du weißt meine Pläne mit dem Haus und…“

„Das Grab deines Großvaters wird hier sein…“

„Wird es nicht“, unterbrach Grandma unsere Unterhaltung.

Wir hatten sie beide nicht kommen gehört. Fragend schaute ich sie an.

„Ich habe das euch noch nicht gesagt…“, begann sie und setzte sich wieder in ihren Sessel.

„… ich habe beschlossen, dass mein Mann verbrannt wird. Seine Asche kommt in eine Urne.“

Verblüfft schaute ich sie an.

„Bist du dir da sicher?“, fragte Bob.

Sie nickte und schaute ihn an.

„Ich weiß, wir waren so viel Jahre zusammen, haben gute wie schlechte Zeiten durchlebt und durchstanden. Aber jetzt…“, sie schaute zu mir, „… wo Tom bei euch lebt, ist hier alles sehr ruhig geworden und ohne Louis… ist hier nichts mehr wie es war.“

Ich spürte, wie es in meinen Augen feucht wurde und ich wischte die Tränen weg.

„Daher habe ich beschlossen…, wenn euer Angebot noch gilt… zu euch zu kommen…“

Bob stand auf und kniete sich vor seiner Mutter hin, die sich wieder in ihren Sessel gesetzt hatte. Wollte sie sich nicht etwas hinlegen?

„Bist du dir da wirklich sicher?“, wieder holte er seine Frage.

„Ja Bob, dass bin ich. Alles was mich an deinen Vater erinnert, kann ich mitnehmen…“

Bob war sichtlich gerührt und wischte sich ebenfalls über seine Augen.

„Ich habe einen Makler beauftragt, die Wohnung zu verkaufen. Und für das Packen habe ich ebenfalls eine Firma beauftragt. So wäre alles geklärt und ich könnte mit euch kommen. Die Sachen, die ich behalten werde, werden dann nachgeschickt.“

„Du machst Nägel mit Köpfen…“

„Ja Bob. Bevor dein Vater starb, sagte er mir, ich solle leben und nicht zu sehr um ihn trauern. Ihm würde es nichts ausmachen, wenn ich nach Australien gehen würde.“

Obwohl es genau das war, was ich mir wünschte, wurde ich noch trauriger.

„Er sagte noch etwas. Du hast immer geglaubt, er war dir böse, dass du ausgewandert bist.“

Bob nickte und ich sah ihn verwundert an. Konnte sie Gedanken lesen?

„Das stimmt nicht. Er war unheimlich stolz auf dich, was du da in Australien geschaffen hast. Aber du weißt selbst…, er war nie gut in Gefühlen zeigen.“

Ich konnte nicht anders und fing an zu weinen. Zu sehr setzte mir das alles zu. Zu viel war geschehen und das hier gab mir den Rest. Bob erhob sich und kam zu mir. Er nahm mich in den Arm und drückte mich fest an sich.

„Es wird alles gut…“, hörte ich es leise.

*-*-*

Die kleine Feier nach der Verbrennung war wenig besucht. Grandma hatte die Urne übereicht bekommen und wortlos waren wir wieder zu ihrer Wohnung gefahren. Sie schloss die Wohnungstür auf und wir traten ein.

„Bob, könntest du mir den großen Koffer aus der Kammer holen?“

„Ja…“

„Helft ihr mir beim packen? Ich weiß gar nicht, was ich mitnehmen soll.“

Sie sank leicht nach vorne und Bob nahm sie in den Arm. Leise begann sie zu weinen.

„Oh Gott…, ich vermisse ihn so.“

Ich wusste, was sie fühlte. Mir ging es aber auch nicht anders.

„Willst du dich nicht lieber etwas hinlegen?“, fragte Bob seine Mutter, die immer noch die Urne in Händen hielt.

„Schon gut…, je eher ich das hier hinter mich bringe, umso besser.“

Sie befreite sich aus Bobs Armen und lief in ihre Zimmer. Schulterzuckend sah Bob mich an.

Zwei Tage später saßen wir wieder im Flieger. Dieses Mal saß Grandma neben mir.

„Hoffentlich habe ich nichts vergessen“, meinte sie und durchwühlte ihre Handtasche.

„Und wenn Grandma…, dass wird nachgeschickt oder können wir auch in Australien kaufen.

*-*-*

Abby hatte es sich nicht nehmen lassen und eine kleine Willkommensparty organisiert. Bis das Nachbarhaus fertig gestellt wurde, zog Molly zu mir ins Zimmer, dass schien uns allen die perfekte Lösung.

Es wurde in meinem Zimmer zwar etwas eng, aber jeder hatte seinen Teil im Zimmer. Grandma gefiel Mollys Raum so gut, dass wir kurzerhand umdisponierten und Molly und ich in das Nachbarhaus über die Klinikräume ziehen wollten.

Fred war auch schnell dabei, diese Wünsche auf den Plänen zu ändern. Ich stand mit Grandma im Garten und beobachtete die Bauarbeiter.

„Das muss doch alles unheimlich viel Geld kosten.“

„Grandma, dein Enkel ist jetzt eine gute Partie. Mit dem Geld der Stiftung ist das eigentlich alles schon bezahlt. Im Haus geht es nicht mehr so eng zu und Abby und Bob haben für die Tiere auch mehr Platz.“

„Ich sehe schon, du hast dich hier gut eingelebt.“

„Das wirst du auch Grandma…“

Sie nickte.

„Wenn du Lust hast, können wir uns etwas auf meine Veranda setzten, da ist es viel ruhiger.“

„Ja…, ist vielleicht besser.“

Ein Wagen kam auf das Grundstück gefahren. Dicht neben uns kam es zum halten. Ein junger Typ, den ich hier noch nicht gesehen hatte, stieg aus. Bleich im Gesicht, schaute er zu uns.

„Ich…, ich habe einen Hund… angefahren…, kann mir jemand helfen?“

Dass der Typ total neben sich stand, merkte man daran, wie sehr er zitterte.

„Grandma…, kannst du drinnen Bescheid geben, ich helfe dem Mann.“

„Ach herrje, der arme Hund. Ich geh sofort zu Bob.“

Langsam lief sie zum Eingang zurück, während ich zu dem Mann ging, der gerade seinen Kofferraum öffnete. Das viele Blut ließ mir kurzzeitig Übelkeit aufsteigen.

„…ich wollte das nicht…“, sagte der Typ neben mir und fing an zu weinen.

„Wir sollten ihn in die Praxis tragen“, meinte ich und überlegte, wie man den Mischling am besten tragen konnte.

Der Mann hatte ihn zwischen Hals und Schulter erwischt und die Wunde war notdürftig mit einem weißen Tuch verbunden. Viel half es nicht, denn das Blut färbte schon das Tuch rot ein.

„Was ist passiert, Grandma kam ganz aufgelöst zu mir“, hörte ich Bobs Stimme.

„Dem Mann hier ist ein Hund vor das Auto gelaufen“, rief ich zurück.

Wenige Sekunden später stand Bob neben uns.

„Bob Miller, mein Name…Tierarzt hier“, sagte Bob und hielt dem Mann die Hand hin.“

„Clark… Steinhardt…“

„Steinhardt? Verwandt mit Scot Steinhardt, dem hiesigen Rektor…“

„… mein Onkel.“

„Okay…, dann kümmern wir uns erst um den Hund.“

Von Bob bekam ich den Auftrag bei Steinhardt anzurufen und Bescheid zu geben. Dieser fragte erst nach meinem Befinden und ob ich am nächsten Tag wieder in die Schule kam. Seine Stimme wurde unruhiger, als ich Clark erwähnte und meinte, er mache sich sofort auf den Weg.

Molly saß mit Grandma in der Küche und ließen sich von Darleen einen Kaffee machen. Ich lief derweil direkt in die Praxis. Dort angekommen, fand ich Abby mit diesem Clark an der Theke.

Immer noch bleich im Gesicht stand er da.

„Tom, könntest du kurz hier bei Mr. Steinhardt bleiben, ich muss Bob helfen.“

Ich nickte und ging hinter die Theke, während Abby in der Zwei verschwand.

„Möchten sie sich nicht setzten?“, fragte ich ihn.

Er schüttelte den Kopf.

„…ähm…, das sie… ist unnötig… ich bin… erst zwanzig“, sagte dieser Clark plötzlich.

Zwanzig? Etwas ungläubig schaute ich mein Gegenüber an. Er sah mindestens wie dreißig aus. Ich nickte ihm zu und machte mich an den Stapel Papiere, die in der Ablage lagen. Plötzlich wurde die Tür zur Praxis aufgerissen und Direx Steinhardt kam hereingestürmt.

„Was hast du nun schon wieder angestellt“, begrüßte der Direx seinen Neffen lautstark, selbst ich wich etwas zurück.

Verwundert schaute ich zwischen den beiden hin und her.

„Er…, er ist mir vors Auto gelaufen, ich habe wirklich nichts falsch gemacht.“

Fast ängstlich schaute Clark zu Mr. Steinhardt und wich auch etwas zurück. Mein Rektor drehte sich zu mir.

„… ähm hallo Tom… Kann man Bob oder Abby sprechen?“

„Moment…, ich schau nach.“

Ich lief zu der Zwei, klopfte an, öffnete die Tür und streckte den Kopf in den Raum. Bob und Abby hantierten bei an dem Hund.

„…ähm. Mr. Steinhardt ist da, kann jemand von euch heraus kommen?“

Beide sahen kurz auf.

„Er muss noch fünf Minuten gedulden Tom“, antwortete Abby.

Ich blieb in der Tür stehen.

„Ist noch etwas?“, fragte Abby.

Ich betrat den Raum vollends und schloss hinter mir die Tür.

„Ähm…, kennt ihr den Neffen?“

„Nein, wir wissen nur, dass Scot eine Schwester hat. Warum fragst du?“

„Dieser Clark behauptet er wäre zwanzig und…“

Bob und Abby schauten sich an.

„… er hatte richtig Angst, als ihn Steinhardt anfuhr.“

„Tom, geh bitte hinaus, ich bin gleich da“, meinte Abby.

Ich nickte und verließ die Zwei.

Molly stand hinter der Theke und redete mit Steinhardt.

„Abby meinte, sie brauchen noch etwas“, sagte ich und lief zu Molly.

Sie schaute mich fragend an.

„WAS?“, entfuhr es mir etwas laut, so das Clark zusammen fuhr.

„Mich wundert, dass du noch nicht Kopfüber auf der Toilette hängst.“

„Wieso?“

„Hast du dich schon mal angeschaut… und deine Hände… die Flecken… das ist Blut.“

Direx Steinhardt grinste, während ich entsetzt an mir herunter schaute.

„Ich… ich glaub ich geh mich schnell umziehen.“

„Wäre wohl besser…“, meinte eine grinsende Molly.

*-*-*

„Tut mir Leid…, wir konnten ihn nicht retten“, meinte Bob leise, als ich wieder zurück kam.

Mein Blick fiel auf Clark. Er saß zusammen gekauert auf einen Stuhl, seine Hände zitterten extrem. Mir fiel natürlich auf, dass Bob und Abbey genauso zu Clark schauten.

„Scott“, kam es von Abbey, „wir sollten kurz noch reden.“

Sie zog ihn ins Behandlungszimmer und ich war mit Molly und Clark alleine.

„Möchtest du etwas trinken?“

Er schüttelte den Kopf. Ich lief zu Molly hinter die Theke zurück. Sie streckte ihren Kopf extreme dicht zu mir.

„Ich weiß ja, ein Tier anzufahren, ist schon schlimm, aber reagiert der Neffe vom Direx nicht etwas zu heftig?“, flüsterte sie mir zu.

Ich sah kurz zu ihr, dann zu Clark.

„Kennst du Clark?“, flüsterte ich fragend zurück.

Sie schüttelte den Kopf.

„Ich auch nicht. Wir wissen nicht was zwischen ihm und seinem Onkel vorgefallen ist.“

„Er sagte so etwas wie, was hast du jetzt wieder angestellt…“

„Molly…“, ich sah zu Scott, der seine Sitzposition nicht geändert hatte, „wir werden es sicher noch erfahren…“

Sie nickte. Langsam machte ich mir Sorgen um Clark, weil er völlig apathisch da saß und sich keiner um ihn kümmerte. Ich atmete tief durch und ging wieder zu ihm.

„Tom…“, sagte Molly leise, doch ich beschwichtigte sie mit einer Handbewegung.

„Ähm…, sollen wir nicht vielleicht etwas hinausgehen?“, fragte ich Clark.

„Was soll das bringen?“

Sein Ton hatte sich geändert. Aus der zitternden Stimme war ein bedrohliches Fauchen geworden.

„Entschuldige…, war nur ein Vorschlag.“

Ich wollte mich gerade wegdrehen, als er aufsprang, mich am Kragen meines Hemdes packte und gegen die Wand drückte. Molly schrie auf und ich schlug mir den Kopf an der Wand an. Sein Gesicht kam ganz dicht an meines.

„Was interessiert dich wie es mir geht, ich bin dir doch scheiß egal!“

Mit einer Hand hielt ich sein Handgelenk fest, mit der anderen rieb ich meinen Hinterkopf. Doch bevor ich im Kontra geben konnte, hörte ich es laut Clark rufen. Plötzlich kam Mr. Steinhardt in Sichtweite und drückte Clark unsanft von mir weg. Sprich, er knallte zu Boden.

„Scott!“, schrie ich laut, als er bedrohlich auf Clark zulief.

Plötzlich wurde mir bewusst, dass ich meinen Direx gerade per Vornamen gerufen hatte. Aber irgendwie war mir in den Sinn gekommen, was damals zwischen meinem Vater und mir geschah. Leicht geschockt und verärgert schaute er mich an.

„… egal was passiert ist…“, fauchte ich ihn an, „man darf einen Menschen nicht so behandeln!“

„Tom…, du vergreifst dich im Ton“, hörte ich Abbys Stimme.

Ich drehte mich zu ihr, so dass ich Clark im Rücken und die anderen vor mir hatte.

„Weißt du was für ein Gefühl das ist, wie ein Stück Dreck behandelt zu werden. Deine Selbstsicherheit geht den Bach runter, du glaubst langsam was du da jeden Tag eingehämmert bekommst. Zurück bleibt eine leere Hülle und du lebst nur noch mechanisch. Die Schläge, die du bekommst, dich abstumpfen, es irgendwann nicht mehr weh tut…“

Mir war egal, dass ich alle Anwesenden mittlerweile anschrie. In der Tür erschienen Großmutter und Berry.

„Jeden Tag versuchst du aufs Neue jedem alles Recht zu machen, um am Abend doch wieder resigniert ins Bett zu gehen und dich in den Schlaf zu weinen. Könnt ihr euch vorstellen wie das weh tut, wenn es hier drin“, ich zeigte auf mein Herz, „zerreißt, du vor Schmerz nicht mehr ein oder aus weißt?“

Alle schauten mich schockiert an. Berry bekam feuchte Augen.

„… wenn alles in dir zerbricht“, sprach ich mit Tränen erstickter Stimme weiter, „du dich fragst, warum du überhaupt geboren wurdest.“

Ich atmete tief durch.

„Keiner hat verdient so behandelt zu werden!“

Ich spürte wie meine Knie weich wurden, aber bevor ich in mich zusammen sank, spürte ich Berry kräftige Arme, die mich festhielten.

„Wird das nie aufhören?“, heulte ich seine Schulter.

Berry drückte mich fester an sich und streichelte mir übers Haar.

„Tom entschuldige…, ich wusste nicht…“, begann Direx Steinhardt.

Ich drückte Berry sanft weg, ohne ihn aber loszulassen.

„Es gibt nichts zu entschuldigen…, dass ist Vergangenheit…“, sagte ich im leisen und ruhigen Ton, wischte mir die Tränen aus den Augen, „eher ich, weil ich mich im Ton vergriffen habe. Aber ich meine das wirklich ernst, dass dies niemand verdient… auch nicht Clark, was auch immer er getan hat…“

Mein Blick wanderte zu Clark, der immer noch am Boden lag und mich mit großen Augen anstarrte.

*-*-*

Berry

„Du trägst das immer noch mit dir herum…“

Ich saß mit Tom im Arm auf seinem Bett.

„Ich habe dir schon gesagt, dass man so etwas nicht so schnell vergessen kann.“

„Ob vergessen das richtige Wort ist, kann ich nicht sagen.

Ich strich ihm sanft durch sein Haar.

„Dass ich kein Vater hatte, damit habe ich leben gelernt, vielleicht solltest du versuchen, damit zu leben, was in deiner Vergangenheit passiert ist. Ich weiß, solche Vorschläge zu geben ist leicht, es zu machen schwer.

Tom seufzte.

„Da hast du Recht.“

Ich drehte Toms Gesicht zu mir.

„Vergiss bitte nie, dass ich immer für dich da bin und wenn so etwas ist du zu mir kommst, es mir sagst. Ich kann dir nicht helfen, wenn ich nicht weiß, was in dir vorgeht.“

„Das kann ich nur Retour geben.“

Ich nickte verlegen.

„Ich weiß, dass es falsch war mich aufzugeben, aber davon abzukommen ist genauso schwer.“

„Fühlst du dich immer noch minderwertig?“, fragte ich.

„Ab und zu…“

„Warum? Du hast wirklich keinen Grund dazu. Du bist so ein lieber Kerl und ohne Grund hätte ich mich nie in dich verliebt.“

„Ich weiß“, lächelte Tom, „es ist einfach schwer die Vergangenheit abzulegen.“

„Nochmal…, leb mit ihr, sie hat aus dir gemacht, was du heute bist! Ich denke Clark war beeindruckt von dir, dass du dich für ihn eingesetzt hast. Du tust einfach Dinge, ohne lang darüber nachzudenken und welche Konsequenzen es für dich hat, etwas was ich sehr an dir liebe, dich aber auch manchmal in Ärger bringt.“

„Meinst du, der Direx nimmt mir arg krumm, dass ich ihn so angefahren habe?“

„Das weiß ich nicht, aber ich denke nicht, denn normalerweise ist unser Direx sehr tolerant und weitsichtig. Und ohne Grund hast du ihn ja auch nicht angeschrien.“

„Tut mir Leid, dass du das miterleben hast müssen.“

Tom senkte sein Kopf.

„Das muss dir nicht Leid tun Tom. Ich habe dich erlebt, als du deine wahren Gefühle gezeigt hast, was soll daran schlecht sein?“

„Weil ich ausgetickt bin…“

„Fühlst du dich jetzt auch minderwertig?“

Tom nickte.

„Warum?

Er zuckte mit der Schulter.

„Nur weil du für eine Ungerechtigkeit eingestanden bist?“

Es klopfte an der Tür.

„Ja?“, sagte Tom.

Die Tür ging auf und unser Direx schaute herein.

„Störe ich…, könnte ich kurz mit dir… euch sprechen?“

Tom löste sich von mir und setzte sich auf.

„Nein sie stören nicht, Mr. Steinhardt.“

„Warum bleibst du nicht bei Scott?“, lächelte er, blieb aber an der offenen Tür stehen.

Tom wurde rot und ich musste wie der Direx grinsen.

„Komm herein“, meinte Steinhardt und wenige Sekunden später erschien auch Clark in meinem Zimmer.

Ich rutschte nun auch zum Bettrand neben Tom. Die zwei setzten sich auf Toms neuerworbenes kleines Sofa.

„Warum ich zu euch gekommen bin, ich möchte mich entschuldigen.“

„Sie?“, kam es von Tom überrascht.

„Ja Tom, ich! In der Schule predige ich immer Toleranz und Weitsichtigkeit“, bei den Worten grinste ich Tom an, der mich zur gleichen Zeit anschaute.

„Aber bei meinem Neffen habe ich da total versagt, anstatt ihm zu helfen.“

Tom atmete tief durch.

„Auch wenn ich jetzt Gefahr laufe, Clark zu Nahe zu treten, von was für einem Problem reden wir denn?“

„Tust du nicht…“, kam es kleinlaut von Clark, „ich war bis vor einem Jahr schwerer Alkoholiker.“

Toms Gesicht bekam einen schmerzlichen Ausdruck. Clark war kaum älter als wir und dann schwerer Alkoholiker?

„Und du trinkst wieder?“, fragte er tonlos.

„Nein…“

„Gut!“

Clark schaute Tom fragend und verwirrt an. Tom rieb sich über das Gesicht und atmete tief ein und aus. Ich legte meinen Arm um ihn.

„Clark…, bis vor einem Jahr lebte ich noch in Amerika. Meine Mutter ist abgehauen, als ich noch ein Kind war und mein Vater, nachdem er seinen Job verlor wurde er ebenfalls zum Alkoholiker. Er machte mir die letzten zwei Jahre zur Hölle, gab mir die Schuld, für das Verschwinden meiner Mutter und hasste mich wegen meines Andersseins.“

„Andersseins…?“

„Weil ich schwul bin…, deshalb erhob er auch am Schluss die Hand gegen mich.“

Clark senkte den Kopf.

„Das tut mir Leid.“

„Das muss es nicht…, es ist vorbei… mein Vater ist gestorben.“

„Du musst mich jetzt hassen…, oder?“

„Warum?“, fragte Tom.

„Weil ich auch getrunken habe…, Leute verprügelte hatte, anderen das Leben zur Hölle gemacht habe…, auch meiner Familie.“

„Da ist ein kleiner Unterschied Clark.“

„Hä?“

„Du sagtest habe, … hatte. Du hast etwas dagegen gemacht. Du hast dich gegen den Alkohol entschieden und das macht dich wiederum zu etwas Besonderem und dafür bewundere ich dich.“

Steinhardt legte seine Stirn in Falten und zog die Augenbraun hoch.

„Entschuldige, dass ich mich in euer Gespräch einmische, aber aus dieser Sichtweise habe ich es nie gesehen“, meinte er.

Tom lächelte etwas.

„Wenn ich nicht so denke würde, müsste ich Timothy immer noch böse sein, dass seine Mutter ihn so auf uns gehetzt hat, ja auch dass sie auf mich geschossen hat.“

„Auf dich wurde geschossen?“, fragte Clark entsetzt.

„Ja, unter anderem. In diesem Jahr, seit ich hier lebe, ist genug für ein ganzes Leben passiert, aber es sind auch tolle Dinge passiert, zum Beispiel hat es mir einen tollen Freund“, er schaute zu mir, „und Partner beschert, der unvoreingenommen immer zu mir steht.“

Ich wurde leicht verlegen, weil Tom heute sein Herz so offen zur Schau stellte.

„So etwas möchte ich auch haben…“, sagte Clark.

„Du… bist auch schwul?“, kam es leicht entsetzt vom Direx.

„Nein…“, sagte Clark und zum ersten Mal sah ich ihn lächeln, seit ich hier war, „ich möchte auch jemand haben, der immer zu mir steht.“

„Tut mir Leid, Junge“, sagte Steinhardt.

„Muss es nicht ich habe dir und Mum genug angetan.“

„Aber das ist Vergangenheit“, sprach Tom einfach weiter, „jeder hat das Recht auf eine zweite Chance.“

„Normalerweise würde ich dich jetzt fragen wie alt du bist, Tom“, meinte Steinhardt, „aber ich kenne deine Geschichte und weiß was du durchgemacht hast. Ich bewundere dich dafür und rechne dir es hoch an, dass du dich zu einem so tollen Menschen entwickelt hast, deswegen auch die Entschuldigung von mir, das ich bei Clark falsch gehandelt habe.“

Tom nickte.

„Deshalb bin ich auch nicht böse, dass du mich angeschrien hast, weil du mir in dem Augenblick den Kopf zu Recht gerückt hast. Ab und zu kann man auch etwas von einem Jüngeren lernen. Und das mit dem Vornamen…“, Toms Körper spannte sich an, „solange du mich in der Schule nicht so anredest, können wir dabei bleiben. Abby, Bob und auch Linda…, wir sind schon so lange Freunde, was euch das Recht einräumt, Scott und du zu mir zu sagen.“

„Öhm danke“, sagte ich verwundert.

„Danke“, meinte Tom lächelnd.

„Du hast aber noch etwas auf dem Herzen“, meinte Scott zu Tom.

„Ja…, was wird jetzt aus Clark?“

Alle drei schauten wir nun zu Clark.

„Ich… ich würde gerne wieder weiter studieren.“

„Wieso? Was hast du denn angefangen?“, fragte Tom.

„Tiermedizin…“

*-*-*

Bob war so freundlich gewesen mich nach Hause zu fahren. Ich wäre zwar noch gerne bei Tom geblieben, aber es ging eben nicht. Zu Hause angekommen, kam mir Nath entgegen.

„Hi Nath, alles klar?“

„Ja, geht so.“

„Wieso? Was ist?“

„Timothy. Ihm hängt die ganze Sache mit seiner Mutter immer noch nach. Sein schlechtes Gewissen uns gegenüber leistet ganze Arbeit.“

„Das ist doch Quatsch.“

„Das habe ich auch gesagt, aber da rennst du bei ihm gegen eine Mauer. Du ich muss los, ich bin schon spät dran, da steht noch ein ausführliches Gespräch mit meinem Vater an.“

„Da wünsch ich dir mal viel Glück.“

„Glück?“

„Ich kenne deinen Vater.“

„Danke…“, meinte Nath lächelnd und schwang sich auf sein Fahrrad.

Ich schloss die Haustür auf und betrat mein neues zu Hause.

„Ich bin da…, wer noch?“

Keine Antwort. Ich zog meine Schuhe aus, legte meinen Schlüssel auf die Kommode und sah mich um. Es schien wirklich niemand da zu sein, außer Timothy natürlich. So rannte ich die Treppe hinauf und blieb vor Timothy Tür stehen. Sanft klopfte ich. Von drinnen war ein leises Ja zu hören.

Ich schob die Tür auf und fand Timothy auf seinem Bett liegend vor. Er lag auf dem Bauch, war nur in Shorts gekleidet. Deutlich konnte ich die Narbe der Operation an seinem Arm sehen.

Aber auch sonst fiel mir auf, dass mein zukünftiger Stiefbruder recht gut aussah. Bisher war mir das nie aufgefallen, aber ich hatte auch nie Interesse an Timothy.

„Hallo“, meinte ich und schloss die Tür hinter mir.

„Ist etwas?“, fragte er, ohne seinen Kopf aus dem Kissen zu heben.

„Das wollte ich dich fragen.“

Nun schaute er doch auf und ich sah, dass er geweint haben musste. Ich verließ meinen Platz an der Tür und setzte mich zu ihm aufs Bett.

„Ich habe Nath vor dem Haus getroffen…“

„Ja, er hat mich besucht.“

„Und?“

„Und was?“

„Glücklich sah er nicht aus.“

„Sorry.“

„Warum entschuldigst du dich bei mir?“

„Ach ich weiß auch nicht…“, meinte er, setzte sich auf und nahm sein Kopfkissen in den Arm.

„Timothy, ich kann dir immer wieder nur sagen, keiner ist böse auf dich, was deine Mutter getan hat.“

Er schaute mich an und seine Augen füllten sich wieder mit Tränen.

„Ich… ich kann das nicht…, es liegt wie ein Schatten über mir…, immer wieder sehe ich die Bilder vor mir…, wie sie auf Nath geschossen hat…, dann auf Tom…, ich kriege die Bilder nicht aus dem Kopf…“

Sein Kopf sank nach vorne ins Kissen und er begann zu schluchzen. Ich beugte mich nach vorne und nahm ihn in den Arm.

„Niemand wird je verstehen, warum deine Mutter so war. Ich kann dir nur sagen, was ich Tom schon vorhin gesagt habe…, dass du die Vergangenheit nicht ändern kannst und versuchen musst mit ihr zu leben…“

„Tom macht sich auch Vorwürfe?“

„Nein, es ging um seine Vergangenheit in Amerika.“

Timothy sah mich lange an.

„Eigentlich sollte es mir gut gehen…, was Tom erlebt hat…, dagegen ist es bei mir eine Nichtigkeit.“

„Du darfst das nicht miteinander aufwiegen Timothy, ihr beide habt Schlimmes erlebt. Ich kann nur sagen, versuch nach vorne zu schauen…“, oh man hörte ich mich so altklug an, fast wie ein Erwachsener.

*-*-*

Tom

Meine Tasche war gepackt und ich stellte sie in den Flur. Molly kämpfte immer noch.

„Soll ich dir helfen?“, fragte ich.

„Mir ist nicht zu helfen, oder willst du aussuchen, was ich mitnehmen soll?“

„Lieber nicht“, lachte ich, „sonst krieg ich womöglich mit Lesley Probleme.“

Sie grinste mich schief an. Ich lief nach draußen auf die Veranda. Die Bauarbeiten waren für heute eingestellt worden, die Arbeiter nach Hause gegangen. Ich stand vor der Baustelle und sah, dass das ganze langsam Form annahm und sah die Details, die Fred für mich im Plan ausgearbeitet hatte.

„Na…, ist der Bauherr zufrieden?“

Ich drehte den Kopf, hinter mir stand Abby. Ich nickte. Sie stellte sich neben mich und legte ihren Arm um meine Schulter.

„Ich freu mich darauf, wenn es fertig ist“, meinte ich.

„Ich auch“, erwiderte ich.

„Clark hat angerufen und gefragt, ob er vorbei kommen könnte.“

„Clark?“

„Ja, er scheint ja völlig von dir fasziniert zu sein.“

„Öhm…, ich wüsste nicht warum.“

„So wie mir Scott erzählt hat, der übrigens auch nur noch von dir in den höchsten Tönen schwärmt, das Clark den ganzen Tag von dir redet.“

Ich atmete tief durch.

„So wichtig bin ich nun auch wieder nicht, dass ich zum Tagesgespräch werde.“

„Komm, du warst schon Stadtgespräch, wie war dass, der Mafioso, der etwas mit der Küsterfrau etwas hatte…?“

Beide fingen wir zu lachen.

„Ich bin stolz auf dich Tom, bleib so wie du bist und du wirst noch eine Menge Menschen beeindrucken.“

Mit diesen Worten ließ sie mich alleine.

*-*-*

„Grandma, hast du Lust etwas mit mir und Gustav sparzieren zu gehen?“

„Wenn ich nicht rennen muss“, lächelte sie mich an.

„Wenn dann rennt nur er.“

„Ich möchte aber mir meine Strickjacke mitnehmen, es ist zwar warm draußen, aber der Wind fröstelt mich etwas.“

„Warte, ich kann auch kurz hochlaufen und sie dort holen, wo muss ich schauen?“

„Sie hängt über dem Stuhl vor dem Fenster.“

Wenig später liefen wir am Weg hinter dem Haus entlang.

„Und Morgen fahrt ihr also Sidney? Wie lange?“

„Eine Woche Grandma und ich bin gespannt wie es da ist. Unsere Lehrer haben zwar, ein Programm zusammen gestellt, aber wir verfügen auch über etwas Freizeit.“

„Du passt bitte auf dich auf, dass ist eine fremde Stadt und…“

„Keine Sorge Grandma, ich habe genug Aufpasser dabei, mir wird schon nichts passieren.“

„Ach Junge…, es ist soviel passiert in dem Jahr, ich weiß gar nicht, wie du dass alles verkraftest?“

„Grandma, ich habe hier eine tolle Familie, die voll hinter mir steht, ich habe Freunde, die immer für mich da sind und ich habe einen lieben Menschen, der sein Leben mit mir teilt.“

„Das hört sich nicht an, wie ein Junge von siebzehn Jahren.“

Ich musste lachen. Berry hatte Recht, ich war jetzt das, was die Vergangenheit aus mir gemacht hatte.

*-*-*

„Ich denke immer darüber nach, was ich vergessen haben könnte.“

„Lesley, nun hör auf, du bist ja schlimmer wie ein Mädchen“, meinte Berry, der sich darauf einen Knuff von Molly einhandelte.

Ich musste leise kichern. Wir saßen im Bus ganz hinten, auf alle Fälle nebeneinander.

„Wann fährt denn der blöde Bus endlich los?“, fragte Nath, der sich neben Timothy nieder gelassen hatte.

„Du wirst es erwarten können“, kam es von Horaz.

Wir schauten nach draußen, wo immer noch ein Pulk Eltern bei unseren Lehrern stand. Aber plötzlich schien sich die Runde aufzulösen und die Lehrer stiegen ein.

„Wir können“, hörte ich Mrs. Sanchez sagen und prompt wurde der Motor gestartet.

Ein Jubel ging durch den Bus. Draußen standen noch die Eltern und winkten uns zu.

„Nath, schau, dein Vater winkt auch“, rief Horaz

„Der wird froh sein, mich loszuhaben.“

„Eher andersrum.“

Alle fingen wir an zu lachen. Jedenfalls der hintere Teil des Busses.  Berry neben mir stand auf und beugte sich über den Vordersitz.

„He, wink mal, die winken auch dir“, hörte ich sagen und er meinte sicher Timothys.

„Ach lass mich…“

„Was soll ich?“

Plötzlich hörte ich Timothy quieken, Berry schien ihn zu kitzeln.

„Nathaniel, du lässt… zu, dass er… das mit mir macht?“, meckerte Timothy seinen Freund an.

„Warum nicht, es macht Spaß dir beim Lachen zu zuschauen!“

„Na ja, richtiges Lachen ist das ja noch nicht, eher so ein Quiekton eines Ferkel“, meinte Berry und piekte weiter in Timothys Seite.

„Ferkel…? Na warte…du…“, kam es von Timothy, der sich in seinem Sitz aufrichtete.

„Meine Herren dahinten, würden sie sich wieder hinsetzten und Ruhe halten, ich habe eine Durchsage zu machen!“, wurden die Beiden von Mr. Smith unserem Englischlehrer unterbrochen.

Alle die um die beiden herum saßen mussten grinsen.

*-*-*

Ich war wohl eingeschlafen und wie ich feststellte, die anderen auch. Berrys Arm lag um meine Schulter und mein Kopf ruhte auf seiner. Ruhig atmete er vor sich hin. Mein Blick fiel nach draußen.

Ein Schild konnte ich sehen, Goulbum. Mir unbekannt, aber sicher auf der Strecke nach Sydney. Ich spürte, dass jemand den Flur entlang lief und schaute auf. Es war Mr. Sanchez, der mich anlächelte.

„Richtig schön ruhig, wenn ihr alle schlaft“, meinte er zu mir.

Ich grinste ihn an.

„Aber du kannst anfangen, deine Nachbarn zu wecken, wir machen gleich eine Stunde Pause.“

„Wie weit sind wir noch von Sydney weg?“

„Noch knapp 200 km, also so ca. zwei Stunden Fahrt.“

Er drehte sich um und ließ uns wieder alleine. Ich wandte mich zu Berry und strich ihm sanft über die Wange. Ein kleines Lächeln zierte seine Lippen. Nun beugte ich mich etwas vor und küsste ihn sanft.

Berry fing an zu brummen.

„… herrlich“, konnte ich ihn brummen hören.

„Mr. Sanchez war gerade da und meinte wir machen gleich Pause.“

„Machen wir doch schon die ganze Zeit“, erwiderte Berry und begann sich zu strecken.

So war ich aus seinem Arm entlassen. Ich rüttelte leicht an Mollys Schulter, die kurz die Augen aufschlug.

„Was is…?“

„Wir halten gleich…, aufwachen!“

„Okay…“, meinte sie und kuschelte sich noch mehr an Lesleys Schulter.

Ich grinste und piekte ihr leicht in die Seite. Sie fuhr hoch.

„Hey, lass das!“

Damit war auch Lesley wach geworden.

„Was soll der Krach, da kann man ja nicht mal schlafen.“

„Aufwachen Bruderherz. Wir sind gleich am Rasthof!“, kam es Berry, „…Essen…!“

Plötzlich war Lesley hell wach.

„Funktioniert immer wieder“, raunte mir Berry grinsend zu.

Mittlerweile wurden auch die besetzten Bänke vor uns wach, als ich sah, dass der Bus sein Tempo verlangsamte und den Highway verließ. Nach und nach wurde der ganze Businhalt wach.

Als der Bus anhielt und die Türen geöffnet wurden, stürmten bereits die ersten nach draußen.

„Ich muss auf die Toilette“, sagte Berry und richtete sich auf.

„Ich ebenso“, meinte ich und drückte mich noch vor Molly auf den Mittelgang.

Zehn Minuten später standen wir in der Schlange vor der Toilette.

„Wenn das noch länger so geht, suche ich mir einen Busch“, kam es von Horaz.

Ich musste grinsen.

„Ist das nicht gefährlich?“, fragte Zuhai.

„Wieso?“

„Wegen den Schlangen…, ich habe gelesen…?“

Joshua fing laut an zu lachen.

„Zuhai hat Recht, nachher beißt dir noch etwas in dein bestes Stück!“

Nun fingen alle in der Reihe an zu lachen. Horaz zog eine Grimasse und Zuhai wurde leicht rot. Nach und nach betraten wir nun die Toilette und wenig später sich erleichter vor dem Rasthof zu treffen.

„Ihr habt jetzt eine Stunde Zeit, wenn ihr wollt, könnt ihr etwas Essen gehen, oder hier draußen bleiben. Entfernt euch aber nicht soweit vom Haus oder Bus!“

Alle nickten. Der Großteil strömte ins Haus. Ich sah Berry an und er nickte. Er schnappte nach meiner Hand und zog mich in den Imbissstand. Drinnen war natürlich wieder eine Schlange, aber es war um die Mittagszeit und auch mein Magen meldete sich, nachdem ich auf den Werbetafeln die leckeren Sachen sah.

Eine gute viertel Stunde später setzte ich mich mit meinem Tablett neben Berry. Er hatte sich ein Schnitzel mit Pommes ausgesucht. Mir war heute eher nach Nudeln, die dampfend meinen Teller füllten.

Während ich an meiner ersten Gabelfüllung kaute, schaute ich mich um. Robin saß neben Joshua und die beiden unterhielten sich angeregt.

„Noch zwei Stunden in dem Bus“, meinte Lesley und schob sich eine weitere Gabel voll Essen in den Mund.“

„Steht heute eigentlich noch etwas auf dem Programm?“, fragte ich, „oder checken wir nur ein?“

„So wie Mr. Sanchez vorhin sich äußerte, werden wir uns noch ein wenig in der Gegend umschauen. Das Haus liegt ja in der Nähe vom Hafen, da gibt es sicher viel zu sehen“, erklärte Horaz.

„Ja, viele Mädchen“, kam es kichernd von Sophie.

„Wieso denn, ich habe doch dich, für was brauche ich sonst noch ein anderes weibliche Geschlecht.“

Andeutungsweise umarmte er sie und alles fing an zu lachen. Ich schob mir etwas Salat zwischen die Zähne und beobachtete mein Umfeld weiter.

„Suchst du etwas?“, fragte mich Berry.

„Warum?“

„Weil du die ganze Zeit durch die Gegend starrst und dir dabei das Shirt verkleckerst.“

Entsetzt sah ich nach unten. Tatsächlich, da war wirklich ein kleiner Fleck meiner Sause auf dem Shirt.

„Mist, ich hab das heute Morgen frisch angezogen“, meinte ich und griff nach meiner Serviette, um darüber zu wischen.

„Moment“, unterbrach mich Berry bei meinem Vorhaben.

„Du entschuldigst?“, sagte er zu Sophie und nahm ihre Wasserflasche.

Alle schauten gespannt zu Berry, wie ich selbst auch. Er tunkte die Serviette kräftig mit Wasser, fuhr mir mit der Hand unter das Shirt, was natürlich ein Kribbeln verursachte. Die Hand hielt er von innen dagegen und tupfte dann mit der nassen Serviette vorsichtig auf dem Fleck herum, bis der Fleck verschwand.

„Das Wasser trocknet schnell“, meinte er und die Hand an meinem Bauch verschwand.

„Woher kannst du das?“, fragte ich verblüfft.

„Wenn du einen kleinen Bruder hast, der immer kleckert, dann lernst du so etwas!“

Alle schauten in diesem Augenblick zu Lesley, der sich an seinen Pommes verschluckte, während die anderen lauthals loslachten.

*-*-*

Es war später Mittag, als wir an unserer Herberge eintrafen. Das Haus bestand aus zwei Teilen und war durch viel Glas verziert. Wieder eine halbe Stunde später, betraten Berry, ich, Lesley, Nath und Timothy mit Zuhai unser Zimmer.

Wir hatten die Zimmerbelegung geringfügig geändert und Zuhai, Nath und Timothy mit ins Zimmer genommen, mit der bitte der Mädchen, uns ein wenig um ihn zu kümmern. Das Zimmer selbst war weiß gehalten und wurden nur von Teppich, den Gardinen und den Decken in einem komischen Braunton unterbrochen.

„Wer nimmt welches Bett?“, fragte Lesley, der schon seine Tasche auf eins der oberen Betten warf.

Zuhai sah mich unsicher an.

„Nimmst du das Bett unter Lesley, fragte ich ihn, „Berry und ich nehmen dass hier und Nath und Timothy das am anderen Fenster.“

Alle nickten und stellten ihre Taschen ab. Die Tür wurde aufgerissen und Horaz kam herein gestürmt.

„Leute habt ihr schon…“

„… schon mal etwas vom Anklopfen gehört?“, fuhr ihn Nathaniel an, der Rest grinste.

„…ähm ja…“

„Was ist?“

„Ihr müsst unbedingt mal aufs Dach kommen“, kam es kleinlaut von Horaz.

So ließen wir alles liegen und stehen und folgten über eine große Treppe hinauf aufs Dach. Dort angekommen, fanden wir uns auf einer großen Terrasse wieder.

„Wow“, kam es von Lesley, der wie wir Richtung Hafen blickte und auf die Oper von Sydney, die auf der Halbinsel gegenüber lag.

„Die habe ich bisher nur auf Bildern gesehen“, meinte ich, „aber so groß habe ich sie mir nicht vorgestellt.“

„Ich auch nicht“, meinte Berry, trat von hinten an mich und nahm mich in den Arm.

Ich drehte meinen Kopf und schaute ihm in die Augen. Er lächelte mich an.

„Das werden schöne Tage“, flüsterte er mir ins Ohr.

*-*-*

„So Leute, in zwei Stunden ist Zapfenstreich, solange könnte ihr hier noch die Umgebung erkunden. Bis dreiundzwanzig Uhr ist jeder wieder hier.“

Mr. Sanchez entließ uns und setzte sich selbst mit den anderen Lehrern ab.

„Was machen wir jetzt?“, fragte Lesley.

„Ich weiß nicht, was ihr vorhabt, aber ich möchte gerne zum Hafen ans Wasser“, meinte ich.

„Du Lesley, ich habe da vorne einen Laden gesehen, mit den neusten Spielen“, rief Horaz und schon lief ein Teil mit Horaz davon.

„Kann ich mit euch kommen?“, fragte Zuhai.

„Klar!“, sagte ich und griff nach Berrys Hand.

„Ich komm auch mit“, meinte Molly.

So liefen wir, mit Nath und Timothy im Gefolge, Richtung Hafen.

„Habt ihr keine Angst…, dass ihr angepöbelt werdet“, fragte Zuhai und zeigte auf unsere Hände.

Ich sah zu Berry.

„Um ehrlich zu sein, habe ich mir da keine Gedanken gemacht. Ich genieße es einfach hier mit Tom zu laufen und die Gegend anzuschauen“, antwortete Berry.

Ich nickte und drehte meinen Kopf zu Timothy. Er lief neben Nath her. Etwas abwesend, aber er folgte uns. Ich seufzte und schaute wieder in Gehrichtung.

„Was ist?“, fragte Berry leise.

„Timothy…“, antwortete ich genauso leise.

„Tja, das wird wohl noch eine Weile anhalten.“

Wir mussten schon ein Stück laufen, bis wir das Wasser erreichten. Es gab sogar ein größeres Stück Strand, zu dem wir beschlossen zu gehen. Wenig später saß ich mit Berry im Arm im Sand und schaute auf das Wasser hinaus.

Ein schwimmendes Hotel zog an uns vorbei, dessen Ziel uns nicht bekannt war. Das Schiff war hell erleuchtet und laute Musik drang zu uns herüber. Ich wusste nicht, warum das Meer so eine magische Anziehungskraft hatte, aber dieser Moment war einfach schön.

Die Worte von Zuhai gingen mir durch den Kopf. Mein Blick wanderte wieder zu Timothys, der dieses Mal in den Armen von Nath lag. Trotz der herein brechenden Dunkelheit sehen, dass ihm Tränen über die Wangen liefen.

Von uns allen hatte er wohl am meisten an der ganzen Sache zu knabbern und wie Berry passend sagte, würde es wirklich noch lange anhalten.

*-*-*

Der nächste Morgen begann früh, mit kurzem Frühstück und eine weitere Fahrt mit dem Bus. Innerhalb zwei Stunden bekamen wir die Sehenswürdigkeiten von Sydney vorgestellt, fasst schon zu viel, um alles in sich aufzunehmen.

Am Mittag ging es etwas ruhiger zu, als wir ins Landesinnere fuhren. Bei Lithgow, bestiegen wir einen historischen Zug. Zig Zag Railway nannte er sich und wurde angeblich schon 1886 gebaut.

Ich selbst fühlte mich auch alle Fälle wirklich in der Zeit zurück gesetzt. Mit Volldampf ging es an einem Berg entlang. Es wackelte zwar ganz schön und auch der Rauch, der den Schornstein entwich konnte man hinten in den Waggons riechen, aber es war ein besonderes Erlebnis.

Am Abend waren wir irgendwie alle völlig geschafft. So war es nicht verwunderlich, dass die Meisten bei dem allabendlichen Freigang im Haus blieben. Unsere kleine Clique hatte sich einen Tisch gekapert und saß nun auf dem Dach des Hauses, wo man diese tolle Aussicht hatte.

So vergingen die Tage recht schnell, jeden Tag mit Programm gefüllt und abends Freigang. Nur einmal, da gingen wir dann abends weg. Unsere Lehrer schleppten uns in ein Musical. Jersey Boys war der Titel und sagte mir erst gar nichts.

Erzählt wurde eine Geschichte von vier Jungs, die aus dem Untergrund es schafften, bekannte Weltstars zu werden. Über dreißig Lieder wurden gesungen, die sogar kannte. Die Geschichte war interessant, vor allem weil sie ja wirklich passiert war.

Am letzten Tag wartet Mr. Sanchez gleich mit zwei Überraschungen auf. Eine für die Klasse und eine für mich persönlich. Unsere Lehrer wollten doch tatsächlich mit uns in einen Nightclub gehen.

Meine Überraschung sollte von ganz besonderer Art sein. Ich wusste nicht, in wie weit Bob und Scott ihre Hände im Spiel hatten, sie mussten es, sonst wäre nicht alles so durchdacht gewesen.

Mr. Smith, unser Englischlehrer schnappte sich Berry und mich und wir fuhren gemeinsam mit einem Taxi an den Flughafen. Dort angekommen betraten wir diesen und ich wusste immer noch nicht, was wir hier sollten.

So interessant fand ich nun Flughäfen auch wieder nicht.

„Mr. Smith, könnten sie uns nun verraten, was wir hier wollen?“

„Wartet es ab“, meinte er grinsend und schaute auf die Ankunftstafel der Auslandsflüge.

Mein Blick folgte seinem, aber ich konnte nichts besonders an dieser Anzeigetafel entdecken. Mr. Smith setzte sich einfach ohne einen Ton zu sagen in Bewegung und uns blieb nichts anderes übrig als ihm zu folgen.

Eine viertel Stunde und einem Gewaltmarsch später, fanden wir uns vor der Fluggesellschaft Quantas ein. Noch immer nicht wusste ich, was das alles sollte, bis Mr. Smith aus einer mitgebrachten Tasche einen Karton herauszog und mir reichte.

Ich drehte ihn um und lass, was darauf geschrieben stand. Christopher und Michael Miller. Natürlich hatte ich, wegen den vielen Aktivitäten unseren kommenden Besuch aus Deutschland vergessen, aber dass wir sie hier auf unserer Klassenreise abholen durften – ich war schlicht weg sprachlos.

Berry grinste mich an.

„Wusstest du das?“

Nun lächelte er.

„Sorry, ich hab dem Direx versprechen müssen, nichts zu verraten. Und Mr. Smith hat sich dazu bereit erklärt, uns zu begleiten, da wir nicht ohne Schulische Aufsicht hier her durften, von wegen Sicherheit und so.“

„Dann halte dein Schild mal hoch, da kommen die ersten Passagiere“, unterbrach Mr. Smith Berry.

Ich drehte mich um und schaute auf die Gangway, wo wirklich die ersten Leute gelaufen kamen. Noch trennten uns die Glasscheiben. So hob ich also das Schild hoch und wartete darauf, dass jemand auf uns zugelaufen kam.

Die Maschine aus Frankfurt, wie ich an der Tafel lesen konnte, schien groß gewesen zu sein, denn bald verlor ich den Überblick, wer da alles heraus gelaufen kam. Meine Arme verloren auch langsam an Kraft.

Plötzlich stand ein blonder Mann vor uns der breit lächelte.

„Tom?“, sagte er und ließ das Schild sinken.

„Ja Tom, bist du Christopher?“

„Nein, ich bin Michael sein Mann, Christopher erledigt noch ein paar Formalitäten am Schalter“, antwortete der Blonde.

Jetzt war ich ganz von den Socken und schaute zu Berry, der mich nur Schulterzuckend angrinste. Mein Verwandter aus Deutschland war schwul und hatte seinen Mann mitgebracht. In den Mails hatte er das ja geschrieben.

Ein weiterer Mann kam auf uns zu und ich sah eine gewisse Familienähnlichkeit zu mir.

„Christopher, das hier ist Tom, dein… öhm Cousin?“

„Ja, ich denke mal, so gut kenne ich mich in den Verwandtschaftsgraden dieser großen Familie nicht aus… hallo Tom.“

Christopher schüttelte erst meine Hand und zog mich in seinen Arm. Nun meldete sich Mr. Smith zu Wort.

„Hallo, ich bin Mr. Smith, der Englischlehrer der beiden. Bis eben wusste Tom noch nichts von seinem Glück, sie hier heute zu treffen.“

„Dann hat ja alles gut funktioniert“, erwiderte Christopher und wandte sich wieder zu mir.

„Ich hoffe, wir haben dich nicht all zu sehr überfahren mit unserer Überraschung. Ich war selbst überrascht, als mich dein Onkel anschrieb und uns diese Möglichkeit vorschlug, denn zwei Mail nach Sydney zu fahren, fand er unsinnig… und nun sind wir da.“

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.

„Hallo, ich bin Berry, Toms Freund“, rettete mich mein Schatz aus dieser Situation.

Wieder wurden Hände geschüttelt.

„Guter Geschmack“, sagte Michael leise, aber immer noch laut genug, dass ich verlegen grinste und Berry rot wurde.

„Wir haben ein Doppelzimmer in unserer Herberge für sich gebucht und wenn sie möchten, können wir langsam aufbrechen. Oh, ihr Gepäck, dass müssen wir sicher noch holen, oder?“, mischte sich nun wieder Mr. Smith ein.

„Wenn sie uns sagen, wo wir hinmüssen?“

Ungefähr eine halbe Stunde später saßen wir wieder in einem Großraumtaxi. Ich saß direkt neben Christopher und Michael, während Berry eine Bank weiter vorne bei Mr. Smith saß.

„Bist du immer so ruhig?“, fragte Michael.

Vor uns kicherte Berry und ich schüttelte den Kopf.

„Entschuldige…, ich habe heute mit vielen gerechnet, aber nicht… mit euch. Selbst Berry war eingeweiht und hat mir nichts erzählt…“

„Aber freuen tust du dich schon, oder?“, fragte Christopher.

„Klar, auch wenn ich… ähm, ihr seid wirklich verheiratet?“

Michael lachte.

„Ja, schon über ein Jahr“, antwortete er und legte seine Hand auf Christophers, damit ich beide Eheringe sehen konnte.

Ich konnte nur grinsen.

*-*-*

Natürlich standen Molly und Lesley schon vor dem Haus, als wir ankamen. Auch sie waren eingeweiht. Wie konnten sie nur so lange dicht halten, oder besser gesagt, warum hatte ich nichts mit bekommen.

Als wir später gemeinsam auf der Dachterrasse waren, saß die halbe Klasse bei uns. Schnell hatte sich herum gesprochen, dass der Küstersohn mit Mafiaverbindungen Besuch aus Europa bekommen hatte.

Wir mussten Christopher und Michael erst aufklären, welche wilden Gerüchte bei meiner damaligen Ankunft entstanden. Die beiden brauchten eine Weile, bis sie sich wieder beruhigt hatten, immer wieder fingen sie an zu lachen.

„Für ein Mitglied der Mafia bin ich nun noch nicht gehalten worden“, sagte Michael und trank von seiner Cola.

„Wenn das zu Hause heraus kommt, das wird was geben!“, erwiderte Christopher darauf.

In der kommenden Stunde erzählte dann Christopher was er in Deutschland beruflich machte. Am Tisch herrschte Schweigen und alle hörten gespannt zu.

„In den Häusern leben nun sechszehn Leute, in Amerika unter der Aufsicht von Louis & Amstrong sind es drei Häuser, ein viertes Haus soll nach großen Spendeneinahmen eröffnet werden.“

Hier endete Christophers Erzählung. Es herrschte kurzes Schweigen, denn die teilweise angerissenen Geschichten der Jugendlichen in unserem Alter waren heftig.

„Wir haben in Griffith auch ein Heim“, sagte Horaz plötzlich und zerriss die Stille.

„Wirklich?“, fragte ich.

„Ja, einige gehen davon in unsere Schule“, meldete sich Sophie zu Wort.

„Und du? Du hast wirklich das alles erlebt, was ich in den Mails lesen konnte? Du bist erst ein Jahr hier!“, sprach mich Christopher an.

Ich nickte.

„Ja, das ist alles passiert, auch wenn vieles nicht so bekannt ist. Mein Blick wanderte zu Timothy, der wie immer nach unten schaute.“

„Ebenfalls heftig, würde ich sagen“, meinte Michael.

Wieder Schweigen am Tisch.

„Und was steht noch an, am letzten Tag in Sydney“, fragte Christopher.

„Unsere Lehrer wollen heute Abend mit uns in einen Nightclub gehen, mehr wissen wir nicht“, beantwortete Berry die Frage.

*-*-*

Gegen neun Uhr abends verließen wir das Haus und liefen gemeinsam durch die Innenstadt. Natürlich unterhielt ich mich nun angeregt mit Christopher, über seine Pläne für die Zukunft und mein weiteres Leben in Griffith.

Auch wurde gleich darüber debattiert, dass Berry und ich auch mal nach Deutschland kommen sollten. Plötzlich blieben alle stehen und ich schaute auf. Auf leuchten Buchstaben am Haus konnte ich Candys Apartment lesen.

Dies sollte ein Nightclub sein? Unser Pulk betrat das Haus und wenig später konnte ich schon die satten Bässe der Musik hören und spüren. Da Mr. Sanchez schon am Abend beim Abendessen seine Anweisungen gegeben hatte, trennten sich schnell die Klasse und suchte in kleinen Gruppen ihre Plätze.

Die Musik war laut, aber gut. Ich wusste gar nicht richtig wo hin gucken, den der Laden war voll. Auf der Tanzfläche ein Meer von Körpern und auch die Tische um uns herum waren voll besetzt.

Berry nahm mich in den Arm und küsste mich auf die Wange.

„Musst du deinen auch öfter daran erinnern, dass er zu dir gehört“, fragte Michael Berry laut.

„Nein, normalerweise nicht, aber bei der Auswahl hier“, antwortete Berry lachend.

„Komm Tom…, lassen wir unsere Männer hier und gehen tanzen!“, sagte Christopher und zog mich vom Tisch weg.

Ich weiß nicht wie lange wir auf der Tanzfläche waren. Natürlich gesellten sich auch Michael und Berry zu uns und ich vergaß völlig die Zeit. Ich genoss einfach die Musik und die Nähe zu Berry.

*-*-*

„Aufstehen!“, hörte ich Mr. Sanchez Stimme an der Tür.

Es war spät geworden und wir waren erst gegen zwei Uhr nachts nach Hause gekommen. Und selbst da, waren wir noch so aufgedreht, dass an schlafen nicht zu denken war. Mein Blick fiel auf meine Armbanduhr. Neun Uhr.

Das waren vielleicht gerade mal vier Stunden Schlaf. Mühsam richtete ich mich auf und sah, dass es den anderen im Zimmer nicht anders ging.

„Ich will weiter schlafen“, hörte ich Horaz unter seiner Bettdecke meckern.

Es halb nichts. Zwei Füße kamen zum Vorschein, die frei vor meinem Gesicht baumelten. Ich machte mir den Spaß und blies sanft über die Unterseite der Füße, Sofort rieben sie sich aneinander.

„Ey!”, hörte ich es aus dem oberen Bett und wenig später und einen dumpfen Knall stand Berry vor mir.

„Morgen“, sagte ich leise und spitze meine Lippen zum Kussmund.

„Morgen“, erwiderte Berry und kam meiner Aufforderung nach und küsste mich.

„Soviel Schmalz am morgen…, das kann ich nicht ertragen.“

Das kam natürlich von Lesley, der nun zu uns herüber schaute.

„Neidisch?“, fragte ich.

„Ich neidisch? Ich kann mir Besseres vorstellen, als von meinem Bruder geküsst zu werden!“

Die anderen lachten.

„Also ich wäre neidisch!“, kam es von Zuhai, „Tom hat wenigstens, der ihn mit einem Kuss begrüßt.“

Das hätte er nicht sagen sollen, denn Berry richtete sich auf, lief zu Zuhai und gab ihm ein Kuss auf die Wange. Zuhai lief rot an, während die anderen anfingen zu lachen.

„Danke“, sagte Zuhai leise.

Lesley beugte sich über seine Bettkante und schaute zu Zuhai hinunter.

„Zuhai…, kann es sein, dass du auch schwul bist?“

Sein Gesicht färbte sich noch ein Ton dunkler.

„Ich nein… äh…, aber man muss doch nehmen was man bekommen kann, oder?“

„Wieder fingen an zu lachen.“

„Also ihr könnt machen was ihr wollt, ich steh jetzt auf und mach mich fertig, ich will noch etwas vom Frühstück abbekommen, bevor es ans Packen geht“, meinte ich und schälte mich aus meiner Decke.

Die anderen taten es mir nach und in Bad wurde es nun recht eng. Wenig später und einigermaßen wieder hergestellt, trafen wir im Frühstücksraum ein, wo zu meiner Überraschung schon recht viele von unserer Klasse saßen.

Auch Christopher und Michael konnte ich entdecken und winkte ihnen zu. Nachdem ich mein Tablett mit Sachen befüllt hatte, was mein Herz begehrte, lief ich zielstrebig zu den beiden.

„Guten Morgen ihr zwei.“

„Na, gut geschlafen?“, kam es von Michael.

„Gut aber zu kurz“, antwortete ich und setzte mich an den Tisch. Berry und Lesley folgten wenig später.

„Wir haben auch zwei Zwillingspärchen bei uns im Haus, aber ihr zwei seht euch echt sehr ähnlich“, nahm Christopher das Gespräch wieder auf.

„Gleich zwei?“, harkte ich nach.

„Ja, da wären einmal Gunther und Clara, aber die sehen sich nicht so ähnlich, dafür aber Christian und Leon.“

„Haben die alle ihre Eltern verloren?“, wollte Lesley wissen.

„Nein, neben Christian mit Leon und ich mit Nico, sind die einzigen Vollweisen.“

„Als wir klein waren“, begann Lesley, „… haben wir auch unseren Vater verloren.“

„Unfall?“, fragte Christopher und schob sich das letzte Stück Toast in den Mund.

Ich schaute kurz zu Berry, der mich Augen zwinkernd anlächelte.

„So kann man es sagen“, erklärte Lesley leise.

Die zwei Deutschen schauten uns fragend an. Mein Kopf wanderte zu Christopher.

„Timothy Mutter, war nicht nur für Berrys Fahrradunfall verantwortlich, auch die Schüsse auf Nath und mich, sondern sie hat auch bei Berrys und Lesleys Vater nachgeholfen.“

Beide starrten mich ungläubig an.

„Guten Morgen“, unterbrach Molly unser Gespräch, die etwas zerzaust an unseren Tisch trat.

Lesley rückte etwas zu Seite und sie setzte sich neben ihn.

„Du hast auch eine kurze Nacht hinter dir“, meinte Berry und kicherte.

„Ja, du hast recht“, begann sie zu reden und nahm ein Schluck Kaffee, „irgendein Liebeskranker Heini hat laufend an unsere Tür geklopft, mit der Aufforderung ihn doch hinein zu lassen.

Dabei schaute sie zu Lesley, der augenblicklich rot anlief. Am Tisch fing alles an zu kichern.

„Wie geht es jetzt eigentlich weiter? Wie kommt ihr nach Griffith?“, fragte ich.

„Wir? So wie ich Bob verstanden habe, fahren wir mit euch im Bus zurück.“

„Ich kann mir Schöneres vorstellen, als fünf Stunden im Bus zu sitzen“, brummelte Lesley mit vollem Mund.

„Wieso, da kann man sich doch super unterhalten“, kam es von Michael.

*-*-*

Die folgende Stunde war für das Packen eingeplant und danach trafen wir uns mit Gepäck vor dem Haus. Es wurde verladen und wir suchten uns unsere Plätze im Bus. Natürlich saßen wir wieder hinten.

Eine weitere halbe Stunde später befanden wir uns schon wieder auf dem Highway.

„Und wo hat dich das Vieh erwischt? Ich bin froh dass es bei uns in Deutschland keine giftigen Schlangen gibt“, meinte Michael.

Ich hob meinen Fuß und schob die Socke etwas herunter. Deutlich waren noch die zwei Punkte des Bisses zu sehen.

„Tat sicherlich sehr weh“, kam es mitleidig von Christopher.

„Der biss selbst tat nicht so weh, eher das Brennen das folgte, ich bekam auch hohes Fieber und Fieberträume.

„Träume? Davon hast du gar nichts erzählt“, sagte Berry neben mir.

„Die waren auch nicht so erwähnenswert…“

„Von was hast du geträumt?“, kam es natürlich neugierig von Lesley.

„Von meinem Vater, der sich diebisch freute, dass ich nun in der Hölle brennen würde.“

„Heftig“, hörte ich Molly sagen.

Ich sah bei den anderen betroffene Gesichter.

„Und warum hast du mir nie etwas davon erzählt?“

„Du bist gut. Als ich das erste Mal so richtig zu mir kam, saß da ein schlafender, leicht bekleideter Traumtyp neben meinem Bett, da hatte ich andere Dinge im Kopf.“

Michael kicherte. Berrys Gesicht färbte sich leicht rot.

„Wart ihr da schon zusammen?“, fragte Christopher.

„Nein, aber so gut wie.“

„Dass musst du mir jetzt genauer erklären.“

„Okay…, ich muss zugeben, dass ich mich davor schon in Berry verschaut hatte und nach einem Streit mit Lesley…“

„Das war kein Streit, ich hab mich einfach nur blöd benommen“, unterbrach mich Lesley.

„Okay…“, meinte ich genervt, „nach dem sich Lesley mal wieder blöd benommen hat…“

„Ehhhh!“

Alles fing laut an zu lachen.

„Er kann auch lieb sein“, nahm Molly ihren Freund in Schutz und kuschelte sich an ihn.

„Kann ich endlich weiter erzählen?“

„Was hindert dich daran?“, fragte mich Berry spitzbübisch.

Ich atmete tief durch und schüttelte den Kopf.

„Also ich bin aufgewacht und fand Berry an meinem Bett schlafend vor. Ich hab ihn dann geweckt. Wir unterhielten uns dann eine Weile“, die Episode mit der Toilette ließ ich aus, „und als wir uns dann beide endlich über unsere Gefühle gegenseitig klar waren, haben wir…“

„… euch endlich geküsst, wie interessant!“

Dafür bekam Lesley einen Hieb auf die Schulter.

„Jeder wie er es verdient!“, meinte Berry und grinste.

„Und nein Lesley, wir haben uns nicht geküsst, Bob kam ins Zimmer gestürmt.“

„Wie war das? Jeder wie er es verdient?“, kam es von Lesley und der zweite Hieb folgte.

„Ich ziehe meine Aussage von vorhin zurück“, sagte Molly und rückte ein Stück von Lesleys weg.

Wieder mussten wir lachen.

„Ich freue mich, dass ihr euch alle so gut versteht“, sagte Christopher und automatisch fiel mein Blick Richtung Timothy, der unbeteiligt in seiner Band neben Nath saß.

Hatte lange gedauert, dachte ich und hoffte, dass die Sache mit Timothy sich auch noch irgendwie lösen würde.

*-*-*

Nach vielen Anekdoten beider Seiten und einigen Ruhephasen erreichten wir endlich Griffith. Natürlich waren alle Eltern anwesend, so wurden Christopher und Michael von Bob und Abby herzlich begrüßt.

Meine anfänglichen Sorgen wegen Platzprobleme vergingen, als ich auf dem Parkplatz die Autos beider erblicken konnte. Zuhause angekommen schaute ich mich erst mal erstaunt um.

„Na, wie gefällt es dir?“, fragte Bob und legte seinen Arm um mich.

In den zehn Tagen hatte sich einiges getan. Die Verbindung zwischen den Häusern stand, auch war der Vorplatz schon hergerichtet, auf dem wir jetzt standen. Natürlich blieben wir nicht unbemerkt und wurden ausführlich auch von den Hunden begrüßt.

Besonders Gustav musste ich lange kraulen, anscheinend hatte ich ihm sehr gefehlt. Noch einmal schaute ich mich um. Ich war richtig begeistert, denn Alfred hatte alle meine Vorschläge gut umgesetzt.

„Wollt ihr erst in eure Zimmer euch etwas frisch machen, oder gleich zu Abend essen“, fragte Abby.

„Also ich würd gerne erst auf mein Zimmer“, meinte Molly und steuerte auf das Haus zu.

Bob und Abby grinsten sich an.

„Töchterchen, wo willst du denn hin?“

„In mein Zimmer. Ähm in Toms Zimmer eigentlich, warum fragst du?“

„Da bist du falsch, Molly, dein Zimmer liegt dort drüben“, meinte Bob und zeigte auf das Nachbarhaus.

„Seit wann… äh… warum?“

„Gestern fertig geworden auch Toms Zimmer“, strahlte Bob.

„Dann lasst uns mal hinüber gehen“, kam es von Abby und wir folgten ihr alle.

*-*-*

Da mein neues Zimmer nun ein Stockwerk höher war im Nachbargebäude, hatte ich keine eigene Veranda mehr, dafür aber einen großen Balkon, den ich mir mit Molly im Nachbarzimmer teilte.

Christopher und Michael waren im Gästezimmer des Hauses untergekommen. Grandma hatte dann wohl doch mein Zimmer genommen, weil ihr die täglichen Treppen doch recht mühselig waren.

Hinter den Häusern war eine große Tafel gedeckt. Der Grill brannte und ich konnte Darleens herrliche Salate sehen. Grandma klärte uns auch über die verwandtschaftlichen Verhältnisse auf.

Grandpa war wohl in jungen Jahren von den Millers adoptiert worden, also auch ein Waisenkind, was er mir nie erzählt hatte und auch sonst wohl tot geschwiegen wurde. So war Christopher wohl ein Großcousin oder so etwas zu mir.

Warum die Tafel so groß war, erklärte sich, spätestens, als Linda mit Riley und den drei Söhnen auftauchte. Ich freute mich, dass ich Berry wieder sah, obwohl wir die letzten zehn Tage ständig zusammen waren.

Auch meine Mutter, samt Familie, und Georg mit Alfred kamen. Ein richtig großes Familienfest. So konnte ich Christopher meine zwei kleinen Geschwister vorstellen. Natürlich gab es vor dem Essen noch eine Hausbesichtigung.

Ich war überrascht, wie groß die Klinik ausgelegt war und wunderte mich, weil es mehr Platz gab, wie Abby, Bob und Barney brauchten. Als dann noch Scot und Clark eintrafen, verstand ich es plötzlich.

Scot erzählte uns stolz, dass Clark nach seinem Studium bei Abby und Bob anfangen würde. Ich blickte in die große Runde, während Bob mit erhobenem Glas eine kleine Rede hielt.

„Vor gut über einem Jahr, erfuhr ich, dass ich meinen Neffen Tom in Pflege nehmen sollte. Ich wusste damals nicht, wie sehr der Junge unser Leben ändern würde, aber ich füge gleich noch hinzu…, ich habe bisher keinen einzigen Augenblick mit Tom zusammen bereut. Noch einmal Tom, herzlich willkommen in Australien, dass wir noch viele aufregende Sachen gemeinsam erleben werden!“

Alle erhoben ihre Gläser und prosteten mir zu. Berry raunte mir zu, ich solle erwidern. So stand ich auf.

„Ich…, ich weiß gar nicht richtig, was ich sagen soll.“

Ich schaute zu Bob, der mir aufmunternd zunickte.

„Ihr kennt alle die Geschichte, die hinter mir liegt und ich bin noch selbst verwundert, was in einem Jahr alles passieren kann. Vieles macht mich im nach hinein noch traurig, aber wie Berry zu mir immer wieder sagte, daran kann man nichts mehr ändern und Abby meinte, man muss immer nach vorne sehen. Ich bin froh, dass ich so eine tolle Familie habe… von der ich noch vor einem Jahr dachte, sie für immer verloren zu haben. Danke! Prost!“

*-* Ende*-*

So, dass war sie nun, meine erste Geschichte mit weit über sechzig Charakteren. Ich hoffe, sie hat euch gefallen und seit nicht traurig, weil sie nun endet. Es werden ja noch andere Geschichten von mir folgen, bis dahin … euer Pit

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1 Kommentar

  1. schade das sie vorbei ist aber ich werde sie bestimmt noch einmal lesen wie auch einige andere Sachen die hier zu finden sind und ich will hoffen das deine Seite noch lange on sein wird

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